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            <title type="main">Freitag, der 26. November 1982 bis Sonntag, der 28. November 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band67_1982-11-26</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_01">Freitag, 26. November 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_02">Ich besuche zum ersten Mal das Ausweichquartier der Österr. Nationalbank<lb/>
im Gebäude der ehemaligen Intern. Atomenergiebehörde respektive Grand<lb/>
Hotel. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> demonstriert mir, daß wenn dieses Gebäude wieder ein<lb/>
Hotel werden sollte, die denkmalgeschützte Außenfassade das einzige ist,<lb/>
was übrigbleiben kann. Das Gebäude müßte entkernt werden, d.h. innen<lb/>
ganz neu aufgebaut und sämtliche Wasser-, Elektro- und Heizungsinstalla<lb break="no"/>tionen neu gemacht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie weit steht die Idee, dieses Grand Hotel wieder<lb/>
zu errichten, vom Besitzer des Gebäudes?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_04">Die Nationalbank hat eine Studie aus ihrem Jubiläumsfonds über Winter<lb break="no"/>fremdenverkehr finanziert. Für ihn ist das Ergebnis überraschend, daß<lb/>
ein Teil der älteren Leute insbesondere im Winter keinen spezifischen<lb/>
Sport betreiben will, sondern spazieren gehen möchten. Dazu werden die<lb/>
Gemeinden im stärkeren Maße als bisher Wege ausschaufeln müssen. Diese<lb/>
etliche hundert Seiten umfassende Studie sollte man genauer analysieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wer hat die Studie aller bekommen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_06">Zum 1. Mal fällt mir jetzt gerade auf, teile ich auf die FV-Agenden dem<lb/>
neuen Sekretär <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> zu, <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs>, <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> und <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> haben sich<lb/>
jetzt endgültig über die Aufteilung ihrer Agenden geeinigt. Diesmal ist<lb/>
es gelungen, eine klare Abgrenzung der einzelnen Sektionen bei den<lb/>
Sekretärsagenden zu erreichen. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> hat schweren Herzens die FV-Agen<lb break="no"/>den, die bei der Gewerbesektion sind, die in Zukunft <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> haben wird,<lb/>
abzugeben. Da <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> aber auch außer der Industriesektionen auch die<lb/>
Außenhandelssektion hat sowie das Präsidium haben wird, wäre es meiner<lb/>
Meinung nach wirklich zuviel gewesen, hätte <add>[er]</add> von der Gewerbesektion auch<lb/>
noch den FV wie bisher mitübernommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_07">Sts. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ist von Genf ein wenig enttäuscht zurückgekommen. Leider<lb/>
habe ich recht gehabt, daß <add>[von]</add> der GATT-Tagung kein positives Ergebnis wird<lb/>
zu erwarten sein, da die Minister-GATT-Zusammenkünfte, aus den Beamtenbe<lb break="no"/>sprechungen klar ersichtlich, keinen positiven Vorschlag über die wei<lb break="no"/>tere Entwicklung des GATT von der Beamtenseite vorgelegt konnte, die<lb/>
differenten Auffassungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europ.<lb/>
Gemeinschaft, das Problem Japans und viele andere Differenzen vorher<lb/>
nicht ausgeräumt werden. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, die ja jahrzehntelang in internationa<lb break="no"/>len Organen mitgearbeitet hat, insbesondere im Europarat, die also das<lb/>
<pb n="67-1391" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-26_1982-11-28_1391.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>internationale Bankett genau kennt, berichtete aber und war ein wenig<lb/>
enttäuscht, daß auch auf intern. Ebene sich einiges zum Negativen hin<lb/>
gewendet hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Überlegst Du Dir dies eventuell zu analysieren?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_09">Der volkswirtschaftl. Sekretär des Gewerkschaftsbundes, NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>,<lb/>
teilt mir mit, daß er mit den Mercedes-Leuten geredet hat und die für<lb/>
Februar einen Einkaufstag in Österreich vorsehen. Dir. <rs type="person" ref="#per__1138307">Ulsamer</rs> hätte ihm<lb/>
versprochen, daß 1983 Mercedes anstelle der bis jetzt 130 Mio. DM Einkäu<lb break="no"/>fe diese Summe auf 160 Mio. DM erhöhen wird. Mit Hilfe des Einkaufstages<lb/>
hofft Mercedes auch die österr. Unternehmer dafür zu gewinnen und ent<lb break="no"/>sprechende Offerte zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_10">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wißt Ihr davon?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_11">In der Bundesvorstandssitzung des ÖGB berichtet <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über die wirt<lb break="no"/>schafts- und sozialpolitische Situation. Er strich die positiven Seiten,<lb/>
verhältnismäßig geringe Arbeitslosigkeit, Verbraucherpreissenkung, Lei<lb break="no"/>stungsbilanzausgleich, besonders hervor. Bezüglich der Arbeitslosigkeit<lb/>
verwies er mit Recht darauf, daß in der 1. Republik bei 1,3 Mio. Beschäftigten<lb/>
in der Krise der 30er Jahre 405.000 Arbeitslose und bei Ende der Repub<lb break="no"/>lik 37 noch immer 320.000 Arbeitslose waren. Aber auch in der 2. Repub<lb break="no"/>lik wurden bei 1,9 Mio. Beschäftigten 1953 184.000 Arbeitslose gezählt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Dr. <rs type="person" ref="#per__1137517">Kiefer</rs> soll einmal die wichtigsten Beschäftig<lb break="no"/>ten- und Arbeitslosenjahre, insbesondere auch die ausgesteuerten zusam<lb break="no"/>menstellen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_13">Die Diskussion über die Verstaatlichte, meinte <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, sei sinnlos. Diese<lb/>
Industrie hätte in den 70er Jahren 84 Mrd. ohne größere Unterstützung<lb/>
des Staates investiert, für 112 Mrd. S Steuern bezahlt und 6 Mrd. Divi<lb break="no"/>denden an den Staat als Eigentümer abgeführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Auch hier sollte man solche Zusammenstellung machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_15">Bezüglich der Urlaubsverlängerung verwies <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> darauf, daß 1971 in ei<lb break="no"/>nem Kollektivvertrag der Mindesturlaub von 2 auf 3 Wochen zwischen ÖGB<lb/>
und HK vereinbart wurde. Erst 1977 wurde dann im Gesetz eine 24-Werk<lb break="no"/>tage-Regelung Mindesturlaub festgelegt. Die Urlaubsbeschlüsse des letzten<lb/>
Bundesvorstandes müßten jetzt <choice><choice><sic>reasymiert</sic><corr>resümiert?</corr></choice></choice> werden. Dort wurde er einstim<lb break="no"/>mig beschlossen, daß mit 1. Jänner 83 der 5-Wochen-Mindesturlaub einge<lb break="no"/><pb n="67-1392" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-26_1982-11-28_1392.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>führt werden soll. Jetzt wurde ja die Regelung mit 1. Jänner 84 in Aus<lb break="no"/>sicht genommen. Eine Arbeitszeitverkürzung durch Herabsetzung von 40<lb/>
auf 35 Stunden ist für den ÖGB derzeit nicht diskutabel. Wenn aber ein<lb break="no"/>zelne Fachgewerkschaften in Kollektivvertragsverhandlungen Arbeitszeit<lb break="no"/>verkürzungen erreichen, so bleibt es selbstverständlich den autonomen<lb/>
Fachgewerkschaften freigestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_16">Erstmal, wie sich in der Diskussion dann auch herausstellte, da ja die<lb/>
christl. Gewerkschafter aus politischen Gründen einer Urlaubsverlänge<lb break="no"/>rung jetzt nicht zustimmen konnten, gab es auch in der Diskussion da<lb break="no"/>rüber eine härtere Auseinandersetzung. 16 Diskussionsredner beschäftig<lb break="no"/>ten sich mit diesen Problemen. Zum Schluß wurde jetzt festgehalten,<lb/>
trotzdem jetzt darüber auch im Wahlkampf eine härtere Sprache geführt<lb/>
werden wird, <add>[daß wir?]</add> alles unternehmen sollen, damit der Österr. Gewerkschafts<lb break="no"/>bund nicht als ein zerstrittener Haufen dasteht. Es gibt eben, wie <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
dann mit Recht zusammenfaßte, in diesem Punkt verschiedene Meinungen und<lb/>
man sollte alles unternehmen, damit darüber nicht im Wahlkampf das An<lb break="no"/>sehen des Österr. Gewerkschaftsbundes Schaden leidet. Eine ungar. Par<lb break="no"/>lamentarierdelegation, die Österreich diese Woche besucht hat, <add>[hat]</add> zum Ab<lb break="no"/>schluß ein Essen im BKA gehabt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ließ sich durch Minister <rs type="person" ref="#per__97442">Firn<lb break="no"/>berg</rs> vertreten. Ich kam durch Zufall neben dem Verbandssekretär der<lb/>
Deutsch-Ungarn zu sitzen. Zum Unterschied von Rumänien, die ihre Minder<lb break="no"/>heiten, sowohl die Ungarn als auch die Deutschen, zwar auch theoretisch<lb/>
organisieren läßt, sehr wenig Bewegungsfreiheit gibt, haben die Deutsch-<lb/>
Ungarn von deren liberalem System in Ungarn auch profitiert. Die Unter<lb break="no"/>haltung war für mich deshalb interessant, weil dieser Unterschied von<lb/>
Minderheitenpolitik in den Oststaaten auch jeweils ganz verschieden<lb/>
gehandhabt wird. Sicher ist für mich eines, daß auch außer dem wirtschafts<lb break="no"/>politisch differenten System in den Staatshandelsländern, sprich<lb/>
COMECON-Staaten, es eben auch kulturelle, bevölkerungspolitische diffe<lb break="no"/>rente große Auffassungsunterschiede in den einzelnen Staaten gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_17"><rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> berichtete mir dann<add>[, daß]</add> eine Aussprache mit Personalvertreter <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs>,<lb/>
ergeben hätte, daß dieser seinen Ausschuß erst Diensttag nächster Woche<lb/>
zusammenrufen kann und dann erst über die Teilung der Energiesektion,<lb/>
wie sie seinerzeit war, Elektrizitätswirtschaft, Oberste Bergbehörde,<lb/>
beraten könnte. Erst in weiterer Folge wäre dann die Möglichkeit diese<lb/>
neue Sektion Oberste Bergbehörde auszuschreiben; wenn der Zeitplan der<lb/>
Personalvertreter nicht verkürzt wird, sah ich eine große Gefahr, daß<lb/>
uns der 9er Posten der Energiesektion verlorengeht. Ich habe deshalb<lb/>
sofort mit zur Verfügung stehenden Personalvertretern<add>[am]</add> Freitag noch eine<lb/>
Aussprache gehabt, die auf diesen Punkt besonders hingewiesen hat. Nach<lb/>
<pb n="67-1393" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-26_1982-11-28_1393.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>längeren Verhandlungen gelang es dann, den ÖAAB-Vertreter zu überzeugen,<lb/>
daß hier wirklich schnell gehandelt werden muß. Der ÖAAB hält derzeit<lb/>
seinen Bundestag ab, weshalb die ÖAAB-Vertreter auch am Samstag greif<lb break="no"/>bar waren. Wir vereinbarten für Samstag mittags eine neuerliche<lb/>
Sitzung. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> konnte nämlich trotz der Anwesenheit <choice><choice><sic>den</sic><corr>vom</corr></choice></choice> für die Aus<lb break="no"/>schreibung zuständigen Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> und vor allem <choice><choice><sic>den</sic><corr>vom</corr></choice></choice> jahrelang so<lb/>
erfolgreichen zweiten Arbeitgebervertreter SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> nicht sofort über<lb break="no"/>zeugt werden, daß wir schnell handeln müssen. Übereinstimmend wurde von<lb/>
allen festgehalten, daß die formalen Ausschreibungsbestimmungen auf alle<lb/>
Fälle einzuhalten sind, d.h. ein Monat Ausschreibungsfrist gewährt wer<lb break="no"/>den muß. Dies bedeutet, daß wir den Zuschlag auf alle Fälle noch bis<lb/>
Dezember durchführen müßten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_18">Ich habe mit Sts. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> anschließend sofort telefoniert und ihm über<lb/>
die neue Situation bis ins Detail informiert. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> selbst hat volles<lb/>
Verständnis dafür, daß dieser Sekt.Chef-Posten unbedingt im Handels<lb break="no"/>ministerium bleiben muß. Er versprach mir auch sich dafür einzusetzen.<lb/>
Ersuchte nur um eine für ihn schriftliche genaue Darstellung der ganzen<lb/>
Angelegenheit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_20">Samstag, 27. November, und Sonntag, 28. November 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_21">Die vereinbarte Sitzung mit Personalvertretern begann wesentlich ver<lb break="no"/>spätet, weil Dr. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> zuerst mit mir unter 4 Augen redete. Freimütig<lb/>
hatte er mir erklärt, seine Fraktion erwarte, daß mit April die Führung<lb/>
des HGI im nächsten Jahr auf die ÖVP fallen wird. Er selbst und vor<lb/>
allem mal seine Leute rechnen daher, daß sie dann wesentlich mehr Ein<lb break="no"/>fluß auf die Personalführung des HGI bekommen. Ich erwiderte ihm sofort<add>[, daß]</add><lb/>
hier die ÖVP eine vollkommen falsche Ansicht hat. Selbst wenn die abso<lb break="no"/>lute Mehrheit der Sozialisten verlorengehen sollte, bin ich überzeugt,<lb/>
wird sicherlich kein Minister kommen, der ihnen mehr Einfluß einräumt,<lb/>
als sie jetzt haben. In der ÖVP-Zeit war die Personalvertretung über<lb break="no"/>haupt vollkommen ausgeschaltet, der damalige ÖVP-Sekt.Chef, Präsidialist<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs>, hat für die Personalvertretung überhaupt kein Verständnis ge<lb break="no"/>habt und sie in keiner Weise informiert, geschweige denn herangezogen.<lb/>
Die große Gefahr, die ich natürlich besonders herausgestrichen habe,<lb/>
obwohl ich davon gar nicht so überzeugt bin, besteht aber, wenn die Sozia<lb break="no"/>listen tatsächlich die absolute Mehrheit verlieren würden, daß ein Frei<lb break="no"/><pb n="67-1394" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-26_1982-11-28_1394.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>heitlicher sogar Handelsminister wird. In diesem Fall wird er auch kaum<lb/>
eine Chance haben, mehr mitzureden, als dies jetzt der Fall ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> wollte dann, daß wenn schon die Bergbehörde eine eigene Sektion<lb/>
wird, in der handelspol. Sektion die jetzt nicht besetzte Abteilung<lb/>
II/4 wieder aufgemacht wird. Seinerzeit wurden die zwei Abteilungsagen<lb break="no"/>den in die eine Abteilung des MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> zusammengezogen. <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs>, ein<lb/>
ehemaliger Sekretär bei Minister <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs>, hat sich dort bestens bewährt<lb/>
und eine Teilung will auch <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> nicht. Ihm schwebt vor, man soll die<lb/>
Abteilung <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> aufteilen und den dortigen Referatsleiter <rs type="person" ref="#per__116916">Waas</rs>,<lb/>
der allerdings der prädestinierte Nachfolger von <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> <choice><choice><sic>wird</sic><corr>ist</corr></choice></choice>, aus<lb/>
der Abteilung herauslösen. Dies habe ich ganz entschieden abgelehnt,<lb/>
weil es sachlich nicht begründet ist, <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> hart treffen würde und<lb/>
wahrscheinlich auch MR <rs type="person" ref="#per__116916">Waas</rs> gar nicht anstrebt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_22">Ein weiterer Punkt war, daß die Personalvertretung gegen den Plan des<lb/>
Rechnungshofes, die Berghauptmannschaft in Graz aufzulösen, ganz ent<lb break="no"/>schieden dagegen Stellung nimmt. Ich konnte <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> aber nichts anderes<lb/>
versprechen, als daß ich prüfen lasse, ob tatsächlich die Nichtbesetzung<lb/>
der Berghauptmannschaft Graz dem Ressort mehr Kosten verursacht, als der<lb/>
Rechnungshof vorschlägt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_24">Der stellvertretende Leiter der Berghauptmannschaft Wien, <rs type="person" ref="#per__113370">Widor</rs>, ist<lb/>
auf einem Dienstposten eben dieser nachgeordneten Dienststelle. Dadurch<lb/>
könnte er mit 1. Jänner 84, wenn er dann MR werden könnte, diesen Dienst<lb break="no"/>grad nicht bekommen, weil dafür kein Dienstposten dort vorgesehen ist.<lb/>
Der jetzige Leiter der Berghauptmannschaft Wien, <rs type="person" ref="#per__113369">Wüstrich</rs>, hat einen<lb/>
8er Posten der Zentralstelle und ist der Berghauptmannschaft Wien nur<lb/>
zugeteilt. Damit jetzt <rs type="person" ref="#per__113370">Widor</rs> seinen MR erreichen kann, müßte man <rs type="person" ref="#per__113369">Wü<lb break="no"/>strich</rs> jetzt auf den Dienstposten von <rs type="person" ref="#per__113370">Widor</rs> setzen und <rs type="person" ref="#per__113370">Widor</rs> sozusagen<lb/>
in die Zentrale übernehmen. Dieser Weg erscheint mir möglich und wenn es<lb/>
zu einem Arrangement kommen sollte, bin ich auch bereit, eine solche<lb/>
Zusage zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_25"><rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> hat mich noch dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, daß<lb/>
eine Mitarbeiterin von <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs>, Frau <rs type="person" ref="#per__1138135">Dosch</rs>, jetzt die B-Prüfung gemacht <add>[hat]</add><lb/>
und einen B-Posten braucht. Er ist bereit, <rs type="person" ref="#per__1138135">Dosch</rs> als derzeitiger Leiter<lb/>
der Grundsatzabteilung in seine Abteilung zu übernehmen, wodurch diese<lb/>
Forderung der Personalvertretung erfüllt werden könnte. Prinzipiell<lb/>
stehe auch ich auf dem Standpunkt, wenn jemand eine B-Prüfung gemacht<lb/>
hat, dann man ihm auch so schnell als möglich einen B-Posten zuteilen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_26">Trotzdem meiner Meinung nach <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> durch diese Personalwunsch-Erfül<lb break="no"/>lung und vor allem mal aber auch, da es bei der Obersten Bergbehörde<lb break="no"/>trennung ja nur um die Frage geht, den 9er Posten für das Ministerium,<lb/>
als für das Ressort zu erhalten, hat dann eine sehr lange Aussprache<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> mit seinen Leuten zu keinem positivem Ergebnis geführt. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs><lb/>
erklärte sich außerstande, jetzt am Samstag zuzustimmen, die Ausschrei<lb break="no"/>bungsbedingungen, die auch nach seinem Wunsch abgeändert wurden und<lb/>
worüber dann einvernehmliche Auffassung bestand, noch in die Wiener<lb/>
Zeitung kommen, damit sie am Sonntag, dem 28., verlautbart sind. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs><lb/>
hat sich ausgebeten, daß Montag noch einmal eine Besprechung zwischen<lb/>
ihm, seiner Personalvertretung, dann auch mit der anderen Fraktion und<lb/>
letzten Endes wahrscheinlich auch mit mir noch erfolgen kann. Da nur<lb/>
durch seine Zustimmung der Terminplan eingehalten werden kann, werde ich<lb/>
auch diesen Vorschlag akzeptieren müssen. Bis Montag Nachmittag einigten<lb/>
wir uns, soll dann die endgültige Entscheidung fallen. Wenn am 29. No<lb break="no"/>vember dies in die Wr. Zeitung kommt, kann dann noch allerdings fast mit<lb/>
Sicherheit erst mit Jahresende dann im letzten Moment die Bestellung des<lb/>
Sektionsleiters für die Oberste Bergbehörde erfolgen. Mir unerklärlich<lb/>
ist, daß die Personalvertretung angeblich sehr leichtfertig auf den 9er<lb/>
Posten verzichtet. Ich kann mir nicht vorstellen, daß <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> nicht im<lb/>
Stande ist, seine Leute davon zu überzeugen, daß ein verloren gegangener<lb/>
9er Posten kaum mehr rückzugewinnen ist. Wie Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> ihm mit<lb break="no"/>teilte, sind im BKA auf diesem Personalreserveposten 12 Anwärter gemel<lb break="no"/>det. Da jedes Ministerium wesentlich mehr Sektionen als Sektionschef<lb break="no"/>posten hat, nur bei uns im HGI war es anders, wäre es in meinen Augen<lb/>
unverantwortlich, diesen 9er Posten durch diese hinhaltende Ausschrei<lb break="no"/>bungspolitik zu gefährden. Ich habe dies auch mit aller Deutlichkeit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> insbesondere auch bei unserem 4-Augen-Gespräch auseinanderge<lb break="no"/>setzt. Die Argumentation <rs type="person" ref="#per__112989">Herolds</rs>, den 9er Posten interessiert nur den,<lb/>
der den 9er Posten bekommt, ist meiner Meinung nach falsch. Auch in<lb/>
Zukunft rechnet sich jeder Beamte aus, daß wenn dies oft in einem Jahr<lb break="no"/>zehnt erst der Fall ist, der alte Sekt.Chef dann wieder geht, ein neuer<lb/>
kommt und damit andere nachrücken können. Überraschend viel Verständnis<lb/>
habe ich für dieses Problem bei der soz. Fraktion der Personalvertretung<lb/>
gefunden. Ich hoffe, daß es uns gelingen wird, am Montag doch noch zu<lb/>
einem positiven Ergebnis zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-26_27">Beim philharmonischen Konzert, das ich ja leider nur wirklich jetzt<lb/>
gelegentlich besuchen kann, trifft man immer eine Anzahl von Botschaftern,<lb/>
aber auch Handelsdelegierten. Diesmal hatte ich eine interessante Aus<lb break="no"/><pb n="67-1396" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-26_1982-11-28_1396.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sprache, ich glaube, mit dem uruguayischen Handelsdelegierten. Er erzähl<lb break="no"/>te mir über die Schwierigkeit mancher südamerikanischer Staaten durch<lb/>
die währungspolitische Situation in Argentinien, aber auch in Brasilien<lb/>
bedingt wurde in der letzten Zeit Uruguay, das noch die liberalste Wirt<lb break="no"/>schaft hat und auch in ihrer Geld- und Währungspolitik bis jetzt noch<lb/>
keine Restriktionen verfügt hat, leidet sehr unter den Dollarabfluß<lb/>
durch Private, die nach Uruguay kommen, um sozusagen Dollar in größeren<lb/>
Maße zu kaufen. Der Dollarabfluß soll exorbitant gewesen sein, Südame<lb break="no"/>rika wird jetzt durch diese Währungssituation schwer erschüttert. Die<lb/>
Vereinigten Staaten werden sich daher auch etwas einfallen lassen müssen,<lb/>
um dieses Problem gemeinsam mit den Südamerikanern zu lösen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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