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            <title type="main">Dienstag, der  5. April 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band69_1983-04-05</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_01">Dienstag, 5. April 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_02">Der jugoslawische Botschafter <rs type="person" ref="#per__134193">Pesic</rs> brachte mir ein Antwortschreiben<lb/>
des Finanzminister <rs type="person" ref="#per__1138170">Florjancic</rs> als Vorsitzender der Gemischten jugoslawi<lb break="no"/>sch-österreichischen Kommission wegen der Kooperationsverzögerungen.<lb/>
Österreichische Firmen hatten sich bei mir beschwert, daß die jugoslawi<lb break="no"/>sche Zentralstelle schon mit Betrieben vereinbarte Kooperationen nicht<lb/>
bestätigte. Die einzelnen Fälle wurden dargelegt und der Grund der<lb/>
Nichtbestätigung angeführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Firmen sofort verständigen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_04">Auch die Erleichterung der Depotpflicht für ausreisende Jugoslawen<lb/>
insbesondere im kleinen Grenzverkehr, bisher 5, in Zukunft 12 Grenzüber<lb break="no"/>tritte ohne Depot, wurden erwähnt. Ich habe dem Botschafter mitgeteilt,<lb/>
daß ich mit der slowenischen Fremdenverkehrsministerin <rs type="person" ref="#per__1137799">Mitic</rs> bei der<lb/>
GAST über dieses Problem auch gesprochen habe und von den Erleichterun<lb break="no"/>gen wußte. Trotzdem appellierte ich neuerdings an die jugoslawische<lb/>
Seite die beabsichtigte begrenzte Maßnahme bis 31.12.83 nicht zu ver<lb break="no"/>längern. Vom Botschafter wurde klargestellt, daß die Begrenzung von<lb/>
der Regierung vorgeschlagen wurde. Der Verfassungsgerichtshof, der ja<lb/>
wegen dieser Maßnahme in Belgrad angerufen wurde, hatte nämlich nur<lb/>
festgestellt, daß eine solche Maßnahme begrenzt sein muß. Frankreich,<lb/>
ein wesentlich reicheres Land als Jugoslawien, hat jetzt auch Begrenzun<lb break="no"/>gen im Tourismus eingeführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_05">Der Botschafter kam dann auf die Fragen der Finanzschulden zu sprechen.<lb/>
Er hofft, daß Österreich einen Beistand Jugoslawien gewährt und insbe<lb break="no"/>sondere bilateral entsprechende Maßnahmen setzt. Mit Großbritannien<lb/>
hätten sie bereits ein Abkommen geschlossen, mit dem Internationalen<lb/>
Währungsfonds und anderen seien sie jetzt in Verhandlungen. Ich sollte<lb/>
bei Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> wegen rascher Erledigung intervenieren. Das<lb/>
jugoslawisch-österreichische Kontaktkomitee hat jetzt im Burgenland ge<lb break="no"/>tagt und dort insbesondere über Drittländerkooperationen und über die<lb/>
Kompensation, die jetzt in den letzten Jahren eingerissen ist, gesprochen.<lb/>
Die Weizen-Kohle-Kompensation sollte nur vorübergehend sein, Jugoslawien<lb/>
möchte einen langfristigen Vertrag von jährlichen Lieferungen von<lb/>
800.000 bis 1 Mio. to.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte diese Kohlenexportwünsche den Jugo<lb break="no"/>slawen sofort überprüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_07">Vor der Ministerratsbesprechung habe ich mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs>, der<lb/>
ja die ganzen finanziellen Fragen im Finanzministerium bearbeitet, über<lb/>
die Umschuldung der Jugoslawen gesprochen. Österreich wäre bereit die<lb/>
60 Mio. für Exportkredite und 40 Mio. für Finanzkredite sofort abzu<lb break="no"/>schließen. Jetzt aber wollen die anderen Länder, daß doch die Regierungen<lb/>
mit den Banken die staatsverbürgten und die anderen Kredite generell<lb/>
umgeschuldet werden. Er erklärte mir, mit Jugoslawien gibt es jetzt<lb/>
von den anderen Staaten stets neu auf<del>zu</del>tauchende große Schwierigkeiten.<lb/>
Er wird sich auf alle Fälle bemühen zu einer entsprechenden Lösung<lb/>
zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_08">Mit Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> besprach ich die, wie wir beide ja sofort verlangt <add>[haben,]</add><lb/>
gemeinsamen Proteste gegen die Reisebeschränkungen Jugoslawiens. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs><lb/>
war auch sehr verwundert, daß es jemand gegeben hat, insbesondere Beamte<lb/>
in manchen Ministerien, die ernstlich geglaubt haben, man könnte gegen die<lb/>
Franzosen nicht protestieren. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> vertrat genau die selbe Meinung wie<lb/>
auch ich, daß wir als neutraler Staat, wenn wir von irgendwelchen Maßnahmen<lb/>
getroffen werden, sowohl gegen Osten als auch im Westen die gleichmäßige<lb/>
Protestaktion starten müssen. Daß es über eine Aktion sowohl im Osten<lb/>
als auch im Westen nicht hinausgehen wird resp. wir kaum Maßnahmen<lb/>
dagegen ergreifen können, ist eine zweite Sache. Der größte Fehler wäre<lb/>
aber gewesen, hätten wir gegenüber Frankreich geschwiegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_09"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eröffnete die Ministerratsvorbesprechung, indem er Sozialmini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> sofort ersuchte über die Arbeitsmarktsituation zu berich<lb break="no"/>ten. Dieser hat dann nur die schon bekannten Märzziffern, 30.000 Arbeits<lb break="no"/>lose weniger, davon die Hälfte Bauarbeiter, auch ein Rückgang der jugend<lb break="no"/>lichen Arbeitslosen von 44.000 auf 37.700, berichtet. Noch immer mußte er<lb/>
aber zugestehen, daß 36.000 Arbeitslose mehr Ende März waren als im Vorjahr.<lb/>
Über die Aprilsituation kann er nichts sagen, die Wintersaison ist jetzt<lb/>
zu Ende und niemand weiß jetzt schon, wie sich das Ende der Fremdenver<lb break="no"/>kehrssaison auswirkt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies dann nur darauf, daß im Ausland<lb/>
die Arbeitslosenziffern nicht rückgängig sind, sehr zum Unterschied von<lb/>
Österreich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_10"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte über die politische Lage könnte er nicht referieren, denn<lb/>
es gibt keine politische Lage in Österreich. Was die Außenpolitik be<lb break="no"/>trifft, möchte er doch jetzt einmal die komische Tour von Bundespartei<lb break="no"/>obmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> kurz erwähnen. Begonnen hat diese mit dem Versuch die<lb/>
USA gegen Österreich auszuspielen. Insbesondere der jetzt auf der Na<lb break="no"/>tionalratsliste gut gereihte <rs type="person" ref="#per__1138513">Khol</rs>, der <rs type="person" ref="#per__97991">Steiner</rs>, von dem <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ja über<lb break="no"/><pb n="69-0415" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-05_0415.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>haupt nichts hielt, ausgestochen hat, versuchte mit <rs type="person" ref="#per__1138034">Douglas</rs> und etlichen<lb/>
anderen, die er nach Österreich gebracht hatte, die Außenpolitik zu kon<lb break="no"/>terkarieren. Der zweite Schritt war dann die Vereinigung, der <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> vor<lb break="no"/>steht, die europäische konservative Union. Der dritte war dann, daß er<lb/>
den Regierungschef <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> und seinen Gegenspieler nach Österreich einge<lb break="no"/>laden hat. Jedermann fragte, wer ihn dazu ermächtigt hat. Viertens war<lb/>
er dann Stolz <rs type="person" ref="#per__114973">Kohl</rs> nach Österreich eingeladen zu haben, mit dem er ja<lb/>
jetzt wieder Gespräche geführt hat. <rs type="person" ref="#per__114973">Kohl</rs> hat sich aber im Fernsehen oder<lb/>
der Presse überhaupt nicht geäußert. Der fünfte und schwerste Rückschlag<lb/>
war, daß der Südtiroler Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__133633">Magnago</rs> die Südtirolpolitik<lb/>
besprochen hat, erklärte, er sei mit dem Ballhausplatz sehr zufrieden, ins<lb break="no"/>besondere mit Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>. Am lächerlichsten aber hat sich jetzt<lb/>
der ÖVP-Abg. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> gemacht, der die Schuld über die Weltwirtschaftskrise<lb/>
den Sozialdemokraten und den Sozialisten in die Schuhe schieben will. Darüber<lb/>
kann man ja allgemein nur lachen und die AZ hat ja auch eine entsprechende<lb/>
Glosse darüber geschrieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_11">Der Brief des Industriellen Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__123315">Krejci</rs> an GM zeigt die positive<lb/>
Einstellung der Industriellenvereinigung nicht zuletzt deshalb, weil <del>sie</del><lb/>
GM der Industriellenvereinigung beigetreten ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_12">Mit den Bayern, CSU und BMW, gibt es jetzt schwere Auseinandersetzungen,<lb/>
ursprünglich wollte nämlich BMW eine ganze Fertigung in die Nibelungen<lb break="no"/>werke der SDP verlegen, das wäre für diese Produktionsstätte von unge<lb break="no"/>heurer Bedeutung gewesen, dagegen aber hat sich die CSU mit allen Mitteln<lb/>
gewehrt, weshalb jetzt diese Produktion in Regensburg aufgebaut wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_13"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet dann über die gemeldeten Parteien für die Nationalrats<lb break="no"/>wahl, SPÖ, ÖVP, FPÖ, KPÖ kandidieren mit den VGÖ in allen Ländern, die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97793">Olah</rs>-Partei in Wien, Vorarlberg, Tirol und Steiermark, die Halt Ausländer<lb/>
nur in Wien, diese Partei wurde zwar nicht registriert, dies hatte das<lb/>
Innenministerium durch Einspruch verhindert, weshalb die Anmelder jetzt<lb/>
beim Verwaltungsgerichtshof diese Frage anhängig machten, für die Wahl<lb/>
aber ist es ganz uninteressant, wie dieser Streit ausgeht, denn mit den<lb/>
notwendigen Unterschriften sind sie als wahlwerbende Gruppe automatisch<lb/>
zugelassen. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet, daß in Vorarlberg vor Ostern ein mäßiger<lb/>
Besuch bei seinen Versammlungen war, aber großes Interesse der An<lb break="no"/>wesenden dann festzustellen war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_14">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> meinte, sie stelle wieder fest, daß die älteren<lb/>
Leute die Zinsertragssteuer nicht verstehen und noch immer glauben, daß<lb/>
es sich um eine Sparbuchsteuer handelt. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> erwiderte, daß eine Mei<lb break="no"/><pb n="69-0416" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-04-05_0416.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nungsbefragung genau ergeben hatte, daß sich die Leute davon nicht be<lb break="no"/>troffen fühlen und daß die Aufklärungskampagne, die eingesetzt, hat sich<lb/>
sehr gut bewährt. Insbesondere der Hinweis, daß es bei der Kontrolle der<lb/>
Automatenhersteller geglückt ist bei einem Schottergrubenbesitzer ein<lb/>
Sparbuch über 40 Mio. S zu finden, wovon kein einziger Groschen Steuer<lb/>
von ihm abgeführt wurde, gilt als typisches Beispiel. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, daß<lb/>
die Zinsen jetzt allgemein sinken, weshalb die Frage der 100.000 S zum<lb/>
Eckzinsfuß sehr aktuell wären. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meinte, der Eckzinsfuß sei<lb/>
tabuisiert, die Sparkasse, die Erste, GD <rs type="person" ref="#per__127779">Haumer</rs>, versucht jetzt gegen diese<lb/>
Zinsertragssteuer die Banken mehr zu mobilisieren. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint auch,<lb/>
daß das Wahlverhalten wegen der Zinsertragssteuer wenig beeinflußt wird,<lb/>
die große Gefahr bestehe wegen der allgemeinen Meinung, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird<lb/>
nach der nächsten Wahl sowieso Bundeskanzler sein. Man müsse daher<lb/>
alles jetzt noch in den letzten drei Wochen mobilisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_15"><rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> berichtete die Tagesordnung und meinte, der Wunsch des Landesver<lb break="no"/>teidigungsministers im technischen Versuchsbeirat Punkt 18 anwesend zu<lb/>
sein, wird von ihm akzeptiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_16"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtet über das ungeheure Presseecho, das die Seuche in Piber<lb/>
ausgelöst hat. Er wurde während der Feiertage von Deutschland, Amerika<lb/>
und natürlich den österreichischen Reportern ständig angerufen. Es hat<lb/>
nie eine Nachrichtensperre gegeben, wohl aber hatte er versucht, daß das<lb/>
Gestüt, bevor es dann offiziell gesperrt wurde, auch nicht von Journali<lb break="no"/>sten überlaufen wird, die dann womöglich auch zur Spanischen Hofreit<lb break="no"/>schule gleich nach Wien gekommen wären. Bis jetzt sind 8 Stuten und 28<lb/>
Fohlen verstorben, noch gefährdet ist eine Stute mit zwei Fohlen, die<lb/>
Zuchtbasis muß erweitert werden. Über die Impfung und die Maßnahmen<lb/>
hat er einen mündlichen Bericht schriftlich dem Ministerrat vorgelegt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkte dazu, wir sind scheinbar die einzige Regierung, die ein<lb/>
solches Problem auf der Tagesordnung hat, seinerzeit hat es in Schwe<lb break="no"/>den auch eine solche Seuche unter den Rentieren gegeben. <rs type="person" ref="#per__1138655">Gustav V</rs>., der<lb/>
damals schon sehr <choice><choice><sic>veraltert</sic><corr>alt</corr></choice></choice> war, verstand immer, daß man die Tiere, er<lb/>
verwechselte das mit den Lappen, eben in der Anzahl von so und so<lb/>
viel Stück schlachten müsse. <rs type="person" ref="#per__1138655">Gustav</rs> bemerkte dann nur, muß dies sein?<lb/>
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das Sozialministerium, Arbeitsinspektorat, beigezogen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_18"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> verwies darauf, daß der Europarat 84 beabsichtigt eine Diskussion<lb/>
über die Ergebnisse des Nord-Süd-Dialogs abzuhalten und dies<add>[er]</add> nach Öster<lb break="no"/>reich kommen würde<del>n</del>, die Miete für die Konferenzräume in der Hofburg<lb/>
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Steuerhinterziehung durch Unterschleife eines Mitarbeiters, nicht aus<lb/>
der ARGE gekündigt werden kann und sollte. Die Finanzprokuratur hat<lb/>
eindeutig festgestellt, daß das IAKW, also die Gesellschaft, davon nicht<lb/>
berührt ist. Hier handelt es sich um reine Steuerhinterziehung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_20">Beim AKH hat die ARGE Kernbau 78 Mio. S rückzahlen müssen, die ARGE Sani<lb break="no"/>tär, wo die Schweißnähte nicht in Ordnung sind, hat jetzt eine Haftungs<lb break="no"/>rücklage von 50 Mio. S bei der Länderbank verloren, die die jetzige<lb/>
Baufirma von der VÖEST-Alpine, <choice><choice><sic>Pahrmed</sic><corr>Vamed</corr></choice></choice>, eingezogen hat. Die Sanitäranlagen,<lb/>
die Rohre müssen neu verlegt werden, bei den Schweißnähten wurde kein<lb/>
zusätzliches Gas, das vorgeschrieben war, verwendet, wodurch die agressiven<lb/>
Abwässer die Röhren, die teilweise schon einbetoniert waren, früher oder<lb/>
später durchfressen würden. Er erwartet, daß niemand hier interveniert.<lb/>
Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> verwies darauf, daß die von der ARGE Sanitär<lb/>
betroffenen Firmen sich bei der Metallarbeitergewerkschaft durch die<lb/>
Betriebsräte beschwert haben. Seinerzeit wurden die Rohre abgenommen,<lb/>
jetzt kommt man drauf, daß sie angeblich jetzt nicht entsprechen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> wird nicht intervenieren.<lb/>
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Ungarnflüchtlings schreibt, den er seinerzeit als Außenminister so wie<lb/>
vielen anderen für ihren Einsatz gedankt hat. Mehr hat er mit diesem<lb/>
Mann nicht zu tun gehabt.<lb/>
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die 50 Mio., <del>die</del> der Kreditbetrag, <choice><choice><sic>die</sic><corr>den</corr></choice></choice> der Bund zur Verfügung stellt, im<lb/>
Ministerratsvortrag vergessen wurde.<lb/>
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Schlamperei bei den Wählerlisten berichtet, hier hat eine Partei sich<lb/>
in Wien reinreklamiert und wurde daher automatisch aus Gablitz gestri<lb break="no"/>chen, es ist alles von ihm geprüft und in Ordnung befunden worden. Die<lb/>
Kronen-Zeitung hat halt nur einmal einen entsprechenden Aufmacher ge<lb break="no"/>wollt.<lb/>
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daß Frau Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> leider erkrankt ist, wie ich sie auch<lb/>
bei der Sitzung entschuldigte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_25">Bei den einzelnen Punkten wurden die Maßgabebeschlüsse gefaßt, das heißt,<lb/>
der betreffende Minister sagt mit Maßgabe der Änderungen resp. der Vorbe<lb break="no"/>halte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_26"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtete dann noch über die Arbeitsmarktsituation ganz kurz<lb/>
und verwies eben auf die Unterlagen, die er verteilt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_27">Ein <rs type="person" ref="#per__1138656">Alexander Wecera</rs> will eine Fremdenverkehrsinformation über Wien<lb/>
im Paßformat herausbringen. Die Auflage wäre 150.000 Stück und 250.000<lb/>
S Kosten. Ich habe ihm sofort gesagt, ohne daß hier Dr. <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs> von der<lb/>
Wiener Fremdenverkehrswerbung mitmacht, geht dies nicht. Ähnliche Infor<lb break="no"/>mationen, Wien bei Nacht, Wochenspiegel, dieser kostet 15 S, oder Hallo<lb/>
Wien um 20 S, liegt ja schon auf. Bezüglich der 20 S Hallo Wien stellte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138656">Wecera</rs> fest, daß diese Idee von ihm gewesen ist und dann ein anderer<lb/>
nur ihm zuvor gekommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_29">Vor dem Besuch <choice><choice><sic>im Rudolfsspital</sic><corr>in der Rudolfstiftung</corr></choice></choice> mit Bez.Vst. <rs type="person" ref="#per__144759">Reviczky</rs> hatte ich regel<lb break="no"/>rechtes Bauchweh. Ich habe nämlich schon, als man diese Idee geboren<lb/>
hatte, es wird nicht sehr gut sein, wenn man jetzt vor den Wahlen mit<lb/>
solchen Anstaltsbesuchen beginnt. Zum Glück wurde ich dort vom Leiter<lb/>
des Spitals, Prim. <rs type="person" ref="#per__114826">Huber</rs>, nicht nur empfangen, sondern auch dann noch be<lb break="no"/>gleitet, dieser mobilisierte die entsprechenden Schwestern, insbesondere<lb/>
die Oberschwester und der Verwalter haben sich dafür sehr eingesetzt,<lb/>
sodaß ich tatsächlich zu Patienten gebracht wurde, die schon längere<lb/>
Zeit keinen Besuch gehabt haben. Allgemein habe ich dort halt meinen<lb/>
üblichen Wiener Schmäh laufen lassen und übereinstimmend wurde dann<lb/>
von den begleitenden Schwestern und, wie mir auch abends gesagt wurde,<lb/>
auch von allen Patienten mein Besuch dort als positiv gewertet. Ich glaube<lb/>
eher, daß es bei den sozialistischen Sympathisanten gut aufgenommen<lb/>
wurde, bei Gegnern, die sich natürlich dort nicht geäußert haben, Prim.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114826">Huber</rs> ging in seiner Station vor mir rein und sagte, der Minister kommt<lb/>
euch besuchen, was sicherlich positiv wirkt, überdeckte die ev. Kritik<lb/>
Andersdenkender. Leider mußte ich feststellen, daß meine Begleitung nur<lb/>
bereit war die Blumen zu verteilen, niemand versuchte, auch Bez.Vst.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__144759">Reviczky</rs> nicht, mit den Patienten auch in Kontaktgespräche zu kommen.<lb/>
Scheinbar ist es wirklich nur meinem sonnigen Gemüt zuzuschreiben, daß<lb/>
es mir gelingt mit den Patienten oder überhaupt mit allen Menschen sofort<lb/>
irgendwie Kontakt zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_30">Der Pensionistenverband Margareten hatte einen vollbesetzten Saal, der<lb/>
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sogar die Leute noch stehen, ich erklärte ihm sofort, bei Pensionisten<lb/>
sollte man dies gar nicht einkalkulieren und gar nicht erwarten. Mein<lb/>
Referat wurde wohlgefällig aufgenommen, mit entsprechenden lustigen Bei<lb break="no"/>spielen versuche ich ja immer wieder gerade bei Pensionsriten eine humor<lb break="no"/>volle Note in noch so für sie wichtigen Fragen wie eben die Zinsertrags<lb break="no"/>steuer zu bringen. Anschließend war ein Bunter Nachmittag, selbstverständ<lb break="no"/>lich habe ich dann auch mit der Mundharmonika und der Kapelle ein<lb/>
wenig musiziert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_31">Bei der Bezirksvorstandssitzung auf der Landstraße wurden technische<lb/>
Probleme der Wahlwerbung besprochen, auch die Herbstarbeit wurde be<lb break="no"/>züglich der beabsichtigten Kirtagsveranstaltung resp. sonstiger Budget<lb break="no"/>posten diskutiert. Erstmals erlebte ich, daß unser Kassier <rs type="person" ref="#per__1138190">Dolinek</rs>, der<lb/>
ja unbezahlbar ist <choice><choice><sic>hat</sic><corr>und</corr></choice></choice> unsere Schulden durch seine aufopfernde Arbeit<lb/>
und genaue Analyse sowie Budgeteinhaltung wesentlich reduziert, auch<lb/>
erklärte, wenn man neue Beschlüsse faßt, muß man auch über die finanzielle<lb/>
Deckung sprechen. Wenn man Maßnahmen streicht wie z.B. den Kirtag, der<lb/>
Einnahmen gebracht hätte, muß man sich den Kopf zerbrechen, was dafür<lb/>
geschehen sollte. Wäre <rs type="person" ref="#per__1138190">Dolinek</rs> schon immer bei uns Kassier gewesen,<lb/>
wären wir nicht in fast 1 Mio. Schuld reingekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_32">Der Wunsch der JG sofort in den Vorstand kooptiert zu werden wird von<lb/>
einer Aussprache mit dem Vorstand der JG abhängig gemacht. Die Ent<lb break="no"/>wicklung der JG in Wien ist etwas sehr Betrübliches. Auf der Landstraße<lb/>
sind es ganze 20 Personen, die sich bereit erklärt haben, bei der JG mitzu<lb break="no"/>machen. Einige davon sympathisieren mit der Alternativen Liste, einer z.B.<lb/>
ist überhaupt schon dort auf dieser Liste als Kandidat an vierter Stelle;<lb/>
wenn man bedenkt, daß bei der JG nichts notwendiger wäre als eine Be<lb break="no"/>reitschaftserklärung mitzuwirken, ist das Ergebnis ein nicht sehr befrie<lb break="no"/>digendes. Diese Situation ist nicht nur auf der Landstraße so, sondern,<lb/>
wie ich aus dem Wiener Vorstand weiß, in ganz Wien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_33">Im Bezirksausschuß wurde dann von mir das politische Referat gehalten<lb/>
und anschließend gab es eine verhältnismäßig kurze Diskussion. Auch<lb/>
über die technischen Maßnahmen bis zur Wahl und Maßnahmen, die es noch<lb/>
zusätzlich gibt wie Preisschnapsen, um eben Wahlspenden damit zu bekommen,<lb/>
wurde viel länger diskutiert. Die ganze Sitzung war aber verhältnismäßig<lb/>
kurz, da bereits vorher von einem Fotografen Aufnahmen im Arenbergpark<lb/>
gemacht wurden, anschließend daran hat ein anderer ab Abend alle Bezirks<lb break="no"/>räte fotografiert, die jetzt entsprechende Visitkarten mit Aufdruck<lb/>
ihres Bildes bekommen sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_34">In einer Wahlbewegung kann ich immer wieder feststellen, spielen dann<lb/>
die politischen Maßnahmen gar nicht so eine große Rolle für unsere<lb/>
Funktionäre als die technischen Details an Abwicklungen von Aktionen.<lb/>
Da muß ich dann erkennen und stelle das mit Freude fest, daß der größte<lb/>
Teil der Funktionäre meint, diskutieren wir gar nicht mehr viel, gehen<lb/>
wir an die Arbeit, damit wir vielleicht doch noch die Wahl gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-04-05_35">Unter Wahl gewinnen verstehen unsere Funktionäre, daß die absolute Mehr<lb break="no"/>heit wieder erreicht wird, sie können daher auch nicht verstehen, daß<lb/>
mit den Aussagen von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und anderen Spitzenfunktionären, was ge<lb break="no"/>schehen soll, wenn wir die absolute Mehrheit nicht erringen, welche Koa<lb break="no"/>lition, ob eine Koalition, ob eine Minderheitsregierung, wer diese Minder<lb break="no"/>heitsregierung führt usw., in der Öffentlichkeit so viel rumdiskutiert<lb/>
wird. Sie sehen darin nur eine Verunsicherung ihrer Arbeit. Ich mußte<lb/>
dieser Kritik auch zustimmen. Die Verunsicherung geht jetzt so weit,<lb/>
daß mich sogar der Schauspieler <rs type="person" ref="#per__114511">Muliar</rs>, mit dem ich ja in der Vergangen<lb break="no"/>heit viel gemeinsame Wahlpropaganda betrieben habe, angerufen hat und<lb/>
fragte, <rs type="person" ref="#per__97985">Stari</rs>, du bist der einzige, den ich jetzt noch fragen kann, wie<lb/>
wirds weitergehen. Ich habe genauso meine Bedenken geäußert, wie ich<lb/>
dies jetzt seit Monaten bei mir im Büro und sonstwo mache, wenn ich<lb/>
unter sozusagen 4 und 6 und 8 Augen gefragt werde, welche Wahlprognose<lb/>
ich stelle, ich fürchte noch immer trotz des Streits zwischen <rs type="person" ref="#per__112571">Tollmann</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs>, daß die Grünen ihr Grundmandat und damit mindestens 4 Mandate<lb/>
erhalten, in den Nationalrat einziehen und damit die absolute Mehrheit<lb/>
der SPÖ gefährdet ist.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 171. Ministerratssitzung, 5.4.1983</head>
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