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            <title type="main">Dienstag, der 12. April 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band69_1983-04-12</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_01">Dienstag, 12. April 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_02">Beim Jour fixe in der Handelskammer wird jetzt die meiste Zeit natürlich<lb/>
über die Wahlen und insbesondere deren Folgen diskutiert. Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wissen genau, daß die ÖVP keine Chance hat das<lb/>
Handelsministerium zu besetzen, je näher der Wahltermin kommt, umso mehr<lb/>
kommt ihnen zu Bewußtsein, daß ein Verlust der absoluten Mehrheit der<lb/>
SPÖ auch mit größter Wahrscheinlichkeit das Ende der Aera <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs><lb/>
im Handelsministerium ist. Die ÖVP-Wahlauseinandersetzung und insbe<lb break="no"/>sondere die vielen unfairen Attacken, die Vergiftung des Wahlklimas und<lb/>
damit natürlich die Konsequenzen für die ÖVP nach den Wahlen versuchen<lb/>
sowohl Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> als auch ich ihnen klarzumachen. Vize<lb break="no"/>bürgermeister <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs>, ein ehemaliger Gen.Sekr. des Wirtschaftsbundes und<lb/>
damit auch ein besonderer Schützling von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, von dem dieser hofft,<lb/>
daß er in Wien mindestens 3 Mandate gewinnt, das heißt den Sozialisten<lb/>
abnimmt, macht ganz besonders mit seiner Grünpolitik eine Anti-Wirtschafts<lb break="no"/>politik.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_03">Anhand des neu zu gründenden Frauenreferates, worüber dann eine Morgen<lb break="no"/>belangsendung der Handelskammer gemacht wurde, demonstriere ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, wie ihr Pressereferat auch ganz unnötig zur Vergiftung der<lb/>
Beziehungen beiträgt. Da wurde rein sachlich und sogar sehr geschickt,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat dies auch sofort bestätigt, die Errichtung des Frauenrefe<lb break="no"/>rates und die Mitwirkung der Frau in der Wirtschaft geschildert. Zum<lb/>
Schluß aber war ein einziger Satz, die Handelskammer wird damit mehr<lb/>
den Frauen helfen als die Alibihandlungen der Staatssekretärinnen, wo<lb/>
Frauen nur als Staffage in der Regierung sind. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
waren über diesen Schlußsatz auch nicht sehr erfreut. Um ihre <choice><choice><sic>Überrasch</sic><corr>Überraschtheit? Überraschung? [Satz unverständlich, Anm.]</corr></choice></choice><lb/>
daß ich dies alles weiß, sie sofort zugegeben haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_04">Auch die Handelskammerzeitung von Oberösterreich, die ich ihnen selbst<lb break="no"/>verständlich sofort dort ließ, obwohl über drei Staatswappenverleihungen<lb/>
zwar der Handelskammervertreter sich bei einer Firma, wie es im Bericht<lb/>
heißt, herzlichst bedankte, aber mit keinem Wort auch nur erwähnt wurde,<lb/>
daß ich diese Staatswappen dort übergeben habe, berührte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sehr peinlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_05"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> übermittelte mir dann von der AK Steiermark ein Schreiben an<lb/>
die Fa. Duropack, wo diese wegen der Verleihung des Staatswappens Bilanz<lb break="no"/>auszüge und weiß Gott, was alles verlangt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Nächstes Jour fixe AK, ÖGB setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersuchte mich wegen der Exportbeschränkung wegen amerikanischer<lb/>
Technologien durch österreichische Firmen zu versuchen die Amerikaner<lb/>
auf den von MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> und auch Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs> von der Handelskammer<lb/>
gemeinsam vorgeschlagenen Weg zu bringen. Auf alle Fälle aber meint<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß wenn schon eine Kontrolle auch durch Bestellung von Gut<lb break="no"/>achtern notwendig ist, dann dieser Gutachter nur im Einvernehmen mit<lb/>
der Firma bestellt werden sollte. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> erklärte freimütig, bei mir<lb/>
hätten sie keine Angst, daß wenn diese Bestimmung nicht aufgenommen<lb/>
wird, etwas passiert, aber er müsse doch damit rechnen, daß einmal<lb/>
dort ein anderer Minister sitzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> besprechen und dann ver<lb break="no"/>binden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_09"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wäre interessiert zu erfahren, ob die Regierung schon für Pöls<lb/>
anstelle der Italiener jetzt einen endgültigen Partner für die Kapital<lb break="no"/>beteiligung hat. Ich habe ihm versprochen den letzten Stand mitzuteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte eine entsprechende Information.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_11">Die Argentinier haben sich beschwert, daß das Gesundheitsministerium<lb/>
Fleisch für Konsumzwecke nur für ihre Botschaft zuläßt. Verarbeitungs<lb break="no"/>fleisch wird anstandslos genehmigt. Die Botschaft möchte nun, daß für<lb/>
alle anderen Botschaften und auch für internationale Organe dieses<lb/>
Konsumfleisch zugelassen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <choice><choice><sic>G.u.Usch</sic><corr>[Bundesministerium für] Gesundheit und Umweltschutz</corr></choice></choice> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_13"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersuchte mich zu klären, warum die ÖGJ jetzt wieder mit der Heraus<lb break="no"/>lösung der Lehrlingsstellen aus dem Berufsausbildungsgesetz <add>[eine]</add> Diskussion be<lb break="no"/>ginnt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat zwar zugegeben, daß selbstverständlich ein <choice><choice><sic>jede4ch</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
Gesetzwerdung einer Novelle, wie dies bei der letzten Verhandlung der<lb/>
Fall war, ursprüngliche Forderung, die er nicht durchgebracht hat, neuer<lb break="no"/>dings anmelden kann und auch vertreten kann, meint aber, der Zeitpunkt<lb/>
sei jetzt nicht gerade richtig. Dies ist eben die Stellungnahme der<lb/>
Handelskammer, die ÖGJ, deren Obmann <rs type="person" ref="#per__1138608">Svihalek</rs>, dagegen vertritt eben die<lb/>
Meinung der Gewerkschaftsjugend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_14">Der Vorschlag des Stadtamtsdirektors, um dem Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__1138609">Weiss</rs> von Steyr<lb/>
den Kommerzialratstitel zu verleihen, wofür auch jetzt der Bundespräsi<lb break="no"/><pb n="69-0456" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-12_0456.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dent um Prüfung ersucht hat, wird von der Handelskammer überprüft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_15">ANMERKUNG FÜR <del>HAFFNER</del> <corr><rs type="person" ref="#per__123301">VE</rs></corr>: Bitte meine Intervention bei der Handelskammer<lb/>
dem Herrn Bundespräsident mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_16">Die Bundeshandelskammer hat ihren Einspruch über die Bezeichnung der<lb/>
ehem. Bauknechtfirmen, die Auffanggesellschaft soll ja jetzt ins Handels<lb break="no"/>register eingetragen werden, zurückgezogen <del>werden</del>. Der Geschäftsführer<lb/>
der Bundesbeteiligungsgesellschaft, <rs type="person" ref="#per__1138507">Bock</rs>, hat mit dem Steirer <rs type="person" ref="#per__1138610">Heidinger</rs>,<lb/>
der jetzt der Nachfolger von LRat <rs type="person" ref="#per__128705">Fuchs</rs> wird, mit der Handelskammer,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139866">Kupka</rs>, dieses Problem bereinigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Ist damit die Sache erledigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_18"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> möchte wissen, ob jetzt eine Delegation nach Iran, wo gute Außen<lb break="no"/>handelsbeziehungen auch mit dem <rs type="person" ref="#per__109803">Khomeini</rs>-Regime jetzt bestehen, eine<lb/>
Beamtendelegation verbessern kann. Die Iraner möchten natürlich am<lb/>
liebsten einen Ministerbesuch. Ich habe mich prinzipiell vor längerer<lb/>
Zeit schon bereit erklärt, einen Flug nach den Fernen Osten in Teheran<lb/>
zu unterbrechen und dann dort auch Wirtschaftsgespräche zu führen.<lb/>
Bezüglich er Beamtendelegation habe ich <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> gesagt, werde ich mit<lb/>
Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_19"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wollte auch wissen, ob das Außenamt oder das Handelsministerium<lb/>
außer den berechtigten öffentlichen Protesten gegen die französischen<lb/>
Fremdenverkehrsbeschränkungen Maßnahmen setzen wird. Ich habe sofort<lb/>
erklärt, daß die OECD und bei der WTO entsprechende österreichische<lb/>
Beschwerden darüber neben den vielen anderen, insbesondere auch der<lb/>
EG-Länder, dort verhandelt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_20">Bei der Ministerratsvorbesprechung habe ich vorher Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs><lb/>
über diese beiden Punkte informiert. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> teilt meine Meinung, daß<lb/>
gegenüber Frankreich keine bilateralen Proteste durchgeführt werden<lb/>
sollen. Im Rahmen der OECD und der WTO wird man dies besprechen, bis<lb/>
dahin ist er genauso <choice><choice><sic>wich</sic><corr>wie</corr></choice></choice> ich fest überzeugt, daß die Franzosen entweder<lb/>
de jure oder zumindestens de facto diese Bestimmung weitestgehend aufge<lb break="no"/>hoben haben werden. Präs. <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs> wird sich gegen die eigenen<lb/>
Leute hier nicht durchsetzen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_21">Bezüglich einer Beamtendelegation nach Iran meinte <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ebenfalls, sollte<lb/>
man keinesfalls vor den Wahlen konkretere Gespräche führen. Nachher<lb/>
erscheint ihm zur Befriedigung der Iraner eine solche Delegation dringend<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte bis nach den Wahlen dilatorisch behandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_23">Mit <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> habe ich bezüglich der Flughafenbahn gesprochen, dieser<lb/>
hat mir vorgeschlagen, es soll sich GR-Kandidat <rs type="person" ref="#per__114118">Woller</rs> von der Landstraße<lb/>
sofort mit seinem Sekretär Dr. <rs type="person" ref="#per__1138611">Hammerschmid</rs> in Verbindung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_25">Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> interveniert bei mir, damit die ÖFVW mit <rs type="person" ref="#per__134175">Schanovsky</rs><lb/>
eine friedliche Lösung herbeiführen sollte. <rs type="person" ref="#per__134175">Schanovsky</rs> wird jetzt auf<lb/>
alle Fälle aus Gesundheitsgründen in ärztliche Behandlung müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_27">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> ersucht mich den Tunesienbericht auf eine Woche<lb/>
zurückzustellen. Seine Mitarbeiter behaupten, der Bericht wurde nicht<lb/>
mit dem BKA abgestimmt und hat insbesondere Bestimmungen über Entwick<lb break="no"/>lungshilfe, die er resp. das Bundeskanzleramt nicht akzeptieren können.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> sofort erklärt, das ist das erste Mal während meiner<lb/>
13-jährigen Tätigkeit, daß BKA-Vertreter erklären, sie seien über den<lb/>
Bericht nicht informiert worden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was ist hier passiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_29"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint einleitend, die Zusammenstellung der bisherigen Wahlbewegung<lb/>
zeigt, daß sie jetzt stark in Schwung gekommen ist. Die Genossen er<lb break="no"/>kennen, daß die Absolute noch Absolutre in der Tasche ist. In Innsbruck und<lb/>
in Dornbirn hat es bei seinen Versammlungen einen Widerhall gegeben<lb/>
wie nie zuvor. In den Versammlungen seien sehr viele Jugendliche, er<lb/>
hat jetzt auch den Eindruck, daß auch letzte Woche die Partei sehr stark<lb/>
aufgeholt hat. Die Meinungsbefragung hat doch ein gewisses time lag<lb/>
und er glaubt, daß wir jetzt auch um die 50 % liegen. Die <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>-Wahlwerbung<lb/>
sei ineffizient, was soll es bringen, wenn er alle Mocks in Vorarlberg<lb/>
zu einem Mittagessen einlädt. Früher wurde <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> immer als der Bürger<lb break="no"/>meister von Euratsfeld, als Niederösterreicher dargestellt, jetzt wechselt er<lb/>
auf einen Alemannen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_30">Letzte Fernsehbelangsendung der ÖVP hat dazu geführt, daß eine ÖVP-Stand<lb break="no"/>lerin vom Naschmarkt bei ihm angerufen hat und sich darüber beklagt. Sie<lb/>
<pb n="69-0458" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-12_0458.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sei ÖVP-Wählerin, kritisiert daher auch ihre eigene Partei, wird die eigene<lb/>
Partei auch weiter wählen, aber über diese Belangsendung muß sie sich auch<lb/>
beschweren. Aufgrund seiner Frage, warum sie dies nicht bei der ÖVP macht,<lb/>
meinte sie dort sei niemand zu erreichen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bezweifelt, daß Busek<add>[s]</add><lb/>
<del>seine</del> bunte Werbung, die als outriert bezeichnet, bei den Kernschichten der<lb/>
ÖVP <del>nicht</del> ankommen könne.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_31">Der Kurier mußte am Sonntag die ÖVP-Verluste zugeben, insbesondere na<lb break="no"/>türlich bei der Verlautbarung der IMAS-Erhebung über die Bekannt- und<lb/>
Beliebtheitsverluste der ÖVP-Funktionäre, insbesondere <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>. Die Kronen-<lb/>
Zeitung ist jetzt sehr feindlich eingestellt, in der Vergangenheit war<lb/>
sie zwar nicht SPÖ-freundlich, aber in Wahlzeiten hat sie sich neutraler<lb/>
verhalten. Jetzt haben der Herausgeber <rs type="person" ref="#per__97392">Dichand</rs> und der geschäftsführende<lb/>
Chefredakteur <rs type="person" ref="#per__141045">Dragon</rs> beschlossen die Grünen zu fördern, die Kronen-Zeitung<lb/>
will die sozialdemokratische Regierung stürzen, <rs type="person" ref="#per__97392">Dichand</rs> ist heute der<lb/>
reichste Mann Österreichs. Über seine Galerieprobleme möchte er sich<lb/>
nicht äußern, aber hier kann etwas nicht stimmen, hunderte Mio. sind hier<lb/>
versickert. Am kommenden Sonntag werden daher in der Blatt-am-Sonntag-<lb/>
SPÖ-Zeitung eine Breitseite gegen ihn schießen. Dies sei das einzige<lb/>
Gegenmittel. Er weiß heute schon, daß die Kronen-Zeitung aus der TV-<lb/>
Diskussion zwischen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> einen Sieg <rs type="person" ref="#per__111325">Mocks</rs> melden wird, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
sei nicht mehr kampffähig usw. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat daher von der Kronen-Zeitung<lb/>
verlangt, daß zwei Leute darüber berichten sollen, der eine wird <rs type="person" ref="#per__116965">Gnam</rs><lb/>
sein, der die Hälfte seiner Arbeitszeit am Tennisplatz verbringt, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ist auf ihn bitterböse, obwohl <add>[er?]</add> früher <rs type="person" ref="#per__116965">Gnam</rs> immer Informationen gegeben<lb/>
hat, und bezeichnet ihn als Schurke, weil er eben in der letzten Zeit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> besonders hart kritisiert. <rs type="person" ref="#per__126870">Kindermann</rs> sei der einzig Anständige,<lb/>
wenn man von <rs type="person" ref="#per__120667">Reimann</rs> noch absieht. Diesen werden aber nur positive<lb/>
Sätze aus ihren Berichten rausgestrichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_32">Ich habe mit <rs type="person" ref="#per__97392">Dichand</rs> und <rs type="person" ref="#per__141045">Dragon</rs>, die ich beide ja nur flüchtig kenne, schon<lb/>
jahrzehntelang keinen Kontakt. Ich kenne daher ihre letzten Einstellung<lb/>
nicht. Eines weiß ich nur, daß <rs type="person" ref="#per__97392">Dichand</rs> und auch <rs type="person" ref="#per__141045">Dragon</rs> die Grünen unter<lb break="no"/>stützen, weil sie sich dadurch auf alle Fälle weitere Leser erwarten.<lb/>
Daß ein so ein Massenblatt mit 2 1/5 Mio. Lesern entsprechende Politik<lb/>
machen kann, ist mir auch klar. Die besondere Grünpropaganda der Kronen-<lb/>
Zeitung aber war für mich nur ein weiterer Beweis, daß diese Leute auch<lb/>
mit Genehmigung des Herausgebers eben, sei es bei Zwentendorf oder bei<lb/>
anderen Maßnahmen, schon klar zu erkennen gegeben haben, wo sie stehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Recherchiere vorsichtigst die Grünsituation in<lb/>
der Kronen-Zeitung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_34"><add>[Daß]</add> wirtschaftlich ein sichtbarer Aufschwung kommt, meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, könne man<lb/>
noch nicht feststellen, die Tendenzen gehen dahin die Lager aufzufüllen,<lb/>
die Nachfrage aber sonst ist noch sehr schwach, kommt der Aufschwung,<lb/>
würden ihn die Regierungsmaßnahmen verstärken, kommt er aber nicht, dann<lb/>
werden eben Dämme gegen die weitere Rezession gebaut. Die ÖVP schwenkt<lb/>
jetzt auch ganz auf die Arbeitslosenproblematik und gegen die Beschäfti<lb break="no"/>gungsprogramm<add>[e]</add> ein. Die große Anzahl von Personenkraftwagen, die jetzt<lb/>
gekauft werden, die guten Aufträge auch bei VÖEST-Alpine und bei Alu<lb break="no"/>minium, obwohl die Preise noch sehr schlecht sind, seien positiv. Im<lb/>
Aluminiumkonzern, <del>aber</del> insbesondere in Berndorf, hätte das Management<lb/>
große Fehler begangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_35">Der ORF hätte im Fernsehen bezüglich der Exportmöglichkeiten noch<lb/>
Kontrollen <add>[?]</add> eine richtige Propagandasendung des CIA gebracht. Die Ver<lb break="no"/>handlungen mit den Amerikanern, die <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> wegen der Exportbeschränkung<lb/>
geführt hat, werden immer schwieriger. Jetzt verlangt man wegen der Lizenz<lb/>
von VÖEST-Alpine von Ami Exportkontrollen, auch wenn es nach Deutschland<lb/>
exportiert wird. Die Deutschen und die Schweiz akzeptieren alles, die<lb/>
Skandinavier haben auch keine Widerstandskraft mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_36">Der Mord am Palästinenser <rs type="person" ref="#per__1138624">Sartawi</rs>, ein persönlicher Freund, hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hart getroffen, diesen schätzt er wegen seiner unglaublich sauberen Ge<lb break="no"/>sinnung, er ist wirklich unersetzbar. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat sich dagegen ausgespro<lb break="no"/>chen, daß die Sozialistische Internationale den Kongreß in <add>[der]</add> Algarve in<lb/>
einem Luxushotel machen soll. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bezeichnete dies als Unfug, er<lb/>
meinte, das Luxushotel sei schon für die finanziell schwache Interna<lb break="no"/>tionale unzweckmäßig gewesen, außerdem hätte man dort eine Trennung<lb/>
der Touristen und der Gäste <choice><choice><sic>mit</sic><corr>von</corr></choice></choice> den Tagungsteilnehmern nicht herbeiführen<lb/>
können. Ursprünglich war ja der Vorschlag in Sydney, Australien, diesen<lb/>
Kongreß abzuhalten, wegen Neuwahlen aber hat die australische Arbeiter<lb break="no"/>partei ersucht ihn zu verschieben. Die Soz. Internationale lebt über<lb break="no"/>haupt über ihre Verhältnisse. Der Präsident der Internationalen, <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs>,<lb/>
hat aber auf dem Kongreß bestanden, da er den Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__1138625">Carlson</rs> weghaben<lb/>
will, mit dem er sich nicht gut verträgt, jetzt ist ein Finne, ein schwacher<lb/>
Mann, an dessen Stelle getreten. Die Terroristen prüfen ganz genau, wo<lb/>
sie den Anschlag machen, erste Voraussetzung ist, in keinem Land wo<lb/>
die Todesstrafe herrscht, zweitens, daß sie womöglich rasch flüchten<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_37"><rs type="person" ref="#per__120658">Arafat</rs> hat jetzt eine ungeheure Schwächephase, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtet,<lb/>
daß die Radikalen jetzt Führungskräfte übernehmen werden oder daß auch<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_38">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> berichtet über die Umschuldung mit Jugoslawien, die<lb/>
internationale Finanzhilfe hat vorgesehen, daß Österreich auch ein Re<lb break="no"/>gierungspaket von 100 Mio. $ übernimmt. In der Summe muß aber für 1,3 Mrd.<lb/>
$ umgeschuldet werden. Jugoslawien kommt aber auch dann mit diesem Betrag<lb/>
nicht aus. Der GD des Währungsfonds und insbesondere der Staatssekretär<lb/>
des Äußeren, <rs type="person" ref="#per__149296">Shultz</rs>, verlangen daher, die Europäer sollen 84 Jugoslawien<lb/>
die Rückzahlung stunden, von Österreich <add>[werden]</add> mindestens 300 Mio. $ verlangt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_39">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> ersucht, daß man jetzt für den Grundstückverkauf der<lb/>
Gemeinde Zell am See, <choice><choice><sic>die</sic><corr>der</corr></choice></choice> diese Pleitegemeinde eine Zeit lang retten kann,<lb/>
unbedingt genehmigen müßte. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meint, es geht nicht um die 32 Mio.,<lb/>
sondern es muß jetzt ein Ressort ein Interesse an diesem Grundstück<lb/>
dokumentieren. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> meint, als Flughafen könne man vielleicht ein<lb/>
öffentliches Interesse dokumentieren, aber das Land muß unbedingt mit<lb/>
verpflichtet werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist wieder einmal mit <rs type="person" ref="#per__108223">Lauseckers</rs> Auffassung<lb/>
sehr unzufrieden und meint, der Bautenminister oder <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> müßten<lb/>
eine Lösung finden. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> erklärt, er wird eine Konstruktion versuchen,<lb/>
damit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> dann das Geld vorstrecken kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_40"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet auch über die Verhandlungen mit der OÖ Landesregierung,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs>, über die Artikel-15a-Programme. Er meint, wenn man bei Ver<lb break="no"/>handlungen ist, gibt es eine sehr positive Kooperation, in der Öffentlich<lb break="no"/>keit schaut es dann ganz anders aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_41"><rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> hat ihm mitgeteilt, es gibt Schwierigkeiten in Osttirol und<lb/>
er möchte eine Besprechung haben, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlägt dafür den 21. April,<lb/>
nachmittags, vor.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Termin reservieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_43"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat auch von LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> ein Schreiben bekommen, dieser verlangt<lb/>
einen größeren Betrag für den Neubau der Oper in Graz. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meint,<lb/>
man wäre von 20 Mio. schon auf 50 Mio. raufgegangen, weitere Mittel<lb/>
könne er dafür nicht zur Verfügung stellen. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> möchte sich nicht<lb/>
einmischen, meint nur, die Pläne würden jetzt über 150 Mio. S ausmachen,<lb/>
bis zu 80 Mio. bei einer Drittelteilung würden auf den Bund entfallen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_44"><rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> verlangt auch eine Arbeitsplatzgarantie von der verstaatlichten<lb/>
Industrie in der Steiermark, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, darüber könne man reden,<lb/>
er müsse nur dann von der Handelskammer, aber auch für die private Wirt<lb break="no"/><pb n="69-0461" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-12_0461.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schaft eine solche Beschäftigungsgarantie bringen. Da die steirische<lb/>
Handelskammer dies sicherlich nicht zugesteht, hofft <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> diesem<lb/>
demagogischen Verlangen dadurch entgegentreten zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_45">Das Joanneum soll Aufträge für die Forschung bekommen, <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> be<lb break="no"/>hauptet, diese hätten bis zu 25 Mio verlangt, sie könne aber nichts<lb/>
geben. Das Wissenschaftsministerium hat <add>[um]</add> 1 Mio. jetzt Aufträge vergeben<lb/>
bei einer Forschungsförderungsfondssumme von 10 Mio. S. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint<lb/>
auch hier sehr ungehalten, man müsse doch konzilianter das Joanneum<lb/>
beurteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_46"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> soll für die Grenzlandförderung 5 Mio. S zur Verfügung stellen,<lb/>
er erklärt sofort, er könne dies nur, wenn <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ihm neuerdings diese<lb/>
Mittel gibt. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> verweist darauf, daß dies 1 ‰ des land- und forst<lb break="no"/>wirtschaftlichen Budgets ist und <add>[er?]</add> eben umschichten müßte. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> meint,<lb/>
das ist das selbe, was <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> verlangt, worauf <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> mit Recht argumen<lb break="no"/>tiert, der verlangt ja 3 % des Budgets einzusparen und das ist doch<lb/>
<choice><choice><sic>nichts</sic><corr>etwas???</corr></choice></choice> anderes als 1 ‰ umzuschichten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> faßt dann zusammen und<lb/>
meint, er wird LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> einen konzilianten Brief schreiben, wo er<lb/>
weitere Gespräche anbietet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_47">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> verweist darauf, daß in der Diskussion auch<lb/>
die Steiermark angegriffen werden kann, daß sie das Sonderwohnbauprogramm<lb/>
durchführt, LRat <rs type="person" ref="#per__113058">Koiner</rs> hat sogar die Althausmilliarde indirekt einge<lb break="no"/>schränkt, indem er eine Obergrenze bis 600.000 S eingeführt hat, die im<lb/>
Gesetz gar nicht vorgesehen ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwidert auch hier, da müsse<lb/>
man eben in der Steiermark unsere Zeitungen entsprechend informieren,<lb/>
damit sie mehr gegen die ÖVP Regierungsmitglieder dort polemisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_48">Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> meint, es müßten jetzt doch die Verhandlungen<lb/>
mit der EG über die Pyhrnfinanzierung weitergeführt werden. Er hätte jetzt<lb/>
für den Abschnitt Sattledt–Bosruck eine neue Variante, wesentlich billiger,<lb/>
ger, 4 Mrd. S, genehmigt. 1984 könnte mit dem Bau begonnen werden, die<lb/>
Bauzeit wäre durchschnittlich 4 Jahre, wenn die Finanzierung gesichert<lb/>
ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, es ist doch von der EG keine Finanzierung zu erwarten,<lb/>
er würde daher vorschlagen, daß man eben dann die Gastarbeiter und ins<lb break="no"/>besondere die sonstigen Autotransporte mit einer Maut belegt. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
erwidert, derzeit werden 1 1/2 Mrd. S von der Brenner-, Tauern- und Phyrn<lb break="no"/>autobahn Maut eingenommen, in Hinkunft kann es nur dann noch eine Routen<lb break="no"/>bindung geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_49"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> wird von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aufgefordert über die letzten Ergebnisse zu be<lb break="no"/><pb n="69-0462" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-12_0462.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>richten. Dieser stellt fest, daß die Wahlbeteiligung über das soziali<lb break="no"/>stische Ergebnis entscheiden wird. Eine IFES-Umfrage in der Karwoche<lb/>
hat keine Änderung bis jetzt gezeigt, feststehende Wähler 42 % für die<lb/>
SPÖ, 35 % für die ÖVP, in den Sympathieerhebungen aber nimmt die SPÖ<lb/>
bei den Männern bei den 20- bis 30jährigen und bei den Angestellten zu.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> dagegen hat abgebaut. Trotzdem hat in der Vergangenheit 4 % die<lb/>
SPÖ an die ÖVP verloren. Neun Parteien gewinnen von den Freiheitlichen<lb/>
und von der ÖVP, die Freiheitlichen verlieren nur an die ÖVP. Entschei<lb break="no"/>dend nach <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> aber ist, daß 11 % SPÖ-Sympathisanten der Meinung<lb/>
sind, daß nur durch die SPÖ ihre Interessen vertreten werden. Wenn man<lb/>
nun diese 11 % aufteilt, so ergäbe sich aufgrund, daß 77 von denen erklären,<lb/>
die Absolute resp. 78 %, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr gut ist, 100 % von ihnen sogar<lb/>
überzeugt sind, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> der Bundeskanzler wird, daher mit 4,7 % der<lb/>
Gesamtwählerschaft das Reservoir darstellen, daß bei Zurechnung jetzt<lb/>
50 % resp. sogar 50 1/2 % absolute Mehrheit herauskommt, dies glaubt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> auch durch eine zweite Erhebung, wo 1.500 im Vorjahr Gleichbe<lb break="no"/>fragte, jetzt im Jänner 83 wieder befragt, ergeben haben, daß dadurch<lb/>
der SPÖ-Anteil von 48 auf 49,1 % und der der ÖVP-Anteil von 43 auf 41,8<lb/>
abgefallen ist, aus all diesen Überlegungen meint <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, daß die absolute<lb/>
Mehrheit drinnen ist. Ich glaube, hier irrt <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>. Nach wie vor werden der<lb/>
SPÖ angekreidet Korruption, Verschwendung, Privilegien, aufgrund dieser<lb/>
Umfrageergebnisse hat jetzt die Propaganda der SPÖ eingesetzt, es geht<lb/>
um die Angst <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu verlieren, das man dem Wähler klar machen muß.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint dann die Unzufriedenheit sei ein Wählerpotential und aber<lb/>
eine echte Tragödie. In Salzburg ist es ihm geglückt bei einer Aussprache<lb/>
<choice><choice><sic>mit</sic><corr>in einer von den</corr></choice></choice> Salzburger Nachrichten organisierten Veranstaltung 300 Leute auch<lb/>
Beifall zu entlocken, als er für das Konferenzzentrum gesprochen hat.<lb/>
Die Partei hat aber die Fähigkeit verloren den Leuten alles zu erklären.<lb/>
Das gedruckte Wort ist nichts, wir kommen bei den Leuten nicht mehr durch,<lb/>
diese sagen, alles soll die Regierung machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_50"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet dann, daß im Innenministerium alles aufgebaut wird, die<lb/>
Frage, wer rein kann, hat er so entschieden, daß nur die, die in Gesamt<lb break="no"/>österreich kandidieren, im Innenministerium reingelassen werden. Damit<lb/>
kann die NDP-Gruppe <rs type="person" ref="#per__116417">Burger</rs> jetzt unter AUS kandidieren, aber auch die<lb/>
anderen, die eben nur in einzelnen Wahlkreisen kandidieren, <choice><choice><sic>raushalten</sic><corr>rausgehalten werden?</corr></choice></choice>.<lb/>
Diese werden von ihm auf die Wahlkreisbehörde verwiesen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint,<lb/>
hoffentlich wird es dann keinen Krakeeler geben, er ist sehr befrie<lb break="no"/>digt zu erfahren, daß dies mit dem ORF abgesprochen ist, sodaß dann nicht<lb/>
womöglich diese Leute noch interviewt werden. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> bestätigt, daß auch<lb/>
seinerzeit der ORF zugestimmt hat, daß man bei den Präsidentschaftswahlen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_51">Bei der Ministerratssitzung mußte ich dann schon wegrennen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat<lb/>
meine Punkte übernommen, einmal mehr hat sich bestätigt, wie sinnlos<lb/>
es ist, daß man einen Staatssekretär hat, aber in der Regierung nicht<lb/>
einmal einen Antrag stellen darf, ich bitte um Annahme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_52">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: War was los.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_53">Die Staatswappenverleihung für die <choice><choice><sic>Bauschutzfirma</sic><corr>Firma Bauschutz</corr></choice></choice> in Wels verlief sehr<lb/>
formal, wir haben uns in einer Halle zusammengefunden, die Firma hat vor<lb/>
2 Jahren einen riesigen Rückschlag erlitten, alle sind froh, daß sie sich<lb/>
so einigermaßen erfangen hat. Ein Viertel der Aufträge geht mit Korrosions<lb break="no"/>schutzanstrichen ins Ausland.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_54">Bezüglich der Fernwärmeversorgung der Stadt Linz aus dem Dampfkraftwerk<lb/>
Riedersbach wurden bei dem Welser E-Werk, einer sehr schönen Zentrale,<lb/>
wie ich feststellen konnte, Gespräche mit GD <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> von der OKA und seinen<lb/>
Vorstandsdirektoren und insbesondere Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__133689">Buchleitner</rs><lb/>
von Salzburg durchgeführt. Die OKA hat bereits 35 Mio. S für die Auskop<lb break="no"/>pelung investiert, darüber hinaus nimmt sie in Kauf, daß die Turbine,<lb/>
wenn auch nur 1 ‰, geringeren Wirkungsgrad haben wird, damit man ihr<lb/>
nicht vorwerfen kann, man hat nicht alles getan, um eine Kraft-Wärme-<lb/>
Kopplung zu ermöglichen. Die Gemeinde Salzburg wäre damit einverstanden,<lb/>
verweist aber darauf, daß sie für die 5 auf Heißwasserumstellung 500<lb/>
Mio., für die technischen Einrichtungen weitere 500 Mio. und für die 32<lb/>
km 1 Mrd. Leitungskosten hat. Diese 2 Mrd. würden eine 25 %-ige Verteuerung<lb/>
der Fernwärme bringen, was also ganz unmöglich ist. Salzburg erwartet<lb/>
daher, daß eine Trägerschaft gefunden wird, natürlich unter Beteiligung<lb/>
des Landes. Der Landesvertreter Arch. <rs type="person" ref="#per__1138626">Altbach</rs>, den ich aufforderte auch<lb/>
dazu Stellung zu nehmen, meinte, er sei hier nur als Beobachtung. Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> von der EVA erklärt, sie hätten das Gutachten, das die Studienge<lb break="no"/>sellschaft, Dr. <rs type="person" ref="#per__1138627">Kortina</rs>, erstellt hat geprüft, sie seien auch der Meinung,<lb/>
man könne die OKA nicht weiter belasten, eine weitere Frage sei, ob die<lb/>
SAKOG dann längerfristig Kohle liefern könnte. Vorstandsdirektor <rs type="person" ref="#per__118726">Hoch<lb break="no"/>wimmer</rs> von der OKA meinte, er hätte jetzt mit der SAKOG einen Vertrag<lb/>
für 10 Jahre + weitere 5 Jahre vereinbart. Ich erklärte sofort, ich<lb/>
sehe bei der Kohlebeschaffung überhaupt keine Probleme, sollte das Inland<lb/>
nicht liefern können, würden wir schon allein aus handelspolitischem Inter<lb break="no"/>esse daran brennendst interessiert sein aus Europa die Kohle jederzeit<lb/>
bekommen <add>[zu]</add> können. Dkfm. <rs type="person" ref="#per__1138628">Weber</rs> von den Salzburger Stadtwerken meinte, die<lb/>
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Verkauf dann einen Verlust von 30 Mio. S pro Jahr und weitere Mehrkosten<lb/>
von 30 Mio. S pro Jahr verkraften müssen. Trotzdem seien die Salzburger<lb/>
bereit, wenn ich als Vorsitzender die Landesregierung von Salzburg, aber<lb/>
auch von OÖ zu mir bitten würde, um dann über die Trägerschaft entsprechende<lb/>
Verhandlungen zu führen. Dazu erklärte ich mich bereit, allerdings erst<lb/>
nach den Wahlen, da vor den Wahlen ja beide Landeshauptleute abgelehnt<lb/>
haben zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_55">Von den 8,3 Mrd. S Fernwärmeausbau im dritten Beschäftigungsprogramm sind<lb/>
jetzt 2,2 Mrd. von Wien verbraucht, 900 Mio. habe ich sofort den OÖ zuge<lb break="no"/>sagt für Fernwärme Timelkam, Vöcklabruck, es stehen daher noch immer 5,2<lb/>
Mrd. zur Verfügung. Über die technischen Details wurde dann unter Vorsitz<lb/>
von MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> mit den einzelnen Fachleuten verhandelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_56">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Was ist dabei herausgekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_57">Die Staatswappenverleihung an die Fa. Bombardier-Rotax begann mit einem<lb/>
Betriebsbesuch; da mir der Dir. <rs type="person" ref="#per__1138629">Pötzlberger</rs> den ganzen Betrieb zeigen<lb/>
wollte, den ich übrigens auch schon gekannt habe, weil ich vor etlichen<lb/>
Jahren den 2-millionsten Motor gestartet habe, sind wir verhältnis<lb break="no"/>mäßig leider viel zu schnell durchgerast. Bei der Endkontrolle der<lb/>
Motoren konnte ich neuerdings einen <sic>Zweimillionen x fachen</sic>, in der<lb/>
Zwischenzeit sind wieder 1/2 Mio., davon fast 80 % Export, erzeugt worden,<lb/>
anwerfen. <rs type="person" ref="#per__1138629">Pötzlberger</rs> erinnerte dann bei der Ansprache, daß das Handels<lb break="no"/>ministerium mit Hilfe der Zulieferungsverhandlungen jetzt auch IBM<lb/>
veranlaßt hat mit 40 Mio. bei ihnen Aufträge zu vergeben. Der Vertreter<lb/>
der Handelskammer, Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__1138630">Mitterbauer</rs>, verwies in seiner Ansprache, da<lb/>
jetzt eine kleine Zeitung gemeint hat, es ist ein Ausverkauf bei Staats<lb break="no"/>wappen zu verzeichnen, die Fa. Rotax aber ist auch nach Meinung der<lb/>
Handelskammer ein Betrieb, der es sich wirklich verdient. Ich bin auf<lb/>
dieses Ausverkaufsargument selbstverständlich eingegangen und meinte,<lb/>
nicht ich entscheide, wer ein Staatswappen zu bekommen hat, sondern eben<lb/>
die Handelskammer und die AK. Damit will ich meine Verantwortung nicht<lb/>
abwälzen, wohl aber feststellen, daß in der Begutachtung immer diese<lb/>
beiden Institutionen das führende Unternehmen bestätigt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_58">Der Rundgang bei der Welser Messe war wie üblich, die AK hat ausgestellt,<lb/>
was sie für die Freizeitgestaltung macht, sehr beeindruckende Leistungen<lb/>
in Hinterglasmalerei und Holzschnitzerei, vor allem aber auch im Dirndl<lb break="no"/>nähen und sonstige Aktivitäten. Das WIFI wieder hat entsprechende Aus<lb break="no"/>bildungsleistungen gebracht, die Preisverleihung konnte ich diesmal ja<lb/>
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Stand. Das Geschäft geht insbesondere am Wochenende sehr gut, die Länder<lb/>
Bgld., NÖ, Stmk., u. Ktn. haben eine eigen Halle, die anderen Länder haben<lb/>
scheinbar kein besonderes Interesse, zumindestens an dieser Messe. Die<lb/>
Welser Messe hat jetzt auch einen Plakatwettbewerb durchgeführt, ich<lb/>
habe dem Präs. LRat <rs type="person" ref="#per__115673">Neuhauser</rs> sofort erklärt, da wird jetzt Dr. <rs type="person" ref="#per__115175">Norden</rs><lb/>
v. Tourist Austria erklären, man hätte seine Idee kopiert, jede Frem<lb break="no"/>denverkehrsplakataktion erscheint mir persönlich aber sehr zweckmäßig.<lb/>
Den ersten Preis erhielt Bgld., den zweiten Wien und den dritten Vbg.<lb/>
Die Oberösterreicher wollten scheinbar unbedingt dokumentieren, daß sie<lb/>
keinen Lokalpatriotismus haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-12_59">Geendet hat dann dieser Rundgang bei einem Empfang der Welser Kaufmann<lb break="no"/>schaft und <choice><choice><sic>eine</sic><corr>mit einer</corr></choice></choice> Plakettenverleihung an Aussteller, die sich eben längere<lb/>
Zeit schon bei der Welser Messe beteiligen. <rs type="person" ref="#per__115673">Neuhauser</rs> ersuchte mich um<lb/>
eine kurze Ansprache, ich bedankte mich bei allen, die <choice><choice><sic>am</sic><corr>zum</corr></choice></choice> Zustandekommen<lb/>
dieser Welser Messe immer wieder beitragen und habe dann jedem per<lb break="no"/>sönlich die Plakette überreicht. Die Umfrage bei den einzelnen Aus<lb break="no"/>stellern ergab, daß diese mit dem bisherigen Ergebnis sehr zufrieden<lb/>
sind. Überrascht haben sie selbst bestätigt, waren sie über die ver<lb break="no"/>hältnismäßig gute Bestellung und vor allem das große Kaufinteresse. In<lb/>
meiner Ansprache habe ich auch darauf verwiesen, daß wir dies alles<lb/>
sehr dringend brauchen. Der von den Prognostikern schon so lange ange<lb break="no"/>sagte Konjunkturaufschwung könnte jetzt vielleicht doch endlich einmal<lb/>
eintreten.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 172. Ministerratssitzung, 12.4.1983</head>
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            <head>Nachtrag TO 172. Ministerratssitzung, 12.4.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <occupation>Energieverwertungsagentur</occupation>
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               <occupation>VdU-Politiker, Journalist</occupation>
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