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            <title type="main">Freitag, der  3. Dezember 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band67_1982-12-03</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_01">Freitag, 3. Dezember 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_02">Die Fraktion und der Unterausschuß über das Fernwärmeförderungsgesetz<lb/>
verliefen für mich wie erwartet, große Probleme gab es in den letzten<lb/>
Wochen, die Wiener Stadtwerke, GD <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs>, und insbesondere Finanz<lb break="no"/>stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> wollten die Förderung nicht nur auf kohlegeheizte Fern<lb break="no"/>kraftwerke, sondern auch Gas- und Ölkraftwerke als Brennstoff anerkannt.<lb/>
Dagegen hat sie die ÖVP ganz entschieden ausgesprochen. Letzten Endes<lb/>
gelang es dann für die erläuternden Bemerkungen den Satz gegen die ÖVP<lb/>
durchzudrücken, daß derzeit eine solche Förderung nicht infrage kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_03">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> hat mir dann mitgeteilt, daß die Wiener Heizbetriebe<lb/>
ein Projekt mit 40.000 Anschlüssen fertighaben. Mit dieser Neuregelung<lb/>
wird die Leitung bis zum Haus gefördert, durch die Änderung des<lb/>
Wohnungsverbesserungsgesetzes auch der Wohnungsinhaber, die Hausleitung<lb/>
aber, also zwischen Hausanschluß und Wohnungsabnahme, bleiben ausgenommen.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> aufgefordert, er soll sofort entsprechende Anträge stellen,<lb/>
damit wir womöglich noch aus dem heurigen Budget, dann spätestens aber<lb/>
im nächsten Jahr dieses Projekt fördern können, die Frage des Zwischen<lb break="no"/>stückes müßte geprüft werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__110944">ZLUWA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte was können wir dazu bei<lb break="no"/>tragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_05">Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet über die letzte Erhebung der Sozialwissenschaftlichen<lb/>
Studiengesellschaft Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> und mir. Bezüglich der Urlaubs<lb break="no"/>verlängerung stellt sich jetzt heraus, daß die Jugendlichen und ganz<lb/>
besonders die weiblichen Jugendlichen sehr wohl positiv zu diesem<lb/>
2 Tage längeren Urlaub stehen. Je älter die Leute werden, umso geringer<lb/>
ist das Interesse. Bis 20 Jahre sind 49 % dafür, über 45 Jahre nur mehr<lb/>
18 %. Je geringer der Bildungsgrad, Hilfsarbeiter 55 %, Studenten<lb/>
39 %. Die Selbständigen überhaupt sehr negativ. Landwirte nur 8 %<lb/>
dafür.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_06">Das Image Verschwendung ist noch immer sehr stark und steigt ständig<lb/>
an. 64 % bejahen, daß die Regierung eine verschwenderische Politik<lb/>
macht. Ausländische Verschuldung wird hart kritisiert, 17 % selbst SPÖ-<lb/>
Wähler sehen darin <choice><choice><sic>keine</sic><corr>eine?</corr></choice></choice> Gefahr. Steuererhöhungen erwarten 69 %<lb/>
SPÖ-Sympatisanten, aber auch 63 % der ÖVP sagen, die Steuer wird erhöht<lb/>
werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_07">Eine längere Diskussion gab es dann über die Wirtschaftssituation, ich<lb/>
glaube, daß es notwendig wäre ein ähnliches Abkommen wie seinerzeit<lb/>
Bretton Woods zu finden, <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> meint, die Zahlungsunfähigkeit von<lb/>
Staaten wie Südamerika, Ostblock, Entwicklungsländern müßte zuerst ge<lb break="no"/>klärt werden. Nach Berechnungen und Wissen der Nationalbank ist jetzt<lb/>
nicht nur Jugoslawien mit 1 Mrd. $ Schulden gefährdet, die Amerikaner<lb/>
könnten höchstens 150 Mio. $ derzeit ohne Kongreßbeschluß zur Verfügung<lb/>
stellen, sondern auch Belgien. Dort haben Gemeinden bereits Gemeinde<lb break="no"/>steuern verwenden müssen, die durch die Wirtschaftskrise aber gar nicht<lb/>
kommen. Für Belgien habe ich keine Angst, denn die EG kann einen Staat,<lb/>
noch dazu einen verhältnismäßig kleinen Staat wie Belgien, nicht Pleite<lb/>
gehen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_08">Die OeNB hat 4.500 Mio. S Gewinn, im nächsten Jahr werden es nur<lb/>
3.500 Mio. S sein, dadurch werden auch die Dividenden an den Finanzmini<lb break="no"/>ster geringer werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_09"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> erwartet im zweiten Halbjahr 83 einen kurzfristigen Konjunktur<lb break="no"/>aufschwung. Ausgelöst soll dieser durch eine neue Politik in der BRD,<lb/>
aber vor allem auch in Amerika werden. Die <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>omics, die supply-<add>[side]</add><lb/>
economic<add>[s]</add> usw. haben Schiffbruch erlitten, 180 Mrd. $ Budgetdefizit können<lb/>
ohne weiteres binnenmarktmäßig gedeckt werden, da 350 Mrd. $ die Amerikaner<lb/>
sparen. Wenn allerdings davon mehr als die Hälfte zur Budgetdeckung<lb/>
abgezweigt werden muß, werden die Zinsen dort nicht fallen, sondern<lb/>
eher wieder steigen, die Finanz- und Währungssituation ist auch in mei<lb break="no"/>nen Augen die Kernfrage für eine normalere ökonomische Entwicklung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_10">Übereinstimmung herrschte auch bei uns, daß auch der <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>-<lb/>
Konflikt, der jetzt neu ausgebrochen ist, die Wahlen sehr negativ<lb/>
für uns beeinflussen können. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> glaubt eine gewisse Beruhigung<lb/>
jetzt festgestellt zu haben, ich glaube, das ist nur nach außenhin,<lb/>
was allerdings auch vollkommen genügen würde. Ich fürchte nur, daß<lb/>
bei irgendeiner Gelegenheit wieder ein solcher Zusammenstoß erfolgen<lb/>
wird. Da ich sowohl zu <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> als auch zu <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, letzteren seit eh<lb/>
und je, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nach ein zwei Jahren, wo ich wirklich geglaubt habe<lb/>
Anfang der 70-iger Jahre, daß wir ein Team sind, die nötige Distanz<lb/>
habe, bilde ich mir ein die ganze Frage objektiv beurteilen zu können.<lb/>
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, daß <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nicht mehr in die<lb/>
Politik zurückkommen kann, je mehr allerdings durch öffentliche Konf<lb break="no"/>likte dieser Gegensatz <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>–<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zum Austragen kommt, umso<lb/>
schlimmer für die Partei und umso mehr wird sich eine Polarisation er<lb break="no"/>geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_11">Beim Jour fixe AK-ÖGB berichtete Dr. <rs type="person" ref="#per__115003">Weihs</rs>, daß mit der Brauindustrie<lb/>
die Bierpreiserhöhung mit 34 S pro Hektoliter vereinbart wurde, die Gast<lb break="no"/>wirte dürften oder sollten das Krügerl um 50 gr erhöhen, in den<lb/>
besseren Gaststätten erwartet man aber, daß es um 1 S teurer wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115003">Weihs</rs> erwähnte dabei meine Vermittlerfunktion, ich habe dies ganz ent<lb break="no"/>schieden bestritten, denn ich habe wirklich nur sozusagen die endgülti<lb break="no"/>gen Ziffern, die die eine Seite akzeptiert und die andere Seite gerade<lb/>
noch verkraften kann, weitergegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_12">Bezüglich der notwendigen Äpfelimporte für die Fa. Yo wurde festge<lb break="no"/>stellt, daß es sich hier um eine aktive Veredelung handelt, die eigent<lb break="no"/>lich gar nicht notwendig ist. Säurefreie Äpfel gibt es auch nicht<lb/>
in Ungarn oder Jugoslawien. Die Argumentation, deshalb 30 Arbeiter ent<lb break="no"/>lassen zu müssen, ist eine Version, die fachlich nicht hält und nur<lb/>
als Ausrede dient. Gewerkschaftlich mußte festgestellt werden, daß die<lb/>
Fa. Yo überhaupt keine Gewerkschaftsmitglieder hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_13">Jetzt wünscht auch die Fa. <choice><choice><sic>Ozean Pajor</sic><corr>?</corr></choice></choice> in Kompensation gegen Äpfel<lb/>
Exporte nach Ungarn von ihren Produkten durchführen zu dürfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_14">Die Fa. Yo braucht so wie die Fa. Rauch und auch Coca Cola roten Trauben<lb break="no"/>saft zum Verschneiden. Dies ist bei der heurigen Traubenernte auch<lb/>
von der Landwirtschaftsseite kaum zu verkraften.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_15">Zum Initiativantrag <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> zum Konsumentenschutzgesetz, Verlegung des<lb/>
Rücktrittsrechtes, Abbestellungsverlängerung, wird einmütig festgestellt,<lb/>
daß dieser Initiativantrag <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> zeitmäßig sehr unglücklich erfolgte.<lb/>
Sekr. <rs type="person" ref="#per__134172">Rieder</rs> von Büro <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> hat mitgeteilt, daß <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> jetzt den Ini<lb break="no"/>tiativantrag rückziehen will oder zumindestens soll, das Justizministe<lb break="no"/>rium wird im Februar eine Enquete über drei Jahre Konsumentenschutz<lb break="no"/>gesetz machen. Justizminister <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> fürchtet, daß wenn dieser Initiativ<lb break="no"/>antrag im Parlament zur Verhandlung kommt, dann die Wirtschaft entspre<lb break="no"/>chende Abänderungswünsche ebenfalls geltend machen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> mitteilen, daß ich dort dezidiert erklärt<lb/>
habe, er hat nichts damit zu tun.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_17">Die Strompreiserhöhung der TIWAG um 24 % wird einvernehmlich abgelehnt,<lb/>
d.h. es wird zwar der Antrag entsprechend geprüft, aber er hat keine<lb/>
Chance im nächsten Jahr verwirklicht zu werden. Der Haushaltsstrom<lb/>
liegt im Osten um 50 % höher, der Industriestrom bis 80 %, trotzdem ist<lb/>
ein Anheben der TIWAG-Strompreise auf diese Art und Weise nicht möglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Die Energiesektion soll auch runhören,<lb/>
wer sonst noch diese Zwischenstrompreislösungen wünscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_19">Die Videorecorderkontingentierung, die mit 15.2. n. Jahres abläuft, wird<lb/>
auf alle Fälle verlängert. Der ZBRO von Philips, <rs type="person" ref="#per__1137864">Bramml</rs>, hat dem ÖGB<lb/>
und der AK mitgeteilt, daß erst jetzt die normale Produktion, 1.000 Stk.<lb/>
pro Tag, anlaufen würde. Bis jetzt hat es durch technische und qualitäts<lb break="no"/>mäßige Probleme eine Produktion von nur 180 Stück pro Tag gegeben. Die<lb/>
Frage, wie weit portables in die Kontingentierung mit einbezogen werden<lb/>
können, wird noch im einzelnen zu diskutieren sein. Mein Vorschlag lautet,<lb/>
daß man portables nicht nach dem Haltegriff, sondern nach dem Gewicht<lb/>
definieren sollte. Bis zu der Gewichtsklasse, wo Philips Videorecorder<lb/>
in Österreich erzeugt, sollte man rundweg erklären, bis dorthin geht das<lb/>
Portablegewicht, was leichter ist, kann dann frei eingeführt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_20">Das Staatswappenansuchen der Fa. Beko wird nach wie vor von der AK<lb/>
wegen weiterer Personalvermietung abgelehnt. Richtig ist, daß ein immer<lb/>
geringerer Anteil des Umsatzes durch Personalleasing hereinkommt. Mit<lb/>
Recht sagt aber die AK, müßte jetzt abgewartet werden, wie das Gesetz<lb/>
des Sozialministeriums gegen die Personalvermietung aussehen wird, das<lb/>
jetzt bereits bearbeitet ist und ins Parlament kommen soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte der Fa. Beko diese Stellungnahme mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_22">Mag. <rs type="person" ref="#per__127009">Zurek</rs> fragt an, wie jetzt die Stellungnahme des Handelsministeriums<lb/>
in der EG-Ausschußsitzung bezüglich der nichttarifarischen Hemmnisse<lb/>
Frankreichs lauten wird. Frankreich hat z.B. angeordnet, daß ein einzi<lb break="no"/>ges Zollamt die Viderecorder abfertigen kann. Dies richtet sich primär<lb/>
gegen die japanischen Einfuhren. Bis jetzt hat aber auch Philips Austria <add>[um]</add><lb/>
400 Mio. S Videorecorder nach Frankreich exportiert. Angeblich will<lb/>
Philips aber ein neues Videorecorderwerk in Le Mans errichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte vorsichtigst bei Philips anfra<lb break="no"/>gen, wie es zu der französischen Maßnahme steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_24">Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, Grundsatzabteilung, berichtet über die Gewerbestrukturricht<lb break="no"/>linienverhandlungen, Einvernehmen besteht, daß Umweltschutzanträge<lb/>
als Schwerpunkt gelten. Ev. Bedenken der AK habe ich mit Hinweis, daß<lb/>
Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> solche Erfolge dringend braucht, entkräften<lb/>
können. Bezüglich der Finanzierung von Leasing, d.h. Zinsenzuschüsse<lb/>
für solche Verträge, werden SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> weitere Verhandlungen mit<lb/>
den Interessensvertretungen führen. Prinzipiell aber soll auch dies in<lb/>
<pb n="67-1432" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-12-03_1432.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Richtlinien aufgenommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_25">Sekr. <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs> von der AK fragt, wie jetzt die Gaspreisanträge für Inlands<lb break="no"/>gas, ÖMV und der RAG behandelt werden. Da diese Gaspreise jetzt bis<lb/>
31. Mai 83 für mich erledigt sind, werden weitere Wünsche resp. Verhand<lb break="no"/>lungen sehr dilatorisch geführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_26">Ich teile AK und ÖGB mit, daß ich jetzt die Landeshauptleute gefragt<lb/>
habe, ob sie eine sechsmonatige Verlängerung der Benzinpreisfreigabe<lb/>
etwas einzuwenden haben; da ich mit Sicherheit annehme, daß dies nicht<lb/>
der Fall ist, wird noch zeitgerecht auch die Preiskommission und damit<lb/>
alle Interessensvertretungen und beteiligten Ministerien mit dieser<lb/>
Frage konfrontiert werden. Dem Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> habe ich bereits<lb/>
für eine Verlängerung des Preisaussetzungsantrages gewonnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Bitte alles entsprechend ter<lb break="no"/>mingemäß vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_28">Die AK und der ÖGB wollen Details wissen, wie es jetzt mit Bauknecht<lb/>
weitergeht. Leider ist SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> nicht anwesend, der die Detailverhand<lb break="no"/>lungen führt. Ich kann nur allgemeine Auskunft geben, daß jetzt an der<lb/>
Errichtung der beiden Auffanggesellschaften gearbeitet wird. Die <choice><choice><sic>Auiftr</sic><corr>Aufträge?</corr></choice></choice><lb/>
von Philips für die nächsten 2 Jahre sind wahrscheinlich so, daß ein<lb/>
Weiterbestand möglich erscheint. Die Hauptaufgabe ist nur, wie man<lb/>
Käufer für die Werke in Rottenmann und Spielberg findet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte auch mich über die Details der<lb/>
Verhandlungen stets am laufenden zu halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_30">Der Unterausschuß über das Übereinkommen des gemeinsamen Rohstoffonds<lb/>
verläuft, wie ich es in der Fraktion angekündigt habe. Abg. <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs><lb/>
von der ÖVP, der sich mit diesem Problem scheinbar mehr beschäftigt hat,<lb/>
stellt etliche Zusatzfragen und ist sehr skeptisch, daß dieser Fonds<lb/>
funktionieren wird. Diese Meinung teile ich auch, denn die Entwicklungs<lb break="no"/>länder haben ganz andere Vorstellungen über Leistungen der Industrie<lb break="no"/>länder eben über diesen Rohstoffonds. <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs> meint, ob nicht dann<lb/>
auch eine Weltbanklösung die zweckmäßigere ist, dies kann ich nicht<lb/>
beurteilen, aber ich möchte sie nicht ausschließen. Da dieser Fonds erst<lb/>
zu arbeiten beginnen kann, wenn 90 Staaten ratifiziert haben, derzeit<lb/>
sind es erst 36, und 2/3 des Kapitals aufgebracht wird, glaube ich, wird<lb/>
es noch lange dauern, bis es zu einer wirklichen wirksamen Lösung kommt.<lb/>
Mein Argument war für alle überzeugend, daß wir die Entwicklungsländer<lb/>
<pb n="67-1433" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-12-03_1433.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>als neutrales kleinen Land nicht enttäuschen können und vielleicht<lb/>
gar die Ratifizierung zurückstellen. Die Schweiz die skandinavischen<lb/>
Staaten usw. haben bereits alle ratifiziert. Der Streit geht nur zwischen<lb/>
den großen Industrieländern, Amerika, EG usw., und den Entwicklungslän<lb break="no"/>dern. Letzten Endes wurde daher auch dieser Gesetzesentwurf einstimmig<lb/>
gebilligt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_31">Im Handelsausschuß war durch die Vorarbeiten, die Abg. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> mit dem<lb/>
Energiesprecher <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> abgeführt hat, die Tagesordnung verhältnismäßig<lb/>
leicht zu bewältigen. Beim ersten Punkt Rohstofffonds war <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs><lb/>
bis jetzt Berichterstatter; da er aber sicherlich im Haus zu diesem<lb/>
Fall reden will, lehnte er die Berichterstattung entschieden ab. Ich<lb/>
bemerkte, daß dieser Gesetzesentwurf wahrscheinlich erst spät abends<lb/>
zur Debatte kommen wird und deshalb eine Diskussion gerade nicht viel<lb/>
bringen kann. <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs> beharrte aber auf seinem Wunsch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_32">Die Ausverkaufsverordnung, wonach Ankündigungen gewissen Beschränkungen<lb/>
unterliegen, wurde dann auch einstimmig genehmigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_33">Die Frage des Fernwärmeförderungsgesetzes gab durch die gute Vorarbeit<lb/>
der Experten und insbesondere auch der Absprache zwischen <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114528">König</rs> überhaupt keine Problem mehr. <rs type="person" ref="#per__114528">König</rs> hat nur angekündigt, daß<lb/>
er den Entschließungsantrag, der jetzt in einem Unterausschuß des Finanz<lb break="no"/>ministeriums ruht, wonach Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuer, als<lb/>
sie von 8 auf 13 % für die Energie erhöht wurde, zweckgebunden der<lb/>
Fernwärme zugeführt werden sollen, wieder im Haus urgieren wird. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs><lb/>
ist sich vollkommen klar darüber, daß dieser Antrag im Haus sicherlich<lb/>
von der soz. Fraktion abgelehnt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_34">Bezüglich des Vertrages zwischen der DDR und Österreich über den Rechts<lb break="no"/>schutz von Erfindern wurde nach einem erklärenden Referat von Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> vom Patentamt trotzdem kein Beschuß gefaßt, sondern wie beab<lb break="no"/>sichtigt ein Unterausschuß eingesetzt. Dr. <rs type="person" ref="#per__118736">Schüssel</rs> hat zwar, auch<lb/>
für mich deutlich zu hören, fast hatte ich den Eindruck, er wollte<lb/>
sogar, daß ich davon Kenntnis nehme, dem Ausschußvorsitzenden <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs><lb/>
erklärt, die Handelskammer und er persönlich hätten gar nichts dagegen,<lb/>
wenn wir jetzt einen Beschluß fassen. <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> dagegen meinte, es<lb/>
hätte die Kronen-Zeitung und auch die OÖ Nachrichten vor einiger Zeit<lb/>
gegen die angebliche Spionagemöglichkeit des Ostens dann mit diesen<lb/>
Gesetzen polemisiert und er möchte daher unbedingt, daß wir einige<lb/>
Zeit verstreichen lassen und dann in nächsten Jahr im Unterausschuß<lb/>
diesen Vertrag so wie immer einstimmig beschließen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-12-03_35">Die Vertreter des Außenministeriums, Botschafter <rs type="person" ref="#per__1138287">Resch</rs> und Gesandter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140293">Maschke</rs>, versuchten nach der Sitzung Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> und mir zu erklären,<lb/>
daß vielleicht jetzt gerade im Zuge mit den Amerikanern über die Lö<lb break="no"/>sung der Frage des Technologietransfers von West nach Ost eine wirklich<lb/>
sofortige Beschlußfassung über diesen Gesetzentwurf nicht sehr günstig<lb/>
gewesen wäre. Ich war mit der Vorgangsweise sehr einverstanden, dies<lb/>
umso mehr, als der Gesetzentwurf gar nicht mich betrifft, sondern<lb/>
eigentlich formal zumindestens den Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, dieser hat nämlich<lb/>
mit seinem Konterpart Außenminister <rs type="person" ref="#per__1138286">Fischer</rs> von der DDR den Vertrag,<lb/>
der jetzt im Parlament beschlossen werden muß, unterfertigt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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