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            <title type="main">Dienstag, der  8. März 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_01">Dienstag, 8. März 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_02">Der Verband der Zuckerindustrie Obmann <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs> und Geschäftsführer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__130462">Leyerer</rs> teilten mir mit, daß für die Staub-, Würfel- und Gelierzuckerer<lb break="no"/>zeugung sie vorbeugend, wenn eine solche Maschine ausfallen sollte<lb/>
Zusagen für Importgenehmigung und vor allem Regelung eines Abschöpfungs<lb break="no"/>erlasses bis zur Gleichpreisigkeit des Importzuckers mit dem Inlands<lb break="no"/>zucker vom Finanzministerium brauchen würden. Um die Versorgung mit<lb/>
diesen Zuckersorten sicher zu stellen, müßten sie nämlich ansonsten Re<lb break="no"/>servemaschinen anschaffen, die ca. 20 Mio. pro Staub-, Würfel- oder<lb/>
Gelierzucker bedeuten würden. Im Prinzip bin ich mit einer solchen<lb/>
Regelung einverstanden, da es unnötige Investition wäre solche Maschinen<lb/>
nur zur Reservehaltung anzuschaffen. Mit größter Wahrscheinlichkeit<lb/>
wird ja eine derzeitige Maschine nicht unbedingt ausfallen und nicht<lb/>
zu reparieren sein, solange der normal vorhandene Vorrat bei der be<lb break="no"/>treffenden Fabrik aufgebraucht ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__130462">Leyerer</rs> wird uns ein diesbezügliches Ansuchen<lb/>
mit entsprechender Begründung, wie ich sie verlangt habe, schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_04">Der Import von "Süß und Leicht", ein Produkt von Benkisa, 99 Teile Zucker<lb/>
ein Teil Zyklomat und Sacharin, nimmt immer mehr zu. Das Ziel ist<lb/>
1000 to, dies entspricht 2.000 to Zuckeräquivalent. Auch die öster<lb break="no"/>reichischen Süßwarenhersteller Kreindl oder Kenia, eine Tochter von Bayer,<lb/>
könnte dieses Produkt sofort in Österreich erzeugen, doch ist es hier<lb/>
nicht verkehrsfähig, wie das Gesundheitsministerium festgestellt hat.<lb/>
Gegen die Importe konnte aber bis jetzt nichts unternommen werden.<lb/>
Der Schutzverband der Zuckerindustrie hat bereits ein Provisorialverfah<lb break="no"/>ren verloren das Gesundheitsministerium hat gegen "Süß und Leicht" be<lb break="no"/>reits Anzeige erstattet, dieses Verfahren ist noch nicht abgewickelt.<lb/>
Die Fa. Benkisa, die 14 Mio. S für eine Werbekampagne ausgibt, hat<lb/>
sich mir gegenüber nur bereit erklärt, in Hinkunft Abstand<lb/>
davon nimmt, daß in Waschtrommeln, also Waschpulver mit beigepackten<lb/>
Propagandaflugblatt, das einen Gugelhupf darstellt, sofort eingestellt<lb/>
wird. Das Gesundheitsministerium hat mit Recht beanstandet, daß in<lb/>
so einem Fall ein Kind, das zufällig die Waschtrommel aufmacht und die<lb break="no"/>se Beipackung sieht, glaubt, es handelt sich bei Waschpulver um Zuckerl<lb/>
und kostet dieses. Ich habe Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> von der<lb/>
Vorsprache der Zuckerindustrie, die ihn auch diesbezüglich besuchen<lb/>
wird, informiert, <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> möchte unter allen Umständen und mit allen<lb/>
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und Leicht" Stellung nehmen, weil durch die Zyklamat- und Sacharinbeigabe<lb/>
der Konsument unwissend gesundheitsgeschädigt werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_05">Vor der Ministerratsvorbesprechung habe ich auch mit Innenminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> über den VÖEST-Alpine Wunsch über einen Verkehrshubschrauber,<lb/>
der in Frankreich gekauft werden sollte, mit der französischen Liefer<lb break="no"/>firma in einem technischen know-how Gespräch und in weiterer Folge<lb/>
zu einer Kooperation zu kommen gesprochen. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> war sehr verärgert,<lb/>
denn er hat sowohl den ehem. VÖEST-Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__114138">Brauneis</rs>, der<lb/>
jetzt in der ÖIAG sitzt, als auch den jetzigen Betriebsratsobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__128858">Ruhaltinger</rs> schon im Detail aufgeklärt, daß er diesen Typ der franzö<lb break="no"/>sischen Hubschrauber nicht brauchen kann. Um aber der VÖEST-Alpine<lb/>
entgegenzukommen, hätte er veranlaßt, daß die Unfallversicherung Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138703">Thiel</rs> ein solches großes Hubschraubergerät kauft in Salzburg <choice><choice><sic>lotieren</sic><corr>dotieren?</corr></choice></choice><lb/>
wird, alle Vorbereitungen mit dem Land Salzburg dem Innenministerium<lb/>
und der Unfallversicherung bezüglich dieses Hubschraubereinsatzes<lb/>
schon geregelt sind. Die VÖEST-Alpine müßte sich also nicht an ihn,<lb/>
sondern eben an die Unfallversicherung wenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Sekretariat <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> sofort verständigen<lb/>
und von der Abteilung mit der Unfallversicherung Kontakt aufnehmen<lb/>
lassen, damit ich für Flug Leipziger Messe Unterlagen dafür habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_07">Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ist einverstanden, daß bezüglich der mit Italien<lb/>
jetzt jahrelang geführten Verhandlungen wegen Senkung der Triester<lb/>
Ölbeschlagnahme in Notsituation resp. Erhöhung der Taggebühren der<lb/>
Internationale Gerichtshof in Den Haag angerufen wird. Das Handels<lb break="no"/>ministerium soll das Außenamt einen Brief darüber verständigen, damit<lb/>
das Außenamt diesen Prozeß einleitet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_09">Ich informierte <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> über die Absicht im Libanon, sprich Hauptstadt<lb/>
Beirut, eine selbständige Handelsdelegation wieder zu errichten. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs><lb/>
teilt die Meinung des Handelsministeriums, daß in absehbarer Zeit<lb/>
dort wieder die größten Geschäfte als Umschlagplatz für den Nahen Osten,<lb/>
aber auch durch den Wiederaufbau des zerstörten Beiruts und Libanon<lb/>
gemacht werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Abteilung entsprechend vorbereiten und<lb/>
nächsten Jour fixe HK mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_11">Mit <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und vor allem dem von <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> beauftragten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149716">Pusch</rs> wurde jetzt endgültig vereinbart, daß für die Tierfutterproduk<lb break="no"/>tion von Masterfood im Burgenland so schnell als möglich eine Einfuhr<lb break="no"/>regelung für Leber gefunden werden muß. <rs type="person" ref="#per__149716">Pusch</rs> hat ausgegraben, daß bez.<lb/>
der World Health Organisation WHO eine Definition von den österreichi<lb break="no"/>schem MR <rs type="person" ref="#per__1138752">Walla</rs> als Veterinärbehörde zugestimmt wurde, die Masterfood<lb/>
sofort akzeptieren würde. Da diese Definition angeblich aber schlech<lb break="no"/>ter ist als <rs type="person" ref="#per__1138752">Walla</rs> jetzt in Österreich durchgesetzt hat, möchte das<lb/>
Gesundheitsministerium jetzt nicht auf die internationale Definition<lb/>
zurückkehren. Ich erklärte den drei Ministern sofort, daß immer wieder<lb/>
die Gesundheitsbehörde oder auch das Landwirtschaftsministerium inter<lb break="no"/>nationale Definitionen als schlechter betrachtet wie wir sie in Öster<lb break="no"/>reich haben sollten und daher nicht bereit ist, auf diese vernünftige<lb/>
Definitionen zurückzugreifen. Der Masterfood-Konzern überlegt diese<lb/>
Tierfutterfabrik entweder in Österreich Deutschland oder der Schweiz<lb/>
zu errichten, wenn Österreich nicht bald eine Entscheidung trifft,<lb/>
geht diese Investition mit entsprechender Anzahl von Beschäftigten<lb/>
auf alle Fälle in eines der beiden anderen Länder und damit für Öster<lb break="no"/>reich verloren. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> wird sich bemühen, doch noch eine Zustimmung<lb/>
der Veterinäre zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_12">In der Ministerratsvorbesprechung berichtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die deutschen<lb/>
Wahlen, die Meinungsumfragen haben ja schon ursprünglich angezeigt, da<lb/>
die SPD verlieren wird. verschiedene andere Meinungsumfragenergebnisse<lb/>
haben aber dann doch gewisse falsche Hoffnungen geweckt. Nicht bei<lb/>
ihm. Ein radikales Wählerpotential in der deutschen Jugend hat dort<lb/>
für den Einzug der Grünen ins Parlament gesorgt, in Österreich ist<lb/>
dies anders da hier dieses Jugendliche Wählerpotential konservativer<lb/>
ist. In Österreich kann er jetzt auch eine große Propaganda von Jugend<lb break="no"/>lichen für die ÖVP feststellen. Eine ähnliche Entwicklung meinte er<lb/>
konnte man in den 30er-Jahren auch bei jungen Heimwehrlern feststellen,<lb/>
die damals auch bei Versammlungen der Sozialdemokraten erschienen<lb/>
sind. Die Grünen in Deutschland sind eine echte Linkspartei mit einem<lb/>
gewissen Zug zum Anarchismus. Sie begrüßen und werden dies auch weiter<lb/>
durchführen, die direkte Aktion. Wenn es in der Raketenstationierung<lb/>
nicht zu einem Kompromiss kommt, der noch möglich ist, wird es zu<lb/>
großen Demonstrationen kommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat bei seinem Amerikabesuch<lb/>
auf diese Entwicklung auf den europäischen demokratischen Staaten<lb/>
hingewiesen. Lehren aus dem deutschen Wahlkampf, der deutschen SPD<lb/>
hat die Anlehnung an die Grünen nichts genützt die Friedenspolitik<lb/>
der SPD hat auch nichts genützt, Kanzlerkandidat <rs type="person" ref="#per__140762">Vogel</rs> hat hier eine<lb/>
100 %ige Wendung durchgeführt da der ehem. Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> durch<lb/>
<pb n="69-0302" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-03-08_0302.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Abwendung oder Andersauslegung des Doppelbeschlußes, der ja letzten<lb/>
Endes auf <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> zurückgeht, desavouiert wurde. Neuerdings hat sich<lb/>
für ihn bestätigt, daß es notwendig ist, Parteiführung und Regierungs<lb break="no"/>führung in einer Person zu haben. <rs type="person" ref="#per__140762">Vogel</rs> als Kanzlerkandidat war ständig<lb/>
flankiert vom Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs>, wie dies auch seinerzeit Bundes<lb break="no"/>kanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> war. Gleichzeitig auch wurde <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs>, von dem man zuerst<lb/>
erklärte, er fühle sich krank, weshalb er ja zurückgelegt hat, von dem<lb/>
aber dann jedermann sagte, er wurde abgeschossen, obwohl er jede Opposi<lb break="no"/>tionsführerrolle ablehnte, doch nicht seines Wählerpotentials, das ihm<lb/>
als bedeutenden Bundeskanzler noch immer zur Verfügung stand, nichts<lb/>
genützt. Entscheidend aber war, daß die Arbeiter das Gefühl hatten,<lb/>
man kümmert sich nicht um sie, sondern mehr um die Randgruppen wie<lb/>
z.B. bei Ablehnung von Großprojekten in Bayern z.B. des Rhein-Main-<lb/>
Donau-Kanals, was der SPD in Bayern die großen Verluste bescherte Trotz<lb/>
der Sozialdemontage der CDU/CSU mit der FDP bei den letzten Regierungs-<lb/>
monaten vor der Wahl waren die Wähler dadurch nicht gestört. Dies ist<lb/>
teilweise auf ein Gefühl des Mißbrauchs von Sozialleistungen zurück<lb break="no"/>zuführen. Der Arbeitslose bleibt zu Hause und kriegt doch schöne<lb/>
Arbeitslosenunterstützung, während der andere arbeiten gehen muß und<lb/>
in der Früh sozusagen aufstehen muß. Die Verfilzung und Parteifinan<lb break="no"/>zierung der Großindustrie auch bei allen Parteien aber insbesondere<lb/>
bei der SPD hat dieser am meisten geschädigt. Entscheidend war auch<lb/>
der Korruptionsfall der neuen Heimat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_13">Für Österreich zieht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> insbesondere den Schluß, daß eine Trennung<lb/>
der Funktion Parteiobmann Bundeskanzler unbedingt vermieden werden<lb/>
muß. Die Führung nach außen die ja durch den Bundeskanzler besonders<lb/>
zum Ausdruck kommt, muß auch einer Führung nach innen als Parteiobmann<lb/>
entsprechen. Die SPD hat nicht erkannt, daß die Linken die Grünen wählen<lb/>
werden, daß man aber sich nicht einen grünen Anstrich geben darf, denn<lb/>
damit verärgert man die Stammwähler der Liberalen, die zur Sozialdemo<lb break="no"/>kratie gewechselt haben, wurden auch sehr schlecht behandelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_14">Als <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__114142">Palme</rs>, <rs type="person" ref="#per__124048">Kissinger</rs> und insbesondere Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs><lb/>
vor Jahren Vorschläge für die Entwicklungshilfe dritter Länder machten,<lb/>
wurden diese von Deutschland und <rs type="person" ref="#per__124048">Kissinger</rs> auch abgelehnt. Schon damals<lb/>
stellte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine mangelnde Bereitschaft der SPD für Analysen fest.<lb/>
Ich glaube, daß dies weniger stimmt als daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich wegen des<lb/>
Nichtdurchsetzens seiner Marschallplan-Idee für die Entwicklungsländer<lb/>
ärgerte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_15">Für österreichische Wahlen zieht er die Schlußfolgerung, daß wir jetzt<lb/>
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Deutlich sichtbar die Euphorie die mir auch aufgefallen ist, daß <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs><lb/>
sich jetzt sogar als Bundeskanzlerkandidat bezeichnet, obwohl jedermann<lb/>
weiß, daß er keine Chance hat, die relative Mehrheit aufgrund der Um<lb break="no"/>frageergebnisse zu erreichen, jetzt aber diesen Optimismus aus wahl<lb break="no"/>taktischen Gründen zeigt. In Österreich müßte jetzt auch ein optimi<lb break="no"/>stischer Grundton beginnen, hier habe ich keinerlei Schwierigkeiten,<lb/>
weil ich stets als Optimist aufgetreten bin, die offensive Haltung der<lb/>
SPÖ soll zum Ausdruck kommen durch den Slogan "Wir werden die Zukunft<lb/>
meistern". Den jetzt angekündigten Aufschwung kann Österreich ja nicht<lb/>
bringen das geht ja höchstens von einer Großmacht aus, wie z.B.<lb/>
eben Deutschland. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> glaubt aber schon auch in der verstaatlich<lb break="no"/>ten Industrie eine kurzfristige Wende feststellen zu können, er läßt<lb/>
sich angeblich über die täglichen Orderbücher Bericht erstatten, bei<lb/>
Aluminium hat es sich verbessert, bei der VÖEST-Alpine gibt es jetzt<lb/>
nicht mehr die Gefahr der Kurzarbeit, auch Donawitz ist besser ausge<lb break="no"/>lastet. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> hätte ihm außerdem mitgeteilt auch die Firma Porr<lb/>
sei gut ausgelastet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bekommt scheinbar von Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> entsprechende Informationen, die <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> dann übrigens dann auch<lb/>
in der Gewerkschaftsbundfraktion berichtete. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> plakativ, jetzt<lb/>
weiß er eben über tägliche Orderbüchermeldungen mehr Bescheid. die<lb/>
Frage ob dieser Aufschwung noch vor dem 24. April deutlich wird, kann<lb/>
er nicht beantworten. Die Zeit ist sehr kurz, in Deutschland haben<lb/>
aber die Unternehmer bezüglich ihrer wirtschaftlichen Aktivität zu<lb break="no"/>gewartet, in Österreich ist es nicht sicher ob sie dies auch bis zur<lb/>
Wahl machen werden. Gut ist, daß in Deutschland die CDU/CSU keine<lb/>
absolute Mehrheit hat mit der FDP muß jetzt über die Regierungsbildung<lb/>
verhandelt werden. doch wird früher oder später doch ein deutscher<lb/>
Kompromiss zustande kommen. Wenn es lange dauert, wird man in Österreich<lb/>
gewisse Beispielsfolgen für einen ev. Verlust der absoluten Mehrheit<lb/>
der Sozialisten und dadurch längere Regierungsbildung ebenfalls be<lb break="no"/>fürchten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_16">Die ÖVP und die Zeitungen verbreiten unglaubliche Lügen über die Finan<lb break="no"/>zierung des Konferenzzentrums ein Brief von Univ.Prof. Dr. <rs type="person" ref="#per__114939">Kastner</rs>,<lb/>
einem Gesellschaftsrechtsspezialisten, bestätigt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß was die<lb/>
ÖVP jetzt behauptet Unsinn ist er ist, gespannt ober der Kurier weiter<lb break="no"/>hin diese Falschmeldungen verbreiten wird. Auch bezüglich der Behaupt<lb break="no"/>ung der Kronenzeitung zur Finanzierung wird er jetzt einen offenen<lb/>
Brief an den Wirtschaftsredakteur <rs type="person" ref="#per__114719">Wailand</rs> schreiben, auch hier ist<lb/>
er gespannt, ob die Kronenzeitung diesen abdrucken wird. Die Kampagne<lb/>
der ÖVP und der Zeitungen könnte letzten Endes dazu führen, daß die<lb/>
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für die gute Finanzierungsmethode die sie gefunden haben ständig be<lb break="no"/>leidigen lassen müssen. Ziel kann allerdings der ÖVP sein, daß diese<lb/>
überhaupt wieder abspringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_17">Obwohl der Bund bei BMW schon entsprechende Vorleistungen nämlich<lb/>
9:1 geleistet hat erklärt Bundesparteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> bei Versammlungen<lb/>
der Bund macht nichts. Solche falschen Behauptungen und Lügen würde<lb/>
in Deutschland die Presse sofort angreifen, weder die Süddeutsche<lb/>
Zeitung noch die Frankfurter würden sich für solche Kampagnen herge<lb break="no"/>ben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_18"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> sei bei der TV-Sendung sehr gut weggekommen, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist ganz<lb/>
beeindruckt vom Frauentag in Tulln. Da wurden aus ganz Österreich<lb/>
Frauen mit Autobussen hingebracht, die z.B. aus Tirol oder Salzburg<lb/>
ganz zeitig früh aufstehen mußten, sich dann in der zugigen Halle die<lb/>
Reden anhören mußten, in die Umgebung Wiens dann zum Essen in die<lb/>
Wirtshäuser gebracht wurden also keinerlei wirkliche schöne Land<lb break="no"/>schaft oder gut ausgestattete Erholung hatten, sondern wirklich nur<lb/>
als sozialistische Funktionärinnen sich zur Frauendemonstration hin<lb break="no"/>führen ließen. In diesen Frauenfunktionärinnen steckt was drinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_19">Die Gemeinderatswahlen in Frankreich wurden so erwartet, weil man eben<lb/>
so nicht Politik machen kann. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, ohne daß er es erwähnte, hat<lb/>
große Befürchtungen, daß die Verstaatlichung in Frankreich der fran<lb break="no"/>zösischen Sozialistischen Bewegung sehr geschadet hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_20">In Australien hat zwar die Labour gewonnen, aber Australien ist weit<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_21">In Graz, hat <rs type="person" ref="#per__133385">Stingl</rs> berichtet, soll jetzt 2/3 <rs type="person" ref="#per__133385">Stingl</rs> und 1/3 <rs type="person" ref="#per__112570">Hasiba</rs><lb/>
die Bürgermeisterleigslaturperiode geteilt werden. Er hat den Grazern<lb/>
gesagt es ist ihre ureigenste Angelegenheit, er wolle sich und dies<lb/>
ist für mich allerdings neu, dort nicht reinmischen. Gesichert müßte<lb/>
nur werden, daß <rs type="person" ref="#per__133385">Stingl</rs> die letzte, also erst die zweite Periode antritt,<lb/>
daß insbesondere das Geld, das die Stadt Graz vom Land bekommt, nicht<lb/>
zur Hasibazeit gegeben wird, und dann wenn er Bürgermeister ist, weniger<lb/>
bekommt, alles das müsse man unbedingt schriftlich vereinbaren. Er<lb/>
werde jede Lösung akzeptieren. Auf die vier Alternativler bei der<lb/>
Bürgermeisterwahl könnte man sich doch nicht verlassen. Da <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs><lb/>
ja immer eine Konzentrationsregierung nach den Nationalratswahlen vor<lb break="no"/>schlägt, muß er jetzt in Graz demnonstrieren, daß er eine solche Zusam<lb break="no"/><pb n="69-0305" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-03-08_0305.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>menarbeit zwischen schwarz und rot möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_22"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> meldete gegen diese Teilung der Funktionsperiode Bedenken an, da<lb/>
dies erstmalig in der zweiten Republik jetzt vereinbart wird. Er<lb/>
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Rechte gegen die SPÖ vorgeht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war darüber verärgert und meinte,<lb/>
das hätte man alles auch schon überlegt, aber man darf nicht vergessen<lb/>
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Grazer Genossen gefragt hätten, was haben wir erreicht. Diese Entschei<lb break="no"/>dung kann daher nur in Graz selbst fallen und er, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, hätte sich<lb/>
das genauestens überlegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_23">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtete über die Landwirtschafts<lb break="no"/>kammerwahl in Wien und Burgenland, Wien mit 1.200 Wählern war weniger<lb/>
interessant für ein zusätzliches Mandat haben den Arbeitsbauern nur 5<lb/>
Stimmen gefehlt. Im Burgenland, wo man bei den Weinbauern einen großen<lb/>
Einbruch erwartet hat. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> sprach sogar, man hätte einen Mandats<lb break="no"/>verlust der Arbeitsbauern erwartet, hätten die Burgenländer bei 72.000<lb/>
Wählern aber 1 % dazugewonnen und haben jetzt 30 % für den Arbeits<lb break="no"/>bauernbund.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_24"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> berichtete über die Finanzierung des Konferenzzentrums. Entweder<lb/>
kriegen die Araber, wie es bei einer $-Anleihe auch üblich wäre, den<lb/>
$-Wert dann für die 1 1/2 Mrd. S, was es den Bund wirklich kostet, hängt<lb/>
von der $ – S Relation bei der Rückzahlung ab. Wenn die Araber auf<lb/>
den weiten Weg einsteigen, nämlich den Abwicklungswert des Konferenz<lb break="no"/>zentrums, dann werden sie knapp über 1 Mrd. S rückbezahlt bekommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
bemerkte, daß wenn die Banken sich irgendwo in Arabien unter schlech<lb break="no"/>teren Bedingungen Geld ausleihen, dann werden sie in den Zeitungen ge<lb break="no"/>lobt, jetzt greifen die Zeitungen diese Finanzierung ständig an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_25"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> kündigte an, daß die nächste Kfz-Nachfolgekonferenz derzeit in<lb/>
Madrid Ende 1986 in Wien im Konferenzzentrum stattfinden könnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> begrüßt dies sehr obwohl Dir. <rs type="person" ref="#per__114476">Auracher</rs> von IAKW, die das Zentrum<lb/>
baut, infrage stellt ob es bis zu diesem Zeitpunkt fertig sein wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verlangt aber unbedingte Fertigstellung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_26">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> teilt mit, daß jetzt die ÖVP das Wahlkampfschieds<lb break="no"/>gericht anrufen wird wegen der Äußerung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, es ist eine <rs type="person" ref="#per__134282">Goebbels</rs>-<lb/>
Methode, Lügen immer wieder zu wiederholen. <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> bemerkt, daß zuerst<lb/>
ein schlichtendes Gespräch laut Wahlkampfübereinkommen stattfinden muß.<lb/>
Was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr ärgert, denn der Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs> hätte ihn persön<lb break="no"/><pb n="69-0306" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-03-08_0306.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>lich beleidigt, während er nur von <rs type="person" ref="#per__134282">Goebbels</rs>-Methoden im allgemeinen ge<lb break="no"/>sprochen hat und die ÖVP nicht ausdrücklich nannte. Bei der Schlich<lb break="no"/>tungsverhandlung dürfe es nicht zu einem Abtausch kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_27"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> teilte mit, daß jetzt eine Refundierung der Fahrtkosten für<lb/>
Regierungsmitglieder im Wahleinsatz von der SPÖ an den Bund erfolgen<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> fragt, ob man sowie 1975 ein Sonderfahrtenbuch für den<lb/>
Wahleinsatz machen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_29"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> erinnert daran, daß für Ostern wieder eine Arbeitszeitregelung<lb/>
gefunden werden müßte, wie der Ministerratsbeschluß aus dem Jahre 63 be<lb break="no"/>reits vorgesehen hat, diesmal erwartet er aber, daß nicht so wie zu Weih<lb break="no"/>nachten jedes Ministerium anders entscheidet, sondern wirklich eingehalten<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_30">ANMEKRUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte entsprechendes sofort veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_31">In der Ministerratssitzung hat außerhalb der Tagesordnung <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> über<lb/>
das Folgetreffen der <choice><choice><sic>Kfz-Räte ???</sic><corr>KSZE-Räte?</corr></choice></choice> mit einem mündlichen Bericht der<lb/>
streng vertraulich behandelt werden soll berichtet, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellte<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_32">Nach der Ministerratssitzung hat eine Aussprache mit der Volksanwalt<lb break="no"/>schaft stattgefunden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkte einleitend, das sei das zweite<lb/>
mal. Von den Sprechern der Volksanwaltschaft <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs> eingeleitet,<lb/>
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geführt. Kritisiert wurde auch, daß schriftliche Auskünfte bei Ministe<lb break="no"/>rien vergebührt werden müssen, also 100 S Stempelmarken draufkommen<lb/>
müssen. Die Volksanwaltschaft hat 5000 Beschwerden und aber 5000 Aus<lb break="no"/>künfte pro Jahr. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> verteidigte die Notwendigkeit der Vergebührung<lb/>
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auch vor allem das Ministerium Buchprüferauskünfte für jeden einzelnen<lb/>
Steuerfall geben. Ich selbst erklärte für das Handelsministerium, daß<lb/>
wenn wir verspätet antworten, dann liegt das an der langen Dauer der<lb/>
Landesahuptmännerbeantwortung. Ich konnte mir auch nicht verkneifen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs> zu erinnern, daß manche Landesahuptleute respektlose Ant<lb break="no"/>worten dem Volksanwalt gegenüber ausdrücken. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> faßte zusammen,<lb/>
daß die Volksanwaltschaft, auf die er sehr stolz ist, in jeder Bezie<lb break="no"/>hung von der Regierung unterstützt werden soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_33">Dr. <rs type="person" ref="#per__1138112">Liebherr</rs>, der 4 große Fabriken jetzt in Österreich errichtet hat,<lb/>
bekam das große goldene Ehrenzeichen. In Österreich hat er jetzt einer<lb/>
Umsatz von 3,4 Mrd. mit 2.200 Beschäftigten. <rs type="person" ref="#per__1138112">Liebherr</rs> meinte, das sei<lb/>
noch nicht das Ende, er wird weiterhin investieren, u.a. erwähnte er<lb/>
jetzt, daß er sofort nach Stob fährt um dort die Kacheln für das in<lb/>
Seefeld zu bauende Hotel das ja fremdenverkehrsmäßig von der ÖVP sehr<lb/>
umstritten ist, auszustatten. Er wollte damit beweisen, daß er nicht die<lb/>
billigen italienischen eingeführten Kacheln kauft, sondern österreichiche<lb/>
Erzeugnisse. Dieses Hotel hat zweifelsohne LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> <rs type="person" ref="#per__1138112">Liebherr</rs> zu<lb break="no"/>gestanden, weil dieser eben in Tirol und jetzt auch sogar noch in<lb/>
Voralberg entsprechende Betriebe errichtet hat. <rs type="person" ref="#per__1138112">Liebherr</rs> behauptete<lb/>
mir gegenüber, daß trotz der schwachen Konjunktur und der Bauwirtschaft<lb/>
er mit seinen Betrieben sehr zufrieden ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_34">In der ÖGB-Fraktion berichtete <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> über die Arbeitsmarktsiuta<lb break="no"/>tion und Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> über die verstaatlichte Industrie und<lb/>
Finanzierung des Konferenzzentrums und den OECD-Bericht den er morgen<lb/>
mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> der Presse vorstellen wird. Er ist äußerst<lb/>
günstig für Österreich, die Behauptung, daß es sich hier nur um einen<lb/>
Regierungsbericht handelt, kann man am niederländischen Beispiel wi<lb break="no"/>derlegen, dort kritisiert die OECD, daß das ganze Wirtschafts- und So<lb break="no"/>zialsystem tiefgreifend verändert werden muß. Im Österreichbericht<lb/>
der OECD dagegen wird das positive der österreichischen Entwicklung<lb/>
besonders herausgestrichen. Die Lage der verstaatlichten Industrie mit<lb/>
108.000 Beschäftigten 4 % weniger als im Vorjahr ergibt mit 166 Mrd.<lb/>
den selben Umsatz mit 61 Mrd. aber eine 14 %-ige Exportsteigerung In<lb break="no"/>vestitionen machten 8,4 Mrd. aus. Die Auftragseingänge sind bei der<lb/>
VÖEST-Alpine im vergangenen Jahr um 1/3 zurückgegangen, der Stand ist<lb/>
jetzt aber gleich. Bei Elin waren es 40 % Rückgang der Stand ist um<lb/>
7 1/2 % geringer bei den VEW ist der Stand um 25 % geringer. SGP hat<lb/>
durch die Entschwefelungsanlagen einen guten Auftragsstand. Betriebs<lb break="no"/>ergebnisse sind bei der VÖEST-Alpine mit 1 Mrd. Verlust von 82 VEW<lb/>
2 Mrd., Chemie Linz 700 bis 800 Mio., Elin 250 Mio., BBU 100 Mio. und vor<lb/>
allem die großen Verluste bei den VMW durch die Hütte Ranshofen. SGP<lb/>
gebahrt ausgeglichen, die ÖMV hat einen geringeren Gewinn, aber noch po<lb break="no"/>sitiv, die Kohelngruben WTK und GKB haben positiv abgeschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_35">Bei der Finanzierung des Konferenzzentrums ergibt selbst wenn die Ara<lb break="no"/>ber nicht das in Dollar geleistete Aktienkapital 1 1/2 Mrd. S wieder<lb/>
1 1/2 Mrd. S zurückgezahlt haben wollen die Variante mit der Abschreibung<lb/>
also den Rückkauf daß höchstens der Sachwert 1,1 Mrd. S also für die<lb/>
Araber schlechte Variante ergeben würde. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> verweist darauf, daß<lb/>
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sind. Der Fremdenverkehrseffekt das WIPO hat ja 3000 Dauerarbeitsplätze<lb/>
in Summe durch das Konferenzzentrum errechnet zeigt sich schon daran,<lb/>
daß sich 2 Hotels Wagon Lea und jetzt auch am Gartenbau nicht zuletzt<lb/>
im Hinblick auf das Konferenzzentrum gebaut werden. Die Umwegrentabili-<lb/>
tät ist daher viel stärker zu beachten und auch propagandistisch raus<lb break="no"/>zustreichen&gt;.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_36"><rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> erwähnte dann auch die deutschen Wahlen und meint insbesondere,<lb/>
man habe dort den Grünen nachgegeben, die SPD sich sozusagen dieser Gruppe<lb/>
angeschmissen und dadurch die Kernschichten verloren, dies dürfe in<lb/>
Österreich nicht geschehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_37">Zu dieser Äußerung meldet sich dann Dr. <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> und sagt man wirft ihm<lb/>
immer vor, er spricht nur bei großen Foren und dort tritt er für die<lb/>
Grünen ein, jetzt muß er sich auch hier einmal melden. Er meint, er<lb/>
stimmt <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> mit 95 % zu, aber auf lange Sicht gesehen müßten die<lb/>
5 % die anderer Meinung ist das heißt, die Grünen die er ja auch immer<lb/>
mitvertritt entsprechend mehr berücksichtigt werden. Er macht auf<lb break="no"/>merksam, daß in Deutschland 2/3 unter 30 Jahren waren das 1/3 Erst<lb break="no"/>wähler wären und daß dort die Grünen gerade aus diesen Reservoir<lb/>
5,6 % bekommen haben. Er analysiert daher aus den deutschen Wahlen<lb/>
sollten die SPD lernen und mehr mit den Grünen zusammenzuarbeiten um<lb/>
langfristig das Problem in den Griff zu bekommen. Als einziger Dis<lb break="no"/>kussionsredner zu dieser Frage meldete ich mich dann und erkläre<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> auch ich melde mich hier in dem Forum nur wenn das Präsidium<lb/>
mich auffordert einen Bericht zu geben, sein Diskussionsbeitrag aber<lb/>
veranlaßt mich doch zu einer grundsätzlichen Feststellung. Die Grünen<lb/>
in Deutschland sind zweifelsohne links, die Grünen in Österreich aber<lb/>
rechts orientiert, manche behaupten ja sogar faschistoid wie <rs type="person" ref="#per__112571">Tollmann</rs><lb/>
oder <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs>. Bei uns gebe es wenn man eine Linksgruppierung schon fest<lb break="no"/>sellen kann dann höchstens die alternativen Listen. Dringend notwendig<lb/>
wäre es aber daß man jetzt die Wünsche der Jugend genauer analysiert<lb/>
und versucht mit dieser Jugend in Kontakt zu kommen. Die SJ, die<lb/>
junge Generation in der SPÖ usw. ist dazu nicht imstande, viel mehr<lb/>
Kontakt und Aktivität entwickelt hier die katholische Jugend und vor<lb/>
allemauch die Gewerkschaftsjugend. Dies müsse man groß anerkennen.<lb/>
Nach der Sitzung unterhalte ich mich noch mit <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> und vor allem<lb/>
dem ehm. Jugendsekretär <rs type="person" ref="#per__112979">Verzetnitsch</rs> und dem jetztigen Jugendsekretär<lb/>
der ÖGB-Jugend <rs type="person" ref="#per__1138223">Prager</rs> über dieses Problem.In einem stimmen wir alle<lb/>
überein, daß die Jugend andere Zielvorstellungen hat als wie zu unsere<lb/>
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die verschiedensten Meinungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_38">Der tunesische Wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__145305">Lasram</rs>, der in Schwechat ankommt, und<lb/>
von mir abgeholt wird, glaube ich vorerst nicht zu kennen, dies er<lb break="no"/>kläre ich auch dem tunesischen Delegationsführer, als ich ihn dann <add>[sehe, (?)]</add><lb/>
bemerke ich sofort, daß ich ihn in Tunis bei der Eröffnung der Teichfa<lb break="no"/>brik <add>[Teich = Unternehmen, Anm.]</add> sehr wohl getroffen habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__133381">Burian</rs> hätte mich darauf aufmerksam<lb/>
machen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_40">Der Minister <rs type="person" ref="#per__145305">Lasram</rs> sieht ein, daß durch die <choice><choice><sic>Allbewegung</sic><corr>Wahlbewegung?</corr></choice></choice> und seinen<lb/>
kurzen Aufenthalt wir eine gedrängte tunesisch-österreichische Ge<lb break="no"/>mischte Kommission abhalten werden. Er ist insbesondere einverstanden,<lb/>
daß wir in drei Arbeitsgruppen, Landwirtschaft, Verkehr und Fremden<lb break="no"/>verkehr und technische Kooperation, insbesondere Entwicklungshilfe<lb/>
arbeiten werden. Bezüglich des Handels werden die beiden Delegations<lb break="no"/>leiter entsprechende Vorschläge für das Protokoll ausarbeiten. <rs type="person" ref="#per__145305">Lasram</rs><lb/>
ist damit einverstanden, für das Theater an der Wien, Anatevka, oder<lb/>
für das Raimundtheater, Sissi, können wir eine Loge zur Verfügung stellen,<lb/>
selbstverständlich entscheiden sich die Tunesier für Fiddler on the Roof<lb/>
im Theater an der Wien. Die von uns jetzt in der Landstraße wieder<lb/>
aktivierte Jederzeitgruppe hat bei ihrer ersten Zusammenkunft be<lb break="no"/>reits 50 Teilnehmer, mit dieser Einsatzgruppe können wir die entspre<lb break="no"/>chenden Aktivitäten, Plakate aufkleben und bewachen usw. auch in die<lb break="no"/>sem Wahlkampf wieder garantieren. Ich informiere sie über die Wahl<lb break="no"/>aussichten, die Gefahr ist wie ich schon öfter gesagt habe, 2/3 der<lb/>
Bevölkerung glaubt, die absolute Mehrheit ist sicher. Die Wahlvorschau<lb/>
ergibt aber, daß wir höchstens 48 % erreichen, aller Einsatz wird<lb/>
notwendig sein, sie selbst haben sich ja dafür bereit erklärt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_41">Bei der Sektionsleitersitzung berichte ich über die Wirtschafts- und<lb/>
politische Situation. Landesparteisekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> ergänzt, eine<lb/>
Meinungsumfrage hat jetzt ergeben, daß sich Wien verbessert hat, die<lb/>
ÖVP hätte jetzt in letzter Zeit Einbußen erlitten. <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> kombi<lb break="no"/>niert, daß es sogar eine Möglichkeit gäbe, daß <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> seine Vizebürger<lb break="no"/>meisterschaft verliert. Diese Meinung teile ich unter gar keinen Um<lb break="no"/>ständen, was ich auch klar und deutlich dort sage. In der Diskussion<lb/>
kommt damit die Frage von unseren Funktionären, warum ich so pessimis<lb break="no"/>tisch über das Wahlergebnis urteile. Ich erkläre sofort, daß dies nur<lb/>
hier in diesem engen Rahmen der Sektionsleiter geschieht, bei Veran<lb break="no"/><pb n="69-0310" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band69/69_1983-03-08_0310.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>staltungen draußen bin ich nach wie vor Optimist, allerdings dort nicht<lb/>
innerlich überzeugt zu sein. Zu glauben, daß die Alternativen oder die<lb/>
Grünen im Wiener Gemeinderat, wo sie entweder die 5-%-Klausel überschrei<lb break="no"/>ten müssen oder in einem der 18 Wiener Wahlkreise ein Grundmandat be<lb break="no"/>kommen müssen, daß die also nicht in den Gemeinderat einziehen werden,<lb/>
daß vielleicht sogar die FPÖ mit jetzt 3 Mandaten ihre Mandate noch<lb/>
verlieren wird, daß <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs>, der jetzt 35 Mandate, 34 für den Vizebürger<lb break="no"/>meister braucht, auch Mandate verlieren wird, diese Kombination halte<lb/>
ich für sehr unwahrscheinlich. Hier müßte ein Wiener Wunder geschehen<lb/>
und an Wunder glaube ich nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_42">Bei der Pressereferentensitzung wird der Besuch immer schwächer. Neben<lb/>
SK, Partei und BKA sind lediglich die Ministerien Handel, Landwirtschaft<lb/>
und Soziales vertreten sowie die AK. Also ausgerechnet jene Ministerien,<lb/>
die sowieso einem gemeinsamen Gebäude beheimatet sind. Später kommt<lb/>
noch ein Vertreter des Finanzministeriums sowie des Klubs der SPÖ nach.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_43">Genossin <rs type="person" ref="#per__1138754">Sunjic</rs> <add>[ev. Falschidentifikation, Anm.]</add> vom Zentralsekretariat gibt nähere Informationen über<lb/>
das sogenannte Schwarzbuch, das erscheinen soll. Es soll eingeleitet<lb/>
werden durch einen ironisch-utopischen Beitrag von Kollegin <rs type="person" ref="#per__1138753">Pfisterer</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__131050">Aigner</rs>, der bereits in der Zukunft erschienen ist<add>.</add> <del>und eben</del> <corr>In diesem wird</corr> ausge<lb break="no"/>malt <del>wird</del>, was passiert, wenn die ÖVP die Wahlen gewinnt. Dann folgt<lb/>
eine Aufzählung, was alles in den Ressorts nicht verwirklicht werden kann,<lb/>
wenn die ÖVP-Kaputtspar-Vorschläge durchgesetzt würden. Schließlich<lb/>
teilt sie mit, daß dieses Buch am 25.3. ausgeliefert werden soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_44">An Argumentationskarten steht uns noch folgendes ins Haus: ÖBB, 60 Mrd.-<lb/>
Ding der ÖVP, Konferenzzentrum, Zinsertragssteuer, sowie ein allgemei<lb break="no"/>ner Wahlrednerdienst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_45">Genossin <rs type="person" ref="#per__1138755">Kunisch</rs> weist darauf hin, daß am Sonntag die 1. Sonntagszeitung<lb/>
der Partei erscheinen soll. Bis auf die Tatsache, daß sie einen Umfang<lb/>
von 32 Seiten haben soll und in Krone-Format gedruckt wird und nur ein<lb/>
geringer Teil aktuell produziert wird, in dem innenpolitischer Teil,<lb/>
Chronik und aktueller Sportteil enthalten sein werden, <del>es</del> kann niemand<lb/>
etwas genaueres sagen. Selbst die Vertreter des Zentralsekretariats<lb/>
dürften hier nicht Informationen haben. Genosse <rs type="person" ref="#per__1138619">Verworner</rs> vom BMfLuF<lb/>
ist etwas irritiert, da er für diese Zeitung binnen 24 Stunden eine<lb/>
Stellungnahme zu einem angeblichen Singdrosselverkauf <add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> bei Gerngross<lb/>
abliefern hätte sollen. Es herrscht über dieses neue Zeitungsprojekt<lb/>
mehr Verwirrung als Information.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_46">Genosse <rs type="person" ref="#per__114089">Sedlacek</rs> vom BKA teilt mit, daß am Donnerstag um 10 Uhr das<lb/>
neue BMW-Werk in Steyr eröffnet werden soll. Anschließend gibt es eine<lb/>
Pressekonferenz, an der auch ZDF- und ARD-Leute teilnehmen sollen. In<lb/>
diesem Zusammenhang wird der BK die Gretchenfrage über die Beteiligung<lb/>
des Landes OÖ neuerlich stellen, wenn diese Beteiligung nicht zustande<lb/>
kommt, besteht Gefahr, daß das ganze Werk nach Regensburg abwandert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_47">Ich teile den Kollegen das Programm für die nächsten beiden Pressefrüh<lb break="no"/>stücke mit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_48">Landwirtschaftskollege <rs type="person" ref="#per__112148">Schober</rs> kündigt die Bilanzpressekonferenz von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> für 23., 10 Uhr an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_49">Ich kritisiere, daß die Kooperation mit der Partei in weiten Bereichen<lb/>
des Wahlkampfes nicht funktioniert. Ich verweise auf ein Beispiel, auf<lb/>
die Aktion 83. Das Telefon, das angeblich rund um die Uhr besetzt ist<lb/>
und bei dem Beschwerden, Anregungen deponiert werden können, existiert<lb/>
überhaupt nicht. Ich mache gleich vor den Augen aller Kollegen die Probe<lb/>
aufs Exempel, auf der betreffenden Klappe 300 hebt tatsächlich niemand<lb/>
ab. In den vergangenen Tagen hatte man in der Telefonzentrale in der<lb/>
Partei sogar erklärt, wenn man diese Klappe verlangt hat, so eine exis<lb break="no"/>tiert im Hause überhaupt nicht. Genosse <rs type="person" ref="#per__1137708">Rudas</rs> versucht auf der Stelle<lb/>
dieses Problem zu lösen, angeblich ist das Telefon ab sofort jetzt be<lb break="no"/>setzt. Nichtsdestotrotz deponiere ich <rs type="person" ref="#per__97985">Staris</rs> Information, daß unsere<lb/>
Plakatständer Ecke <choice><choice><sic>Steinhäuslstraße</sic><corr>?</corr></choice></choice> - Sieveringer Straße beschädigt und um<lb break="no"/>geworfen werden, gleich an Ort und Stelle. Einige Kollegen stoßen eben<lb break="no"/>falls mit konkreten Beschwerden nach. Genosse <rs type="person" ref="#per__1137708">Rudas</rs> führt aus, daß sich<lb/>
die Wahlkampflinie etwas ändern muß, da der Hinweis auf die <rs type="person" ref="#per__114973">Kohl</rs>-Politik<lb/>
jetzt wohl nicht mehr ganz anzuwenden ist. In Hinkunft soll so argumen<lb break="no"/>tiert werden, daß es jetzt überall einen Wirtschaftsaufschwung gibt,<lb/>
d.i. auf die staatl. Beschäftigungsprogramme zurückzuführen, die jetzt<lb/>
in der Schweiz ebenso angewendet werden, wie von <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>, ja sogar von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__121042">Strauß</rs>, der einzige <rs type="person" ref="#per__111325">Alois Mock</rs> hat das noch nicht begriffen, daß alle auf<lb/>
den österr. Weg einschwenken. Es sollen noch zwei Falter entstehen, einer<lb/>
für die Jugend mit 10 harten Fragen an die SPÖ und einer zum Bereich<lb/>
Umwelt, 10 harte Fragen an <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band69_1983-03-08_50">Genosse <rs type="person" ref="#per__131050">Aigner</rs> berichtet, daß die Diskussionen in den Sektionen zeigen,<lb/>
daß Privilegiendiskussion noch immer im Mittelpunkt des Interesses steht.<lb/>
Er und sein Chef haben die Erfahrung gemacht, daß sich die Gegenstrate<lb break="no"/>gie zu den 60 Mrd. Einsparungen der ÖVP sehr gut durchargumentieren <choice><choice><sic>las<lb break="no"/>sen</sic><corr>läßt?</corr></choice></choice> anhand von konkreten Zahlen, und daß er den Eindruck hat, wer in<lb/>
diesem Wahlkampf wirklich demagogisch argumentiert, bei den Leuten nicht<lb/>
durchkommt, weil diese sehr sensibel geworden sind. Auf der anderen<lb/>
Seite hätte er, <rs type="person" ref="#per__131050">Aigner</rs>, festgestellt, daß bei Gesprächen in der soge<lb break="no"/>nannten Beisl-Szene, die er am Abend immer wieder führt, ein ungeheures<lb/>
Protestwählerpotential besteht. Hier seien es vor allem die Genossen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> und <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>, die der SPÖ noch die Kastanien aus dem Feuer holen<lb/>
könnten. <rs type="person" ref="#per__1137708">Rudas</rs> berichtet, Landesparteisekretär <rs type="person" ref="#per__1137384">Müller</rs> aus Tirol hätte<lb/>
bestätigt, daß zu den Wahlversammlungen, wo <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> auftritt, wesentlich<lb/>
mehr Leute kämen, als so mancher Spitzenpolitiker und daß <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> inzwischen<lb/>
einen Bekanntheitsgrad von über 90 % erreicht habe und weit populärer<lb/>
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daß <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> und <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> mehr herausgestrichen werden müßten. Das Hauptprob<lb break="no"/>lem sei aber in den eigenen Reihen. Hier gäbe es dafür die größten Wi<lb break="no"/>derstände. Die Umfrage Ende Jänner hätte ergeben, 48 % SPÖ, 37 – 38 %<lb/>
ÖVP, 14 % Unentschiedene und 4 % Grüne oder andere.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 168. Ministerratssitzung, 8.3.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Nachtrag TO 168. Ministerratssitzung, 8.3.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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