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            <title type="main">Mittwoch, der  9. Februar 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_01">Mittwoch, 9. Februar 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_02">Im Integrationsausschuß des Parlaments wurde das Abkommen zwischen<lb/>
Österreich und der EG, das Versandverfahren und dann im Zusammenhang<lb/>
gleich drei österreichische Bundesgesetze zu dessen Durchführung ein<lb break="no"/>stimmig beschlossen. Auch hier war für mich wieder der Beweis, wie wir<lb/>
aus der Verrechtlichung unserer Gesellschaft Maßnahmen bis ins letzte<lb/>
Detail durch Gesetze abdecken müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_03">Da die Opposition ja kaum eine Möglichkeit hat aufgrund der Geschäfts<lb break="no"/>ordnung des Nationalrates mich über wirtschaftliche Fragen, die die<lb/>
Integration betreffen, zu interpellieren, nützt sie natürlich erwartungs<lb break="no"/>gemäß die Möglichkeit bei jedem Integrationsausschuß Auskunft über Akti<lb break="no"/>vitäten zu verlangen. Diesmal war es die Holzfrage, die die landwirt<lb break="no"/>schaftlichen Abgeordneten besonders interessierte. In der Vorbesprechung<lb/>
hatte Präs. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> des Freien Wirtschaftsverbandes mir gegenüber<lb/>
schon erklärt, manchmal fragt man sich, ob diese Fragen überhaupt zulässig<lb/>
wären, weil sie kaum mit der Tagesordnung etwas zu tun haben. Ich persön<lb break="no"/>lich lege allerdings größten Wert darauf, daß alle diese Fragen kommen<lb/>
können und auch dann von mir meist sogar spielend beantwortet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_04">Im Handelsausschuß wurde der Bericht des Unterausschusses über den<lb/>
Schutz vor gefährlichen Produkten, Produktsicherheitsgesetz, einstimmig<lb/>
beschlossen. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> freute sich sehr, als insbesondere<lb/>
die ÖVP-Abg. <rs type="person" ref="#per__122900">Tichy-Schreder</rs> ihr Dank und Anerkennung ausgesprochen hat.<lb/>
Durch geschicktes, wenn auch langes Verhandeln ist es möglich gewordene,<lb/>
daß jetzt dieses Gesetz einstimmig beschlossen wird und die Wirtschaft<lb/>
es sogar begrüßt. Auch der freiheitliche Abg. <rs type="person" ref="#per__131047">Murer</rs> in Vertretung des<lb/>
erkrankten <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> dankte ebenfalls <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_05">Die Novelle zum Patentanwaltsgesetz wurde ebenfalls einstimmig geneh<lb break="no"/>migt, unwahrscheinlich ist, daß die freiheitlichen Abgeordneten bestens<lb/>
präparierte Unterlagen für die Diskussion von einer unscheinbaren Klub<lb break="no"/>sekretärin im freiheitlichen Abg.-Klub immer bekommen. Ich habe bei der<lb/>
Begrüßung schon etliche Male dieser Kollegin meine Anerkennung ausge<lb break="no"/>drückt. Die große Oppositionspartei oder gar vor allem die SPÖ <del>Partei</del><lb/>
hat wesentlich mehr Mitarbeiter, die ÖVP dann noch die Handelskammer und<lb/>
Landwirtschaftskammer, die SPÖ-Seite die Regierung momentan und doch<lb/>
auch AK und ÖGB. Die Freiheitlichen sind wirklich nur auf sich selbst<lb/>
gestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_06">Auch der Vertrag zum Schutz der Herkunftsangaben wurde einstimmig ge<lb break="no"/>nehmigt, die FPÖ fragte nur an, ob der Mozartkugelkrieg zwischen<lb/>
Deutschland und Österreich nicht anders beigelegt werden kann, als eben<lb/>
jetzt im Vertrag durch Schutz dieses Namens für Österreich gegen eine<lb/>
große deutsche Schokoladenfabrik in Berchtesgaden beendet werden konnte.<lb/>
Der FDP-Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97420">Ertl</rs> hat scheinbar hier auch seine Par<lb break="no"/>teifreunde informiert. Ich erklärte dezidiert, daß eine andere Lösung<lb/>
als die jetzt im Vertrag vorgesehene nicht möglich ist. Neuaufnahmen<lb/>
der Verhandlungen über dieses Problem würden das ganze Gebäude, das<lb/>
mühsamst in jahrelangen Verhandlungen errichtet wurde, zum Zusammensturz<lb/>
bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_07">Die Außenhandelsgesetznovelle, in meinen Augen auch wieder so ein typi<lb break="no"/>sches Gesetz, wo man aus rechtsstaatlichen und verfassungsrechtlichen Grün<lb break="no"/>den Maßnahmen, die im Außenhandel notwendig sind und die wir eigentlich<lb/>
wahrscheinlich normalerweise durch Verordnungen regeln hätten müssen,<lb/>
bei uns gesetzlich verankert werden. Der Freiheitliche <rs type="person" ref="#per__131047">Murer</rs> fragte so<lb break="no"/>gar, warum wir nicht die Vorschläge des Verfassungsdienstes aufgenommen<lb/>
haben, zwischenstaatliche Vereinbarungen jeder Art im Gesetz zu regeln.<lb/>
Darüber wurde seinerzeit zwischen dem Verfassungsdienst, dem Handelsmini<lb break="no"/>sterium lang beraten. MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> von unserer Präsidialabteilung hat<lb/>
sich dann Gott sei Dank durchgesetzt, der Verfassungsdienst hat zwar<lb/>
seine Bedenken im Gutachten aufrechterhalten, aber nicht gegen die jetzt<lb/>
vorgeschlagene Lösung Einspruch erhoben. Wären die Vorschläge des Ver<lb break="no"/>fassungsdienstes durchgegangen, hätten wir auch für jedes Fremdenverkehrs<lb break="no"/>abkommen, das meistens ja nichtssagend ist, nur für Staatshandelsländer<lb/>
meistens von Bedeutung ist, einen Gesetzesbeschluß benötigt. Hier war<lb/>
ich überrascht, daß die Freiheitlichen nicht zustimmten, sondern sich<lb/>
vorbehielten, noch in ihrer Klubvollversammlung zu beraten und dann im<lb/>
Haus bei der Abstimmung sich erst endgültig zu entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_08">Der Industrieminister <rs type="person" ref="#per__1138539">Makoni</rs> von Simbabwe kam mit dem selben Flugzeug<lb/>
aus Paris, wo auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zurückkam. Die Journalisten hatten <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
in größerer Zahl aufgelauert und umdrängten das Flugzeug, Vizekanzler<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> war zu seiner Begrüßung erschienen. Als er die gangway herun<lb break="no"/>ter kam, bemerkte man, zumindestens für mich auch deutlich sichtbar, daß<lb/>
diese Reise für ihn sehr anstrengend gewesen sein muß. Die Berichte<lb/>
von seinen zwei Tagen, die er privat in New York verbrachte, angefüllt<lb/>
mit Besprechungen, stundenlangen Fernsehdiskussionen wurden selbst von<lb/>
der gegnerischen Seite als mörderisch bezeichnet. Ich bin überzeugt,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mutet sich hier viel zu viel zu. Genauso überzeugt bin ich aber<lb/>
auch, daß ihn niemand davon abhalten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_09">Unser Handelsverkehr mit Simbabwe, ehem. Rhodesien, ist nicht bedeutend,<lb/>
310 Mio. S Importe, 130 Mio. Exporte, im vergangenen Jahr sogar ein Rück<lb break="no"/>gang um 13 % auf beiden Seiten. Die VÖEST-Alpine ist nur daran brennendst<lb/>
interessiert, mit diesem Industrieminister Kontakt zu haben, denn seiner<lb break="no"/>zeit hat sie nach Rhodesien ein Stahlwerk geliefert, jetzt kann sie<lb/>
es weiter betreuen und hofft auf einen Auftrag für 3 Mrd. S Ausbau und<lb/>
Verbesserung. Die Hauptschwierigkeit <choice><choice><sic>wird es</sic><corr>wird, daß</corr></choice></choice> die deutsche Konkurrenz<lb/>
über die Kreditanstalt für Wiederaufbau Kredite um 0,75 % für 30 Jahre<lb/>
gibt. Die Finanzierungsfrage wird sehr schwer zu lösen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_10">Die VÖEST-Alpine hat aber Simbabwe jetzt ein Trainingsprogramm versprochen.<lb/>
25 VÖESTler kommen ins Stahlwerk, der Aufwand von 10 Mio. dafür wird<lb/>
durch 5 Mio. Entwicklungshilfe, BKA, 1 1/2 Mio. durch die Handelskammer und<lb/>
der Rest durch örtliche Subvention der dortigen Regierung finanziert.<lb/>
Ein weiteres Trainingsprogramm sieht vor, daß 20 Simbabwer nach Linz<lb/>
zur VÖEST auf 6 Wochen kommen. Auch dafür sind 7 Mio. aufzuwenden, die<lb/>
größtenteils die Entwicklungshilfe aus dem BKA finanziert. Große Lie<lb break="no"/>fermöglichkeiten gäbe es durch die ungeheuren Kohlenvorkommen, die Simbabwe<lb/>
jetzt erschließen möchte. Der Transport dieser Kohle ist aber durch die<lb/>
umliegenden Staaten zeitweise mehr als fraglich. Österreich braucht<lb/>
außerdem derzeit nicht annähernd von diesem Gebiet größere Kohlenmengen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_11">LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> und auch dann der AK-Präsident <rs type="person" ref="#per__127164">Quantschnig</rs> haben mich<lb/>
wegen des beabsichtigten Schließens der Brauerei in Bleiburg interpelliert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> insbesondere hätte erwartet, daß die LUGA heftigst gegen diese<lb/>
Schließung protestiert und eine machtvolle Demonstration bis zu Kampf<lb break="no"/>maßnahmen darüber führt. Dies, erklärte ich <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs>, ist gar nicht so<lb/>
einfach, denn die Brauerei ist von der steirischen Gruppe gepachtet,<lb/>
Puntigamer und Gösser möchten aber am liebsten die 85.000 hl, die die<lb/>
Brauerei erzeugen kann und erzeugt, auch auf ihre anderen Betriebe auf<lb break="no"/>teilen. Die dortigen Betriebsräte sind daher sehr wohl für eine Schlie<lb break="no"/>ßung der im gemischtsprachigen Gebiet liegenden Kärntner Brauerei.<lb/>
Die Brauerei, erklärt die steirische Gruppe ist veraltet, der Großteil<lb/>
der Beschäftigten soll als Bierdepot weiter dort Arbeit finden. 35<lb/>
aber müßten gekündigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_12">Der Leiter des BFI, Berufsförderungsinstitut, <rs type="person" ref="#per__114577">Ingrisch</rs>, ersuchte mich um<lb/>
neuerliche Genehmigung ihrer Sonderprogrammfinanzierung für 2 Mio. S<lb/>
in diesem Jahr, genauso wie es bereits im Vorjahr prinzipiell schon ge<lb break="no"/>nehmigt wurde. Eine Aussprache mit dem zuständigen Referenten <rs type="person" ref="#per__126948">Vondruska</rs><lb/>
ergab, daß er dies beabsichtigt. Schwierigkeiten macht nur der Gruppen<lb break="no"/>leiter MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte die vorjährige Zusage sofort erfüllen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_14">Der neu gewählte Vizepräsident der Enit wurde von Enit-Vertreter <rs type="person" ref="#per__122903">Borto<lb break="no"/>luzzi</rs> mir vorgestellt. Er kommt aus der Lombardei und ist eine Art<lb/>
Landesvertreter in der zentralen Fremdenverkehrsorganisation Enit.<lb/>
Im Laufe des Gespräches erfuhr ich dann auch, daß er sozialdemokratischer<lb/>
Funktionär ist, der in Begleitung des Verkehrsvereines-Brescia-Vertre<lb break="no"/>ters erschien. Wir unterhielten uns über die Entwicklung im Fremdenver<lb break="no"/>kehr. Die Rezession macht sich auch auf diesem Gebiet jetzt in Italien<lb/>
so wie auch in Österreich bemerkbar. Noch gehen die Leute auf Urlaub,<lb/>
noch reisen sie kürzer aber und geben weniger aus. Über die Fremdenver<lb break="no"/>kehrsbedeutung nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch, wenn man will,<lb/>
so für die Friedenssicherung einigten wir uns sehr leicht. Ich erwähnte,<lb/>
daß ich Sonntag bei der Begrüßung des großen Friedenskongresses zwischen<lb/>
West und Ost, organisiert allerdings und bezahlt von der sowjetischen Seite,<lb/>
darauf verwies, daß die jährlichen Völkerwanderungen dazu beitragen, daß<lb/>
sich die Menschen besser kennenlernen. Ob es so leicht zum ersten Welt<lb break="no"/>krieg gekommen wäre, hätte damals schon dieser Massentourismus schon<lb/>
bestanden, erkläre ich ihm am italienisch-österreichischen Beispiel.<lb/>
In Österreich hätte man die Italiener kaum als die Katzlmacher und in<lb/>
Italien die Deutschen nicht als Crucco so abwertend und feindbildmäßig<lb/>
einfach darstellen können. Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__1138544">Crisafulli</rs> wäre insbesondere<lb/>
an einem Jugendaustausch zwischen Italien und Österreich interessiert.<lb/>
Nebenbei wurde selbstverständlich auch ich wieder eingeladen endlich<lb/>
einen offiziellen Besuch in Italien abzuhalten. Ich bedankte mich für<lb/>
diese Einladung der ENIT, stellte aber fest, daß ich kaum werde kommen<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_15">Auf der Landstraße hatte ich Gelegenheit bei der Frauenjahreskonferenz<lb/>
über die politische und wirtschaftliche Situation zu berichten. Die<lb/>
Funktionärin<add>[nen]</add> kenne ich zum größten Teil aus meiner jahrzehntelangen<lb/>
Tätigkeit und ich kann in aller Bescheidenheit sagen, daß ich ihnen<lb/>
immer schon sehr sympathisch war. Unbefriedigend für mich ist nur, daß<lb/>
unsere Funktionärinnen halt mit mir alt geworden sind, alle schon jahr<lb break="no"/>zehntelang in der Partei arbeiten und verhältnismäßig wenig junge Funkti<lb break="no"/>onärinnen uns zur Verfügung stehen. Die Überalterung unseres Funktionärs<lb break="no"/>apparates, da wir ja doch ein, wie ich immer sage, sterbender Bezirk sind,<lb/>
die jungen Leute ziehen ja meistens in Neubauwohnungen aus dem Bezirk<lb/>
weg, ist scheinbar unaufhaltsam.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_16">Ich appellierte aber ganz besonders an diese Funktionärinnen, daß sie<lb/>
im jetzigen Wahlkampf uns so wie immer durch ihre persönliche Propa<lb break="no"/><pb n="68-0174" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-09_0174.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ganda unterstützen sollen. Nur mit Hilfe unseres altgedienten und von<lb/>
allen anderen Parteien beneideten Vertrauenspersonenapparats können wir<lb/>
überhaupt diese Wahlen schlagen. Dafür und für ihre jahrelange Tätig<lb break="no"/>keit habe ich ihnen dann auch als Bezirksobmann herzlichst gedankt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_17">Die Kammeroper, kleines Musiktheater, welches natürlich größtenteils von<lb/>
Subventionen leben muß, hat die erste <rs type="person" ref="#per__127102">Mozart</rs>-Oper Die Liebeslist, die er<lb/>
mit 12 Jahren schrieb, aufgeführt, die Musiker und Sänger sehr engagiert,<lb/>
für mich ein überraschend guter Erfolg. Der Leiter der Bühne, Prof. <rs type="person" ref="#per__1137854">Gabor</rs>,<lb/>
diskutierte mit mir in der Pause, wie er auf der einen Seite von Unter<lb break="no"/>richtsminister <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> entsprechende Unterstützung bekommen könnte und<lb/>
andererseits auch wir im Handelsministerium helfen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was bekommt er von uns Subvention.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_19">Überrascht und sehr verärgert war ich dann über eine Nachricht und In<lb break="no"/>terview im Nachtjournal im Rundfunk. Dort wurde mitgeteilt, daß sich<lb/>
jetzt GR <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs> aus Salzburg entschlossen hat auf der <rs type="person" ref="#per__112571">Tollmann</rs>-Liste für<lb/>
den Nationalrat zu kandidieren. In einem Interview darüber sagte er,<lb/>
wenn sie in den Nationalrat einziehen, und das ist er fest davon überzeugt,<lb/>
werden sie keiner Koalition beitreten oder eine unterstützen. Ihre Auf<lb break="no"/>gabe wird es sein, und jetzt kam das für mich Empörende, den Ministern<lb/>
sozusagen auf die Finger zu schauen, dagegen wäre gar nichts einzuwenden,<lb/>
im Gegenteil, die Bemerkung <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs> aber, in Österreich könne sich niemand<lb/>
vorstellen, daß ein Minister eingesperrt wird, und das sei sein Ziel,<lb/>
hat mich aber tief bewegt. Vielleicht ist das darauf zurückzuführen, weil<lb/>
ich einmal wegen meiner politischen Tätigkeit sowohl von den Schwarzen<lb/>
als auch von den Braunen schon eingesperrt gewesen bin, mir jetzt so<lb break="no"/>zusagen, wenn nicht auf meine Person bezogen, so doch auf das Amt, sagen<lb/>
lassen zu müssen, die wichtigste Tätigkeit von <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs> wird es sein Minister<lb/>
ins Häfen kommen zu lassen, fand ich richtig empörend. <rs type="person" ref="#per__112571">Tollmann</rs>, der Listen<lb break="no"/>führer, als Universitätsprofessor erklärt, die Politik ist genauso dreckig,<lb/>
wie er sie sich vorgestellt hat. <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs> sein neuer Mitstreiter erklärt<lb/>
als Saubermann, es ist sozusagen nur die Aufgabe alle diese Oberen einzu<lb break="no"/>sperren, das wird eine schöne Entwicklung in Österreich, wenn diese<lb/>
Leute wirklich größeren Einfluß gewinnen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-09_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte verschaff mir den genauen Wortlaut seiner<lb/>
Aussage.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Vondruska</surname><forename>Wolfgang</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Schwarz, Walter</persName>
               <persName><surname>Schwarz</surname><forename>Walter</forename></persName>
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               <persName type="label">Tollmann, Alexander</persName>
               <persName><surname>Tollmann</surname><forename>Alexander</forename></persName>
               <occupation>Geologe/Politiker</occupation>
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               <persName type="label">Murer, Gerulf</persName>
               <persName><surname>Murer</surname><forename>Gerulf</forename></persName>
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               <persName type="label">Quantschnig, Josef</persName>
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               <occupation>AK-Präs. Ktn.</occupation>
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               <persName><surname>Ingrisch</surname><forename>Bernhard</forename></persName>
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               <persName><surname>Tichy-Schreder</surname><forename>Ingrid</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
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               <persName><surname>Ertl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>BRD-LWM</occupation>
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               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
               <occupation>Sts. HM</occupation>
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               <occupation>Pressesprecher Staribachers</occupation>
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               <occupation>Komponist</occupation>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <occupation>Unterrichtsminister</occupation>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <occupation>Verkehrsminister, LH-Stv. Ktn.</occupation>
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