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            <title type="main">Dienstag, der  7. Dezember 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_01">Dienstag, 7. Dezember 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_02">Der Lebensmittellandessekretär von Tirol teilt mir mit, daß die in<lb/>
Konkurs gegangene Fa. Walde von der deutschen Firma Ritter gekauft<lb/>
werden könnte. Die Firma interessiert sich aber nur dann dafür, wenn<lb/>
für den Keksexport aus Deutschland Schokolade in einer Art Kompensa<lb break="no"/>tion eingeführt werden könnte. Hier gibt es aber Schwierigkeiten, weil<lb/>
bei Schokolade für Vollmilchpulver und andere Bestandteile Abschöpfun<lb break="no"/>gen in Österreich zu bezahlen wären. Dadurch rechnet sich das Geschäft<lb/>
nicht. Ich erklärte sofort, Firmenvertreter von Ritter sollen sich<lb/>
ans Handelsministerium wenden, wir werden versuchen für dieses Problem<lb/>
auch eine Lösung zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte versucht mit Ritter Kontakt<lb/>
aufzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_04">Dr. <rs type="person" ref="#per__1138276">Schwarz</rs> von der Fa. Immuno und sein Betriebsrat sind besorgt, daß<lb/>
die Chemie Linz für eine Plasmafraktionierung von der ÖIAG entsprechend<lb/>
Subventionen bekommen würde. Dies ergäbe sich aus den Beschlüssen<lb/>
des Nationalrates 3 1/2 Mrd. S für die verstaatlichte Industrie zur<lb/>
Verfügung zu stellen. Ich erkläre ihnen, daß ich mir nicht vorstellen<lb/>
kann und in den erläuternden Bemerkungen resp. in dem Ministerratsvor<lb break="no"/>trag ist überhaupt nichts von einer so dezidierten Subventionsvertei<lb break="no"/>lung über diesen Sanierungsbeschluß der Verstaatlichten enthalten.<lb/>
Chemie Linz wird höchstens eine Verlustabdeckung bekommen, damit sie<lb/>
überhaupt entsprechende Bilanz legen kann. Immuno hat nur Angst, weil<lb/>
die Fa. Schwab von Chemie Linz jetzt aufgekauft wurde, offiziell ist<lb/>
in den Zeitungen gestanden, daß das Gesellschaftskapital von 2 auf<lb/>
50 Mio. bei der Fa. Schwab erhöht wurde. Schwab ist an und für sich<lb/>
ausstattungsmäßig nicht annähernd dieses Geld wert, interessant ist<lb/>
nur, daß gewisse Spezialitäten der Fa. Schwab in Deutschland zugelassen<lb/>
sind, die für die Tochterfirma Hormon-Chemie von Chemie Linz interessant<lb/>
wären. Immuno hat jetzt eine Plasmafraktionierung von 1 Mio. Liter in<lb/>
Wien, die Linzer Firma <choice><choice><sic>Sangisan</sic><corr>?</corr></choice></choice> vom Laevosankonzern ist erst unlängst<lb/>
gesperrt worden. MR <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> hat es übernommen, dies genau zu recherchieren<lb/>
und dann mit Immuno Kontakt zu halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Laß Dich ebenfalls entsprechend informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_06">In der Ministerratsvorbesprechung teilt <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> mit, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
an Verkühlung leidet und daher nicht kommt. Die Präsidentenkonferenz der<lb/>
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Holzimporte gerichtet, <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> ersucht, daß wir darüber diskutieren<lb/>
weil er dann gemeinsam beantwortet werden müßte. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtet<lb/>
dazu, daß eine Entliberalisierung nicht infrage kommt, CSSR-Importe<lb/>
deroutieren den Markt nicht, wohl aber stören sie ihn. Schwierigkeiten<lb/>
gibt es, weil derzeit die Holzexporte, Italien 3 bis 4 Mio. m³, GB, aber<lb/>
auch die Levante zurückgegangen sind. Die phytosanitäre Kontrolle<lb/>
wird in Hinkunft eben weiter nicht nur durchgeführt, sondern noch ver<lb break="no"/>schärft. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> spricht sich aber dagegen aus, daß auf dem Buckel<lb/>
der Holzwirtschaft Kompensationen von großen Industriebetrieben erfolgen.<lb/>
Bei Andritz hat er nachgefragt, dort ist keine Kompensation durchge<lb break="no"/>führt worden, bei VÖEST-Alpine, meint er, hat das Handelsministerium er<lb break="no"/>klärt, daß nichts kompensiert wurde, es bleibt daher nur Steyr-Daimler-<lb/>
Puch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte auch dort wegen Holzkompensation recher<lb break="no"/>chieren lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_08">Ich erkläre die GATT-Situation. Bei einer ev. Entliberalisierung, da<lb/>
diesen Brief der Präsidentenkonferenz mehrere Ministerien bekommen haben,<lb/>
wird beschlossen, daß das BKA nach einer Besprechung mit allen betei<lb break="no"/>ligten Ministerien die Antwort verfassen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte entsprechenden Vertreter sofort namhaft<lb/>
machen. <add>9.XII.</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_10">Der Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> berichtet, daß die Kuriermeldung, ein Konferenz<lb break="no"/>zentrum wird in Thailand errichtet, falsch ist. Die Wirtschaftskommission<lb/>
für Asien, ESCAP, hat ihren Sitz in Bangkok, diese Unterorganisation<lb/>
der UNO hat jetzt festgestellt, sie bräuchte dringend bessere Konferenz<lb break="no"/>fazilitäten und regt an ein Konferenzzentrum zu bauen. Die UNO selbst<lb/>
in New York hat nicht einmal noch darüber ernsthaft beraten, bis jetzt<lb/>
wurde sogar die feasibility study darüber abgelehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_11"><rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> berichtet über die Aktivitäten im Parlament bis Jahresende. Die<lb/>
ÖVP hat die Urlaubsgesetzentwurfbeschlußfassung, ja selbst die Beratung<lb/>
im Sozialausschuß abgelehnt. Dies sollte mit Präsidialisten vereinbart<lb/>
ein einmaliger Vorgang bleiben. Die Sozialversicherungsgesetze<lb/>
werden auch in diesem Jahr als Budgetbegleitgesetze beschlossen. Die<lb/>
Gehaltsgesetze, erst im Jänner die Pensionsleistungserhöhung für die<lb/>
Politiker, damit aufgrund der Gehaltsgesetze keinerlei Nettobezugser<lb break="no"/>höhungen rauskommen, werden ebenfalls gleichzeitig dann beschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_12">Der Hauptausschuß am 15. Dezember wurde nicht, wie die ÖVP jetzt vermutet<lb/>
und verbreitet, zwecks Vorverlegung der Wahl von April auf März ein<lb break="no"/>berufen, sondern ausschließlich, und das wußte die ÖVP, weil es um<lb/>
Zigarettenpreiserhöhungen geht. Um nicht Hamsterkäufe auszulösen, wurde<lb/>
bis jetzt immer nebulos über diese Tagesordnung des Hauptausschusses<lb/>
die Erweiterung angedeutet. Jetzt ist es bekannt, die Zigarettenpreise<lb/>
für Importwaren und ausländische Lizenzprodukte werden erhöht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_13">Donnerstag wird im Parlament ein Hearing aller Firmenvertreter mit den<lb/>
interessierten Parlamentariern stattfinden, um zu beweisen, daß kein<lb/>
italienischer Baustahl beim Konferenzzentrum Verwendung findet. GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
von der VÖEST-Alpine hat bis zu dem letzten Magazineur runter recher<lb break="no"/>chiert. <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> ist unglücklich, daß diese Diskussion jetzt im Parla<lb break="no"/>ment stattfindet, da er 110.000 to Stahl nach Italien exportiert. Ich<lb/>
selber ergänze diese Mitteilung dahingehend, daß jetzt im GATT, in der<lb/>
EFTA und bei jeder handelspolitischen Verhandlung Österreich wegen die<lb break="no"/>ser absoluten Einfuhrsperre mit eigentlich unzulänglicher Methode diese<lb/>
Praxis wird angegriffen werden. Ich verweise darauf, daß jetzt die<lb/>
Absicht besteht, eine Importgenehmigung für Baustahl nur dann auszu<lb break="no"/>sprechen, wenn es den Sicherheitsbestimmungen in der Bauordnung von<lb/>
Salzburg entspricht. Ich werde diese Salzburger Regelung <choice><choice><sic>von</sic><corr>auf</corr></choice></choice> ganz Öster<lb break="no"/>reich ausdehnen, obwohl dafür die gesetzliche Grundlage sehr fraglich<lb/>
ist. Ich befürchte, habe dies auch den Betriebsräten und Direktoren<lb/>
der Baustahlproduktion erklärt, wenn jemand zum Verfassungs- oder Ver<lb break="no"/>waltungsgerichtshof mit der ersten Importverweigerung geht, wahrschein<lb break="no"/>lich diese Bestimmung aufgehoben wird. Die Länder können sich nämlich<lb/>
nicht einheitlich zu einer Regelung dieses Problems über die Bauord<lb break="no"/>nungen entschließen, wie dies auch in der BRD erfolgt ist, der Bund soll<lb/>
daher mit unzulänglicher Kompetenz dafür einspringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Den Verordnungsentwurf so schnell als möglich<lb/>
ausschicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_15">In der Ministerratssitzung wird dann die Tagesordnung ergänzt mit dem<lb/>
Punkt Finanzminister Erhöhung der Tabakpreise.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_16">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> teilt mir mit, daß er der Meinung ist,<lb/>
daß der Bescheid zum Forstgesetz-Umweltschutzpunkt nicht gegen die ge<lb break="no"/>meinsame Verordnung verstößt Er wird seinen Referenten aber ersuchen<lb/>
sich mit dem Handelsministerium in Verbindung zu setzen, damit meine<lb/>
Intervention entkräftet werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: <rs type="person" ref="#per__112957">Steffek</rs> soll dies sofort prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_18">Bezüglich der notwendigen Traubensaft-rot-Importe wird <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über<lb/>
die landwirtschaftlichen Genossenschaften erheben. <choice><choice><sic>weile</sic><corr>?</corr></choice></choice> Menge diese<lb/>
noch verkaufen könnte, ich erkläre ihm dezidiert, daß drei österreichi<lb break="no"/>sche Firmen, Yo, Rauch, Coca Cola, solche Einfuhranträge gestellt haben<lb/>
und keine Möglichkeit besteht diese begründend abzuweisen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
möchte über den Budgettag 15. Dezember rüberkommen. Ich habe MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> von der Außenstelle diese Situation klargemacht und ersucht<lb/>
bis zu diesem Zeitpunkt zuzuwarten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_19">Herr <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> erklärt, daß jetzt das Landwirtschaftsministerium anstelle<lb/>
der geplatzten Polenexporte, Weizen für die Getreidelieferung, Kompensa<lb break="no"/>tion für Kohle nach Jugoslawien zur Verfügung steht. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> hat mit<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> große Verhandlungsschwierigkeiten, ich erkundige mich daher<lb/>
bei SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> über die Absicht des Landwirtschaftsministers. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
und er erklären mir, daß jetzt versucht wird, <choice><choice><sic>was ich</sic><corr>das?</corr></choice></choice> auch sehr unter<lb break="no"/>stützte Mehl in die SU zu verkaufen, sollte dies nicht gelingen, dann<lb/>
stehen für Jugoslawien noch 50.000 to Weizen zur Verfügung. Die end<lb break="no"/>gültigen letzten Ziffern der Exportmöglichkeiten werden jetzt vom Land<lb break="no"/>wirtschaftsministerium über den Getreidewirtschaftsfonds erhoben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97819">Pleschiutschnig</rs> soll entsprechende Information<lb/>
schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_21"><rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> teilt mir auch mit, daß heuer 200.000 to Zuckerüberschuß ex<lb break="no"/>portiert werden muß: SU 20.000 to, Norwegen und die EG 20.000 to, die<lb/>
Industrie zur Verarbeitung 20.000 to, ev. kämen 10.000 to nach Jugos<lb break="no"/>lawien infrage. Der Weltmarktpreis liegt bei 3,20 S Nettoerlös für<lb/>
die Zuckerindustrie, dieser Preis ist in den letzten Jahren ungeheuer<lb/>
zurückgegangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Jour fixe AK, ÖGB setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_23">Der Freie Wirtschaftsverband von Bad Gastein hat sich in den Kopf ge<lb break="no"/>setzt, werbemäßig einen Nikolo und Krampus mit vielen Perchten nach<lb/>
Wien zu bringen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und mich haben sie im Regierungsgebäude aufge<lb break="no"/>sucht. Ein so ein Riesenspektakel und Wirbel, daß man kaum sein Wort<lb/>
gehört hat, geschweige denn telefonieren konnte. Ob diese Idee wirk<lb break="no"/>lich etwas bringt, bezweifle ich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_24">Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> informieren mich über die Schwie<lb break="no"/><pb n="67-1444" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-12-07_1444.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rigen Verhandlungen zwischen Philips und Grundig wegen der zollfreien<lb/>
Einfuhr von Farbfernsehröhren. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> teilt meine Meinung, daß man<lb/>
Philips unter gar keinen Umständen verärgern dürfte, Philips könnte<lb/>
sonst Produktionen abziehen resp. Beschäftigte entlassen. Die Gewerk<lb break="no"/>schaft ist also eindeutig auf Philips' Seite. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hofft aber trotzdem,<lb/>
daß es mir gelingt, irgendeine Kompromißlösung zu erzielen, er vertraut<lb/>
mir in dieser und in vielen anderen Fragen sehr, wie ich dann auch bei<lb/>
der Fraktionssitzung des ÖGB feststellen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_25">Die Gewerkschaftsjugend hat <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> und mich ge<lb break="no"/>beten über ihre Probleme und Wünsche ein Gespräch zu führen. Sie haben<lb/>
die Jugendarbeitslosenstatistik und Beschäftigtenziffern sowie die<lb/>
Lehrlingsziffern genau aufgearbeitet. Sie möchten jetzt <choice><choice><sic>aufgrund der</sic><corr>die</corr></choice></choice><lb/>
Listen, die die AK über Lehrlinge führt, dahingehend auswerten, um fest<lb break="no"/>zustellen, welche Betriebe Lehrlinge früher gehabt haben und jetzt<lb/>
nicht mehr, darüber hinaus haben sie bei den Großbetrieben erhoben,<lb/>
welche Lehrplätze meistens in Lehrwerkstätten noch frei sind. Der So<lb break="no"/>zialminister soll außerdem jetzt die Unternehmer veranlassen, daß sie<lb/>
dem Arbeitsamt melden müssen, wenn sie Neuaufnahmen von Lehrlingen<lb/>
durchführen. Die Lehrlingsausbildung soll auch durch einen Berufsausbil<lb break="no"/>dungsfonds verstärkt werden. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> warnte davor einen Zwang auf die<lb/>
Unternehmer auszuüben. Die Mobilität ist bei Lehrlingssuchenden nicht<lb/>
sehr groß. Außerdem wünschen alle gewisse Lehrberufe zu ergreifen. Der<lb/>
ÖGB kann niemals für die Unterbringung aller Lehrstellensuchenden ver<lb break="no"/>antwortlich gemacht werden. Wir haben nur Vorschläge zu unterbreiten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> verwies darauf, daß er für die Nachschulung für negative<lb/>
Schulabgänger Mittel bereitstellen wird. Das Hauptproblem sind ja nicht<lb/>
die 15- bis 19-jährigen, da gibt es 6.700 Arbeitslose, 4.000 Lehrsuchen<lb break="no"/>den stehen jetzt noch 2.000 Lehrstellen zur Verfügung. Das Problem sind<lb/>
dann die 19- bis 25-jährigen, wo es 35.000 Arbeitslose derzeit gibt. Für<lb/>
diese Kategorie ist aber nicht die Gewerkschaftsjugend zuständig,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> wehrt sich nur dagegen, für jede spezifische Altersschichtung<lb/>
ein spezifisches Arbeitsbeschäftigungsprogramm zu machen. Die 19- bis<lb/>
25-jährigen fallen eben unter die Maßnahmen, die zur allgemeinen Ar<lb break="no"/>beitsmarktsituationsverbesserung getroffen werden müssen. Bezüglich der<lb/>
der Prämiengewährung für zusätzliche Lehrlingseinstellung muß man sehr<lb/>
vorsichtig vorgehen, weil man sonst bald keine normale Ausbildung von<lb/>
Lehrlingen mehr hat. Die beabsichtigte Vorfinanzierung der Ausbildung,<lb/>
wie sie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einmal erwogen hat, geht in einer Krise nicht. Zuerst<lb/>
kann man wohl den ausbildenden Unternehmern Zuschüsse gewähren, die<lb/>
Ausgebildeten kommen aber in einer Krise nicht alle unter, sodaß die<lb/>
Aufwendungen von den aufzunehmenden Betrieben dann nicht mehr in dem<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_26">Ich stellte fest, daß die Gewerkschaftsjugend als einzige Jugendbewe<lb break="no"/>gung sich mit dem Problem sehr intensiv beschäftigt, die anderen reden<lb/>
nur und machen große Sprüche. Konkret warnte ich davor, daß man den<lb/>
Fonds oder auch andere Ideen, Lehrlingsausbildung im Sozialministerium,<lb/>
in der jetzigen Phase zu sehr propagiert. Die Unternehmer werden<lb/>
dadurch nur verunsichert. Das Sozialministerium hat seinerzeit sogar<lb/>
geprüft, <add>[ob?]</add> das Lehrlingswesen im Sozialministerium aufgrund der derzei<lb break="no"/>tigen Verfassungs- und Kompetenzlage die gesamte Arbeitsmarktverwaltung<lb/>
kompetenzmäßig infrage stellen könnte. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> wird auch hier sehr<lb/>
vorsichtig vorgehen müssen. Meiner Meinung nach wird es ab 1985 zu<lb/>
einer wesentlichen Entspannung kommen, derzeit sind 63.000 Schulent<lb break="no"/>lassene, 78 mit dem Höchststand, langsam fallend, sodaß 85 nur mehr<lb/>
55.000 für Lehrlingsausbildung in Frage kommen. Sollte zu diesem<lb/>
Zeitpunkt die Krise überwunden sein, dann wird es meiner Meinung nach<lb/>
keine Unterbringungsschwierigkeiten geben. Auch jetzt ist ja das Haupt<lb break="no"/>problem die Schwierigkeit der Weiterbeschäftigung der Lehrlinge ent<lb break="no"/>weder im Lehrbetrieb oder auch in einem anderen Betrieb. Dies zeigen<lb/>
ja deutlich die 35.000 Arbeitslosen von 19 bis 25 Jahre. Als letzte<lb/>
Möglichkeit wurde die Ausdehnung der Schulzeit auf 10 Jahre diskutiert,<lb/>
ich selbst verwies darauf, daß wir nur nicht den Fehler machen dürften<lb/>
wieder so eine Art polytechnischen zweiten Jahrgang einzuführen. Ziel<lb break="no"/>führender, wurde übereinstimmend festgestellt, sei das Problem der<lb/>
Schnupperlehre, die jungen Leute müßten mit dem Berufsleben in engeren<lb/>
Kontakt kommen. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, der bei der Besprechung anwesend war, wird<lb/>
die dortigen Anregungen überlegen, der Metallarbeiter-Jugendsekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138277">Pompe</rs> hat bei 239 Firmen erheben lassen, daß 11 % weniger Lehrlinge<lb/>
in den Großbetrieben ausgebildet werden, der Eisenbahnergewerkschafts<lb break="no"/>jugendvertreter <rs type="person" ref="#per__1138278">Prechtl</rs>, der Sohn des Obmanns, hat festgestellt, daß<lb/>
1982 412 Lehrlinge ausgebildet werden, im nächsten Jahr sind nur 373<lb/>
vorgesehen. Wenn die Großbetriebe ihre Kapazität Lehrlinge auszu<lb break="no"/>bilden besser auslasten könnten, würde sich eine große Entspannung er<lb break="no"/>geben. Das Hauptproblem ist allerdings, daß dafür entsprechende Mittel<lb/>
fehlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_27">Die Verkaufsfirma von der Schalterfabrik Kraus &amp; Naimer, Austro Sole<lb break="no"/>noid, hat das Staatswappen bekommen, Herr <rs type="person" ref="#per__1138279">Naimer</rs> braucht es scheinbar<lb/>
dringend und hat es sich sozusagen bei mir direkt abgeholt. Bei dieser<lb/>
Gelegenheit erklärte er mir den Grund, warum heute noch Millionen<lb/>
Schalter von ihm produziert werden und am Weltmarkt als größte Schal<lb break="no"/>terfabrik existieren kann, die große Serie und vor allem seine Service<lb break="no"/><pb n="67-1446" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-12-07_1446.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>leistung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_28">25 Jahre die Fa. Salen gab mir Gelegenheit 20 Leute auszuzeichnen, das<lb/>
Werk liegt in Krems, die Zentrale in Wien, vor mir hat der Handelskammer<lb break="no"/>vertreter seine Medaillen übergeben, er machte den Fehler eine allge<lb break="no"/>meine Ansprache zu halten und dann eben einem jeden die Medaille in<lb/>
die Hand zu drücken, ich habe mir schon immer angewöhnt gehabt, bei<lb/>
jedem einzelnen ein paar persönliche Bemerkungen zu machen. Dies wirkt,<lb/>
wie ich wieder einmal feststellen konnte, ungeheuer gut. Leichter hätte<lb/>
ich es noch gehabt, wenn man mir die Unterlagen, die ich seinerzeit<lb/>
bei der Staatswappenverleihung an die Firma gehabt habe, mitgegeben<lb/>
hätte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte in Hinkunft darauf besonders achten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_30">In der ÖGB-Bundesfraktion ersuchte mich <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über die Wirtschaftssitu<lb break="no"/>ation zu referieren. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet dann über die Arbeitsmarkt<lb break="no"/>situation. Über die Arbeitszeitverkürzung gab es dann eine längere<lb/>
Diskussion. Der Metallarbeiterobmann <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> erörterte seinen Plan, wo<lb break="no"/>nach bei den Metallarbeitern branchenbezogen, also nicht für alle,<lb/>
entsprechende Arbeitszeitverkürzung kommen müsse. Er kritisierte die<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> propagierte Vorwärtsstrategie, niemand ist dagegen, aber nie<lb break="no"/>mand kann sagen, wie wir zu einer solchen Vorwärtsstrategie kommen. Die<lb/>
Verstaatlichte, insbesondere die Eisen- und Metallindustrie, braucht<lb/>
jetzt so hohe Subventionen, 7 Mrd. S Verlust bei 110.000 Beschäftigten,<lb/>
das sind 50.0000 S pro Beschäftigtem, die Jahr für Jahr jetzt aufgewen<lb break="no"/>det werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_31"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> erklärte dann seine Vorwärtsstrategie und meinte, die Expansion<lb/>
sei das Wichtigste und er hofft, daß auch ich ihn in dieser Frage<lb/>
unterstütze. Ich habe nur den Einwurf gemacht, ich war immer ein Opti<lb break="no"/>mist, ein Inflationist und ein Expansionist, was <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> auch wohlwollend<lb/>
bestätigte. Ich bin fest davon überzeugt, daß wir auch diese Rezession<lb/>
überwinden werden, daß die pessimistischen Prognosen, insbesondere die<lb/>
pessimistischen Ansichten jetzt schön langsam alle dazu führen, daß<lb/>
jedes Unternehmen sich genau überlegt, ob es überhaupt noch eine<lb/>
Investition rentabel und zweckmäßig ist. Zu den expansiven Maßnahmen<lb/>
und Programmen muß es möglich seine eine Finanzierung zu finden;<lb/>
da die Unternehmer infolge der geringeren Nachfrage ihre Produktion<lb/>
einschränken, kann nach <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzls</rs> Meinung eine Arbeitszeitverkürzung nur<lb/>
dazu führen, daß noch weniger Kaufkraft zur Verfügung steht. Diese re<lb break="no"/>striktive Politik hat in der Zwischenkriegszeit in Österreich verheeren<lb break="no"/><pb n="67-1447" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-12-07_1447.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>de Folgen gehabt. Über die entsprechenden Maßnahmen konnten wir uns<lb/>
in dieser Aussprache, die sehr freundschaftlich und offen war, natürlich<lb/>
nicht einigen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat dann zusammengefaßt und meinte, wir werden<lb/>
über dieses Problem, insbesondere Arbeitszeitverkürzung, am nächsten Ge<lb break="no"/>werkschaftskongreß im Oktober 83 Beschluß fassen müssen. Vorher wird<lb/>
man allerdings über dieses Problem noch eingehend zu diskutieren haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_32">Ich habe mit dem Zentralsekretär der Textilarbeiter, <rs type="person" ref="#per__116109">Ettl</rs>, über deren<lb/>
Beschwerde beim Bundeskanzler wegen der öffentlichen Auftragsvergabe<lb/>
von Bekleidungsbestellungen durch das Militär, Post, Bahn usw. gespro<lb break="no"/>chen. Er bestätigte mir, daß ein gutes Einvernehmen zwischen Handels<lb break="no"/>ministerium, <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs>, und ihm besteht, sein Vorsitzender hat nur<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersucht, er möge die Bestellungen auch zeitlich besser ab<lb break="no"/>stimmen lassen. Jetzt kommt es vor, daß er im letzten Moment Aufträge<lb/>
dann von österreichischen Firmen nicht mehr erfüllt werden können,<lb/>
wodurch dann über österreichische Händler Importwaren hereinkommen<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__141705">Steinbach</rs> vom Sozialministerium hat die not<lb break="no"/>wendigen Unterlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_34">Der Bundespräsident hat heuer wieder die Diplomaten und auch die Re<lb break="no"/>gierung zu einem vorweihnachtlichen Nachmittag geladen. Diesmal haben<lb/>
3 junge Musiker auf Barockinstrumenten <rs type="person" ref="#per__98646">Haydn</rs>, <rs type="person" ref="#per__127102">Mozart</rs> usw. aufgeführt.<lb/>
Ich habe mir das erste Stück anhören können, dann hatte ich mich, vorher<lb/>
allerdings schon entschuldigt, leise rausgeschlichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_35">Der Fraktionsheurige der Beschäftigten im Handelsministerium war dies<lb break="no"/>mal ein voller Erfolg, der Fraktionsobmann <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> konnte einen vollen<lb/>
Saal begrüßen und Rechenschaft ablegen, was er alles im vergangenen<lb/>
Jahr erreicht hat. Wie das aber bei Heurigen schon so ist, hörte ihm<lb/>
fast niemand zu. Ich habe dann sehr kurz, aber sehr laut der Fraktion<lb/>
herzlichst zu dem Erfolg gratuliert, habe versprochen, daß ich jeder<lb break="no"/>zeit zu ihrer Verfügung stehe und auch sonst für jedermann zu sprechen<lb/>
bin. Ich bin nämlich, ohne daß ich es dort sagte, fest davon überzeugt,<lb/>
daß wir nur aufgrund dieser offenen Politik im Handelsministerium<lb/>
diese Erfolge für die soz. Fraktion erreichen konnten. Wenn ich daran<lb/>
denke, als wir vor 12 Jahre ein wirklich kleines unbedeutendes Häuf<lb break="no"/>lein waren und wie wir jetzt eine stattliche Zahl sind, so hat sich<lb/>
diese Politik und Arbeit gelohnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_36">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wieviele Mitglieder haben wir eigentlich genau?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_37">Im Vorstand der SPÖ Landstraße beschlossen wir, daß die Sektions<lb break="no"/>leiter und die Bezirksräte in noch stärkerem Ausmaß mit konkreten<lb/>
Einzelproblemen des Bezirkes sich beschäftigen müssen. Der neue Bezirks<lb break="no"/>vorsteher <rs type="person" ref="#per__144759">Reviczky</rs> wird daher die örtlich Betroffenen zu ganz spe<lb break="no"/>zifischen Fragen wie Verbreiterung für Schulhöfe, Umgestaltung von<lb/>
einzelnen Plätzen und Gassen, Maßnahmen gegen angebliche Viertel, wo<lb/>
eine polizeiliche Unsicherheit, er drückte sich sogar mit Terror aus,<lb/>
besteht, heranziehen und die Einzelmaßnahmen mit ihnen besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-07_38">Im Bezirksausschuß, der letzte in diesem Jahr, habe ich einleitend<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> entschuldigt und allen gute Weihnachten und ein frohes neues<lb/>
Jahr gewünscht. Diesmal hatten wir als Gast Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs>, die Stadt<lb break="no"/>räte haben nämlich beschlossen, daß ein jeder von ihnen in jedem Be<lb break="no"/>zirk referieren kommt. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs>, hätte ich eigentlich erwartet, wird über<lb/>
die Finanzsituation der Gemeinde Wien reden, er selbst hat aber die<lb/>
Gewohnheit scheinbar aller Finanzmänner über Rhein-Main-Donau-Kanal,<lb/>
Schiene, Straße, Betriebsverlagerung Wirtschaftsordnung usw. <choice><choice><sic>geredet</sic><corr>zu reden?</corr></choice></choice>.<lb/>
Das einzige war, daß er letzten Endes auch auf die Spielautomatensteuer,<lb/>
auf die Einwegflaschensteuer, Besteuerung leerstehender Wohnungen zu<lb/>
sprechen kam. Seine Definition ist, profitabel und unprofitabel müßte<lb/>
unterschieden werden und mit Steuern müsse man Probleme, die sonst<lb/>
entstehen würden, unprofitabel machen. Z.B. ist profitabel <add>[?]</add> die Schiene,<lb/>
unprofitabel die Straße, daher die Straßenabgaben. In der Diskussion<lb/>
wurde dann allerdings sehr bald und kritisch bemerkt, daß er eigentlich<lb/>
mehr hätte über die Finanzsituation reden müssen, dies ist übrigens<lb/>
auch meine Meinung.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 7.12.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 156. Ministerratssitzung, 7.12.1982</head>
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            <head>Nachtrag TO 156. Ministerratssitzung, 7.12.1982</head>
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               <occupation>Unterrichtsminister</occupation>
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               <occupation>Branchenreferent HM</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, C</persName>
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               <occupation>Beamter HM (Rochusplatz), ehem. Sekr. Bock, Mitterer</occupation>
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