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            <title type="main">Montag, der 10. Jänner 1983</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band68_1983-01-10</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_01">Montag, 10. Jänner 1983<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_02">Beim Jour fixe in der Handelskammer erklärte ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>,<lb/>
daß die letzte Aussprache mit den Videorekorderherstellern, d.h. der<lb/>
Industrie und dem Handel bei einem Treffen mit der Zeitschrift A3,<lb/>
ich den Eindruck habe, daß eine Verlängerung der Videorekordereinfuhr<lb break="no"/>verordnung für Japan möglich und zweckmäßig ist. Sowohl Philips als<lb/>
auch die Industriefirmen Grundig, ITT und Siemens haben mir über<lb break="no"/>einstimmend mitgeteilt, daß sie unbedingt eine solche Verlängerung<lb/>
wünschen, der Handel scheint damit einverstanden wenn die Portables und<lb/>
zwar die echten aus dieser Verordnung ausgenommen bleiben. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
erklärte, es müsse nur geklärt werden, ob die Trennung bei jetzigen<lb/>
sogenannten Portables, wo der Tuner und der Lautsprecher in verschiede<lb break="no"/>nen Chassis geliefert werden, als portable gelten. Die Japaner trennen<lb/>
die nämlich, damit sie unter 3-kg-Gewichtsgrenze für Portables kommen.<lb/>
Die Entscheidung in der Bundeshandelskammer wird nicht diese Woche,<lb/>
sondern erst Montag nächster Woche getroffen werden. Ich habe sofort<lb/>
erklärt, man müsse unbedingt dann sofort die Verhandlungen mit meiner<lb/>
Abteilung beginnen, da die Verordnung zeitgerecht verlängert werden<lb/>
muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> soll sich entsprechend einschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_04">Die Handelskammer hat über das WIFI errechnen lassen, daß eine für<lb/>
den Handel unerträgliche Gesetzesflut besteht, eine Broschüre hat<lb/>
z.B. festgestellt, daß für den Lebensmittelhandel 129 Gesetze und<lb/>
gesetzesvertretende Verordnungen, 39 Verordnungen aufgrund des Le<lb break="no"/>bensmittelgesetzes neben den vielen finanzgesetzlichen und sonstigen<lb/>
Bestimmungen existieren. Ich habe die Handelskammer aufgefordert uns<lb/>
diese Broschüre offiziell zu schicken, ich könnte mir sehr gut vor<lb break="no"/>stellen, daß wir gemeinsam versuchen diese Gesetzes– und Verord<lb break="no"/>nungsflut einzudämmen, vor allem aber die alten Gesetze, die kein Mensch<lb/>
wahrscheinlich mehr kennt und sicherlich auch kaum einhält, zu durch<lb break="no"/>forsten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Wie ist Deine Meinung dazu?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_06">Ich habe <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mitgeteilt, daß das WIFI 11.250.000 S im vergangenen<lb/>
Jahr bekommen hat, und daß damit die Handelskammer zufrieden sein müßte,<lb/>
eine Aufstockung kommt nicht in Frage. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bestätigte diesen Betrag.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_07">Ich informierte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß meiner Meinung nach jetzt durch die Ver<lb break="no"/>doppelung der Kleinstkreditansätze für das Gewerbe <choice><choice><sic>das</sic><corr>?</corr></choice></choice> die Anschluß<lb break="no"/>kredite aufgrund der schon bestehenden Richtlinien in der Bürges auch<lb/>
die einstimmige Entschließung des Nationalrates, <choice><choice><sic>daß</sic><corr>?</corr></choice></choice> das Finanzministerium<lb/>
und ich Richtlinien für Betriebsmittelkreditgewährung ausarbeiten <choice><choice><sic>sollen</sic><corr>?</corr></choice></choice>,<lb/>
zumindestens teilweise erfüllt ist. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> kennt die Situation natür<lb break="no"/>lich genau und meinte, diese Möglichkeit hätte schon in der Vergangenheit<lb/>
bestanden, auch dann wenn sie de facto nicht ausgenützt wurde. Ich<lb/>
stellte eindeutig fest, daß jetzt aber die Betriebsmittelkredite für<lb/>
diese beiden Möglichkeiten gewährt werden sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte die entsprechenden Bud<lb break="no"/>getmittel deutlich sichtbar zuweisen und sofortige Durchführung in<lb/>
Angriff nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_09">Ich informierte die Handelskammer, daß jetzt die OB mit SC <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs><lb/>
installiert wurde, womit die seinerzeitige Zusage, der 50er-Jahre,<lb/>
als der Neuner-Posten für die OB verlustig wurde, erst jetzt von mir in<lb/>
den 80er-Jahren entgegen dem ursprünglichen Standpunkt der Personal<lb break="no"/>vertretung erfüllt wurde, da <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> dies nicht glauben wollte, habe<lb/>
ich ihn ersucht, mit dem seinerzeitigen Geschäftsführer der Industrie<lb break="no"/>fachgruppe Bergbau Dr. <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs>, der jetzt natürlich schon in Pension ist<lb/>
zu reden. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und letzten Endes dann auch <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> haben zur<lb/>
größten Verwunderung von Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und mir trotzdem ge<lb break="no"/>sagt, daß sie meine Personalpolitik nicht akzeptieren, obwohl <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs><lb/>
eindeutig ihrer Fraktion zuzurechnen ist, da ich ihren Personalwünschen,<lb/>
die sie allerdings nie konkretisiert haben, sie erklären ganz einfach<lb/>
nur, es müßten mehr Schwarze in leitende Positionen kommen, nicht ak<lb break="no"/>zeptieren. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> in seiner scheinbar überlegenen Art meint <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
gegenüber, in der Personalpolitik kann man <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> nichts anhaben,<lb/>
er macht dies zu geschickt, macht das was er will und spielt nur die<lb/>
Personalvertreter zwischen Bauten- und Handelsministerium gegeneinander<lb/>
aus, so daß nie ein einheitlicher Beschluß der ÖAAB-Vertreter zustande<lb/>
kommt.<lb/>
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nächsten Ministerrat beschlossen werden soll, grundsätzlich geändert<lb/>
wurde, ich gebe ihm sofort das Exemplar unserer Kurzfassung, wo ins<lb break="no"/>besondere seinerzeit der Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bezüglich der Aufwendun<lb break="no"/>gen für Reisen, Autos usw. detailliert wollte, detailliert dargestellt<lb/>
sind. Ich erlaube mir dann noch die hämische Bemerkung, daß die Han<lb break="no"/><pb n="68-0003" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band68/68_1983-01-10_0003.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>delskammer immer erklärt hat mit dem Geld knapp auszukommen, dann<lb/>
aber, als Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> von ihnen für den Forschungsförderungs<lb break="no"/>fonds entsprechende Mittel verlangte, jeweils 100 Mio. durch 3 Jahre<lb/>
hindurch sofort bekommen hat. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erklärt, daß er diese Zustim<lb break="no"/>mung gegeben hat und geben mußte, weil damals Vizekanzler Finanzmini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nur bereit war, den Handelskammerbeitrag um 0,4 % für die<lb/>
Arbeiterabfertigung aufzustocken, während dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bereit war 0,8 %<lb/>
für die Arbeiterabfertigung, also den doppelten Betrag zu akzeptieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte versuche vorsichtigst als Grundsatzabtei<lb break="no"/>lung zu recherchieren ob dies stimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_12">Natürlich gibt es eine Diskussion über die Feiertagspersonalspekula<lb break="no"/>tionen, ich schrecke die Handelskammer einmal mehr, daß das Handels<lb break="no"/>ministerium für sie durch mich verloren gehen würde, wenn die Sozia<lb break="no"/>listen die absolute Mehrheit verlieren sollten, sicherlich aber nicht<lb/>
dann ein von der Handelskammer vorgeschlagener Handelsminister kommen<lb/>
würde. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist natürlich fest davon überzeugt, daß er den näch<lb break="no"/>sten Handelsminister, so wie dies in der ÖVP-Zeit immer der Fall war,<lb/>
nominieren würde. In diesem Fall meinte er allerdings würde es nicht<lb/>
wie im Profil gemeldet <rs type="person" ref="#per__114639">Dollinger</rs> <add>[ev. Falschidentifikation, Anm.]</add>, der zwar ein tüchtiger Beamter der<lb/>
Handelskammer ist, werden. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> macht die geschickte polemische<lb/>
Bemerkung, sie erwartet sogar, daß in diesem Fall die Handelskammer mich<lb/>
vorschlagen würde. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> aber auch ich stellen mit Bedauern fest,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> erklärt hat, unter gar keinen Umständen mehr dann als<lb/>
Staatssekretärin, weder bei einer sozialistischen absoluten Mehrheit<lb/>
noch bei irgend einer anderen Konstitution zur Verfügung zu stehen.<lb/>
Ohne daß ich, und dies wird von <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> besonders anerkannt, in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit jemals darüber gesprochen habe oder auch nur jetzt eine<lb/>
Amtsmüdigkeit zu erkennen gebe, erwähne meine alte Argumentation, daß<lb/>
so ca. nach 10 Jahren Ministertätigkeit eigentlich ein Wechsel erfolgen<lb/>
sollte.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__1138480">Eugenie Heidegger</rs>, eine 80-jährige Geschäftsfrau, die Frage des KR-Titels<lb/>
endgültig zu klären. <rs type="person" ref="#per__1138480">Heidegger</rs> war durch 2 Perioden Kommerzialrat des<lb/>
Statistischen Beirates, angeblich kann man aber erst nach 3 Perioden<lb/>
den Titel dann weiterführen, auch dann, wenn man nicht mehr in dieser<lb/>
Funktion tätig ist. Für mich gilt aber das gute österreichische schlam<lb break="no"/>pige Prinzip, wer jemals einen Titel besessen hat, behält ihn doch im<lb/>
Prinzip bis zu seinem Ableben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Stell bitte fest, ob man tatsächlich nach der<lb/>
dritten Periode den Titel offiziell dann weiterführen darf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_15"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersucht mich für den in Saudi-Arabien in Schuldhaft befindlichen<lb/>
Ing. <rs type="person" ref="#per__1138481">Bodner</rs> doch etwas zu unternehmen. Der Handelsdelegierte dürfte<lb/>
ihm diesbezüglich einen Brief geschrieben haben. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>,<lb/>
daß jetzt das Außenamt über die Feiertage endgültig und endlich ent<lb break="no"/>schieden hat, daß ich sehr wohl an den Kronprinz ein diesbezügliches<lb/>
Schreiben richten sollte. Ich glaube <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilt meine Meinung, daß<lb/>
es zweckmäßiger gewesen wäre, ich hätte bei der Vorsprache beim Kron<lb break="no"/>prinz dies persönlich getan, wenn mich der Botschafter <rs type="person" ref="#per__126922">Schmid</rs> darüber<lb/>
informiert hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Schreiben jetzt sofort abfertigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_17"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat in Moskau mit dem Außenhandelsministerstellvertreter <rs type="person" ref="#per__1138482">Schusch<lb break="no"/>kow</rs> gesprochen. Dieser hat ihm angedeutet, daß mit der BRD jetzt ein<lb/>
25-jähriger Wirtschaftsvertrag abgeschlossen wurde, und daß man auch<lb/>
erwartet einen solchen mit Österreich in Angriff zu nehmen. Ich hatte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> seinerzeit schon gesagt, wenn die Sowjets einen diesbezüglichen<lb/>
Wunsch äußern, bin ich natürlich sofort bereit die diesbezüglichen<lb/>
Verhandlungen einzuleiten. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat mir für MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> ein internes<lb/>
Protokoll seines Besuches gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was sagt ihr zum sowjetischen Wunsch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_19"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> erkundigte sich bei mir, ob tatsächlich der Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und<lb/>
er zur Veranstaltung am Mittwoch ins Handelsministerium zur Unter<lb break="no"/>schrift über die VW-Investition von Wärmepumpen kommen sollten. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
befürchtet, daß wir mit VW im Handelsministerium eine ähnliche Rege<lb break="no"/>lung anstreben, wie dies der Bundeskanzler bei GM, das heißt 1/3 der<lb/>
Investitionen werden durch den österreichischen Staat subventioniert,<lb/>
am Mittwoch sozusagen feierlichst abgesegnet wird. Ich erklärte ihm<lb/>
rundweg, daß ich erstens dafür gar keine Mittel hätte, und daß zweitens<lb/>
meine Methode eine wesentlich andere ist. VW und auch andere Firmen,<lb/>
die <choice><choice><sic>autotive</sic><corr>automotive</corr></choice></choice> Teile jetzt importieren. Auf den anderen Sektoren, z.B.<lb/>
Elektronik, IBM, und noch andere Firmen, arbeite ich überall mit wesent<lb break="no"/>lich billigeren, ja dem Staat in Wirklichkeit gar keine Kosten ver<lb break="no"/>ursachenden Methoden wie Vermittlung von Jagden, Auszeichnungen, ja so<lb break="no"/>gar Staatsbürgerschaften. Subventionen hat das Handelsministerium<lb/>
selbst gar keine gegeben, weil es dafür auch gar keine Budgetmittel<lb/>
gibt. Unsere Funktion besteht ausschließlich darin, vermittelnd und<lb/>
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in der Praxis zu dokumentieren. Ich bin sehr gespannt, ob <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> oder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> zu uns kommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_20">Beim Journalistenfrühstück wurde die erste niederösterreichische AK-<lb/>
Konsumentenwoche, an der auch Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> mitwirken wird,<lb/>
der Presse vorgestellt. Interessanterweise gab es dort keine Diskus<lb break="no"/>sion, sondern nur die Frage, ob außer Niederösterreich noch andere<lb/>
Kammern diese Idee verfolgen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_21">Über die Neugestaltung der Fremdenverkehrsförderung hat SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> die<lb/>
Hausaktion und MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> die Fremdenverkehrssonderaktionsrichtlinien<lb/>
und auch die neuen FAG-Richtlinien für die Fremdenverkehrsgemeinden<lb/>
vorgestellt. Da über diese sehr wichtigen und sehr schwierigen Pro<lb break="no"/>bleme, insbesondere war die Qualitätsprämie von 15 % durch die AK sehr<lb/>
bestritten, jetzt doch eine Einigung der Sozialpartner erreicht werden<lb/>
konnte, wird auch für die restlichen Aktionen die Richtlinienbereini<lb break="no"/>gung jetzt leichter erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte so schnell als möglich<lb/>
schon allein wegen des Wahlkampfes die anderen Richtlinien auch den<lb/>
neuen Gegebenheiten anpassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_23">In der Diskussion wurde die Frage der Winterfremdenverkehrssaison<lb/>
angeschnitten, die besten Richtlinienveränderungen können leider den<lb/>
mangelnden Schnee für die Wintersaison nicht ersetzen. Dazu kommt,<lb/>
daß ja eine unglückliche Ballung zwischen den Energieferien in Öster<lb break="no"/>reich, in Deutschland der Faschingswoche und in<add>[den]</add> Niederlanden der Tulpen<lb break="no"/>woche, alles Winterferien, die jetzt heuer leider zusammenfallen, nichts<lb/>
ändern. Wichtiger aber noch als alles andere ist, daß jetzt endlich der<lb/>
Schnee kommt, und wenn einer liegt, nicht noch jetzt durch das <choice><choice><sic>war</sic><corr>warme</corr></choice></choice><lb/>
Wetter wegschmilzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_24">Über die Vereinbarung zwischen Handelsministerium und Handelskammer,<lb/>
KR <rs type="person" ref="#per__1138483">Kindl</rs> und Frau <rs type="person" ref="#per__1138484">Köck</rs> vom Fachhandel Spielzeug, berichtete <rs type="person" ref="#per__1138485">Werner Kohl</rs><lb/>
von der ARGE Christen und Sozialismus und auch Frau <rs type="person" ref="#per__1138486">Kramer</rs> vom Katholi<lb break="no"/>schen Jugendwerk Österreichs. Diese Organisation hat 130.000 Mitglieder,<lb/>
beide stellten mit Befriedigung fest, daß es heuer zu Weihnachten nur<lb/>
unbedeutende Kriegsspielzeugkäufe gegeben hat. Der Handel hat tatsäch<lb break="no"/>lich in den Auslagen die Kriegsspielzeuge nicht ausgestellt, die<lb/>
katholische Jugend hat eine Umtauschaktion wieder durchgeführt, die<lb/>
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Stofftiere von den Kindern dafür verlangt. Auf die große Gefahr aber<lb/>
wies von der AK Frau <rs type="person" ref="#per__1138487">Brauner</rs> hin, die durch das neue elektronische<lb/>
Spielzeug jetzt entsteht. Derzeit werden nur in der Galaxie oder<lb/>
auf der Erde Kriegshandlungen damit elektronisch bekämpft, sie befürch<lb break="no"/>tet aber mit Recht, daß in absehbarer Zeit menschliche Revolverhelden<lb/>
bis in die Details den Abschuß der anderen Menschen elektronisch<lb/>
darstellen wird. Auf Bildschirmen wird man dies aber wahrscheinlich<lb/>
bald erleben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Hier müßte man so schnell als möglich entspre<lb break="no"/>chende Vorkehrungen durch die vorgesehene Absprache mit Elektronikfirmen<lb/>
versuchen zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_26">Beim Jour fixe mit GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und SL <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> berichtete ich über die<lb/>
Aussprache mit den Leuten von Maltakraftwerk. Ich betonte neuerdings,<lb/>
daß natürlich die Mauerundichtheit und jetzt die Rohrundichtheit sehr<lb/>
unangenehm ist, aber in der öffentlichen Meinung nicht annähernd so<lb/>
viel Unwillen auslöst als die wirklich unerklärlichen Privilegien,<lb/>
die in der Vergangenheit in manchen E-Unternehmungen eingerissen sind.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> versicherte mir, daß er eine volle Initiative entfaltet um<lb/>
diese Fehlentwicklung zu bremsen, abzustellen und sogar so weit geht,<lb/>
daß er Prozeßführungen dagegen überlegt, wie z.B. jetzt in der Ausei<lb break="no"/>nandersetzung mit dem ehem. Vorstand bei den Illwerken. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> macht<lb/>
allerdings darauf aufmerksam, daß diese Prozeßführung ein großes<lb/>
Risiko darstellt. Er wird außerdem versuchen neue Absprachen mit den<lb/>
Zentralbetriebsorganisationen, sprich der ARGE der Betriebsräte zu<lb/>
führen, um vertraglich zugesicherte Privilegien wenn irgendwie möglich<lb/>
abzubauen. Dies gilt insbesondere für die wie er ausdrückt, mörderische<lb/>
Valorisierung der Gehälter bis zum Prokuristen rauf. Alle erreichen da<lb break="no"/>durch die maximale Kollektivvertragsregelung d.h. den höchsten Pro<lb break="no"/>zentsatz, während der Vorstand sich mit den Minimumkollektivvertragsver<lb break="no"/>einbarungen über die Istlöhne bescheiden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_27">Bezüglich der mit Finelectra jetzt und der Verbundgesellschaft ver<lb break="no"/>einbarten Reduzierung des Aktienkapitals von 5,775 % auf 4,5 % erkläre<lb/>
ich mich einverstanden, damit wird ohne die kapitalisierten Zinsen<lb/>
allerdings berücksichtigen zu können ein Unrecht, das Jahrzehnte lang<lb/>
die österreichische Seite belastet hat und die vom alten Vorstand<lb/>
so vereinbart wurde, auf gütigem Wege beigelegt. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> erklärt, daß<lb/>
wir auf einen Widerspruch gegen diese Vereinbarung verzichten können,<lb/>
nur Sicherheit hat aber MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> noch den Finanzministervertreter MR<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_28">GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und <rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs> werden wegen der E-Preise für die Aluproduk<lb break="no"/>tion, in Ranshofen derzeit 36 Groschen pro kWh, bei mir vorsprechen,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> wird sein Aufsichtsratsmandat bei den VMW zurücklegen, da er<lb/>
sofort erkannt hat, daß er dort in eine unmögliche Situation kommt.<lb/>
VMW will tiefe E-Preise, GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, Verbund, muß womöglich kostendeckende<lb/>
verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_29"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> wird jetzt nach Moskau reisen, um die Unterkommission der Ge<lb break="no"/>mischten Kommission mit dem sowj. E-Vertreter <rs type="person" ref="#per__129241">Lopatin</rs> abzuwickeln.<lb/>
Die Industrie hat ihn, sowohl was die elektrische als auch die Bauseite<lb/>
betrifft, bis jetzt fast gar nicht unterstützt, <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> wird versuchen<lb/>
die Verbundplan stärker einzuschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_30"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat am Kautsky-Kreis teilgenommen und am Semmering festgestellt,<lb/>
daß dort ausschließlich Vertreter jetzt sind, die die Grüne Linie über<lb break="no"/>all offiziell propagieren, er fühlte sich dadurch von allen im Stich<lb/>
gelassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte informiere mich sofort welchen Ein<lb break="no"/>druck du hattest.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_32">Im Wiener Vorstand und im Ausschuß stand die Vorverlegung der Gemeinde<lb break="no"/>ratswahl 1983 von Oktober auf den Nationalratswahltermin im April<lb/>
nach einem Referat von <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> zur Diskussion. Ich war sehr erstaunt,<lb/>
als sich im Vorstand zwar einige Leute meldeten, im Ausschuß aber<lb/>
nur der Vertreter der JG <rs type="person" ref="#per__1137646">Häupl</rs> seine Bedenken gegen diese Vorverlegung<lb/>
als einziger deponierte. <rs type="person" ref="#per__1137646">Häupl</rs> vertritt den Standpunkt, daß durch die<lb/>
Verkürzung des Wahlkampfes es nicht möglich sein wird, die Kommunal<lb break="no"/>probleme stärker im Wahlkampf der Wiener Bevölkerung klarzumachen. Im<lb/>
Vorstand wurde ihm von den anderen Diskussionsteilnehmern klargemacht,<lb/>
daß diese Kommunalprobleme in Wirklichkeit die Leute viel weniger in<lb break="no"/>teressieren als die Arbeitsplatzsituation und die weitere wirtschaft<lb break="no"/>liche Entwicklung. Die Zusammenlegung der Wahlen wurde daher im Vor<lb break="no"/>stand nicht besonders abgestimmt, aber übereinstimmend festgestellt, daß<lb/>
es gut war, und im Ausschuß dann sehr konkret von <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> vorgetragen und<lb/>
dann abgestimmt und nur gegen die Stimme von <rs type="person" ref="#per__1137646">Häupl</rs>, sonst einstimmig<lb/>
beschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_33">Für mich war dies wieder einmal eine Lehre, daß wenn ein Obmann einer<lb/>
Organisation einen richtigen Beschluß herbeigeführt hat, vorher den,<lb/>
weil <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> wie er erklärte keine andere Möglichkeit bestanden hat, aber<lb/>
in der Öffentlichkeit bereits vor Genehmigung der entsprechenden Gremien<lb/>
ankündigt, gar keinen Widerstand zu erwarten hat. Da die übereinstimmende<lb/>
Meinung ist, daß die diese Zusammenlegung aus den verschiedensten<lb/>
Gründen zweckmäßig ist, hat es, wie ich noch einmal verwundert feststel<lb break="no"/>len möchte, gar keine Diskussion darüber gegeben. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat im Wiener<lb/>
Vorstand noch berichtet, daß aufgrund der Dezemberumfragen das Wähler<lb break="no"/>potential für die ÖVP 27 % und für die SPÖ 52 % ist und dies dem<lb/>
Wahlverhalten vor der letzten Gemeinderatswahl entspricht. Richtig<lb/>
ist, daß bei den Gemeinderatswahlen ein geringerer Mobilisierungs<lb break="no"/>effekt, ca. 5 % gegenüber den Nationalratswahlen geringer ist,, derzeit<lb/>
liegt die SPÖ sogar noch unter diesem Mobilisierungseffekt in Wien.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat diese Ziffern aber im Ausschuß nicht mehr gesagt, sondern<lb/>
nur mehr angedeutet, daß jetzt die SPÖ knapp über 50 % liegt, und<lb/>
daß daher alle Anstrengungen unternommen werden müssen damit wir<lb/>
nicht nur die Nationalratswahlen sondern auch die Gemeinderatswahlen<lb/>
entsprechend positiv gestalten können. Bezüglich der ihm von der Presse<lb/>
in den Mund gelegten Behauptung, daß es dann eine Koalition geben<lb/>
sollte, meinte <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, er hat vor 2 1/2 Jahren schon der Presse ein<lb/>
Interview gegeben, das der Chefredakteur <rs type="person" ref="#per__114095">Chorherr</rs> nur falsch auslegt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>' Meinung ist, daß die Koalition keine Grundsatz- und keine Glau<lb break="no"/>bensfrage ist, sondern daß sie aufgrund der gegebenen Verhältnisse ge<lb break="no"/>prüft werden muß. Derzeit gibt es keine Koalition, was in der Zukunft<lb/>
sein wird, wird sich nach den Wahlen zeigen. Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs><lb/>
möchte am liebsten, daß dies in der Verfassung verankert wird und er<lb/>
sozusagen zu einer Koalition gezwungen wird. Dies wird sicherlich nicht<lb/>
der Fall sein. Selbst über diese Aussage gab es weder im Vorstand noch<lb/>
im Ausschuß eine Diskussion. Alles ist scheinbar jetzt darauf einge<lb break="no"/>stellt, so schnell als möglich die Wahlvorbereitung und die Wahlpro<lb break="no"/>paganda und den Wahlkampf einzuleiten und die Wahl positiv zu beenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_34">Landesparteisekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> berichtete dann über die Wahlfondsent<lb break="no"/>scheidungen, da vorher angenommen wurde, April Nationalrat 50 S pro Wähler,<lb/>
12 Mio. S für die Wiener an die Zentrale abzuführen, Gemeinderatswahlen<lb/>
im Oktober auch 50 S, die 12 Mio. S brauchen wir dann für den Wiener Wahl<lb break="no"/>kampf, hat das Präsidium jetzt durch die Zusammenlegung vorgeschlagen,<lb/>
sollte für die zweite Wiener Aktion nur 40 S Wahlfonds zu bezahlen<lb/>
sein. Dagegen gab es die verschiedensten Bedenken. Im Ausschuß<lb/>
meinte man dies sei nicht der schlüssige <choice><choice><sic>Beweise</sic><corr>?</corr></choice></choice>, daß man viel mit<lb/>
der Zusammenlegung ersparen könnte. <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> konnte dann nachweisen,<lb/>
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23 Mio. Ausgaben, die Gemeinderatswahlen 1978 aber 17,6 Mio. S Einnahmen,<lb/>
aber 46,1 Mio. S Ausgaben gebracht haben. Seit dieser Zeit müssen Jahr<lb/>
für Jahr 5 1/2 Mio. S ehem. Wahlschulden bezahlt werden. Diese Ziffern<lb/>
waren dann ausschlaggebend, daß letzten Endes auch der Bericht <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaber<lb break="no"/>ger</rs> einstimmig genehmigt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_35">Im Wiener Vorstand wurde dann noch berichtet, daß die Mietkosten in<lb/>
den Häusern der Begegnung und der Volkshochschulen so erhöht werden,<lb/>
daß durch eine weitere Subvention der Gemeinde Wien nur die Vereine<lb/>
und die Parteien 10 % mehr zahlen, die Gemeinde Wien erhöht ihre<lb/>
Subventionen in diese Häuser der Begegnung und Volkshochschulen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band68_1983-01-10_36">Das Schiedsgerichtsverfahren gegen den ehem. Sekretär im <rs type="person" ref="#per__114540">Hatzl</rs>-Büro,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138488">Derzali</rs> <add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> der Geld für Wohnungen genommen haben soll, wird fortgesetzt,<lb/>
<choice><choice><sic>daß</sic><corr>da?</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__1138488">Derzli</rs> <add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> dies bestreitet, das Schiedsgerichtsverfahren gegen die<lb/>
seinerzeitige Wahlliste der Sozialisten bei den Gemeinderatsgewerk<lb break="no"/>schaftswahlen ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen. Über beide<lb/>
Probleme gab es keinerlei Diskussionen, alles steht jetzt im Zeichen<lb/>
des Wahlkampfes. In so einer Situation ist interessant, könnte man<lb/>
wahrscheinlich die unmöglichsten Beschlüsse vom Obmann und vom Präsi<lb break="no"/>dium dem Vorstand und dem Ausschuß vorlegen, alles würde untergehen.<lb/>
Hier zeigt sich doch in meinen Augen eine Stärke der SPÖ um die uns<lb/>
sicherlich viele beneiden. Hätte <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> in einer anderen Situation eine<lb/>
solche Entscheidung, ohne mit den zuständigen Gremien vorher zu spr<lb break="no"/>echen getroffen, hätte es sicherlich eine rege Diskussion darüber<lb/>
gegeben, jetzt wird scheinbar oder besser gesagt Gott sei Dank alles<lb/>
zurückgestellt, geschluckt, nur um die Einheitlichkeit der Auffassung<lb/>
und der Partei zu dokumentieren. Daß die JG wieder einmal ausgesprun<lb break="no"/>gen ist, ist vielleicht sogar sachlich zu begründen, aber optisch sehr<lb/>
schlecht, dies wird ihr sicherlich keine zusätzlichen Freunde bringen,<lb/>
ganz im Gegenteil.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Lopatin, Nikolai A.</persName>
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               <occupation>stv. sowj. Energiemin.</occupation>
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               <persName type="label">Chorherr, Thomas</persName>
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               <occupation>Chefredakteur "Die Presse"</occupation>
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               <persName type="label">Kehrer, Karl</persName>
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               <occupation>HK-Kammeramtsdir./Gen.Sekr.</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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