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            <title type="main">Freitag, der 20. Mai 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band70_1983-05-20</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_01">Freitag, 20. Mai 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_02">Das Präsidium des Kaffeeverbandes, die wichtigsten Kaffeeimporteure,<lb/>
hatten das Bedürfnis sich bei mir zu verabschieden. Natürlich wurde<lb/>
wieder fachgesimpelt. Das Präsidium bestätigte mir, daß die 50.000 to<lb/>
Kaffee, die wir importieren, keinesfalls in Österreich verbraucht werden<lb/>
oder verbraucht werden können. Sie haben mir vor längerer Zeit ver<lb break="no"/>sprochen, sie werden mir die auf meine Anregung gemachte Studie über<lb break="no"/>reichen, wie diese Kaffeemengen verwendet werden. Bis jetzt habe ich<lb/>
sie allerdings noch nicht bekommen. Von der internationalen Kaffee<lb break="no"/>organisation ICO werden auch seit längerer Zeit 2 Mio. Sack Kaffee<lb/>
gesucht. In anderen europäischen Ländern ist man jetzt auf Ursprungs<lb break="no"/>fälschungen draufgekommen. Ob solche auch in Österreich durchgeführt<lb/>
wurden oder mit gefälschten Ursprungszeugnissen Kaffeetransfers durch<lb break="no"/>geführt wurden, ist nicht endgültig geklärt. Die Situation ergibt sich<lb/>
daraus, daß der Weltmarktpreis ca. 60 S pro kg Kaffee ist, während die<lb/>
SU, Ungarn, Rumänien und Israel, die aus dem internationalen Kaffeeüber<lb break="no"/>einkommen ausgetreten sind, jetzt nur 30 S pro kg bezahlen. Natürlich<lb/>
versuchen jetzt die <choice><choice><sic>Kaffeexporteurländer</sic><corr>Kaffeeexportländer</corr></choice></choice> mehr Kaffee außer der ihnen<lb/>
zugestandenen Quote zu verkaufen. Dadurch kommt es zu dem Unterschlei<lb break="no"/>fen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Du solltest auf die Vollendung der versprochenen<lb/>
Studie drängen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_04">Der designierte Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> hat auf seinen Wunsch mit<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, den soz. Sektionschefs und meinem Büro eine<lb/>
Aussprache durchgeführt. Er selbst möchte Sekretär <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> und <rs type="person" ref="#per__131107">Grossen<lb break="no"/>dorfer</rs> übernehmen, dazu dann die Sekretärinnen von mir, <rs type="person" ref="#per__125291">Martin</rs> und <rs type="person" ref="#per__136485">Renner</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_05">Wie er uns mitteilte, möchte Minister <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> zwei Sekretärinnen mit<lb break="no"/>bringen, dazu seinen persönlichen Sekretär <rs type="person" ref="#per__1138724">Lohrmann</rs>, von der CA <rs type="person" ref="#per__1138725">Sevelta</rs>,<lb/>
Mag. <rs type="person" ref="#per__1138726">Haas</rs> von der Industriellenvereinigung und noch einen vierten Sekre<lb break="no"/>tariatsmann. Auch <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> möchte als erstes Dr. <rs type="person" ref="#per__137412">Hellar</rs> vom ARBÖ durch<lb/>
Sondervertrag ins Ministerium bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_06">Wie SL <rs type="person" ref="#per__117111">Schuberth</rs> mitteilte, haben wir derzeit von unseren 608 Planstellen<lb/>
der Zentralverwaltung 5 vakant, nicht ganz frei, 4 sind nämlich auf<lb/>
Karenz, wobei zwei wahrscheinlich nicht mehr verlängert werden<del>, kommen</del>.<lb/>
<pb n="70-0649" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band70/70_1983-05-20_0649.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>trotzdem aber in der neuen Dienststelle bleiben wollen. <rs type="person" ref="#per__133683">Mersi</rs> ist in<lb/>
der BRD und <rs type="person" ref="#per__126515">Thalhammer</rs> kommt auch nicht mehr zurück. Mag. <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs><lb/>
bei der ÖIAG wird seinen Karenzurlaub nicht mehr verlängert bekommen,<lb/>
ebenso <rs type="person" ref="#per__1138727">Neider-Stahl</rs>, d.h. früher oder später, wenn die draußen bleiben,<lb/>
was wahrscheinlich ist, werden diese 2 Posten auch frei. Davon sind<lb/>
allerdings 2 schon wieder durch Bewerbungen besetzt, ein Nachfolger<lb/>
für den im nächsten Jahr für die Betriebsanlagen zuständigen MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131814">Schedl</rs>, der muß zeitgerecht nachbesetzt werden, damit er eingeschult<lb/>
werden kann, und ein gewisser <rs type="person" ref="#per__140749">Wagner</rs> <add>[alternativ <rs type="person" ref="#per__136790">Wagner, Georg</rs>, Anm.]</add>. <rs type="person" ref="#per__117111">Schuberth</rs> gibt allerdings zu,<lb/>
daß es eine Möglichkeit gibt die gewünschte Besetzung der Büroleute<lb/>
vorzunehmen, wenn auch mit Sondervertrag und durch Dienstpostenbindung,<lb/>
da dies nicht sofort erfolgen muß, sondern im Laufe des Jahres durch<lb/>
Ausscheiden anderer Beamter möglich wäre. Wir sind nämlich ncoh nicht<lb/>
im zentralen Computersystem, sodaß das Finanzministerium resp. das BKA<lb/>
während des laufenden Jahres nicht genau feststellen kann, wieviele<lb/>
Dienstposten wir tatsächlich besetzt haben. Bis zum Jahresende muß<lb/>
dann allerdings eine endgültige Planstellenfreimachung für die auf<lb/>
Sondervertrag aufgenommenen erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_07">SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> erinnert <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> daran, daß es notwendig ist sofort mit dem<lb/>
neuen Landesverteidigungsminister zu klären, daß die Gegengeschäfts<lb break="no"/>vereinbarung unbedingt aufrechterhalten bleiben muß. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> teilt<lb/>
mit, daß es jetzt eine fraktionelle Wirtschaftsgruppe geben wird unter<lb/>
Vorsitz von <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, der Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs><lb/>
vom BKA und er vom Handelsministerium daran teilnehmen werden. Dort<lb/>
wird man über die Betriebsansiedlungen reden und bei dieser Gelegen<lb break="no"/>heit wird klargestellt werden, daß es öffentliche Aufträge nur dann in<lb/>
größerem Umfang geben wird, wenn eben diese Wirtschaftswünsche, entspre<lb break="no"/>chende Zuschläge, Gegengeschäfte usw. erfüllt werden. Ob sich dies<lb/>
alles so leicht wird führen lassen, als sich jetzt viele neue Minister,<lb/>
Staatssekretäre vor allem der soz. Gruppe vorstellen, wird sich erst<lb/>
zeigen. Die FPÖ wird mit ihren 3 Ministern und 3 Staatssekretären<lb/>
eine entsprechende Mitsprache nicht nur verlangen, sondern auch erwar<lb break="no"/>ten. Wenn es nämlich, und das bin ich fest davon überzeugt, zu einer<lb/>
allzu starken Fraktionierung kommt, würde das Vertrauen des Koalitions<lb break="no"/>partners sehr leiden und früher oder später dann der Krach kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_08">Der Rechnungshof hat beanstandet, daß Förderungsschreiben immer von<lb/>
mir selbst unterschrieben wurden, er sieht darin eine gewisse unnöti<lb break="no"/>ge Aufwendung der Verwaltung, aufgrund dieser Beanstandung könnten dann<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> und Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> sich einigen, daß der<lb/>
Rechnungshof vorschlägt, der entscheidende Beamte fertigt alle Briefe<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> dies aber, wenn er einmal draufkommt, sicherlich nicht akzeptie<lb break="no"/>ren wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_09">Da <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> glaubt, vielleicht auch mit <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> tatsächlich so vereinbart,<lb/>
daß er in der Industrie- und Energiesektion das ausschließliche Sagen<lb/>
hat, er hätte ja dafür die Kompetenz, wird klargestellt, daß er alle<lb/>
Akte auch der anderen Sektionen vor Genehmigung vorgeschrieben bekommt.<lb/>
Nur so ist seine Information garantiert, da er ja volle Kooperation<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> vereinbart hat. Der Staatssekretär muß sich nämlich absi<lb break="no"/>chern. Der Minister kann dann sowieso <del>dann</del> auf alle Fälle jede Vorlage<lb/>
verlangen und auch letzten Endes jede Unterschrift selbst sich vorbe<lb break="no"/>halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_10">In der Vierer-Sektion müssen wir den neuen Minister <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> auf die<lb/>
Papierindustriestützung, insbesondere auf Pöls, auf das Biospritprojekt<lb/>
und auf die Erzeugungswünsche der Landwirtschaft bezüglich Speiseöl<lb/>
und Fette, Sojaprojekt, aufmerksam machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_11">Der Energiesektionsleiter <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> hätte einen einzigen Wunsch, die EVA,<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs>, sollte jetzt sofort aufgelöst werden. Darüber gibt <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs><lb/>
keine konkrete Auskunft, meint nur, dieses Problem wird man selbstver<lb break="no"/>ständlich jetzt besprechen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_12">Dem Minister <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> muß klargemacht werden, daß eine sofortige Entschei<lb break="no"/>dung jetzt für das Donaukraftwerk Hainburg fällig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_13">SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> verweist darauf, daß jetzt als nächstes entschieden werden<lb/>
muß, ob und wer an der EFTA-Tagung in Bergen teilnimmt. Er möchte von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> wissen, ob man <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> diese Reise suggerieren soll. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs><lb/>
stellt fest, daß auf alle Fälle jemand zur EFTA-Tagung fahren wird,<lb/>
überhaupt wird <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> dann mit <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> die Auslandstermine im einzel<lb break="no"/>nen besprechen. Entweder wird immer <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> oder <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> fahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_14">SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> macht darauf aufmerksam, daß es jetzt eine Novelle zum Mini<lb break="no"/>steriengesetz geben muß, da ja der Konsumentenschutz zur neuen Fami<lb break="no"/>lienministerin <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> kommt. Darüber ist <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sehr traurig und ver<lb break="no"/>sucht immer wieder jedermann klar zu machen, daß dies keine richtige<lb/>
Lösung ist, alles war so gut im Handelsministerium vereinbart, gere<lb break="no"/>gelt und jetzt durch 13 Jahre von mir aufgebaut, von ihr dann fortge<lb break="no"/>setzt, am besten organisiert. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> kann oder will nicht mehr er<lb break="no"/>kennen, daß das bei einer politischen Absprache keine Rolle spielt,<lb/>
<pb n="70-0651" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band70/70_1983-05-20_0651.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Sachfrage steht nicht im Vordergrund, sondern eben die politische<lb/>
Entscheidung. Zum Familienministerium kommt sicherlich der Konsumenten<lb break="no"/>beirat, die OECD-,Vertretung vor allem aber die ganze Abteilung <rs type="person" ref="#per__114579">Lad<lb break="no"/>stätter</rs> aus der Gewerbesektion. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wird nur versuchen die Durch<lb break="no"/>führung des § 32 UWG und der Gewerbeordnung im Handelsministerium zu<lb/>
behalten. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> meint noch ergänzend, auch das Gesetz zur Verbesse<lb break="no"/>rung der Nahversorgung, die Kartellverordnung usw. müßten im Handels<lb break="no"/>ministerium bleiben, so wie auch das Konsumentenschutzgesetz seinerzeit<lb/>
vom Justizministerium blieb. Minister <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> ist nicht der Typ, die<lb/>
ungeheuer um Kompetenzen kämpfen wird. Eine gewisse Befriedigung aber<lb/>
wird <choice><choice><sic>dringends</sic><corr>dringend? dringendst?</corr></choice></choice> notwendig sein, weil ansonsten die erklärte Gefahr be<lb break="no"/>steht, daß die Gründung dieses Familienministeriums in der Öffentlich<lb break="no"/>keit noch mehr <choice><choice><sic>diskriminiert</sic><corr>diskreditiert?</corr></choice></choice> wird, als dies jetzt schon geschieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_15">Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> vom Patentamt meint, die INPADOC müßte jetzt zum Patent<lb break="no"/>amt kommen, der seinerzeitig beabsichtigte Gesetzesentwurf, der die<lb/>
Lostrennung vom Finanzministerium vorgesehen hat, ist ja niemals in<lb/>
der Legislaturperiode besprochen worden. Dr. <rs type="person" ref="#per__146932">Kraus</rs>, der Gründer des VdU,<lb/>
der als Nachbar vom Kaiserhaus, wo das Patentamt untergebracht ist,<lb/>
guten Kontakt mit <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> hat, hätte ihm erklärt, Steger hätte ein großes<lb/>
Interesse im Patentwesen. Angeblich gibt es sogar im Eco-Journal der<lb/>
Presse vor etlichen Monaten ein Interview von <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs>, daß er einen<lb/>
Staatssekretär für das Patentamt vorschlagen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso hat niemand bei uns dieses Eco-Journal<lb/>
gesehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_17">Bis zum 20. Mai sind von den Inlandsreisen, 1,1 Mio. S Budgetansatz,<lb/>
980.000 S freigegeben, 329.422 S, das sind 33,6 % genützt. Bei den<lb/>
Auslandsdienstreisen von 1,418.000 ist alles freigegeben, 588.077<lb/>
S, das sind 39,7 % genützt. Von den Repräsentationskosten, 440.000 S,<lb/>
ist alles freigegeben, 86.300 S genützt, das sind 19 %. Die Budget<lb break="no"/>ansätze wurden also in diesen 3 wichtigen Fragen, insbesondere die Re<lb break="no"/>präsentationsausgaben, tief unterschritten. <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> und <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> haben<lb/>
hier alle Möglichkeiten, die wahrscheinlich andere Ministerien, die<lb/>
neu besetzt werden, keinesfalls so günstig übergeben werden. Auch von<lb/>
dem streng verrechenbaren Pauschale von 4.900 S für den Monat Mai<lb/>
werde ich 1.120 S aliquoten Anteil dem neuen Minister übergeben. Als<lb/>
ich gekommen bin, wurde so exakt nicht abgerechnet. Das Handelsmini<lb break="no"/>steriumsbudget war damals sogar in einem sehr desolaten Zustand, die<lb/>
BÜRGES mußte ja bekanntlicherweise unmittelbar vor der Amtsübergabe<lb/>
von meinem Vorgänger Minister <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> noch geschlossen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_18">Ich weiß nicht, ob <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> einen, wie man im Privatleben sagen würde,<lb/>
Kassasturz verlangt. Ich habe seinerzeit darauf verzichtet, weil eine<lb/>
solche Feststellung für alle Budgetdetails lange Zeit in Anspruch<lb/>
genommen hätte. Durch die Fortschreitenden Ausgaben, die ja jeder<lb/>
Minister gleich vom ersten Tag an bestätigen muß, wäre dann letzten<lb/>
Endes eine solche exakte Feststellung jeder einzelnen Budgetpost<lb/>
auch nicht sehr zielführend gewesen.<lb/>
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Durchschrift geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_20">Auch das Kuratorium für den Fremdenverkehr, derzeit unter Führung von<lb/>
Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, hatte das Bedürfnis sich bei mir zu bedanken.<lb/>
Alle, Handelskammer, Gewerkschaften, Gemeinden, Ländervertreter,<lb/>
strichen hervor, wie viel ich für den Fremdenverkehr getan hab und<lb/>
wie gut es mit mir zu kooperieren war. Beeindruckend für mich ist<lb/>
eine einzige Ziffer, die ich noch einmal zwar nicht exakt, aber in der<lb/>
Tendenz feststellen konnte, es gab früher vor meinem Amtsantritt ca.<lb/>
1.200 Fremdenverkehrsgemeinden, jetzt gibt es 1.600. Nicht nur die<lb/>
Übernachtung ist gestiegen, sondern auch die Gemeinden, die sich die<lb break="no"/>ses Wirtschaftszweiges heute besonders annehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_21">SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wollte vorher von mir die Zustimmung, ob ich nicht andeuten<lb/>
sollte, daß ich ev. als geschäftsführender Obmann bei der ÖFVW verblei<lb break="no"/>ben könnte. Minister <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> hat ja einen diesbezüglichen Wunsch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benyas</rs> sehr positiv aufgenommen und will es mit mir besprechen. Mit<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und dem Sekretariat habe ich dieses<lb/>
Problem angeschnitten, <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> hätte große Bedenken, weil er meint,<lb/>
ich würde dann <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> die Schwierigkeit der dortigen Geschäftsführung<lb/>
abnehmen, würde die ganzen Probleme aus der Welt schaffen und <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs><lb/>
könnte dann den Ruhm über die weitere gute Fremdenverkehrspolitik<lb/>
ernten. Diese Sorgen habe ich am allerwenigsten. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wieder wäre<lb/>
äußerst glücklich, wenn ich die Funktion übernehme, weil er mich kennt<lb/>
und weil er hofft, daß durch meine Geschäftsführung dort wirklich auch<lb/>
für ihn viele Schwierigkeiten nicht auftreten würden. Ich selbst habe<lb/>
mich zu gar nichts noch entschieden, sondern warte ab, wie mir es<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> anbieten wird. Sollte es wirklich sein Wunsch sein,<lb/>
würde ich diese ehrenamtliche Funktion nolens volens übernehmen.<lb/>
Daß der Fremdenverkehr mein Hobby ist und war, ist ja allgemein bekannt,<lb/>
ich ersuchte <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, unter gar keinen Umständen der anderen Seite auch<lb/>
nur eine Andeutung zu machen, dieser Plan, der auf den Geschäftsführer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> zurückgeht, dürfte erst dann mit der Handelskammer und den<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_22">Als sozusagen letzte offizielle Handlung habe ich dann noch der deutschen<lb/>
Firma Züblin, einem Bauunternehmen, das jetzt insbesondere ein großes<lb/>
Bauwerk für die Bulgaren am Naschmarkt aufführt, dort feierlichst<lb/>
überreicht. Die Fa. Züblin ist heute mit über 300 Beschäftigten und<lb/>
einem Umsatz von über 300 Mio. das Bauunternehmen, welches erst 73<lb/>
von der Stuttgarter Mutterfirma gegründet wurde. Heute aber schon,<lb/>
sagen die Deutschen selbst, führt das österreichische Zweigwerk Export<lb break="no"/>aufträge nicht nur in Bulgarien, Ungarn und in Italien aus, sondern<lb/>
auch Teile in der BRD. U.a. haben sie <choice><choice><sic>die neue Wiener Reichsbrücke<lb/>
Wettbewerb</sic><corr>den Wettbewerb zum Neubau der Wiener Reichsbrücke</corr></choice></choice> gewonnen und die Ausführung durchgeführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_23">Der bulgarische Botschafter, der selbstverständlich auch dort anwesend<lb/>
war, wollte mit mir ein Abendessen vereinbaren, wo er auch den Vize<lb break="no"/>kanzler <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> und Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> dazu geladen hätte. Ich<lb/>
habe ihm sofort erklärt, daß diese Vorgangsweise überhaupt nicht<lb/>
zielführend sein wird. Wenn er wirklich Wert darauf legt, daß ich<lb/>
und dann auch noch sogar <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> und <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> kommen sollen, sollte er<lb/>
die beiden einladen und fragen, ob sie einverstanden sind, ob ich ev.<lb/>
auch an einem Mittagessen, nur ein solches kommt für mich infrage,<lb/>
teilnehmen könnte. Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs>, aber wahrscheinlich auch Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> werden ja nach meinem Dafürhalten und aufgrund der<lb/>
Erfahrung, die ich gemacht habe, eine solche Unzahl von Essenseinla<lb break="no"/>dungen bekommen, daß sie kaum an Abschiedsessen für den Handelsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> großes Interesse entwickeln werden, eher das Gegenteil.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_24">So wie immer hatte ich dem Chauffeur für das Wochenende und ganz<lb/>
besonders natürlich für die Pfingstfeiertage freigegeben. Ich war<lb/>
daher sehr überrascht, daß der neue BMW gerade am Pfingstsonntag<lb/>
dann ausgefallen ist, dies noch dazu in Weidlingbach, wo man kaum<lb/>
öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung hat. Ich erinnerte mich<lb/>
noch daran, daß, als ich das Ministerium vor 13 Jahren übernommen<lb/>
habe, fast zur selben Zeit auch das damals mir übergebene<lb/>
amerikanische Auto des Ministers <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> auch gleich bei unserer<lb/>
ersten Ausfahrt in Niederösterreich auf der Autobahn-Süd zusammen<lb break="no"/>gebrochen ist. Damals mußte mich, glaube ich, die Gendarmerie nach<lb/>
Wien befördern. Am Anfang meiner Ministertätigkeit, am Ende meiner<lb/>
Ministertätigkeit, der Zusammenbruch also der Dienstautos. Wenn<lb/>
sonst allerdings während meiner ganzen Ministertätigkeit nicht<lb/>
mehr passiert ist, soll es mir recht sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_25">Auf alle Fälle ist dies das letzte diktierte Tagebuch, was ich damit<lb/>
anfangen werde, weiß ich nicht. Ursprünglich ist es handschriftlich<lb/>
entstanden, weil ich in der Nacht nicht schlafen konnte. Jetzt habe<lb/>
ich natürlich durch 13 Jahre diese Gewohnheit beibehalten. Froh bin<lb/>
ich, wenn ich's dann nicht mehr abdiktieren muß. Fast könnte ich<lb/>
sagen, die Ära <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist zu Ende, daher auch meine. Viele behaupten,<lb/>
daß es sich hier um ein zeitgeschichtliches Dokument handelt, von<lb/>
ungeheurer Bedeutung. Diese Meinung teile ich keineswegs, sicherlich<lb/>
sind die Aufzeichnungen ein Unikat, ob man damit etwas anfangen kann,<lb/>
weiß ich nicht. Früher oder später wird sich vielleicht ein oder<lb/>
der andere Historiker dafür interessieren. Die angeblich 15.000 DIN A4<lb/>
schreibmaschingeschriebenen Seiten waren eine furchtbare Arbeit. Ich<lb/>
habe sie in keiner einzigen Phase gerne gemacht. Morgens, wenn ich wach<lb/>
wurde, habe ich immer geflucht. Ich habe sie hauptsächlich deshalb<lb/>
geführt, um meinen Mitarbeitern die beste Informationsmöglichkeit<lb/>
zu geben. Alle haben immer gesagt, sie brauchen diese Unterlagen<lb/>
äußerst dringend. Meiner Aufforderung aber, sie sollen event. auch<lb/>
so etwas als Ergänzung zumindestens schreiben, sind außer wirklich<lb/>
sporadischen Bemerkungen, nur <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> hat wenigstens ein bißchen mehr von<lb/>
den Pressereferentengesprächen abdiktiert, sonst aber niemand nachge<lb break="no"/>kommen. Auch auf diesem Gebiet, bin ich drauf gekommen, es gibt keine<lb/>
Teamarbeit, indem man sagt, ich informiere euch mit diesen Tagebuch-<lb/>
Mitteilungen, bitte macht es auch ihr. Selbst <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sagte, sie hätte<lb/>
nicht diese Ausdauer. Ich glaube aber, bei <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> spielt noch mit,<lb/>
daß sie als Journalistin nicht bereit war, so wie ich, ganz einfach<lb/>
abzudiktieren und dann nicht einmal mehr durchlesen. Wenn man aber zu<lb/>
korrigieren anfängt, dann bedeutet dies, daß man wesentlich mehr Ar<lb break="no"/>beit aufwenden muß. Wie denn auch sei, meine Funktion ist zu Ende,<lb/>
damit auch diese Tätigkeit. Beides war sehr anstrengend, ich möchte<lb/>
sie nicht wieder haben, andererseits möchte ich sie aber auch nicht<lb/>
missen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-20_26">ANMERKUNG FÜR SEKRETARIAT: Herzlichsten Dank auch für die ungeheure<lb/>
Schreibarbeit.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 20.5.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Typoskript "Anstehende Probleme"</head>
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