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            <title type="main">Mittwoch, der  4. Mai 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band70_1983-05-04</idno>
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            <date when="1983-05-04">Mittwoch, 4. Mai 1983</date>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_01">Mittwoch, 4. Mai 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_02">Die Kärntner Asphalt- und Betonbau GesmbH, Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__149503">Soravia</rs>, hat mit<lb/>
der Fa. Eberhardt einen Betonmischvertrag auf die Baustelle in der<lb/>
Erdberger Straße, für Errichtung einer Zollschule wurde eine Anlage<lb/>
auf dem Grund des Landstraßer Athletikclubs errichtet. Dafür bekommt<lb/>
der LAC einen Sponsorbeitrag. Die Firma liefert aber nicht nur Beton<lb/>
an die Baustelle von Eberhardt, sondern beschickt auch alle in der<lb/>
Nähe gelegenen sonstigen Bauten. Dies bedeutet, daß sie eigentlich<lb/>
ohne Betriebsgenehmigung anderen Wiener Firmen Konkurrenz machen.<lb/>
Daher wurde von diesem über die Magistratsabteilungen <rs type="person" ref="#per__149503">Soravia</rs> entspre<lb break="no"/>chend bekämpft. Die Firma will nun so schnell als möglich die Betriebs<lb break="no"/>genehmigung nachholen, ich habe daher mit dem Sonderreferatsleiter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137474">Vorrath</rs> vom Magistrat gesprochen. Diesen kenne ich noch aus der AK-<lb/>
Zeit, wo er AK-Wahlleiter gewesen ist. Er hat die Information, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149503">Soravia</rs> nicht einmal eine Gewerbeberechtigung besitzt, was aber nicht<lb/>
stimmt. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat <rs type="person" ref="#per__149503">Soravia</rs> vorgeschlagen unverzüglich die Betriebs<lb break="no"/>genehmigung einzuholen. Der Kärntner Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs>, mit dem<lb/>
ich über diesen Fall auch gesprochen habe, hat mit Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
vereinbart, daß es nicht sehr zweckmäßig ist, wenn Einzelfirmen aus<lb/>
Kärnten in Wien Schwierigkeiten haben, umgekehrt müßte ansonsten auch<lb/>
er Wiener Firmen, die in Kärnten Niederlassungen und vielleicht sogar<lb/>
ohne diese entsprechende Aufträge ausführen, ebenfalls Schwierigkeiten<lb/>
machen. Diese Politik widerspreche sicherlich auch dem Prinzip der<lb/>
österreichischen Freizügigkeit im Handelsministerium, weshalb ich <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
ersuchte, er soll diesen Fall so schnell als möglich bereinigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte für nächste Wiener Vorstandssitzung<lb/>
letzten Stand mir dann mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_04">Die IFABO, früher als Büromesse, jetzt immer mehr als ganz große EDV-<lb/>
und Kommunikations- und Präsentation von Kleinst- bis Großcomputern<lb/>
Ausstellung sich entwickelt, ist diesmal besonders großflächig ange<lb break="no"/>legt. Das Ausstellungsgelände im Prater wird immer mehr arrondiert durch<lb/>
entsprechenden Verbund der einzelnen Hallen und eignet sich jetzt<lb/>
schön langsam ganz gut für entsprechend große Fachmessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_05">Die Entwicklung dieser Branche wird von einem fast 50 %-igen Zuwachs<lb/>
Jahr für Jahr, was den Handel betrifft, ausgeweitet. Die inländische<lb/>
Produktion liegt aber auch sehr günstig, da schön langsam jetzt ins<lb break="no"/>besondere von größeren Firmen zumindestens Teilfertigungen in Österreich<lb/>
<pb n="70-0577" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band70/70_1983-05-04_0577.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>getätigt werden. Der allgemeine Trend ist allerdings, die Geräte werden<lb/>
kleiner, die Preise bleiben gleich oder haben sogar sinkende Tendenz.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_06">Bei diesem meinen letztmaligen Auftreten <add>[auf]</add> einer Wiener Messeveranstaltung<lb/>
habe ich mich gleichzeitig auch von der Wiener Messe offiziell ver<lb break="no"/>abschiedet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_07">Beim Begräbnis unseres Genossen <rs type="person" ref="#per__1138769">Illedits</rs>, der länger bei der Partei<lb/>
war als ich auf der Welt bin und der bis zuletzt immer wieder in unse<lb break="no"/>rem Sekretariat gearbeitet hat, war eine große Anzahl von Landstraßer<lb/>
Genossen. Darüber hinaus kam sogar die Genossin <rs type="person" ref="#per__133400">Jochmann</rs>, die insbeson<lb break="no"/>dere als Freiheitskämpferin <rs type="person" ref="#per__1138769">Illedits</rs> gekannt hat. <rs type="person" ref="#per__1138769">Joschi</rs>, wie er überall<lb/>
genannt wurde, war nicht nur ein Faktotum in Sekretariat der Landstraße,<lb/>
sondern gerade in der illegalen Zeit ein Kämpfer, der jedermann zur<lb/>
Verfügung stand. Besondere Verdienste hatte er sich auch um den Freien<lb/>
Wirtschaftsverband erworben, er galt dort als der beste Werber.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_08">Bei dieser Gelegenheit, aber vor allem bei einer Aussprache in meiner<lb/>
Gewerkschaft mußte ich feststellen, daß vereinzelte Genossen auf dem<lb/>
Standpunkt stehen, ich sollte und dürfe nicht so still und leise<lb/>
die Position des Handelsministers räumen. Ich hatte große Mühe ihnen<lb/>
klarzumachen, daß dies gar nicht anders geht. Vorschläge für meine<lb/>
weitere Verwendung reichten vom Bundespräsidenten, Bürgermeister bis<lb/>
zum Messedirektor. Ich habe allen gesagt, daß, wenn sie mich hoch ein<lb break="no"/>schätzen, und das machen <choice><choice><sic>die</sic><corr>sie?</corr></choice></choice> vielleicht, manchen geht es nur um den<lb/>
Einfluß, den ich jetzt habe und der wenn er wegfällt, auch für die<lb/>
Gruppe oder für den einzelnen Betrieb nicht mehr so hoch wäre, dann<lb/>
dürfen sie unter gar keinen Umständen irgendwelche von ihnen schon be<lb break="no"/>absichtigten Aktionen setzen. Ich hoffe, daß es mir gelungen ist sie<lb/>
davon zu überzeugen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-05-04_09">Die Firma Rogner, Lederwarenerzeuger mit 222 Beschäftigten, sicherlich<lb/>
einer der größten in der Branche, hat schon vor einem Jahr das Dekret<lb/>
zur Führung des Staatswappens zuerkannt bekommen und, wie ich mich<lb/>
dann auch bei der Betriebsbesichtigung überzeugen konnte, deutlich<lb/>
sichtbar auch verwendet. Die Firma hat 80 Mio. S Umsatz und expor<lb break="no"/>tiert 15 % davon weltweit. Am meisten aber werden Souvenirs für Tou<lb break="no"/>risten erzeugt, vom Lederhosengeldbörsel bis zu eigenen Landeshaupt<lb break="no"/>städtenemblems auf Tascherln usw., ein, wie mir der Juniorchef sagte,<lb/>
lukratives Geschäft. 1983 gegründet, nach dem Krieg dann in die Haydn<lb break="no"/>gasse übersiedelt, hat jetzt die Firma systematisch die Wohnhäuser<lb/>
weitestgehend aufgekauft und im Altwiener Stil nach außenhin auch re<lb break="no"/>stauriert. Ich hätte nicht geglaubt, daß man mit dieser<lb/>
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jahrzehntelangen verständnisvollen Haltung für sein Gewerbe bedankt.<lb/>
Dies ist mir auch bis jetzt noch nie passiert.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 4.5.1983</head>
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