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            <title type="main">Mittwoch, der  3. November 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_01">Mittwoch, 3. November 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_02">Die Firma Niedermeyer hat 25-jähriges Firmenjubiläum und ein neues<lb/>
Büro und Lagergebäude in St. Marx errichtet. <rs type="person" ref="#per__1138458">Niedermeyer</rs> hat als<lb/>
kleiner Einzelhändler begonnen und ist derzeit eines der größten<lb/>
Fachgeschäfte für Fotos mit über 300 Beschäftigten. <choice><choice><sic>Beim</sic><corr>Mein</corr></choice></choice> Ruf als hu<lb break="no"/>morvoller Redner geht mir schon so vor, daß er selbst bei seiner Er<lb break="no"/>öffnung ankündigte, jetzt kommt der Vizepräsident der Wiener Handels<lb break="no"/>kammer, Ex-Nationalrat <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs>, der in Wirklichkeit nur pathetische<lb/>
Grüße des Präs. <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> überbrachte, und dann erwarten wir die launige<lb/>
Ansprache von Minister <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs>. <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs>, der das erste Mal mit war,<lb/>
fragte, ob ich mir vorher schon die diversen Gags überlegt habe und<lb/>
war sicherlich sehr erstaunt zu erfahren, daß ich mich mehr auf die<lb/>
Einfälle während der Rede verlasse. Die Schema-F-Unterlagen helfen<lb/>
mir auf alle Fälle in keiner Beziehung. Ich brauche aber doch wenig<lb break="no"/>stens ein gewisses Gerippe, obwohl es mir genügen würde, die wichtigsten<lb/>
Daten und Bemerkungen stichwortartig resp. womöglich in Tabellenform<lb/>
zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Vielleicht gelingt es dir, so etwas zusammenstel<lb break="no"/>len zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_04">Der diesjährige österreichische Verpackungspreis, vom Handelsministerium<lb/>
mitfinanziert und im Marmorsaal immer feierlichst überreicht, zeigte<lb/>
mir deutlich, daß immer weniger Leute daran Interesse finden. Der<lb/>
Fachverbandsvorsitzende GD <rs type="person" ref="#per__118748">Brommer</rs> erwähnte in seiner Einleitung,<lb/>
daß dieser Staatspreis jetzt zum 26. Mal verliehen wird, und kam dann<lb/>
auf die aktuellen Fragen der Einwegverpackung zu sprechen. Dies gab<lb/>
mir eine gute Gelegenheit, in meiner Ansprache neuerdings an alle<lb/>
Verpackungsunternehmervertreter zu appellieren, doch wieder mit dem Han<lb break="no"/>delsministerium eine Art Selbstbeschränkung zu vereinbaren. Bereits<lb/>
1971 hat das Verpackungsinstitut, Dir. <rs type="person" ref="#per__118749">Ketzler</rs> war selbstverständlich<lb/>
auch anwesend, zum ersten Mal das Thema Verpackung und Umweltschutz<lb/>
in Angriff genommen. Im April 79 wurde dann das Selbstbeschränkungsab<lb break="no"/>kommen mit den Sozialpartnern und der Verpackungsindustrie im Handels<lb break="no"/>ministerium vereinbart. Jetzt wird es notwendig sein, dieses zu ergänzen,<lb/>
die Idee der Bundeswirtschaftskammer, daß man nur eine Kommission ein<lb break="no"/>setzt, die sich mit all den Problemen beschäftigt, ist sicherlich unzu<lb break="no"/>länglich, wenn nämlich die Verpackungsindustrie nicht mit dem Handels<lb break="no"/>ministerium gemeinsam einen vernünftigen Vorschlag macht, dann kann<lb/>
<pb n="67-1272" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-03_1272.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>man jetzt schon prophezeien, daß die Grünen imstande sein werden, den<lb/>
Gesundheitsminister dazu zu zwingen, mit den Gemeinden und den Ländern,<lb/>
die ihn in dieser Beziehung sicherlich unterstützen werden, entspre<lb break="no"/>chende Verbotsgesetze zu erlassen, dies wird sich für die Verpackungs<lb break="no"/>industrie dann sicherlich nicht gut auswirken. Die Bedeutung dieser<lb/>
Sparte zeigt sich am deutlichsten, daß trotz der Rezession 1981<lb/>
noch immer eine 6 %-ige Wertsteigerung auf 13 Mrd. wertmäßig gestie<lb break="no"/>gen ist, auch die mengenmäßige Steigerung von 4 % ist beachtlich und<lb/>
umfaßt 890.000 to. Noch immer spielt der Export für die Verpackungs<lb break="no"/>industrie eine große Rolle, er betrug im Vorjahr 3,4 Mrd. S bei einem<lb/>
Importwert von 2,4 Mrd. S. Ich bin nicht ganz sicher, ob mein Appell auf<lb/>
eine vernünftige Regelung auch tatsächlich erfüllt wird. Ich fürchte,<lb/>
daß immer noch die Meinung auch in der Verpackungsindustrie vorherrscht,<lb/>
es wird nicht so schlimm werden. Hier irren sie aber ganz gewaltig.<lb/>
Mit Steuern, Abgaben, Verboten usw. wird man früher oder später, wenn<lb/>
es zu keiner vernünftigen Selbstbeschränkung kommt, diesem Problem zu<lb/>
Leibe rücken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__123301">VECSEI</rs>: Von dieser Diskussion hätte es eine gute Aus<lb break="no"/>sendung geben können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_06">Die deutschen Flachglasvertreter kamen mit dem englischen Flachglas<lb break="no"/>firmenvertreter <rs type="person" ref="#per__1138459">Davies</rs> vom großen Pilkington-Konzern, um mich noch einmal<lb/>
zu warnen, daß Österreich keine Floatglas-Produktion aufnehmen sollte.<lb/>
Sie haben mit dem GD <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> von der ÖIAG verhandelt, dieser hätte<lb/>
ihnen mitgeteilt, daß über den Plan der amerikanischen Firma Guardian,<lb/>
im Ennshafen eine große Floatinganlage zu errichten, doch in der<lb/>
nächsten Zeit entschieden werden wird. Nach Meinung der Flachglasleute,<lb/>
die ja in Österreich Glasfabriken betreiben, aber keine Floatinganla<lb break="no"/>ge errichten wollen, würde dies zu einem mörderischen Konkurrenzkampf<lb/>
der bayerischen-deutschen Floatingglasfabrik Weierhammer und der luxem<lb break="no"/>burgischen in <choice><choice><sic>Luxgradl</sic><corr>Luxguard?</corr></choice></choice> führen. Da diese Werke bereits abgeschrieben<lb/>
sind, könnten sie zu Grenzkosten einen teuflischen Konkurrenzkampf<lb/>
gegen die neue Fabrik eröffnen. Die Mindestkapazität einer Floating<lb break="no"/>glasfabrik ist 45 Mio. m², die Deutsche Flachglas hat bereits drei, eine<lb/>
in Deutschland und zwei in sonstigen europäischen Staaten, und die<lb/>
Pilkington 2 in Großbritannien stillgelegt. Trotzdem herrscht eine<lb/>
riesige Überkapazität, die Preise sind in den letzten Monaten von<lb/>
fast 10 DM pro m² auf 8,38 gefallen. Die Franzosen bieten sogar der<lb break="no"/>zeit mit 7,80 DM in einer harten Konkurrenz an. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> wußte nur,<lb/>
daß derzeit keine Entscheidung zu erwarten ist. Die FGG prüft dieses<lb/>
<pb n="67-1273" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-03_1273.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Projekt, die deutschen Flachglasleute befürchten allerdings, daß in der<lb/>
politischen Entscheidung trotz aller Gegenargumente, um im Ennshafen<lb/>
überhaupt eine Firma errichten zu können, Guardian einen positiven Be<lb break="no"/>scheid mit entsprechender Subvention bekommen würde. Ich versprach den<lb/>
Firmenvertretern, daß wir sie, wenn eine solche Entscheidung fallen<lb/>
sollte, vorher verständigen, damit sie vorher von dieser politischen<lb/>
Entscheidung nicht überrascht sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Jour fixe AK setzen, wenn <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs><lb/>
dabei ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_08">Der DDR-Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> und der Direktor <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs> aus Berlin sprachen<lb/>
neuerdings bei mir vor, wegen der Abwicklung des <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-<rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs>-<lb/>
Übereinkommens. Die DDR Seite hat jetzt für Textilien, Schuhe und Leder<lb/>
für die nächsten 3 Jahre die entsprechenden Einkaufsvorbereitungen ge<lb break="no"/>troffen, die Stahlimporte werden mit der VÖEST-Alpine jetzt gerade ver<lb break="no"/>handelt, zusätzlich kaufen sie noch für 5 Mio. Mark Schokolade, für<lb/>
2 Mio. Textilien und sogar für 1 Mio. Wein. Sorgen bereitet ihnen die<lb/>
vereinbarte Lieferung von Öl, in diesem Jahr noch 400.000 to und die<lb break="no"/>selbe Menge im ersten Halbjahr 83. Mit der ÖMV haben sie Gespräche ge<lb break="no"/>führt und sie hoffen auf eine positive Entscheidung in der nächsten<lb/>
Zeit. Ich habe aber aufgrund eines Schreibens der ÖMV, daß diese nur<lb/>
liefern kann, wenn der Staat die Garantie übernimmt, Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs><lb/>
mitgeteilt, daß für diese je 400.000 to keine ÖMV-Lösung zu erwarten<lb/>
ist. Die DDR wird trotzdem die Verhandlungen mit der ÖMV weiterführen<lb/>
in der Hoffnung, daß vielleicht später einmal die ÖMV in diese Liefer<lb break="no"/>geschäfte eintritt. Die VÖEST-Alpine dagegen ist bereit, so wie bis<lb break="no"/>her schon 200.000 to auch die 2-mal 400.000 to abzuwickeln. Die DDR<lb/>
ist mit dieser Lösung nicht sehr glücklich, denn sie hätte noch 150.000<lb/>
to Option einer Rohöllieferung, die die VÖEST-Alpine natürlich<lb/>
jetzt nicht erfüllt. Die DDR-Seite erwartet einen 360-Tage-Kredit, wie<lb/>
auch in der <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-<rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs>-Vereinbarung vorgesehen ist. Ich versprach<lb/>
sofort mit GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> zu verhandeln und dann <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs> noch vor seiner<lb/>
Abreise am Nachmittag Bescheid zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_09">Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, den ich wegen der Kreditdauer fragte meinte, man<lb/>
würde gegebenenfalls die österreichische Kontrollbank zwingen, die<lb/>
360 Tage, die ja seinerzeit auch schon von dieser zugesagt wurden, einzu<lb break="no"/>halten. GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> dagegen meinte mir gegenüber, er glaubt, daß er mit<lb/>
270-Tage-Kredit ebenfalls die Zustimmung der DDR bekommen wird. Wenn<lb/>
die DDR diese Vorschläge akzeptiert, sieht <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> keine Schwierig<lb break="no"/>keit in der Abwicklung. Ich habe dies daher sofort dann Dir. <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs> über<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_10">Da in der Nationalbank dieses Problem neuerdings besprochen wird,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> die Details wissen wollte, habe ich ihn entsprechend informiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> befürchtet nach wie vor einen großen Widerstand von seinem<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> bei Kreditausweitung für die DDR.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_11">Die jungen Beamten haben ein weiteres Seminar in Gutenstein abgehal<lb break="no"/>ten und nachher das Bedürfnis gehabt mit mir darüber zu reden. Ich<lb/>
konnte einmal mehr feststellen, daß bei all diesen Beamtenschulungen<lb/>
die daran teilnehmenden sehr zufrieden sind, sie hoffen nur, daß im<lb/>
Anschluß an das dort gelernte und gehörte auch im Ministerium jetzt<lb/>
eine gewisse Nutzanwendung erfolgt. Voraussetzung dafür ist, daß die<lb/>
mit den Sektionschefs vereinbarten Richtlinien der Information und<lb/>
Zusammenarbeit ehebaldigst erlassen werden. Ich war nämlich sehr<lb/>
erstaunt zu erfahren, daß, obwohl diese Frage vor Monaten schon nach<lb/>
intensiven Verhandlungen bereinigt war und alle Sektionschefs zugestimmt<lb/>
haben, noch immer nicht diese <choice><choice><sic>Dienstanweisung</sic><corr>?</corr></choice></choice> den Beamten zur Kenntnis<lb/>
gelangt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Jetzt wird es aber höchste Zeit dies durchzufüh<lb break="no"/>ren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_13">Die Fa. Wechsler, eine Tiroler Keramikfabrik in Schwaz, hat vor längerer<lb/>
Zeit schon das Dekret zur Führung des Staatswappens bekommen, ich<lb/>
selbst wollt es persönlich in der Fabrik überreichen, weil man mir er<lb break="no"/>zählte, ich sollte unbedingt diese handgemalte und doch industriell<lb/>
gefertigte Keramikfliesenproduktion kennenlernen. Da die Firma aber<lb/>
jetzt größten Wert darauf legt, dieses Staatswappen doch zu erhalten,<lb/>
habe ich es ihr sozusagen im Kurzweg in Wien überreicht. Ich versprach<lb/>
bei einer Gelegenheit, wenn ich in Tirol bin und Zeit habe, dort vorüber<lb break="no"/>zusehen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte in Evidenz halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_15">Der slowakische Forstminister <rs type="person" ref="#per__1138460">Margetin</rs> ist auf meine Einladung gekommen,<lb/>
um die Schnittholzimporte aus der CSSR zu besprechen. Das Gesprächsklima<lb/>
war gut, Ergebnis konnte ich aber keines erreichen. Die Nadelschnitt<lb break="no"/>holzimporte sind von 150.000 Festmeter Mitte der 70er-Jahre auf<lb/>
400.000 im vergangenen Jahr gestiegen, die Information, die ich vom<lb/>
Branchenreferenten <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> bekommen habe, war vollkommen unzulänglich,<lb/>
darin hatte ich zu meiner größten Verwunderung auch gelesen, daß ich<lb/>
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akzeptieren, die Vorziehung von GATT-Zollsenkungsrunde anbieten könnte.<lb/>
Eine Rücksprache mit Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, der bei der ÖVP-Klausur in<lb/>
Warmbad-Villach war, ergab genau das Gegenteil. Ich habe daher MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs>, auf den man sich verlassen kann, ersucht, er soll diese Frage<lb/>
noch einmal prüfen. Dem Branchenreferenten <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> habe ich dann ge<lb break="no"/>hörig meine Meinung gesagt, er hat sich ausgeredet, daß angeblich der<lb/>
Holzwirtschaftsrats-Handelskammervertreter, der übrigens auch bei der<lb/>
Sitzung anwesend war, dem zugestimmt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_16">Ich versuchte <rs type="person" ref="#per__1138460">Margetin</rs> klarzumachen, daß womöglich noch vor dem Besuch<lb/>
des Präsidenten <rs type="person" ref="#per__127063">Husák</rs> diese Frage bereinigt werden sollte, die CSSR-<lb/>
Seite hat befürchtet, ich würde darüber mit ihnen einen Art Vertrag<lb/>
abschließen. Dies wäre natürlich in so kurzer Zeit weder möglich noch<lb/>
zielführend. Die Tschechen konnten nämlich mit Recht darauf verweisen,<lb/>
daß ja die österreichischen Importfirmen diese Menge nicht nur von<lb/>
ihnen verlangen, sondern auch verkaufen können. Sie befürchten sogar,<lb/>
wenn nicht die CSSR liefert, dann würden andere Oststaaten, insbesondere<lb/>
die DDR sofort diese Lieferungen übernehmen. Ich versuchte klarzuma<lb break="no"/>chen, daß wir dann auch dort versuchen müßten, da Österreich derzeit<lb/>
um 1 Mio. Festmeter weniger exportieren kann und die österreichischen<lb/>
Holzpreise verfallen, dagegen etwas unternehmen müssen. In Wirklichkeit,<lb/>
und das habe ich dann unseren österreichischen Teilnehmern an der<lb/>
Sitzung klargemacht, habe ich gar keine gesetzliche Handhabe irgend<lb break="no"/>welche Verbote auszusprechen, sondern kann mich nur auf Überreden<lb/>
stützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_17">Handelsrat <rs type="person" ref="#per__114725">Chrust</rs> hat darauf verwiesen, daß die CSSR, wo Importrestrik<lb break="no"/>tionen erwünscht werden und die Kontrakte infolge der Rezession nicht<lb/>
eingehalten werden, wie z.B. mit der VÖEST-Alpine um 70.000 to Koks<lb/>
weniger geliefert wird. Die CSSR ist aber bei uns hoch passiv, d.h.<lb/>
wir importieren wesentlich mehr aus der CSSR, allerdings Rohstoffe, wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114725">Chrust</rs> treffend sagte, als wir in die CSSR exportieren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_18">Nach der Sitzung hat <rs type="person" ref="#per__114725">Chrust</rs> mich neuerdings darauf aufmerksam gemacht,<lb/>
daß er befürchtet, daß die Spaltanlage für Litvinow nicht die VÖEST-<lb/>
Alpine bekommen könnte. Die Japaner, aber ganz besonders die Spanier<lb/>
haben jetzt ein neues Offert, das technisch einwandfrei ist und beson<lb break="no"/>ders günstige Preise und Finanzierung bietet, gelegt. Ich versprach<lb/>
sofort darüber mit GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> zu reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__125291">Martin</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_20">Der angekündigte polnische Vizeminister für den Außenhandel <rs type="person" ref="#per__1138455">Karas</rs><lb/>
ist mit dem Finanzmann <rs type="person" ref="#per__1138461">Bienka</rs>, dem polnischen Botschafter und ganz be<lb break="no"/>sonders dem neuen Handelsrat, der gleichzeitig auch übersetzte, auf<lb/>
Weisung seines Außenhandelsministers <rs type="person" ref="#per__1137560">Nestorowicz</rs>, den ich in Bagdad<lb/>
getroffen habe wegen Verhandlungen nach Österreich gekommen. <rs type="person" ref="#per__1138455">Karas</rs><lb/>
wollte mir lang und breit klarmachen, wie gut es jetzt für Österreich<lb/>
wäre, die Lieferungen nach Polen zu verstärken, da Polen diese Waren<lb/>
dringend braucht. Polen könnte sich ohne weiteres vorstellen, daß wir<lb/>
dafür eine besondere Kreditkondition von der polnischen Seite bekommen.<lb/>
Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Polen die Situation noch<lb/>
immer nicht erfaßt haben. Sie können heute die günstigsten Kreditkon<lb break="no"/>ditionen für die Lieferländer geben, wird kein Land bereit sein, wei<lb break="no"/>tere Kredite zu gewähren. In Wien wurde jetzt für die nicht staats<lb break="no"/>garantierten Kredite die Umschuldung mit den Banken vereinbart, offen<lb/>
ist natürlich noch immer die Umschuldung der garantierten Staatskredite.<lb/>
Da die Polen dringend Getreide brauchen, möchten sie bei uns entsprechen<lb break="no"/>de Mengen wieder auf Kredit kaufen. Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, mit dem ich<lb/>
vorher gesprochen habe, erklärte, er könne sich höchstens bereit erklären,<lb/>
für 100.000 to Getreide Kredit zu geben, wenn die Polen die 340 Mio.<lb/>
S fällige Zinsen sofort bezahlen. Die Polen erklärten mir dezidiert,<lb/>
daß sie dies unmöglich können. <rs type="person" ref="#per__1138461">Bienka</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> darüber noch ver<lb break="no"/>handeln. Da eine Kreditgewährung nicht infrage kommt, habe ich den<lb/>
ursprünglichen Plan ein Bartergeschäft, d.h. für die Getreidelieferun<lb break="no"/>gen andere zusätzliche Lieferungen aus Polen zu vereinbaren, vorgeschla<lb break="no"/>gen. Der polnische Botschafter hat mit Dir. <rs type="person" ref="#per__97880">Rosenstrauch</rs> von Polkarbon<lb/>
gesprochen, dieser könnte sich nur sehr schwer vorstellen, noch zu<lb break="no"/>sätzlich größere Mengen von Kohle in Österreich absetzen zu können, die<lb/>
<choice><choice><sic>er</sic><corr>?</corr></choice></choice> als Gegenlieferung für Getreide in Frage käme. Eine ähnliche Lösung<lb/>
wurde ja auch mit Jugoslawien im Vorjahr gehandhabt und heuer wieder<lb/>
verhandelt. Die Polen glauben, daß sie von der geringeren Lieferung der<lb/>
SU 600.000 to Kokskohle an die VÖEST-Alpine jetzt mit zusätzlichen<lb/>
Lieferungen einspringen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_21">Die polnische Regierung betrachtet alle diese Wirtschaftsmaßnahmen,<lb/>
die sie jetzt treffen müssen, nicht nur sachlich bedingt, sondern auch<lb/>
politisch motiviert. Dies trifft sicherlich zu zumindestens auf die<lb/>
Vereinigten Staaten und andere westeuropäischen Staaten, sicherlich nicht<lb/>
aber für Österreich. Die USA haben ihnen jetzt die Meistbegünstigung<lb/>
gekündigt, ohne daß sie die im GATT-Prozedere Verfahren vorgesehene<lb/>
Konsultation tatsächlich durchführen. Mit demselben Tag, wo sie die<lb/>
Kündigung beim GATT mitteilten, haben sie den Geschäftsträger in<lb/>
Washington ins Handelsministerium berufen, dort diesen Schritt mitge<lb break="no"/><pb n="67-1277" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-11-03_1277.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>teilt und gesagt damit ist die Konsultation erfüllt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_22">Überraschend für mich war, daß doch, wie auch Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
dann feststellen konnte, nach wie vor glauben sie können mit ihrer<lb/>
bisherigen Art ihre Wirtschaftsprobleme lösen. Auf der Posener Messe,<lb/>
wo <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ja Vizeminister <rs type="person" ref="#per__1138455">Karas</rs> kennenlernte, versuchte man denselben<lb/>
Eindruck zu machen wie jetzt auch, Polen kann Kohle in jeder Menge<lb/>
liefern, die SU hat entsprechende Reduktionen ihrer Lieferungen vorge<lb break="no"/>nommen und dafür wird jetzt Polen einspringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-11-03_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte die entsprechenden Liefermengen<lb/>
des Vorjahres und beabsichtigten heurigen Jahres von den einzelnen<lb/>
Ländern und Sorten und Abnehmern tabellenmäßig zusammenstellen lassen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 3.11.1983</head>
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