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            <title type="main">Montag, der 24. Jänner 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band68_1983-01-24</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_01">Montag, 24. Jänner 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_02">Beim Jour fixe mit der HK ergab sich natürlich sofort die Diskussion<lb/>
über die Grazer Gemeinderatswahl. Die ÖVP-FPÖ-Koalition hatte die Mehr<lb break="no"/>heit durch Verlust der 5 Mandate der FPÖ<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> die Mehrheit verloren. 4 gingen<lb/>
an die Alternative Liste, 1 an die soz. Partei. Niemand hatte jetzt die<lb/>
absolute Mehrheit. Bgm. <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs> wird nicht nur als Bürgermeister demissionie<lb break="no"/>ren müssen, sondern wahrscheinlich auch als Parteiobmann abtreten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> glaubt auch die Alternativen werden bei den NR-Wahlen ins<lb/>
Parlament einziehen. Ich erklärte ihm, und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bestätigte dies, daß<lb/>
sie dazu sich auf eine Liste einigen müssen. So lange sie aufgespalten<lb/>
sind, haben die Grünen kaum eine Chance. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte zwar, daß der<lb/>
Gemeinderat <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs> aus Salzburg, der kandidieren wird, ins Parlament einzieht.<lb/>
Dies wäre möglich, doch erklärte ich ihm sofort, sie brauchen nicht wie<lb/>
bei Gemeinderatslisten 2.700 Stimmen, sondern die 10-fache Stimmenanzahl,<lb/>
um ein NR-Mandat zu <choice><choice><sic>erbringen</sic><corr>erringen</corr></choice></choice>. Wenn die gesplitterten Grünen auf ver<lb break="no"/>schiedensten Listen kandidieren, meinte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mit Recht, hilft dies ja<lb/>
nur der soz. Partei. Diese kann dann die absolute Mehrheit an Mandaten<lb/>
erringen, ohne die absolute Stimmenmehrheit zu haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_03"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> beschwerte sich auch über die Äußerung des BK in der Fragestunde<lb/>
über die Exporteure. Er berichtete mir, daß das Kabinett <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> vor<lb/>
jeder Auslandsreise <choice><choice><sic>von</sic><corr>des</corr></choice></choice> BK in der HK anfrägt, welche Firmen besonders<lb/>
an diesem Land interessiert sind, diese werden dann vom Kanzler einge<lb break="no"/>laden, ihn zu begleiten. Selbstverständlich fahren sie mit, um ihn zu<lb/>
unterstützen, andererseits aber auch, um vielleicht doch ein Geschäft<lb/>
machen zu können. Als Dank werden sie dann derartig hart und unfair im<lb/>
Parlament abgekanzelt. Ich erwiderte sofort, daß man ihn entsprechend<lb/>
provozierte, er sicherlich sich dann zu dieser Äußerung, die Exporteure<lb/>
möchten die Geschäfte machen und kriechen in alle Körperteile, nicht be<lb break="no"/>wußt sagte, sondern es ihm rausrutschte, er hat sich ja dann dafür auch<lb/>
entschuldigt. Das ganze, war mir zumindestens klar, ohne daß ich es dort<lb/>
sagte, wäre ihm früher wahrscheinlich nicht passiert, wenn man älter<lb/>
wird, wird man ungeduldig und läßt sich eben leichter provozieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte stelle vorsichtig fest, ob tatsächlich sol<lb break="no"/>che Listen von der HK angefordert werden und welche Länder dies betrifft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_05">Mit <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> diskutierte ich dann die weitere Vorgangsweise mit der Video<lb break="no"/>importbeschränkung. Das HK-Präsidium hat beschlossen, auf ein weiteres<lb/>
Jahr die Tischgeräte zu kontingentieren und gleichzeitig soll die Anzahl<lb/>
<pb n="68-0076" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-24_0076.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>von 11.560 auf 14.000 erhöht werden. Der Handel behauptet, daß insge<lb break="no"/>samt im heurigen Jahr 50 bis 60.000 verkauft werden. Die Industrie steht<lb/>
auf dem Standpunkt, voriges Jahr wurden 40.000 angenommen, tatsächlich<lb/>
sind 34.000 nur verkauft worden, 3.000 liegen noch auf Lager. Bezüglich<lb/>
der Portable erwartet die HK, daß die Japaner mit uns über eine Selbst<lb break="no"/>beschränkung verhandeln. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß ich mir nicht vor<lb break="no"/>stellen kann, daß die Japaner tatsächlich eine Selbstbeschränkung akzep<lb break="no"/>tieren werden. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte, Philips soll diesen Schutz weiter be<lb break="no"/>kommen, obwohl von ihm dadurch behauptet wird, er sei von Philips ge<lb break="no"/>kauft. Dies können einige Leute darauf zurückführen, weil er mit dem<lb/>
ehemaligen GS der Industriellenvereinigung <rs type="person" ref="#per__97436">Fetzer</rs> mit dem ehemaligen<lb/>
soz. Sts. und Perlmoser-GD <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs> sowie dem Univ.-Prof. und RA <rs type="person" ref="#per__112582">Schönherr</rs><lb/>
in einem sogenannten Philips-Beirat als Berater von Philips fungiert.<lb/>
Ich hatte das 1. Mal von einem solchen Beirat gehört, der eigentlich<lb/>
außerhalb der Organe existiert und deren Zusammensetzung mir sehr komisch<lb/>
vorkommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_06">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte vorsichtigst recherchieren,<lb/>
was dieser Beirat überhaupt für Bewandtnis hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat mir bezüglich der Hühnerimportsperreverlängerung bis 28. Feb.<lb/>
eine schriftliche Erklärung gegeben, warum die HK jetzt doch dieser Ver<lb break="no"/>längerung letztmalig zustimmt, nachdem sie <choice><choice><sic>sich</sic><corr>sie</corr></choice></choice> vorher im Außenhandels<lb break="no"/>beirat abgelehnt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_08">Bezüglich der Betonarmierungsstahlimporte aus Italien meinte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, das<lb/>
HGI soll aufgrund des § 69 GewO eine Verwendungseinschränkung bestimmen.<lb/>
Ich erklärte ihm, daß SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mit Recht sich dagegen wehrt. Dieser<lb/>
Paragraph sieht vor, daß Produkte, die lebensgefährlich sind, nicht ver<lb break="no"/>kauft werden dürfen. Dies kann man bei ital. Baustahl beim besten Willen<lb/>
nicht behaupten. Die Baubehörden müßten schon selbst eben in ihren Zu<lb break="no"/>lassungen gewisse Bedingungen stellen. Nachdem Salzburg so etwas gemacht<lb/>
hat, könnte ich mir eher vorstellen, daß ein Land jetzt gewisse Normen<lb break="no"/>bestimmungen erlassen hat, die ich um die Gleichheit in Österreich sicher<lb break="no"/>zustellen, für alle anderen Bundesländer auch als Grundlage für Import<lb break="no"/>genehmigungen machen könnte. Dieser Weg wird aber von der HK entschieden<lb/>
abgelehnt. Sie sieht darin ein Non-Tariff barrier, also ein nichttarifa<lb break="no"/>risches Handelshemmnis. Die HK sieht daher als einzigen Ausweg einen<lb/>
Staatsvertrag Art. 15 a für die auch von ihnen vertretene Importbe<lb break="no"/>schränkung. Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wird mit allen Landeskammerpräsidenten be<lb break="no"/>sprechen, damit die Länder endlich nach jahrelangen Verhandlungen viel<lb break="no"/>leicht doch zu einer Übereinstimmung kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_09">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie steht dieser Vorschlag?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_10"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, der in Moskau bei einer Ausstellungseröffnung gewesen ist, teilt<lb/>
mir mit, daß er erfahren hat, auch die Finnen werden jetzt eine <sic>Land<lb break="no"/>wirtschaftslebensmittelindustrieausstellung</sic> machen mit Beteiligung von<lb/>
75 Firmen. Die Franzosen haben schon eine gemacht mit 300 Firmen. An<lb/>
der österr. werden sich ca. 30 Firmen beteiligen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_11"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wollte sich bei mir beschweren, daß das österr. Institut für<lb/>
Berufsfortbildung von 77 bis ins vergangene Jahr 5,8 Mio. S Aufträge be<lb break="no"/>kommen hat, das Institut für Bildung und Wissenschaft nur 1,9 Mio. S.<lb/>
Ich habe sofort meinen alten Plan wieder als Gegenargument angeführt,<lb/>
daß es dringendst notwendig wäre, beide Institute zusammenzulegen. Ich<lb/>
sehe nicht ein, warum jede Interessensvertretung, AK und ÖGB auf der<lb/>
einen Seite das ÖIBF und die HK das IBW haben muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_12">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Wie steht jetzt diese Zusammenlegungs<lb break="no"/>idee?</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_13">Ich diskutierte mit <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> die letzte Entscheidung der Präsidenten, end<lb break="no"/>lich wieder den Sozialbeirat<add>[mit]</add> zwei Studien über den Umweltschutz und über<lb/>
Arbeitszeitverkürzung zu beauftragen. Diese Institution hatte so lange<lb/>
ich ihr angehört habe, damals wesentlich mehr gearbeitet und kritische<lb/>
ökonomische Probleme nicht nur untersucht, sondern auch brauchbare<lb/>
Studien darüber geliefert. Jetzt ist dies alles eingeschlafen. Die HK<lb/>
meint, diese beiden Studien werden jetzt den Beirat mit sehr interessan<lb break="no"/>ten <choice><choice><sic>Problem</sic><corr>Problemen</corr></choice></choice> beschäftigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_14"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat mit dem Zuckerindustrievertreter <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs> über Biospriterzeugung<lb/>
verhandelt. <rs type="person" ref="#per__111718">Skene</rs> steht auf dem Standpunkt, daß auch die Zuckerrübe als<lb/>
Biospritrohstoff gut geeignet ist. Ich wies darauf hin, daß selbst wenn<lb/>
die Bauern für diese Zuckerrübe einen besonders niedrigen Preis bekommen<lb/>
würden. Nach Berechnungen der Landwirtschaft die Zuckerrübe eine ungün<lb break="no"/>stige Rohstoffbasis gibt als die Zuckerhirse, da die Sugana, der Zusam<lb break="no"/>menschluß der gewerblichen Zuckerfabriken, 60 % heute der Zuckerrübenpro<lb break="no"/>duktion verarbeitet, die landwirtschaftl. Genossenschaft, obwohl sie eine<lb/>
Zuckerfabrik mehr hat, nur 40 %, streben diese für die Brucker Zucker<lb break="no"/>fabrik eben die Zuckerhirseproduktion als Biospritausgangsbasis als<lb/>
zweckmäßigsten Rohstoff an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> soll bitte eine diesbezügliche Zusammen<lb break="no"/>stellung über Zuckerproduktionsanteil jeder Fabrik, jeder Gruppe und auch<lb/>
der Spritmöglichkeit machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_16">GS <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist sehr überrascht von mir zu hören, daß die Chemie Linz einen<lb/>
gespaltenen Gaspreis in OÖ möchte, damit sie ihre Düngemittelproduktion<lb/>
aufrecht erhalten kann. Die Konkurrenz hat einen S im Schnitt den Gas<lb break="no"/>preis billiger. Chemie Linz erleidet dadurch einen Verlust von 600 Mio. S,<lb/>
wenn es zu keinem gespaltenen Gaspreis kommt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sieht derzeit<lb/>
keine Möglichkeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_17">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte mit der HK aufklärende<lb/>
Gespräche führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_18">Vor dem Journalistenfrühstück hat sich Dr. <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> bei mir mit Recht be<lb break="no"/>schwert, daß über die Winterergebnisse von MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> bei der Hotelierver<lb break="no"/>einigung alles bereits gesagt wurde, obwohl er wußte, daß heute dieses<lb/>
Problem auf die Tagesordnung kommen sollte. <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> hat daher diesen Punkt<lb/>
vorerst vom Programm abgesetzt. Ich habe mit aller Deutlichkeit MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
darauf aufmerksam gemacht, daß ich diese Vorgangsweise nicht akzeptiere.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat dann kleinlaut bei <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> ersucht, er möge doch seinen Punkt<lb/>
außerhalb der Tagesordnung dann doch noch aufnehmen. Da ich zu einer<lb/>
anderen Veranstaltung gehen mußte, habe ich außer einer harten Kritik<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> klar zu erkennen gegeben, daß ich diese Vorgangsweise in Hinkunft<lb/>
nicht mehr wünsche.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_19">Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__130184">Zaunbauer</rs> berichtete über die ATB 83. Es ist die 8.<lb/>
630 Anbieter, 532 Reisebüros aus 37 Ländern haben sich gemeldet. Neu ist,<lb/>
daß mindestens jetzt 120 Betten angeboten werden müssen, entweder von<lb/>
einem Hotel oder eben von einer ganzen Gruppe von Hotels, um nicht eine<lb/>
allzu große Zersplitterung zu erreichen. Für mich überraschend gab es<lb/>
dabei weder eine Anfrage noch eine Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_20">Als Ersatz für die ausgefallene <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>-Berichterstattung hat Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs><lb/>
von der Grundsatzabteilung eine Analyse der Deviseneingänge von 70 – 82<lb/>
zusammengestellt. Leider ist dabei ein großer Fehler passiert. Bis 1981<lb/>
hat man die bereinigten Einnahmen in eine Graphik optisch sehr gut zu<lb break="no"/>sammengefaßt. 1982 hat man dann die unbereinigte Ziffer genommen, dadurch<lb/>
wäre die Deviseneinnahme vom Vorjahr von 91 Mrd. auf 86 Mrd. zurückge<lb break="no"/>gangen. In Wirklichkeit aber kann man bei der Bereinigung, die die öster.<lb/>
Nationalbank nach paar Monaten erst durchführt, mit ca. 95 Mrd., also<lb/>
noch ein Ansteigen rechnen. Die Ausländerübernachtung ist von 92,5 Mio.<lb/>
im Jahre 1981 auf 90 Mio. 1982, also auf den Wert des Jahres 1980 zu<lb break="no"/>rückgefallen. Hier gab es natürlich dann allein aus der Aufklärungsnot<lb break="no"/>wendigkeit dieser graphisch falschen Darstellung eine Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: In Hinkunft muß, selbst wenn wir unter Druck arbei<lb break="no"/><pb n="68-0079" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-24_0079.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ten, Material was verteilt wird, genau geprüft sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_22">Das Institut für Grundlagenforschung in Salzburg, Dr. <rs type="person" ref="#per__1138563">Zieser</rs>, berichtet<lb/>
mit Ing. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> vom IFES-Institut über die Projektstudie 2. Bein für<lb/>
den Wintertourismus, nämlich Skiwandern, Winterwanderung ohne Ski, sozu<lb break="no"/>sagen einen ausgeschaufelten Weg, die in immer stärkerem Maße von Win<lb break="no"/>terurlaubern verlangt werden. Alpin-Ski-fahren ist nur bei Jugendlichen<lb/>
besonders gefragt. Bis 30 Jahre sind es 52 %, die sich dafür interessie<lb break="no"/>ren, bis 50 Jahre dann nur mehr 31 und bis 70 sogar nur 7 %. In Skandi<lb break="no"/>navien und Amerika ist jetzt ein neuer Begriff für dieses Ski-Wandern,<lb/>
Telemarking geprägt worden. Dazu ist es notwendig, daß die Industrie<lb/>
eine Kombination von Lang- und Abfahrtsski entwickelt und eine eigene<lb/>
Ausrüstung für den Skiwanderer kommt. Bezüglich der Jungwälderschutz und<lb/>
Lawinengefahr muß allerdings noch viel Aufklärungsarbeit geleistet wer<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_23">Das Fernsehen, Dr. <rs type="person" ref="#per__134274">Friedrich</rs>, hat mir fairerweise vorher mitgeteilt, daß<lb/>
er über die Ergebnisse der GATT-Beratungen über Dumping, Exporte nach<lb/>
Amerika ein Interview dringend braucht. Ich hatte daher Gelegenheit<lb/>
mich bei der zuständigen Abteilung zu erkundigen. MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> ist im<lb/>
letzten Moment in Genf bei den Verhandlungen erkrankt, jetzt in Spitals<lb break="no"/>untersuchung. Zum Glück hatte ihn MR <rs type="person" ref="#per__121815">Fels</rs> vom Flughafen abgeholt und mir<lb/>
über die Einzelheiten berichten können. Dieses ganze System ist sehr un<lb break="no"/>befriedigend, ich <choice><choice><sic>komme</sic><corr>bekomme?</corr></choice></choice> dann meistens sehr umfangreiche Berichte in Form<lb/>
von Aktnotizen, allerdings meistens schon zu einem Zeitpunkt, wo es ganz<lb/>
unaktuell ist. Zweckmäßiger erschiene es mir, wenn man mich oder zumin<lb break="no"/>destens das Büro von Ergebnissen telefonisch informieren würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte organisiere eine schnellere Berichter<lb break="no"/>stattung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_25">Neun Wiener Betriebe haben ein Faschingsbuffet im Kurcafé Oberlaa aufge<lb break="no"/>baut, eine Gemäldepräsentation "Winter in der Wiener Küche" sollte von<lb/>
mir dort eröffnet werden. Als ich dort erschien, war gerade die Faschings<lb break="no"/>gesellschaft, die <choice><choice><sic>einzigen</sic><corr>?</corr></choice></choice>, die ja mit diesen neun sehr bekannten gastro<lb break="no"/>nomischen Stätten diese Veranstaltung, auch optisch auf Narretei aufge<lb break="no"/>baut, präsentiert. Ich habe dann dort den Schmäh rennen lassen. Die Wie<lb break="no"/>ner Narrengesellschaft hat mir daraufhin einen Narrenorden überreicht,<lb/>
obwohl der Präsident erklärt, er weiß, daß ich auf Orden keinen Wert<lb/>
lege. Vor einiger Zeit schon wollte er mich ja unbedingt für eine<lb/>
Narrenveranstaltung mit Überreichung des Lieben-Augustin-Preises auszeich<lb break="no"/>nen. <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> sagte mit Recht, daß diese Art der Faschingsveranstaltung<lb/>
eine schlechte Kopie aus der Bundesrepublik ist, weshalb er vollkommen<lb/>
<pb n="68-0080" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-24_0080.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>versteht, daß ich mich gegen diese Narretei, die so gar nicht typisch<lb/>
österreichisch ist, zur Wehr setze.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_26">GD <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs>, den ich auf Intervention der Betriebsräte von Unilever<lb/>
wegen des Verkaufes der Bensdorp-Fa. an Suchard anrief, versicherte mir,<lb/>
daß nach seinem Dafürhalten und seinen Einsatz dies nicht geschehen wird.<lb/>
Unilever bleibt nach wie vor an Bensdorp beteiligt, die Mitarbeiter sind<lb/>
gesichert, die Verträge, die seinerzeit die Gewerkschaft mit Unilever bei<lb/>
Übersiedlung von Bensdorp nach Tulln abgeschlossen hat, gelten nach wie<lb/>
vor. <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> meint nur, es müßte jetzt Bensdorp und Suchard zusammen<lb break="no"/>arbeiten, um den großen Ansturm der jetzt von dt. Firmen, z.B. Ritter<lb/>
über Walde, Innsbruck, den Ritter gekauft hat, zu erwarten ist, begegnen<lb/>
zu können. <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> meinte, die Schokoladeindustrie befindet sich jetzt<lb/>
in einer ähnlichen Situation wie vor 15 Jahren, als auf dem Waschmittel<lb break="no"/>sektor Procter &amp; Gamble auf dem österr. Markt aufgetaucht sind. <rs type="person" ref="#per__97936">See<lb break="no"/>franz</rs> bedankte sich auch bei mir als er erfuhr, daß ich selbstverständ<lb break="no"/>lich bezüglich der 30.000 t Waschmittelexporte in die Sowjetunion un<lb break="no"/>terstützen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was weiß die Industrie, vor allem aber MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs><lb/>
von diesem Geschäft?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_28">Bei dem Betriebsbesuch bei der Fa. Rank Xerox, den ich mit dem neuen<lb/>
Präsidialisten <rs type="person" ref="#per__117111">Schuberth</rs>, <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> abstattete, wurden uns die<lb/>
neuen Telekommunikationssysteme und Druckmöglichkeiten demonstriert.<lb/>
Unwahrscheinlich wie diese Technik ständig neue Maschinen und Systeme<lb/>
entwickelt. Ich persönlich fürchte nur, daß erst die nächste Generation,<lb/>
wenn sie bereits mit <choice><choice><sic>Fernsehspielen</sic><corr>?</corr></choice></choice> diese Art der Technik kennengelernt<lb/>
hat, die nötigen Voraussetzungen für eine wirksame Nutzung dieser techn.<lb/>
Möglichkeit mitbringt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_29">Rank Xerox hat einen Umsatz im vergangen Jahr von 870 Mio. gemacht, um<lb/>
6,7 % mehr als im Vorjahr. Heuer erwarten sie 1 Mrd., der Bruttogewinn<lb/>
ist 57 % vom Umsatz. Das Betriebsergebnis 6,3 % vom Umsatz. Cashflow<lb/>
mit 215 Mio. S, 25 % vom Umsatz, also ein sehr gesunder Betrieb. 1980 war<lb/>
das Deckungsverhältnis der Exporte an den Importen 38 %, jetzt hat sich<lb/>
dies auf 95 % erhöht, weil ein Import von 299 Mio. S, sollen 261 Mio.<lb/>
heuer exportiert werden. Darin allerdings ist der Export der Neusiedler<lb/>
Papierfabrik, ein Spezialpapier, das Rank Xerox dort bestellt hat, bein<lb break="no"/>haltet. Ich ersuchte den GD, doch vom Konzern, wenn möglich außer den<lb/>
140 Mio. S Rank-Xerox-Papier an die Betriebe in Europa für weitere Zu<lb break="no"/>lieferungen zu sorgen. Die VÖEST-Alpine hat jetzt 2,2 Mio., die Siemens<lb/>
12 Mio. und die ÖMV 1,6 Mio. Aufträge von Xerox bekommen. Rank Xerox<lb/>
<pb n="68-0081" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-24_0081.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>hat Schwierigkeiten bei gewissen öffentlichen Stellen. Ich habe ihnen<lb/>
daher zugesagt, SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> wird mit ihnen über die Art der Nachweis<lb break="no"/>führung ihrer Inlandsleistung noch Verhandlungen führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-24_30">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit dem GD weitere Zuliefe<lb break="no"/>rungen und vor allem mal die Bestätigungsmöglichkeit im Einzelnen<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 24.1.1983</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Schönherr, Fritz</persName>
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               <occupation>Rechtsanwalt</occupation>
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               <occupation>Branchenreferent Nahrungs- u. Genussmittel HM</occupation>
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>Organisatorin ATB '81</occupation>
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               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <occupation>Schauspieler</occupation>
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               <occupation>ORF [ev. Redakteur Sendung "Schilling"]</occupation>
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