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            <title type="main">Samstag, der 26. März 1983 bis Montag, der  4. April 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band69_1983-03-26</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_01">Samstag, 26. März, bis Ostermontag, 4. April 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_02">In der Osterwoche wurde vorgesehen, sollte der politische Wahlkampf<lb/>
ruhen, ganz wurde <choice><choice><sic>er</sic><corr>dies</corr></choice></choice> weder von den Parteien noch von mir persönlich<lb/>
eingehalten. Samstag Nachmittag hatten die Mandatare auf der Landstraße<lb/>
vorgenommen für den Wildganshof Tische und Bänke zu basteln und dort<lb/>
aufzustellen. Als wir dieses Programm im Präsidium besprachen, habe ich<lb/>
sofort erklärt, ich könnte höchstens Schmäh führen kommen, meine Tischler<lb break="no"/>kenntnisse reichen keinesfalls aus, um dort wirklich solide Tische und<lb/>
Bänke hinzustellen. Landessekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs>, der kein gelernter<lb/>
Tischler ist, hatte aber darauf bestanden, daß er sehr wohl, allerdings<lb/>
mit einem gelernten Tischler, diese Arbeit gerne machen wird. Zu meiner<lb/>
größten Überraschung mußte ich feststellen, daß er tatsächlich ein<lb/>
sehr geschickter Bastler ist, das Wetter war saumäßig, die Arbeit wurde<lb/>
kaum von jemandem beachtet, die Tische und Bänke werden dann dort stehen,<lb/>
einige Leute werden wissen, daß sie die Sozis gemacht haben, andere<lb/>
werden sagen, na klar, vor der Wahl wollen sie sich in Erinnerung rufen.<lb/>
Die meisten aber werden überhaupt nicht die Segnungen dieser Ruheplätze<lb/>
genießen oder anerkennen, daß die wirklich von sozialistischen Mandataren<lb/>
gemacht wurden. Alle diese Aktivitäten, habe ich immer das Gefühl, werden<lb/>
hauptsächlich für die Berichterstattung und für den Aktivitätsnachweis<lb/>
getätigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_03">Die Linzer LUGA hatten im Einvernehmen mit der Partei Samstag abends<lb/>
eine Großversammlung in die Brauerei einberufen. Die Aktiven, aber auch<lb/>
die Pensionisten aus Linz und Umgebung wurden zu dieser Veranstaltung<lb/>
zusammengetrommelt. Der Hausherr der Brauerei, gleichzeitig Präsident<lb/>
der Industriellenvereinigung <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs>, begrüßte mich und zeigte mir<lb/>
vorerst das Brauereimuseum. Interessanterweise wurde durch den Aufkauf<lb/>
der Brau AG von vielen kleinen Brauereien <add>[ein]</add> wirklich sehr interessantes<lb/>
Brauereimuseum in der Linzer Brauerei, die übrigens jetzt auch die Brau<lb break="no"/>arbeit eingestellt hat, geschaffen. In Linz werden jetzt nur alkoholfreie<lb/>
Getränke abgefüllt, die jetzt schon in Verwendung stehende Abfüllung<lb/>
der alkoholfreien Normflaschen hat er mir auch gezeigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_04">Die Versammlung selbst war sehr gut besucht, <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs> hat auch dort als<lb/>
Hausherr einige Einleitungsworte gesagt, der Obmann unserer LUGA in OÖ,<lb/>
BRO <rs type="person" ref="#per__128474">Pfanzagl</rs> von der Linzer Brauerei, hat dann die Begrüßung vorgenommen<lb/>
und dann gleichzeitig auch <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs> aufgefordert, während meines Referates<lb/>
noch anwesend zu sein. Mir hat diese Situation gut gefallen, weil ich<lb/>
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wir auch anerkennen und die ja die BR mit der Unternehmungsleitung stets<lb/>
gemeinsam, wenn auch mit furchtbaren <choice><choice><sic>Krämpfen</sic><corr>Kämpfen?</corr></choice></choice> und harten Auseinandersetzun<lb break="no"/>gen, durchführen wird, auch weiterhin fortschreiten. Voraussetzung aber,<lb/>
damit es nicht zu einer Entwicklung wie in anderen Ländern kommt, ist,<lb/>
daß die Arbeiterschaft durch ihre gewählten BR und letzten Endes dann auch<lb/>
durch die Gewerkschaft entsprechendes Mitspracherecht bekommt. <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs><lb/>
hat dies auch eingesehen, er war übrigens der einzige, der sich in der<lb/>
Diskussion anschließend an mein Referat, auch mehr oder minder durch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__128474">Pfanzagl</rs> aufgefordert, meldete.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_05">Montag, 28. März 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_06">Ich habe der Firma Barnängen in Feldkirchen das Dekret zur Führung<lb/>
des Staatswappens überreicht. Diese schwedische Firma erzeugt in Öster<lb break="no"/>reich neben dem Hygieneartikel Vademecum Mundwasser, Zahnpasten, Zahn<lb break="no"/>bürsten usw., auch jetzt Düngemittel. Der Präs. der schwedischen Gesell<lb break="no"/>schaft, mit dem ich mich längere Zeit unterhalten habe, meinte, sie hätten<lb/>
großes Interesse mit anderen Produkten, wie ich auch bei meiner Dekret<lb break="no"/>übergabe höflichst gebeten habe, nach Österreich zu kommen. Sie sind über<lb/>
die österreichische Entwicklung ihres Betriebes sehr erfreut, <choice><choice><sic>normalen</sic><corr>normal? normalerweise?</corr></choice></choice><lb/>
investieren sie 5 Mio., heuer werden sie ein Lager ausbauen und 15 Mio.<lb/>
investieren. 1975 haben sie auch die Salzburger Dom-Samen-Gesellschaft<lb/>
übernommen und zu einer großen Vertriebsorganisation ausgebaut. Die<lb/>
Samen selbst kommen fast ausschließlich aus den Niederlanden, die Ge<lb break="no"/>sellschaft expandiert ganz gewaltig. Der Umsatz 1982 war 116 Mio., 1983<lb/>
wird er 138 Mio sein. Wie mir der Verkaufsleiter <rs type="person" ref="#per__1138657">Kerber</rs> mitteilte, war<lb/>
die Österreichproduktion und insbesondere der Vertrieb ursprünglich<lb/>
auch für die Oststaaten vorgesehen. Jetzt haben sie große Schwierigkeiten,<lb/>
weil natürlich dafür keine Devisen zur Verfügung gestellt werden. Ich<lb/>
habe ihm empfohlen mit Jugoslawien auf Kompensationsbasis zu versuchen<lb/>
einige ihrer Produkte, die man während der Ferienzeit insbesondere an<lb/>
der Adriaküste für die Ausländer dringendst benötigt, zu versuchen. Dem<lb/>
Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__1138658">Ludwig</rs> habe ich versprochen, daß die Industriesektion<lb/>
Investitionsinformationen zur Verfügung stellen wird. <rs type="person" ref="#per__1138658">Ludwig</rs> wird dann<lb/>
mit seinem Chef Präs. <rs type="person" ref="#per__1138659">Sundberg</rs> von <choice><choice><sic>Chema Nobell</sic><corr>?</corr></choice></choice> in Stockholm Kontakt<lb/>
aufnehmen. Großes Interesse besteht nämlich für einige Chemieprodukte,<lb/>
die die Schweden sofort nach Österreich verlegen würden. Sie fürchteten<lb/>
allerdings, daß <add>[sich]</add> hier der österreichische Staat dagegen wehren wird, da<lb/>
dadurch die Chemie Linz konkurrenziert würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte <add>[mit]</add> <rs type="person" ref="#per__1138658">Ludwig</rs>, 04276/2701, sofort Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_08">Überrascht und erfreut war ich, daß neben der großen Prominenz auch LH<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs>, LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__111399">Knafl</rs> und viele andere gekommen waren. Es gab eine Brettl<lb break="no"/>jause, die ich gestrichen habe, und vor allem aber jedes Belegschafts<lb break="no"/>mitglied erhielt für das Jubiläum und die Auszeichnung 5.000 S, dies<lb/>
fand natürlich, da es wirklich verborgen geblieben war, durch den Über<lb break="no"/>raschungseffekt große Anerkennung und Begeisterung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_09">Der Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__127172">Putz</rs> der Bergbahnen Bad Kleinkirchheim hatte einen<lb/>
Kreis seiner engsten Mitarbeiter und ganz besonders aber den Organisator<lb/>
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Ingenieur organisierte nicht nur die Kärntner Betriebsmeisterschaften<lb/>
in Bad Kleinkirchheim, sondern auch jetzt zweimal bereits die österrei<lb break="no"/>chischen. <rs type="person" ref="#per__127172">Putz</rs> und die Gemeinde Bad Kleinkirchheim haben ihn daher ent<lb break="no"/>sprechend geehrt und mich dazu eingeladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_10">Dienstag, 29. März 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_11">Am Dienstag wurden von meinem Obmannstellvertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__116992">Simperl</rs> und mir<lb/>
die seit Jahren zugesagten Betriebsbesichtigungen in Kärnten durchge<lb break="no"/>führt. Zum Glück ist <rs type="person" ref="#per__116992">Simperl</rs> mit seinem eigenen Wagen zur Verfügung ge<lb break="no"/>standen, bei der Anfahrt nach Kleinkirchheim wurde nämlich mein Wagen<lb/>
so ramponiert, daß er 4 Tage in Predlitz bei der Fa. Prodinger zur Über<lb break="no"/>holung brauchte. Diese Firma hat um einen BÜRGES-Kredit angesucht, der<lb/>
Rohbau macht 1 Mio. aus, die Ausrüstung 800.000 S, erstmals habe ich erlebt,<lb/>
daß ein kleiner Kfz-Mechaniker Publikationen sehr gut gelesen hat. Die<lb/>
BÜRGES hat ihm einen 15 %-igen Existenzgründungskredit zugesagt, jetzt<lb/>
werden aber bekanntlicherweise durch die neue Aktion wesentlich bessere<lb/>
Bedingungen gegeben. Ich habe ihm versprochen, daß ich mich sofort nach<lb/>
Ostern über seinen Fall besonders <choice><choice><sic>interessieren</sic><corr>informieren?</corr></choice></choice> werde und die optimale<lb/>
Kombination ihm berechnen lasse. Die steirische Landesregierung hat ihm<lb/>
ein Direktdarlehen für 300.000 S, 7 % Verzinsung, auf 10 Jahre gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit BÜRGES und Abteilung sprechen, damit er<lb/>
wirklich die beste Möglichkeit bekommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_13">Um 7.00 Uhr bei der Fa. Pomona, der ich vor Jahren das Staatswappen<lb/>
überreicht habe und versprochen habe sie auch tatsächlich zu besuchen,<lb/>
wurden wir feierlichst und freundlichst empfangen. Diese Marmeladefabrik<lb/>
erzeugt jetzt dem Zuge der Zeit entsprechend Marmeladen mit geringeren<lb/>
Zuckergehalt. Die Fa. hätte auch großes Interesse die kleinen Früh<lb break="no"/>stücksportionen nicht in Plastik, sondern in kleinen Gläsern abzufüllen.<lb/>
Wenn der Fremdenverkehr entsprechende Großbestellungen machen würde,<lb/>
könnte sich daraus ein gutes Geschäft für die Glasindustrie, aber auch<lb/>
für die Marmeladeabfüller und -hersteller geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie weit sind unsere Untersuchungen über gemein<lb break="no"/>same Bestellungen z.B. über die Hoteliervereinigung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_15">Die anschließenden drei Brauerei<add>[en]</add> waren sehr typisch. Die Brauerei in<lb/>
Villach, ein moderner Betrieb, der Investitionen zukunftsorientiert<lb/>
tätigt. Die zweite Brauerei in Klagenfurt, Schleppe, schon ein wesentlich<lb/>
schlechter ausgerüsteter, interessant war dort vor allem für mich eine alte<lb/>
Produktionsstätte von sogenanntem Steinbier, wo man vor Jahrhunderten<lb/>
mit heißen Steinen in Bottichen bierähnliche Getränke <choice><choice><sic>gebraucht</sic><corr>gebraut</corr></choice></choice> hat.<lb/>
Die dritte Brauerei dann Sorgendorf, die ja bekanntlicherweise jetzt um<lb/>
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der Gösser freimütig gesprochen. Die Belegschaft erwartet, daß die Ge<lb break="no"/>werkschaft alles unternimmt, damit der Betrieb ja nicht geschlossen wird,<lb/>
für das zweisprachige Gebiet und insbesondere für die Gemeinde Bleiburg<lb/>
wäre dies eine Katastrophe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_16">Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__1138663">Mikusch</rs> hat mir dann auch seine Sorgen bezüglich der<lb/>
Gemeinde, insbesondere auch der Autobusanschlüsse vom Bahnhof Bleiburg<lb/>
zur Innenstadt mitgeteilt. Ich versprach ihm das Gesuch an Verkehrs<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> weiterzuleiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_18">Der Direktor der Gösser Brauerei, <rs type="person" ref="#per__126977">Weitzendorf</rs>, war auch zur Betriebsbesich<lb break="no"/>tigung nach Schleppe und sogar nach Sorgendorf gekommen. Die Belegschafts<lb break="no"/>vertreter wollten am liebsten gleich auch, daß er vor der Betriebsversammlung<lb/>
Rede und Antwort steht. Dies habe ich dann allerdings mit mehr oder minder<lb/>
sanftem Druck verhindert. Ich erklärte den Kollegen, es wäre viel zweck<lb break="no"/>mäßiger, wenn nach Ostern die Verhandlungen in ruhiger und sachlicher<lb/>
Art beginnen, als wenn jetzt in der Betriebsversammlung womöglich eine<lb/>
gereizte Stimmung durch eine nicht vorbereitete Aussprache <choice><choice><sic>erfolgen</sic><corr>herrschen</corr></choice></choice> würde.<lb/>
Die Brauerei selbst ist in einem verhältnismäßig guten Zustand, <choice><choice><sic>die</sic><corr>der?</corr></choice></choice> Be<lb break="no"/>legschaftsvertreter <choice><choice><sic>behauptet</sic><corr>behaupten?</corr></choice></choice>, sie macht 6 Mio. S pro Jahr Gewinn, <rs type="person" ref="#per__126977">Weitzen<lb break="no"/>dorf</rs> hat das ganze entschieden mir gegenüber bestritten, die entspre<lb break="no"/>chenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft und den Betriebsräten und vor<lb/>
allem aber der Austausch der dafür notwendigen Unterlagen werden bei den<lb/>
Verhandlungen nach Ostern erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> soll sich die notwendigen Ziffern eben<lb break="no"/>falls beschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_20">Der Landesobmann der LUGA, BRO <rs type="person" ref="#per__1138661">Sorger</rs> von der Agrosserta, legte natürlich<lb/>
größten Wert darauf, daß wir auch diesen Fleischbetrieb besichtigen.<lb/>
Beim Durchgang konnte ich dann aber von den Arbeitern erfahren, daß sie<lb/>
noch beim Verband ländlicher Genossenschaften waren, Agrosserta hat es<lb/>
vor paar Jahren übernommen sich wesentlich wohler gefühlt haben. Der<lb/>
Direktor der Agrosserta, <rs type="person" ref="#per__1138662">Pichler</rs>, ist extra zur Besprechung und Besichti<lb break="no"/>gung nach Klagenfurt gekommen, die Zentrale sitzt ja in Graz, beschwerte<lb/>
sich bei mir, daß in der Vieh- und Fleischkommission so spät und so<lb/>
zögernd entschieden wird. U.a. wurden die Kontingente für März erst am 7.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_21">März beschlossen. Dies konnte ich diesmal leicht erklären, weil ja die<lb/>
Handelskammer, Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wegen der nicht genehmigten Weinimporte<lb/>
rundweg erklärt hat, er wird jetzt überall seine Vertreter zur hinhal<lb break="no"/>tenden Taktik veranlassen. Auf die Dauer, bin ich zwar fest davon über<lb break="no"/>zeugt, <choice><choice><sic>ich</sic><corr>ist</corr></choice></choice> eine solche Vorgangsweise nicht nur <add>[nicht]</add> zielführend, sondern führt<lb/>
auch früher oder später zum Zusammenbruch eines ganzen Systems. <rs type="person" ref="#per__1138662">Pichler</rs><lb/>
selbst bestätigte mir, daß die Landwirtschaft an einer Kooperation mit<lb/>
den anderen Sozialpartnern, insbesondere aber auch mit dem Handelsmini<lb break="no"/>sterium, brennendst interessiert ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_22">Die Staatswappenverleihung an die Kleinkirchheimer Bergbahnen-, Sport- und<lb/>
Kuranlagen Gesellschaft &amp; Co KG im Römerbad wurde durch eine Gesangsgruppe<lb/>
eingeleitet. Der Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__127172">Putz</rs> hat dann die Begrüßung vor der<lb/>
Presse und vor dem versammelten Beirat, der Beiratsvorsitzende, GD a.D.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__136430">Wick</rs> von der Radentheiner Magnesitgesellschaft, hat sich dann bei mir ent<lb break="no"/>sprechend bedankt. Das Staatswappen hatten sie bereits im Vorjahr be<lb break="no"/>kommen, sie legten aber größten Wert darauf, daß ich es persönlich<lb/>
überreiche. Diese Gesellschaft besteht aus 460 Kommanditisten, jeder<lb/>
hat für ein Bett 7.000 S zu bezahlen, 15 % sind ungefähr noch nicht<lb/>
Mitglieder dieser Kommanditgesellschaft. Die Bergbahnen AG errichtet<lb/>
die gesamte Infrastruktur, die nächste Absicht ist eine Kabelumlaufbahn<lb/>
und vor allem eine Schneeanlage. Ing. <rs type="person" ref="#per__127172">Putz</rs> wird in der nächsten Zeit<lb/>
nach Wien kommen, um dieses Problem mit mir und dem MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_23">Als weitere große Attraktion soll ein Golfplatz angelegt werden. Der<lb/>
Grund wurde bis jetzt für eine 9-Loch-Bahn beschafft, ich habe sofort<lb/>
erklärt, davon sollen sie Abstand nehmen, denn alle Erfahrungen und alle<lb/>
Informationen bezüglich Golf, die ich bis jetzt erhalten habe, zeigen, daß<lb/>
nur ein 18-Loch-Platz Chancen hat wirklich von Golfern benützt zu werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> <add>erl <rs type="person" ref="#per__125291">Ma</rs></add>: Wenn <rs type="person" ref="#per__127172">Putz</rs> kommt, bitte mit <rs type="person" ref="#per__1137980">Herzog</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_25">Der Hotelbesitzer <rs type="person" ref="#per__127169">Ronacher</rs> hat mich ersucht, ich sollte mit Total sprechen.<lb/>
Die Fa. hat, wie ich mich nachher bei der Tankstelle selbst überzeugen<lb/>
und informieren konnte, vis a vis vom alten Thermalbad vor 2 Jahren<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__1138664">Rumwolf</rs> die Tankstelle gekauft, jetzt soll sie aber aus dem <del>Kern</del><lb/>
Dorfzentrum zu einem ungefähr 100 m entfernten großen Parkplatz verlegt<lb/>
werden, dort gäbe es Möglichkeiten eine Großtankstelle zu erreichten, <add>[ev. könnte]</add> auch<lb/>
eine <del>ev.</del> Garage <del>könnte</del> dort gebaut werden. Ich habe zugesagt sofort<lb/>
mit Total die Gespräche einzuleiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs> <add>erl <rs type="person" ref="#per__125291">Ma</rs></add>: Bitte mit GD von Total verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_27">Das Hotel Pulverer hat innerhalb kürzester Zeit innerhalb einer Saison<lb break="no"/>zwischenzeit <choice><choice><sic>ihren</sic><corr>seinen</corr></choice></choice> Betrieb wesentlich vergrößert und auch noch zweckmäßi<lb break="no"/>ger hergerichtet. Ein zugesagter ERP-Kredit wurde leider noch immer<lb/>
nicht ausbezahlt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit Abteilung verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_29">Mit <rs type="person" ref="#per__120379">Mayr</rs> bin ich dann zu seiner neuesten Attraktion, dem Robinsondorf<lb/>
am Katschberg gefahren. Die Robinsonorganisation aus Deutschland <add>[hat]</add> neben<lb/>
vielen in den verschiedensten Ländern bestehenden Einrichtungen ähnlich<lb/>
dem Klub Méditerranée jetzt erstmals in Österreich am Katschberg eine<lb/>
solche Attraktion aufgemacht. Der Klub, finde ich, ist irrsinnig teuer,<lb/>
1.200 S Tagespension, für Weihnachten sogar 1.350,–– S, die nächsten Weih<lb break="no"/>nachten sind schon ausgebucht, bietet sicherlich für Kinder insbesondere<lb/>
eine ideale Erholung. In einem Kinderturm können 10- bis 14-jährige in<lb/>
4-Bett-Zimmern im wahrsten Sinne des Wortes hausen. Bei der Besichtigung<lb/>
konnte ich feststellen, wie dies bei allen Jugendlichen, auch bei meinen<lb/>
Kindern war, die überhaupt nichts aufräumen müssen, dort in dem Turm sich<lb/>
auch niemand daran stößt, würden sie bei ihren Eltern in den Zimmern liegen,<lb/>
hätten sie ständig <choice><choice><sic>Anstand</sic><corr>?</corr></choice></choice> mit den Eltern. Außerdem bekommen sie ein<lb/>
eigenes Essen serviert, auch von den Eltern ganz unabhängig, wahrschein<lb break="no"/>lich Pommes frites und Ketchup, darüber hinaus können sie dann in den<lb/>
verschiedensten Aktivitätsgruppen von Malen, Töpfern, Kasperltheater<lb/>
usw. den ganzen Tag sich im Haus aufhalten, rumlungern und wahrscheinlich<lb/>
nur mit den Skilehrern halt skifahren gehen, die Betreuung der Gäste<lb/>
ist in diesem Robinsonklub sehr gut, von der Früh bis abends wird man durch<lb/>
Animateure zu allem Möglichen angeregt. Ich kann mir sehr gut vorstellen,<lb/>
daß dieser Klubbetrieb, insbesondere da er der einzige ist, wo man Ski<lb/>
fahren kann, im Winter sehr gut geht. Auch im Sommer ist der Katschberg<lb/>
durch seine Höhenlage beliebt. Freizeitveranstaltungen, Schwimmbad,<lb/>
Sauna usw. stehen selbstverständlich zur Verfügung. <rs type="person" ref="#per__120379">Mayr</rs> behauptet, daß<lb/>
jetzt bereits im zweiten Betriebsjahr es einigermaßen geht, der Gewinn<lb break="no"/>punkt wird aber frühestens im dritten oder vierten zu erreichen sein.<lb/>
Das Essen ist hervorragend, sodaß sich eine wohlhabende Schicht dort<lb/>
sicherlich sehr wohlfühlen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-26_30">Ich habe bei dieser Gelegenheit den Arch. <rs type="person" ref="#per__1138665">Moser</rs>, der mit seiner Arbeits<lb break="no"/>gruppe auch das AKH geplant hat, kennengelernt. Er bestätigte mir, was<lb/>
ich schon von Arbeiterseite gehört habe, daß seitdem die alte Organis<lb break="no"/>ation zerschlagen wurde, bis jetzt keine neue, <del>noch</del> weder die unter dem<lb/>
ehem. Rechnungshofpräsidenten <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> noch die jetzige unter der<lb/>
VÖEST entscheidend zum Weiterbau beigetragen hat. Die Bauverzögerungen<lb/>
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oder minder ihr perzentuelles Architektenhonorar bekommen haben, scheinbar<lb/>
gut finanziell abgeschnitten haben, sind unglücklichere denn je. Einmal<lb/>
mehr fand ich wieder meine Theorie bestätigt, Kontrolle ist gut, wenn<lb/>
sie aber stets immer mit neuen Organisationsformen verbunden ist, sind<lb/>
deren Wirkungen auf den Baufortschritt verheerend. Letzten Endes kontrolliert<lb/>
dann immer nur jeder und Kontrolle wird von Kontrolle wieder abgelöst,<lb/>
entscheiden tut womöglich keiner mehr, alles wird raufdelegiert und das<lb/>
Ende ist ein Bau scheinbar ad infinitum.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 26.3.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 26.3. Rückseite)</head>
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            <head>Tagesprogramm, 28.3.1983</head>
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            <head>Tagesprogramm, 29.3.1983</head>
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            <head>Tagesprogramm, 30.3.1083</head>
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               <occupation>Branchenreferent Nahrungs- u. Genussmittel HM</occupation>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Grossendorfer, Enno</persName>
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <persName type="label">Kandutsch, Jörg</persName>
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               <occupation>Präs. Rechnungshof</occupation>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName type="label">Putz, Walter</persName>
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               <occupation>GF Römerbad Bad Kleinkirchheim (Ktn.); evtl.
                  Falschidentifikation</occupation>
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               <occupation>Obmann LUGA OÖ? Falschschreibung?</occupation>
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               <occupation>BRO Coca Cola, stv. LUGA-Obmann</occupation>
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               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
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               <occupation>LH Kärnten, SPÖ</occupation>
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               <occupation>Vorstandsvors. Steir. Brau AG</occupation>
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