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            <title type="main">Donnerstag, der 14. Oktober 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band67_1982-10-14</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_01">Donnerstag, 14. Oktober 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_02">In der Fraktionssitzung des Gesamtvorstandes der LUGA berichtete ich<lb/>
über die soz. Fraktionszusammenkunft der Spitzenfunktionäre des ÖGB<lb/>
und der AK. Vor allem appellierte ich aber an die Funktionäre, daß gerade<lb/>
für den kommenden Wahlkampf ein wesentlich stärkerer Einsatz notwendig<lb/>
sein wird, da der ÖAAB bei uns stärker in der Form der christlichen<lb/>
Gewerkschafter alles daran setzen wird, die nächsten Nationalratswahlen<lb/>
für sich zu entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_03">In der Diskussion hat nur der Linzer soz. Landessekretär <rs type="person" ref="#per__1138164">Schaufler</rs> da<lb break="no"/>rauf verwiesen, daß es Gewerkschaftssozialisten und Parteisozialisten<lb/>
gibt. Er wollte damit sagen, daß es eben zwischen den beiden Organisa<lb break="no"/>tionen Differenzen gibt, die sich bis zu den kleinen Sekretären und<lb/>
Funktionären runter feststellen <choice><choice><sic>läßt</sic><corr>lassen</corr></choice></choice>. Dagegen habe ich mich ganz ent<lb break="no"/>schieden ausgesprochen. Ich persönlich kann immer wieder feststellen,<lb/>
so lange und so weit die Gewerkschaftssekretäre die Funktionäre sind<lb/>
da viel stärker verankert eben nur in der Fraktion der Gewerkschaft<lb/>
arbeiten, kann es größere Differenzen geben, so bald aber Gewerkschafts<lb break="no"/>sekretäre und Funktionäre in der Partei, sei es in den Sektionen oder<lb/>
im Bezirk verankert sind, ist diese formelle Trennung meist gar nicht<lb/>
festzustellen. Der ÖAAB und die Fraktion christlicher Gewerkschafter<lb/>
hat da in der Vergangenheit viel größere Differenzen gehabt. Um dem<lb/>
zu begegnen, hat der ÖAAB allerdings jetzt eigene Sekretäre für die Ge<lb break="no"/>werkschaftsarbeit eingestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_04">Parteiobmann-Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtete über die Medienpolitik.<lb/>
Die Printmedien seien bis jetzt privatrechtlich organisiert, die elek<lb break="no"/>tronischen Medien immer öffentlich rechtlich. Der ORF gehört daher<lb/>
seiner Meinung nach unter alle Umständen zu erhalten, wie es jetzt ist<lb/>
und dürfte nicht aufgelockert werden, <choice><choice><sic>so</sic><corr>?</corr></choice></choice> geht es uns bei einer Vielzahl<lb/>
von Anstalten genauso wie bei den Printmedien. Dort gibt es drei große<lb/>
Gruppen, die Kronen-Zeitung, eine gewinnträchtige Zeitung von <rs type="person" ref="#per__97392">Dichand</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97427">Falk</rs>, mit je 1 Mio. S Gewinn nach Steuerabzug pro Tag. Die größte Tages<lb break="no"/>zeitung der Welt, 2 bis 2,1 Mio. Leser. Das Druckimperium, das sich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97392">Dichand</rs> geschaffen hat und von der BAWAG gekauft, ist allerdings defizi<lb break="no"/>tär. Dies kann er sich aber ohne weiteres leisten. 2/3 seiner Leser<lb/>
kommen aus Arbeiterkreisen, daher kommen für die AZ nur mehr wenige<lb/>
über, allerdings <choice><choice><sic>ist</sic><corr>sind</corr></choice></choice> dort daher 73 % der Leser Sozialisten. Um diese<lb/>
2/3 Leser nicht zu verärgern, wird er immer wieder den Sozialisten ge<lb break="no"/>wisse Konzessionen machen. Sobald aber nur ein Minister von der Inte<lb break="no"/><pb n="67-1196" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-10-14_1196.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ressenslage der Eigentümer abweicht, z.B. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> mit seinem Steuerre<lb break="no"/>formprogramm, wird er von den verschiedensten Kolumnisten, <rs type="person" ref="#per__116965">Gnam</rs> auf<lb/>
Seite 2, in der Wirtschaft von <rs type="person" ref="#per__1138165">Frasl</rs> und zuletzt noch von <rs type="person" ref="#per__109961">Staberl</rs> hart<lb/>
angegriffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_05">Die zweite große Zeitung ist der Kurier. Dort werden 51 % durch ein<lb/>
Syndikat St. Vitus gehalten. In diesem Syndikat hat der ehem. Industri<lb break="no"/>ellenpräsident <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> 51 % zu treuen Handen. 37 % hat die Landwirt<lb break="no"/>schaft über die genossenschaftliche Zentralbank, deren Redner ist GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127907">Klauhs</rs> für die RAIKA, Zuckerfabriken und für den Österreichischen Bauern<lb break="no"/>bund. In der Vergangenheit hatte auch noch 10 % der Süddeutsche Verlag,<lb/>
doch hat dieser seinen Anteil eben der genossenschaftlichen Zentral<lb break="no"/>bank verkauft. 12 % ist Streubesitz, wobei ein großer Teil davon in der<lb/>
Verlassenschaft <rs type="person" ref="#per__135654">Pruscha</rs> liegt. Der Kurier hat 88.000 Leser, ebenfalls<lb/>
Gewinn, 81 12 % Dividende, 82 20 % wahrscheinlich. Der Kurier hat ein<lb/>
ganzes Imperium mit Trend, Eco, Neue Wirtschaft, Der Markt, er lebt<lb/>
durch die Inseratenplantagen, die ihm den Gewinn bringen. Profil und<lb/>
Wochenpresse bekämpfen sich, obwohl sie aus dem selben Verlag stammen,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> meint, dieses Gerangel wird ihnen sogar befohlen. Typisches<lb/>
Beispiel die Wochenpresse, wo <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> und <rs type="person" ref="#per__133368">Sauerzopf</rs> von dem jeweiligen<lb/>
Organ unterstützt resp. angegriffen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_06">Die dritte große Gruppe der katholische Preßverein mit seinen Wochen<lb break="no"/>zeitungen. In Niederösterreich gibt es 23 Bezirksausgaben mit 100.000<lb/>
Wochenlesern, in Linz den OÖ Landesverlag, in Tirol den selben und in<lb/>
Bozen Athesia von Südtirol. Herold in Wien gibt die Furche heraus,<lb/>
die stärkste ist aber die Diözese Seckau mit dem Styria Druck und<lb/>
der Kleinen Zeitung in der Steiermark und in Kärnten und vor allem<lb/>
der neuen Vorarlberger Zeitung. Dazu kommen dann auch noch die vielen<lb/>
Kirchenzeitungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_07">Dem gegenüber stehen die sozialistische Presse mit 5 Tageszeitungen,<lb/>
AZ, OÖ Tagblatt, Sbg. Tagblatt, Die neue Zeit in der Steiermark und<lb/>
Klagenfurter Zeitung. Nur letztere ist aktiv und haben eigentlich kei<lb break="no"/>nen großen Einfluß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_08">In der LUGA-Gesamtvorstandssitzung berichte ich über die wirtschafts-<lb/>
und sozialpolitische Situation. Es gibt darüber eine Diskussion, ohne<lb/>
daß besondere Probleme entstehen oder zu verzeichnen wären. Ich ver<lb break="no"/>abschiede bei dieser Gelegenheit auch gleich den christlichen Sekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133118">Hacker</rs>, der in Pension geht und stelle den neuen <rs type="person" ref="#per__1138134">Gabmayer</rs> vor.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_09">Am Abend gibt es dann noch vom Präsidium und allen Angestellten eine<lb/>
Abschiedsfeier für ihn und<add>[die]</add> drei anderen ausscheidenden Kolleginnen,<lb/>
da es bei dieser Veranstaltung wieder eine Dreier-Jazzband gibt, mit der<lb/>
ich schon einmal mit der Mundharmonika mitgespielt habe, ersucht man<lb/>
mich zum Abschied dies auch zu tun, nach dem ich mir dadurch das Essen<lb/>
sparen kann, bin ich sehr einverstanden damit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_10">Im Handelsausschuß des Parlamentes wird zuerst das Investitionsschutzab<lb break="no"/>kommen mit Bulgarien zurückgezogen da die Bulgaren jetzt eine andere<lb/>
Formulierung wünschen. Da ich für diesen Gesetzentwurf nicht zuständig<lb/>
bin, sondern das Außenamt, gibt man sich interessanterweise auch von der<lb/>
FPÖ damit zufrieden, verweist nur darauf, daß eine einseitige bulgarische<lb/>
Bevorrechtung mit diesem Gesetz verbunden wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_11">Über den Energiebericht gibt es eine lange Diskussion. Vor allem be<lb break="no"/>schwert man sich, daß der 81er-Energiebericht jetzt erst im Oktober<lb/>
zur Debatte kommt, ich erkläre, daß ich hoffe, nachdem wir jetzt dann<lb/>
alle zwei Jahre nur mehr einen Energiebericht bringen, das Plenum und<lb/>
der Handelsausschuß noch zu einem Zeitpunkt diesen Bericht dann disku<lb break="no"/>tieren, wo er noch aktueller ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_12">Mit dem Bauernbund-Gen.Sekr. NR <rs type="person" ref="#per__114622">Riegler</rs> diskutiere ich im Handelsaus<lb break="no"/>schuß die Möglichkeit des Ausbaues von Biosprit. Dieser stimmt mir zu,<lb/>
daß es unsinnig ist zu glaube, daß ein eigener Biofonds ähnlich dem<lb/>
Milchwirtschaftsfonds gegründet werden könnte. Er akzeptiert, daß die<lb/>
modernste Technologie aber auch die billigste Biospriterzeugnis nur in<lb/>
Frage kommt, die Landwirtschaftskammer wird die Koordination durch<lb break="no"/>führen. Damit steht für mich fest, daß die Absicht des Stärkemannes<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs>, in Aschach oder in Gmünd eine eigene Spritfabrik zu errichten<lb/>
und auf Kartoffelbasis Sprit zu erzeugen, sicherlich als zu teuer auch<lb/>
von der Landwirtschaft nicht unterstützt werden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_13">Über den Mühlenfondsbericht gibt es auch eine Diskussion. Abg. <rs type="person" ref="#per__112149">Gorton</rs><lb/>
so wie immer verlangt auch in Hinkunft eine Vermögensrechnung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte ergründen, warum der Mühlenfonds diese nicht<lb/>
im Mühlenbericht schreibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_15">Bei der Berggesetznovelle wird ein Beharrungsbeschluß gefaßt. Die Frei<lb break="no"/>heitlichen, <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs>, stimmen diesmal für die Regierungsvorlage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_16">Die Lenkungsmaßnahmen über das Energielenkungsgesetz und auch<lb/>
Novelle zum Erdölbevorratungs- und Meldegesetz wird einstimmig beschlos<lb break="no"/>sen, da ja die von der ÖVP abgelehnten weitergehenden Bestimmungen<lb/>
nicht mehr aufrechterhalten werden, weil ansonsten die ÖVP nicht einmal<lb/>
dieser Verlängerung zustimmen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_17">Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ersuchte mich, ich sollte über die Fernwärmere<lb break="no"/>gelung bei den Finanzlandesreferenten referieren, ich erklärte das<lb/>
Fernwärmekonzept der Regierung und meinte, der Finanzminister, der inzwi<lb break="no"/>schen die Sitzung verlassen hatte, hätte mir die Budgetmittel für einen<lb/>
3 %-igen Zinsenzuschuß zur Verfügung gestellt. Ich erwarte daher, daß<lb/>
auch die Länder bei dieser Aktion nicht nur mitmachen, sondern wir uns<lb/>
auf einen gemeinsamen Zinsenzuschuß einigen, der dann zwischen den<lb/>
Ländern und dem Bund geteilt werden sollte. Dagegen hat sich ganz beson<lb break="no"/>ders Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> ausgesprochen. Er meinte, daß die Wiener Gesell<lb break="no"/>schaft 1 Mrd. Eigenkapital und 2 Mrd. S Kredit von der Gemeinde Wien be<lb break="no"/>kommen hat. Es müßte daher die Vergangenheit ebenfalls abgegolten werden.<lb/>
Die anderen Landesräte, insbesondere der ÖVP waren hier viel konzilian<lb break="no"/>ter. Sie wollten vor allem, daß eine Regelung nur über eine Staatsvertrags<lb break="no"/>vereinbarung 15a erfolgt. Dagegen habe ich gar nichts einzuwenden, ob<lb break="no"/>wohl diese Verhandlungen wiederum längere Zeit dauern werden. Auch in<lb/>
diesem Gremium glaube ich wollen die soz. Landesräte der Länder besonders<lb/>
beweisen, und Wien ist da an der Spitze, daß sie von der soz. Regierungs<lb break="no"/>politik und von der soz. Regierung unabhängiger agieren. Bei dieser<lb/>
Zinsenzuschußaktion verstehe ich dies zwar wenig, denn wenn Wien zu<lb/>
keinem Einvernehmen mit dem Bund kommt, wird es für seine Projekte<lb/>
wieder die volle Zinsenlast zu tragen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte mit Wiener Fernwärmegesellschaft<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_19">Da ich die Finanzreferenten gleich beisammen hatte, ersuchte ich sie<lb/>
auch für die österreichische Fremdenverkehrswerbung, da für das Jahr<lb/>
83 keine Erhöhung über die 6 % zu erwarten ist, für das Jahr 84 mind<lb break="no"/>estens dann 10 % vorzusehen. Die Finanzreferenten haben zwar nichts<lb/>
zugesagt, aber wohlwollend meinen Wunsch zur Kenntnis genommen. Damit<lb/>
können sie in Zukunft wenigstens nicht mehr sagen, man hat sie nicht<lb/>
zeitgerecht über die Intentionen der Fremdenverkehrswerbung informiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> soll dies allen Fremdenverkehrsverantwort<lb break="no"/>lichen mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_21">Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mich offiziell verständigt, daß er über die<lb/>
Entscheidung der Wiener, gegen den Bescheid für das Kohlekraftwerk<lb/>
Dürnrohr Einspruch zu erheben sehr erschüttert ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat aufgrund<lb/>
einer Mitteilung von Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> vor einiger Zeit angenommen, daß dies<lb/>
jetzt endgültig erledigt ist. Zwischen der Gemeinde Wien, der Verbund<lb/>
und der NEWAG, die das Dürnrohr-Kraftwerk errichten, war es nach länge<lb break="no"/>ren Diskussionen zu <choice><choice><sic>einer</sic><corr>?</corr></choice></choice> gemeinsamen Erklärung gekommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> er<lb break="no"/>suchte mich, ich sollte mich mit <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> ins Einvernehmen setzen, der<lb/>
Einfachheit halber tat ich dies nicht telefonisch, sondern bin gleich<lb/>
zu ihm gefahren und habe ihn in der Stadtratsfraktion, diese wird Amts<lb break="no"/>rat genannt, angetroffen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und ganz besonders dann Umweltschutz<lb break="no"/>stadtrat <rs type="person" ref="#per__97913">Schieder</rs> erklärten mir, sie hätten festgestellt, daß die<lb/>
Verbund ihre Verpflichtungen nicht eingehalten hat, sie sozusagen rein<lb break="no"/>legen wollten. Dies wird in einem Schreiben des Bürgermeisters an die<lb/>
Verbund festgehalten. Der wahre und wirkliche Grund aber ist, daß Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138168">Draxler</rs> von der EVA bei einer Fraktionsbesprechung der ÖVP anwesend<lb/>
war, da die nicht wußten, daß er nicht ihrer Fraktion angehört, erzählten<lb/>
sie freimütig, daß jetzt Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> den Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
reinläßt. Dieser stimmt den Bescheidauflagen vom Bgm. von Zwentendorf<lb/>
zu. <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> wird dann als Vizebürgermeister dagegen remonstrieren und die<lb/>
Gesundheit der Wiener Bevölkerung an die Spitze seiner Angriffe gegen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> stellen. Die Niederösterreicher, insbesondere LH <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> werden<lb/>
dann erklären, dies ist richtig und für Dürnrohr soll eine ähnliche<lb/>
Lösung dann getroffen werden wie für Mellach. Das Kraftwerk wird zuerst<lb/>
mit Gas gefahren und erst bis die Kohleentschwefelungsanlagen so weit<lb/>
sind, wird auf Kohle umgestellt. Da in dem Amtsrat die allgemeine<lb/>
Stimmung natürlich gegen einen solchen Plan war, hatte <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> Oberwasser,<lb/>
für mich war aber entscheidend, daß <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und <rs type="person" ref="#per__97913">Schieder</rs> <choice><choice><sic>wie</sic><corr>?</corr></choice></choice> insbesondere<lb/>
behauptete, die Verbund hätte sie reingelegt. Ich habe sofort erklärt,<lb/>
daß ich diesbezüglich die Verbund kontaktieren werden und sollte das<lb/>
zutreffen zur Verantwortung ziehen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_22">Eine Aussprache mit GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> ergab, daß dies nicht stimmt. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
hatte das Schreiben noch nicht erhalten und wird es bis in die letzten<lb/>
Details genau beantworten. Bezüglich der Reinlegerpolitik von <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs><lb/>
gegenüber <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> ist er fest davon überzeugt, daß die niederösterreichi<lb break="no"/>sche Landesgesellschaft, deren Präsident LH <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> ist, so etwas niemals<lb/>
machen wird, er ist fest in dieser Frage mit GD <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> von der NEWAG<lb/>
verbunden und er konnte auch eine Aussendung des Landes NÖ vorlegen.<lb/>
Dies war mir zu wenig, denn eine Landesaussendung ist keinesfalls eine<lb/>
bindende Aussage des Landeshauptmanns. Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> verlangt von LH <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs>,<lb/>
aber auch von mir als Eigentumsvertreter der Verbund eine schriftliche<lb/>
<pb n="67-1200" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band67/67_1982-10-14_1200.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Erklärung, um sich gegen eine solche Reinlegertaktik gegenüber <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs><lb/>
absichern zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte entsprechendes Schreiben nach<lb/>
entsprechenden Verhandlungen vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_24">Bei der Verabschiedung der alten ÖMV-Vorstände und Vorstellung der<lb/>
neuen hatte ich Gelegenheit mit dem Präsident des Aufsichtsrates der<lb/>
Verbund, ehem. Handelskammer-Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> darüber zu sprechen. Er<lb/>
mußte zugeben, er hätte auch schon so etwas gehört, glaube dies aber<lb/>
keinesfalls.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_25">Bei der Sendung 25 Jahre Österreichwoche habe ich Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> von<lb/>
der Handelskammer getroffen und ihm auch dasselbe gesagt. Er äußerte sich<lb/>
gar nicht, war aber über die Aktionen, die jetzt der Wiener Handelskammer<lb break="no"/>präsident <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> mit dem Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> startet, sehr ver<lb break="no"/>ärgert. Beide hatten nämlich die Handelskammerpolitik indirekt eben<lb break="no"/>falls kritisiert, indem sie erklärten es müßte ein ganz neue und bessere<lb/>
Politik gemacht werden. Innerhalb der ÖVP, Wirtschaftsbund entstehen<lb/>
durch <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> ausgelöst in Wien immer stärkere Spannungen, die selbst ich<lb/>
jetzt als Außenstehender beobachten kann. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist so verärgert, daß<lb/>
er über diese Sache gar nicht mehr sprechen will.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-14_26">Bei dieser 25 Jahre Österreichwoche sollte ich ein sehr kurzes State<lb break="no"/>ment abgeben, als mich der Moderator <rs type="person" ref="#per__134106">Tolar</rs> fragte, wie es in dieser<lb/>
so schlechten prognostizierten Zukunft mit Österreich weitergehen wird,<lb/>
antwortete ich lapidar, wenn wir in Zukunft genauso gut zusammenar<lb break="no"/>beiten wie in den 25 Jahren seitdem es die Österreichwoche gibt, dann<lb/>
werden wir auch die Zukunft derpacken. Mit diesem, wie mir die Regie<lb/>
sagte, Hit waren alle einverstanden und begeistert. Für mich war dies<lb/>
die beste Gelegenheit aus dem Dilemma herauszuwurschteln. Das hätte<lb/>
ich der Österreichwoche besonders empfohlen wenn dies die Handelskammer<lb/>
besonders herausgestrichen hätte. Internationale Verwicklungen womöglich<lb/>
in der EFTA durch eine protektionistischer angekündigte Politik bekommen<lb/>
hätte. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte nachher zu mir, Sie machen doch überall und<lb/>
immer wieder Regierungspropaganda. Dies trifft in dem Fall aber nur<lb/>
indirekt zu, denn ich sprach immerhin von 25 Jahren. Ich gebe allerdings<lb/>
zu, daß die jungen Leute wahrscheinlich gar nicht mehr wissen, daß<lb/>
die sozialistische Regierung nur 12 Jahre derzeit im Amt ist.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <occupation>LH-Stv. Burgenland, ÖVP</occupation>
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                  (in einem Buch zur Geschichte von Hoflieferanten als Hans Pruscha genannt); diese
                  1971 von Fa. Goldix gekauft; ev./vmtl. ident mit Pruscha, A (sog. Garagenkönig,
                  Avanti-Tankstellen)?]</occupation>
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