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            <title type="main">Montag, der 17. Jänner 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band68_1983-01-17</idno>
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            <date when="1983-01-17">Montag, 17. Januar 1983</date>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_01">Montag, 17. Jänner 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_02">Beim Bundessektionstag der Friseure, Fußpfleger und Kosmetiker<lb/>
wurde ich ersucht, das Referat über die Bedeutung des Gewerbes, insbeson<lb break="no"/>dere natürlich dieser drei Berufsgruppen zu halten. Die Unterlagen, die<lb/>
mir die Grundsatzabteilung zur Verfügung stellte, war ganz hervorragend,<lb/>
da sie auch einige Ziffern der Friseure beinhaltet. Mit dieser Gewerk<lb break="no"/>schaft hatte ich über meine Mutter, die als Hausbesorgerin Funktionärin<lb/>
in der Gewerkschaft persönliche Dienstleistungen gewesen ist, seit eh<lb/>
und je guten Kontakt. Da es sich um eine hochoffizielle Bundessektions<lb break="no"/>tagung handelt, war anschließend leider keine Diskussion. Ich hätte<lb/>
mich sehr dafür interessiert, wie die verhältnismäßig sehr jungen Funk<lb break="no"/>tionärinnen, meistens sicherlich Friseurinnen auf die letzten Maßnahmen<lb/>
der Bundesregierung, auf die ich selbstverständlich eingegangen bin, rea<lb break="no"/>gieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte auch das nächste Mal die Gewerbeprobleme<lb/>
in der Gewerbesektion erfragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_04">Im Pressefrühstück wurden diesmal die zwei neuen Sektionsleiter, Ener<lb break="no"/>giesektion <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, OB <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs>, mit entsprechenden Referaten über ihre Sek<lb break="no"/>tionen vorgestellt. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> informierte über das Energiekonzept, welches<lb/>
wie er einleitend gleich erklärte nur fortgesetzt werden muß. Wichtigstes<lb/>
Problem ist die Umwandlungsverluste nur 49 % des Energieeinsatzes sind<lb/>
nachher Nutzenergie verringert werden könnte. Über die Abwärmenutzung<lb/>
durch die Fernwärme gab es dann anschließend auch eine umfangreiche<lb/>
Diskussion. Interessanterweise interessierte sich dann auch Zeit im Bild<lb/>
II über diese spezifische Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_05">SL <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> berichtete über die neue Politik der Bergbehörde. In der Ver<lb break="no"/>gangenheit wurde die Bergbauförderung fast ausschließlich dazu verwendet,<lb/>
um Verlustbetriebe zu stützen, seit dem der Kohlenbergbau nicht zuletzt<lb/>
durch Stillegungen saniert ist, können beträchtliche Mittel für die<lb/>
Prospektion und Exploration verwendet werden. Dadurch war es möglich,<lb/>
Kohle, Erze und Steine und Erden neu zu erschließen. Auch der Vertreter<lb/>
des Wissenschaftsministeriums, MR <rs type="person" ref="#per__1138506">Walter</rs> der von <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> eingeladen war,<lb/>
dieses Ministerium vollzieht das Lagerstättengesetz mit uns gemeinsam,<lb/>
bestätigte, daß es zwischen diesen beiden Ministerien zumindestens auf<lb/>
diesem Gebiet eine sehr gute Zusammenarbeit gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_06">Nach dem Pressefrühstück hat mich SL <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> darauf aufmerksam gemacht,<lb/>
<pb n="68-0046" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-17_0046.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>daß LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> den Beginn der Arbeiten im Grazer Paläozoikum feierlich<lb/>
eröffnen möchte. <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> meint dies solle man nicht ihm alleine über<lb break="no"/>lassen, er wird sich bemühen einen gemeinsamen Eröffnungstermin zu<lb break="no"/>stande zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte unbedingt jetzt bereits einen solchen<lb/>
Termin mit <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> fixieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_08">Die Fa. Elsner aus Innsbruck importiert und exportiert österreichische<lb/>
Nahrungsmittel. Dabei konnte ich sie einmal schon unterstützen. Jetzt<lb/>
wendete sich <rs type="person" ref="#per__1137619">Elsner</rs> an mich, weil er zwar einen Rahmenvertrag für je<lb/>
1.000 to Jahr 82, 83 und 84 mit der DDR auf Eipulvereinfuhr hat. Die<lb/>
DDR hat jetzt ohne Angabe von Gründen für die Jahre 83 und 84 auf je<lb/>
200 to die Lieferung gesenkt. <rs type="person" ref="#per__1137619">Elsner</rs> muß jetzt um im Rahmen der In<lb break="no"/>tertrade, der<add>er</add> 15 % Provision zahlen muß, um seinen Eipulverlieferver<lb break="no"/>trag nach Iran erfüllen zu können, aus Hamburg 30 to Eipulver kaufen.<lb/>
Dieses Eipulver wurde von der österreichischen Biomerx von Bulgarien<lb/>
gekauft und nach Hamburg weiterverkauft. Das Eipulver wurde aber de<lb/>
facto nie nach Hamburg transportiert, sondern kann gleich von <rs type="person" ref="#per__1137619">Elsner</rs><lb/>
nach Iran geliefert werden. Um seinen 1 Mio. $ Vertrag dort zu erfüllen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137619">Elsner</rs> behauptet, er braucht nun für diese Ostgeschäfte nach Iran<lb/>
eine entsprechende Genehmigung. Dr. <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> hat es übernommen mit MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> darüber zu reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> soll mir kurz die gesamte Geschäftstrans<lb break="no"/>aktion dann in einer Aktennotiz festhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_10">Die Sitzung mit Bauknecht-Österreichvertretern und den zuständigen<lb/>
Ministerien, insbesondere aber dem Ausgleichsverwalter verlief sehr<lb/>
positiv. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> hatte von <add>[der]</add> ÖIAG, Dr. <rs type="person" ref="#per__1138507">Bock</rs> eine Konstruk<lb break="no"/>tion über die Errichtung der österreichischen Industriebeteiligungs<lb break="no"/>gesellschaft ausarbeiten lassen. Mit dieser Lösung waren mehr oder<lb/>
minder alle einverstanden. Auch die Vertreter des Landes Steiermark.<lb/>
Die Konstruktion wäre nun, daß für jedes Werk, Spielberg und Rottenmann,<lb/>
eine Auffanggesellschaft gegründet wird, für die Grundstücke müßte<lb/>
nach Konstruktion der ÖIAG auch noch eine eigene Immobiliengesellschaft<lb/>
gegründet werden. Hier hatten die Ausgleichsverwalter, insbesondere<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__1137817">Reinisch</rs> größte Bedenken, weil dadurch die Grunderwerbssteuer von<lb/>
7 % anfallen würde. Da in diesem großen Kreis, es waren mindestens<lb/>
50 Leute oder mehr anwesend, Detailverhandlungen kaum zu führen sind,<lb/>
habe ich als Vorsitzender vorgeschlagen, daß jetzt eine kleine Arbeits<lb break="no"/>gruppe die Details der Abwicklung verhandelt und letzten Endes dann ein<lb/>
<pb n="68-0047" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-17_0047.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Papier erstellt, welches als Grundlage für einen Ministerratsvortrag<lb/>
sein müßte. Sozialminister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> hat im Prinzip sich bereit er<lb break="no"/>klärt, diese neue Gesellschaft mit Arbeitsmarktförderungsmitteln entspre<lb break="no"/>chend zu unterstützen. Diese österreichische Industriebeteiligungs<lb break="no"/>gesellschaft, die 100 %-ig dem Bund gehört, wurde nicht ausschließlich<lb/>
für Bauknecht konstruiert, wohl aber ist Bauknecht der Anlaßfall.<lb/>
Die zweite Firma sind die Glanzstoffwerke Enka in St. Pölten. Die dort<lb/>
ebenfalls aufgefangen werden sollte. Die Grundkonzeption ist, daß ver<lb break="no"/>sucht wird, in 2 bis 3 Jahren für diese notleidenden Betriebe eine<lb/>
andere Firma zu finden, die sie aufkauft, wenn dies nicht der Fall ist,<lb/>
dann müßte man doch die Betriebe liquidieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_11">Interessant für mich war nur, daß mir beim Weggehen Dr. <rs type="person" ref="#per__1137817">Reinisch</rs> mit<lb break="no"/>teilte, mit seiner Konstruktion hätte man wesentlich billiger dasselbe<lb/>
erreichen können. Da ich die Idee von <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> nicht konterkarieren wollte,<lb/>
habe ich dazu überhaupt nicht Stellung genommen, damit sich nicht<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137817">Reinisch</rs> darauf einmal berufen kann, auch der Handelsminister teilt<lb/>
seine Sparvariante.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Kennst Du diese Variante.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_13">Der Industrieminister von Dschibuti wurde auf Wunsch der VÖEST-Alpine<lb/>
von mir eingeladen. Die VÖEST hofft, daß sie eine Zementfabrik die<lb/>
dort jetzt ausgeschrieben werden wird, bekommen könnte. VEW will sich<lb/>
für die Wasserversorgung interessieren, Austroplan möchte kleine<lb/>
Industrieprojekte dort bearbeiten. Dschibuti selbst hat 350.000<lb/>
Einwohner, war bis 77 150 Jahre französische Kolonie, hat eigentlich<lb/>
nur einen gutgehenden Hafen und eine Eisenbahnendstation, die von Addis<lb/>
Abeba ans Meer führt. In Eritrea wurde jetzt ein neuer Hafen Assab<lb/>
geschaffen, der Industrieminister glaubt nicht, daß damit ihnen eine<lb/>
große Konkurrenz erwächst, weil sie die bessere Infrastruktur haben.<lb/>
Angeblich war es unter <rs type="person" ref="#per__1138529">Mobutu</rs> <add>[wohl <rs type="person" ref="#per__1138528">Obote</rs> gemeint, Anm.]</add> möglich, von Uganda Kaffee mit dem Flug<lb break="no"/>zeug bis nach Dschibuti zu bringen und von dort dann über den Hafen<lb/>
nach Europa resp. in die andere Welt zu verschiffen. Die ostafrikani<lb break="no"/>schen Staaten haben einen präferenzierten Markt untereinander. Der<lb/>
Industrieminister hofft, daß es gelingt in Hinkunft Kooperationen,<lb/>
insbesondere Joint ventures mit europäischen Industriefirmen abzuschlie<lb break="no"/>ßen. Im November findet eine Konferenz der Kooperationspartner in<lb/>
Dschibuti statt, er wäre sehr froh und würde es begrüßen, wenn eine<lb/>
Fact-finding-Mission nach Dschibuti käme. Ich habe ihm nur zugesagt,<lb/>
dieses Problem mit der Handelskammer zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-17_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte nächstes Jour fixe HK mitgeben.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 17.1.1983</head>
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               <occupation>Branchenreferent Nahrungs- u. Genussmittel HM</occupation>
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               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <persName type="label">Marsch, Gerhard</persName>
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