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            <title type="main">Mittwoch, der 17. November 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_01">Mittwoch, 17. November 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_02">Der Chefredakteur <rs type="person" ref="#per__1138322">Horschitz</rs> vom Wirtschafts-Kurier in München hat<lb/>
in seinem Interview sich auf wenige spezifische Fragen zwischen<lb/>
Bayern und Österreich beschränkt. Am meisten interessierte er sich<lb/>
für die Stellungnahme Österreichs zum Rhein-Main-Donau-Kanal, er meinte,<lb/>
man könnte sogar mit finanzieller Unterstützung Österreichs einen<lb/>
bayrisch-österreichischen Vertrag zur Beendigung des Kanals schlie<lb break="no"/>ßen. In diesem Fall erwähnte er vom wirtschaftlichen Standpunkt aus<lb/>
gesehen die uralte Idee einer Donauföderation, ich ersuchte ihn dies,<lb/>
da ich sofort negativ auf solche Ideen, wenn auch sehr höflich, rea<lb break="no"/>gierte, nicht zu publizieren, weil er dadurch der Idee des Kanals<lb/>
und dessen Verwirklichung nur schaden könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_03">Der bulgarische Botschafter <rs type="person" ref="#per__113027">Georgiew</rs> ersuchte mich als Vorsitzender<lb/>
der bulgarisch-österreichischen Gemischten Kommission um Interven<lb break="no"/>tion beim Verkehrsministerium, damit die Vereinbarung von Balkan Air<lb/>
mit der AUA über Chartertarife von Österreich nach Bulgarien von<lb/>
1.950 auf 2.000 S erhöht werden könnte. Ich erklärte sofort, ich werde<lb/>
mit der AUA darüber sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_04">Dir. <rs type="person" ref="#per__139706">Papousek</rs> und sein Frachtfachmann <rs type="person" ref="#per__128916">Kotrba</rs> erklärten mir dann, daß<lb/>
die übergebene Note die Situation falsch darstellt. Balkan Air und<lb/>
AUA hatten sich bereits geeinigt. Jetzt wollen sie noch einmal eine<lb/>
weitere Verbesserung ihrer Position durch eine falsche Intervention<lb/>
erreichen. Ich habe abends dann dem bulgarischen Botschafter von<lb/>
dieser Einigung Mitteilung gemacht und ersucht, er sollte sich direkt<lb/>
mit den beiden Herren der AUA zusammensetzen, was dann auch geschehen<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Das Ergebnis der Aussprache nach Erhalt des<lb/>
Berichtes der AUA dem Verkehrsministerium mit dem Memorandum über<lb break="no"/>mitteln.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_06">Bei der Ankunft des tschechischen Staatspräsidenten Dr. <rs type="person" ref="#per__127063">Husak</rs> waren<lb/>
ungewöhnlich starke Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen. Etliche Organisa<lb break="no"/>tionen hatten Protestkundgebungen beabsichtigt, manche auch dann<lb/>
tatsächlich durchgeführt. Die Zeitungen berichteten über diesen Besuch<lb/>
bis jetzt einigermaßen erträglich, der Kurier mit einem Interview<lb/>
eines Dissidenten, der <rs type="person" ref="#per__127063">Husak</rs> als Galionsfigur bezeichnete. Niemand<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__1137846">Andropow</rs>, der angeblich <add>[wie?]</add> <rs type="person" ref="#per__114115">Kadar</rs> in Ungarn ebenfalls eine liberalere<lb/>
Politik macht, auch in der CSSR gegenüber dem härteren Zentralsekre<lb break="no"/>tär <rs type="person" ref="#per__131771">Bilak</rs>, den Staatspräsidenten <rs type="person" ref="#per__127063">Husak</rs> mehr beschützen will. Wir<lb/>
können an einem liberaleren Kurs nur interessiert sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_07">Mit dem mitreisenden Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> und seinem SC <rs type="person" ref="#per__1138323">Keller</rs><lb/>
hatte ich dann in ihrer Residenz im Imperial ein Arbeitsessen, dort<lb/>
konnte ich aufgrund der von mir ihm übergebenen österreichischen<lb/>
Schwerpunktliste insbesondere auf die Crackanlage, Anbotswert ca.<lb/>
2 Mrd. S, der VÖEST-Alpine verweisen. Ich habe erklärt, daß man in<lb/>
Österreich stets bei so großen Staatsbesuchen erwartet, daß auch ein<lb/>
großes Projekt sehr konkret besprochen und womöglich gleich abgeschlos<lb break="no"/>sen wird. Dies war z.B. beim letzten Besuch des <choice><choice><sic>deutschen Staatsprä<lb break="no"/>sidenten</sic><corr>DDR-Staats- und Parteichefs</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__114104">Honecker</rs> ebenfalls der Fall. Hier haben angeblich im Flug<lb break="no"/>zeug nach Wien der im Politbüro zuständige Dr. <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs> mit <rs type="person" ref="#per__114104">Honecker</rs><lb/>
endgültig ihre Zustimmung gegeben, um eben einem solchen Staatsbesuch<lb/>
die notwendige wirtschaftliche Unterstützung zu geben. <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> meinte,<lb/>
die übrigen 5 Offerenten seien mehr oder minder schon ausgeschieden,<lb/>
der Preis von 3,2 Mrd. Tschechenkronen aber sei noch zu hoch, es<lb/>
müßte ein Preis unter 3 Mrd. vereinbart werden. Gleichzeitig erwartet<lb/>
er eine Reziprozität, wir würden sagen, eine Kooperation zwischen <add>[der]</add><lb/>
VÖEST-Alpine und CSSR-Betrieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_08">Ich habe über diesen Punkt dann sofort mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> gesprochen, der<lb/>
ein eigenes Memorandum für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verfaßt hat, daß ich dieses<lb/>
Memorandum <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> übergeben sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_09">Der weitere wichtige Punkt war die Reduzierung der Schnittholzimporte<lb/>
nach Österreich. <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> erklärte zwar, er könne die österreichische<lb/>
Argumentation, daß damit der österreichische Markt gestört wird, bei<lb/>
nur 6 % Anteil nicht akzeptieren. Für mich war aber entscheidend, daß<lb/>
er letzten Endes dann zustimmte, für das Jahr 82 maximal 400.000 Fest<lb break="no"/>meter, die bereits alle geschlossen sind, zu liefern, die Detailauf<lb break="no"/>stellung wird er mir noch zukommen lassen, für 83 ist er bereit eine<lb/>
operative Senkung nach Bedürfnis der Länder vorzunehmen. Ein Selbstbe<lb break="no"/>schränkungsabkommen lehnte er allerdings aus für mich verständlichen<lb/>
Gründen ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_10">Zu den einzelnen Punkten unserer Wunschliste wird er noch im Laufe<lb/>
des Aufenthaltes nach telefonischer Rücksprache mit Prag konkret<lb/>
Stellung nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_11">Gleichzeitig überreichte er mir jetzt eine Schwerpunktliste der<lb/>
tschechoslowakischen Wünsche, die Tschechen haben also meine jahr<lb break="no"/>zehntelang geübte Methode jetzt übernommen. Ich habe sofort die<lb/>
Handelskammer und alle beteiligten Firmen davon verständigt und zu<lb/>
meiner Freude noch bis spät abends dann die notwendigen Informationen<lb/>
entweder über Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs>, unserem österreichischen Handelsdelegierten<lb/>
in Prag, <rs type="person" ref="#per__132704">Winkler</rs>, und <rs type="person" ref="#per__130206">Marboe</rs> erhalten. Auch <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> ist es geglückt<lb/>
mit Firmen Kontakte aufzunehmen und auch Informationen zu bekommen.<lb/>
Die zuständige Sektion ist nämlich durch Kur und Krankheit der betref<lb break="no"/>fenden Referentinnen und Referenten ausgefallen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_12">Beim Abendessen hat Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> mir und Landwirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mitgeteilt, Außenminister <rs type="person" ref="#per__134235">Chnoupek</rs> hätte ihm erklärt, die Tscheche<lb/>
würden mehr als die 70.000 to Mais und 100.000 to Weizen noch kaufen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mußte ihm bestätigen, daß er keine offenen Mengen mehr hat,<lb/>
was ich die ganze Zeit schon vermutete und daher ein solches Angebot<lb/>
erst gar nicht stellte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_13">Die Schwerpunktliste der Tschechen habe ich dann abends mit Außenhan<lb break="no"/>delsminister <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> nur andeutungsweise besprochen, Bundespräsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> beabsichtigt nämlich am nächsten Tag eine eigene Ar<lb break="no"/>beitsgruppe für Wirtschaftsfragen einzusetzen. Ich berichtete <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> nämlich über die bisherigen Arbeitsgespräche, <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
war damit sehr zufrieden, meinte aber, er bräuchte diese Wirtschafts<lb break="no"/>kommission, damit auch eine zweite Kommission für humanitäre Fragen<lb/>
gebildet werden kann. Mit dieser eher ungewöhnlichen Vorgangsweise<lb/>
will er bei den Tschechen mehr als vielleicht sonst üblich erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_14">Dir. <rs type="person" ref="#per__116035">Brandtner</rs>, Fa. Grundig, hat nach Rücksprache mit <rs type="person" ref="#per__126281">Max Grundig</rs> vor<lb break="no"/>geschlagen, man soll für eine geringere Anzahl von Farbfernsehröhren,<lb/>
die sie aus Japan importieren müssen, den vorgesehenen Zoll von 15<lb/>
% auf 5 % senken. Ich habe sofort versprochen mit dem Philips-GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> darüber Verhandlungen aufzunehmen. <rs type="person" ref="#per__116035">Brandtner</rs> glaubt nicht, daß<lb/>
es gelingen wird zu einem Kompromiß zu kommen. Im bayrischen Fern<lb break="no"/>sehen hat er gehört, daß die Fa. Grundig mit der französischen Firma<lb/>
Thomson-Brandt eine große Kooperation bei der sogenannten Braunware<lb/>
beabsichtigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_15">ANMERKUNG AN <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wissen wir davon?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_16">Die Kunstemailschalenproduktionsfirma ARTA hat im 2. Bez. eine Pro<lb break="no"/>duktionsstätte, auf einer anderen Adresse wieder ein kleines Büro,<lb/>
<pb n="67-1344" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-17_1344.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>alles nur mit Hilfe von Hausbesorgern zu finden. Trotzdem habe ich<lb/>
gerne das Staatswappen auch bei den paar Beschäftigten persönlich<lb/>
dem Besitzer überreicht, da ich diese Emailwerkstätte selbst gerne<lb/>
anschauen wollte. Überrascht war ich, als ich ein sehr lustig ge<lb break="no"/>maltes Karikaturteller von mir über Wanderbares Österreich neben<lb/>
einer emaillierten Rauchergarnitur bekommen habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_17">Bei der Außenhandelstagung Westeuropa wurde von allen Handelsdele<lb break="no"/>gierten festgestellt, daß die Exportbemühungen dort jetzt auf frucht<lb break="no"/>baren Boden stoßen und bei oft gleichbleibenden Importen unsere Ex<lb break="no"/>porte wesentlich erhöht werden können. Wir sind allerdings bei fast<lb/>
allen westeuropäischen Staaten passiv. Eine besonders lange Diskussion<lb/>
nahmen die jetzt von der französischen Regierung erlassenen nichttarifa<lb break="no"/>rischen Hemmnisse wie nur Verwendung der französischen Sprache,<lb/>
Einschränkung für die Zollabfertigung auf Spezialzollämter, mitten<lb/>
in Frankreich gelegen, für Videorecorder z.B. Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs> und<lb/>
Handelsdelegierter <rs type="person" ref="#per__127903">Lukas</rs> werden mit dem Handelsministerium unverzüglich<lb/>
jetzt alle einzelnen Maßnahmen und unsere Gegenmaßnahmen besprechen,<lb/>
die sie mir dann vorschlagen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_18">Der Vorstand und auch die Betriebsratsobleute von Gräf &amp; Stift<lb/>
sprachen bei mir vor, um mir mitzuteilen, daß die Fa. MAN, die bis jetzt<lb/>
bis 600 LKW im Jahr in Österreich, allerdings unter Zulieferung von<lb/>
ihren eigenen Bestandteilen und teilweise durch Produktion öster<lb break="no"/>reichischer Bestandteile, diese LKW hier zusammenbauen ließ, nächstes<lb/>
Jahr keinen LKW nach Österreich in Auftrag geben kann. In München<lb/>
stehen 300 LKW noch immer im Hof auf Lager. In Deutschland, aber auch<lb/>
in Österreich, ja sogar weltweit haben jetzt die Volvo und Scania durch<lb/>
die 16 %-ige Abwertung der Schwedenkrone einen ungeheuren Verkaufs<lb break="no"/>vorteil. Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> hat ihnen zugesagt, er könnte<lb/>
entsprechende LKW für das Bundesheer kurzfristig kaufen, wenn der Finanz<lb break="no"/>minister die zusätzlichen Budgetmittel dafür bereitstellen kann.<lb/>
Gräf &amp; Stift müßte ansonsten von den 1000 Beschäftigten 1/4 abbauen.<lb/>
Ich erklärte mich zu jeder Unterstützung der Firma bereit, wir einigten<lb/>
uns sofort darauf, daß ich die notwendigen Unterlagen auch für ein<lb/>
militärisches Fahrzeug bei meiner Reise nach Saudi-Arabien und den<lb/>
Golfstaaten für Gräf &amp; Stift mitnehmen und dort verteilen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_19">Erfreulich bei dieser Aussprache war nur, daß GD <rs type="person" ref="#per__113108">Daimer</rs> mitteilte,<lb/>
sie hätten sich jetzt mit SDP über den gemeinsam geplanten österreichi<lb break="no"/>schen Postautobus geeinigt. Wäre eine solche Einigung nicht zustande<lb/>
gekommen, hätte ich GD <rs type="person" ref="#per__121800">Übleis</rs> vorgeschlagen gegebenenfalls die not<lb break="no"/><pb n="67-1345" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-17_1345.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wendigen Busse bei wesentlich geringeren Preisen zu importieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> <add>erl. <rs type="person" ref="#per__125291">Ma.</rs></add>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__121800">Übleis</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_21">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs>, Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> und sein Österreichreferent<lb/>
<rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs> besuchten mich, um die im <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-<rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs>-Abkommen vorgesehenen<lb/>
Abschlüsse auch mir neuerdings zu bestätigen. Zusätzliche Konsumgüter<lb/>
wie 3 1/2 Mio. Mark Pralinen, wie die Deutschen sagen, 5.000 hl<lb/>
Flaschenweine wurden von ihm besonders erwähnt, überrascht war ich<lb/>
zu hören, daß sie noch um weitere 3 Mio. Mark Süßwaren kaufen würden,<lb/>
wenn die österreichische Industrie und insbesondere die Österreichische<lb/>
Kontrollbank dies finanzieren würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_22">Der Grund seiner Intervention bei mir war aber primär, daß, wie mir<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> vorher schon mitteilte, die ersten 400.000 to Öl mit einem<lb/>
Zahlungsziel von 270 Tagen von der DDR-Seite akzeptiert würden, <choice><choice><sic>die</sic><corr>bei den</corr></choice></choice><lb/>
zweiten 400.000 für das nächste erste Halbjahr muß <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> aber auf<lb/>
die vereinbarten 360 Tage Ziel bestehen. Ich erklärte ihm, daß ich<lb/>
bereit bin mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> zu versuchen einen Ausweg zu finden. Die<lb/>
Widerstände aber gegen diese Ölkreditierung in Österreich werden immer<lb/>
stärker, ich konnte ihn auf die diesbezüglichen Artikel in der<lb/>
Kronen-Zeitung und im Profil verweisen. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> sagte, vor einem Jahr war<lb/>
die Finanzsituation in der DDR viel schlechter, jetzt haben sie die<lb/>
Importe gebremst, kriegen mehr Einnahmen aus den deutsch-deutschen<lb/>
Verkehr und sind pünktliche Zahler.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-17_23">Dieses Problem habe ich dann abends beim Empfang des Bundespräsidenten<lb/>
mit dem Präs. der OeNB, <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>, besprochen, ohne über Details mit ihm<lb/>
zu reden. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> erklärte rundweg, die Nationalbank kann einer Erhöhung<lb/>
des Kreditrahmens, ja überhaupt einer weiteren Abwicklung der Ge<lb break="no"/>schäfte wie bis jetzt nicht zustimmen. Da ich ihn immer wieder fragen<lb/>
welchen Ausweg er dann hatn und er immer nur meinte, dann könne man<lb/>
die VÖEST-Produkte gleich in die Donau werfen, das sei genau das<lb/>
selbe Ergebnis, gerieten wir, obwohl wir alte Studienkollegen sind,<lb/>
hart aneinander. Niemand kann nämlich aus dieser verzwickten Finanz<lb break="no"/>situation nicht nur der Oststaaten, sondern auch der Entwicklungslän<lb break="no"/>der und jetzt sogar auch insbesondere von Südamerika von der Banker<lb break="no"/>seite anderes vorschlagen, als daß man eben dieses ganze Problem vor<lb/>
sich herschiebt. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> ist derzeit bei den Verhandlungen mit der Um<lb break="no"/>schuldung von Jugoslawien besonders beschäftigt und meint, dort wird<lb/>
es jetzt zum Krach kommen. Amerikaner werden keinerlei Unterstützung<lb/>
geben und es werden damit wie ein Dominospiel alle anderen Oststaaten<lb/>
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innerhalb von 2 Monaten, auf alle Fälle vor der nächsten Nationalrats<lb break="no"/>wahl, wird uns das Ganze auf den Kopf fallen. Ich teile diese Meinung<lb/>
nicht und erklärte, wir werden ja sehen, wie es jetzt weitergeht. Eine<lb/>
so harte Auseinandersetzung habe ich mit noch keinem Banker bis jetzt<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 17.11.1982</head>
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               <occupation>Dir. ÖAF-Gräf &amp; Stift AG</occupation>
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               <persName type="label">Kádár, János</persName>
               <persName><surname>Kádár</surname><forename>János</forename></persName>
               <occupation>ung. Parteichef</occupation>
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               <persName type="label">Apfalter, Heribert</persName>
               <persName><surname>Apfalter</surname><forename>Heribert</forename></persName>
               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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               <persName type="label">Schramm, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Schramm</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>DDR-Botschafter</occupation>
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               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <persName type="label">Reh, Klaus</persName>
               <persName><surname>Reh</surname><forename>Klaus</forename></persName>
               <occupation>Mitarbeiter DDR-Minister Beil; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Papousek, Hubert</persName>
               <persName><surname>Papousek</surname><forename>Hubert</forename></persName>
               <occupation>AUA-Vorstand</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
               <persName><surname>Haiden</surname><forename>Günter</forename></persName>
               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Martin, A</persName>
               <persName><surname>Martin</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Urban, Bohumil</persName>
               <persName><surname>Urban</surname><forename>Bohumil</forename></persName>
               <occupation>CSSR-Außenhandelsmin.</occupation>
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               <persName type="label">Winkler, F</persName>
               <persName><surname>Winkler</surname><forename>F</forename></persName>
               <occupation>öst. Handelsdelegierter CSSR</occupation>
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               <persName type="label">Georgiew, Stojan</persName>
               <persName><surname>Georgiew</surname><forename>Stojan</forename></persName>
               <occupation>bulg. Botschafter</occupation>
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               <persName type="label">Marboe, Philipp</persName>
               <persName><surname>Marboe</surname><forename>Philipp</forename></persName>
               <occupation>HK</occupation>
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               <persName type="label">Übleis, Heinrich</persName>
               <persName><surname>Übleis</surname><forename>Heinrich</forename></persName>
               <occupation>GD Post</occupation>
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               <persName type="label">Kotrba, Franz</persName>
               <persName><surname>Kotrba</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Manager AUA, Vorstand Verkehrsbüro; evtl.
                  Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Rösch, Otto</persName>
               <persName><surname>Rösch</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <persName type="label">Beil, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Beil</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>DDR-Außenhandelssts./-min.</occupation>
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               <persName type="label">Koren, Stephan</persName>
               <persName><surname>Koren</surname><forename>Stephan</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister, ÖVP-NR-Abg., OeNB-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Lap, Bernhard M.</persName>
               <persName><surname>Lap</surname><forename>Bernhard M.</forename></persName>
               <occupation>GD Philips Österreich</occupation>
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               <persName type="label">Grundig, Max</persName>
               <persName><surname>Grundig</surname><forename>Max</forename></persName>
               <occupation>Gründer Grundig AG</occupation>
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               <persName type="label">Husák, Gustáv</persName>
               <persName><surname>Husák</surname><forename>Gustáv</forename></persName>
               <occupation>CSSR-Staatspräs.</occupation>
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               <persName type="label">Lukas, Klaus</persName>
               <persName><surname>Lukas</surname><forename>Klaus</forename></persName>
               <occupation>ÖFVW, öst. Handelsdelegierter Paris</occupation>
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               <persName type="label">Gleißner, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Gleißner</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>Leiter Abt. Handelspol./Außenhandel BWK</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Brandtner, Erwin</persName>
               <persName><surname>Brandtner</surname><forename>Erwin</forename></persName>
               <occupation>GD Wiener Werk Grundig</occupation>
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               <persName><surname>Chnoupek</surname><forename>Bohuslav</forename></persName>
               <occupation>CSSR-Außenmin.</occupation>
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               <persName type="label">Bilak, Vasil</persName>
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               <occupation>tschechischer Politiker</occupation>
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               <persName type="label">Mittag, Günter</persName>
               <persName><surname>Mittag</surname><forename>Günter</forename></persName>
               <occupation>Sekr. d. ZK d. DDR f. Wirtsch.</occupation>
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               <persName type="label">Honecker, Erich</persName>
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               <occupation>1. Sekr. d. ZK d. DDR</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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