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            <title type="main">Dienstag, der 16. November 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band67_1982-11-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_01">Dienstag, 16. November 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_02">Zum Tag des Apfels, wo mir so wie immer ein Apfelkorb überreicht wurde,<lb/>
diskutierte ich mit den Landwirtschaftsleuten die Importsituation. Im<lb/>
Jahre 81 wurden 476.000 to 3,6 Mrd. S Obst geerntet, um 100.000 to mehr<lb/>
als im Vorjahr. Wenn man das Gemüse dazurechnet, waren es sogar 6,2<lb/>
Mrd. Heuer gibt es eine noch wesentlich bessere Obsternte, und zwar<lb/>
in ganz Europa. Die Bauern fürchten einen furchtbaren Druck von Import<lb break="no"/>ware. Derzeit haben sie 70.000 to Äpfel auf Lager, die bis Sommer<lb/>
nächsten Jahres verkauft werden müssen. Ihr Vorschlag lautet daher,<lb/>
man sollte die Mehrwertsteuer von 8 auf 18 % für Zitrusfrüchte und Ba<lb break="no"/>nanen erhöhen. Dadurch würden nach ihrem Vorschlag die zweckgebundenen<lb/>
Mehreinnahmen für den Obstbau zur Verfügung stehen. Sollte das Finanz<lb break="no"/>ministerium, was mit Sicherheit anzunehmen ist, die Zweckbindung ableh<lb break="no"/>nen, so wären sie schon froh, wenn überhaupt diese Mehrwertsteuererhö<lb break="no"/>hung käme, damit die Südfrüchte entsprechend verteuert werden und da<lb break="no"/>durch ein geringerer Konkurrenzdruck auf den Apfelpreis erfolgt. An<lb break="no"/>geblich ist die Konsumentenseite bereit ähnlich wie bei der Erhöhung<lb/>
für die Mehrwertsteuer für Speiseöl und Margarine mit sich reden zu<lb/>
lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Tabelle inländische Produktion, Import<lb break="no"/>mengen und wertmäßig für nächstes Jour fixe AK zusammenstellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_04">Die Rheinische Post Düsseldorf, Red. <rs type="person" ref="#per__1138324">Sobotta</rs>, der angeblich schon etliche<lb/>
Male mit mir ein Interview gemacht hat, konnte leicht befriedigt wer<lb break="no"/>den, indem die einzelnen Punkte konkret beantwortete und <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> dann<lb/>
die Ziffern für ihn zusammenstellen ließ.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Das nächste Mal zum Interview gleich Dr. <rs type="person" ref="#per__1137517">Kiefer</rs><lb/>
mitnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_06">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> von seiner Besprechungs<lb break="no"/>liste zuerst runtergelesen, daß sich die Schiffswerft Korneuburg, <rs type="person" ref="#per__1137662">Wild</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__114552">Hager</rs>, bei ihm beschwerten, daß <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> Pionierboote in Deutschland<lb/>
bezogen hat. Die beiden Direktoren haben zwar zugegeben, daß sie<lb/>
um 400.000 S teurere Schiffe produzieren, aber sie seien überhaupt nicht<lb/>
gefragt worden, ob sie diese Pionierboote liefern könnten und zu wel<lb break="no"/>chem Preis. Da <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> im Parlament war, habe ich mich sofort zu Wort<lb/>
<pb n="67-1332" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-16_1332.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gemeldet und erklärt, dies kann nicht stimmen, denn mit <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> habe ich<lb/>
in der Frage, daß österreichische Firmen zu Lieferungen herangezogen<lb/>
werden, oft gegen den Gesetzesauftrag von Ausschreibungen und Zuschlägen<lb/>
Vereinbarungen getroffen, die einmal der Rechnungshof hart kritisieren<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte von seinem Sekretariat sofort die konkre<lb break="no"/>ten Unterlagen anfordern und dann mit der Schiffswerft Korneuburg ver<lb break="no"/>binden. <add>[Häkchen] <rs type="person" ref="#per__125291">Ma.</rs></add></p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_08">Gewerbliche Betriebe haben sich bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beschwert, daß die Arbeits<lb break="no"/>ämter keine richtiggehende Vermittlung durchführen. Sie würden oft<lb/>
Facharbeiter und andere Arbeiter brauchen und bekommen keine. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs><lb/>
war leider auch nicht anwesend und auch hier kann ich mir nicht vor<lb break="no"/>stellen, daß diese Beschwerde zu Recht besteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit Büro des Sozialministers besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_10">Der österreichische Gewerbeverein hat zur Verleihung der Exnermedaille<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersucht, er sollte doch unbedingt wahrscheinlich doch selbst<lb/>
kommen oder den Handelsminister schicken. Ich erklärte sofort, am<lb/>
2. Dezember ist Budget im Parlament, wenn die Abstimmung es ermöglicht,<lb/>
bin ich gerne bereit so wie alle Jahre die Verleihung vorzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Termin eintragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_12">Über die arbeitslosen Akademiker wollte er mit <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> sprechen, doch<lb/>
dieser war wieder im Parlament im Unterausschuß über das Vergabegesetz.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_13">Freitag wird <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> Steyr besuchen, dort wird er über die Haltung des<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs>, der sich beharrlich weigert, für die BMW-Investition<lb/>
einen Teil mitzufinanzieren, angreifen. Bis zu diesem Zeitpunkt soll<lb/>
alles noch vertraulich behandelt werden, dann aber erwartet er, daß<lb/>
auch andere Minister bei ihren Ansprachen auf dieses Problem zu spre<lb break="no"/>chen kommen. BMW wäre bereit die Beschäftigung von derzeit 1.000 in<lb/>
der Motorproduktion, nicht den Listmotor, der wurde verhaut, auf 1.800<lb/>
Beschäftigte zu erhöhen. 1/3 der Förderung dafür müßten das Land und<lb/>
die Stadt Steyr übernehmen, ca. 200 Mio. S. Die Investitionsförderung<lb/>
würde ca. 20 % betragen, also nicht so viel als bei General Motors, wo<lb/>
es ja 1/3 Jahr und sich in zwei Jahre durch die Mehrsteuereinnahmen<lb/>
amortisieren. BMW hat in Steyr noch große Grundstücke, entweder bauen<lb/>
sie dort Lagerräume, dann gibt es nur 60 Beschäftigte mehr, oder<lb/>
<pb n="67-1333" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-16_1333.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>eben sie baut die Fabrik aus und schafft für 800 Beschäftigte Ar<lb break="no"/>beitsplätze.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_14">Steyr-Daimler-Puch mit den bestbezahlten Direktoren hat hier ver<lb break="no"/>sagt, die innerösterreichische Produktion wird von den Direktoren ver<lb break="no"/>nachlässigt, da sich fast alle immer auf Auslandsreisen befinden.<lb/>
Das erstemal meinte dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, die Frage gehe um den Verkauf von<lb/>
Tanks, bisher hat er immer nur von Kettenfahrzeugen gesprochen, dafür<lb/>
gäbe es keine Exportgarantie, Waffen könne man nur gegen Bargeld lie<lb break="no"/>fern, also cash, und im übrigen nur im Einklang mit dem Gesetz.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_15">Die politische Auseinandersetzung mit <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> muß kommen, denn dieser<lb/>
hat die sturste Haltung zum Unterschied der ÖVP-Landeshauptleute<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs>, <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs>, ja sogar <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs>. Das Land war bereit in das Gmundner<lb/>
Kongreßhaus über 100 Mio. S zu investieren, ohne daß dort <add>[auch]</add> nur eine Infra<lb break="no"/>struktur für dieses Kongreßhaus besteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_16">GM wird jetzt eine Annoncenaufklärungskampagne starten, die dringend<lb/>
notwendig ist, da mit immer stärkerem Anlauf von GM die Bevölkerung<lb/>
und insbesondere die Arbeiter und Angestellten erkennen werden, wie<lb/>
richtig der Entscheid für dieses Großprojekt war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_17">Die Innenpolitik wird sich verschärfen, die Nationalratsdebatte wird<lb/>
sehr hart werden. Die Mittwochbesprechung mit <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> wegen Zustimmung<lb/>
für die Milliardensubvention der Verstaatlichten kann nur zu kleinen<lb/>
Konzessionen an <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_18">Die Meinungsumfrage, wie vertraulich festgestellt wird, ergibt, daß in<lb/>
den letzten 4 Monaten die Sozialisten je einen Punkt gewonnen haben.<lb/>
Die ÖVP stagniert und die Scheinblüte der Freiheitlichen Partei ist<lb/>
verschwunden, der größte Fehler wäre aber jetzt zu glauben, die abso<lb break="no"/>lute Mehrheit ist schon gesichert und es müssen nicht alle Anstren<lb break="no"/>gungen noch unternommen werden, um die Wahl im April nächsten Jahres<lb/>
zu gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_19">In der ÖIAG gibt es 2 sozialistische und zwei ÖVP-Direktoren. Der ganze<lb/>
Streit um die <choice><choice><sic>Verstaatlichung</sic><corr>Verstaatlichte</corr></choice></choice> ist deshalb so schwierig, weil diese<lb/>
nicht beliebt ist. Sozialminister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine Aufstel<lb break="no"/>lung gemacht, daß per capita die privaten Unternehmen mehr Unter<lb break="no"/>stützung bekommen als die verstaatlichten Betriebe, bezogen natürlich<lb/>
auf die Betroffenen im Betrieb. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> wird jetzt eine<lb/>
Aufstellung darüber machen, ich habe ihm sofort versprochen die Bürges<lb break="no"/><pb n="67-1334" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-16_1334.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>leistung und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> die AIK-Kredite zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> sofort die Unterlagen übermitteln. <add>bereits erledigt</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_21">Die amerikanische Politik wendet sich jetzt gegen die ÖVP. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
stellte noch einmal ausdrücklich fest, daß er keinen Vorschlag gemacht<lb/>
hat, um dort von Präs. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> empfangen zu werden. Er hat nur immer<lb/>
festgestellt, daß nur eine echte Aussprache, also ein Arbeitsbesuch in<lb break="no"/>frage kommt und eben nicht nur ein Mittagessen. Die Republikaner werden<lb/>
zu ihrem Parteitag <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> als den Obmann der christlichen Internationale<lb/>
einladen. Jetzt ergibt sich natürlich eine schwierige Lage für die<lb/>
Administration, denn vorher muß eben <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eingeladen werden. Die<lb/>
Berufung von Frau <rs type="person" ref="#per__1138325">von Damm</rs> als österreichische Botschafterin gibt<lb/>
Schwierigkeiten, weil es zu früh in den Zeitungen gestanden ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
erklärt allerdings nicht, wieso die Kronen-Zeitung dies wußte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Was hat unsere Recherche ergeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_23">Die Nahostpolitik wird jetzt für die Amerikaner von größter Bedeutung,<lb/>
beim Abzug der PLO haben sie indirekt garantiert, daß die Palästinenser<lb/>
geschützt werden. Dieser Vertrag wurde durch das Massaker verletzt,<lb/>
für <rs type="person" ref="#per__120658">Arafat</rs> besteht jetzt als Gemäßigter eine ungeheure Belastung.<lb/>
Israel war für das militärisch besetzte Gebiet verantwortlich, die PLO<lb/>
wird jetzt in ihrem Nationalkongreß zu entscheiden haben, wie es wei<lb break="no"/>ter geht, und ob sie die Anerkennung Israels akzeptieren können. Dies<lb/>
ist eine große Zumutung an die PLO, denn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erinnert an unsere<lb/>
Situation nach 34, wo in der Illegalität es auch für uns eine ähnliche<lb/>
Situation gegeben hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dem PLO-Abgesandten erklärt, von<lb/>
der SU haben sie nichts bekommen als schöne Worte. In der Zukunft müssen<lb/>
sie es sich mit den Amerikanern richten, denn von denen können sie<lb/>
etwas bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_24"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann festgestellt, daß Israel ihn sehr wohl für humanitäre<lb/>
Dienste in Anspruch nimmt und dies sogar schriftlich vorliegt. Es gibt<lb/>
Fälle w<add>[ie?]</add> <rs type="person" ref="#per__1138326">Habbib</rs> und <rs type="person" ref="#per__1138327">Ceaucescou</rs> nicht helfen können, aber er.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_25">Der <rs type="person" ref="#per__127063">Husak</rs>-Besuch ist wichtig, doch entscheidet in der CSSR immer mehr<lb/>
das Politbüro. Dort wurde der Einfluß von <choice><choice><sic><rs type="person" ref="#per__75804">Indad</rs></sic><corr>Indra</corr></choice></choice> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> zurückgedrängt,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__131771">Bilak</rs> aber ist im Gegensatz zu <rs type="person" ref="#per__127063">Husak</rs> und <rs type="person" ref="#per__113616">Strougal</rs>. Der Besuch an und<lb/>
für sich wird uns wenig Freude bringen, er hofft, daß er etliche huma<lb break="no"/>nitäre Fälle wird erledigen können, dies bezieht sich nicht nur auf<lb/>
<pb n="67-1335" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-16_1335.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Österreicher, sondern selbst auf tschechische Staatsbürger. Die Dissiden<lb break="no"/>ten müssen aber, das haben die Tschechen schon eindeutig festgestellt,<lb/>
ein Gesuch auf Freilassung stellen, u.a. wurde der sozialdemokratische<lb/>
Dissident <rs type="person" ref="#per__1137444">Patek</rs> eingesperrt, weil er mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen Briefwechsel<lb/>
hatte. Dissidenten weigern sich aber ein solches Gnadengesuch, das<lb/>
auch in Österreich gestellt werden muß, einzureichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_26">In Polen ist eine vollkommen verwirrte Lage, sie haben zeitlich zu<lb break="no"/>fällig zusammenfallend eine Krise in der SU genützt und <rs type="person" ref="#per__134206">Walesa</rs> jetzt<lb/>
ausgelassen. Es dürfte sich um ein ganzes Paket handeln, Papstbesuch,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134206">Walesa</rs> und sonstige Solidaritätsinternierte, das Bischof <rs type="person" ref="#per__1137563">Glemp</rs> ausge<lb break="no"/>handelt hat. Die Geste der polnischen Regierung wird allerdings zu <add>[einem]</add><lb/>
Kampf führen, da es in den Diktaturen keine freien Gewerkschaften ge<lb break="no"/>ben kann. <rs type="person" ref="#per__134206">Walesas</rs> katholische Ratgeber haben nur ein Interesse, daß die<lb/>
Kirche ihre Position halten kann, eine Spannung zwischen Gewerkschaft<lb/>
und Regierung ist einkalkuliert. Die zweiten Ratgeber, die Korgruppe<add>Korpsgruppe?</add><lb/>
<choice><choice><sic>Kuruna Wolczikovsky</sic><corr>?</corr></choice></choice>, haben ein <choice><choice><sic>Prozkistisches</sic><corr>trotzkistisches?</corr></choice></choice> Prinzip, laß die SU nur<lb/>
kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_27">Mit dem Sowjetvertreter <rs type="person" ref="#per__1138328">Poschnikov</rs> hatte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine Aussprache und<lb/>
vor dem Ableben <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs> schon den jetzigen Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__1137846">Andropow</rs> im<lb/>
Juli 82 nach Österreich eingeladen. Dieser hat ein Format für diese<lb/>
Funktion und je weniger Einfluß <rs type="person" ref="#per__108330">Gromyko</rs> hat, umso besser für den Welt<lb break="no"/>frieden. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ergänzte sofort, daß scheinbar noch diskutiert wird,<lb/>
ob <rs type="person" ref="#per__108330">Gromyko</rs> das Staatsoberhaupt wird. Die Reihenfolge ist eindeutig<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137846">Andropow</rs>, <rs type="person" ref="#per__127768">Tichonow</rs>, <rs type="person" ref="#per__108330">Gromyko</rs>, <rs type="person" ref="#per__1138329">Grischin</rs>, <rs type="person" ref="#per__1137846">Andropow</rs> ist wesentlich älter<lb/>
und schaut älter aus, als die Bilder in den österreichischen Zeitun<lb break="no"/>gen zeigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_28"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet über die Verhandlungen der Grünen und der Alternativen<lb/>
in Graz. Es wurde im Prinzip eine neue Parteigründung beschlossen,<lb/>
die rechten konnten sich nicht darauf einigen. <rs type="person" ref="#per__130519">Fux</rs> aus Salzburg<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138330">Fronz</rs>, Frau <rs type="person" ref="#per__113082">Schmitz</rs> und <rs type="person" ref="#per__1138331">Drechsler</rs> sind zu verschieden. Die Gefahr be<lb break="no"/>steht, daß die Linken sich eher gefunden haben, diese werden beim<lb/>
Gemeinderat kandidieren. Der Kern der Organisation dieser neuen Linken<lb/>
sind die Grazer. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkte, daß manche dafür arbeiten wie z.B.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs>, der beim intellektuellen Sozialdemokratentreffen meinte,<lb/>
das schönste Rot ist Grün. Die SJ hat jetzt auch eine Broschüre<lb/>
rot-grünes Österreich herausgegeben, die in den Schulen verteilt wird.<lb/>
Man sollte <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs>, der beim Parteitag einen starken Beifall bekommen hat,<lb/>
nicht unterschätzen. Jetzt hat er das erreicht, was er wollte, er ist<lb/>
auf der einen Seite drinnen und andererseits rausgestrichen worden, als<lb/>
<pb n="67-1336" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-16_1336.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>draußen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, er sei immer ein Gegner von jeder Rausstreiche<lb break="no"/>rei.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_29">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> berichtete über die Polenhilfe, die bis März 83<lb/>
fortgesetzt wird. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> ergänzt, er wird sich weiterbemühen, um bei den<lb/>
Hauptaufnahmeländern Polen, die bereits unter 10.000 Flüchtlinge in<lb/>
Österreich jetzt betragen, unterzubringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_30">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> erinnert, daß er und auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen Brief von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123483">Kaiser</rs>, ehem. Botschafter in Österreich, bekommen hat, der über dem<lb/>
Marshallplan möchte, daß der damalige Präsident <rs type="person" ref="#per__127590">Truman</rs> entsprechend ge<lb break="no"/>ehrt wird. Erwogen wird ein Trumanplatz in Wien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_31"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> hatte das Arbeitsruhegesetz im Parlament, Ausnahmen davon<lb/>
werden für die Bahn, Post und DDSG gemacht, die AUA fehlt, doch müsse<lb/>
man diese auch aufnehmen, ansonsten besteht die Gefahr einer Klage beim<lb/>
Verfassungsgerichtshof.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_32">Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> berichtet, daß er jetzt mit den Ländern<lb/>
sich über den Krankenanstaltszusammenarbeitsfonds geeinigt hat, der<lb/>
in Punkt 18 heute beschlossen werden soll. Die Länder haben nun im<lb/>
letzten Moment erklärt, daß sie entsprechende Abänderungen wünschen, die<lb/>
insbesondere <del>den</del> zusätzliche<del>n</del> Mittel und <del>dem</del> Wasserwirtschaftsfonds<lb break="no"/>aufteilungsschlüssel bedeuten. Wenn diese Änderung nicht akzeptiert<lb/>
wird, könnte bis zum 30.11. das Gesetz nicht dem Parlament zugewiesen<lb/>
werden und daher nicht im Nationalrat bis Jahresende beschlossen wer<lb break="no"/>den und das wäre für <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> eine furchtbare Blamage. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> meldet<lb/>
sich und meint, der Änderung der Förderungsrichtlinien, sie sollen, die<lb/>
Zuschüsse, von 50 bis 70 % um jeweils 10 % erhöht werden, könne er<lb/>
generell nicht zustimmen, ebenso müßte wirklich geprüft werden, ob<lb/>
die Wiener Bezirke jeweils als eigene Gemeinden beim Wasserwirtschafts<lb break="no"/>fonds behandelt werden. Die Länder wünschen außerdem, daß Landes- und<lb/>
Gemeindeanteile, 83 13 Mio. S, aber 86 dann schon 151 Mio. S, sozusagen<lb/>
bei der Rückzahlung wieder den Länder zufließen. Der Wasserwirtschafts<lb break="no"/>fonds <add>[sei]</add> durch das Marchfeldkanalprojekt und auch Papierfabrik Pöls stark<lb/>
belastet, er müsse also über diese Punkte noch konkrete Verhandlungen<lb/>
mit den Ländern führen und vorerst prüfen, welche Auswirkungen diese<lb/>
Vorschläge haben. Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meint, die Länder könnten nicht<lb/>
solche Ultimaten stellen. Er hat diese Probleme bei der Finanzlandes<lb break="no"/>referententagung bereits releviert und seit der Zeit nichts mehr gehört.<lb/>
Das Verlangen der Länder, sie stimmen einem Klageverzicht zu, wenn aber<lb/>
sich jemand sich nicht daran hält, z.B. ist die Gefahr bei Ordensspitä<lb break="no"/>lern, und die gewinnen dann, dann müssen aufgrund einer Meistbegünsti<lb break="no"/><pb n="67-1337" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-16_1337.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gungsklausel alle anderen Länder die selben Rechte wieder haben, d.h.<lb/>
klagen können, d.h. das ganze Projekt stürzt in sich zusammen. Die<lb/>
Gefahr, daß die Orden sich dagegen wehren, besteht, denn die Bischofs<lb break="no"/>konferenz, die, falls sie zustimmt, nicht für die Orden sprechen kann,<lb/>
kann keine Garantie übernehmen. Dadurch könnte dann wieder für den<lb/>
Bund eine Belastung von 1 1/2 Mrd. S zusätzlich entstehen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
schlägt vor, man sollte den Landeshauptleuten mitteilen, daß die Pro<lb break="no"/>bleme weiter verhandelt werden, Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> und LH <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> sind<lb/>
dafür vorgesehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_33">In der Ministerratssitzung werden dann die Einwände von <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und <rs type="person" ref="#per__111741">Seka<lb break="no"/>nina</rs> berücksichtigt und im Ministerratsvortrag Punkt 18 entsprechend<lb/>
revidiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_34">Beim mündlichen Bericht erklärt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zum Anschaffungsbericht über<lb/>
Kraftfahrzeuge des Finanzministers, man müsse stärker General Motors,<lb/>
BMW und auch VW berücksichtigen, die uns am meisten entgegenkommen.<lb/>
Hier trifft sich wirklich für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gut, daß das Handelsministerium<lb/>
jetzt auch einen BMW gekauft hat und dadurch den langjährigen Liefe<lb break="no"/>ranten, Peugeot <rs type="person" ref="#per__115009">Walter</rs>, sehr verärgert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bei <rs type="person" ref="#per__115009">Walter</rs> habe ich mich übrigens entschuldigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_36">Nach dem Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mir zuerst allein, dann ist der Fi<lb break="no"/>nanzminister dazugekommen, gefragt, was ich eigentlich gegen <rs type="person" ref="#per__132748">Kaniak</rs><lb/>
von der EVA habe. Ich erklärte, gar nichts, die EVA hat nur stets gegen<lb/>
das Handelsministerium und <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> besonders gegen mich überall agiert<lb/>
und ich habe daher niemals EVA-Vorstandssitzungen, obwohl ich dort<lb/>
durch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Einsetzen Vizepräsident bin, an Sitzungen teilgenommen,<lb/>
in Zukunft werde ich dies genauso handhaben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verlangte eine<lb/>
Dokumentation, was die EVA alles angeblich wirklich gegen uns, insbeson<lb break="no"/>dere gegen die E-Wirtschaft unternommen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte schnell ausarbeiten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_38"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies dann auf die ÖDK-Rechnungshofsituation. Er war sehr<lb/>
erfreut von mir zu hören, daß das alles schon abgestellt ist, außerdem<lb/>
werden jetzt von GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> die ganzen sogenannten Privilegien im einzel<lb break="no"/>nen noch überprüft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte alles zusammenstellen lassen, außer<lb break="no"/>dem nächstes Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_40">Die SU, meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, würde in Hinkunft die Atomabfälle übernehmen,<lb/>
dafür könnten Komponentenlieferungen durchgeführt werden. Außerdem<lb/>
sollten die Sicherheitssysteme des Westens über Österreich in die<lb/>
sowjetische Atomproduktion, insbesondere auf Drittländer, eingehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat scheinbar mit einem sowjetischen Vertreter, den er mir<lb/>
nicht nennen wollte, diesbezügliche Verhandlungen geführt. Da dieser<lb/>
auf der selben Linie liegt, die ich seit Jahrzehnten in der SU verfolge,<lb/>
bin ich mit dieser Vorgangsweise sehr einverstanden. Ich erklärte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß man mir beim letztenmal gesagt hat, jetzt geht es nicht,<lb/>
man hat große Schwierigkeiten, weil man noch keine eigene Aufberei<lb break="no"/>tungsanlage besitzt. Scheinbar wird jetzt eine neue Aufbereitungsan<lb break="no"/>lage doch gebaut. Ich informierte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber noch, daß es dann immer<lb/>
Schwierigkeiten geben wird, denn die Brennstäbe in Zwentendorf kommen<lb/>
aus Amerika, weshalb die amerikanische Administration dem zustimmen<lb/>
müßte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkte, da müsse man gegebenenfalls halt das Uran<lb/>
aus der SU beziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_41">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_42">Dir. <rs type="person" ref="#per__1138332">Wiesinger</rs> vom Safaripark Gänserndorf möchte diese für den Fremden<lb break="no"/>verkehr interessante Attraktion mit einer Investitionssumme von 150<lb/>
<choice><choice><sic>Mo</sic><corr>Mio.?</corr></choice></choice> S <choice><choice><sic>auf einen</sic><corr>zu einem</corr></choice></choice> Vergnügungspark, wie er auch in Deutschland existiert,<lb/>
ausbauen. Dazu bräuchte er jetzt bis zu 600.000 S, um eine Studie von<lb/>
der Universität Würzburg, Institut für Freizeitgestaltung, oder einer<lb/>
sonstigen Beratungsfirma in Deutschland ausarbeiten zu lassen. Ich<lb/>
habe mich im Prinzip einverstanden erklärt, wenn LH <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs>, der bereits<lb/>
Zusagen gemacht hat, und Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, seine Frau ist mit ihm verwandt,<lb/>
ebenfalls einen entsprechenden Beitrag leisten. <rs type="person" ref="#per__1138332">Wiesinger</rs> hat jetzt<lb/>
eine alte Schmalspurbahn um 2,6 Mio. S gekauft, die er auch in seinem<lb/>
Park aufstellen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_43">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Prüf einmal, ob wir ihm hier auch etwas zuschie<lb break="no"/>ßen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_44">Im Vorjahr waren 300.000 Besucher, heuer stagniert diese Besucherzahl,<lb/>
im nächsten Jahr wird er die Preise unverändert lassen, 95.–– S für<lb/>
Erwachsene, 50 S für Kinder inkl. Delphinschau und sonstige Attraktionen,<lb/>
die es dort noch gibt. Der Umsatz war voriges Jahr 32 Mio. S, 45<lb/>
ständig Beschäftigte, in der Saison sogar 150. <rs type="person" ref="#per__1138332">Wiesinger</rs> wird ein<lb/>
Charterflugzeug für einen Besuch in Deutschlands Freizeitpark im Früh<lb break="no"/>jahr engagieren. Er würde großen Wert darauf legen, daß nicht nur<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> und andere, sondern auch ich mitfahren. Im Prinzip habe ich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_45">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte entsprechenden Wochenendtermin früh hin,<lb/>
abends zurück dann reservieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_46">Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> vom VKI wird jetzt beschuldigt <choice><choice><sic>an</sic><corr>von</corr></choice></choice> dem Konsumentenschutzge<lb break="no"/>setzinitiativantrag des Abg. <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> der Urheber zu sein. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hat es<lb/>
mir gegenüber erklärt, dies trifft nicht zu; da ich ihm 100 %-ig<lb/>
in dieser Beziehung vertraue, habe ich mich bereit erklärt dieses Pro<lb break="no"/>blem dort überall aufzuklären, wo es zur Debatte steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_47">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Vielleicht kannst du uns auch in dieser<lb/>
Beziehung helfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_48">Die Sozialpartner, insbesondere der ÖGB ist über diese Vorgangsweise des<lb/>
Abg. <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs>, übrigens auch die Vertreter des Handelsministeriums, sehr<lb/>
verärgert. Bis jetzt war dies eine reine sozialpartnerschaftliche<lb/>
Lösung, jetzt beginnt ein Abg., ohne mit jemandem darüber zu reden,<lb/>
reinzufuhrwerken. Das Rücktrittsrecht soll von einer Woche auf 2<lb/>
Wochen erhöht werden usw., ohne daß vorher mit den davon Betroffenen,<lb/>
AK und ÖGB, auch nur ein Wort gesprochen wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_49"><rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> befürchtet, daß er jetzt auch finanziell in Schwierigkeiten<lb/>
kommt. Das Handelsministerium hat ihm jetzt 14,2 Mio. S Subvention ge<lb break="no"/>geben, für nächstes Jahr hat er gehofft, die Mitgliedsbeiträge um<lb/>
je 225.000 S erhöhen zu können, dies hätte eine Mehreinnahme des Vereins<lb/>
von 900.000 S gebracht. Da der Vertrag vorsieht, daß das Handelsmi<lb break="no"/>nisterium dies verdoppelt, hätten wir 1,8 Mio. S mehr bezahlen müssen.<lb/>
Der ÖGB weigert sich nun strikt diese Erhöhung zu akzeptieren. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs><lb/>
hofft nun, daß er die Länder stärker an den Verein mit finanziellen<lb/>
Leistungen binden kann. Oberösterreich, Tirol und Burgenland sind<lb/>
bereits Mitglieder, in Vorarlberg ist es jahrelang in Gründung. Ich<lb/>
habe <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> sofort erklärt, daß ihm dies alles nicht gelingen wird,<lb/>
und er mit dem jetzigen Budget trachten muß das Auslangen zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_50">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Was sagt die Obfrau <rs type="person" ref="#per__97843">Preiß</rs> dazu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_51">Der Importeur <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs> ersuchte mich jetzt beim Landwirtschafts<lb break="no"/>minister klarzustellen, welche Getreidemengen zur Verfügung stehen.<lb/>
Die ÖDK hat mitgeteilt, daß sie jetzt vom Kompensationsgeschäft Ge<lb break="no"/>treide gegen Kohle die Kohlenlieferungen abgeschlossen hat. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> war<lb/>
sehr erstaunt dies von mir zu hören. Nach dem Abschluß, 100.000 to<lb/>
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100.000 für die CSSR, alle zu wesentlich besseren Preisen, allerdings<lb/>
steht für Jugoslawien nur dann eine Getreideexportmenge zur Verfügung,<lb/>
wenn nichts nach Polen geliefert wird. Angeblich hat der Finanzminister<lb/>
sich auch schon bereit erklärt, für die Polen einen entsprechenden<lb/>
Kredit zur Verfügung zu stellen. Ich persönlich vertrete die Meinung,<lb/>
daß wir die Getreideexporte nicht nach humanitären Gesichtspunkten,<lb/>
sondern nach der Möglichkeit der Bezahlung für dieses Getreide<lb/>
beurteilen sollten. Jugoslawien hat einen besseren Preis, die Kohle<lb/>
gibt uns die Möglichkeit der Bezahlung als Kompensation, Polen dage<lb break="no"/>gen kann es nur auf Kredit geliefert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_52">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dies sofort mit dem Finanzministerium<lb/>
klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_53">In der so langen SPÖ-Präsidiumssitzung wurden alle Fragen der Akti<lb break="no"/>vitäten auf der Landstraße in Hinkunft auf eine sehr rührige ÖVP<lb/>
besprochen. Die ÖVP, die im Prinzip zwar in der Gemeinde einem U-Bahn-<lb/>
Bau zustimmt, setzt sich ganz systematisch bei der konkreten Durch<lb break="no"/>führung ab und schlägt sich auf Seite der Bürgerinitiative. Es gibt<lb/>
jetzt Unterschriftenlisten mit etlichen tausend Landstraßern, die sich<lb/>
gegen den Bau der U-Bahn, insbesondere die vorgesehenen Methoden wehren.<lb/>
Wir beschlossen eine Unterschriftenaktion über die Betriebe und auch<lb/>
über die Sektionen durchzuführen, damit, wie wir alle hoffen, zehn<lb break="no"/>tausende sich sehr wohl für den U-Bahn-Bau aussprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-16_54">Im Bezirksausschuß habe ich dann kurz referiert, bevor Stadtrat <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs><lb/>
ein sehr gutes Referat über Bürgerdienst und insbesondere seine Tä<lb break="no"/>tigkeit als jetzt für den ORF Parteiverantwortlicher schilderte. Der<lb/>
Bürgerdienst wird nur von einem Dutzend Leuten durchgeführt und<lb/>
kann immer wieder einzelnen Bürgern wirklich helfen, seine Kulturpoli<lb break="no"/>tik steht unter dem Motto Kultur für alle, typisches Beispiel, Verona<lb/>
kommt jetzt wieder in die Stadthalle, im Vorjahr wurde in einer Woche<lb/>
<choice><choice><sic>40.0000</sic><corr>40.000? 400.000?</corr></choice></choice> Besucher gezählt. Im ORF will er als alter erfahrener Hase<lb/>
dort weniger mit ewigen Beschwerden den Leuten auf die Nerven gehen,<lb/>
sondern im Gegenteil die einzelnen Sprecher und Redakteure motivieren.<lb/>
Ich bin fest davon überzeugt, daß es <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> gelingen wird, da er jahr<lb break="no"/>zehntelang im ORF selbst gearbeitet hat, sozusagen ein insider ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> kommt überall sehr gut an, ich bin auch ein klein wenig stolz,<lb/>
daß ich seinerzeit dazu beigetragen habe, daß er in diese Funktion<lb/>
berufen wurde. Einen besseren Mann für diesen Posten haben wir wirklich<lb/>
nicht.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 153. Ministerratssitzung, 16.11.1982</head>
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            <head>Nachtrag TO 153. Ministerratssitzung, 16.11.1982</head>
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