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            <title type="main">Mittwoch, der 13. Oktober 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_01">Mittwoch, 13. Oktober 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_02">Bei der Brotwoche hat der Verein für getreidewirtschaftliche Marktfor<lb break="no"/>schung nicht nur etliche Zegerln mit allen guten Brotsorten gebracht,<lb/>
sondern gleichzeitig auch seine Wünsche deponiert. Der Mühlenvertreter<lb/>
ersuchte, daß wir nach der SU oder überhaupt so weit wir Getreide ex<lb break="no"/>portieren doch Mehl exportieren sollten, die Bäcker wieder hatten nur<lb/>
einen einzigen Wunsch, nämlich daß endlich der Brotpreis als Fixpreis<lb/>
festgelegt wird. Jenes konnte ich problemlos zusagen, dieses aber wird<lb/>
erst zwischen den Sozialpartnern abzusprechen sein. Beim Rausgehen<lb/>
meinte dann noch ein zweiter mitgehender Mühlenvertreter, daß er sich<lb/>
bei mir herzlichst bedankt, daß das Mühlengesetz wieder verlängert<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_03">Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> und der bereits wieder aus Berlin geschickte <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs><lb/>
kamen um insbesondere die Verhandlungen jetzt zu konkretisieren, die<lb/>
zur Durchführung des <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-<rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs>-Paketes nach Meinung der Deutschen<lb/>
dringendst notwendig ist. Vorerst erklärte ich ihnen, daß ich mit der<lb/>
Handelskammer über die Konsumgüterlieferungen gesprochen habe, mit<lb/>
VÖEST-Alpine über die Stahllieferungen, <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> meinte, und dies zu<lb/>
Recht, daß ich eigentlich wegen der Aufteilung der Stahllieferungen mit<lb/>
VEW ebenfalls Kontakt aufnehmen sollte, ich habe sofort GD <rs type="person" ref="#per__114559">Bayer</rs> vor<lb/>
den Deutschen davon informiert. In Wirklichkeit aber war ihr Haupt<lb break="no"/>problem der Bezug von Öl, Intrac, GD <rs type="person" ref="#per__126429">Steinebach</rs> würde nämlich jetzt<lb/>
sofort mit der ÖMV Kontakt aufnehmen. Ich habe Dir. <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> davon<lb/>
verständigt und für nächsten Donnerstag einen Termin vereinbart.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> erklärte mir dezidiert, daß Dir. <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> von der Österr.<lb/>
Kontrollbank ihm gerade vor 5 Minuten erklärt hat, daß eine Finanzie<lb break="no"/>rung durch ihn nicht in Frage kommt, weil der Ölexport den Bestimmun<lb break="no"/>gen widerspricht. Diese Meinung teile ich nicht ganz. Die DDR wünscht<lb/>
übrigens außer Rohöl vor allem Benzin und auch Diesel geliefert, möchte<lb/>
dies aber auf das Konto Lieferung von chemischen Produkten für 600 Mio.<lb/>
S. Ich habe den Deutschen die ablehnende Haltung von der österreichi<lb break="no"/>schen Kontrollbank klar gemacht und erklärt, dies müsse noch der Fi<lb break="no"/>nanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> im Detail besprechen. Ich informierte<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> und <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs> über das Interview mit Profilredakteurin <rs type="person" ref="#per__118868">Palme</rs>.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> war über das Wissen von Profil genauso wenig erfreut als ich.<lb/>
Meinte aber in Österreich haben es eben schon zu viele gewußt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_05">In der AK gab es eine fraktionelle Aussprache der Gewerkschaftsobleute,<lb/>
Zentralsekretäre mit den AK-Präsidenten und Kammeramtsdirektoren. Der<lb/>
Leiter der soz. Fraktion im ÖGB, AK-Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> meinte, daß 1981<lb/>
eine erste solche Gesprächsrunde stattgefunden hat, dort hätte man eine<lb/>
politische Übersicht gegeben und damit die Spitzenvertreter der Ge<lb break="no"/>werkschaften im Bundesgebiet informiert. In Hinkunft soll dies nicht<lb/>
alle Jahre nur einmal sein sondern womöglich in Zwei- bis Drei-Monats-<lb/>
Intervallen. In Zukunft solle man auch noch die Sozialversicherungsträ<lb break="no"/>ger heranziehen, damit man mehr Informationen, die jetzt nur von Sozial<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> und dem Präs. des Hauptverbandes und gleichzeitig<lb/>
Zentralsekretär der Bau- und Holzarbeiter <rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs> bekommt. Wichtig<lb/>
sei jetzt vor allem, die Fragen der Finanzen des ÖGB insbesondere der<lb/>
soz. Fraktion zu berichten und diskutieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_06">Der AK-Tags-Vorstand kommt öfters zusammen, hat daher mehr Information<lb/>
doch auch dort müsse wesentlich mehr noch Detailinformationen gegeben<lb/>
werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_07">Auch die Kollektivvertragslohnkommission im Gewerkschaftsbund müßte<lb/>
jetzt aktiviert werden, die Einkommenspolitik müßte in diesem Rahmen<lb/>
diskutiert werden, sozusagen in uns und nicht wie dies ja gerade in der<lb/>
letzten Zeit immer wieder aufgetaucht ist, insbesondere zwischen den<lb/>
Privatangestellten und den Metallarbeitern oder auch zwischen dem<lb/>
öffentlichen Dienst und Metallarbeitern in der Öffentlichkeit disku<lb break="no"/>tiert, um nicht zu sagen gestritten wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_08">Diese Zusammenkunft soll auch einmal mehr dazu beitragen, daß wir bei<lb/>
den Nationalratswahlen geschlossen auftreten, wie es für die soz.<lb/>
Fraktion der Gewerkschaft gehört und wie es in Wirklichkeit der ÖAAB<lb/>
jetzt von uns übernommen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_09"><rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> präsentierte dann auch das neugegründete Institut für Wirtschaft<lb/>
und Umweltschutz. Dieses ist von der AK und vom ÖGB geschaffen worden<lb/>
um eine Faktenergründung zu haben. Ihm kommt es darauf an, daß auch hier<lb/>
innerhalb des ÖGB und der AK diskutiert wird. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> verwies mit<lb/>
Recht darauf, daß es einen Bruch in der Ansicht der jungen Funktionäre<lb/>
und vor allem der Mitglieder und den Älteren in der ökologischen Frage<lb/>
gibt. Der ÖGB muß aber entsprechende Antwort geben. Für dieses Insti<lb break="no"/>tut wird auch, und dies ist strengst vertraulich, <rs type="person" ref="#per__126916">Traxler</rs> von der Ver<lb break="no"/>bund eine Zeitung herausgeben, diese wird in 10.000 Exemplaren erschei<lb break="no"/>nen und den Betriebsräten zugesendet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_10"><rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> berichtete dann über die Betriebsratswahlanalysen. In der<lb/>
ÖGB-Fraktion hätte man schon festgestellt, daß der ÖAAB und die Fraktion<lb/>
christlicher Gewerkschafter FCG insbesondere im Westen, Tirol, Salzburg,<lb/>
Vorarlberg, stärker werden. Dies erklärt sich dadurch, daß noch immer<lb/>
eine Mandatszuteilung erfolgt ohne die Gewichtung zu berücksichtigen.<lb/>
Bis 20 Beschäftigte gibt es 3 Betriebsräte, bis 200 sind es 5 Betriebs<lb break="no"/>räte, wenn also 5 Betriebe mit 20 wählen, sind das 15 Betriebsräte ge<lb break="no"/>genüber den 5 Betriebsräten des 200-Mann-Betriebes.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_11"><rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> gab dann einen politischen Bericht. Im Präsidium des Nationalra<lb break="no"/>tes, der gerade mit der ÖVP über den Termin der nächsten Wahlen disku<lb break="no"/>tiert, wenn der ÖVP-Antrag durchgegangen wäre, hätten wir zu Weihnach<lb break="no"/>ten wirklich wählen müssen. Darin sieht er <choice><choice><sic>ein</sic><corr>?</corr></choice></choice> wenig ernsthafte Vor<lb break="no"/>schläge. Der Einspruch des jetzt mehrheitlichen Bundesrates macht eine<lb/>
Terminplanung mit allen Gesetzen notwendig. Die ÖVP wird die Einspruchs<lb break="no"/>frist von 2 Monaten in den meisten Fällen jetzt ausnützen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> appellier<lb break="no"/>te auch an die Präsidenten der Kammern, daß diese ihre Abteilungen ver<lb break="no"/>anlassen sollten, und dies gilt ganz besonders für Wien, daß sie nicht<lb/>
gleich mit Ergebnissen in die Öffentlichkeit gehen, dazu müßten sie vor<lb break="no"/>erst im Präsidium berichten und dort müßte man entscheiden, wie vorge<lb break="no"/>gangen wird. Als Beispiel erwähnte er, daß es jetzt eine neue Berechnung<lb/>
über die Reallöhne gibt, wodurch jetzt die AK Reallohnverluste konstru<lb break="no"/>iert, die es in der Vergangenheit gar nicht gegeben hat.<lb/>
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Richtsatz ist 5,1 %. Mit <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> hätte man sich geeinigt, daß alle<lb/>
jetzt im nächsten Jahr eine 5,5 %-ige Erhöhung ihrer Pensionen bekommen.<lb/>
Die Steuersenkung die mit 1.1.83 in der zweiten Etappe auch eintritt,<lb/>
wird überhaupt nicht mehr erwähnt und scheinbar auch gar nicht berück<lb break="no"/>sichtigt. Jetzt kommen wieder Sozialromantiker und möchten für Heiz<lb break="no"/>kosten einen entsprechenden Zuschlag für die Ausgleichszulagenempfänger.<lb/>
Dies müsse man entschieden ablehnen.<lb/>
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die geschützten Branchen müßten bedenken, daß die anderen, die in Welt<lb break="no"/>marktkonkurrenz stehen, nicht annähernd ihre Lohnerhöhungen durchsetzen<lb/>
können. Diese rückhaltende Lohnpolitik gilt auch für die eigenen Ange<lb break="no"/>stellten im ÖGB. Er appellierte an die AK, daß hier Gleichklang herrschen<lb/>
muß, die AK bezahlt nämlich jetzt schon unvergleichlich besser als der<lb/>
ÖGB. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> erinnerte daran, daß die Lohnpolitik der Sozialversicherung<lb/>
in der Öffentlichkeit hart kritisiert wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_14">Auf die Wahlen zu sprechen kommend meinte er, die ÖVP wird jetzt den<lb/>
Gesundheitszustand <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> durch entsprechende Schmutzpropaganda nicht<lb/>
offiziell, aber dafür um so hintenherum heruntermachen. Er meinte, man<lb/>
müsse sich nur den Terminkalender von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ansehen, dann wird mancher<lb/>
sich wundern und müßte mit Essig gewaschen werden um diese Arbeitslei<lb break="no"/>stung zu vollbringen. Die Finanzierung der Wahlen wird an die soz. Frak<lb break="no"/>tion des ÖGB große Anforderungen stellen, das wichtigste aber sei die<lb/>
einheitliche Sprachregelung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_15">Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> meinte in der Sozialversicherung sei es not<lb break="no"/>wendig, nicht nur die Funktionäre in Hinkunft zu erfassen sondern auch<lb/>
die leitenden Angestellten. Ebenso schlug er vor, daß man die Vorstands<lb break="no"/>direktoren der verstaatlichten Betriebe, soweit sie eben Sozialisten<lb/>
sind, heranziehen sollte.<lb/>
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Fachgruppen usw., ist aber auch der Meinung, daß die Sozialversicherungs<lb break="no"/>träger stärker herangezogen werden sollten. Der wichtigste Punkt aber<lb/>
war eben, daß er darauf verwies, daß im ersten Beschäftigungsgesetz die<lb/>
Landeshauptleute tatsächlich sabotiert haben, was er glaubt nachweisen<lb/>
zu können. Im zweiten Beschäftigungsgesetz dagegen haben sie bereits<lb/>
viel aktiver mitgewirkt.<lb/>
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jetzt durch ein BÜG 2,1 Mrd. S für die Arbeitslosenversicherung er noch<lb/>
vom Finanzminister bekommen muß, dies ist darauf zurückzuführen, daß<lb/>
die Arbeitslosenrate von 2,8 % auf 3,7 % angestiegen ist, um 28.000<lb/>
mehr, die in brutto sogar um 2,3 Mrd. mehr Aufwand erfordern. In der<lb/>
Summe aber kosten die mehr Arbeitslosen sogar 5 Mrd., weil man Steueraus<lb break="no"/>fall und Sozialversicherungsabgabenausfall ebenfalls berechnen muß. Für<lb/>
die Pensionsversicherung braucht er 1 1/2 Mrd. S BÜG, eine Erhöhung der<lb/>
Pensionsbeiträge kommt nicht mehr in Frage, da wir jetzt bereits Arbeit<lb break="no"/>geber und Arbeitnehmer 21,1 % Obergrenze erreicht haben. Notwendig wird<lb/>
es daher in Zukunft sein, die kumulierenden Leistungen durch Ruhensbe<lb break="no"/>stimmungen doch wieder auf ihre ursprüngliche gesetzliche Regelung<lb/>
zurückzuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_18"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> appellierte an die öffentlich Bediensteten, in Hinkunft selbst<lb break="no"/>verständlich nach den Wahlen dafür Verständnis zu haben, daß insbesonde<lb break="no"/>re für die Arbeitslosenversicherung, wo ja die öffentlich Bediensteten<lb/>
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Auch bei der Arbeitslosenversicherung wurde 81 von 2,1 % auf 2,6 %, 82<lb/>
dann auf 3 % erhöht, in Zukunft wird man wahrscheinlich 4 % brauchen und<lb/>
dies können die Arbeiter und Angestellten, die ja heute nur Arbeitslosen<lb break="no"/>versicherungsbeiträge zahlen, nicht allein aufbringen. Die Schichtung der<lb/>
Arbeitslosigkeit zeigt, daß bis 17 Jahre keine Arbeitslosen sind, bis<lb/>
25 Jahre 25 %, bis 30 Jahre 41 %. Eine Möglichkeit jetzt für diese eine<lb/>
besondere Leistung zu erbringen ergibt sich nicht, weil die weitere Schich<lb break="no"/>tung klar uns zeigt, daß 55 bereits alle wieder von der Arbeitslosen in<lb/>
die Pension abgeschoben wurden und auch in Hinkunft werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_19"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> meinte, trotzdem gibt es keinen Sozialstopp, er erinnerte an<lb/>
das Nachtschichtgesetz, Arbeitnehmerschutznovelle, Urlaubsverlängerungs<lb break="no"/>novelle, die er jetzt eingebracht hat, Arbeitsmarktförderungsnovelle wo<lb/>
er weitere 600 Mio. braucht und auch kriegen wird, und wo insbesondere durch<lb/>
den Anpassungsfaktor und durch die Pensionserhöhung die Pensionisten<lb/>
oft mehr kriegen als die im aktiven Dienst stehenden. Dies gilt insbeson<lb break="no"/>dere für den nächstjährigen Richtsatz. Der Anpassungsfaktor<add>[hätte?]</add>, und das wieder<lb break="no"/>holte er noch einmal, 5,1 % betragen, wird aber mit 5,5 % festgelegt, dies<lb/>
bedeutet, daß man für die Pension 6 Mrd. S aufbringen muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_20">Die Diskussion ging dann noch weiter, brachte aber keinerlei konkrete Er<lb break="no"/>gebnisse, außer daß der übereinstimmende Wunsch herrschte, in Hinkunft nicht<lb/>
mehr eine Tour d'Horizon über die politische und wirtschaftliche Situ<lb break="no"/>ation zu machen, sondern sehr konkrete zwei bis drei Themen vorher be<lb break="no"/>reits in der Aussendung anzukündigen und dann auch im Detail durchzudis<lb break="no"/>kutieren. Mir erscheint eine solche Zusammenkunft deshalb für notwendig,<lb/>
weil damit die Gewähr besteht, daß doch bundeseinheitlich Sprachregelung<lb/>
und insbesondere Information erfolgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Termine als Priorität I betrachten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_22">Vor dieser Aussprache habe ich mit <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> über die Möglichkeit der<lb/>
Sanierung der Rennwegkaserne gesprochen, da Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> im<lb/>
kleinsten Kreis ja zu erkennen gibt, daß die Gemeinde kaum Tauschflächen<lb/>
anbieten kann, meinte <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs>, er wird jetzt dies in die Hand nehmen.<lb/>
Für nächste Woche hat er einen Beamtengipfel einberufen, er ersuchte mich,<lb/>
daß auch das Handelsministerium und die Landstraße vertreten sein sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Du und Bezirksvorsteher <rs type="person" ref="#per__144759">Reviczky</rs> sollen<lb/>
daran teilnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_24">Bei der Sekretärsbesprechung bei der LUGA hat es zu meiner größten Über<lb break="no"/>raschung für mich überhaupt keinerlei Anfragen oder auch Kritiken gege<lb break="no"/>ben. Früher war es so, daß die Sekretäre, da ja keine Funktionäre dabei<lb/>
sind, mich zumindestens mit Lohn- und Gehaltsfragen, ich will nicht sagen<lb/>
traktiert, aber doch die Wünsche zumindestens geäußert haben. Jetzt dürfte<lb/>
es Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> geglückt sein, ihnen klar zu machen, daß wir<lb/>
zusätzliche Leistungen nicht erbringen können, und daß andererseits er<lb/>
alles unternimmt, um jedem einzelnen wirklich hier individuell zu helfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_25">Bei der Sekretärsbesprechung wurde mir vorgeschlagen, daß der Handelsmini<lb break="no"/>steriumsbeamte Dr. <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> bei Aussprachen der Betriebsräte in der Gewerk<lb break="no"/>schaft oder zwischen Betriebsräten in einzelnen Gruppen überhaupt an<lb break="no"/>wesend sein sollte. Ich habe es ihnen sofort zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Möglichkeit <rs type="person" ref="#per__133371">Mandls</rs> immer sicherstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_27">Lang wurde dann über das Problem Biosprit diskutiert, der Gmünder Ver<lb break="no"/>treter <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> möchte jetzt eine Brennereifabrik errichten, die er<lb/>
dann auch für Biosprit verwenden kann und angeblich in Vormerklohn<lb/>
Sprit herstellen. Da alle überzeugt sind, daß früher oder später dann<lb/>
diese Fabrik auch ein Kontingent von Brennwein aus Österreich bekommen<lb/>
muß, bestehen bei der Gruppe Getränke, wo er schon eine riesige Überkapa<lb break="no"/>zität auf diesem Gebiet festgestellt wird, dagegen größte Bedenken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte genau überprüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_29">Der britische Handelsminister <rs type="person" ref="#per__1138159">Rees</rs> war nur kurze Zeit in Österreich, der<lb/>
britische Botschafter war sehr froh, daß ich zum Essen gekommen bin, da<lb/>
ich dadurch Gelegenheit hatte, mit <rs type="person" ref="#per__1138159">Rees</rs> über politische Fragen zu disku<lb break="no"/>tieren. Dieser war jetzt in Ungarn und reist dann in die CSSR und inte<lb break="no"/>ressierte sich über die Einstellung Österreichs zu den COMECON-Staaten.<lb/>
Soweit ich dies mit meinem schlechten Englisch konnte, habe ich versucht,<lb/>
ihm unsere Politik klarzumachen. Der britische Botschafter meinte beim<lb/>
runtergehen, weil ich immer wieder darauf hinweise, daß ich oft sicher<lb break="no"/>lich furchtbare falsche Ausdrücke verwende, dies stimmt überhaupt nicht,<lb/>
man versteht mich ganz hervorragend. <choice><choice><sic>Mein</sic><corr>Zu meinem?</corr></choice></choice> Hinweis, daß ich oft kaum<lb/>
den Inhalt der schnell sprechenden und natürlich in ihrer Muttersprache<lb/>
mit riesig vielen Wörtern, die ich nicht kenne, sich ausdrückenden Englän<lb break="no"/>der verstehen <choice><choice><sic>muß</sic><corr>kann?</corr></choice></choice>, meint er, es müßte doch funktionieren, denn aus den<lb/>
Antworten könne er feststellen, daß alles bestens ist. Mein schlechtes<lb/>
Englisch, die verhältnismäßig schlechte englische Küche, beides paßt<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_30">Im Integrationsausschuß des Parlamentes kam außer einem Wissenschaftsge<lb break="no"/>setzentwurf, Beteiligung bei der Klärschlammklärung auch der Integrations<lb break="no"/>bericht des Vorjahres zur Debatte. In der Debatte selbst wurde von den<lb/>
ÖVP-Abg., die SPÖ-Abg. redeten überhaupt nicht, waren auch am Anfang<lb/>
kaum beschlußfähig, so wenige waren anwesend, wollten diese entsprechende<lb/>
Auskünfte, die ich ihnen auch restlos erteilen konnte, wie es in der<lb/>
Integration weitergeht, warum nicht mehr für die Bauern geschieht usw.<lb/>
Jahr für Jahr wiederholt sich dasselbe, so daß ich eigentlich froh bin,<lb/>
daß in Hinkunft nur alle zwei Jahre ein solcher Bericht gegeben wird.<lb/>
Dazu brauchen wir gar keine gesetzliche Änderung, denn ich habe keiner<lb/>
jährliche Berichtsverpflichtung, sondern nur eine diesbezügliche Erklä<lb break="no"/>rung am Anfang der Legislaturperiode abgegeben. Der Vorsitzende des Inte<lb break="no"/>grationsausschusses, Chemiearbeiterobmann <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>, ist überhaupt der Meinung<lb/>
man sollte den Integrationsausschuß in der nächsten Legislaturperiode auf<lb break="no"/>lösen. Die Integration ist nach seiner Meinung nach abgeschlossen und<lb/>
was hier zur Debatte steht, könnte man auch im Handelsausschuß besprechen.<lb/>
Die ÖVP hat sich in der Vergangenheit nur dagegen gewehrt und wird dies<lb/>
sicherlich auch in Zukunft tun. Für mich war es beeindruckend, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> aus rein sachlichen Gründen einen solchen Vorschlag machte, es<lb/>
wird wenige Obleute von Ausschüssen geben, die sozusagen wenn sie wenig<lb/>
zu tun haben dann erklären, lösen wir den Ausschuß auf, die meisten von<lb/>
ihnen legen größten Wert darauf, eben als Ausschußvorsitzende gegenüber den<lb/>
anderen Abg. doch ein wenig herausgestrichen zu werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Was sagst Du zu der selbstlosen Art von <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> und<lb/>
zu seinem Vorschlag.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band67_1982-10-13_32">In der LUGA haben wir eine Festveranstaltung 90 Jahre LUGA gefeiert. In<lb/>
dem sehr traditionsreichen Saal, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> erinnerte mich beim raufgehen wie<lb/>
es noch 47 hier harte Betriebsrätekonferenzen des ÖGB gegeben hat, wurde<lb/>
diese Feier abgehalten. Das Volkstheater hat von <rs type="person" ref="#per__1138163">Peter Haie</rs> <add>[?]</add> aus dem Leben<lb/>
von Lebensmittelarbeitern dramatisch dargestellt und insbesondere einige<lb/>
Gedichte von <rs type="person" ref="#per__1138160">Petzold</rs> und von dem ehem. Lebensmittelarbeiter, Brauer und<lb/>
Fleischergehilfen <rs type="person" ref="#per__1138161">Weinheber</rs> rezitiert. Der Chor des ÖGB unter Führung von<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__1138162">Weiss</rs> hat die musikalische Umrahmung gegeben. Das ganze war wirk<lb break="no"/>lich sehr schön, sehr beeindruckend, Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> für die AK und Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> für den ÖGB haben nach meiner Laudatio dann auch uns herzlichst<lb/>
dazu gratuliert. Diesmal ist die ganze Aufführung auf Videorecorder auf<lb break="no"/>gezeichnet worden, unsere ursprünglichen Veranstaltungen 60 Jahre LUGA,<lb/>
süßes Leben, 100 Jahre Zuckerbäcker in der AK, 25 Jahre LUGA unter dem<lb/>
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gegangen. Gleichzeitig wurde auch von mir dann unser neue Museum eröffnet,<lb/>
das ebenfalls sehr beeindruckend ist, am meisten aber hat dann die Lei<lb break="no"/>stungsschau der LUGA, sprich ein riesen Buffet unserer Betriebe, die sich<lb/>
überstürzten an Angebot, Anklang gefunden.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 13.10.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 148. Ministerratssitzung, 12.10.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Nachtrag TO 149. Ministerratssitzung, 13.10.1982</head>
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