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            <title type="main">Montag, der 28. Februar 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band68_1983-02-28</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_01">Montag, 28. Feber 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_02">Im Jour fixe in der HK habe ich den Wunsch des Vizepräs. d. HK, <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs>,<lb/>
vorgetragen, daß man aus den Außenhandelsförderungsbeiträgen die<lb/>
Quantexstudie mitfinanzieren sollte. Das HGI, welches bisher neben<lb/>
den 6 privaten Firmen unter Federführung von Chemie Lenzing die Hälf<lb break="no"/>te dieser Quantexstudie subventionierte, muß im Zuge der Budgetein<lb break="no"/>sparung für Subventionen auf eine Mitfinanzierung der HK Wert legen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte, der FV Chemie hat Mio.-Beträge als Rücklage und soll<lb/>
dies bezahlen. Er wird mit dem Vizepräs. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> darüber sprechen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ersuchte aber dann doch auch noch um ein Schreiben vom HGI,<lb/>
wo die Möglichkeit der Finanzierung einer solchen Studie aus den<lb/>
Außenhandelsförderungsbeiträgen bestätigt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_03">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Ist so ein Schreiben möglich und<lb/>
zweckmäßig?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_04"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> kannte die Aussendung des Präs. d. NÖ LWK, <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs>, nicht, wo<lb/>
dieser neuerdings einen Deckweinimport entschieden ablehnte. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallin<lb break="no"/>ger</rs> war mit meinen Vermittlungsbemühungen, 8000 hl als erste Tranche<lb/>
zuzulassen, sehr einverstanden und umso mehr erschüttert, daß diese<lb/>
Vereinbarung, welcher auch <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> und <rs type="person" ref="#per__114721">Mauss</rs> mehr oder minder zuge<lb break="no"/>stimmt haben, jetzt wieder nicht geht. Er drohte an, daß jetzt in den<lb/>
Agrarfonds, Getreide-, Milch-, Vieh- die HK-Vertreter alle Wünsche der<lb/>
Bauern blockieren werden. GS <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte mir gegenüber aber, ohne<lb/>
daß es <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hörte, dies werden die HK-Vertreter in den Fonds<lb/>
nicht durchstehen. Die Landwirtschaft und sicherlich die ÖVP selbst<lb/>
wird sich gegen eine solche Politik entscheidend zur Wehr setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_05"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat dann auch neuerdings bei mir urgiert, daß die Rundholzim<lb break="no"/>porte aus der DDR und der CSSR keinesfalls, wie es die Bauernvertreter<lb/>
wünschen, eingestellt werden dürften. Die HK wünscht nur, daß die<lb/>
Schnittholzimporte aus diesen Ländern bis zu einer gewissen Menge<lb/>
zugelassen werden sollten. Rundholzimporte wünschen sie in jeder Menge.<lb/>
Der FV-Vorsteher der Sägen, <rs type="person" ref="#per__1138347">Fürst</rs>, hat 1,8 Mio. Festmeter als Fehl<lb break="no"/>menge erklärt. Die HK selbst verlangt nur 1,5 Mio. Festmeter, die<lb/>
importiert werden müßten. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erkundigte sich dann bei <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>,<lb/>
wie er sich in der DDR bei unserem gemeinsamen Besuch <del>an</del> der Leipzi<lb break="no"/>ger Messe verhalten soll. Ich habe <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> gesagt, daß ich über die<lb/>
Koordinierungstätigkeit des Bundesholzwirtschaftsrates sehr unzufrie<lb break="no"/>den bin. Dort sitzt die Landwirtschaft und die HK, deren Vertreter<lb/>
sind aber scheinbar nicht imstande, eine einvernehmliche Holzex- und<lb/>
-importpolitik vorzuschlagen. Die AK, die die ganze Zeit bereits in<lb/>
<pb n="68-0262" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-28_0262.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>den Holzwirtschaftsrat aufgenommen werden wollte, wird von den bei<lb break="no"/>den Kammern nicht zugelassen. Wenn der Holzwirtschaftsrat nicht<lb/>
eine positivere Arbeit leistet, sehe ich mich außerstande diese In<lb break="no"/>stitution länger als ein Vorberatungsgremium zu betrachten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_06">Die Vereinbarung zwischen der BHK und dem HGI über die weitere Vor<lb break="no"/>gangsweise bei Einwegflaschen hat <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> nach längerer Diskussion<lb/>
und einigen Änderungen dann doch akzeptiert. Die HK selbst stimmt<lb/>
im Prinzip dieser Vereinbarung zu. Der FV für die Glasindustrie<lb/>
und der Nahrungs- u. Genußmittel sind sehr positiv. Bedenken res<lb break="no"/>pektive abgelehnt wird diese Politik noch vom FV für Papier, Chemie<lb/>
und den zuständigen Gewerbegremien. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> war aber damit einverstan<lb break="no"/>den, daß dieses neue Konzept im Pressefrühstück noch heute präsen<lb break="no"/>tiert wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersuchte, wir sollten noch einmal überlegen, ob die Kinder<lb break="no"/>nährmittel, wenn sie schon in die Grundpreisauszeichnungsverordnung<lb/>
kommen, so wie auch andere Produkte eine längere Übergangsfrist haben.<lb/>
Sts. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat den Standpunkt des HGI, der ein Kompormiß war und<lb/>
auch die Wünsche der anderen Interessensvertretungen berücksichtig<lb break="no"/>te, genau erläutert. Letzten Endes hat sie aber ihre Kompromißbe<lb break="no"/>reitschaft neuerdings zum Ausdruck gebracht und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> zugesagt,<lb/>
über dieses Problem noch einmal mit SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> zu sprechen. Die HK<lb/>
legt größten Wert darauf, wofür ich auch Verständnis habe, daß ihre<lb/>
Unternehmungen sie nicht beschuldigen können, für den Aufbrauch der<lb/>
bereits gedruckten und vorbereiteten Verpackungen <choice><choice><sic>Ausnahmegenehmigun</sic><corr>Ausnahmegenehmigungen? eine Ausnahmegenehmigung?</corr></choice></choice><lb/>
erreicht zu haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte versuche vor <choice><choice><sic>den</sic><corr>dem?</corr></choice></choice> Begutachtungsver<lb break="no"/>fahren das noch zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_09">Bei <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> beschwerte ich mich, daß neuerdings jetzt die beiden In<lb break="no"/>stitute, sowohl das der HK als auch das der AK, über die Kosten der<lb/>
Lehrlinge oder über die Doppellehren Untersuchungen anstellen, die<lb/>
dann gegenseitig mehr oder minder doch nicht anerkannt werden. Mein<lb/>
seinerzeitiger Vorschlag war schon, man sollte die beiden Institute<lb/>
aneinanderkoppeln, womöglich ein Institut nur schaffen, damit diese<lb/>
Polemik nachher von einer gemeinsam erarbeiteten Grundlage ausgehen<lb/>
könnte. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> erklärte sofort, er hätte dafür auf der einen Seite<lb/>
Verständnis, auf der anderen Seite war es aber auch vor 13 Jahren<lb/>
nicht geglückt, eine solche gemeinsame Institut zu gründen. Er hat<lb/>
Sekretär <rs type="person" ref="#per__98078">Winkler</rs> beauftragt, über die Doppellehren Gespräche zu<lb/>
führen, die Untersuchung über die Lehrlingskosten läuft bereits. Das<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_10">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Vielleicht kann über <rs type="person" ref="#per__98078">Winkler</rs><lb/>
doch noch eine gemeinsame Lösung gefunden werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_11"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilt mir triumphierend mit, daß es ihm geglückt ist, eine<lb/>
Anfrage des ÖVP-Abg. Dr. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> bezüglich der japan. PKW-Importe und<lb/>
deren Auswirkung auf die europ. Autoindustrie zu verhindern. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
fürchtete, daß dann durch eine solche Anfrage die europ. Autoher<lb break="no"/>steller, die ja gleichzeitig auch große Zulieferungen bei uns<lb/>
kaufen, durch diese Antwort und insbesondere das Zahlenmaterial,<lb/>
das dort zutage getreten wäre, nur auf die unbefriedigte Situation<lb/>
aufmerksam gemacht worden wären. Der Außenzoll für japan. Autos be<lb break="no"/>trägt in der EG 11 %, in Österreich geben wir ihnen 4 %. Porsche<lb/>
hätte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> gegenüber erklärt, sie wären sofort bereit, wenn der<lb/>
Autozoll wieder mit 20 % festgelegt wird, die Semperitreifen, die<lb/>
größtenteils als Kompensation von den Japanern übernommen werden,<lb/>
sofort in Europa unterzubringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_12">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diesem Problem beson<lb break="no"/>deres Augenmerk zuwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_13">Selbstverständlich wurde auch über die Fernsehdiskussion <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
mit der Presse gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und auch <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mußten zu<lb break="no"/>geben, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ganz souverän diese Fernsehdiskussion abge<lb break="no"/>wickelt hat. Natürlich versuchten sie, die eine Woche vorher mit<lb/>
ihrem Bundesparteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> geführte Diskussion, die ja, was die<lb/>
Anfragebeantwortung betrifft, so jämmerlich war, daß selbst die<lb/>
bürgerlichen Journalisten in der Sendung erklärten, daß sei alles<lb/>
unbefriedigend, zu kaschieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_14">Vizepräsident der HK <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> hat mich während der Sitzung<lb/>
angerufen und mitgeteilt, daß ihm jetzt eine Einladung der Sekt.<lb/>
Fremdenverkehr auf den Tisch geflattert ist, wo die HK zu einer<lb/>
Sektionsveranstaltung nach dem Bericht des Vorsitzenden, KR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs>, des BuKa-Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> auch den Bundesparteiobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> zu einem Referat eingeladen hat. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wußten<lb/>
davon nichts, waren auch sehr betreten und meinten, sie werden<lb/>
sich sofort erkundigen, was da los ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> sofort verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_16">Im Pressefrühstück berichtete Präs. des Stadtschulrates, NR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127015">Matzenauer</rs>, über die Konsumentenerziehung. <rs type="person" ref="#per__127015">Matzenauer</rs> führt nach<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97923">Schnell</rs> jetzt diesen Arbeitsausschuß bei Sts. <rs type="person" ref="#per__136378">Ausch</rs>. Die Ab<lb break="no"/>sicht ist es, in den Schulen durch Projektunterricht, z.B.<lb/>
Wohnen, Kaufen, diese Fragen in allen Fächern mehr oder minder<lb/>
zu berücksichtigen. Wirtschaftsnäher muß die Wirtschafts- und<lb/>
Konsumentenerziehung durchgeführt werden. U.a. werden jetzt in<lb/>
den Volksschulen Supermärkte besucht, einzelne Schulen untersu<lb break="no"/>chen auch, wie weit die Nahversorgung in ihrem Bereich geregelt<lb/>
ist. Dieses Neuland wird schön langsam jetzt ausgefüllt. Auch<lb/>
die Vertreterin der Volkshochschulen, Dr. <rs type="person" ref="#per__1138776">Lux</rs>, hat dann er<lb break="no"/>gänzend mitgeteilt, daß auch in ihren Institutionen sehr viel<lb/>
für Konsumentenerziehung und -politik gemacht wird. Diskussion<lb/>
darüber gab es keine, außer die Feststellung des Fernsehjourna<lb break="no"/>listen <rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs>, daß seine zwei Kinder über Konsumentenprobleme fast<lb/>
nichts hören, dafür aber oft Sachen lernen müssen, die ihn nur wun<lb break="no"/>dern und er überhaupt gar nicht kennt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_17"><add>[Der]</add> Geschäftsführer <add>[der]</add> Verbundplan, Dr. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs>, aber auch der Verbands<lb break="no"/>vorsteher der Bauindustrie, <rs type="person" ref="#per__114715">Herbeck</rs>, sowie der Geschäftsführer <add>[des ]</add> FV<lb/>
Elektroindustrie berichteten über die letzte Arbeitsgruppe Energetik<lb/>
in der UdSSR. Die HK-Vertreter hatten große Bedenken, ob es in der<lb/>
SU möglich ist, Bauaufträge zu bekommen, da dafür keine Devisen be<lb break="no"/>reit gestellt werden. Jetzt konnten sie sich davon überzeugen, daß<lb/>
wenn konkrete Gespräche geführt werden, es sehr wohl für Tunnelbau<lb break="no"/>projekte, z.B. 20 km durch den Kaukasus, wofür die SU 10 Jahre plant,<lb/>
vergleichbar den Walgautunnel, welcher <add>[in]</add> 3–5 Jahren fertig ist, aber<lb/>
auch für Leitungsprojekte, z.B. 400 kV von Georgien in die Türkei,<lb/>
sehr wohl konkrete Interessen bestehen. Einmal mehr erklärte ich<lb/>
dann, ist es notwendig, eben in der SU bei konkreten Lieferwünschen<lb/>
persönlichen Einsatz in Moskau respektive gegebenenfalls in ein<lb break="no"/>zelnen Republiken wie bei dieser Kommission in Georgien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> muß eben dahinter bleiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_19">Über die Klein- und Mittelbetriebe, der Schwerpunkt der Regierungs<lb break="no"/>politik, berichtete OR <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs>. 1983 ist von der UNO das Jahr der Klein-<lb/>
und Mittelbetriebe. Die Ausführungen von <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> waren sehr interessant<lb/>
und instruktiv. Interessiert hat sich dafür aber scheinbar niemand.<lb/>
Es gab keine wie immer geartete Anfrage oder Diskussion. Ich glaube,<lb/>
daß wir für diese Arbeit nicht nur wegen der Wahlen im April, son<lb break="no"/>dern auch für die Tätigkeit danach die international als Jahr<lb/>
der Klein- u. Mittelbetriebe hoffentlich größeres Interesse mehr<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Wir müssen hier eine richtiggehende Kampagne<lb/>
vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_21">Über die Einweg- und Mehrwegverpackung berichtete SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__1138348">Damianisch</rs> von der HK. Die Einwegverpackung macht nach wie vor<lb/>
3,2 % aus. An dieser geringen Anzahl hat sich nichts geändert. In<lb/>
Österreich ist der Anteil noch verhältnismäßig sehr gering gegen<lb break="no"/>über Deutschland und Amerika. Die neue Vereinbarung soll aber dazu<lb/>
dienen, um mit einer 1-l-Mehrwegverpackungsflasche, ca. 100 Mio.<lb/>
so wie bei der Euro-Bierflasche für nicht alkoholfreie Getränke<lb/>
eine bessere Lösung zu finden. Dazu wird jetzt die Einheits<lb break="no"/>flasche mit 24 Mio. vom HGI gefördert. Das Recycling wird die<lb/>
Österr. Produktionsgesellschaft (ÖPG) weiter ausbauen. Das Österr.<lb/>
Institut für Verpackungswesen wird eine große Aktion Sauberes<lb/>
Österreich starten. In der Diskussion wurde ich gefragt, wie ich<lb/>
zu der Besteuerung von Einweggebinden stehe. Dieser Plan wurde<lb/>
ja letzten Endes von Wien auch wieder fallen gelassen, weil er<lb/>
damit nur die Wiener Geschäfte geschädigt hätte. Die Fa. Hofer<lb/>
als Handelskette lehnt die Rücknahme jedweder Mehrwegverpackung<lb/>
ab. Hier ist es eine reine Frage des Recyclings, weil Hofer ja<lb/>
trotz der Nichtrücknahme der Mehrwegverpackung mit dem Preis<lb/>
des Produktes unter den Konkurrenzpreis liegt, auch wenn man<lb/>
das Pfand dazuzählt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_22">Gefragt wurde ich dann, wie ich zu dem Problem von Gesundheits<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>, Klubobmann <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> stehe, die Rohölpreissen<lb break="no"/>kung nicht an die Verbraucher weiterzugeben, sondern für den<lb/>
Umweltschutz abzuschöpfen. Meine Erklärung war, daß die rechtl.<lb/>
Situation keine geeignete Handhabung dazu bietet, Die Diskussion<lb/>
ist insofern auch schon überholt, als bereits heute die Diskon<lb break="no"/>ter und auch einige Markenfirmen bereits die Senkung von Benzin-<lb/>
und Dieselkraftstoff durchgeführt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_23">Der saudi-arab. Händler <rs type="person" ref="#per__1138349">Khalil Elias</rs> ist mit dem Bundestrainer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113042">Stotz</rs> bei mir erschienen, um mir mitzuteilen, daß sie ein ge<lb break="no"/>meinsames Büro jetzt in Wien errichtet haben. In Saudi-Arabien<lb/>
könnte man z.B. wahrscheinlich Semperit-Reifen verkaufen. Vor ein<lb/>
paar Jahren haben die Rumänien auch diesen Markt erobert. Aller<lb break="no"/>dings mußte <rs type="person" ref="#per__1138349">Khalil</rs> mir zugeben, wurde damals der Einstandspreis<lb/>
um 30 % tiefer festgesetzt, als die harten Konkurrenzpreise in<lb/>
Saudi-Arabien schon waren. Ich fragte dann beim Rausgehen den<lb/>
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meint, dazu wäre er jetzt schon bereit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_25">Die Vertreter der 51 NÖ Erdöl- und Erdgasgemeinden sprachen bei mir vor,<lb/>
um ihre Sorge wegen der rückgehenden Gewerbesteuer durch höheren Förder<lb break="no"/>zins, aber auch durch die 600 Mio. S, die die ÖMV jetzt für die Petrochemie<lb/>
zahlen muß, mir zu erörtern. Ziffernmäßig hat zwar die Gewerbeertrag<lb break="no"/>steuer von 78 Mio. 1981 auf 102 Mio. 1982, die Lohnsummensteuer von<lb/>
44 Mio. auf 48 Mio. zugenommen. Die NÖ-Gemeindevertreter erklärten aller<lb break="no"/>dings, der größte Teil davon fließt der Gemeinde Wien zu. Ich selbst<lb/>
konnte ihnen nur empfehlen, mit dem Finanzminister darüber zu reden. Der<lb/>
Förderzins wird heuer durch Festlegung <add>[der?]</add> Tiefbohrungsabschläge, aber, da er<lb/>
auch von den Importpreis berechnet wird, tiefer ausfallen als die ÖMV be<lb break="no"/>fürchtete.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_26">IM Versorgungssicherungsausschuß wurde die Geschäftsordnung jetzt der<lb/>
neuen gesetzlichen Bedingung angepaßt. Darüber hinaus wurden dann 5<lb/>
Schubladen-VO, wie ich sie bezeichne, in den Ländern beraten. Für den Fall<lb/>
einer Krise müssen die Warenkataloge für die Verbraucher, aber auch für die<lb/>
Hersteller von Vorprodukten festgelegt werden. Darüber hinaus muß ge<lb break="no"/>regelt sein, ob es sich hier um für jedes Produkt notwendige Regelung<lb/>
fürs Bundesgebiet oder Teilgebiete, ob das HGI die Durchführung über<lb break="no"/>nimmt oder an die Landeshauptleute delegiert und wie weit die Behörden<lb/>
respektive dann die Kammern herangezogen werden. Alles dies wird im De<lb break="no"/>tail mit dem Fachausschußvorsitzenden <rs type="person" ref="#per__114517">Benda</rs>, der auch dann den Vorsitz<lb/>
übernommen hat, geregelt. Ich bin fest davon überzeugt, und habe dies<lb/>
auch erklärt, daß die Bewirtschaftung kaum <choice><choice><sic>am ersten</sic><corr>auf</corr></choice></choice> Anhieb funktionieren<lb/>
würde. In der Praxis stellt sich dann nämlich alles immer anders heraus.<lb/>
Ich erinnerte mich noch, wie das HGI angeblich alles über die Benzin- und<lb/>
Treibstoffversorgung vorbereitet gehabt hat; als dann die Ölkrise 1973 ge<lb break="no"/>kommen ist, habe feststellen müssen, daß das Wenigste davon funktioniert<lb/>
hätte. Ich bin überzeugt davon, daß MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> und MR <rs type="person" ref="#per__112950">Winterleitner</rs>, die<lb/>
ja die wirtschaftl. Landesverteidigung führen, aus diesen Fehlern gelernt<lb/>
haben, neue Fehler allerdings wird es dann sicherlich auch wieder geben.<lb/>
Die beste Politik ist, zu verhindern, daß wir jemals in eine solche Not<lb break="no"/>standssituation kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_27">ANMERKUNG FÜR HAFFNER: Jour fixe HK und AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_28">GD <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs>, Unilever, und <rs type="person" ref="#per__126882">Kafka</rs>, Persil, haben neuerdings wegen eventuellen<lb/>
Waschmittelexporte in die SU vorgesprochen und dann mit MR <rs type="person" ref="#per__131763">Pschorn</rs> die<lb/>
neuerlichen Briefe bis ins Detail vereinbart. Die SU importierte 1980<lb/>
105.000 t, 65 Mio. Rubel, hauptsächlich aus der BRD, 1981 waren es sogar<lb/>
schon 134.000 t mit 93 Mio. Rubel. Die beiden Konzerne können diese Wasch<lb break="no"/>mittel tatsächlich dann von Westeuropa in die SU liefern. Österreich be<lb break="no"/>kommt dann aber nur einen Anteil von höchstens 10 %. Beide Generaldir.<lb/>
wünschen aber, daß Österreich die gesamten 30.000 t, die jetzt momentan<lb/>
zur Diskussion stehen, über Österreich geliefert werden. Selbstverständ<lb break="no"/>lich haben MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> und ich sofort zugesagt, daß wir jedes Schreiben, das<lb/>
den beiden gegenüber ihrer Konzernmutter nützt, bereit sind, an diese<lb/>
oder auch an die SU zu richten. Wahrscheinlich wird dann österr.seits<lb/>
auch der Außenseiter <choice><choice><sic>Rojer</sic><corr>Royer?</corr></choice></choice> sich an diesem Export beteiligen wollen. Bei<lb break="no"/>de Generaldirektoren versicherten, daß dagegen gar nichts einzuwenden<lb/>
ist. Österreich könnte sich dann die 30.000 t zweckmäßig aufteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Produktionsziffern der österr. Wasch<lb break="no"/>mittelerzeuger und die Kapazitäten feststellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_30">Beim AEZ hat im Zuge der Wahlwerbung jetzt auch wieder die Passagendis<lb break="no"/>kussion begonnen. Ich selbst habe bedauert, daß in den letzten Monaten,<lb/>
weil die junge Genration angeblich keinen Diskussionsleiter hatte, diese<lb/>
Passagendiskussionen, die ich jetzt jahrzehntelang schon führe, eine<lb/>
Zeitlang ausgesetzt habe. Nicht, daß sich mein Stammpublikum verlaufen<lb/>
hätte. Zu meiner größten Überraschung kann ich feststellen, daß diesmal<lb/>
eine ausschließlich nur <add>[eine]</add> Benzinpreisdiskussion und dann selbstverständ<lb break="no"/>lich Politikerprivilegiendiskussion gegeben hat. Die Diskussion und Aus<lb break="no"/>einandersetzung war früher viel härter und intensiver. Ich weiß nicht,<lb/>
ob ich darin eine gewisse Müdigkeit der Zuhörer sehen soll. Am schlech<lb break="no"/>testen wäre es aber, wenn gar ein gewisser Wurstigkeitsstandpunkt Platz<lb/>
gegriffen hätte. So weit kann es aber nicht sein, sonst würden die Leute<lb/>
nicht stehen bleiben und zuhören. Da die Passagendiskussion<add>[en]</add> ja fortgesetzt<lb/>
werden, ich angeblich sogar an anderen Plätzen eingeteilt bin, bin ich<lb/>
sehr gespannt, wie sich dies im Laufe des Wahlkampfes noch ändern wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_31">Da Sekretär <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> zu dem GD-Shell <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs> persönliche Beziehungen hat,<lb/>
fragt er mich, ob ich nicht doch spät abends zu Empfang der Shell ins<lb/>
Pallavicini kommen könnte. Zuerst wollte ich nicht, habe es mir dann<lb/>
aber doch anders überlegt. Zu meiner größten Verwunderung mußte ich dann<lb/>
feststellen, daß <add>[um]</add> 1/2 9 Uhr kein Mensch mehr dort war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-28_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Wie war dieser Empfang?<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Kafka, Franz (Persil)</persName>
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               <occupation>GD Fa. Persil</occupation>
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