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            <title type="main">Montag, der 15. November 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band67_1982-11-15</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_01">Montag, 15. November 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_02">Beim Jour fixe mit der Handelskammer habe ich Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und Gen.<lb/>
Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sofort über die letzte Nationalratssitzung, Integrations<lb break="no"/>bericht, Angriff des ehem. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> auf die Exportpolitik be<lb break="no"/>richtet. Wenn die ÖVP tatsächlich der Meinung ist, wir sollten eine<lb/>
andere Exportpolitik machen, dann kritisiert sie damit nicht das Handels<lb break="no"/>ministerium, sondern in großem Umfang auch und vor allem die Handels<lb break="no"/>kammer. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> war über die Äußerung <rs type="person" ref="#per__97686">Lanners</rs> sehr unglücklich; während<lb/>
er mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> dann besonders über diese Schwierigkeiten,<lb/>
die er in der ÖVP hat, plauderte, versicherte mir Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß<lb/>
in immer stärkerem Maße innerhalb der ÖVP insbesondere die Frage des<lb/>
Umweltschutzes zu Konfrontationen mit der Handelskammer führt. Als<lb/>
Beispiel erwähnte er die von mir im letzten Jour fixe mit Recht kriti<lb break="no"/>sierte Anfrage der Abg. Gen.Sekr. des ÖAAB, <rs type="person" ref="#per__132219">Heinzinger</rs>, und des Bauern<lb break="no"/>bundsekretärs <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs> wegen der zu schlechten Werte in der Dampfkessel<lb break="no"/>verordnung. Die Handelskammer kann sich jetzt innerhalb der ÖVP über<lb break="no"/>haupt nicht mehr durchsetzen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte dann abschließend zu<lb/>
dieser Frage, es wäre gut, wenn wir früher wählen würden, damit der Wahl<lb break="no"/>kampf und damit diese sinnlosen Behauptungen und Attacken unterblieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_03"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> berichtet mir dann voll Stolz, daß er mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
ausgemacht hat, die Handelskammer wird einen Lipizzaner, Wert 120.000 S,<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> geben. Dies war ein besonderer Preis für <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, da er<lb/>
meint, Lipizzaner kosten <choice><choice><sic>sond</sic><corr>sonst?</corr></choice></choice> viermal so viel. Meine Zustimmung zu dieser<lb/>
Aktion hat er vorausgesetzt und ich habe sie ihm jetzt ausdrücklich<lb/>
jetzt noch einmal gegeben. Ich erwähnte nur nebenbei, daß auch ich ein<lb break="no"/>mal namens der VÖEST-Alpine einen solchen Lipizzaner an einen Araber als<lb/>
Geschenk feierlichst übertragen habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_04"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat dann mystisch davon gesprochen, daß die Bestellung der<lb/>
engsten Mitarbeiterin des Präs. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs>, <rs type="person" ref="#per__1138325">von Damm</rs>, als Botschafterin in<lb/>
Österreich noch nicht fix ist. In Wien hat die Kronen-Zeitung am Samstag<lb/>
einmal darüber berichtet, er meinte, Wien hat das erst Freitag inoffizi<lb break="no"/>ell erfahren, er wollte damit andeuten, daß er bei seinem Amerikabesuch<lb/>
schon mehr über dieses Problem wußte resp. in Erfahrung bringen konnte.<lb/>
Er hat jetzt angeblich mit <rs type="person" ref="#per__1138325">von Damm</rs> telefoniert, die über die vorzeitige<lb/>
Verlautbarung sehr ungehalten ist und gar nicht mit ihm sprechen wollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Vielleicht kannst du vorsichtigst recherchieren,<lb/>
wieso die Kronenzeitung diese Information bekommen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_06">Der österreichische Handelsdelegierte in Moskau, <rs type="person" ref="#per__114588">Draszczyk</rs>, fragt an, ob<lb/>
nicht auch Österreich darum bemühen sollte anstelle des 10-jährigen<lb/>
langfristigen Wirtschaftsvertrages mit der SU einen 25-jährigen, wie in<lb/>
Deutschland und Frankreich jetzt erreicht hat. Ich stelle sofort klar,<lb/>
daß ich noch niemals an die SU mit einer solchen Forderung herangetreten<lb/>
bin. Ich halte es für zweckmäßiger zuzuwarten, bis die Sowjets andeuten,<lb/>
daß sie so etwas machen wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_08"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ersucht mich auch für das Sonderkontingent an Kommerzialräten,<lb/>
60 Jahre Burgenland, die Präs. <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs> dringendst braucht, mich positiv ein<lb break="no"/>zusetzen. Ich erkläre, daß dies bereits geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte bei <rs type="person" ref="#per__127063">Husak</rs>-Besuch mich für Präs. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_10">Die Fa. Japa gibt jetzt sogenannte Kosmetikparties, diese sind nach §<lb/>
57 der GewO ausdrücklich verboten. Die Handelskammer nimmt daher gegen<lb/>
diese Party noch schärfer Stellung als seinerzeit gegen Tupperware. Die<lb/>
Drogisten wehren sich mit allen Mitteln gegen diese Kosmetikparties, auch<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> stellt fest, daß von Standpunkt der Konsumenten<lb/>
und des Konsumentenschutzes solche Kosmetikparties abzulehnen sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte Entsprechendes bei uns veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_12">Die Fa. Lurf, Kunstschmied in Kirchberg, hat ein Gitter vom Palais Trautson<lb/>
renoviert, Minister <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> hat den Kauf abgelehnt, das Bundesdenkmal<lb break="no"/>amt aber lehnt ab, daß dieses Gitter jetzt nach Deutschland verkauft wer<lb break="no"/>den kann. Dadurch kommt die Firma in ganz schlimme finanzielle Situation.<lb/>
Die Handelskammer ersucht mich um Intervention, bei der Eröffnung der<lb/>
Privatangestellten-Gewerkschaftstage habe ich Frau Minister <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs><lb/>
einen handgeschriebenen Zettel gegeben und ersucht, sie sollte die Export<lb break="no"/>freigabe beim Bundesdenkmalamt erwirken, was sie mir auch zusagte. Bei<lb/>
der Überreichung des großen Goldenen Ehrenzeichens an Frau Primar<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> habe ich Minister <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> informiert, der mir erklärt hat sich<lb/>
sofort dieses Falles anzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß Dir von den Büros über die Ergebnisse<lb/>
berichten, damit man <rs type="person" ref="#per__1138185">Lurf</rs>, 02641 8205, verständigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_14">Ich überreiche die Handelskammer die Bürges Inserate, damit sie fest<lb break="no"/><pb n="67-1325" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-15_1325.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stellen, ob tatsächlich damit eine Parteipropaganda, wie Abg. <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs><lb/>
erklärte, betrieben wird. Selbst nach genauem Studium durch Gen.Sekr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte dieser höchstens, daß überhaupt das Handelsministerium,<lb/>
gar nicht der Handelsminister, wie ich sofort feststellte, im Inserat ge<lb break="no"/>nannt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_15">Der Wunsch der Handelskammer, daß ich für die Geflügelhändler, durch die<lb/>
Salmonellengerüchte sehr geschädigt, etwas unternehme, beantworte ich<lb/>
dahingehend, daß dafür das Landwirtschaftsministerium 17 Mio. S zur<lb/>
Verfügung hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_16">Das Institut für Gewerbeforschung kann <choice><choice><sic>die</sic><corr>mit den?</corr></choice></choice> gewünschten zusätzlichen<lb/>
470.000 S zu den bereits fast 1 Mio. Subvention gegebenem Betrag vom<lb/>
Handelsministerium nicht rechnen. Meine Idee von den WIFIs, 11 Mio.<lb/>
250.000, etwas abzuzweigen, wird von der Handelskammer nicht goutiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_17">Der Gen.Sekr. ist sehr verärgert, weil wir jetzt mit der DDR das Ölge<lb break="no"/>schäft 290 Tage Ziel über die Österreichische Kontrollbank, VÖEST-Alpine<lb/>
Intertrading, doch finanzieren können. Er meint, wenn dies in der Export<lb break="no"/>finanzierung II, Sonderkredite, gemacht wird, dann zahlt die Handelskammer<lb/>
auch 1/6 dazu. Da bei uns im Handelsministerium ja niemand Auskunft<lb/>
geben kann, wie dies zu verstehen ist wird dann recherchiert und festge<lb break="no"/>halten, daß tatsächlich diese 1/6-Lösung für den Rahmen II von der<lb/>
Handelskammer ein begrenzter Zuschuß, nicht ganz 200 Mio., geleistet werden<lb/>
muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Frag bei der VÖEST-Alpine an, wie sie jetzt end<lb break="no"/>gültig dieses Iran-DDR-Geschäft finanzieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_19">Beim Staatsbesuch <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__127063">Husak</rs> hoffe ich, daß die Diskussion über die Zollre<lb break="no"/>duktionswünsche nicht kommt, sollte sie aber von der tschechischen Seite<lb/>
angeschnitten werden, wird von mir eine Verhandlungsbereitschaft festge<lb break="no"/>stellt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> äußert sich zu diesem Vorschlag überhaupt nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_20">Der Wunsch der Handelskammer bezüglich der französischen nicht-tarifari<lb break="no"/>schen Hemmnisse, Zollämterbeschränkung für Videorecorder, französische<lb/>
Textpflicht für alle Formulare und Verträge, Bezeichnung der Produkte<lb/>
nicht Made in Austria, sondern Fabriqué en Autriche usw., soll, wie wir<lb/>
uns nach längerer Diskussion darauf einigen, jetzt nicht sofort mit einer<lb/>
Protestnote bei dem französischen Botschafter in Österreich von mir er<lb break="no"/>folgen, sondern vorerst zwischen SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und dem Handelskammerabteilungs<lb break="no"/>leiter <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs>, vor allem aber auch mit dem österreichischen Handelsdele<lb break="no"/><pb n="67-1326" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-15_1326.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gierten in Frankreich, <rs type="person" ref="#per__127903">Lukas</rs>, der jetzt gerade in Österreich ist, im De<lb break="no"/>tail abgesprochen werden. Ich selbst schlage vor, man solle einen Stufen<lb break="no"/>plan festlegen und vor allem nur dort gegen die französischen Maßnahmen<lb/>
Protest einlegen, wo sie wirklich Österreich treffen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist mit<lb/>
dieser Vorgangsweise letzten Endes einverstanden, da ich ihm zusichere, da<lb/>
<choice><choice><sic>aich</sic><corr>auch?</corr></choice></choice> selbstverständlich ein Protestschritt beim französischen Botschafter<lb/>
in Österreich jederzeit im Rahmen dieses Programmes möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die notwendigen Besprechungen<lb/>
sofort aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_22">Beim 10. ordentlichen Gewerkschaftstag hält <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>, nachdem er in der<lb/>
Anrede alle erwähnt, die er begrüßen müßte, also vom Präs. des NR über<lb/>
den Bundeskanzler, die Regierungsmitglieder bis zum Freund <rs type="person" ref="#per__97525">Rudi Häuser</rs>,<lb/>
Vorgänger von <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>, gleich ein Einleitungsreferat. Dort geht er<lb/>
auf die programmatischen Absichten der Privatangestellten für die<lb/>
nächsten 4 Jahre ein, diese Methode wird immer häufiger von den großen<lb/>
Gewerkschaften, die ja feierliche Eröffnungen machen, gehandhabt. Da<lb/>
bei diesen feierlichen Eröffnungen viel Prominenz anwesend ist, gibt<lb/>
es dem Vorsitzenden der Gewerkschaft eine gute Gelegenheit das Programm<lb/>
dort in aller Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Frage ist für mich<lb/>
nur, wie die Medien darauf reagieren werden. In Zeit im Bild konnte<lb/>
ich abends dann feststellen, daß von <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> nichts gezeigt wurde, da<lb break="no"/>für aber die Erklärung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, man muß bei Arbeitszeitverkürzungen<lb/>
in einer Krise wie der jetzigen äußerst vorsichtig vorgehen. Wenn die<lb/>
Zeitungen dann auch so reagieren, dann ist auch dieser Weg bezüglich<lb/>
einer objektiven Berichterstattung und vor allem der Information der<lb/>
großen Masse der Bevölkerung nicht erfolgreich. Für uns <add>[als]</add> LUGA ist von<lb/>
mir persönlich schon allein aus Kostengründen eine solche aufwendige<lb/>
Eröffnung stets abgelehnt worden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_23">Beim Journalistenfrühstück hat Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97561">Hofmann</rs> über den Goodwill-<lb/>
Export österreichischer Produkte durch die Volkshilfe, deren Präsident<lb/>
er ist, verwiesen. Die Fa. Swoboda hat auf die Innovationstätigkeit einer<lb/>
neuen Seilbahnkabine, die bisher immer importiert werden mußte, hinge<lb break="no"/>wiesen. Diese neue Seilbahnkabine ist im Foyer des Handelsminister<add>[iums]</add><lb/>
ausgestellt; wie wir sie dann besichtigten und über die Details sprachen,<lb/>
waren alle sehr beeindruckt. Ich bin sehr gespannt, ob die Presse<lb/>
tatsächlich etwas veröffentlichen wird. Leider hat man der Presse nicht<lb/>
den Gag mitgeteilt, MR <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> hat beim Aufstellen der Kabine am<lb/>
Samstag die Kabinentür von innen geschlossen und wäre dann bald nicht<lb/>
mehr herausgekommen, denn wenn einer drinnensitzt und geschlossen hat,<lb/>
<pb n="67-1327" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-15_1327.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>muß sie von außen mit einem Schlüssel erst wieder geöffnet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Warum wurde der Presse nicht dieser Gag mitge<lb break="no"/>teilt?</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_25">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> berichtete dann über das Eisenbahnkooperationspro<lb break="no"/>jekt mit Algerien. Natürlich wurde sofort von den Presseleuten dann ge<lb break="no"/>fragt, wieso man von den über 1.000 km Streckenprojekt 78 jetzt auf<lb/>
43 km zurückgefallen ist. Die 6 Mrd. S, die bis jetzt zur Verfügung ge<lb break="no"/>stellt wurden, reichen für viel rollendes Material, das die Algerier jetzt<lb/>
kaufen und eben nur für diese kurze Strecke. Die Algerier allerdings<lb/>
haben auch ihre Pläne entsprechend abgeändert, jetzt sind sie draufge<lb break="no"/>kommen, daß <choice><choice><sic>der</sic><corr>mit dem?</corr></choice></choice> Nahverkehr eine Art Schnellbahnfunktion mit den 43<lb/>
km erfüllt werden soll und volkswirtschaftlich daher sehr wichtig ist.<lb/>
Auf eine Anfrage konnte ich dezidiert erklären, daß wir in Algerien<lb/>
passiv sind, dorthin aber vor allem noch viele Großprojekte und auch an<lb break="no"/>dere Produkte liefern könnten, wenn wir zu einer Paketlösung kämen, die<lb/>
Algerier wollen uns Gas und insbesondere Öl verkaufen und würden dafür,<lb/>
so wie sie dies auch bei den Franzosen gemacht haben, dann große Lie<lb break="no"/>ferungen aus Österreich akzeptieren. Da wir jetzt bereits <add>[seit]</add> fast 10 Jahren<lb/>
mit der Sonatrach ergebnislos über Gaslieferungen verhandelt haben, fürche<lb/>
ich, daß auch in den nächsten 10 Jahren sich dieser Zustand nicht sehr<lb/>
viel ändern wird. Gasverträge allerdings wird man für das nächste Jahr<lb break="no"/>tausend in Österreich dringend brauchen, weil die österreichische inlän<lb break="no"/>dische Produktion stark zurückgeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_26">Dir. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs>, ÖDK, berichtete über die Reparaturarbeiten an der<lb/>
Rohrleitung, nach bisherigem Stand der Erkenntnisse ist das Platzen der<lb/>
Rohrleitung nicht auf geologische oder bauliche Änderungen der Stütz<lb break="no"/>punkte zurückzuführen. Die Gleitlager, wo die Rohrleitungen aufsitzen,<lb/>
funktionieren scheinbar nicht zufriedenstellend, die Spannungen, die da<lb break="no"/>durch entstehen, haben zum Riß der Leitungen geführt. Eine Materialprü<lb break="no"/>fung resp. Kontrolle, ob dies von den Lieferfirmen verschuldet ist, er<lb break="no"/>folgt derzeit. Die Reparaturarbeiten gehen zügig weiter, sodaß noch<lb/>
mit Ende des Jahres die Leitung wieder zur Elektrizitätsversorgung zur<lb/>
Verfügung stehen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_27"><rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenbergs</rs> Vertrag läuft jetzt mit Jahresende ab, lt. Mitteilung des<lb/>
Aufsichtsratsvorsitzenden muß jetzt sein Vertrag gekündigt werden, da<lb break="no"/>mit lt. Ausschreibungsgesetz eben neue ausgeschrieben werden kann.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> ersucht das Ministerium diesen Vorgang zu prüfen, da sich<lb/>
scheinbar niemand genau auskennt, wie jetzt aufgrund der neuen gesetzli<lb break="no"/><pb n="67-1328" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-15_1328.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>chen Situation eine Ausschreibung abgewickelt werden soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__110944">ZLUWA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte für mich die Rechtslage<lb/>
klarlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_29">In der sowj. Botschaft liegt ein Kondolenzbuch für <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs> auf. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
und ich tragen uns dort ein. Der sowjetische Botschafter <rs type="person" ref="#per__114403">Jefremow</rs> teilt<lb/>
mir auch offiziell mit, daß am Freitag jetzt die Filmvorführung über den<lb/>
Staatsbesuch erfolgt. Dort werden sicherlich <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> und <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs><lb/>
zu sehen sein. Die Sowjets haben nicht nur einen Riesenkranz, sondern<lb/>
auch zwei Sowjetsoldaten, die vor dem Bild Wache stehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_30">Bei der Festansprache Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> bei der Überreichung des Großen Golde<lb break="no"/>nen Ehrenzeichens an Dr. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> erwähnt er die Leistungen, insbeson<lb break="no"/>dere die Schaffung des neuen Ministeriums für Gesundheit und Umwelt<lb break="no"/>schutz durch <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, und dann vor allem ihre wirklich große Leistung,<lb/>
die Einführung des Mutter-Kind-Passes. Bezüglich der Neuerrichtung des<lb/>
Ministeriums meinte er, dadurch hätte <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> die Möglichkeit gehabt<lb/>
dieses nach ihren Wünschen organisatorisch und personell zu besetzen.<lb/>
Hier irrt <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> aber ganz gewaltig, <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> war nobel genug bei ihrer<lb/>
Antwortrede darauf nicht einzugehen. In Wirklichkeit hat sie aus dem<lb/>
Sozialministerium die Beamten übernehmen müssen, die entweder in <choice><choice><sic>diesen<lb/>
Abteilung</sic><corr>dieser Abteilung? diesen Abteilungen?</corr></choice></choice> tätig waren oder die das Sozialministerium auch froh war los<lb/>
zu werden. Bei jeder Absplitterung in einem Ministerium gehen nicht<lb/>
die guten Beamten weg, sondern die schwächeren, viele erhoffen sich näm<lb break="no"/>lich im neuen Ministerium bessere Aufstiegschancen. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, die man<lb/>
ja während ihrer 8-jährigen Ministertätigkeit sehr ungerecht behandelt<lb/>
und auch beurteilt hat, empfand es als eine Genugtuung jetzt von Wien<lb/>
diese hohe Auszeichnung zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> erinnerte daran, daß dies<lb/>
am Leopolditag erfolgt, also sozusagen zu seinem Namenstag, <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs><lb/>
hatte dann einen guten Gag, ihr Vater hieß auch Leopold, dort wurde<lb/>
immer auch nach seinem Tod sozusagen als Familientreffen der Leopolditag<lb/>
weitergefeiert, der heutige mit dieser hohen Auszeichnung ist der<lb/>
schönste, den sie in der letzten Zeit gehabt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_31">Die Sitzung über Vereinbarung 15a bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit dem Land Steiermark,<lb/>
anwesend die halbe steirische Landesregierung und alle betroffenen Mini<lb break="no"/>ster, wäre kurz und gar nicht erfolgreich gewesen. LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> hat näm<lb break="no"/>lich sofort festgestellt, der bis jetzt ausgearbeitete Gesetzestext<lb/>
findet nicht die Zustimmung der Steirer und man möge in einer kleinen<lb/>
Kommission weiterverhandeln. Dies veranlaßte mich als einziger zu fra<lb break="no"/>gen, ob auch die Fremdenverkehrsformulierung davon betroffen ist, nachdem<lb/>
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haben, die bereits mit Niederösterreich vereinbart ist. <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> meinte<lb/>
dann nach der Sitzung zu mir, er hätte nicht angenommen, daß ich mich<lb/>
gegen die Steiermark wenden werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte bei den weiteren Verhandlungen äußerst<lb/>
vorsichtig vorgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_33"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwähnte dort, wie es mit Bauknecht weitergeht. LRat <rs type="person" ref="#per__128705">Fuchs</rs> be<lb break="no"/>richtete wahrheitsgetreu, es wird jetzt über die Auffanggesellschaften<lb/>
mit den Beamten verhandelt, diese müssen bis Ende Dezember gegründet<lb/>
sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diesen Plan unbedingt einhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_35"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragte dann LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs>, wie er zu dem Projekt Elektrostahlwerk<lb/>
in Diemlach anstelle der Felten-&amp;-Guilleaume-Produktion steht. Ich per<lb break="no"/>sönlich wußte nur, daß jetzt die 120.000 to, die dort erzeugt werden,<lb/>
von der VÖEST-Alpine übernommen werden sollen. Die Idee dort eine<lb/>
Kachelproduktion zu errichten wird aufgegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_36">Nach der Sitzung ist es mir dann geglückt mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>,<lb/>
SL <rs type="person" ref="#per__150225">Wittmann</rs> und seinen Mitarbeitern, ohne daß ich mich blamiert habe,<lb/>
weil ich eben wirklich nichts wußte, sehr geschickt die einzelnen Details<lb/>
zu erfragen. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, der mit war, hat auch über Details keine Ahnung ge<lb break="no"/>habt, sodaß wir beide uns nur durch entsprechende Zwischeninformation<lb/>
von einzelnen Leuten, ohne uns eine Blöße zu geben, mitreden konnten.<lb/>
Die Fakten sind eine Gruppe <rs type="person" ref="#per__1138333">Koinigg</rs>, <rs type="person" ref="#per__1138334">Tschockenmüller</rs>, <rs type="person" ref="#per__1138335">Gartner</rs>, Spedi<lb break="no"/>teur, der aber von <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> abgelehnt wird und daher ausgeschieden werden<lb/>
soll, interessiert sich für das Diemlacher Werk. Dieser <rs type="person" ref="#per__1138333">Koinigg</rs> oder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138333">Koiner</rs>, den Namen konnte ich nie genau hören, will einen Elektroofen<lb/>
aus der italienischen Bresciagruppe kaufen und dort installieren.<lb/>
Er verlangt nur die Energiezuleitung, in Wirklichkeit aber rechnet er<lb/>
damit, daß er billigen Strom für die Elektrolyse bekommt. Die Zuleitung<lb/>
wäre nämlich kein Problem, wohl aber dann der Strompreis. Schrott will<lb/>
er importieren und gleich mit 150 Beschäftigten beginnen. Die VÖEST-<lb/>
Alpine hat natürlich größte Bedenken gegen dieses Werk und auch die<lb/>
Steirer sind daher sehr zurückhaltend. Angeblich hat die Gruppe bereits<lb/>
in Ybbs das ehem. Schmidstahlwerk schon gekauft und erzeugt dort Knüppel.<lb/>
Auch Wilhelmsburg, die ehem. Gießerei von <rs type="person" ref="#per__149320">Volker Schmid</rs>, soll erworben<lb/>
werden. Wenn die Knüppel nämlich aus Italien wie ursprünglich beabsichtigt<lb/>
importiert werden, macht der Anteil dann nur 26 % österreichische Wert<lb break="no"/><pb n="67-1330" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-15_1330.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schöpfung aus. Für ein österreichisches Produkt aber sind mindestens<lb/>
30 % notwendig. Bezüglich der Schrottmengen und Aufteilung meinte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nach Mitteilung der Firma, das soll man seine Sorge sein<lb/>
lassen, tatsächlich aber wird aufgrund des jetzigen Schrottlenkungsge<lb break="no"/>setzes nach 3 Jahren dann auch diese Firma mit inländischem Schrott<lb/>
beliefert werden müssen. Lange diskutiert wurde die Frage, ob man wegen<lb/>
der Quotenbelastung an die EG herantreten soll. <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> und auch ich hielten<lb/>
dies dann für unzweckmäßig, denn die VÖEST-Alpine hat bereits der EGKS-<lb/>
Behörde mitgeteilt, daß durch die Stillegung von Diemlach die österreichi<lb break="no"/>sche Produktion reduziert wird. <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> ersuchte mich ausdrücklich, daß<lb/>
wir keine Schritte unternehmen sollten. Ich vereinbarte mit <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, daß<lb/>
wir in dieser Frage engstens mitsammen vorgehen wollen. Blamabel war<lb/>
nur, daß ich ja nichts im Detail vorher wußte. Dieses Nichtwissen <add>[konnte ich]</add> aber<lb/>
sehr gut tarnen <del>konnte</del>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_37"><rs type="person" ref="#per__128705">Fuchs</rs> hat erklärt, es gibt auch ein Nichteisenmetallprojekt, in Diemlach<lb/>
soll dann eine Gießerei für Aluminium und Bronze entstehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_38">Momentan gibt es aber noch die Hauptschwierigkeit, daß die Felten &amp;<lb/>
Guilleaume <choice><choice><sic>120.00</sic><corr>?</corr></choice></choice> Mio. S Verkaufspreis für das Werk, das jetzt von ihnen<lb/>
stillgelegt wird, verlangt. Dies ist es erstens nicht wert und zweitens<lb/>
würde niemals jemand einen solchen Kaufpreis dafür, für ein stillgelegtes<lb/>
Stahlwerk bezahlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wußte unser Ministerium über diese Projekte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_40">Die Hauptschwierigkeit sehe ich aber darin, daß dort auch von der neuen<lb/>
Firmengruppe Draht für Baustahlgitter erzeugt werden soll. Da in Öster<lb break="no"/>reich der Baustahlgitterabsatz sehr zurückgegangen ist, selbst die Re<lb break="no"/>gierungsaktion, über ÖNORM und Qualitätskontrolle die Importe aus Italien<lb/>
zu unterbinden, bis jetzt keine Früchte gezeigten hat, sehe ich im<lb/>
Produktionsprogramm große Probleme. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, der ja mit<lb/>
mir aus unserer jahrzehntelangen AK-Tätigkeit nicht nur gut bekannt ist,<lb/>
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drängen, daß gemeinsam zwischen BKA und Handelsministerium in diesen<lb/>
Fragen vorgegangen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-15_41">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Kontakte mit <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> auch<lb/>
in diesem Fall sofort herstellen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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