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            <title type="main">Mittwoch, der 13. April 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_01">Mittwoch, 13. April 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_02">Der DDR-Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> hat mich ganz entsetzt angerufen, daß in<lb/>
der Wiener Zeitung die Vereinbarung zwischen Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> und<lb/>
mir wortwörtlich abgedruckt ist. Ich möchte sofort darüber auch mit<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> selbst sprechen. Dieser erklärte ganz entsetzt,<lb/>
daß er davon gehört habe, er hätte sofort die politischen Instanzen<lb/>
verständigt, er vermutete, daß ich aus wahltaktischen Gründen diese<lb/>
Information weitergegeben habe. Ich konnte ihm nur erklären, daß ich,<lb/>
obwohl ich sonst bei allen Ministerratssitzungen anwesend war, gerade<lb/>
dieses Mal nur bei der Vorbesprechung gewesen bin, da ich zur Welser Messe<lb/>
fahren mußte. Ich versprach zu untersuchen, wie es zu dieser Panne ge<lb break="no"/>kommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_03">Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> wurde vom zuständigen Referenten im Handelsministerium,<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs>, gefragt, ob auf dem Ministerratsvortrag vertraulich drauf<lb break="no"/>geschrieben werden sollte. Er hat versprochen dies mit mir zu bespre<lb break="no"/>chen, er ist dann aber nicht mehr dazugekommen. <rs type="person" ref="#per__114560">Tschach</rs> hat daher diesen<lb/>
vertraulichen Vermerk nicht gemacht, SC <rs type="person" ref="#per__111700">Neumayer</rs> vom BKA, der die Presse<lb/>
und Aussendungen macht, hat daher, und dies habe ich während meiner<lb/>
13 jährigen Ministerschaft nie erlebt, den gesamten Vertrag wortwört<lb break="no"/>lich in das Pressekommunique gegeben. Auch darauf wurde ich von nieman<lb break="no"/>dem aufmerksam gemacht, früher war es so, daß vor dem Ministerrat resp.<lb/>
während der Ministerratssitzung der für die einzelnen Punkte zuständige<lb/>
Minister ausdrücklich durch einen Vermerk auf dem Pressekommunique<lb/>
auf seine Punkte aufmerksam gemacht wurde und sogar die Stellungnahme<lb/>
von ihm dazu verlangt wurde. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> berichtete mir<lb/>
dann, in der Ministerratssitzung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> besonders meine Zähigkeit<lb/>
und gute Verhandlungsführung und vor allem so positives Ergebnis mit<lb/>
dem DDR-Handel hervorgestrichen. Sie vermutet, daß dies ein Grund<lb/>
war, daß SC <rs type="person" ref="#per__111700">Neumayer</rs> dann diese Verlautbarung hinausgegeben hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_04"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, den ich, nachdem <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> auch die höchsten politischen Gremien,<lb/>
sprich wahrscheinlich Dr. <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs>, wenn nicht gar <rs type="person" ref="#per__114104">Honecker</rs> verständigt<lb/>
hat, wurde daher von mir entsprechend informiert, er meinte, ich sollte<lb/>
untersuchen, wieso <rs type="person" ref="#per__111700">Neumayer</rs> überhaupt eine solche Aussendung gemacht<lb/>
hat und ob der Beamte des Handelsministeriums dies veranlaßt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_05">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> hofft, daß keine weitere Publikation erfolgt, ihm<lb/>
ist es deshalb besonders peinlich, weil natürlich jetzt die anderen<lb/>
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wie Termine, Zahlungsmodalitäten usw. bekannt wurden. Währen meiner<lb/>
13-jährigen Ministerschaft ist mir ein solcher Lapsus noch niemals<lb/>
untergekommen. Meine Ausrede, die ich mir selbst mache, ich war eben<lb/>
im Ministerrat nicht anwesend, gilt nicht; auch daß es in 13 Jahren noch<lb/>
niemals vorgekommen ist. So etwas darf ganz einfach nicht passieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_06">Der zypriotische Handelskammerpräsident <rs type="person" ref="#per__1138604">Avraamides</rs> ist auf Einladung<lb/>
der Bundeshandelskammer in Österreich und legt natürlich Wert darauf<lb/>
auch mit mir Gespräche zu führen, die Handelsbeziehungen <choice><choice><sic>zwischen</sic><corr>mit</corr></choice></choice> dieser<lb/>
zweigeteilten Insel sind minimal, in den letzten Jahren haben wir<lb/>
von 40 bis 60 Mio Waren importiert und normalerweise auch nicht sehr<lb/>
viel mehr exportiert. Nur in den letzten Jahren war durch die Lie<lb break="no"/>ferung des Kraftwerkes und vor allem durch stärkere Papierlieferungen<lb/>
der Export von 145 auf 300 Mio. gestiegen, jetzt ist er wieder auf das<lb/>
normale Ausmaß zurückgefallen. Die zypriotische Handelskammer hofft,<lb/>
daß jetzt durch ihre Aktivität Kleiderfirmen wie Kleiderbauer, Tlapa<lb/>
usw., mit denen sie Kontakt aufgenommen haben, einige Bekleidungsstücke<lb/>
von ihnen kaufen. Zehntausende Österreicher sind jetzt auch schon in<lb/>
Zypern jährlich auf Urlaub, hier gibt es sicherlich noch große Möglich<lb break="no"/>keiten.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_07">MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> hat <rs type="person" ref="#per__1138604">Avraamides</rs> die letzte Fassung des Präferenzabkommens<lb/>
für handwerklich hergestellte Produkte übergeben, dies will der Handels<lb break="no"/>minister, der irgendwann einmal im Mai nach Österreich kommt, mit mir<lb/>
dann unterschreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_08">Die Zyprioten möchten gerne, daß ihre LKW, die durch Österreich durch<lb break="no"/>fahren, ermächtigt werden auch in Österreich zusätzliche Güter für den<lb/>
Transport mitzunehmen. Darüber müßte mit dem Verkehrsministerium ver<lb break="no"/>handelt werden, ich erwiderte sofort, dies ist wegen der präjudiziellen<lb/>
Wirkung ein sehr schwieriges Problem.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Verkehrsministerium verständigen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_10">Die Fa. Asea feiert jetzt 100 Jahre Bestand und hat mich daher zu einer<lb/>
Feier nach Schweden eingeladen. Ich habe <choice><choice><sic>den Vertrreter</sic><corr>dem Vertreter? den Vertretern?</corr></choice></choice> sofort erklärt,<lb/>
daß dies unmittelbar nach der Wahl, wo die entsprechende parteipoliti<lb break="no"/>schen Verhandlungen stattfinden, für mich nicht möglich ist. Interessant<lb/>
ist nur, daß Asea ungefähr so groß ist wie die VÖEST, 60.000 Beschäftigte,<lb/>
hat aber 80.000 Aktionäre, 2000 waren bei der Generalversammlung<lb/>
<pb n="69-0470" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-13_0470.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wo über die 100 Jahre berichtet wurde. Normal kommen höchstens 1/4.<lb/>
Asea hat 60 Mrd. S Umsatz und 3 Mrd. S Gewinn, um 17 % im vergangenen Jahr<lb/>
entsprechend gesteigert. Der Direktor <rs type="person" ref="#per__1138605">Haeggblom</rs> hat daher gemeint, wenn<lb/>
auch fast so groß wie die VÖEST, diese 3 Mrd. Gewinn für VÖEST allerdings<lb/>
3 Mrd. Verlust sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_11">Bei der diesjährigen Angelobung der Wirtschaftstreuhänderkammer gab es,<lb/>
wie Präs. <rs type="person" ref="#per__114940">Burkert</rs> zu mir sagte, ein volles Haus. Drei Wirtschaftsprüfer<lb/>
und 41 Steuerberater darunter auch, wie zwar nicht ich dann auch nur<lb/>
erwähnte, er aber dann bemerkte, mein Sohn <rs type="person" ref="#per__123402">Andreas</rs>. Ich versuchte so wie<lb/>
immer den jungen Leuten klarzumachen, daß sie jetzt nicht nur einen<lb/>
wichtigen Lebensabschnitt hinter sich haben, sondern als neue Kammer<lb break="no"/>angehörige, also nicht mehr als Berufsanwärter sich mehr um ihre Kammer<lb/>
kümmern sollen. Nur kritisieren genügt nicht, mitarbeiten ist sehr<lb/>
wichtig. <rs type="person" ref="#per__123402">Andreas</rs> hat mir nachher gesagt, er hätte mit <rs type="person" ref="#per__114940">Burkert</rs> auch<lb/>
darüber gesprochen und festgestellt, daß die Berufsanwärter sich durch<lb/>
die Kammer sich sehr schlecht vertreten fühlen. Wenn die jungen mehr<lb/>
mitarbeiten sollen, dann müßte man sie <add>[sich]</add> auch mehr entfalten lassen. Für<lb/>
mich ist es selbstverständlich, daß ich mich in diese Diskussion, die<lb/>
es ja überall gibt, die Alten und die nachdrängenden Jungen, nicht ein<lb break="no"/>mische, ich bin auch davon überzeugt, daß es in dieser Kammer weniger<lb/>
um politische Differenzierungen geht, die natürlich auch eine gewisse<lb/>
Rolle spielen, sondern wahrscheinlich wirklich mehr um die berufsständi<lb break="no"/>sche richtige Vertretung aller. Auch hier gilt aber, daß die Etablierten<lb/>
eben von den Nachdrängenden schön langsam in ihrem Machtbereich einge<lb break="no"/>schränkt werden, früher <choice><choice><sic>aber</sic><corr>oder</corr></choice></choice> später aber dann von den Jungen abgelöst<lb/>
werden, die dann allerdings auch wieder Etablierte sind und mit den Nach<lb break="no"/>drängenden dann dasselbe Problem haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_12">Dir. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> von der DoKW verständigt mich, daß er jetzt mit Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs>, AK NÖ, gesprochen hat wegen dem von der NÖ Landesregierung, dem<lb/>
sozialistischen Landesrat <rs type="person" ref="#per__115609">Brezovszky</rs>, beabsichtigten Naturschutzgebiet<lb/>
Donauauen. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> hat auch mit dem Handelsministeriumvertreter <rs type="person" ref="#per__1137742">Pollak</rs><lb/>
über dieses Problem verhandelt. Das Handelsministerium ist nicht<lb/>
in diese Begutachtung eingeschaltet, <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> meint, es wäre dringend<lb/>
erforderlich, daß auch das Handelsministerium sein Interesse daran der<lb/>
niederösterreichischen Landesregierung gegenüber zum Ausdruck bringt.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> sofort erklärt, dies müßte ich vorher mit SL <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs><lb/>
besprechen, ich bin nicht ganz so sicher, ob es tatsächlich zweckmäßig<lb/>
ist, wenn man kompetenzmäßig dafür nicht zuständig ist, dann trotzdem<lb/>
eine Mitsprache zu verlangen. SL <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> hat diese, meine Auffassung ge<lb break="no"/><pb n="69-0471" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-13_0471.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>teilt und wird untersuchen, welche Möglichkeiten wir tatsächlich haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> und <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> zusammenbringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_14">Die Familie Schebesta, ein Mittelbetrieb mit 130 Beschäftigten, hat<lb/>
im 10. Bezirk ein neues Bürohaus gebaut und macht Korrosionsschutzar<lb break="no"/>beiten für fast alle Brücken, Kraftwerke, Palmenhaus Schönbrunn usw.<lb/>
Interessanterweise konnte ich bei der Besichtigung auch Projekte sehen,<lb/>
wo sie <add>[auf?]</add> ausländische<add>[n?]</add> Leitungen Korrosionsschutzanstriche machten. Der<lb/>
Sohn des Gründers des Unternehmens, seit 48 besteht der Betrieb, wäre<lb/>
interessiert eine alte Halle irgendwo zu erwerben, ich habe ihm verspro<lb break="no"/>chen, daß das Ministerium ihm diesbezügliche Informationen geben wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> soll sich mit <rs type="person" ref="#per__1138606">Schebesta</rs><lb/>
sofort ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_16">Die chinesische Außenhandelsministerin, die aus Paris kam, wurde, da ich<lb/>
zu einer Betriebsversammlung gehen mußte, von Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
in Schwechat abgeholt. Diese Frau interessiert sich für Spezialprobleme<lb/>
wie z.B. einen besonderen Rasen, Saatgut für chinesische Verhältnisse.<lb/>
Ich erinnere mich noch, daß ich den letzten Außenhandelsminister aus<lb/>
Peking spezialbetreut habe, bin mit ihm sogar bis nach Salzburg gereist,<lb/>
weil er Österreich auch kennenlernen wollte, die Ergebnisse dieses<lb/>
Besuches waren aber Null Komma Josef. Ich fürchte, wenn ich auch nicht<lb/>
hoffe, daß es auch bei der neuen Außenhandelsministerin nicht anders<lb/>
sein wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_17">In der Betriebsversammlung bei der Wiener Molkerei, die im Gefolgschafts<lb break="no"/>raum stattfand, bummvoll war und daher eine richtige Sauna gewesen<lb/>
ist, berichtete ich den Leuten über den Wirtschaftssituation und ganz<lb/>
besonders aber über die nächsten Maßnahmen, die für die Molkereiarbeit<lb/>
von Bedeutung sind. Diese Gruppe strebt nämlich sowie auch die Bäcker<lb/>
eine womöglich jährliche Lohnbewegung an, hat aber bis jetzt erst einen<lb/>
14-Monats-Abstand erreicht. In meiner 25-jährigen <add>[Tätigkeit]</add> bei der LUGA hat<lb/>
es allerdings schon Phasen gegeben, wo sie 2 Jahre auf die nächste Lohn<lb break="no"/>bewegung haben warten müssen; da der letzte Abschluß am 1.5. des Vor<lb break="no"/>jahres war, die Bauern jetzt schon wieder um eine Erzeugermilchpreiser<lb break="no"/>höhung angesucht haben, die Verhandlungen darüber auch schon, wenn auch<lb/>
nur dilatorisch, begonnen haben, wird es wahrscheinlich nach den Wahlen<lb/>
zu einem stärkeren Druck der Agrarier auf sofortigen Abschluß der Milch<lb break="no"/>preise kommen. In diesem Fall würden dann eben auch die Molkereiarbeiter<lb/>
natürlich eine Lohnerhöhung bekommen. Mit diesem Ergebnis meines Be<lb break="no"/><pb n="69-0472" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-13_0472.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>richtes dürften die Anwesenden so einverstanden gewesen sein, daß sich<lb/>
kein einziger in der Diskussion zu Wort gemeldet hat. Dies veranlaßt den<lb/>
BRO zu sagen, er erwartet von mir aber jetzt eine echte Information<lb/>
und eine wahre Auskunft, wie es um die Wahlen steht; da ich meine Kollegen<lb/>
niemals belogen habe, schilderte ich die Situation, wie sie wirklich ist<lb/>
oder wie ich sie sehe, fast 2/3 sind der Meinung, das nächste Kabinett<lb/>
heißt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wenn man aber das Wahlverhalten auch aufgrund der letzten<lb/>
Umfragen feststellt, so ist keinesfalls die absolute Mehrheit sicher.<lb/>
Wenn die Grünen in den Nationalrat gewählt werden, dann ist die absolute<lb/>
Mehrheit gefährdet, wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber nicht die absolute Mehrheit er<lb break="no"/>reicht, erklärte er dezidiert, daß er dann nicht mehr als Bundeskanzler<lb/>
zur Verfügung steht. Ich brauchte daher aufgrund dieser Aussagen gar<lb/>
nicht den Anwesenden empfehlen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu wählen. Der Schluß war ei<lb break="no"/>gentlich aufgrund meiner auch vorherigen Ausführungen über die weitere<lb/>
wirtschaftliche Entwicklung selbstverständlich, ich glaube, daß eine<lb/>
ehrliche Auskunft gegenüber den Kolleginnen und Kollegen, weshalb ich ja<lb/>
auch in meinem Referat über die Belastungen der 30 S Wohnungsbeihilfe,<lb/>
Wegfall 13., 14. Monatsgehalt, Mehrbesteuerung über 20.000 S und Zins<lb break="no"/>ertragssteuer überall hart referiere und wenn notwendig auch disku<lb break="no"/>tiere. Dies gilt insbesondere auch für die Privilegien. Bei dieser<lb/>
Betriebsversammlung und übrigens auch bei allen anderen habe ich<lb/>
daher, ohne die Überparteilichkeit des Gewerkschaftsbundes zu strapazieren,<lb/>
doch alles gesagt, was mir notwendig erschien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_18">Die Fa. Kahmann in Altlengbach besuchte ich vor 7 Jahren. Damals hat<lb/>
der deutsche Besitzer gerade diese Firma übernommen, in einer einzigen<lb/>
Halle wurde Leuchtschrift produziert. Diesmal konnte ich ihm das<lb/>
Dekret zur Führung des Staatswappens überreichen, nachdem wir vorher den<lb/>
jetzt sehr stark ausgebauten und technisch sehr gut eingerichteten<lb/>
Betrieb besichtigt hatten. Unwahrscheinlich, wie jetzt diese Leucht<lb break="no"/>schriftreklame immer stärker zunimmt, erfreulich war die Mitteilung<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__1138607">Kahmann</rs>, daß <del>durch</del> die Zulieferbetriebsvereinbarung des Handelsmini<lb break="no"/>steriums mit den Autoimporteuren dazu geführt hat, daß jetzt Herr<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> auch jetzt für VW und Audi umfangreiche Lichtreklamen auch<lb/>
für die BRD bei <rs type="person" ref="#per__1138607">Kahmann</rs> bestellt hat. Die Fa. bedankte sich bei mir<lb/>
dafür ganz besonders. Der Betriebsrat der Fa. aber hat mir nachher<lb/>
vertraulich mitgeteilt und dies auch <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> gesagt, der Firmenchef hat<lb/>
einen großen Wunsch, daß er eine vierstellige Autonummer bekommt, ich<lb/>
konnte ihm bezüglich der Vierstelligkeit nichts zusagen, denn angeblich<lb/>
sind diese Nummern wirklich alle vergriffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-13_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Erkundige dich zumindest, ob es solche Möglich<lb break="no"/>keiten gibt.<lb/>
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               <persName type="label">Brezovszky, Ernest</persName>
               <persName><surname>Brezovszky</surname><forename>Ernest</forename></persName>
               <occupation>nö. LT-Abg., ab 1981 LR, SPÖ</occupation>
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               <persName type="label">Matousek, Paul</persName>
               <persName><surname>Matousek</surname><forename>Paul</forename></persName>
               <occupation>Leiter VW-Einkaufsorganisation Wien</occupation>
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               <persName type="label">Fabrizii, Christoph</persName>
               <persName><surname>Fabrizii</surname><forename>Christoph</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Neumayer, Herbert</persName>
               <persName><surname>Neumayer</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>Leiter BKA-Sektion III, Bundespressedienst</occupation>
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               <persName type="label">Beil, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Beil</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>DDR-Außenhandelssts./-min.</occupation>
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               <persName type="label">Kobilka, Josef</persName>
               <persName><surname>Kobilka</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Dir. DoKW</occupation>
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               <persName type="label">Tschach, Josef</persName>
               <persName><surname>Tschach</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Sekt.R HM</occupation>
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               <persName type="label">Zluwa, Bruno</persName>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Willenpart, Rudolf</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Honecker, Erich</persName>
               <persName><surname>Honecker</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>1. Sekr. d. ZK d. DDR</occupation>
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               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
               <occupation>Sts. HM</occupation>
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               <persName type="label">Burkert, Franz</persName>
               <persName><surname>Burkert</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Präs. Kammer d. Wirtschaftstreuhänder</occupation>
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               <persName type="label">Mittag, Günter</persName>
               <persName><surname>Mittag</surname><forename>Günter</forename></persName>
               <occupation>Sekr. d. ZK d. DDR f. Wirtsch.</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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