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            <title type="main">Mittwoch, der 22. Dezember 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band67_1982-12-22</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_01">Mittwoch, 22. Dezember 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_02">In der Staatsdruckerei hatte ich erstens Gelegenheit die Herstellung<lb/>
der österreichischen Briefmarken zu sehen. Das Markenstechen, die<lb/>
Herstellung der Druckplatten und letzten Endes den Druck hatte ich<lb/>
mir nicht so kompliziert vorgestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_03">Natürlich unterhielt ich mich mit GD <rs type="person" ref="#per__1138172">Schwarzmann</rs> über die Möglichkeit<lb/>
von Markenexporten, bis jetzt war ich ja wenig erfolgreich bei meinem<lb/>
Versuch in den reichen arabischen Ländern trotz Intervention bei den<lb/>
höchsten Stellen einen Auftrag für die Staatsdruckerei zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_04">Der Obmann der Industriesektion, <rs type="person" ref="#per__97925">Schoeller</rs>, interveniert bei mir, daß<lb/>
das Handelsministerium unter allen Umständen eine Baustahlverordnung<lb/>
gegen die weiteren Billigimporte aus Italien erlassen sollte. Die<lb/>
Industriesektion ist der Meinung, auf den Artikel der GewO, wo von Ge<lb break="no"/>fährdung der Gesundheit die Rede ist, sollte dafür herangezogen werden;<lb/>
die Möglichkeit, daß die Bundesländer in ihren Bauordnungen für eine<lb/>
solche Verordnung eine Voraussetzung schaffen, schließt <rs type="person" ref="#per__97925">Schoeller</rs> aus.<lb/>
Auch die Industrie dürfte erkannt haben, daß man sich auf die Länder<lb/>
in dieser Beziehung nicht verlassen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte mit der Industriesektion der Handelskammer<lb/>
Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_06">Der Sekr. des Städtebundes, <rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs>, ersucht mich, daß der Wunsch der<lb/>
Stadtgemeinde Klagenfurt aus den 50 Mio. FAG-Mitteln für die Gemeinden<lb/>
1 Mio. für Klagenfurt zu genehmigen. Klagenfurt hat eine ähnliche Kon<lb break="no"/>struktion wie Wien, auch dort sind die Stadtwerke nicht unmittelbar<lb/>
von der Gemeinde direkt betrieben, obwohl jedermann weiß, daß sie in<lb/>
genau dem selben Naheverhältnis stehen, als wenn die Gemeinde selbst<lb/>
<choice><choice><sic>diee</sic><corr>die? diese?</corr></choice></choice> Aktivitäten ausüben würde. Bgm. <rs type="person" ref="#per__113048">Guggenberger</rs> von Klagenfurt hat<lb/>
nun bei <rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs> interveniert, damit der diese Zuwendung, die ausschließ<lb break="no"/>lich aufgrund der Richtlinien für reine Gemeindebetriebe vorgesehen<lb/>
ist, doch noch bekommt. Mit Recht verweist <rs type="person" ref="#per__113048">Guggenberger</rs>, aber auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs> darauf hin, daß durch meine Intervention die Stadtwerke<lb/>
seinerzeit österreichische Autobusse gekauft haben und nicht die<lb/>
wesentlich billigeren aus Deutschland. Eine Rücksprache mit MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
ergibt, daß dieser bereit ist einen Sonderfall aus dem Klagenfurter<lb/>
Wunsch zu machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte finanziell so schnell als mög<lb break="no"/>lich abwickeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_08">Wie alljährlich finden wieder im Marmorsaal eine Überreichung von<lb/>
Dekreten für Vorrückungen, Bestellung von Sektionen, Pensionierung<lb/>
von Sektionschefs und auch namens des Bundespräsidenten Ordensverlei<lb break="no"/>hungen statt. diesmal sind es mehr als ein halbes Hundert. Für mich<lb/>
ist es schon Routine, zweimal im Jahr durch 12 Jahre hindurch, obwohl<lb/>
ich mich sehr bemühe, daß daraus nicht eine Routineansprache wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_09">Nach der Verleihung kommt noch einmal SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> zu mir, um auf der<lb/>
einen Seite sich für das Wohlwollen, das ich ihm entgegengebracht<lb/>
habe zu bedanken, auf der anderen Seite aber dafür auch seinen Leidens<lb break="no"/>weg als jahrzehntelanger Kronprinz für die Energiesektionsleitung mir<lb/>
zu schildern. Einmal mehr hat sich bei mir die Auffassung verstärkt,<lb/>
man soll alles unternehmen, um niemals in eine Kronprinzenrolle zu<lb/>
kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_10">Der Besitzer der Fa. Schrack und sein BRO <rs type="person" ref="#per__1138173">Kapfer</rs> informieren mich,<lb/>
daß sie jetzt in der Fabrik Pottendorfer Straße einen Bau für 50 Mio.<lb/>
S beabsichtigen. Schrack hat bis jetzt immer ziemlich antizyklisch<lb/>
sich verhalten, jetzt um 50 Mio. einen Bauauftrag zu vergeben, heißt<lb/>
zu dem günstigsten konjunkturpolitisch richtigsten Zeitpunkt und<lb/>
wahrscheinlich auch zu dem billigsten Preis zu bekommen.<lb/>
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Gutachten oft bis zu 2 Jahre braucht. Ohne dieses Prüfzeichen ist<lb/>
heute kaum ein Produkt zu verkaufen, der lange Wartezeitraum, bis die<lb/>
Prüfung aber abgeschlossen ist, schadet den Unternehmungen. Ich ver<lb break="no"/>spreche, daß wir, wo das Handelsministerium dafür nicht zuständig ist,<lb/>
diesbezüglich intervenieren werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte klär, was ich persönlich dazu beitragen<lb/>
kann, um diesem Mißstand abzuhelfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_13">Der Vorstandsdirektor Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__133869">Wimberger</rs> von Ranshofen bekam den<lb/>
Titel Bergrat h.c., dieser Bergratstitel ist irrsinnig beliebt, nach<lb/>
welchen Gesichtspunken er verliehen wird, ist mir nciht ganz klar, der<lb/>
wirtschafliche Erfolg zur Unternehmungsführung kann dafür nicht das<lb/>
ausschließliche Kriterium sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_14">Neuerdings ersucht der Red. der "Internationalen Wirtschaft", <rs type="person" ref="#per__1138174">Balvany</rs>,<lb/>
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von <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> agierte, bin ich natürlich jederzeit bereit ihm immer ent<lb break="no"/>sprechende Informationen zu geben. Der Irakartikel von ihm soll sehr<lb/>
gut angekommen sein, dasselbe verspricht er auch für Saudi-Arabien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_15">Von der AVA-Bank kommt KR <rs type="person" ref="#per__1138183">Dörr</rs> einen Orden von mir überreicht. Für die<lb/>
Banken wäre eigentlich das Finanzministerium zuständig, zum Glück<lb/>
erfahre ich, daß <rs type="person" ref="#per__1138183">Dörr</rs> in der italienisch-österreichischen Handels<lb break="no"/>kammer mitwirkt und ich ihm daher für diese Tätigkeit danken kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_16">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__123315">Krejci</rs> von der Industriellenvereinigung bekommen zu seinem 60.<lb/>
Geburtstag ebenfalls einen höheren Orden. Bevor ich ihm diesen über<lb break="no"/>reiche, habe ich mit <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ausgemacht, werde ich sie zu dieser Zere<lb break="no"/>monie dazubitten. Bevor ich dies tue, verweise ich noch ganz kurz,<lb/>
daß seine Berufskollegin <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, <rs type="person" ref="#per__123315">Krejci</rs> selbst war ja jahrzehntelang<lb/>
Redakteur, gebeten habe dabei zu sein, obwohl er ja seinerzeit, als sie<lb/>
Staatssekretär wurde, sich nicht sehr nobel ihr gegenüber benommen hat.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123315">Krejci</rs> war dies sichtbar peinlich und er meinte nur, das sei schon so<lb/>
lange her und er hoffe, daß dies alles verziehen und vergessen ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat ihm dies, wie sie mir vorher sagte, in ihrer guten Art<lb/>
natürlich verziehen, vergessen habe ich es nicht. Unfaires Behandeln<lb/>
insbesondere einer Frau gegenüber, noch dazu meiner Staatssekretärin,<lb/>
muß, wenn auch nicht brutal, so doch immer wieder geahndet werden. Nachher<lb/>
entwickelt sich die Verleihung und die Feier nicht zuletzt durch Bei<lb break="no"/>stellung von einer Flasche Sekt von <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> als, wenn man so sagen<lb/>
kann, große Aussöhnung. <rs type="person" ref="#per__123315">Krejci</rs> selbst bedankte sich dann sozusagen bei<lb/>
der Verabschiedung unter 4 Augen für diese menschliche, freundschaftliche<lb/>
und wohlwollende Behandlung insbesondere natürlich durch <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_17">GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> von der Verbund, Dir. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> von der DoKW besprechen mit<lb/>
SL <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs>, <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> und mir die weitere Vorgangsweise be<lb break="no"/>züglich der Streitigkeit mit der CSSR, Ungarn und Österreich über das<lb/>
Donaukraftwerk Gabcikovo. Die jahrelange Intervention hat jetzt inso<lb break="no"/>fern Früchte getragen, als die Tschechen einsehen, daß es doch<lb/>
besser ist sich mit Österreich über dieses Grenzkraftwerk, die Stau<lb break="no"/>wurzel geht weit ins österreichische Gebiet, zu einigen. beim Staatsbe<lb break="no"/>such <rs type="person" ref="#per__127063">Husaks</rs> habe ich neuerdings dem tschechischen Außenminister <rs type="person" ref="#per__134235">Chnoupek</rs><lb/>
und vor allem auch dem Handelsminister <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> aufmerksam gemacht, daß<lb/>
nach meinem persönlichen Augenschein die Tschechen zwar rüstig an<lb/>
Gabcikovo bauen, die Ungarn aber sich auf ihrer Seite ungeheuer Zeit<lb/>
lassen. Die Ungarn haben ein anderes Energiekonzept als ursprünglich<lb/>
bei der Gesetzwerdung für den Bau von Gabcikovo, die Tschechen und die<lb/>
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der Atomkraftwerke. GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat den Ungarn seinerzeit eine feasibili<lb break="no"/>ty study, er bezeichnet sie als pre-feasibility study, also eine nicht<lb/>
so teure Planungskonzeption für ein Donaukraftwerk versprochen, jetzt,<lb/>
meint <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, sei der Zeitpunkt gekommen, wo dieses Versprechen für eine<lb/>
solche Studie für Gabcikovo die günstigste Lösung sei. Damit könnte<lb/>
er sein Versprechen gegenüber den Ungarn erfüllen und gleichzeitig<lb/>
auch die Voraussetzung für eine gemeinsame Gesellschaft, Finanzierung<lb/>
des österreichischen Anteils, Kapitalbeschaffung für die Ungarn, viel<lb break="no"/>leicht sogar auch für die Tschechen, und natürlich dann entsprechenden<lb/>
Strombezug für diese Leistung und für unseren Wasseranteil zu doku<lb break="no"/>mentieren. Da sich aber der tschechische Botschafter <rs type="person" ref="#per__122209">Kadnar</rs> in dieser<lb/>
Frage im Auftrag seiner Regierung an mich gewandt hat, müssen wir<lb/>
jetzt vor allem den Tschechen entsprechende Vorschläge unterbreiten.<lb/>
Einvernehmen herrscht, daß ich gleichzeitig die Ungarn über unseren<lb/>
Briefverkehr mit den Tschechen informieren werde. Prinzipiell ist die<lb/>
österreichische E-Wirtschaft an einer solchen Kooperation mit den<lb/>
Tschechen und den Ungarn sehr interessiert. SL <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> wird ein dies<lb break="no"/>bezügliches Schreiben im Einvernehmen mit den beiden Herren für mich<lb/>
entwerfen. Natürlich kommt es zu einer längeren Diskussion, wie jetzt<lb/>
die Voruntersuchungen bei der Donau, in der Donau und das Kraftwerk<lb/>
Hainburg verlaufen. Die kritischste Stelle ist und bleibt die Heil<lb break="no"/>quelle von Deutsch-Altenburg. Niemand weiß genau die geologischen Ver<lb break="no"/>hältnisse dieser Heilquelle, sicher ist, daß ein Kalkfelsen, der der<lb/>
Ursprung dieser Quelle ist, weit in die Donau hineinreicht, sicher ist,<lb/>
daß die DoKW alles unternehmen wird, um diesen Felsen weder durch Über<lb break="no"/>stauen noch geschweige denn durch Abgraben anzurühren und dadurch<lb/>
womöglich die Heilquelle zu beschädigen. Die Experten verlangen<lb/>
jetzt Tiefbohrungen um und in Deutsch-Altenburg, um die Heilquelle zu<lb/>
lokalisieren. Mit größter Wahrscheinlichkeit muß die Projektion der<lb/>
Donauführung für das Kraftwerk Hainburg, wo immer es letzten Endes<lb/>
lokalisiert wird, wesentlich geändert werden. Für mich ist es selbst<lb break="no"/>verständlich, und ich habe das einige Male schon <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> gesagt, daß<lb/>
alles unternommen werden muß, damit die Heilquelle nicht nur erhalten<lb/>
bleibt, sondern keine wie immer geartete Gefahr einer Gefährdung da<lb break="no"/>durch entsteht. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> ist sich darüber klar, schon allein aus den<lb/>
sonst sich ergebenden Schadenersatzansprüchen muß eine solche Lösung<lb/>
gefunden werden. Ich bekomme einmal mehr wieder meine Erfahrung be<lb break="no"/>stätigt, daß niemand weiß, wenn man unter die Erde geht, was wirklich<lb/>
dann alles noch geschehen kann und auch tatsächlich geschieht. Eine<lb/>
weitere Erfahrung habe auch auch wieder bestätigt bekommen, je mehr<lb/>
man sich in die Details vertieft, umso komplizierter wird ein Problem.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_18">Übereinstimmend wird aber festgehalten, daß eine endgültige Entscheidung<lb/>
über den Standort und insbesondere auch über die Baufläche die dann<lb/>
letzten Endes bei welchem Konzept dann immer landen wird, vorübergehend<lb/>
gerodet werden muß, spätestens Mitte des nächsten Jahres erfolgen<lb/>
muß. Vorher sind, obwohl der AK-Präsident von NÖ, <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs>, immer wieder<lb/>
verlangt, keine endgültigen Beschlüsse notwendig. <rs type="person" ref="#per__113119">Hesoun</rs> fürchtet<lb/>
nämlich, daß bei nicht zeitgerechter Entscheidung die kontinuierliche<lb/>
Arbeit am Donauausbau gefährdet ist und dadurch die Bauarbeiter, er<lb/>
ist dort Funktionär, gekündigt werden müssen. Diese Gefahr wird so<lb break="no"/>wohl von <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> als auch von <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> entschieden bestritten. Die<lb/>
Kontinuität des Donauausbaus wird nicht gefährdet und unter allen Um<lb break="no"/>ständen fortgesetzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_19">In der Schwechater Körnerhalle feiert die Schwechater Brauerei ihr<lb/>
350-jähriges Bestehen. bei den Ansprachen verweist als erstes der BRO<lb/>
<rs type="person" ref="#per__120614">Bergmann</rs> darauf, daß es jetzt wieder innerhalb des Aufsichtsrates der<lb/>
Brau AG Differenzen über die einzelnen zweckmäßigen Maßnahmen der<lb/>
verschiedensten Brauereien, die jetzt in der Brau AG zusammengefaßt<lb/>
sind, gegeben hat. Er hofft, daß die Aufsichtsräte in Hinkunft am<lb/>
einen gemeinsame Strick für alle Braubetriebe der Brau AG ziehen werden.<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs> erklärt sofort, obwohl Schwechat nur einen 30 %-igen Aus<lb break="no"/>stoß an der Brau AG hat, in den nächsten 5 Jahren 45 % der Investitionen<lb/>
dagegen in Schwechat von der Brau AG aufgewendet werden. Mit Stolz<lb/>
verkündet er, daß 1980 320.000 hl Bier importiert wurden und nur<lb/>
250.000 exportiert wurden, 1982 300.000 noch immer importiert werden,<lb/>
aber 400.000 hl bereits exportiert werden. Erfreulich ist die Ertrags<lb break="no"/>lage der Brauindustrie, die besonders 1981, aber auch im heurigen Jahr<lb/>
durch größeren Absatz bei geringer Beschäftigung und starker Rationa<lb break="no"/>lisierung sehr positiv abgeschlossen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_20">Der Bürgermeister von Schwechat, jahrzehntelang BRO der Brauerei,<lb/>
NR <rs type="person" ref="#per__98016">Tonn</rs>, verweist auf die Verbundenheit der Stadt mit der Brauerei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-22_21">Ich selbst kann daher auf meine Vorredner Bezug nehmen und auf die Be<lb break="no"/>deutung dieses 350-Jahr-Jubiläums verweisen. 1905 hat die Drehersche<lb/>
Brauerei, wie sie damals hieß, schon die selbe Kapazität gehabt wie<lb/>
heute und war damit auch das größte Brauunternehmen der Welt, die Zu<lb break="no"/>sammenführung von Schwechat und Brau AG hat nicht nur innerhalb der<lb/>
Aktionäre große Probleme und Streitigkeiten ausgelöst, GD <rs type="person" ref="#per__114051">Beurle</rs> hat<lb/>
mir Recht auch darauf verwiesen, daß es innerhalb der Betriebsräte<lb/>
zu langjährigen harten Konfrontationen der einzelnen Betriebe gekommen<lb/>
ist. Erst vor etlichen Tagen ist dieser Streit beigelegt worden, indem<lb/>
<pb n="67-1502" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-12-22_1502.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jetzt endlich der Zentralbetriebsrat konstituiert werden konnte.<lb/>
Selbstverständlich, erklärte ich mit großer Freude, nehmen wir von<lb/>
der Gewerkschaft, aber auch die Beschäftigten zur Kenntnis, daß jetzt<lb/>
die Ertragslage der Brau AG gut ist, die Rationalisierungen haben sich<lb/>
eben bewährt, obwohl sie von den Beschäftigten ein großes Opfer ver<lb break="no"/>langt haben. Die meisten Redner haben mit schönen Brausprüchen, Hopfen<lb/>
und Malz, Gott erhalts, Gott gebe Glück und Segen drein, ihre Reden<lb/>
beschlossen. Ich war in einer besseren Situation, denn ich konnte zum<lb/>
Schluß noch 15 Beschäftigten in humorvollen Laudationen für ihre Tätig<lb break="no"/>keit danken. Aufgefallen ist mir, und ich habe dies auch besonders<lb/>
erwähnt, daß nicht diese allein jahrzehntelang im Betrieb gearbeitet<lb/>
haben, sondern daß bei vielen von ihnen der Vater und bei manchen sogar<lb/>
der Großvater jahrzehntelang in der Brauerei Schwechat jetzt tätig<lb/>
war. Die Schwechater waren früher wirklich ein Familienbetrieb der<lb/>
Firma Mautner Markhof, aber auch von Generationen von Beschäftigten,<lb/>
die dort sichere Arbeitsplätze und gut verdient haben. Die Besitzerge<lb break="no"/>neration, auch durch Jahrhundert hindurch, ist verschwunden, die Be<lb break="no"/>schäftigten sind Gott sei Dank geblieben.<lb/>
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               <persName><surname>Tonn</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
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               <persName type="label">Husák, Gustáv</persName>
               <persName><surname>Husák</surname><forename>Gustáv</forename></persName>
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               <persName type="label">Vecsei, Paul</persName>
               <persName><surname>Vecsei</surname><forename>Paul</forename></persName>
               <occupation>Pressesprecher Staribachers</occupation>
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               <persName type="label">Chnoupek, Bohuslav</persName>
               <persName><surname>Chnoupek</surname><forename>Bohuslav</forename></persName>
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               <persName type="label">Albrecht, Anneliese</persName>
               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
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               <persName><surname>Suttner</surname><forename>Reinhold</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Politiker, Wien</occupation>
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               <persName type="label">Marsch, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
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               <persName><surname>Kobilka</surname><forename>Josef</forename></persName>
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               <occupation>Fa. Schrack</occupation>
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               <persName><surname>Wimberger</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Dir. Vereinigte Metallwerke Ranshofen-Berndorf AG</occupation>
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               <occupation>Bgm. Klagenfurt</occupation>
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               <persName><surname>Grossendorfer</surname><forename>Enno</forename></persName>
               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <persName><surname>Peyerl</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Beamter/ab 1980 Leiter Energiesektion VM/HM (Ministerienneuorganisation
                  1974)</occupation>
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               <occupation>Dir. Brau-AG</occupation>
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               <occupation>BRO Brauerei Schwechat</occupation>
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