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            <title type="main">Mittwoch, der 23. Februar 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band68_1983-02-23</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_01">Mittwoch, 23. Februar 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_02">Beim Gewerbestrukturbeirat bei der BÜRGES berichtete der Geschäfts<lb break="no"/>führer, daß im Dezember insgesamt 1.900 Anträge mit einem Kredit<lb break="no"/>volumen von 1 Mrd. 600 Mio. im Dezember des Vorjahres eingebracht<lb/>
wurden. Dazu kommen dann noch die Prämienansuchen. Ausgelöst wurde<lb/>
dies durch die letzte Möglichkeit den 1 % höheren Zinsenzuschuß für<lb/>
das Jahr 1982 zu bekommen. Selbstverständlich war dann in Jänner ein<lb/>
entsprechender Abfall.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_03">Überrascht war ich, aber ich glaube auch alle anderen Beiratsmitglieder,<lb/>
daß noch immer die Komfortzimmeraktion verlangt <choice><choice><sic>ist</sic><corr>wird</corr></choice></choice>. Syndikus <rs type="person" ref="#per__118737">Schimka</rs>,<lb/>
der mir vor längerer Zeit schon sagte, diese Aktion wird bald aus<lb break="no"/>laufen, hat sich hier, wie er dann selbst eingestand, sehr geirrt. Von<lb/>
den 650.000 gewerblichen Betten haben noch immer, wie MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> sagte,<lb/>
56 % keine Dusche und kein Bad. Der Wunsch, die Einreichungsfrist<lb/>
von 3 auf 6 Monate zu verlängern, steht schon in den neuen Richtlinien,<lb/>
überprüft soll werden, ob nicht die Existenzgründungsaktion auf Wunsch<lb/>
des Vertreters des Freien Wirtschaftsverbandes auf 1 Jahr Einreichungs<lb break="no"/>frist so wie in Niederösterreich ausgedehnt werden könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll die niederösterreichischen Erfah<lb break="no"/>rungen sammeln. <add>für 14.3. fixiert</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_05"><rs type="person" ref="#per__149353">Der</rs> Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs> schlug vor, daß die neuen Richtlinien<lb/>
in einer neuen Inseratenartikelserie der gewerblichen Wirtschaft<lb/>
bekannt gegeben werden sollten, <add>[die?]</add> unmittelbar anschließend an den Lei<lb break="no"/>stungsbericht bei einem Pressefrühstück bei uns vorgestellt werden<lb/>
soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte den Termin endgültig fixieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_07">Landtagsvizepräsident <rs type="person" ref="#per__126975">Lettenbichler</rs> von Tirol, gleichzeitig Bezirks<lb break="no"/>obmann der SPÖ in Landeck, intervenierte mit dem Sparkassendirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126974">Holzmann</rs>, ob nicht für die Kaunertaler Gletscherbahn-Kredite vom<lb/>
Verkehrsministerium und von der Hoteltreuhand 3 bis 5 Jahre die<lb/>
Rückzahlung ausgesetzt werden kann. Die Gesellschaft hat zwar den<lb/>
präliminierten Umsatz überschritten <add>[und]</add> 17 Mio erreicht. Die Investitionen<lb/>
aber haben nicht 115 Mio. ausgemacht, sondern 170 Mio. Die Straße ist<lb/>
2 km länger, eine vollbiologische Kläranlage mußte gebaut werden,<lb/>
<choice><choice><sic>Ratrackunterstände</sic><corr>Radtrackunterstände???</corr></choice></choice> usw. Die Baukostenüberschreitung ist teils durch<lb/>
<pb n="68-0244" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-23_0244.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Erhöhung der Eigenmittel, 21 Mio., die Gemeinde hat 3 Mio. mehr, die<lb/>
Talschaft 3 Mio. mehr und vor allem auch das Land hat entsprechende<lb/>
Zuschüsse gegeben, gedeckt. Trotzdem gibt es keine Möglichkeit die<lb/>
verhältnismäßig großen Rückzahlungsquoten jetzt zu bezahlen. Als<lb/>
neuer Geschäftsführer wurde <rs type="person" ref="#per__1138354">Gimarolli</rs> gewonnen, der bereits Ischgl<lb/>
und St. Anton als Fremdenverkehrsdirektor wesentlich bessere Er<lb break="no"/>gebnisse erzielte als der Vorgänger. Ich konnte ihnen nur verspre<lb break="no"/>chen ihr Ansuchen prüfen zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Die Abteilung soll konkrete Überlegungen vor<lb break="no"/>schlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_09"><rs type="person" ref="#per__126975">Lettenbichler</rs> ersuchte auch für <rs type="person" ref="#per__126974">Holzmann</rs> einen KR-Titel zu erwirken.<lb/>
Für die Statistik des Außenhandels konnte noch ein entsprechender Vor<lb break="no"/>schlag von <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> gemacht werden, da <rs type="person" ref="#per__126974">Holzmann</rs> als ausgesprochener<lb/>
Fachmann für den Fremdenverkehr gilt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_10"><rs type="person" ref="#per__126975">Lettenbichler</rs> beschwerte sich auch, daß der Dir. <rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs> von der Bürges<lb/>
zwei Fälle sehr lange schon bearbeitet. <rs type="person" ref="#per__1138355">Manket Peter</rs> aus Nauders will<lb/>
eine Almhütte in einen Gasthof umbauen, nach 6 Monaten hatte man erst<lb/>
gesagt, welche Unterlagen hier notwendig sind, der zweite Fall ist<lb/>
ein Gasthof in Paznaun, der vergrößert werden soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__140075">Steyrer</rs> verbinden.<lb/>
<add>erl. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs></add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_12">Die Fa. Konwallin bekam das Dekret zur Führung des Staatswappens, hier<lb/>
handelt es sich um einen Mittelbetrieb, 70 Beschäftigte, 1912 gegründet,<lb/>
immer am selben Standort in der Flachgasse im 15. Bezirk, leider, wie<lb/>
ich mich selbst überzeugen konnte, maschinenmäßig eigentlich sehr<lb/>
veraltet. Wie lange dieser Betrieb noch die Konkurrenz aushalten<lb/>
wird, traue ich mich nicht zu beantworten. Derzeit kann sie noch sogar<lb/>
Briefmarkenpapier gummieren und in die Türkei und andere exotische<lb/>
Länder exportieren. Die Firmeninhaber beschwerten sich bei mir, daß<lb/>
sie für Abfallpapier von Bunzl 35 Groschen bekommen, obwohl sie Ge<lb break="no"/>legenheit hätten, manchmal dies um den 10-fachen Betrag zu exportieren.<lb/>
Ich versprach dieses Problem genau zu prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieso gibt es solche Preisdifferenz?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_14">Im Parteivorstand berichtet zuerst Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> über den<lb/>
Nationalratswahlkampf. Die SPÖ wird für einen Intensivwahlkampf, eine<lb/>
noble Umschreibung für die letzte Phase vom 21. März bis 24. April,<lb/>
<pb n="68-0245" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-23_0245.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>28 Mio. ausgeben, die ÖVP wahrscheinlich 29 1/2 bis 30 1/2 Mio., die<lb/>
Freiheitlichen 7 Mio. Die Abgrenzung sage ich deshalb so deutlich,<lb/>
weil natürlich die ganzen Aufwendungen, die vor diesem Zeitraum ge<lb break="no"/>macht wurden, nicht dem Wahlkampfübereinkommen unterliegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_15">Aufgrund der neuen Mandatsverteilung mit den Ländern wird der Bundes<lb break="no"/>rat von 65 <del>SPÖ</del> auf 63 <add>[Mitglieder]</add> reduziert. Diskussion war dann, da die Frauen<lb/>
sich heftigst dagegen wehrten, in Oberösterreich die erst kurz im<lb/>
Bundesrat tätige <rs type="person" ref="#per__1138356">Edith Paischer</rs> wieder ausscheiden müßte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_16">Parteiobmannstellvertreter <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> referierte dann über die Meinungs<lb break="no"/>umfragen. Die große Differenz ist, daß gegenüber der letzten National<lb break="no"/>ratswahl im Februar 79 der sozialdemokratische österreichische Weg<lb/>
propagiert wurde, dem gegenüber das Bündnis der VP mit der FP, die<lb/>
vereinigte Opposition, sozusagen <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> und <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs>, nein danke, stand.<lb/>
Damals hatten alle Angst, daß die Absolute verlorengehen würde. 1983<lb/>
jetzt ist es ganz anders, die Meinungsumfrage ergibt, daß die Mehrheit<lb/>
davon überzeugt ist, daß die SP gewinnt, im Wahlverhalten dagegen ist<lb/>
derzeit eine absolute Mehrheit überhaupt nicht drinnen. Die große<lb/>
Anzahl, über 1/4, der Wahlberechtigten ist unentschlossen, die ent<lb break="no"/>scheiden letzten Endes, ob wir die absolute Mehrheit bekommen. Von 61<lb/>
auf 67 % der Befragten stieg die Auffassung, die SPÖ hat die absolute<lb/>
Mehrheit, das Wählerverhalten aber wurde um weitere 2 % verringert.<lb/>
Eine ähnliche Situation gab es bereits bei den Wiener Gemeinderats<lb break="no"/>wahlen 79, damals sind Hunderttausende nicht zur Wahl gegangen und die<lb/>
SPÖ hat wegen dieser Denkzettelwähler, die zwar keine andere Partei<lb/>
wählten, aber auch uns nicht, einen großen Rückschlag erlitten. Auch<lb/>
1966 war es bei den Nationalratswahlen ähnlich. Wichtig ist also,<lb/>
daß wir unsere Sympathisanten und Wähler mobilisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_17">Die Meinungsumfrage zeigt auch deutlich, daß sich jetzt die SPÖ in<lb/>
ihrem Image bezüglich Umweltbewußtsein, bezüglich Gerechtigkeit<lb/>
verbessert hat, negativ aber wird die Ratlosigkeit, weniger Diskussions<lb break="no"/>bereitschaft und vor allem die Überheblichkeit uns angelastet. Die<lb/>
ÖVP konnte sich ihr Image verbessern, indem sie weniger zerstritten<lb/>
und als zielstrebiger gilt. Korruptionsverdächtigt wurde sie durch<lb/>
den WBO-Skandal jetzt stärker und hat damit, und dies hat mich sehr<lb/>
erschüttert, in diesem Punkt uns eingeholt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_18">Der Persönlichkeitstest ergibt, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> als Bundeskanzler von mehr<lb/>
als 2/3 bestätigt wird, <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> dagegen nur <add>[von]</add> 30 %, von der Jugend <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
noch immer mit 56 %, <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> dagegen mit 12 %. Bei der Jugend haben wir<lb/>
<pb n="68-0246" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-23_0246.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>uns überhaupt verbessert, bei den alten aber, unseren Stammwählern,<lb/>
haben wir verloren. Dies dürfte auf die Urlaubsverlängerung und auf<lb/>
den Zinsertragssteuervorschlag zurückzuführen sein. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird<lb/>
jetzt einen Brief an die älteren Wähler richten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_19">Zielgruppenwerbung wird durch über 1.000 Jugendveranstaltungen, durch<lb/>
eine österreichische Künstlertournee, durch verschiedenste Gruppen<lb/>
für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wie Frauen, Künstler, Naturfreunde, Freier Wirtschaftsver<lb break="no"/>band, Eltern und Lehrer unterstützt. Auch die Auslandsösterreicher<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140773">Dietmar Schönherr</rs>, <rs type="person" ref="#per__1138357">Senta Berger</rs> und einige andere werden sich wieder<lb/>
für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einsetzen. Selbst die Aktion kritische Wähler, vom Maler<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113831">Hausner</rs> und, was mich sehr überrascht hat, vom Umweltschützer <rs type="person" ref="#per__122962">Lötsch</rs><lb/>
unterstützt, wird wieder aktiv. Im März wird eine allgemeine Plakat<lb break="no"/>aktion und dann im April die Persönlichkeit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in die Plakat<lb break="no"/>aktion einbezogen. Es wird noch vier Inseratenkampagnen geben, im<lb/>
Fernsehen gibt es dann ab 14. März bis 15. April alle drei Tage eine<lb/>
Belangsendung. Ende März wird "Aktuell" an alle 700.000 Mitglieder ver<lb break="no"/>sendet. Ab 13. März erscheint dann "Blatt am Sonntag" mit einer Auflage<lb/>
von 2 Mio. Dies wird in allen Bundesländern ausgetragen, Steiermark<lb/>
wird, um gleichzeitig auch eine Werbekampagne für die "Neue Zeit" zu<lb/>
machen, als "Neue Zeit" vertrieben. Am Samstag, den 23. April wird<lb/>
dann knapp vor der Wahl noch einmal die letzte Ausgabe zusätzlich<lb/>
gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_20">Der <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Bericht begann dann über Amerikareise, wo er dem Partei<lb break="no"/>vorstand über dies Informationen, die er auch in der Regierung schon und<lb/>
in der ÖGB-Fraktion gegeben hatte, wiederholte. Bei einer Gipfelkon<lb break="no"/>ferenz, <choice><choice><sic>die zwischen</sic><corr>bei der</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> und <rs type="person" ref="#per__1137846">Andropow</rs> zusammentreffen würden, erwartet<lb/>
er nichts, weil <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> nicht allzu viel einbringen würde. <rs type="person" ref="#per__1137846">Andropow</rs><lb/>
dagegen versucht jetzt <choice><choice><sic>große Veränderung</sic><corr>eine große Veränderung? große Veränderungen?</corr></choice></choice> in der SU durchzuführen.<lb/>
Dort gibt es die berühmte Troika, <rs type="person" ref="#per__1137846">Andropow</rs> muß sehr aufpassen, <rs type="person" ref="#per__108330">Gromyko</rs><lb/>
als der Zweite und jeweils abwechselnd <rs type="person" ref="#per__127768">Tichonow</rs> als Ministerpräsi<lb break="no"/>dent oder der Heeresführer <rs type="person" ref="#per__1138358">Ustinow</rs> sind bei dieser Troika. <rs type="person" ref="#per__1137846">Andropow</rs><lb/>
hat das Schicksal von <rs type="person" ref="#per__112983">Chruschtschow</rs>, <rs type="person" ref="#per__125564">Molotow</rs>, <rs type="person" ref="#per__1138359">Bulganin</rs> noch vor Augen.<lb/>
Das Politbüro besteht aus lauter alten Herren, wenn er die weg<lb/>
schicken und mit seinen Leuten ersetzen will, besteht die große Gefahr,<lb/>
daß sie ihn wegschicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_21"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__114107">Wischnewski</rs> telefoniert, dieser teilt ihm mit, daß<lb/>
auch in der BRD noch immer 25 % unentschiedene Wähler sind. Derzeit<lb/>
dürfte die FDP mit Hilfe der Zweitstimme doch im Bundesrat<add>Bundestag</add> sein, die<lb/>
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wird Deutschland ziemlich unregierbar. Der bayrische Ministerpräsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__121042">Strauß</rs> gibt sich jetzt sehr versöhnlich, da er auf alle Fälle ver<lb break="no"/>hindern will, daß <del>die</del>, wenn die FDP nicht reinkommt, <rs type="person" ref="#per__114973">Kohl</rs> dann irgend<lb break="no"/>eine andere Koalition eingeht, hier würde er sich als ev. sogar Großer-<lb/>
Koalitions-Vertreter profilieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_22">Die Konjunktor in Deutschland und in Amerika zeigt ganz geringe<lb/>
Verbesserungsansätze. Die Hochzinspolitik in Amerika macht aber noch<lb/>
immer das Anspringen einer Baukonjunktur schwierig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_23">Die Finanzierung des Konferenzzentrums wird noch vor der Wahl von ihm<lb/>
verlautbart werden können. Jetzt wird er aber den Ministerratsbeschluß<lb/>
von 1968 über das Zentralsekretariat bekannt geben. Die ÖVP kann sich<lb/>
nämlich jetzt nicht vor ihrem seinerzeitigem Beschluß drücken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_24">Die beabsichtigte Frühpensionierung mit 57 Jahren für Schwer- und<lb/>
Schwerstarbeiter soll jetzt vom Ministerkomitee beraten werden, in<lb/>
Deutschland hat man jetzt die große Stahlreorganisation durchgeführt,<lb/>
ähnlich wie wir sie ja schon in der Vergangenheit gemacht haben, und<lb/>
denkt auch an eine Pensionsherabsetzung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_25"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> warnte auch vor der Erwartung, die die Wähler haben, nämlich<lb/>
absolute Mehrheit der Sozialisten, und der realen politischen Situa<lb break="no"/>tion, wo dieses Ergebnis derzeit nicht zu gereichen ist und daher noch<lb/>
groß auseinanderklafft. Die Wähler wollen keine ÖVP-Regierung, die<lb/>
SPÖ soll es machen, aber meine Stimme, meinen sie, ist dazu nicht not<lb break="no"/>wendig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_26"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist überrascht, daß die Jugend uns jetzt mehr Sympathie ent<lb break="no"/>gegenbringt. Das hat er nicht erwartet, erschüttert ist er, daß die<lb/>
Alten, also unsere verlässlichsten Wähler, durch einige Maßnahmen jetzt<lb/>
verstört sind. Notwendig ist ihnen klarzumachen, was alles passieren<lb/>
kann, wenn es keine sozialistische Regierung mehr gibt. Sie kennen aus<lb/>
der Vergangenheit, welche Sorgen sie damals hatten, wie verunsichert<lb/>
sie waren und wie schlecht ihr Lebensstandard war. Daran muß man sie<lb/>
jetzt erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_27">In der Diskussion wurde einiges insbesondere über die Verteilung der<lb/>
Bundesratsmandate vorgebracht. Neu für mich war nur, daß <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs><lb/>
jetzt die 21,5 Mrd., die die ÖVP einsparen will, Determinieren konnte,<lb/>
10,3 Mrd. Investitionen, 3,8 Mrd. Sozialtarife für Personen, aber auch<lb/>
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Jetzt kann man die ÖVP damit konkret fragen, was sie eigentlich jetzt<lb/>
bei diesen 4 Posten streichen möchte. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> wieder berichtet, daß<lb/>
er jetzt vom deutschen Wirtschaftsforschungsinstitut eine Studie<lb/>
ausarbeiten ließ über die Budgetpolitik Österreichs im Vergleich<lb/>
zu Deutschland, Japan, Schweden und Belgien, letzteres hat deshalb<lb/>
Schiffbruch erlitten, weil <choice><choice><sic>sie</sic><corr>es</corr></choice></choice> keine zielbewußte Währungspolitik<lb/>
und Einkommenspolitik neben der sonst expansiven Budgetpolitik hatte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Studie verschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_29"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat die Anträge der ÖVP und die Forderungen, die in ihrem<lb/>
Pressedienst stehen, zusammengerechnet und ist auf 29,7 Mrd. Mehraus<lb break="no"/>gaben pro Jahr gekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte die Aufgliederung vom Büro verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_31">Mit dem LH <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> und auch LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> besprach ich die Schwie<lb break="no"/>rigkeiten bei der ÖDK, insbesondere mit dem BRO <rs type="person" ref="#per__114714">Inthal</rs>. Beide waren<lb/>
ja auch vor Jahren schon mich am Reißeck besuchen und erklärten über<lb break="no"/>einstimmend, darüber sollte ich mir überhaupt nicht den Kopf zerbrechen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114714">Inthal</rs> selbst ist wegen einer persönlichen Angelegenheit sehr ver<lb break="no"/>ärgert, geht, wie <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> jetzt sagt, auf Tauchstation und glaubt jetzt<lb/>
mit seinem Verhalten richtig zu reagieren. <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> hat ihm gesagt, wenn<lb/>
er nicht kämpfen will, dann ist er dort nicht richtig am Platz.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_32"><rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> teilte mir dann mit, daß man ihm gesagt hat, die Pensions<lb break="no"/>regelung für die Vorstände, die ja bis jetzt immer auf freiwilliger<lb/>
Basis erfolgte und jetzt vertraglich geregelt wird, sollte so wie die<lb/>
Bundesbeamten geregelt werden: als Berechnungsgrundlage 100 % und<lb/>
nach gewissen Jahren 80 % dieser Bemessungsgrundlage. Dies sei auch<lb/>
in einem Protokoll verankert. Jetzt hat er festgestellt, daß man uns<lb/>
wieder reingelegt hat, die Bemessungsgrundlage ist nicht 100, sondern<lb/>
120 %. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> wird mir die Unterlagen schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_33">In der Verbund wurden außerdem die seinerzeitigen Vorschläge des<lb/>
Aufsichtsratspräsidenten <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, die wir alle abgelehnt haben wie z.B.<lb/>
Rückholversicherung usw., jetzt doch wieder in die Verträge aufgenommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__110944">ZLUWA</rs>: Was weißt Du davon.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_35"><rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> wird für die Rauchgasentschwefelung in Voitsberg III ent<lb break="no"/><pb n="68-0249" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-23_0249.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gegen dem Vorschlag des steirischen Vertreters <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs>, der eine<lb/>
90 %-ige Entschwefelung <add>[will,]</add> aber nur von einer entsprechenden Garantie<lb/>
der aufführenden Firma spricht, nur die höchstmögliche Entschwefelung,<lb/>
dafür aber gleichzeitig auch eine Bankgarantie der ausführenden Firma<lb/>
verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_36">Der steirische Arbeiterkammerpräsident <rs type="person" ref="#per__111368">Ileschitz</rs> machte mich auf<lb/>
die Fa. Motronic aufmerksam. Diese hat in Kooperation mit der Tech<lb break="no"/>nischen Hochschule Graz, Prof. <rs type="person" ref="#per__1138360">Maurer</rs>, ein neues Produkt MUPID ent<lb break="no"/>wickelt, an einer neuen Gesellschaft sollen sich zu je 25 % die VÖEST-<lb/>
Alpine, Siemens, die ÖIAG und Motronic beteiligen. Die Produktion<lb/>
soll in Deutschlandsberg aufgebaut werden. Alle, die bis jetzt den<lb/>
Prototyp gesehen haben, waren begeistert. Ich versprach dies in der<lb/>
Industriesektion genau prüfen zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97727">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wissen wir über dieses Projekt?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_38">Mit LH<add>[-Stv.]</add> <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs>, LRat <rs type="person" ref="#per__127819">Oberkirchner</rs>, dem Gewerkschaftsvertreter aus Salz<lb break="no"/>burg, Dr. <rs type="person" ref="#per__1138361">Raus</rs>, hauptsächlich aber Länderbank, <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs>, und den Mini<lb break="no"/>stern <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs>, <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und mir wurde das Problem der Halleiner Ab<lb break="no"/>wasserbeseitigung genau erörtert. Die Salzburger Genossen haben jetzt<lb/>
einen Abwasserbescheid erlassen. Dagegen wurde von der Halleiner Papier<lb/>
AG Einspruch erhoben, insbesondere wegen der Befristung. Wir kamen<lb/>
überein, daß <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> diesen Bescheid bestätigen wird, weil eine wei<lb break="no"/>tere Aufschiebung nicht mehr vertreten werden kann. <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> teilte<lb/>
aber mit, daß am 20. April 83 die Hauptversammlung durch Umwandlung<lb/>
der Kredite in eine Beteiligung, Streichung des Grundkapitals, was<lb/>
bereits verbraucht ist, sozusagen die Nullstellung erreicht wird. Für<lb/>
die notwendige Investition ist aber kein Geld vorhanden. Wie die<lb/>
750 Mio. aufgebracht werden sollen, weiß niemand. Selbst wenn der Wasser<lb break="no"/>wirtschaftsfonds eine 70 %ige Förderungsquote zur Verfügung stellt,<lb/>
fehlen noch immer die restlichen 30 %, die der deutsche Eigentümer<lb/>
PWA sicherlich nicht aufbringen will. Ich erklärte nach längerer<lb/>
Diskussion, fast hatte ich den Eindruck viel Herumreden, daß man<lb/>
eben zur Kenntnis nehmen muß, daß die Halleiner die Zellstoffproduktion<lb/>
nicht aufrechterhalten werden können, daß deshalb nur die Papierfa<lb break="no"/>brik in Hallein weiter bestehen soll und daß daher jetzt der Zeit<lb break="no"/>punkt gekommen ist, um noch einmal eine Kooperation zw. Pöls und<lb/>
Hallein im einzelnen genau zu besprechen. Alle teilten diese Meinung,<lb/>
keiner wollte sie aber bestätigen. <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> glaubt allerdings, daß<lb/>
die in Pöls jetzt festgelegte Technologie nicht den Wünschen der<lb/>
PWA entspricht, weshalb eine Beteiligung der PWA an Pöls, selbst wenn<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte diese Idee, wenn es keine<lb/>
bessere gibt, doch dann weiter zu verfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_40">Der GD <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs> scheidet von der Vorstandstätigkeit aus und wird in<lb/>
den Aufsichtsrat kommen, bei dieser Gelegenheit habe ich ihm einen<lb/>
verhältnismäßig hohen Orden überreichen können, worüber er sich sehr<lb/>
freute, weil er genau wußte, daß er normalerweise so eine hohe Aus<lb break="no"/>zeichnung nicht bekommt und sich daher auch entsprechend bedankte.<lb/>
Vorher hatte ich Gelegenheit in einer wirklich launigen Aussprache<lb/>
ihn daran zu erinnern, wie ich das erstemal in ihr allerdings noch<lb/>
alten Haus am Ring gekommen bin, wo mich die Sekretärin nicht kannte<lb/>
und ich daher in eine Sitzung platzen konnte, wo die Generaldirektoren<lb/>
der Ölgesellschaften ihre Benzinpreistaktik besprachen. Da die ganze<lb/>
Belegschaft bei der Ordensüberreichung anwesend war und sich auch<lb/>
köstlich amüsierte, war ich überzeugt, daß dies die beste Wahlwerbung<lb/>
für mich gewesen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_41">Der Freie Wirtschaftsverband hat ins Baumgartner Casino Selbständige<lb/>
eingeladen und dort BM <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> und mich vorgestellt,<lb/>
vor allem aber auch zur Diskussion und zu entsprechenden Wünschen, die<lb/>
in so einem Fall kommen, eingeladen. Nach kurzen statements wurden dann<lb/>
sozusagen Anfragen und Wünsche in kleinerem Kreis behandelt. Während<lb/>
die beiden anderen sich alles anhörten, ich aber bemerkte, daß sie<lb/>
überhaupt keine Notizen machten, hat es sich entweder um allgemeine<lb/>
Fragen gehandelt oder spezielle Fragen wurden auch von ihnen nur all<lb break="no"/>gemein beantwortet, dies widerspricht meinem System, ich habe daher<lb/>
eine ganze Reihe von individuellen Wünschen individuell aufgezeichnet<lb/>
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diese Detailinformationen den betreffenden Sektionen weitergeben<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte achte dann auch darauf, daß tatsächlich<lb/>
diese Erledigung erfolgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_43">Mit Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, aber auch mit Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> diskutierte<lb/>
ich die Möglichkeit, ob die Grünen tatsächlich ein Grundmandat erhalten<lb/>
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genau die Politik von Herausgeber <rs type="person" ref="#per__97392">Dichand</rs>. Dieser hat jetzt mit dem<lb/>
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Lehrerin vorgestellt, diese hat 74 ihren Posten in Wien verloren,<lb/>
weil sie angeblich nicht bereit war, der Nichte eines SPÖ-Gemeinde<lb break="no"/>rates <rs type="person" ref="#per__1138362">Sackmauer</rs> eine bessere Note zu geben, die Direktorin hat die<lb/>
Note korrigiert, nach ein paar Monaten wurde sie ohne Angabe der<lb/>
Gründe gekündigt. Die Lehrerin ist jetzt sozusagen auf Gelegenheits<lb break="no"/>arbeit angewiesen, kämpft aber unbeirrt weiter für die Grünen Ideale.<lb/>
Wer einen solchen Artikel liest, und die Kronen-Zeitung hat über<lb/>
2 Mio. Leser, muß von der Art, wie hier berichtet wird und wie die Be<lb break="no"/>treffende sich vorstellen kann, sofort sagen, dies sind die einzigen<lb/>
wahren Volksvertreter. Die Hoffnung, die auch ich eine Zeitlang ge<lb break="no"/>habt habe, daß Grüne und Alternative so aufgesplittert sein werden,<lb/>
daß sie kein Grundmandat in Österreich bekommen, womit eigentlich<lb/>
dann die absolute Mehrheit der Soz. Partei gesichert wäre, schwindet<lb/>
bei mir immer mehr. Wenn ich als Junger solche Artikel gelesen hätte,<lb/>
wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen zu fragen, wars wirklich<lb/>
so?? Eine Gegendarstellung ist ja nicht zu erwarten, mein Wahlver<lb break="no"/>halten wäre daher auch ganz klar, wenn diese Propagandamöglichkeit<lb/>
den Grünen und Alternativen weiter bleibt; wenn ihre Leute dann noch<lb/>
im Fernsehen entsprechende Möglichkeit zum Auftritt haben, nie mit<lb/>
Gegenmeinungen konfrontiert werden, dann bin ich überzeugt, sind die<lb/>
Grünen, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch gelegentlich erwähnte, tatsächlich im Parla<lb break="no"/>ment. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sagte mir, daß sie sich erinnern kann<add>[, wie]</add> die Angelegen<lb break="no"/>heit <choice><choice><sic>ganz</sic><corr>?</corr></choice></choice> verlief.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-23_44">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte mir die Unterlagen zu verschaffen.<lb/>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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