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            <title type="main">Dienstag, der 25. Jänner 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band68_1983-01-25</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_01">Dienstag, 25. Jänner 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_02">Der Generalsekretär der EFTA, <rs type="person" ref="#per__97636">Kleppe</rs>, informiert mich und die Kollegen<lb/>
der Außenhandelssektion, daß die Idee, die 10-Jahres-Feier 10 Jahre EG-<lb/>
EFTA, endgültig tot ist. Deutschland hat den Vorsitz jetzt abgegeben, die<lb/>
EG hat sich niemals ernstlich mit einer solchen Feier beschäftigt. Alle<lb/>
Bedenken der Schweizer, welche Optik eine solche Feier im Anschluß an einen<lb/>
EG-Ministerrat haben könnte, sind damit hinfällig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_03">Die Besprechungen mit Jugoslawien laufen dahin, daß Dr. <rs type="person" ref="#per__145297">Smole</rs>, der zu<lb break="no"/>ständige Minister eine Deklaration anstrebt, über eine langfristige Zu<lb break="no"/>sammenarbeit. Bisher hatte ich immer das Gefühl, daß die Jugoslawen an<lb/>
einem Handelsvertrag, ähnlich wie ihn sie mit der EG haben, auch mit der<lb/>
EFTA anstreben. Hier gab es große Schwierigkeiten auch insbesondere mit<lb/>
der Schweiz, weshalb scheinbar jetzt die Jugoslawen eine generelle De<lb break="no"/>klaration wünschen. Dies müßte meiner Meinung nach leicht zu erreichen<lb/>
sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_04">Auf mein besonderes Befragen erklärte <rs type="person" ref="#per__97636">Kleppe</rs>, daß es Schwierigkeiten<lb/>
gibt, mit der Bezahlung, die die EFTA für die europ. Gewerkschaft leistet.<lb/>
Voriges Jahr sind 12.800 Schweizer Franken aufgelaufen. Die Schweiz er<lb break="no"/>klärt, 10.000 Schweizer Franken lautet der Beschluß, und kein Rappe mehr.<lb/>
Da wir für diese Übersetzung seit 1974 bereits bezahlen, ersuche ich<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> zu veranlassen, daß auch das österr. Bedenken zurückgestellt<lb/>
wird und wir sehr wohl diese Dienstleistung für den europ. Gewerkschafts<lb break="no"/>bund übernehmen. Sollte dies im Budget keine Deckung finden, so schlage<lb/>
ich sofort vor, das Festessen bei den EFTA-Tagungen zu streichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_05">Die Schweiz wünscht eine genauere Untersuchung über die Subvention beim<lb/>
Export innerhalb der EFTA, aber auch gegenüber den anderen Staaten. Hier<lb/>
kann ich mit ruhigem Gewissen darauf verweisen, daß <del>es</del> eine solche Sub<lb break="no"/>vention bei uns nicht erfolgt. Die österr. Kontrollbank bekommt keinerlei<lb/>
Staatsunterstützung, die verhältnismäßig günstige Exportfinanzierung er<lb break="no"/>folgt durch geschickte Kreditaufnahmen von der Kontrollbank.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_06">Ich entschuldige mich dann gleich bei <rs type="person" ref="#per__97636">Kleppe</rs>, daß ich in den Ministerrat<lb/>
muß und abends bei seinem Vortrag auch nicht dort bleiben kann, sondern<lb/>
nur zu seiner Begrüßung in das CA-Forum kommen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_07">Vor dem Ministerrat informiere ich Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über<lb/>
die mir von <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs> mitgeteilte Möglichkeit der Zuckerexporte in<lb/>
die DDR. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> hat bei der österr. Kontrollbank um 200 Mio. S Export<lb break="no"/><pb n="68-0083" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-25_0083.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kredit angesucht, 1 Jahr Laufzeit. Er hofft, daß keinerlei Schwierigkei<lb break="no"/>ten gemacht werden. Die DDR hat für 30.000 t als 1. Tranche<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> größtes<lb/>
Interesse. Der Preis wäre zum damaligen Tagespreis, wo er mit dem GD aus<lb/>
der DDR verhandelt hat, 3.880,-- S in <choice><choice><sic>Polysäcke</sic><corr>?</corr></choice></choice>. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wird bei der West<lb break="no"/>berliner grünen Woche dann auch einen Sprung nach Ostberlin fahren und<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> zusammentreffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> davon verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_09"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ist damit einverstanden, daß für die 180 Mio. S Kohleimporte aus<lb/>
Jugoslawien jetzt entweder aus dieser Ernte noch 50.000 t Qualitätsweizen<lb/>
und ev. Roggen oder <choice><choice><sic>Weizen</sic><corr>?</corr></choice></choice> der heurigen Ernte den Jugoslawen als Kompen<lb break="no"/>sation angeboten wird. Er wird seinen SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> davon sofort verständi<lb break="no"/>gen.<lb/>
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Entwurf eines Empfehlungsschreibens für die Schuhe- und Spatenlieferungen<lb/>
nach Irak hat. Dies ist mir unerklärlich, das ist ein äußerst dringender<lb/>
Brief und ich hatte ihn ja bereits vor zwei Tagen approbiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> wird sich das Schreiben selbst auf Arabisch<lb/>
übersetzen. Bitte sofort entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_13">In der MR-Vorbesprechung meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß die Grazer Wahlen sehr gut<lb/>
für uns ausgegangen sind und sie hätten nach seinen Befürchtungen wesent<lb break="no"/>lich schlechter, nicht zuletzt durch das Maßnahmenpaket ausfallen können.<lb/>
Mit Vizebgm. <rs type="person" ref="#per__133385">Stingl</rs> hatte er ja vorher ein langes Gespräch und dieser er<lb break="no"/>klärte ihm, im günstigsten Fall könnte er ein Mandat dazugewinnen, dies<lb/>
hat er auch tatsächlich erreicht. Leicht haben wir es <rs type="person" ref="#per__133385">Stingl</rs>, meinte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, gerade durch die Ankündigung des Maßnahmenpaketes am Parteirat in<lb/>
Graz nicht gemacht. Die VP hatte gerechnet, 3 bis 4 Mandate von der FPÖ<lb/>
zurückzugewinnen und hat natürlich die ganze Bundesprominenz, <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>, <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs><lb/>
usw. im Wahlkampf deshalb eingesetzt und auf eine vernichtende Nieder<lb break="no"/>lage durch das Maßnahmenpaket gerechnet. Eine VP- und FPÖ-Koalition ist<lb/>
nun für Österreich endgültig tot. Der Erfolg der Alternativliste mit 4<lb/>
Mandaten ist beachtlich. Die Grünen müssen deshalb aber noch lange nicht<lb/>
in den Nationalrat kommen. Trotzdem müßte man dem Umweltschutz ganz be<lb break="no"/>sondere Beachtung zuwenden. Die SPÖ hat hier eine größere Glaubwürdigkeit<lb/>
nicht zuletzt durch die Aktivität vom Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>. Die<lb/>
Zeichen vom Salzburg und Graz müssen wir aber erkennen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_14">LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__124045">Gross</rs> hat mit dem LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> schon ein Gespräch über die Bgm.-Wahl<lb/>
geführt. <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> meinte, das könne sofort gelöst werden, wenn SPÖ und ÖVP<lb/>
sich darauf einigen, den Bgm. nach Halbzeit zu wechseln. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kann nur<lb/>
warnen von einer solchen Idee und meint, die große Partei könne nicht auf<lb/>
den Bgm. verzichten. Der Rundfunkreporter <rs type="person" ref="#per__148071">Ziesel</rs> aber propagiert schon<lb/>
diesen Wunsch der ÖVP.<lb/>
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haben die Steirer gute Kontakte. <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs> hat ja seinerzeit mit dem ÖVP-Obmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> ein schriftliches Abkommen getroffen, daß nach der Wahl 1979, wenn<lb/>
die SPÖ absolute Mehrheit gebrochen worden wäre, <choice><choice><sic>sei</sic><corr>sie</corr></choice></choice> sofort eine Koalition<lb/>
geschlossen hätten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_16">So beachtlich der Erfolg der Grazer war, 65.000 Stimmen wählten die SPÖ,<lb/>
müßten bei den NR-Wahlen, wo nicht 42 %, sondern 52 % das letzte Mal SPÖ<lb/>
wählten, 80.000 Stimmen wieder gewonnen werden. Die SPÖ muß daher auf die<lb/>
Alternativ-Listen besonders aufpassen. Deren Politik müßte bereits und<lb/>
wird auch in der SPÖ-Politik in der Vergangenheit mehr denn jetzt auch<lb/>
in der Zukunft zu vertreten sein. Bei den Alternativen in Graz handelt es<lb/>
sich um klassenspezifische politische Sammlung. Die Arbeiter sind daran<lb/>
uninteressiert. Unzufriedene Kleinbürger aber, Angestellte, Akademiker,<lb/>
Protestwähler etablieren sich jetzt in dieser Partei. Die Wirtschaftsidee<lb/>
ein sogenanntes Nullwachstum und Schonung der Natur ist alles eine Chi<lb break="no"/>märe. Trotzdem <choice><choice><sic>mußte</sic><corr>?</corr></choice></choice> man deren Politik, die einige Grundsätze auch der<lb/>
so. Bewegung der Vergangenheit übernommen haben, insbesondere Privilegien<lb break="no"/>abbau, sehr beachtlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_17"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet dann über seine Reise nach Frankreich. Die franz. Par<lb break="no"/>tei ist in großen Schwierigkeiten. Die Doktrin ?, deren Maßnahmen sie<lb/>
begonnen haben, können sie jetzt nicht durchziehen. Die großen arabischen<lb/>
Kredite sind verbraucht. Der franz. Fr. müßte jetzt wieder abgewertet wer<lb break="no"/>den, was jetzt äußerst schwer ist. Bei den jetzt kommenden Gemeinderats<lb break="no"/>wahlen werden schwere Niederlagen erwartet. Die Regierung ist unsicher,<lb/>
wenn der Wirtschaftsminister eine Zinssenkung ankündigt, erklärt der<lb/>
Ministerpräsident das kommt nicht in Frage, in Frankreich ist nicht eine<lb/>
Partei an der Regierung und die Regierung selbst hat fünf Parteien, die<lb/>
schwer zusammenzuhalten sind. Dazu kommt, daß der Präsident <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs><lb/>
aufgrund der <rs type="person" ref="#per__140868">de Gaulle</rs>'schen Verfassung immer wieder vom Präsidentenamt rein<lb break="no"/>regiert. <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs> hat spezielle Berater für jedes Ressort. Dort wird in<lb/>
Wirklichkeit die Entscheidung getroffen. Der neue Parteiführer <rs type="person" ref="#per__1138565">Jospin</rs><lb/>
führt die Partei sehr gut, doch hat er unendliche Schwierigkeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_18">In Schweden hat <rs type="person" ref="#per__114142">Palme</rs> jetzt durch seine großen Kenntnisse und Einsatz<lb/>
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bisher in einer sehr kritischen Situation befindet. Jetzt spürt<add>[er/man?]</add>, daß eine<lb/>
neue Regierungspolitik gemacht wird. Die innerschwedischen Wirtschaftsprob<lb break="no"/>leme sind zu lösen, meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_19">In Spanien hat <rs type="person" ref="#per__126230">González</rs> erklärt, man kenne nicht die Ursachen der Krise,<lb/>
diese Behauptung stellt er auf, damit er nicht eine doktrinäre Dis<lb break="no"/>kussion bekommt oder gar womöglich eine Politik einleiten müßte, wie sie<lb/>
in Frankreich geschehen ist, die zu keinem positivem Erfolg führte. <rs type="person" ref="#per__126230">Gon<lb break="no"/>zález</rs> versucht also einen Krisenmystizismus zu verbreiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_20">Der Portugiese <rs type="person" ref="#per__140553">Soares</rs> sieht sehr wohl die Grenzen seiner Möglichkeiten und<lb/>
auch der Wirtschaftssituation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_21">Der Grieche <rs type="person" ref="#per__134046">Papandreou</rs> hat eine sehr gute Rede gehalten. Griechenland<lb/>
wird jetzt doch Mitglied der soz. Internationale werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_22">Der Ministerpräsident von Senegal dagegen hat gemeint, ihr <choice><choice><sic>seits</sic><corr>seid's</corr></choice></choice> alle<lb/>
zu weiß, ihr versteht's daher die afrik. Verhältnisse nicht. Afrika müßte<lb/>
man jetzt mehr helfen, u.a. auch auf dem Gebiet des Tourismus. Spanien,<lb/>
Italien usw. geben den Afrikanern keine Möglichkeit ihre Produkte zu<lb/>
verkaufen.<lb/>
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obwohl gegenüber allen anderen Ländern wir sehr gut abgeschnitten haben,<lb/>
meinte er, müsse man dies vorsichtig vorstellen, damit nicht die Verärge<lb break="no"/>rung anderer Ländern über die Leistungen Österreichs wächst. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinte, eine Götterdämmerung der konservativen Wirtschaft ist jetzt einge<lb break="no"/>treten. Es müsse daher eine neue große Konzeption von der soz. Interna<lb break="no"/>tionale entworfen werden. Zu diesem Zweck werden die Experten der Mini<lb break="no"/>sterpräsidenten und Regierungschefs zusammentreten, um ein großes Programm<lb/>
zu entwickeln. Nach einer solchen Zusammenkunft in Finnland wird dann im<lb/>
Mai wieder in Frankreich, damit <del>mit</del> <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs> daran teilnehmen kann, die<lb/>
soz. Internationale ein Aktionsprogramm beschließen, welches dann die<lb/>
Staaten OECD beim Währungsfonds usw. konsequent vertreten sollen. Dies<lb/>
wurde dann auch beschlossen. Die Internationale könnte dann also sich<lb/>
sehr aktiv ins Wirtschaftsgeschehen einschalten und Koordinationsfunktion<lb/>
zwischen den Staaten übernehmen.<lb/>
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das <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs> gegeben hat. <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs> wurde aber insbesondere <choice><choice><sic>auf</sic><corr>von?</corr></choice></choice> den<lb/>
dt. Genossen gefragt, was er aber eigentlich in Bonn gesagt hat. <rs type="person" ref="#per__133649">Mitter<lb break="no"/>rand</rs> verteidigte sich und hat seine Rede verteilt und sie dann aber auch<lb/>
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befürchteten, die <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>-Linie, hat aber doch weitgehend seine eigene franz.<lb/>
Großmachtpoltik, wie jeder franz. Präsident vertreten, muß seine Rede<lb/>
jetzt entsprechend interpretieren und wird daher mit der SPD, d.h. den<lb/>
dt. Genossen Schwierigkeiten haben.<lb/>
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die NR-Sitzungen äußerst hart werden. Jetzt bekommt er von der dringli<lb break="no"/>chen Anfrage der ÖVP an ihn und die harte Auseinandersetzung, die er auch<lb/>
mit dieser Entgleisung endete, von den Betrieben Briefe, die ihm zu die<lb break="no"/>ser harten Auseinandersetzung gratulieren. Die offensive Linie muß fort<lb break="no"/>gesetzt werden. Die Zeitungen wollen die Rolle von Gouvernanten eben<lb/>
übernehmen. Der brüllende <rs type="person" ref="#per__125293">Schwimmer</rs>, der keifende <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs>, der gemein<lb break="no"/>heitsstrotzende <rs type="person" ref="#per__97641">Kohlmaier</rs> kommen aber nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Meinung nicht an.<lb/>
Unser Problem ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten, dies gilt insbeson<lb break="no"/>dere für <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> wegen des Maßnahmenpaketes.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_26">Seine Amerikareise, die er nächste Woche antritt, hat wenig Sinn und dient<lb/>
nur einer gewissen Optik. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> ist momentan in einer so schlechten Situ<lb break="no"/>ation, daß er kaum wirkliche fundierte Gespräche mit ihm führen wird.<lb/>
Das Büro in Washington erwartet übrigens, daß man vorher jeden Diskussions<lb break="no"/>punkt ankündigt, damit <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> entsprechend vorbereitet wird. Bundespar<lb break="no"/>teiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> versucht jetzt in Amerika für ihre europ. christl.-demokra<lb break="no"/>tische Internationale sowohl die Republikaner als auch die Demokraten<lb/>
zu gewinnen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat aber bereits mit <rs type="person" ref="#per__1138567">Henry Reuss</rs>, einem engsten Mit<lb break="no"/>arbeiter von <rs type="person" ref="#per__97620">Kennedy</rs> und <rs type="person" ref="#per__126217">Mondale</rs> darüber gesprochen. Die Demokraten werden<lb/>
sicherlich nicht in diese Organisation eintreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_27">Der Repulikaner <rs type="person" ref="#per__1138034">Douglas</rs>, der über Österreich durch Vermittlung des ÖVP-<lb/>
Bildungsverantwortlichen <rs type="person" ref="#per__1138513">Khol</rs> nach Wien eingeladen wurde und dort die<lb/>
Unstimmigkeiten auslöste, möchte jetzt auch vom Renner-Institut einge<lb break="no"/>laden werden. <rs type="person" ref="#per__1138034">Douglas</rs> macht sich nämlich Hoffnungen, wenn die <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>-Be<lb break="no"/>raterin <rs type="person" ref="#per__1138325">Damm</rs> nicht als Botschafterin nach Wien kommt, daß er kommen könn<lb break="no"/>te. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat aber für das Renner-Institut bereits für Februar <rs type="person" ref="#per__1138568">George<lb/>
Ball</rs>, der über Trends in der US-Politik referieren wird, eingeladen. BuKa-<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat den Amerikaner <rs type="person" ref="#per__1137505">Clark</rs><add>[ev. Falschidentifikation, Anm.]</add>, aber auch <rs type="person" ref="#per__1138325">Damm</rs> zum Opernball<lb/>
eingeladen. Bei dieser Gelegenheit stellt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gleich fest, daß man<lb/>
diesmal nicht in allzu großer Anzahl den Opernball besuchen soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_28">Trend hat zum Empfang für <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, der von ihrer Zeitschrift zum<lb/>
Mann des Jahres gefeiert wurde, eingeladen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird diesen Empfang<lb/>
nicht besuchen, weil er mit Trend einen Prozeß über "großer Bluffer <rs type="person" ref="#per__97668">Kreis<lb break="no"/>ky</rs>" wegen Fohnsdorf im Rechtsstreit liegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Wie sieht meine Zeit für diesen Empfang aus?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_30"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet, daß jetzt der Arbeitslosenversicherungsbeitrag um<lb/>
1 % mit 1. März erhöht werden soll. Die 2,3 Mrd. S, die dadurch herein<lb break="no"/>kommen, braucht er dringend. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersucht <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> auch, für die Auf<lb break="no"/>klärung der Bevölkerung zu sorgen, damit sie wissen, warum diese Arbeits<lb break="no"/>losenversicherungerhöhung erfolgt, um nämlich wie <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> dann erwidert<lb/>
3,4 Mrd. S für die Arbeitsmarktförderung heuer ausgeben zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_31">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meint, es ist jetzt ein CSSR-Vertrag, den die Außen<lb break="no"/>minister beim <rs type="person" ref="#per__127063">Husák</rs>-Besuch unterschrieben haben, im Parlament strittig.<lb/>
Die VP meint, mit dieser Störfallmeldung <add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> der Kernkraftwerke würde man<lb/>
die Kernkraftwerke der CSSR anerkennen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersucht, man sollte da<lb break="no"/>raus im Parlament keinen großen Streitfall machen, wenn der Vertrag jetzt<lb/>
nicht ratifiziert wird, kann dies ruhig auch dann die nächste Regierung<lb/>
machen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtet, daß die ÖVP in ihrer Demagogie in NÖ damit die<lb/>
Bevölkerung nur wieder gegen Kernkraftwerke mobilisiert. Wie sie dies auch<lb/>
bei einer Volksabstimmung über das Atomsperrgesetz in Vorarlberg mit dem<lb/>
Schweizer Kernkraftwerk Rüthi gemacht haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_32"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> verweist darauf, daß die Belangsendungen der HK mehr gegen die<lb/>
Regierungspolitik gerichtet sind als die Belangsendungen der ÖVP. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meint, da müßte man entsprechende Maßnahmen des ORF, insbesondere durch<lb/>
Richtigstellungen verlangen. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> stellt fest, daß für Belangsendungen<lb/>
der ORF<add>keine</add> wie immer geartete Verantwortung übernimmt. Die SPÖ könnte daher<lb/>
nur gegen diese Belangsendungen Klage bei Gericht erheben. Vizepräsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> wird sich jetzt die wichtigsten Passagen vorlegen lassen und<lb/>
dagegen protestieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte auch mir die wichtigsten Auswüchse vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_34"><rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> berichtet, daß jetzt der Verkehrsverbund Ost, der seit 1974<lb/>
verhandelt wird, abgeschlossen werden konnte. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> hat mit einer<lb/>
Platzkilometerrechnung den Durchbruch erzielt. Wien übernimmt jetzt 34 %,<lb/>
NÖ 15 und Bgld. nicht wie beabsichtigt 5, sondern nur 1 %. Wien hat daher<lb/>
scheinbar mehr Vorleistung erbracht. In Wirklichkeit wird Wien aber gut<lb/>
heraussteigen, wenn die Busse dann einbezogen werden. Von Tulln nach Wien<lb/>
kostet in Hinkunft eine Fahrt nicht 56,50 S, sondern nur mehr 42,-- S. Die<lb/>
Jahreskarten werden durch diesen Verbund von S 7.544,-- auf S 5.540,-- ge<lb break="no"/>senkt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_35"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ging dann auf den Wochenpresse-Artikel ein und meint, die Regie<lb break="no"/><pb n="68-0088" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-25_0088.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rung sei durch einen Brief von ihm über die Aktivitäten, die PR-Arbeit<lb/>
ist und nicht nur Parteipropaganda, von 20. Okt. 82 abgedeckt. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> be<lb break="no"/>richtet, daß es sich hier um eine konzertierte ÖVP-Aktion handelt. Die<lb/>
Südost-Tagespost hat bereits von Geheimaufzeichnungen, die gefunden wur<lb break="no"/>den, berichtet. GS <rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs> hat von ungeheurer Verschwendung gesprochen. Bevor<lb/>
dann die Wochenpresse das Papier des Propagandaleiters <rs type="person" ref="#per__133398">Mahr</rs> veröffentlichte.<lb/>
Dieses Papier waren Vorschläge an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, interne Mitteilungen von Mit<lb break="no"/>arbeitern, das <rs type="person" ref="#per__133398">Mahr</rs> entwendet wurde. Mehr trifft <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, <choice><choice><sic>das</sic><corr>daß</corr></choice></choice> enge Unter<lb break="no"/>stützung des Rennbahn-Expresses auch in diesem Papier geschrieben steht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133398">Mahr</rs>, der immer für den Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> vorher, solange er noch bei der Gemein<lb break="no"/>de war, und jetzt eben als Propagandaleiter bei den MR-Vorbesprechungen<lb/>
ist, erklärte, bei der Bezirkssekretäretagung hätte er ein Referat gehal<lb break="no"/>ten. Die Tasche hat er dort vergessen, als er sie zurückbekommen hat, war<lb/>
das Papier nicht mehr drinnen. In dem Papier gibt es Umfragen über Ziel<lb break="no"/>gruppenanalysen vom April und Mai 82. Ebenso wurde dort Ministerüberlegun<lb break="no"/>gen über Leistungsberichte geschrieben. Jugendwahlkampfvorschläge, die<lb/>
jetzt bereits in Durchführung sind, stehen ebenfalls drinnen. Die ÖVP Stmk.<lb/>
hat zuerst dieses Papier scheinbar gehabt und dann der Wochenpresse zuge<lb break="no"/>spielt. Keinesfalls stammt es aber <choice><choice><sic>aus</sic><corr>von</corr></choice></choice> Mitarbeitern des Zentralsekretariats.<lb/>
Seiner Meinung nach ist es ein kleines österr. Watergate<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_36"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwidert, man hätte eben bei den Unterlagen mehr Vorsicht walten<lb/>
lassen müssen. Erkenntnisse der Illegalität, man trägt nicht alles mit<lb/>
sich herum, insbesondere geht man aber nicht in ein Kongreßhaus wie nach<lb/>
Graz, das der ÖVP nahesteht. Die Regierung sei durch den <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Brief<lb/>
wie er noch einmal feststellt, abgedeckt. Negativer Einfluß wird insbe<lb break="no"/>sondere bei unseren Funktionären sein, die meinen, das Geld sei rausge<lb break="no"/>schmissen, von 103 Mio. S aber Wahlkampfausgaben könne nicht die Rede<lb/>
sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_37"><rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> berichtet, daß die VP jetzt eine Aktion A-Z startet, A war jetzt<lb/>
AKH, B sind die Beamten, dort werden falsche Behauptungen berichtet,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, man müsse dann immer sofort Richtigstellungen vornehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_38"><rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> meint, der Rennbahn-Expreß hätte von dem BMfUuK deshalb Inserate<lb/>
bekommen, weil es die größte gelesenste Jugendzeitung ist und daher das<lb/>
Schulservice dort vorgestellt wird. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtet, daß für die neue<lb/>
Jugendzeitung Exit, die die Rennbahn-Leute für den Kurier machen, dieser<lb/>
9 Mio. S bezahlt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_39"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> informiert, daß der Sicherheitsbericht jetzt im Nationalrat ist. Die<lb/>
Resultate über die Volkszählung, sie hätten sollen bis 15. Februar vor<lb break="no"/>liegen, jetzt möchte der Präsident des Stat. Zentralamtes, <rs type="person" ref="#per__133315">Schmidl</rs>, eine<lb/>
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der Stichtag der 25. Mai ist, und damit die Wahlprozedur ausgelöst werden<lb/>
kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_40">Im Ministerrat frägt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann <choice><choice><sic>weiter</sic><corr>?</corr></choice></choice> über die zwei Staatsbürgerein<lb break="no"/>bürgerungen. <rs type="person" ref="#per__1138592">Botowamungu</rs> aus Zaire ist ein Amateurboxer und <rs type="person" ref="#per__1138593">Tykal</rs> ein<lb/>
Konventionsflüchtling, ein Baugeologe und Felsmechaniker. In beiden Fäl<lb break="no"/>len war das HGI involviert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_41">VÖEST-GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> verständigt mich, daß er in Berlin über die weiteren<lb/>
600.000 t Öllieferung verhandelt hat, die die DDR noch im Jahre 1983 er<lb break="no"/>wartet. Die VÖEST-Alpine hat nur große Schwierigkeiten die Exportmenge<lb/>
nach Iran zusammenzubringen. Sowohl Dr. <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> haben ihn<lb/>
ersucht, ich möchte unbedingt an der Leipziger Messe teilnehmen. Ich<lb/>
sage <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> sofort zu, daß wir gemeinsam Sonntag zur Eröffnung hin- und<lb/>
dann wieder sofort zurückfliegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_42">Die Staatswappenverleihung an die Fa. Sirucek aus Großpetersdorf war für<lb/>
mich eine sehr schwierige Aufgabe. Der einzige Sohn von dem 71-jährigen Be<lb break="no"/>sitzer hat Selbstmord begangen, die Familie erschien in Trauer. Ich konn<lb break="no"/>te daher meine sonst immer launige Ansprache nicht halten, sondern habe,<lb/>
ohne auf dieses tragische Ereignis einzugehen, der Familie versprochen,<lb/>
in jeder Beziehung sie zu unterstützen. Dieser Betrieb hat nämlich jetzt<lb/>
150 Beschäftigte, macht mit den Kfz-Ersatzteilen einen Umsatz von 40 Mio.<lb/>
S und exportiert über 80 %.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_43">Beim Jour fixe mit GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und seinem Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> kam selbst<lb break="no"/>verständlich das unqualifizierte Verhalten des LH <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> zur Sprache.<lb/>
Dieser hat mir und Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> versichert, er will<add>[aus]</add> Dürnrohr kein Politikum<lb/>
machen. Die gemeinsam vereinbarte Entschwefelungslösung sei für ihn opti<lb break="no"/>mal und er würde nicht auf die Tour des Vizebgm. <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> einschwenken, unbe<lb break="no"/>rechtigte und unbegründete Forderungen zu stellen. Jetzt vor den Wahlen<lb/>
hat er genau das gemacht und sowohl mich als<add>[auch]</add> Minister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> und vor allem<lb/>
auch Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> in die größten Verlegenheiten gebracht. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> hat zugege<lb break="no"/>ben, daß man scheinbar mit der ÖVP, obwohl er ja <choice><choice><sic>dessen</sic><corr>deren?</corr></choice></choice> Exponent<add>[in?]</add> der<lb/>
Elektrizitätswirtschaft ist, und vor allem einmal nicht mehr mit LH Ver<lb break="no"/>einbarungen schließen kann. Die Bürgerinitiativversammlung wird äußerst<lb/>
kritisch verlaufen. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> ist <choice><choice><sic>zu</sic><corr>dazu</corr></choice></choice> geladen und wird dort versuchen, dem<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> seine Meinung zu sagen. Ich habe ihn davon gewarnt, sich allzu<lb/>
spektakulär mit <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> anzulegen. Dieser wird demagogisch versuchen, den<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_44">Die Strompreissenkung für die vereinigten Metallwerke Ranshofen Aluminium<lb break="no"/>erzeugung von 33 auf 30 g soll durchgeführt werden. Jetzt verlangt <rs type="person" ref="#per__97453">Fre<lb break="no"/>muth</rs> nur, daß dies bei der nächsten Preiserhöhung abgegolten wird. Eine<lb/>
solche Zusage ist rein theoretisch, da <choice><choice><sic>er</sic><corr>?</corr></choice></choice> die Preisanträge der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft niemals voll erfüllt werden, kann man dann immer sagen, daß<lb/>
die Aufwendungen der Verbundgesellschaft für die Strompreissenkung für<lb/>
Aluminiumerzeugung an Ranshofen eben in dem letzten Endes genehmigten Pro<lb break="no"/>zentsatz drinnen <choice><choice><sic>ist</sic><corr>sind</corr></choice></choice>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_45">Hainburg soll weiter überprüft werden, eine Vorverlegung der Wiener Stufe<lb/>
ist unmöglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_46">Die Tauernkraftwerke hat für Zillergründl jetzt entsprechende Teilbaube<lb break="no"/>scheide bekommen. Die Veränderung des Aufsichtsrates soll nach Rücklegung<lb/>
des Mandates durch den SPÖ-Safe-Vertreter <rs type="person" ref="#per__114474">Kettl</rs> durch Rückziehung<lb/>
eines ÖVP Mitgliedes ausgeglichen werden. GD-Stv. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> meint, die starke<lb/>
Reduktion der Aufsichtsräte sei nicht zweckmäßig. Ich vertrete aber die<lb/>
gegenteilige Meinung. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> wird sich um eine Lösung weiter bemühen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_47">Die Finanzierung der Verbundgesellschaft wird durch eine Aufnahme aus<lb/>
Japan, 15 Mrd. Yen = <choice><choice><sic>1</sic><corr>?</corr></choice></choice> Mrd. S, aber auch druck niederländische Anleihen,<lb/>
50 – 100 Mio. Gulden, d.s. also ca. 700 Mio. S, gedeckt werden. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
hätte in der Vergangenheit gerne noch weitere Finanztransaktionen gemacht<lb/>
ist aber im Aufsichtsrat auf das Unverständnis insbesondere der Arbeit<lb break="no"/>nehmervertreter gestoßen. Da man ihm dort, wenn auch nicht offiziell aber<lb/>
doch dann hinter herum vorgeworfen hat, er würde eine Finanzierungsspekula<lb break="no"/>tion betreiben, hat er diese Aktivität, die er als ehemaliger Banker gut<lb/>
beherrscht, sehr reduziert. Mit seinen bisherigen Finanzierungsmethoden<lb/>
hat er der Verbund schon <choice><choice><sic>100.e</sic><corr>hunderte?</corr></choice></choice> Mio. S erspart. Eine weitere risikoreiche<lb break="no"/>re Finanzierungsspekulation möchte er nicht machen, um sich eben nicht<lb/>
diesem Vorwurf auszusetzen. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> meint, dies sei sicherlich nicht der<lb/>
Fall, da man nachweisen kann, daß die neuen Finanzierungsmethoden, wie sie<lb/>
seit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuths</rs> Eintritt durchgeführt werden, wesentlich billiger und<lb/>
kostengünstiger sind, als die Verbundgesellschaft bis jetzt die Finanzie<lb break="no"/>rung durchführte. Ich verstehe den Standpunkt <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuths</rs> sehr gut. Jede<lb/>
Finanzierung ist mit einem gewissen Spekulationsrisiko verhaftet. Der<lb/>
Kurs kann fallen, die Zinsen steigen usw. und man kann dann leicht daraus<lb/>
ein Spekulationsergebnis, das negativ verläuft, den Verantwortlichen dann<lb/>
ankreiden. Bei Währungsoperationen kann nämlich niemand endgültig sagen,<lb/>
wie und zu welchem Ergebnis sie letzten Endes führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_48">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Nächstes Jour fixe bei Anwesenheit von <choice><choice><sic><rs type="person" ref="#per__97627">Keinzl</rs></sic><corr>Kienzl</corr></choice></choice><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_49">Dir. <rs type="person" ref="#per__109819">Hrabac</rs> soll jetzt bereits das österr. Konferenzzentrum zu vermarkten<lb/>
beginnen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat ihm diesen Auftrag erteilt. <rs type="person" ref="#per__109819">Hrabac</rs> wird jetzt im<lb/>
Einvernehmen mit allen beteiligten Stellen versuchen, viele Kongresse nach<lb/>
Österreich zu bringen. Die Großkongresse sind ziemlich fix an gewisse<lb/>
Orte schon gebunden. Manila z.B. bemüht sich sehr erfolgreich, weil die<lb/>
philipp. Regierung riesige Subventionen jedem Kongreß gibt. Das ursprüngl.<lb/>
Kongreßzentrum wird jetzt innen anders gestaltet, d.h. umgeplant, ein<lb/>
großer Kongreßsaal mit 1500 Sitzplätzen, 12 Räume mit 50 – 100 Sitzplätzen.<lb/>
Immer mehr stellt sich heraus, daß das nämlich solche 1500<add>[-Personen-]</add>Kongresse sich<lb/>
sofort in verschiedene Workshops untergliedern und daher entsprechend<lb/>
viele Räume brauchen. Hier sieht <rs type="person" ref="#per__109819">Hrabac</rs> eine günstige Verwendungsmöglich<lb break="no"/>keit. Darüber hinaus aber muß er verschiedenste Veranstaltungen vom Wan<lb break="no"/>dertheater bis zum ORF, die jetzt vom Rosenhügel Mitte der 80er-Jahre<lb/>
raus müssen, für Ausstellungen, für Messen usw. ins Konferenzzentrum zu<lb/>
bringen. Wenn dies Gebäude nicht benützt werden, werden 35 Mio. S Kosten<lb/>
erwachsen. Die zu gründende Betriebsgesellschaft wird hier größtenteils<lb/>
die entsprechenden Aktivitäten entwickeln müssen. <rs type="person" ref="#per__109819">Hrabac</rs> ist ein typischer<lb/>
Aufreißer und ich kann mir vorstellen, daß er diese schwierige Aufgabe<lb/>
meistert. Ich habe beim Empfang für Dkfm. <rs type="person" ref="#per__111735">Träxler</rs> den Hofburg-Kongreß<lb break="no"/>manger <rs type="person" ref="#per__113081">Stock</rs> getroffen und mit ihm auch dieses Problem besprochen. <rs type="person" ref="#per__113081">Stock</rs><lb/>
meint, wir müssen uns eben alle sehr anstrengen, um hier eine vernünftige<lb/>
und tragbare Lösung zu finden, da <rs type="person" ref="#per__113081">Stock</rs> jetzt als Dir. des Verkehrsbüros<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> sehr verpflichtet ist, wird er mit <rs type="person" ref="#per__109819">Hrabac</rs> zusammen sicherlich zu<lb/>
lösen versuchen. Hier wurde glaube ich wirklich <choice><choice><sic>in letzter</sic><corr>im letzten</corr></choice></choice> Moment die<lb/>
andere Konzeption entwickelt. Wäre das Konferenzzentrum so wie ursprünglich<lb/>
<del>wie</del> geplant gebaut worden, hätte es dann viele Verwendungsmöglichkeiten,<lb/>
die man in Hinkunft dorthin verlegen will, nicht abwickeln können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_50">Bei der Verabschiedung von Dkfm. <rs type="person" ref="#per__111735">Träxler</rs> habe ich mich gleichzeitig auch<lb/>
beim Präs. <rs type="person" ref="#per__114525">Zorn</rs> und <rs type="person" ref="#per__111729">Skardarasy</rs>, der mit seiner Frau auch anwesend war, für<lb/>
mein Nichtkommen entschuldigt. <rs type="person" ref="#per__111729">Skardarasy</rs> hat mit Recht vermerkt, daß es<lb/>
dringendst notwendig<add>[ist]</add>, den letzten Teil der Flexenstraße lawinensicher an<lb break="no"/>zulegen. Zwischen Lech und Zürs, wo ja alles schon mit Lawinengalerien<lb/>
verbaut ist, war der Verkehr jederzeit möglich, von Zürs aber nicht nach<lb/>
Langen fahren zu können, ist für Zürs auf die Dauer wirklich unerträglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_51">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit dem Bautenminister Gespräche darüber<lb/>
führen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_52">In der ÖGB-Fraktion hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> so wie in der Regierungsfraktion berichtet.<lb/>
Hier kam <add>[er]</add> aber ganz besonders noch auf die Wahleinschätzung durch die Mei<lb break="no"/><pb n="68-0092" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-25_0092.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nungsumfragen zu sprechen. Die Entscheidung sei keinesfalls schon gefallen.<lb/>
Wenn wir uns alle anstrengen und das Paket erklären, müßten wir auch da<lb break="no"/>mit Erfolg erzielen. <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> erklärt jetzt immer, er könne 60 Mrd. S einspa<lb break="no"/>ren, wir müssen ihn daher überall und immer wieder zwingen zu sagen, wie<lb/>
er dies machen will. Die Auseinandersetzung war in der Gewerkschaft nie<lb break="no"/>mals sehr leicht, aber der ÖGB hat sich hier besonders durch die Unter<lb break="no"/>stützung <rs type="person" ref="#per__97346">Benyas</rs> sehr hervorgetan. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erinnerte dann auch, daß seiner<lb break="no"/>zeit die Lohn-Preis-Abkommen sehr umstritten waren, auch dort wurden Maß<lb break="no"/>nahmen vorgeschlagen und <rs type="person" ref="#per__97363">Böhm</rs> sogar einmal niedergeschrieben. Jetzt kann<lb/>
man feststellen, daß die Lösung damals für die wirtschaftliche Entwicklung<lb/>
Österreichs von größter Bedeutung <choice><choice><sic>waren</sic><corr>war</corr></choice></choice>. Die franz. Politik kritisierte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> noch stärker. Die Verstaatlichung der Banken war seiner Meinung<lb/>
nach sicher problematisch und hat zu einer riesigen Kapitalflucht geführt.<lb/>
In Deutschland selbst gewinnt jetzt die SPD 2 – 3 % dazu, die <choice><choice><sic>CSU</sic><corr>CDU</corr></choice></choice> hat<lb/>
keine absolute Mehrheit mehr. Die Gefahr besteht, daß Deutschland nicht<lb/>
regierungsfähig wird. Bei seiner Amerikareise wird er eine feste Haltung,<lb/>
wie er sie gegen alle Großmächte immer hat, vertreten. Österreich kann<lb/>
auf seine Exporte dann wenn es insbesondere seine Technologie ist, den<lb/>
Amerikanern keinen Einfluß zugestehen. Die Amerikaner haben nur ein ge<lb break="no"/>wisses Recht dort, wo es sich um amerik. Lizenzen und amerik. Know-how han<lb break="no"/>delt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_53"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> verwies darauf, daß die Meinungsumfrage überfordert ist. Genaue<lb/>
Wahlvorhersagen sind nicht möglich. Die Meinungsumfragen erheben nur<lb/>
Leute zwischen 16 und 70 Jahre, ältere sind daher nicht beinhaltet. 20 %<lb/>
erklären immer wieder, daß sie kein Parteibekenntnis <choice><choice><sic>ableben</sic><corr>abgeben</corr></choice></choice>. Natürlich<lb/>
wird durch Zusatzfragen dann indirekt versucht, die Parteipräferenz her<lb break="no"/>auszulesen. Dies ist aber nicht sehr treffend. 10 % des Samples werden<lb/>
überhaupt nicht angetroffen und dann wird geschätzt. 5 %, und das steht<lb/>
eindeutig fest, entscheiden sich erst auf dem Weg zur Wahlurne, wen sie<lb/>
wählen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_54"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet dann über die Arbeitslosenversicherungsbeitragserhöhung. Da<lb break="no"/>ran knüpfen insbesondere die Metallarbeiter die Diskussion, ob man nicht auch<lb/>
die öffentlich Bediensteten hätte zu einem Solidaritätsbeitrag heranzie<lb break="no"/>hen sollen. Die öffentlich Bediensteten aber auch <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> erklären, daß dies<lb/>
nicht gut gegangen wäre. Die öffentlich Bediensteten haben jetzt 4 mal<lb/>
durch Lohnerhöhungen jeweils 1/2 % Pensionsversicherungsbeitragserhöhung<lb/>
akzeptiert. Es wird jetzt auch weiterhin um eine neuerliche Pensionsbei<lb break="no"/>tragserhöhung zu verhandeln sein. Wichtig ist, und dies<add>[wird]</add> übereinstimmend<lb/>
festgestellt, daß wir eben innerhalb des ÖGB und ganz besonders auch <choice><choice><sic>nicht</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
innerhalb der Fraktion eine Diskussion über Leistungen, die gewisse<lb/>
Gruppen erbringen, dann durch Forderungen an andere Gruppen dies solidari<lb break="no"/><pb n="68-0093" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-25_0093.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sche Verhalten, das bis jetzt der ÖGB gezeigt hat, zerstört wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_55">Der Vorsitzende der Steuerkommission des ÖGB, <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> berichtete, daß jetzt<lb/>
über das Maßnahmenpaket verhandelt wurde. Der Vertreter der christl.<lb/>
Gewerkschaft, <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>, den ich ja aus dem HGI sehr gut kenne, hat sofort<lb/>
erklärt, er nimmt an dieser Diskussion nicht teil. Hat sich sozusagen<lb/>
außerhalb der Sitzung gestellt. Die Fraktion hat aber das Maßnahmenpaket<lb/>
positiv begutachtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_56">Im CA-Forum hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nicht nur mich, sondern auch noch Landwirt<lb break="no"/>schaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und Sts. <rs type="person" ref="#per__112148">Schober</rs> sowie Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs><lb/>
begrüßen können. Ich war das 1. Mal in diesem Oktaeder und sehr über<lb break="no"/>rascht, daß es wirklich ganz voll war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_57">Im Klub der SPÖ-Bezirksräte wurden die nächsten Aktivitäten solange noch<lb/>
der Gemeinderat und damit der Bezirksrat tagt besprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_58">In der SL-Sitzung berichtete ich über die politische Situation. Diesmal<lb/>
gab es fast keine Diskussion. Interessant war nur eine Bemerkung des<lb/>
SL <rs type="person" ref="#per__1138597">Bergen</rs>, der meinte, die SPÖ müsse viel mehr darauf verweisen, daß<lb/>
jetzt die ÖVP wieder den ehemaligen NR <rs type="person" ref="#per__134083">Helbich</rs> auf wählbare Stelle auf<lb break="no"/>stellt. Dieser hatte seinerzeit mit den 100.000,-- S Bestechung des<lb/>
Kronen-Zeitungs-Redakteurs die ÖVP-Methoden dargelegt. Damals mußte er<lb/>
sein Mandat zurücklegen und jetzt hat die ÖVP scheinbar alles wieder ver<lb break="no"/>ziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-25_59">Im Zuge der ATB – Austria Tourist Börse hat Vizebgm. <rs type="person" ref="#per__97899">Fröhlich-Sandner</rs><lb/>
einen großen Empfang im Rathaus gegeben. Sie hat im Namen des Bgm. be<lb break="no"/>grüßt. Ich konnte mich dann als Obmann der ÖFVW bei ihr herzlichst be<lb break="no"/>danken. Bei dieser Gelegenheit habe ich erstmals wieder KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> ge<lb break="no"/>troffen, der mich sehr freundlich begrüßt. Ich habe ihm nur <choice><choice><sic>am</sic><corr>auf den</corr></choice></choice> Kopf zu<lb break="no"/>gesagt, und war sehr verwundert von ihm zu hören, daß ich kein FV-Kon<lb break="no"/>zept habe. <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> und KR <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> wollten sich dann ausreden und meinten<lb/>
sie hätten ja nicht mich angegriffen, sondern nur erklärt, die Bundesre<lb break="no"/>gierung hätte kein FV-Konzept. Meine Erwiderung, daß ich für den FV ver<lb break="no"/>antwortlich bin, und daß ich sehr wohl ein Konzept mit ihnen gemeinsam seit<lb/>
1970 verfolge, ließen sie nicht gelten. Ihrer Meinung nach hätte ein<lb/>
FV-Konzept die Aufgabe, die finanzielle Seite sozusagen im Finanzmini<lb break="no"/>sterium zu sagen, was für den FV zu geschehen hat. Die steuerl. Problema<lb break="no"/>tik nur vom FV-Standpunkt aus zu betrachten und womöglich zu lösen und<lb/>
dies in alle Ressort hineinspielend, sozusagen die ganze Regierungspolitik<lb/>
nur nach dem FV auszurichten. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> ganz besonders darauf<lb/>
aufmerksam gemacht, daß diese Regierungspolitik und -stil in der ÖVP-Allein<lb break="no"/><pb n="68-0094" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-25_0094.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>regierungszeit üblich war. Damals hat jeder Ressortminister sein Ressort<lb break="no"/>interesse nicht nur in seinem Ressort vertreten, sondern auch versucht,<lb/>
in andere Ressorts hineinzupfuschen. Das Ergebnis war dann der Zusammen<lb break="no"/>bruch der Regierungsarbeit. <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> meinte, daß aber der Finanzminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sehr wohl versucht hat, von sich aus alle Ressorts direkt oder<lb/>
indirekt zu beeinflussen. Dies konnte ich nicht bestreiten, meinte aber<lb/>
nur, <choice><choice><sic>daß</sic><corr>das sei?</corr></choice></choice> auch mit ein Grund gewesen, <add>[daß?]</add> letzten Endes diese Art der Politik bei<lb/>
ihm zu dem bekannten Ergebnis geführt hat. Ich glaube nämlich wirklich<lb/>
und bin davon überzeugt, daß eine Regierung nur dann existieren kann,<lb/>
wenn sich jedes Regierungsmitglied auf seine Kompetenz und seine Funktion<lb/>
einschränkt. Zusammenfassende Koordinationstätigkeit hat, wie dies auch<lb/>
durch Gesetzesänderungen in unserer Regierungszeit geschehen ist, nur<lb/>
der BK. Bis 1974 war es ja sogar so, daß aufgrund der verfassungsmäßigen<lb/>
Situation und der gesetzl. Grundlage selbst der BK die Koordination nur<lb/>
Kraft seiner Persönlichkeit, niemals aber Kraft eines gesetzlichen Auf<lb break="no"/>trages durchführen konnte. Bis zur Änderung des Kompetenzgesetzes war<lb/>
nämlich auch der BK nur ein Primus inter pares. Wie man da allerdings<lb/>
eine koordinierte Regierungspolitik, wenn man nicht einen überragenden<lb/>
BK gehabt hat, führen konnte, war mir theoretisch schleierhaft. In der<lb/>
Praxis hat sich eben ja dann herausgestellt, daß, ob in Koalition oder<lb/>
in monocolorer Regierung, das Regierungsgeschäft nur funktionieren konnte,<lb/>
wenn ein entsprechend überragender BK die Regierung führte.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Nachtrag TO 161. Ministerratssitzung, 25.1.1983</head>
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               <persName type="label">Krainer, Josef jun.</persName>
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               <occupation>Gen.Sekr. Hoteliervereinigung</occupation>
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