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            <title type="main">Dienstag, der 19. April 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band69_1983-04-19</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_01">Dienstag, 19. April 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_02">MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> erklärt mir, daß das Institut für Gewerbeforschung<lb/>
990.000,–– S Subvention bekommen hat und auf diesen Einnahmen seine<lb/>
ganze Institutsgebarung aufbaut. Die Handelskammer bezahlt 1 1/2<lb/>
Mio. S und mußte im heurigen Jahr noch 200.000 S zur Abdeckung des<lb/>
Defizits nachschießen. Der Auftrag für die Erstellung des Berichtes<lb/>
an den Nationalrat würde nur 50.000 S ausmachen; obwohl ich seinerzeit<lb/>
prinzipiell gesagt habe, daß dies aus den 990.000 S Subvention be<lb break="no"/>zahlt werden sollte, muß ich zugestehen, daß <del>wegen</del> 50.000 S Auftrags<lb break="no"/>vergabe aus einer anderen Budgetpost meiner Meinung nach wegen des<lb/>
lieben Friedens willen mit dem Institut akzeptiert werden könnte. Ich<lb/>
verlangte von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, daß wir eine Aufstellung aller Auftragsvergaben<lb/>
für die Erstellung des Berichtes machen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte diese Aufstellung so bald<lb/>
als möglich liefern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_04">Für den außenpolitischen Rat, der sich mit den französischen Fremden<lb break="no"/>verkehrsmaßnahmen beschäftigt und wo <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> mitgehen will, <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> hat<lb/>
ihn dazu aufgefordert. Die Franzosen haben ca. 1,7 Mrd. S für Tourismus<lb/>
in Österreich ausgegeben. Die französischen Reisebüros schätzen, daß<lb/>
max. 40 % durch die Maßnahmen geringere offizielle Ausgaben entstehen<lb/>
würden. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> möchte unbedingt, daß bilateral, sei es in Paris oder<lb/>
sei es hier in Wien durch Vorladung des französischen Botschafters,<lb/>
dagegen protestiert wird. Genau dies haben ich und vor allem Außenmini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> auf das entschiedenste abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> argumentiert zwar,<lb/>
daß er dadurch bei den Verhandlungen in der WTO oder in der OECD<lb/>
einen schwereren Stand hat, Voraussetzung, daß man dort mit seiner Idee<lb/>
durchdringt, ist, daß man vorerst durch bilaterale Proteste sein be<lb break="no"/>sonderes Interesse an diesem Problem dokumentiert hat. Ich erklärte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, daß dies nicht infrage kommt, da ich überzeugt bin, daß die<lb/>
französische Seite sowieso diese Maßnahmen erstens lockern wird und<lb/>
zweitens sich damit nur das Verhandlungs- und Beziehungsklima zwischen<lb/>
Frankreich und Österreich verschlechtern würde. Nebenbei bemerkt, auch<lb/>
bei der jugoslawischen Maßnahme habe ich zumindestens keinerlei bila<lb break="no"/>terale Proteste durch Vorladung des Botschafters ausgesprochen, höchst<add>[ens]</add><lb/>
bei Zusammenkünften mit jugoslawischen Vertretern bei anderen Gelegen<lb break="no"/>heiten auf die Schwierigkeit ihrer Maßnahme und deren Folgen für Kärnten<lb/>
hingewiesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_05"><rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> teilt mir auch mit, daß außer der 1 Mio. S für 100 Jahre Fremden<lb break="no"/>verkehr in Österreich, die wir der ÖFVW überwiesen haben, nach seinem<lb/>
Dafürhalten noch 3 Mio. S für einen Film, den er mit dem ORF machen will,<lb/>
und für sonstige Ausgaben notwendig sein würde. Ich erkläre sofort,<lb/>
das scheint mir sehr hoch, vor allem frage ich mich, ob ein Film tat<lb break="no"/>sächlich zweckmäßig ist, da wir nur ein Essen zu geben haben; die Landes<lb break="no"/>regierung, die Stadt Graz und die Handelskammer geben auch je eines,<lb/>
der Konferenzsaal wird für drei Tage von <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> bezahlt, sodaß ich<lb/>
gar keinen Grund sehe, daß tatsächlich dafür 3 Mio. vom Handelsministerium<lb/>
aufzubringen wären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte sobald als möglich eine Budget<lb break="no"/>vorschau erstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_07">Der Personalvertreter <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> erklärt, daß nur die Ministerien im Re<lb break="no"/>gierungsgebäude die Karfreitagsregelung eingehalten haben. Das Finanz<lb break="no"/>ministerium hat geschlossen gehabt, im BKA wurde es eingearbeitet. Da<lb/>
ich dies nicht glauben kann, verspreche ich sofort mit Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> darüber zu reden.<lb/>
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Überstundenpauschalierung mehr bekommen, während es auch in anderen<lb/>
Ministerien nach wie vor die bisherigen Usancen dafür gibt, er schlägt<lb/>
vor, daß man die halbe Zeit der zu erwartenden Überstunden pauschalie<lb break="no"/>ren könnte. Eine solche Lösung, erkläre ich sofort, wäre nur dann akzep<lb break="no"/>tabel, wenn alle Beamte eine solche Halb-halb-Regelung akzeptieren würden,<lb/>
dies lehnt natürlich <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> für die schon jetzt überstundenpauschalier<lb break="no"/>ten Beamten entschieden ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_09">Vor der Ministerratssitzung bespreche ich mit <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> diese angeb<lb break="no"/>lichen Regelungen in anderen Ministerien, <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> stellt eindeutig<lb/>
fest, daß Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> vor ihm sein Präsidium angewiesen<lb/>
hat, daß selbstverständlich so wie auch im Handelsministerium am Kar<lb break="no"/>freitag gearbeitet werden mußte, im BKA war es übrigens genauso, nur Beamte,<lb/>
die noch entsprechende Gutzeiten hatten, konnten zuhause bleiben gegen<lb/>
Abrechnung der entsprechenden Gutzeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_10">Frau Minister <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> übergab ich der Intervention für einen <choice><choice><sic>Issisten</sic><corr>Assistenten, (?)</corr></choice></choice><lb/>
die mir im Pressefrühstück übergeben wurde, sie wird sich den Fall<lb/>
ansehen, wenn irgendwie geht, positiv erledigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_12"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet in der Vorbesprechung, daß die ÖVP jetzt in der letzten<lb/>
Woche alle Hemmungen fallen läßt. Die Lüge 1 ist sein Gesundheitszu<lb break="no"/>stand, die Behauptungen über die Dialyse und über sein Bürogerät seien<lb/>
falsch, von Prof. <rs type="person" ref="#per__1138583">Neumayr</rs> werden Halbsätze von der Wochenpresse miß<lb break="no"/>braucht. Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> weiß es selbst am besten. Das<lb/>
Ganze sei erniedrigend, wenn man bedenkt, wie er jetzt wochenlang ohne<lb/>
Wochenende aktiv agiert, jedermann könne sich doch über seine Arbeits<lb break="no"/>tätigkeit ein Bild machen. Die zweite Lüge ist das Konferenzzentrum,<lb/>
die Vereinbarung liegt vor, offen ist nur noch, und dies ist ein unwahr<lb break="no"/>scheinlicher Fall, was mit einem ev. Gewinn geschehen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_13">Er fragt sich, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die sich doch auch<lb/>
den Gedanken machen müßten, was nach der Wahl geschieht. Die ÖVP war<lb/>
niemals eine sehr feine Partie, auch unter <rs type="person" ref="#per__98091">Withalm</rs> nicht, aber so wie je<add>[tzt]</add><lb/>
war es noch nie. Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97852">Raab</rs>, der nach dem Schlaganfall müh<lb break="no"/>samst gehen und sprechen konnte, wurde von der SPÖ immer toleriert und<lb/>
sein Gesundheitszustand wurde selbst, als er sich zur Bundespräsidenten<lb break="no"/>wahl als Kandidat stellte, nicht einmal von der SPÖ herausgestrichen.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellt fest, daß an der Basta-Zeitschrift der Kurier betei<lb break="no"/>ligt und nicht die SPÖ.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> – <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> die Umfrage von Fessel genau dasselbe ergeben hat wie<lb/>
die jetzt unrichtig behauptete. AZ-Redakteur <rs type="person" ref="#per__113613">Scheuch</rs> ist hier viel<lb/>
zu nobel für einen Konter gegen die ÖVP-Gesundheitskritik an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_16"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragt, wieso es möglich war, daß der von ihm geschriebene Senio<lb break="no"/>renbrief an Kinder ausgeschickt wurde, wie Eltern von Kindern ihm mit<lb break="no"/>teilen. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> erklärt dies aus Computerfehlern in der Steiermark.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_17">Vom Rektor <rs type="person" ref="#per__1138584">Stremitzer</rs> der WU hat jetzt er einen unerhörten Brief<lb/>
bekommen, er wurde zu einer Diskussion eingeladen und hat erklärt,<lb/>
zuerst sollte doch die Frage, ob der Rechnungshof die WU-Gebäude<lb/>
prüfen könnte, geklärt werden. <rs type="person" ref="#per__1138584">Stremitzer</rs> hat ihm jetzt dann einen<lb/>
Brief geschrieben, daß er die Einladung zurückzieht. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> stellte<lb/>
dazu fest, daß die Universität mit der Errichtung dieses Gebäudes<lb/>
überhaupt nichts zu tun hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_18">Das internationale Rote Kreuz möchte jetzt einen Sonderbeitrag für<lb/>
Irak-Iran-Konflikt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_19">Die Wiener Kaffeehausbesitzer wollen jetzt zur 300-Jahr-Feier von<lb/>
ihm 5 Fragen beantwortet haben, wo <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht sicher ist, ob dies<lb/>
zweckmäßig wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_20">Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> hat ihm vorgeschlagen, nach dem außenpolitischen<lb/>
Rat sollen die Parteiführer sofort eine Aussprache über Privilegien<lb/>
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der Wahl erschiene es dann so, als wenn man <rs type="person" ref="#per__122970">Stegers</rs> Wünsche unbedingt<lb/>
gleich erfüllen müsse.<lb/>
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unserer eigenen Meinungsumfrage sein will. Die entscheidende Frage<lb/>
ist nur, ob wir unser Wählerpotential zur Wahl bringen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ver<lb break="no"/>tritt aber insbesondere im Westen das Wiederaufbauwerk, die Äußerung<lb/>
im Kurier sagt ja inhaltlich, daß sie ganz anders von ihm war, als dann<lb/>
im Titel geschrieben wurde, In den Wiener Versammlungen stellt er<lb/>
aber wesentlich weniger Jugendliche fest als im Westen. Die Mobilisie<lb break="no"/>rung der Wiener aber in der letzten Zeit tut uns auch ganz gut.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_22">Sozialminister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> meint beim offenen Brief von <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs> an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ist insbesondere der letzte Satz, wo dieser meint, jetzt begeht man an<lb/>
ihm Rufmord und der nächste Schritt sei Mord, mehr als bedenklich.<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> ergänzt ebenfalls, daß es bei der Eröffnung von<lb/>
Basta, wo alle drei Parteien anwesend waren, schon ähnliche Diskussionen<lb/>
über Grüne auch bei der Gemeinderatswahl in Salzburg gegeben hat.<lb/>
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es um 30.000 weniger, Mitte April um 15.000.<lb/>
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Februar es eine zähe Anlaufzeit gegeben hat, derzeit aber kann eine<lb/>
spontane Aktivität in Wien festgestellt werden. Die Jugend nehme ge<lb break="no"/>ringer an den Versammlungen der SPÖ teil, weil sie sich in viel stär<lb break="no"/>kerem Maße mit der AUS-Bewegung und anderen durch Gegenversammlungen<lb/>
beschäftigen muß. AUS hat jetzt für den Höchstädtplatz eine Versammlung<lb/>
angemeldet. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> wird sie verbieten, weil es sonst zu Zusammenstößen<lb/>
kommen wird. In einem Aufruf <add>[der]</add> AUS, der auch der Presse bekannt ist, wird<lb/>
gesagt, man muß die kommunistischen Volksgenossen schonen, die 23<lb/>
Einsatzgruppen werden aber die Befehle dennoch auszuführen haben.<lb/>
Diese militärische Aktivität muß jetzt auch nach dem Strafgesetz unter<lb break="no"/>sucht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_25">Der Wahlkreisleiter LH <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> urgiert, daß das Zollamt, welches derzeit<lb/>
gesperrt ist, für ein Wahllokal aufgemacht werden müßte. <add>[Laut?]</add> <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> wird<lb/>
diese Frage mit dem Finanzministerium, <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> wird durch <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs><lb/>
vertreten, positiv bereinigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_26">Die Österreichpartei hat Unterschriften in Graz gekauft, beim Verfahren<lb/>
aber jetzt stellt sich heraus, daß nur eine geringe Zahl nachzuweisen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_27"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> ersucht, daß gegen einen Vorarlberger, <rs type="person" ref="#per__1138585">Ochensberger</rs>, die Regie<lb break="no"/>rung die Staatsanwaltschaft ermächtigt Strafverfolgung zu prüfen, dieser<lb/>
hat behauptet, es gibt <add>[derzeit]</add> eine deutschfeindliche <del>derzeit</del> österreichische<lb/>
Regierung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_28">Im Ministerrat wird dann der Antrag <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnaks</rs> <add>[auf)]</add> Verfolgung <rs type="person" ref="#per__1138585">Ochensbergers</rs><lb/>
angenommen. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet über die Arbeitslosen, worüber er einen<lb/>
schriftlichen Bericht mündlich vorgelegt hat, ich selbst teile mit,<lb/>
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bin und mich Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> vertreten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_29">Da bei der Ministerratssitzung diesmal SC <rs type="person" ref="#per__111700">Neumayer</rs> nicht anwesend ist,<lb/>
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allgemeine Informationen stehen, nütze ich die Gelegenheit, um den Ka<lb break="no"/>binettchef <rs type="person" ref="#per__1138369">Amry</rs> und den Pressereferenten <rs type="person" ref="#per__151530">Petritsch</rs> über die Verlautba<lb break="no"/>rung des DDR-Vertrages, der während meiner letzten Abwesenheit im Mi<lb break="no"/>nisterrat beschlossen wurde, zu informieren. Beide sind der Meinung,<lb/>
wenn man jetzt den Sektionschef <rs type="person" ref="#per__111700">Neumayer</rs> über das ungewöhnliche Vor<lb break="no"/>gehen, einen Vertrag so im Detail ins Kommunique so hineinzugeben,<lb/>
aufmerksam macht, dann die ÖVP womöglich dies auch wieder besonders in<lb/>
einem Pressedienst herausstreicht. Damit würde genau der gegenteilige<lb/>
Effekt erreicht, den Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> möchte, daß nämlich darüber<lb/>
überhaupt sonst nirgendwo berichtet wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_30">Am Nachmittag ruft mich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> an und fragt, wer MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> sei.Im<lb/>
Laufe des Gespräches stellt sich heraus, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> darüber empört<lb/>
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sofort, dies könne ich mir von MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> nicht vorstellen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ist darüber noch wütender und meint warum ich immer Beamte in Schutz<lb/>
nehme. Er wird veranlassen, daß jetzt <rs type="person" ref="#per__1138369">Amry</rs>, der als Zeugin auch noch<lb/>
Frau <rs type="person" ref="#per__1138586">Bachlmayer</rs> <add>[anführt, diese]</add> hat dies in einer Aktennotiz <choice><choice><sic>festhält</sic><corr>festgehalten</corr></choice></choice>, die er mir dann<lb/>
zur Stellungnahme schicken wird. Mit dieser Vorgangsweise bin ich ein<lb break="no"/><pb n="69-0498" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-19_0498.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>verstanden und erkläre, ich werde dies dann entsprechend prüfen<lb/>
lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_31">Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> hat mit MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> eine Aussprache wegen der Kontrollver<lb break="no"/>einbarung mit den USA, Ami-Lizenz, bei dieser Gelegenheit teilt er mir<lb/>
dann mit, hätte MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> von selbst über den Zusammenstoß mit Gesandten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138369">Amry</rs> ihm berichtet. Er hätte <rs type="person" ref="#per__1138369">Amry</rs> nicht gekannt, die Angelegenheit be<lb break="no"/>zieht sich nicht, wie ich vermutet habe, auf diese amerikanische Frage,<lb/>
sondern auf eine Exportgenehmigung für die Hirtenberger Munitionsfabrik.<lb/>
Diese hätte er, nachdem das Außenamt ausdrücklich zugestimmt hat, schon<lb/>
mitgeteilt, daß diese Ausfuhr genehmigt werde, jetzt wollte sie wieder<lb/>
zurückgezogen werden, weshalb er auch auf die Tatsache verwies, daß<lb/>
Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht zuletzt auf die Beschäftigungsseite hin<lb break="no"/>weist. Das Ganze ist sicherlich ungeheuer unangenehm, nicht nur für<lb/>
mich, sondern sicherlich für alle Beteiligten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mir alle diesbezüglichen Unterlagen<lb/>
auch bezüglich des Geschäftes im Detail beschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_33">Bei einer Aussprache mit GD <rs type="person" ref="#per__1138051">Heidrich</rs> von der NÖM und seinem Stell<lb break="no"/>vertreter <rs type="person" ref="#per__1138587">Mauser</rs> sowie dem BRO <rs type="person" ref="#per__1138588">Keider</rs> und dem Molkereiarbeitersekretär<lb/>
der LUGA, <rs type="person" ref="#per__151842">Bland</rs>, beschwert sich die NÖM insbesondere über die beab<lb break="no"/>sichtigte Einführung des Balken- resp. EAN-Codes auf die Lebensmittel.<lb/>
Nur weil Billa jetzt angekündigt hat es werde diesen EAN-Code ein<lb break="no"/>führen und dadurch die Scannerkassen besser genützt werden möchten<lb/>
möchten die Produktionsbetriebe nicht diese zusätzliche Arbeit durch<lb break="no"/>führen. In Amerika werden 93 % ausgezeichnet, über Scannerkassen laufen<lb/>
dann aber nur 17 %. Ein ähnliches Verhältnis befürchtet man auch für<lb/>
Österreich. Ich erkläre mich sofort bereit im Handelsministerium eine<lb/>
Kommission einzusetzen, die sich mit dem Plan über die Einführung <add>[des]</add> EAN-<lb/>
Code<add>[s]</add> im einzelnen beschäftigen soll, insbesondere wäre es notwendig<lb/>
zu klären, ob andere Ketten oder Konsum z.B. diesem Billa-Schritt<lb/>
folgen werden. Notwendig wäre aber ganz besonders einen genauen<lb/>
Zeitplan zu erstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Entsprechendes sofort<lb/>
veranlassen.<lb/>
<add>im Rahmen des Kons.pol. Beirates gibt es eine eigene Gruppe,<lb/>
die sich mit dieser Frage auch schon beschäftigt. <rs type="person" ref="#per__123301">Ve</rs> 20.4.83</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_35">Die NÖM braucht für ihre Mischgetränke 100 Mio. Stück Becher, insgesamt<lb/>
braucht die gesamte Molkereiwirtschaft ungefähr 400 Mio. Becher, derzeit<lb/>
erzeugt die Fa. Greiner in Kremsmünster und vor allem in Kärnten<lb/>
<pb n="69-0499" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-19_0499.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Wolbini<add>[?]</add> diese Becher, die NÖM meinte nun, man könnte diese Becher<lb/>
aus Polypropylen anstelle der 2-Liter-Polioflaschen <add>[???]</add> der VÖEST-Alpine<lb/>
in St. Ägyd dort erzeugen, die Chemie Linz könnte dieses Produkt dort<lb break="no"/>hin liefern, derzeit wird es von der Chemie Linz in die Schweiz ver<lb break="no"/>kauft und von dort kommen dann die Becher nach Österreich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_36">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diese Möglichkeit sofort über<lb break="no"/>prüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_37">Bei der Betriebsversammlung sollte ich als erster gleich referieren,<lb/>
ich habe sowie bei der NÖM auch insbesondere die spezifischen Ver<lb break="no"/>hältnisse und Interessen der Agrarwirtschaft und ganz besonders der<lb/>
Milchwirtschaft und vor allem die nächsten Preis- und Lohnverhand<lb break="no"/>lungen erörtert. Darüber gab es dann eine ganz interessante Diskussion.<lb/>
Unvermeidlich auch die Frage, wie es am 24. April laufen wird, und ob<lb/>
man sich noch eingfriern ??? müsse. Da es sich um eine Gewerkschafts<lb break="no"/>versammlung handelt, habe ich erklärt, ich möchte kein politisches<lb/>
Referat halten, aber für die Sozialisten in der Belegschaft sagte<lb/>
ich, reinknien müssen wir uns natürlich noch sehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_38">Die Fa. Sika-Plastiment, ein Vorarlberger Betrieb, hat in der Wiener<lb/>
Niederlassung ersucht das Dekret zur Führung des Staatswappens über<lb break="no"/>reicht zu bekommen, ich bin diesem Wunsch gerne nachgekommen, die ge<lb break="no"/>samte Belegschaft, ca. 2 Dutzend, insbesondere Frauen waren anwesend.<lb/>
Diese betonzusatzstoffproduzierende Fabrik ist jetzt nicht zuletzt<lb/>
durch die schrumpfende Bauwirtschaft nicht mehr so gut dran als<lb/>
früher.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_39"><rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs>, dem sein Moped gestohlen wurde, möchte meines haben, was ich<lb/>
ihm sowieso früher oder später gegeben hätte. Dafür hat er jetzt mit<lb/>
SDP vereinbart, kaufe ich einen Roller, mit diesem bin ich erstmals<lb/>
gefahren und war über die Ausstattung angenehm überrascht. Da mein<lb/>
Moped einige Male schon kaputt war, obwohl <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> auch nicht allzu viel<lb/>
damit fährt, ist diese ganze Angelegenheit für SDP sehr unangenehm<lb/>
und sie wollen auf diese Art und Weise den schlechten Eindruck ver<lb break="no"/>wischen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-19_40">Bei der Bezirksrätesitzung auf der Landstraße und dann insbesondere<lb/>
bei der Sektionsleitersitzung kann ich eine verhältnismäßig größere<lb/>
Nervosität feststellen, als dies bei den früheren Wahlen der Fall<lb/>
war. Da ich jetzt seit 25 Jahren das in der Landstraße mitmache und<lb/>
<pb n="69-0500" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-19_0500.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dadurch schon fast 1 Dutzend Wahlkämpfe miterlebte, ist dies nicht<lb/>
ein besonders signifikantes Zeichen. Überrascht bin ich eigentlich<lb/>
nur über die verhältnismäßig große Nervosität und teilweise Gereizt<lb break="no"/>heit, auch Landessekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> und vor allem der mit ihm eng<lb/>
arbeitende Gemeinderatskandidat <rs type="person" ref="#per__114118">Woller</rs> berichten mir immer, daß die<lb/>
Aktivität der Landstraße aber ungeheuer ist. In keinem anderen Bezirk<lb/>
wird so viel Material über die Funktionäre auch bei Marktbesuchen<lb/>
und sonstigen Straßenaktionen diskutiert und verteilt. Die Aktivisten<lb/>
und Funktionäre bei uns strengen sich wirklich sehr an. Vielleicht<lb/>
ist dies die Erklärung der Nervosität, vielleicht aber auch, wie ich<lb/>
fast eher glaube, ein unbestimmtes unbefriedigendes Gefühl über den<lb/>
zu erwartenden Wahlausgang.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 19.4.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 173. Ministerratssitzung, 19.4.1983</head>
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            <head>Nachtrag TO 173. Ministerratssitzung, 19.4.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Haslauer, Wilfried</persName>
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