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            <title type="main">Dienstag, der 26. April 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band70_1983-04-26</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_01">Dienstag, 26. April 83<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_02">Der Sänger <rs type="person" ref="#per__1138751">Serafin</rs> bekam die goldene Ehrenplakette der ÖFVW. Bei der<lb/>
Überreichung konnte ich mich bei ihm herzlichst bedanken für seinen<lb/>
Einsatz, den er sowohl in Amerika als vor allem jetzt in der BRD bei<lb/>
seinen Tourneen für die ÖFVW leistet. Überrascht war ich zu erfahren, daß<lb/>
er dafür keinen Schilling von der ÖFVW bekommt. Noch mehr überrascht war<lb/>
ich aber, als ich sah, wie er sich sichtlich freute diese Auszeichnung zu<lb/>
bekommen und dies, wie er im Dankeswort sagte, noch von mir persönlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Mit <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> besprechen wem wir noch eine solche<lb/>
Freude bereiten könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_04">Bei der Kranzniederlegung zum 38. Tag der Befreiung Österreichs beim<lb/>
Heldentor wußte weder ich noch die anderen Regierungsmitglieder, wie jetzt<lb/>
die 13 Jahre in den seltensten Fällen, warum dieses Zeremoniell abgewickelt<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst, wie ja <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> immer wieder klagt, hat für diese mili<lb break="no"/>tärische Zeremonie gar nichts übrig, Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> ärgerte<lb/>
sich daher immer wieder darüber, die Militärs beklagen sich bei ihm, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zwar bereit ist, im Ausland die ausländischen Ehrenkompanien<lb/>
entsprechend militärisch exakt und protokollgemäß abzuschreiten, in Öster<lb break="no"/>reich ist dies nicht im Protokoll, entsprechend auf besonderen Wunsch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>. Ich bin überzeugt, daß in dieser Frage es keine Schwierigkeiten<lb/>
geben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_05">Bei der Ministerratsvorbesprechung meinte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, es gibt eigentlich nicht<lb/>
viel zu besprechen. Sonst war die Ministerratsvorbesprechung eben eine<lb/>
Tour d'Horizon, jetzt möchte er aber doch wenigstens die Frage aufwer<lb break="no"/>fen, wieso es zu der Wahlniederlage gekommen ist. Wir hätten, und er betonte,<lb/>
daß er dafür die volle Verantwortung trägt, dem Volk mehr zugemutet. Er<lb/>
hätte es wegen des bescheidenen Opfers für den Wohlstand den wir erreicht<lb/>
haben überschätzt, wir konnten es über gewisse Dinge die notwendig sind<lb/>
nicht überzeugen. Die SPÖ ist aber nach wie vor die größte sozialdemo<lb break="no"/>kratische Partei der Welt. Die Latte die absolute zu erhalten war sehr<lb/>
hoch gelegen. Die Reibungsverluste mit 2 bis 3 % waren eigentlich nach<lb/>
13 Jahren Regierungszeit normal. Das Konferenzzentrum, die Besteuerung des<lb/>
13. und 14. Monatsgehaltes, die Quellensteuer konnten wir der Bevölkerung<lb/>
nicht erklären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_06">Die 50 bis 60.000 Vorzugsstimmen für <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> <choice><choice><sic>zeigt</sic><corr>zeigen</corr></choice></choice> ein gewaltiges Unbehagen<lb/>
innerhalb der Partei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_07">Innerhalb des Parteipräsidiums herrschte die Meinung, daß wir offen<lb/>
für jede Lösung sein müssen. Die ÖVP werde man aber nicht aufmöbeln mit<lb/>
ihrem verhältnismäßig geringen Stimmenzuwachs von 1,3 %. Die ÖVP müßte<lb/>
man weitere 4 Jahre aus der Regierung heraushalten. Es stellt sich ja<lb/>
die Frage, wie es überhaupt möglich sein würde, mit ihr eine Regierungs<lb break="no"/>basis zu finden, nachdem sie alles heftigst bekämpft. Die Frage ist, was<lb/>
akzeptiert die ÖVP oder aber auch umgekehrt, was können wir akzeptieren.<lb/>
Bei dieser Medienüberlegenheit der bürgerlichen Seite, die sich ja aus<lb break="no"/>schließlich gegen uns gerichtet hat, würde alles was ein Erfolg bei der<lb/>
nächsten Arbeit wäre, als VP-Erfolg dargestellt werden, <choice><choice><sic>alles</sic><corr>für alles</corr></choice></choice>, wo wir<lb/>
unangenehmes zu machen hätten, würde man die Sozialdemokraten verantwort<lb break="no"/>lich machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_08">Im Präsidium hätte er vorgeschlagen, daß bereits im Juni er auch als Ob<lb break="no"/>mann der Partei zurücktritt, dort erklärte man sich aber nicht damit be<lb break="no"/>reit, dies würde erst später erfolgen. Nochmals will er feststellen, daß<lb/>
er dies nicht für wünschenswert hält. Es ist nicht gut, wenn im Schatten<lb/>
des Bundeskanzlers <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> als Obmann der Partei agiert. Er wird daher<lb/>
diese Funktion sehr zurückhaltend ausüben. Dasselbe gilt auch für die<lb/>
Frage seines Nationalratsmandates, er war niemals ein richtiger Parla<lb break="no"/>mentarier, er hat ja eigentlich nur als vier Jahre Oppositioneller dort<lb/>
gewirkt. Sonst war er ja immer stets in der Regierung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_09">Die SPÖ wird sehr genau prüfen müssen, was haben wir laufen lassen, was<lb/>
müßte geschehen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat das Gefühl, daß eine Grundstimmung in den<lb/>
Ländern herrscht, <choice><choice><sic>wo</sic><corr>?</corr></choice></choice> eine Landespolitik gegen die Bundespolitik gerichtet<lb/>
ist. Dabei nimmt er aber die Landesparteivorsitzenden aus, die gerade<lb/>
eine ungeheure Loyalität gegenüber der Bundespartei haben. In der Zwi<lb break="no"/>schenschicht, also die Mittelfunktionäre in den Ländern haben aber eine<lb/>
andere Auffassung. Darin sieht er die Hauptaufgabe, diese Stimmung zu<lb/>
ändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_10">Nicht geglückt ist es uns Politikern, den Leuten näher zu bringen, daß sie<lb/>
eben auf den berühmten Tausender pro Jahr verzichten sollen, natürlich<lb/>
fragt er sich jetzt und prüft sich selber, wie wäre es sonst gegangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_11">Der Abschwung innerhalb der SPÖ ist in den 80er-Jahren bei der Kampagne<lb/>
gegen das AKH losgetreten worden. Die SPÖ gilt seit dieser Zeit nicht<lb/>
mehr <choice><choice><sic>an</sic><corr>als</corr></choice></choice> eine saubere Partei. Die Frage, warum der ÖVP der WBO-Skandal<lb/>
nicht geschadet hat, ist eine ganz andere. Seit <rs type="person" ref="#per__126731">Krauland</rs>, <rs type="person" ref="#per__140708">Haselgruber</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134289">Müllner</rs> usw. erwartet man von der ÖVP nichts anderes. Die Sozialisten<lb/>
hatten einen anderen Ruf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_12">Er möchte sich bei der Regierung herzlichst bedanken, es ist die beste<lb/>
seit 1945, er weiß dies, weil er ja jahrzehntelang auch in anderen Regie<lb break="no"/>rungen mitgewirkt hat. Diese Regierung hat große Dinge geschaffen und<lb/>
personell gigantisches geleistet, mit einer einzigen Ausnahme, er nannte<lb/>
den Namen nicht, herrsche keine Kameraderie und gäbe es keine persönliche<lb/>
Bereicherung. Meinungsunterschiede, die es gegeben hat, wird es immer geben<lb/>
und sie öffentlich auszutragen schadet gar nicht, es wäre sonst eine<lb/>
Schwäche der Toleranz die man üben muß. Diese Diskussionen seien übri<lb break="no"/>gens in der Partei schlechter angekommen als in der Öffentlichkeit.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> persönlich jederzeit zur Verfügung stehen, soferne<lb/>
er überhaupt einen Rat braucht.<lb/>
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eine deutliche Bereitschaft, daß sie verhandeln wollen, wenn die Freiheit<lb break="no"/>lichen allerdings glauben, sie können ein <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs>-Paket vorlegen, dann<lb/>
wird es zu keinen Ergebnissen kommen. Um eine echte Zusammenarbeit zu<lb/>
ermöglichen, werden sie die sozialistischen Forderungen akzeptieren<lb/>
müssen. Erstens, die Verstaatlichte muß außer Streit gestellt werden, es<lb/>
kann keine Zusperrpolitik dort geben, sonst gibt es in vier bis fünf<lb/>
Jahren Industriefriedhöfe in Niederösterreich, Ternitz, in Teilen der<lb/>
Steiermark, Obersteiermark usw. Der stellvertretende GD nach <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
der <choice><choice><sic>Verbund</sic><corr>VÖEST</corr></choice></choice>, <rs type="person" ref="#per__132713">Fegerl</rs> z.B. würde Donawitz gerne auf Kosten von Ternitz heraus<lb break="no"/>helfen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_14">Prinzipiell muß die Wirtschaftspolitik der SPÖ nach wie vor betrieben<lb/>
werden können, Wirtschaftspolitik kann nicht subsidiär sondern nur essen<lb break="no"/>tiell Bestandteil der Förderungsmaßnahmen in bestimmten Richtungen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_15">In der Kulturpolitik wird man sich leicht treffen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_16">Viertens, für die Sozialpolitik muß es bestimmte feste Punkte geben, die<lb/>
unbestritten sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_17">Fünftens, in der Außenpolitik wird es keine differenten Auffassungen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_18">Die Freiheitlichen haben einen inneren Prozeß mitgemacht, die alten<lb/>
Nazis sind sie los geworden, alle, die wir 34 und 38 miterlebt haben,<lb/>
<choice><choice><sic>gratuieren</sic><corr>?</corr></choice></choice> diese Ereignisse, die man damals der Arbeiterbewegung angetan<lb/>
hat, nicht sehr. <choice><choice><sic>Der</sic><corr>Den</corr></choice></choice> Personenvorschlag, den die Freiheitlichen machen wer<lb break="no"/>den, können wir uns nicht aussuchen, sollten wir auch nicht öffentlich<lb/>
diskutieren. Es könne nicht jetzt von uns bestimmt werden, wer in die<lb/>
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destabilisieren.<lb/>
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gehen. Auch 66 bis 70, also in der ÖVP Alleinregierung hat die Sozial<lb break="no"/>partnerschaft gut funktioniert. Damals allerdings wurden oft Weichen ge<lb break="no"/>stellt, die für den Staat sehr viel kosteten. Der damalige Verhandlungs<lb break="no"/>leiter für die öffentlich Bediensteten, Genosse <rs type="person" ref="#per__98066">Weisz</rs> hat ihm erzählt,<lb/>
Gott sei Dank stellen wir jetzt nicht den Finanzminister, denn die Erfolge,<lb/>
die damals errungen wurden, an <choice><choice><sic>die</sic><corr>denen</corr></choice></choice> müssen wir heute noch zahlen. Finanz<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__97922">Schmitz</rs> hatte sich damals ja, um eben ihre Beamte zu gewinnen<lb/>
und zu befriedigen nicht durchgesetzt und alles akzeptiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_20">Die ÖVP wird Leimruten auslegen, sie werden 5 bis 7 Minister letzten Endes<lb/>
verlangen und die Finanzierungsschwierigkeiten uns überlassen. Die ÖVP<lb/>
wird eine Koalition, die höchstens 1 1/2 Jahre halten wird, anstreben und<lb/>
dann werden die <rs type="person" ref="#per__111712">Bergmanns</rs>, <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauers</rs> und Genossen alles sabotieren. Die<lb/>
ÖVP hat einen Kurswechsel angekündigt und möchte ihn natürlich bis zur<lb/>
nächsten Wahl herbeiführen. Ich habe lange für eine große Koalition<lb/>
gekämpft, die dann nicht gekommen ist, sondern die ÖVP-Alleinregierung<lb/>
66 bis 70.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_21">Die Freiheitlichen bieten nicht nur eine vierjährige Koalition, sondern<lb/>
auch eine längere. Darauf bräuchte man und sollte man aber nicht einge<lb break="no"/>hen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_22">Nach dem Ministerrat, wo der die Demissionierung einbringen wird, wird<lb/>
dann beim Bundespräsidenten diese durchgeführt und wir werden mit der<lb/>
Geschäftsführung betraut.<lb/>
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nach 13 Jahren Regierung einer Weltwirtschaftskrise sei ein Verlust von<lb/>
3 % Stimmen, von denen die ÖVP nur 1,3 % gewinnen konnte, keine Katastrophe.<lb/>
Die SPÖ ist jetzt so stark wie seinerzeit die ÖVP, als sie mit diesen<lb/>
48 % eine Alleinregierung infolge der Mandatsstärke des Wahlsystems bilden<lb/>
konnte. Daß jetzt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht mehr zur Verfügung steht und kandi<lb break="no"/>diert, ist ein schlechteres Ergebnis als das Wahlergebnis. Er möchte be<lb break="no"/>sonders herausstreichen, daß sich im Parteipräsidium alle zu Wort ge<lb break="no"/>meldet haben, dort herrschte die übereinstimmende Meinung, daß die ÖVP<lb/>
ausgeschaltet werden muß, und daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> so lange als möglich zur Ver<lb break="no"/>fügung stehen sollte. Die Autorität <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> braucht er und er hat ein<lb/>
Gefühl der Kollegialität wird weiterbestehen.<lb/>
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wird mit der Vergangenheit der FPÖ innerhalb der Partei Schwierigkeiten<lb/>
haben. Um so wichtiger ist es, daß Exekutivministerien nicht aufgegeben<lb/>
werden. Er berichtet dann über die Wahlkartenwähler, die der SPÖ im<lb/>
Schnitt 3,38 % minus bringen, die ÖVP ist aber gleich. Die ALÖ und die<lb/>
Grünen sind bei den Wahlkarten überrepräsentiert. 47,65 % ist das Ergeb<lb break="no"/>nis der Sozialisten, 43,22 % der ÖVP, 4,98 % der FPÖ, 0,66 % der KPÖ,<lb/>
1,36 % der ALÖ und 1,93 % der VGÖ, 0,12 % <rs type="person" ref="#per__97793">Olah</rs> und die anderen 0,8 %.<lb/>
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hat im Wahleinsatz am Freitag ich weiß nicht was noch alles getan, daß<lb/>
sich dafür niemand mehr interessiert, fällt ihr glaube ich gar nicht mehr<lb/>
auf. Unfair hätte die ÖVP das Mallorca-Paket von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und Finanzmini<lb break="no"/>ster mit Flugzetteln und kleinen Posters besonders herausgestrichen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte dazu nur, das stärkt eben seine These, wie man jetzt die<lb/>
ÖVP behandeln soll und das ganze wird ja für die ÖVP zu einer großen<lb/>
Zerreißprobe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_26">Im Ministerrat teilt mir dann zwar nicht offiziell, so daß es eigentlich<lb/>
nicht im Protokoll steht, für uns aber entscheidend <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mit, daß<lb/>
zwar <rs type="person" ref="#per__118678">Reisch</rs> <choice><choice><sic>vor</sic><corr>?</corr></choice></choice> Accordino-Verhandlungen vom Landwirtschaftsministerium<lb/>
genannt wurde, er aber nicht daran teilnehmen wird. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> sagt, wir werden<lb/>
den Tirolern nicht, die an Vieh und Milch besonders interessiert sind, und<lb/>
die anderen an Obst und Wein, bei den Accordino-Verhandlungen mit Italien<lb/>
die Möglichkeit geben, uns wieder zu attackieren. Es sollen nach seiner<lb/>
Auffassung bei den Landwirtschaftskontingenten nichts geschehen, <choice><choice><sic>eshalb</sic><corr>deshalb/weshalb?</corr></choice></choice><lb/>
auch kein Vertreter des Landwirtschaftsministeriums mitfahren sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte versuch rauszubekommen wie die Bürokratie<lb/>
darüber denkt.<lb/>
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Demission, genehmigen.<lb/>
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der 500.000 Stück geprägt werden sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_30"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hielt dann im Foyer noch ein kurzes Pressegespräch, wo er sich<lb/>
sozusagen als Bundeskanzler verabschiedete, <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs>, der daran teilnahm,<lb/>
war gerührt und meinte, in Amerika hätte irgendjemand ihm für seine auf<lb break="no"/>geschlossene Pressearbeit, die er die 13 Jahre geleistet hat, gedankt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> kennt noch immer die Kategorie Dank in der Politik nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_31">Richtig ist, daß gerade <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in den ersten Jahrzehnten als Medien<lb break="no"/>kanzler hohe Achtung und Anerkennung von den Journalisten gehabt hat.<lb/>
Jetzt fühlen sie aber auch gar keinen Grund, ihm dafür besonders zu danken.<lb/>
Typisch für mich war, daß, als dann <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> erschien, er nicht nur sofort<lb/>
mit Fragen umlagert wurde, sondern die ganzen Pressefotografen sich nur<lb/>
mehr auch beim Gang zum Bundespräsidenten auf ihn stürzten. Die Demission<lb/>
und die Vereidigung auf die geschäftsführende Regierung erfolge fast<lb/>
würde ich auch sagen wie gehabt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_32">Im Wiener Vorstand berichtete diesmal interessanterweise nur Bürgermeister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, er stellte fest, daß wenn auch die Wiener nur 1,7 % Stimmen ver<lb break="no"/>loren, es sich um keinen Sieg Wiens gegenüber der Bundespolitik handelt.<lb/>
Wien hat allerdings im Verhältnis zu den anderen Städten, Graz, Linz<lb/>
und Salzburg sehr gut abgeschnitten. Dies ist darauf zurückzuführen, daß<lb/>
erstens 50.000 Stimmen mehr die SPÖ bekommen hat als bei den letzten<lb/>
Gemeinderatswahlen 78, wo ja bekanntlicherweise über 100.000 allerdings<lb/>
zu Hause blieben. Zweitens man darf aber nicht vergessen, daß jetzt<lb/>
4 Jahrgänge neu zur Wahl gekommen sind, die die in der Zwischenzeit gestor<lb break="no"/>benen und weggezogenen, insgesamt 142.000, ersetzen mußten, wenn man bedenkt,<lb/>
daß diese gestorbenen und weggezogenen wahrscheinlich auch zu 60 %<lb/>
sozialistische Wähler waren, so sind das ungefähr 80.000, das ergibt, daß<lb/>
130.000 neue Sozialisten gewählt haben oder wiedergewählt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_33">Die SPÖ <choice><choice><sic>können</sic><corr>kann</corr></choice></choice> sich nicht aus der Verantwortung bei diesen 48 % ihrer<lb/>
Wähler drücken. <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> hat erklärt, er wird in zwei Etappen Bürgermeister.<lb/>
Die ÖVP hat 42 Mandate erwartet, 37 hat sie mit 2 Zuwächsen nur bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_34"><rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> ersuchte um die Ermächtigung bis zum nächsten Wiener Vorstand,<lb/>
der diesmal am Dienstag den 3. stattfinden wird, den Stadtsenat, den Klub,<lb/>
den Landespräsidenten, den Gemeinderatsvorsitzenden, die Bundesräte vorzu<lb break="no"/>schlagen. Jetzt braucht er aber sofort einen Beschluß wegen der Rest<lb break="no"/>mandate, Wien bekommt eines, dieses hat man im Präsidium besprochen, müßte<lb/>
unbedingt <rs type="person" ref="#per__127015">Matzenauer</rs> als Schulsprecher und Stadtschulratspräsident<lb/>
bekommen. In der Diskussion meldete ich mich sofort zu Wort und erklärte,<lb/>
daß mindestens so wichtig wie ein Schulsprecher auch der Energiesprecher<lb/>
ist. Der nächste auf der Liste, der nicht zum Zuge kommt, ist <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, das<lb/>
zwanzigste Mandat das er gehabt hätte wäre ja ganz sicher gewesen, durch<lb/>
die Vorzugsstimmen <rs type="person" ref="#per__111409">Caps</rs> aber ist er jetzt draußen. Meine Argumente wurden<lb/>
nicht berücksichtigt, <rs type="person" ref="#per__114547">Gawlik</rs> meinte, die Schule <choice><choice><sic>sein</sic><corr>sei?</corr></choice></choice> das wichtigste jetzt<lb/>
auch im Nationalrat <choice><choice><sic>entsprechend</sic><corr>?</corr></choice></choice> zu vertreten. NR <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> bemerkte nur, es<lb/>
gibt ja gar keine Sprecher innerhalb des Klubs. Bei der Abstimmung war<lb/>
ich der einzige, der für <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> plädierte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_35"><rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> verwies dann darauf, daß es notwendig sein wird, aufgrund des Wahl<lb break="no"/>ergebnisses den Stadtsenat zu verringern, die sozialistische Seite muß<lb/>
von 10 auf 9, die ÖVP wird 5, allerdings nicht amtsführende Stadträte<lb/>
haben. Der Versuch eine Koalition zu machen würde daran scheitern, daß<lb/>
die ÖVP nach wie vor eine Verfassungsänderung wünscht, wäre dies der<lb/>
Fall, könnte die ÖVP dann immer argumentieren, sie wolle ja gar keine<lb/>
Koalition, aber die Verfassung zwingt sie dazu. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> wurde beauftragt<lb/>
wie das Präsidium dann vorgeschlagen hat, daß er die Verhandlungen bis<lb/>
zum nächsten Wiener Vorstand führen und dann auch abschließen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_36">In der Diskussion wurde primär über die Bundesregierungsfrage, Freiheitliche<lb/>
Beteiligung usw. diskutiert. Außer den Vertretern der SJ, <rs type="person" ref="#per__134142">Faymann</rs>, und der<lb/>
JG, <rs type="person" ref="#per__1137646">Häupl</rs>, meinte nur noch <rs type="person" ref="#per__114542">Schemer</rs> vom 22. Bezirk, daß er und seine<lb/>
Funktionäre sich große Sorgen wegen der verlässlichen Partnerschaft der<lb/>
Freiheitlichen macht. Er befürchtet, daß damit der deutsche Weg beschrit<lb break="no"/>ten wird. Bei den nächsten Wahlen würde man auch schwer wieder die absolute<lb/>
Mehrheit erringen, denn links von der SPÖ liegt nichts, da kann man<lb/>
sich nichts holen, und die Mitte wird jetzt durch die Freiheitlichen ver<lb break="no"/>sucht werden zu bekommen. SJ und JG wieder stehen auf dem Standpunkt,<lb/>
die Opposition wäre das beste, <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> sei wie <rs type="person" ref="#per__125813">Genscher</rs> käuflich, die<lb/>
FPÖ wird uns genauso wie die FDP in Deutschland <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> getrieben hat<lb/>
auch treiben. Gehen wir jetzt in die Opposition ist dies besser, denn in<lb/>
vier Jahren wird man uns sowieso dazu zwingen. Die anderen Dutzend<lb/>
Diskussionsredner meinten aber, wir haben gar keine andere Wahl als<lb/>
eben dies mit der FPÖ zu versuchen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> war über die Diskussion sehr<lb/>
glücklich und meinte, erstmals wieder hat es eine politische Debatte<lb/>
gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_37">Zu den Gemeindeproblemen hat nur <rs type="person" ref="#per__114547">Gawlik</rs> gesagt, man dürfe nicht auf<lb/>
der einen Seite wieder Monstergeschäftsgruppen bilden und auf der<lb/>
anderen Seite ganz magere nur um Personenbesetzungen zu ermöglichen.<lb/>
Der Gewerkschaftsvertreter der Gemeindebediensteten <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs> hat besonders<lb/>
darauf verwiesen, daß keine Konstruktion der Verwaltung kommen soll<lb/>
um persönliche Wünsche zu erfüllen, das Personal und die Wirtschafts<lb break="no"/>einheit sollte gewahrt werden, es wäre z.B. sehr schlecht so wie die<lb/>
Stadtwerke auch die Krankenhäuser zu einer eigenen Gesellschaft zu<lb break="no"/>sammenzuschließen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_38">Im Wiener Ausschuß war dann Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> so lieb, alles mitzu<lb break="no"/>schreiben, da zur selben Zeit im ÖGB <add>[die]</add> Bundesfraktion tagte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_39">Dort hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ebenfalls über die Verhandlungen berichtet, ergänzend<lb/>
zu dem was er in der Regierung sagte, meinte er nur, die Freiheitlichen<lb/>
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konnte zwar immer nur erklären, er ist für die UNO-City, für das Kern<lb break="no"/>kraftwerk Zwentendorf, durchsetzen konnte er sich nie. Die Freiheitlichen<lb/>
werden außer <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> und <rs type="person" ref="#per__123311">Haider</rs>, den man am liebsten als Vizebürgermeister<lb/>
in Klagenfurt, von Seite der Freiheitlichen sehen würde, mit der <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs>-<lb/>
Politik mitgehen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hätte bereits vor drei Wochen, als er bemerkte,<lb/>
daß Reibungsverluste entstehen, Regierungsgespräche mit <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> geführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_40"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies auch darauf, daß wir uns auf die nächsten Bundespräsi<lb break="no"/>dentenwahlen einstellen müssen. Die Idee, daß <rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs> von beiden<lb/>
großen Parteien vorgeschlagen wird, wie er sich's vorstellt, hat er jetzt,<lb/>
glaube ich, auch schon wieder aufgegeben. Die Volkspartei wird wahr<lb break="no"/>scheinlich <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> präsentieren. Wäre heute Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__114375">Lugger</rs>,<lb/>
den die Volkspartei seinerzeit gestellt hat, dann wären wir heute in<lb/>
einer permanenten Krise. Nur <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs> hat 70 die Minderheitsregierung<lb/>
zugelassen und dann auch 71 den Neuwahlen zugestimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_41">Wenn die Vereinbarung mit den Freiheitlichen nicht zustande kommen kann,<lb/>
wäre die SPÖ halt dann nicht mehr in der Regierung. Kommt die Verein<lb break="no"/>barung zustande, dann muß es für beide Teile gleich sein, wer sie bricht,<lb/>
muß Nachteile fürchten. So eine Vereinbarung gilt es zu finden. Einen<lb/>
Bürgerblock befürchtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht, denn der ÖGB und die Gewerkschaften<lb/>
sind sehr stark. Er bittet daher auch <choice><choice><sic>von</sic><corr>?</corr></choice></choice> der Fraktion <choice><choice><sic>den</sic><corr>?</corr></choice></choice> ÖGB die<lb/>
Verhandlungsvollmacht, der Führer der Fraktion <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> ist ja dabei,<lb/>
man ist nach allen Seiten offen, aber es gibt unantastbare Punkte, wie<lb/>
eben verstaatlichte, soziale Kultur und Außenpolitik.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_42"><rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> dankte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> für den Einsatz, den er geleistet hat als Dienst<lb break="no"/>geber für den öffentl. Dienst aber insbesondere dann für alle anderen<lb/>
auch die Betriebe der Verstaatlichten. Er und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hätten ja gemeint,<lb/>
bei 91 Mandaten hätten wir es noch einmal versucht mit einer Minderheits<lb break="no"/>regierung, jetzt geht es nicht mehr und so muß eben verhandelt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_43">Für die Loyalitätserklärung <rs type="person" ref="#per__97346">Benyas</rs> bedankte sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> neuerdings, <choice><choice><sic>beide</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
umarmten sich gerührt und weinten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_44"><rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> erklärte, er müsse sich leider zu Wort melden, denn die Fraktion<lb/>
der Gewerkschaft <del>4</del> Kunst und freie Berufe hätte einen Präsidiumsbeschluss<lb/>
<choice><choice><sic>fraktionell</sic><corr>?</corr></choice></choice> gefaßt, denn er mitteilen muß. Eine Regierungsbeteiligung<lb/>
mit der FPÖ bedeutet die nächste Wahlniederlage. Die gründliche Dis<lb break="no"/>kussion bei einem zeitweisen Übergang <choice><choice><sic>in</sic><corr>?</corr></choice></choice> Opposition wäre besser. In dieser Übergangs<lb break="no"/>phase könnte sich die Partei erneuern, sozialistische Ideen wiederfinden<lb/>
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Idee in der Minderheit, möchte aber folgenden Denkanstoß geben. Unsere<lb/>
Verluste sind entstanden erstens bei den Arbeitern, für die <choice><choice><sic>verlasst</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
der Sozialismus immer mehr, zweitens bei den Bürgerlichen, den soge<lb break="no"/>nannten <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Wählern, diese stehen Mitte links von der ÖVP, wenn die<lb/>
Freiheitlichen und wir eine Koalition machen, sind sie dann absolut gegen<lb/>
uns, drittens bei den Jugendlichen, denen die Freiheitlichen ein Greuel<lb/>
ist. Die Freiheitlichen haben 5 % der Stimmen, es wird immer eine innere<lb/>
Spannung zwischen den Sozialisten und den Freiheitlichen geben, bei<lb/>
einer zeitweiligen Opposition würde der ÖGB eine größere Wirkungsmöglich<lb break="no"/>keit haben, eine offensivere Gewerkschaftspolitik machen und die SPÖ<lb/>
sich erneuern können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_45"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte zu <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs>, er dürfe doch die ALÖ, die er ja ganz besonders<lb/>
fürchte, nicht überschätzen. Wir haben 3 % der Stimmen verloren, das<lb/>
sind ca. 150.000, die ALÖ hat insgesamt nur 60.000. Gewerkschaft Kunst,<lb/>
freie Berufe sollte sich überlegen, was ein <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> als Kulturreaktionär<lb/>
<choice><choice><sic>inkraft</sic><corr>?</corr></choice></choice> in einer Regierung machen könnte, die Liberalität der letzten<lb/>
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niemand mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_46">Mit Wiener Fraktionsobmann <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs> und <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> besprach ich das Problem<lb/>
der Reststimmenmandate. Das Parteipräsidium von Wien hat über den Landes<lb break="no"/>parteisekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> mich seinerzeit ersucht, mein Nationalrats<lb break="no"/>mandat <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs> zur Verfügung zu stellen, was ich natürlich sofort und gern<lb/>
akzeptierte. Jetzt meint <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs>, müßte doch für die Landstraße, da ja<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> jetzt rausgefallen ist, mein Mandat gesichert bleiben. Er <choice><choice><sic>betrachte</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
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überall einsetzen kann, notwendig ist. Das Problem <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs> muß aber genau<lb break="no"/>so gelöst werden, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat sowieso jetzt eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_47">Mit den Bauarbeitern, <rs type="person" ref="#per__115024">Rautner</rs> und AK-Präs. <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs>, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs><lb/>
besprach <choice><choice><sic>ist</sic><corr>ich</corr></choice></choice> dann die notwendige schnelle Entscheidung für Hainburg,<lb/>
wir kamen überein, daß ich <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> ersuchen soll, unverzüglich jetzt<lb/>
die Wasserrechtsanträge zu stellen und damit in der Regierungsbildung<lb/>
oder zumindestens unmittelbar sofort danach die notwendigen Beschlüsse<lb/>
vom Landwirtschaftsministerium bezüglich der bevorzugten Wasserbauer<lb break="no"/>klärung und Durchführung eben auf den optimalen Standpunkt Hainburg ge<lb break="no"/>geben werden kann. Ich habe von dieser Besprechung und dem Beschluß so<lb break="no"/><pb n="70-0539" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band70/70_1983-04-26_0539.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>fort <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> verständigt, dieser erklärte mir, es wird spätestens<lb/>
Anfang nächster Woche alles beim Landwirtschaftsminister eingereicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band70_1983-04-26_48">Auch bei uns auf der Landstraße gab es dann abends eine lange Diskussior<lb/>
über die Regierungsbildung, außer Bedenken der soz. Jugend haben alle<lb/>
meinem Bericht zugestimmt.<lb/>
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            <head>Nachtrag TO 174. Ministerratssitzung, 26.4.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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