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            <title type="main">Montag, der  7. Februar 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band68_1983-02-07</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_01">Montag, 7. Februar 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_02">Beim Jour fixe in der Handelskammer machte ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
darauf aufmerksam, daß Gen.Sekr. des österreichischen Wirtschaftsbundes<lb/>
NR <rs type="person" ref="#per__118736">Schüssel</rs>, wie auch jetzt in der Presse mitgeteilt wurde, die Erstellung<lb/>
der neuen Richtlinien für die Bürges unsachlich kritisierte. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
war einigermaßen überrascht und erklärte, sofort er wird sich alle<lb/>
Unterlagen besorgen. Bis jetzt war es ja zwischen Handelskammer und<lb/>
Handelsministerium üblich, daß abgesprochene Richtlinien oder sonstige<lb/>
Maßnahmen von der Handelskammerseite auch politisch nicht kritisiert<lb/>
wurden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_03"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> teilte mir mit, daß er jetzt mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> vereinbart hat<lb/>
selbst und auch die NR-Abg. <rs type="person" ref="#per__122900">Tichy-Schreder</rs> mit ihm auf die Leipziger<lb/>
Messe zu fliegen. <rs type="person" ref="#per__122900">Tichy-Schreder</rs> wird dort einen Weinliefervertrag<lb/>
unterfertigen, worüber <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sehr befriedigt ist. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs><lb/>
hat mir vor einziger Zeit schon mitgeteilt, daß er dies beabsichtigt.<lb/>
Da wir jetzt alle drei in einem Privatflugzeug fliegen, kam ich sofort<lb/>
wieder auf die parlamentarische Anfrage des NR <rs type="person" ref="#per__111712">Bergmann</rs> an die Minister<lb/>
zu sprechen, der <add>[eine]</add> genaue Aufgliederung über die Privatflüge wünscht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bestätigten mir, daß das eine Anfrage ist, von der<lb/>
sie vorher nichts wußten. Sie selbst teilen meine Meinung, daß selbst<lb break="no"/>verständlich die Benutzung von Privatflugzeugen in dem Fall das Handels<lb break="no"/>ministerium gar nichts kostet, zweckmäßig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_04"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> erwähnte dann gegenüber <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> auch die Anfrage des Bauernbund-<lb/>
Generalsekretärs <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs> und des ÖAAB-Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__132219">Heinzinger</rs> betreffend<lb/>
der Dampfkesselverordnung. Für <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist es vollkommen unverständlich,<lb/>
daß zwei Exponenten von ÖVP-Bünden in solcher Weise Vereinbarungen der<lb/>
Handelskammer mit mir konterkarieren. Für mich ist das ganze ein typi<lb break="no"/>sches Vorwahlgeplänkel, das zeigt, daß man halt mit der ÖVP kaum oder<lb/>
zumindestens äußerst schwierig Vereinbarungen schließen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_05"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ersuchte mich neuerdings beim Landwirtschaftsminister wegen<lb/>
Einfuhr von Deckweinen zu intervenieren. Bei einer Aussprache der Han<lb break="no"/>delskammer mit SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> vom Landwirtschaftsministerium war vereinbart<lb/>
worden, daß von den 180.000 hl, die vertragsmäßig auch heuer wieder ein<lb break="no"/>geführt werden, unmittelbar 25.000 hl für Deckweine, also ausschließlich<lb/>
zum Aufmischen für österreichische Rotweine, sofort importiert werden<lb/>
sollten. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat mir aber gegenüber erklärt, er kann vor den Wahlen<lb/>
nicht gegen die Landwirtschaftskammer eine solche Einfuhr durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_06"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erklärte, mit den Bauern kann man ja keine Vereinbarungen treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> verbinden, damit wir einen<lb/>
Ausweg gemeinsam suchen. <add>erl. <rs type="person" ref="#per__125291">Ma.</rs></add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_08">Die Zeitung "Die Presse" hat richtig aus der Friedenskonferenz, die ich <add>[am]</add><lb/>
Sonntag begrüßt habe, eine nette Glosse geschrieben. Sie meinte, die Re<lb break="no"/>gierung hat den Handelsminister hingeschickt, damit er als Fremdenver<lb break="no"/>kehrsmann eben diese Initiative sozusagen vom Standpunkt des Tourismus<lb/>
und des Aufenthaltes in Österreich begrüßt. Die Handelskammer selbst<lb/>
ist theoretisch auch involviert. Sie hat den Vorsitzenden der Akademie<lb/>
der Wissenschaften in der SU und insbesondere den Verantwortlichen für<lb/>
das Wirtschaftsforschungsinstitut in Moskau, <rs type="person" ref="#per__140951">Bogomolow</rs>, zu einem offiziel<lb break="no"/>len Essen der Handelskammer eingeladen. Wir waren uns alle einig, daß<lb/>
diese Friedenskongreßinitiative von den Oststaaten ausgegangen ist. Die<lb/>
Sowjets und die anderen COMECON-Staaten haben höchstrangige Delegierte<lb/>
geschickt, vom Westen waren es moralisch bedeutende Delegierte wie<lb/>
Friedensnobelpreisträger usw. kaum aber Regierungsvertreter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_09">Ich informierte die Handelskammer, daß ein Teilnehmer dieser Konferenz<lb/>
der polnische ehem. Botschafter in Österreich und spätere Außenhandels<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> war, mit ihm habe ich vereinbart, daß wir die Gemischte<lb/>
Kommission in Posen bei der Messe Freitag, Samstag, Sonntag abhalten<lb/>
werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_11">Der <rs type="person" ref="#per__139473">Leiter</rs> der Außenhandelsabteilung <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs> wurde dem Jour fixe zuge<lb break="no"/>zogen und erklärte mir, daß der Handelsdelegierte in Mexiko vorgeschlagen<lb/>
hat, ich sollte einen Brief an den österreichischen Botschafter in<lb/>
Mexiko schreiben, damit dieser mit den mexikanischen Stellen über Kompen<lb break="no"/>sationsmöglichkeiten verhandelt. Im vergangenen Jahr hat die ÖMV für<lb/>
466 Mio. S Rohöl aus Mexiko gekauft, mit dem GD <rs type="person" ref="#per__122959">Kaes</rs> wäre vereinbart wor<lb break="no"/>den, daß man 25 bis 30 % dieser Rohölmenge dazu benützen könnte, um Schul<lb break="no"/>den in Mexiko aufzulösen und vor allem neue Exporte dorthin im Kompen<lb break="no"/>sationswege durchzuführen. Dies gilt für die Fa. Miba, Schrack, Papier<lb break="no"/>fabrik Wattens, Feuerstein und vielleicht auch für VÖEST-Alpine-Bohrein<lb break="no"/>richtungen, die dorthin geliefert werden könnten. Ich kann mir nicht gut<lb/>
vorstellen, daß wir die Mexikaner dafür bekommen können, daß die Schulden,<lb/>
die sie nach Österreich haben, durch Öllieferungen abgegolten werden,<lb/>
eher noch, daß wir in Hinkunft Exportmöglichkeiten im Kompensationsweg<lb/>
uns dadurch erschließen können. In diesem Fall glaube ich aber, daß<lb/>
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Gespräche aufzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte dringendst vorfühlen<lb/>
und dann Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__122959">Kaes</rs> vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_13">Die beabsichtigte Aussprache mit GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> von Philips wegen Einbeziehung<lb/>
von Portables in die Kontingentierung der japanischen Videorecorder<lb/>
mußte wegen Erkrankung von <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> verschoben werden. Die Handelskammer er<lb break="no"/>klärte mir dezidiert, momentan sei sie trotz einer Aussprache zwischen<lb/>
Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> und dem Wiener Elektroimporteur und Handelsgeschäft<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145470">Köck</rs>, der für die Einbeziehung plädiert, nicht dafür. Die Handelskammer<lb/>
ersuchte mich, die Verordnung wie beabsichtigt ohne Einbeziehung der<lb/>
Portables vorläufig zu erlassen. Sollte die Aussprache mit Philips zu<lb/>
einem anderen Ergebnis kommen, könnte man ja immer noch sofort eine<lb/>
Änderung vornehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte wie besprochen vorgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_15">Beim Journalistenfrühstück wurde erstmals von Dr. <rs type="person" ref="#per__1138301">Osterauer</rs> eine Analyse<lb/>
der Handelsbilanz und des Außenhandels 82 vorgetragen. Zum Glück war<lb/>
vom Abteilungsleiter <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> auch der bisherige Zahlenpräsentator der<lb/>
Außenhandelsstatistik, MR <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs>, eingeladen worden. Dieser berechnet immer<lb/>
Kopfquoten, wodurch manche Kuriositäten, ein paar Schilling Export auf<lb/>
dem chinesischen Markt, lustige Ergebnisse bringt, aber kaum analytische<lb/>
Aussagen. <rs type="person" ref="#per__1138301">Osterauer</rs> dürfte dagegen im Einvernehmen mit dem Statistischen<lb/>
Zentralamt, der Nachfolger von <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs>, <rs type="person" ref="#per__1137764">Pinczolits</rs>, referierte auch<lb/>
zu diesem Punkt, in Hinkunft brauchbarere Analysen bringen. Immerhin<lb/>
konnte bei diesem Pressegespräch herauskristallisiert werden, daß<lb/>
die industrielle Handelsbilanz eine 96 %-ige Deckungsquote hat, damit<lb/>
ist auch bewiesen, daß auch von dieser Seite die Entindustrialisierung<lb/>
in Österreich nicht Platz gegriffen hat. Beachtlich sind auch die Bau<lb break="no"/>leistungen im Ausland, die wesentlich gesteigert werden konnten durch<lb/>
zusätzliche Ingenieurleistungen. Da ich gleichzeitig auch die Ergebnisse<lb/>
des größenordnungsmäßig zu erwartenden Fremdenverkehrssaldos mitteilte,<lb/>
gegenüber dem Vorjahr erwarte ich um mindestens 3 1/2 Mrd. Nettomehrein<lb break="no"/>nahmen, konnte ich auch andeutungsweise die revidierte Leistungsbilanz<lb/>
von über 5 Mrd. S – gegenüber 16 Mrd. im Vorjahr – prognostizieren. Details<lb/>
kann und wollte ich nicht sagen, denn letzten Endes wird ja, wie ich<lb/>
angekündigt habe, Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> als im Direktorium der OeNB Verantwortlicher<lb/>
Detailuntersuchungen und Ergebnisse in 10 Tagen vorlegen. Über diese<lb/>
Ergebnisse und insbesondere dann über die Energieeinsparung gab es<lb/>
<pb n="68-0155" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-07_0155.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dann eine interessante Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_16">Prof. <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs> berichtete dann über einen Informationsbrief für Werbetrei<lb break="no"/>bende, Kind und Werbung, Überrascht war ich dabei zu erfahren, daß jetzt<lb/>
bei Konzessionsprüfungen der Fachverband Werbung sehr wohl über seine<lb/>
Informationsbriefe die Prüflinge befragt. Wenn er davon nichts weiß,<lb/>
meistens sicherlich auch andere Fragen nicht kennt, kann er auch wegen<lb/>
diesem Nichtwissen zurückgestellt werden. Die Werbewirtschaft hat sich<lb/>
entschlossen, daß an Kinder keine Werbung, für Kinder nur nach Richt<lb break="no"/>linien vorgegangen werden soll, dagegen mit Kindern kein Einwand besteht,<lb/>
wenn die Kinder keine Werbeaussagen machen. Die Richtlinien, die bis jetzt<lb/>
durch diese Werbebriefe aufgestellt wurden, werden, so konnte Frau<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> auch dankend feststellen, weitestgehend einge<lb break="no"/>halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_17">Über die nicht leicht entflammbaren Textilien hat Dr. <rs type="person" ref="#per__115012">Catharin</rs> vom<lb/>
Fachverband Textilindustrie eine Aufklärungsbroschüre vorgelegt. Darin<lb/>
wird von Kindern für Kinder illustriert, welche Gefahren bei leicht<lb/>
brennbaren Textilien bestehen und wie man sich richtig verhält. Ob<lb/>
solche Broschüren tatsächlich einen Wert haben, bezweifle ich. Momentan<lb/>
gibt es daraus aber keine andere Konsequenz, wenn das Gesetz gegen ge<lb break="no"/>fährliche Produkte im Parlament beschlossen sein wird, wird man sich<lb/>
überlegen müssen, ob darunter auch diese besonders leicht flammbaren<lb/>
Textilien fallen. In Amerika, Kanada und Großbritannien hat man nicht<lb/>
zuletzt wegen der offenen Kamine solche leicht entflammbaren Produkte<lb/>
verboten. Die Folge davon war, daß man Textilien verwendete, die <choice><choice><sic>Kazynom<lb break="no"/>gefährdend</sic><corr>karzinomverursachend</corr></choice></choice> sind, als die Gesundheitsbehörde dies bemerkte, wurden diese<lb/>
verboten, für 100 Mio $ mußten Waren dann von den Handelsbetrieben zurück<lb break="no"/>genommen werden. Da diese Kinder- und Frauennachthemden zu 2/3 importiert<lb/>
werden, würde ein Verbot auch nicht viel bringen, denn die Zollkontrolle<lb/>
kann diese nicht einfach unterscheiden, ständige Brennversuche wären<lb/>
genauso wenig zielführend und bei einer kleinen Stückzahl dem Importeur<lb/>
auch gar nicht zuzumuten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Wie kommen wir aus diesem Dilemma wirklich he<lb break="no"/>raus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_19">Der libysche Botschafter <rs type="person" ref="#per__1138546">Wadi</rs> fährt nach Tripolis zurück und ersuchte<lb/>
mich um ein neuerliches Einladungsschreiben für den Innenminister. Wir<lb/>
analysierten die Außenhandelsstatistik. Die Importe aus Libyen haben<lb/>
von 3,8 Mrd. 81 auf 5,1 Mrd. 82 zugenommen, die Exporte dagegen sind von<lb/>
<pb n="68-0156" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-07_0156.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>2,4 Mrd. auf 2,1 Mrd. gefallen. <rs type="person" ref="#per__1138546">Wadi</rs> mußte zugeben, daß im vergangenen<lb/>
Jahr eine restriktive Einfuhrpolitik gemacht wurde, gegen Ende aber<lb/>
hat Oberst <rs type="person" ref="#per__123182">Gaddafi</rs> wieder angeordnet, man möge mehr Waren aus Österreich<lb/>
kaufen, dies wird mir auch von der Handelskammer bestätigt, denn 10.000<lb/>
Stk. Vieh und 60.000 Festmeter Schnittholz wurden gegen Ende des Jahres<lb/>
geordert. Da die VÖEST-Alpine ein großes Trainingszentrum um 2 Mrd. 8 dort<lb/>
errichten möchte, sollte der Innenminister in ihrem Interesse eingeladen<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__1138546">Wadi</rs> war sehr überrascht, daß <del>er</del>, währenddem wir noch sprachen,<lb/>
den Einladungsbrief geschrieben und ihm dann sofort ausgehändigt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_20">Die Fa. Fessel bekam das Staatswappen. <rs type="person" ref="#per__146291">Fessel</rs> selbst hat Anfang der<lb/>
60-er Jahre als erster die Medienanalyse begonnen, jetzt haben andere<lb/>
die Führung des Geschäftes <add>[inne]</add>, insbesondere <rs type="person" ref="#per__145810">Bretschneider</rs> und vor allem<lb/>
der vom IFES-Institut zu Fessel kommende <rs type="person" ref="#per__145809">Dantine</rs>. Natürlich erkundigte<lb/>
ich mich nach der Ansprache und der Überreichung, die vor der ganzen<lb/>
Belegschaft erfolgte, immerhin 70 ständige Angestellte und 500 gelegent<lb break="no"/>liche Mitarbeiter, über die Auftragslage. Das Fessel-Institut hat ca. 10 %<lb/>
für politische Parteien, 90 % setzt sich aber aus Wirtschaftsaufträgen<lb/>
zusammen. Was die IFES für die SPÖ, ist Fessel für die ÖVP. Ich war<lb/>
daher sehr erstaunt zu erfahren, daß auch die Wirtschaftsaufträge vor<lb/>
den Wahlen nachlassen, politische Aufträge gibt es, wie <rs type="person" ref="#per__145810">Bretschneider</rs><lb/>
mir sagte, keine mehr, in dieser Beziehung ist die Wahl gelaufen. <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs><lb/>
schloß aus dieser Bemerkung, daß Fessel auch Ergebnisse hat, die einen<lb/>
Sieg <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> signalisieren. Dies glaube ich bezüglich der relativen<lb/>
Mehrheit garantiert, bezüglich der absoluten aber muß noch der Groß<lb break="no"/>teil der Unentschlossenen die ja in den letzten Jahren immer größer ge<lb break="no"/>worden ist und auch jetzt wahrscheinlich noch sehr stark ist keinesfalls<lb/>
feststellen<add>[*]</add>. Ich bin fest davon überzeugt, daß Fessel noch immer, und<lb/>
dies nicht allein für wissenschaftliche Zwecke, Umfragen bis vor den Wahlen<lb/>
macht, wie dies übrigens auch IFES tut.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_21"><add>[das]</add> Fessel-Institut hat jetzt eine deutsche Beteiligung, seit 1970 Infratest<lb/>
München, und seit 72 eine Partnerschaft mit GFK.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> gelegentlich und mir besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_23">Die Fa. Schulz, Präzisionswerkzeuge und Metallwarenerzeuger für Philips,<lb/>
ITT und insbesondere auch für Deutschland hat ebenfalls das Staatswappen<lb/>
bekommen. Die Besitzerin und Tochter des Gründers, Dr. <rs type="person" ref="#per__1138547">Huber</rs>, ist stu<lb break="no"/>dierte Philosophin, nach dem Tod ihres Vaters hat sie die Mechaniker<lb break="no"/>gesellenprüfung gemacht und führt heute tatsächlich diesen Betrieb. Be<lb break="no"/>wundernswert ist, daß doch mit den 120 Beschäftigten sie zu 70 % ihre<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-02-07_24"><add>[*) Passage unverständlich, Bedeutung wohl "bezüglich der absoluten aber<lb/>
ist dies keinesfalls festzustellen, denn ein Großteil der Unentschlosse<lb break="no"/>nen, deren Zahl in den letzten Jahren immer größer geworden ist und auch<lb/>
jetzt wahrscheinlich sehr stark ist, müsste noch gewonnen/überzeugt wer<lb break="no"/>den"; Anm.]</add><lb/>
<pb n="68-0157" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-02-07_0157.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Waren auch in die BRD exportieren kann. Eine Lehrwerkstätte mit 11 Lehr<lb break="no"/>lingen, die ich besichtigen konnte, hat auf mich einen sehr guten Eindruck<lb/>
gemacht. Das Haus ist von der Ärztekammer gemietet. Dr. <rs type="person" ref="#per__1138547">Huber</rs> will es<lb/>
auch gar nicht erwerben. Sie steckt alles in Maschinen und ist auch da<lb break="no"/>mit am letzten Stand der Technik. Beim Durchgehen konnte ich mit den<lb/>
Leuten sprechen und anschließend eine launige und für alle anerkennende<lb/>
Ansprache halten. Der Innungsmeister der Mechaniker, der dann dankte,<lb/>
meinte, er ist sehr stolz, daß so viele Mechanikerbetriebe bis jetzt<lb/>
schon die Genehmigung zur Führung des Staatswappens von mir bekommen<lb/>
haben.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 7.2.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <occupation>poln. Botschafter/stv. Außenhandelsminister</occupation>
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               <occupation>Vors. Ausschuss Wirtschaftswerbung im Konsumentenbeirat d.
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