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            <title type="main">Donnerstag, der 30. September 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band66_1982-09-30</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_01">Donnerstag, 30. September 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_02">Der ehemalige Außenhandelsminister von Jugoslawien <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> ist jetzt<lb/>
wieder Generaldirektor der Ljubljanska Bank. Als Slowene ist er froh,<lb/>
wieder in Ljubljana zu sein, die Jugoslawen sind lieber in ihren Ländern<lb/>
als in der Zentralstelle in Belgrad. Trotzdem interessiert er sich<lb/>
natürlich noch für die jugoslawisch-österreichischen Beziehungen.<lb/>
Er selbst und sein Direktor von der Adria Bank wollten daher wissen, wie<lb/>
es jetzt z.B. mit dem Karawankentunnel weitergeht. Zur Freifinanzierung<lb/>
und für die anlaufenden Zinsen müßten 600 Mio. S noch aufgebracht wer<lb break="no"/>den, an der Freifinanzierung ist allerdings bis jetzt die sofortige Inbe<lb break="no"/>triebnahme des Baues gescheitert. <rs type="person" ref="#per__117981">Rotar</rs> war sehr erstaunt zu hören, daß<lb/>
die nächste jugoslawisch-österreichisch Gemischte Kommission in Wien<lb/>
nicht vom neuen Außenhandelsminister, sondern vom jugoslawischen Finanz<lb break="no"/>minister geleitet wird. Für mich ist es selbstverständlich, denn dieser<lb/>
möchte sicher wegen eines neuen Kredites, vielleicht sogar Kreditabkom<lb break="no"/>men, mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> in Kontakt kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Vorsprachetermin bei <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> mit seinem<lb/>
Büro vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_04">Vom slowenischen Ministerpräsidenten brachte er mir den Dank, daß wir<lb/>
seine Fremdenverkehrsministerin so gut betreut hatten, gleichzeitig werde<lb/>
ich eingeladen, zu welchem Zeitpunkt auch immer und so lange wie immer,<lb/>
aber unbedingt Slowenien zu besuchen. Die Regierung hätte ein großes<lb/>
Interesse mit mir unbedingt Gespräche zu führen. Im Prinzip habe ich<lb/>
zugesagt, gleichzeitig aber darauf verwiesen, daß ich dies nur in Kombi<lb break="no"/>nation mit einem Kärntenbesuch mit einem Abstecher nach Ljubljana machen<lb/>
könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Ich glaube, vor den Wahlen wird es sowieso nicht<lb/>
gehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_06">Im Konsumentenpolitischen Beirat, den Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> jetzt sch<add>[-on?]</add><lb/>
sehr souverän führt und absolut in der Hand hat, ersuchte sie mich, ich<lb/>
solle den KR <rs type="person" ref="#per__112013">Zach</rs>, der jetzt durch Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> in<lb/>
der Arbeitsgruppe Strukturwandel im Handel abgelöst wird und der in<lb/>
Hinkunft auch wahrscheinlich mehr die Handelsinteressen in allen Gremien<lb/>
vertreten wird und auch den Wechsel vom Rechtsausschuß, Dr. <rs type="person" ref="#per__139866">Kupka</rs>, dem<lb/>
neuen Leiter der Rechtsabteilung, anstelle des jetzt für die wirtschafts<lb break="no"/>politische Abteilung zuständigen <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> vornehmen. Nichts tat ich<lb/>
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danken konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_07">Im letzten Konsumentenforum wurde eine ganze Reihe von neuen Vorschlä<lb break="no"/>gen unterbreitet, die Abteilung hat alle diese Vorschläge jetzt den<lb/>
einzelnen Ausschüssen zugeordnet, ich ersuchte sie, daß sie auf alle<lb/>
Fälle, auch wenn es sich noch um so spintisierende Ideen handelt, diese<lb/>
bearbeiten oder zumindestens beantworten sollten. Da mit haben wir<lb/>
uns nämlich den guten Ruf im Handelsministerium erworben. Alles wird<lb/>
und dies, wo möglich, schnell beantwortet. Unter schnell ist allerdings<lb/>
die Beamtengeschwindigkeit zu verstehen. Durch den langen, langen Dienst<lb break="no"/>weg dauert es nämlich für meine Begriffe sowieso wesentlich länger, als<lb/>
ich gewohnt war, daß in der Arbeiterkammer Fragen bearbeitet und vor<lb/>
allem Briefe beantwortet wurden. Da alles relativ ist, glaube ich, ver<lb break="no"/>gleicht man uns eben mit den anderen und da schneiden wir ganz gut<lb/>
ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Vielleicht kann man einzelne Fragen ganz<lb/>
schnell erledigen, bitte dann sofort beantworten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_09">Die Gespräche über die Kohleversorgung der österreichischen Draukraft<lb break="no"/>werke (ÖDK) mit der GKB brachte endlich die erwünschte offene Aussprache.<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> hatte vorher schon in mühevollen Verhandlungen ein Kompromiß<lb/>
zustande gebracht, die ÖDK wird jetzt von der GKB im Vorjahr 1 Mio., heuer<lb/>
1 Mio. 100.000 und im nächsten Jahr 1 Mio. 200.000 to Braunkohle zum<lb/>
Verfeuern kaufen. Dir. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> von der ÖDK ist nur verärgert, weil<lb/>
die GKB, obwohl sie in der Steiermark beheimatet ist, nicht imstande ist<lb/>
die STEWEAG oder, wenn man so will, den Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> als<lb/>
Aufsichtsratspräsident der STEWEAG dazu zu bringen mehr Kohle zu be<lb break="no"/>ziehen, ganz im Gegenteil, die STEWEAG wird ihr Fernheizwerk mit Gas<lb/>
betreiben, um umweltschutzbewußter zu gelten, die grüne Steiermark und<lb/>
insbesondere deren Führer wollen sich mehr grün machen. Da aber die<lb/>
steirische Kohle abgesetzt werden muß, erwartet man, daß die ÖDK mehr<lb/>
übernimmt. Andererseits muß aus Jugoslawien schon allein wegen der<lb/>
Getreideexporte mehr Kohle bezogen werden. Für nächstes Jahr hat man<lb/>
sich wieder auf die 400.000 to, 200.000 aus Bosnien, wo auch das Getreide<lb/>
hinkommt, und 200.000 aus Montenegro geeinigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Nächstes Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_11">Der Besitzer der Ankerbrotfabrik, Dr. <rs type="person" ref="#per__117012">Schuster</rs>, erwartet von mir, daß ich<lb/>
Maßnahmen gegen die immer größer werdenden Importe von Dauerbackwaren<lb/>
und Dauersüßwaren setze. In der BRD wird von Brotfabriken Schnitt-.<lb/>
brot um 4,50 S das halbe kg angeboten. Die großen Importeure Hofer,<lb/>
Löwa, aber auch GD <rs type="person" ref="#per__114731">Hofinger</rs> von Meinl errechnen, daß dieses Brot im<lb/>
Verkauf 8,50 S kosten würde. Hofer bietet sogar um 7,50 an. Meinl muß<lb/>
aber derzeit 9,90 S verlangen, der Anker und auch die Konsumgenossen<lb break="no"/>schaft hat Schnittbrot zu 14,90 S. Ähnlich verhält es sich auch mit<lb/>
anderen Produkten. Ich habe Dr. <rs type="person" ref="#per__117012">Schuster</rs> sofort erklärt, er sollte<lb/>
sich hier keiner Illusion hingeben, Dr. <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> hat es übernommen zu ver<lb break="no"/>suchen aus den Außenhandelsstellen Unterlagen zu bekommen, die eine<lb/>
Subvention oder Dumpingpolitik nachweisen lassen.<lb/>
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Zucker auch Brot als Fixpreis festgelegt werden sollte. Ich ersuchte ihn<lb/>
sofort, er müsse dies auch noch mit der AK und dem ÖGB vereinbaren. Die<lb/>
HK allein kann eine solche Fixpreisregelung nicht allein bei mir durch<lb break="no"/>setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Nächstes Jour fixe AK, ÖGB setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_14">Die Ankerbrot ist noch immer in einer schlechten finanziellen Situation<lb/>
ich habe <rs type="person" ref="#per__117012">Schuster</rs> auf dem Kopf zugesagt, sein Verkaufssystem ist unzu<lb break="no"/>länglich, er hat eine ganze Reihe von Vertretern, die den Verkauf in den<lb/>
letzten Jahren übernommen haben. Früher hatten die Brotführer viel mehr<lb/>
pouvoir. Dieser kommt täglich zu den Kunden, wenn er tüchtig ist, schwatzt<lb/>
er ihm sogar ein oder zwei Wecken mehr auf, interessanterweise kam<lb/>
dann meistens auch tatsächlich dieser Mehrabsatz durchgeführt werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117012">Schuster</rs> war sehr erstaunt, daß ich so Spezialinformationen und richtige<lb/>
Kritiken hatte und erklärte, er bemühe sich ja eben jetzt das Verkaufs<lb break="no"/>system auch zu ändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_15">Bei der Verabschiedung des Ministers <rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> hat mich dieser ersucht, ich<lb/>
möge mich dafür einsetzen, daß Csepel bei der Lieferung einer Stranggußan<lb break="no"/>lage auch mit der VÖEST-Alpine kooperieren könnte und zu den großen<lb/>
Voest-Alpine-Geschäft herangezogen wird. Ich habe ihm zugesagt mit GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> zu sprechen, in einem Telefongespräch am Nachmittag stellte<lb/>
ich dann tatsächlich fest, daß <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> den Fall genau kennt und er wird<lb/>
veranlassen, daß man sich mit den ungarischen Handelsrat <rs type="person" ref="#per__123370">Hammer</rs> in Ver<lb break="no"/>bindung setzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__123370">Hammer</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_17"><rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> beanstandete, daß wir in unserem Herkunftsbezeichnungsabkommen<lb/>
mit der BRD auch den Begriff ungarische Salami aufgenommen haben. Dem<lb/>
widerspricht, daß wir mit den Ungarn ein ungarisches Salamiexportver<lb break="no"/>bot vereinbart haben. Wenn wir dieses Abkommen einhalten, dann kann<lb/>
es gar keinen Export von ungarischer Salami in die BRD geben, weshalb<lb/>
auch unsererseits der Name dort gar nicht geschützt werden müßte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97688">LEBERL</rs>: Wie steht der Fall.<lb/>
<add><rs type="person" ref="#per__113625">Fichte</rs> schickt Info[,] 23.IX. <rs type="person" ref="#per__123370">Hammer</rs> u. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs></add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_19">Bei der Vorstellung des Gesamtvorstandes der ÖMV konnte ich erfreulicher<lb break="no"/>weise feststellen, daß dieser in Summe und ganz besonders der neue GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122959">Kaes</rs> und sein Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> viel aktiver scheinen als der<lb/>
bisherige. Entweder war <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> so ein Diktator, daß sie niemand neben<lb/>
ihm wirklich zu rühren traute oder alle haben resigniert und ihn als<lb/>
Sprecher nach außen hin zumindest die alleinige Entscheidung überlassen.<lb/>
Jetzt ist der ganze Vorstand wesentlich quirliger, wie lange dies<lb/>
bleiben wird, weiß ich nicht. <rs type="person" ref="#per__122959">Kaes</rs> und <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> versicherten mir, daß<lb/>
sie jetzt ihre Einkaufs- und Verarbeitungspolitik ändern werden. Wir<lb/>
kamen überein, daß wir bezüglich der Erdgasbezüge zumindestens ernsthaft<lb/>
prüfen werden, ob auch andere Bezugsquellen als die SU infrage kommen.<lb/>
Zugegebenermaßen ist jetzt das algerische Gas nach dem Gaspreisabschluß<lb/>
zwischen der italienischen Regierung und algerischen Regierung um fast<lb/>
1 S teurer als das sowjetische Gas. Die Algerier aber vereinbaren Re<lb break="no"/>gierungspreise und geben dann Rabatt an die jeweilig übernehmenden Ge<lb break="no"/>sellschaften, Gaz de France resp. SNAM. Eine ähnliche Politik wird<lb/>
auch bei den Ölbezügen versucht. Derzeit sind ÖMVler in allen Ölliefer<lb break="no"/>ländern, um die vereinbarten Kontingente zu reduzieren. Der Verbrauch<lb/>
ist stark zurückgegangen und vor allem aber will die ÖMV doch mehr auf<lb/>
Spotmärkten kaufend beweglicher bleiben. Der neue Vorstand wird sich<lb/>
auch überlegen, ob und wie ein solches Ölabkommen auch mit der DDR aus<lb break="no"/>sehen könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_21">Die ÖMV wird alle Verpflichtungen bezüglich Schwefelgehaltreduzierung,<lb/>
Bleigehaltreduzierung einhalten. Bezüglich der Übernahme von Biosprit<lb/>
werden jetzt mit den Landwirten konkrete Verhandlungen geführt, bei der<lb/>
Beimischung von Biosprit zu Benzin gibt es auch noch technische Pro<lb break="no"/>bleme, neue amerikanische Systeme müssen hier noch erprobt werden.<lb/>
Am amerikanischen Kontinent, sowohl Nord- als auch Südamerika, hat man<lb/>
nämlich jetzt auch Erfahrungen mit Beimischungen gemacht, die in Öster<lb break="no"/>reich unbedingt berücksichtigt werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte diese neue Technologie auch ver<lb break="no"/>folgen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_23">Präs. des Aufsichtsrates der Verbundgesellschaft <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat mir wegen<lb/>
der Situation einen Bericht erstatten wollen, dieser fiel so aus, daß<lb/>
sich das Betriebsklima nach der letzten Aufsichtsratssitzung verbessert<lb/>
hat. Neues konnte er mir gar nicht sagen, ich hatte auch den Eindruck,<lb/>
er ist aber wegen des Gerichtsverfahrens gegen Dir. <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs> gekommen.<lb/>
Seinerzeit wurde ein Strafantrag wegen Untreue in der selben Causa<lb/>
niedergeschlagen. Der Rechnungshof hat allerdings jetzt verlangt, daß<lb/>
doch wegen Schadenersatz die gerichtliche Klage gegen den ehemaligen<lb/>
Vorstand eingebracht wird, ein Schiedsverfahren mit der RWE hat nämlich<lb/>
jetzt ergeben, daß diese deutschen Abnehmer mehr hätten bezahlen müs<lb break="no"/>sen, <choice><choice><sic>während</sic><corr>wäre</corr></choice></choice> 1967 dieses Verlangen an RWE gestellt <choice><choice><sic>werden</sic><corr>worden</corr></choice></choice>, hätte sie<lb/>
auch rückwirkend bezahlen müssen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs> hat sich<lb/>
so verdient gemacht, daß man doch anders hätte entscheiden sollen,<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, der gleichzeitig auch im Aufsichtsrat der Illwerke sitzt,<lb/>
hat ihm dann die Details im einzelnen erklärt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> mußte zugeben,<lb/>
daß vollkommen korrekt von den Organen, auch vom Vorstand der Verbund,<lb/>
in dieser Frage entschieden wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_25">Eine Delegation aus der Steiermark kam wegen der Abwicklung von Bauknecht<lb/>
unter Führung des Nationalrat <rs type="person" ref="#per__134236">Kokail</rs> und insbesondere der Sprecher der<lb/>
Betriebsräte <rs type="person" ref="#per__1137773">Kopf</rs>. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> beschwerte sich zu Recht, daß durch die<lb/>
ewigen Verlautbarungen aus der Steiermark, vor allem aber auch jetzt<lb/>
durch die Forderung von 260 Mio. S für die Sanierung die Verhandlungen<lb/>
nur erschwert werden. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> informiert laufend die Betriebsräte, er<lb/>
war daher sehr erzürnt, weil man, ohne auch nur Details angeben zu<lb/>
können, ganz einfach 260 Mio. S Forderung in den Raum stellt. <rs type="person" ref="#per__1137773">Kopf</rs> mußte<lb/>
zugeben, daß keinerlei Unterlagen dafür vorliegen, und daß die Taktik,<lb/>
die jetzt die Verhandler einschlagen, absolut richtig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Trotz deines berechtigten Ärgers bitte weiter<lb break="no"/>hin mit den Betriebsräten Kontakt halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_27">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat bezüglich des Marchfeldkanalprojekte<lb/>
einleitend festgestellt, er sei vom Bundeskanzler mit der Koordinierungs<lb break="no"/>funktion zwischen Landwirtschaft, Bauten, Gesundheit und vor allem<lb/>
Finanzen beauftragt. Alle Minister waren tatsächlich zumindestens zur<lb/>
<pb n="66-1136" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-09-30_1136.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ersten Sitzung erschienen. Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> meinte, der Kanal kann<lb/>
nicht 1 Mrd. S kosten, sondern wahrscheinlich ein vielfaches. Aus dem<lb/>
Wasserwirtschaftsfonds kann er keine Finanzierung übernehmen, sondern<lb/>
hier muß ein eigenes Finanzierungsgesetz geschaffen werden. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
wieder erklärte, daß er nur mit der Errichtung einer Studiengesell<lb break="no"/>schaft einverstanden ist. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> möchte unbedingt den Namen Studien-<lb/>
und Betriebsgesellschaft, er kann sich vorstellen, daß man 40 % Bund,<lb/>
40 % Land und 20 % Interessenten die Kosten aufteilt. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> erklärte,<lb/>
da niemand genau weiß, wie hoch die Kosten wirklich sind, müsse dies zuerst<lb/>
in der Studiengesellschaft festgestellt werden. Mein Vorschlag, ähnlich<lb/>
wie jetzt bei <choice><choice><sic>der</sic><corr>dem?</corr></choice></choice> Osttiroler Kraftwerk geschehen ist, daß die Studien<lb break="no"/>gesellschaft zwischen der Verbund und auch dem Land Tirol sehr wohl<lb/>
auch konkrete Maßnahmen setzen kann, nämlich um bevorzugte Wasserrechts<lb break="no"/>verhandlungen ersuchen, hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> befürchtet, daß<lb/>
er dann nicht mehr das Land Niederösterreich und schon gar nicht die<lb/>
Interessenten zu einem finanziellen Beitrag bringen kann. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat<lb/>
sich dann durchgesetzt und es wurde eine Studiengesellschaft beschlos<lb break="no"/>sen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Die Abteilung soll Dich ständig am<lb/>
Laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_29"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ersuchte dann den Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, er möge ihm als neuen<lb/>
Budgetansatz 17 Mio. S für die schwer darniederliegende Geflügelwirt<lb break="no"/>schaft geben. Die ARGE Geflügelwirtschaft hat einen Schaden von 116<lb/>
Mio. S errechnet, das Land- und Forstwirtschaftsministerium von 51 Mio.<lb/>
1/3 soll der Bund bezahlen, 1/3 des Land und 1/3 müßte die Geflügelwirt<lb break="no"/>schaft selbst tragen. 240 to Geflügelfleisch, die man eingefroren hat<lb/>
und die jetzt wahrscheinlich wirklich, wenn sie aufgetaut <choice><choice><sic>wären</sic><corr>werden?</corr></choice></choice>, Salmo<lb break="no"/>nellen besitzen, müssen total vernichtet werden, Kosten 20 S pro kg, also<lb/>
4,8 Mio. 200 to Geflügelfleisch können noch verwendet werden, müssen<lb/>
aber gestützt werden, 3 Mio. S. 1000 to Geflügelfleisch muß man exportie<lb break="no"/>ren, Exportstützung ca. 10 Mio. S. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> meinte, dieses Geflügel könne<lb/>
man doch nicht exportieren, weil es dann heißt salmonellenverdächtiges<lb/>
österreichisches Geflügel kommt auf den Markt. Dies, erklärte ich,<lb/>
kann vielleicht für Deutschland stimmen, da sich aber jetzt z.B. Saudi-<lb/>
Arabien und auch andere arabische Staaten dafür interessieren, kann<lb/>
man es dort ohne weiteres hinschicken. Jedermann weiß, daß keine Salmo<lb break="no"/>nellen nachgewiesen werden können und daher vom Gesundheitsstandpunkt<lb/>
absolut einwandfreies Fleisch vorhanden ist. Insgesamt geben 3.100 to<lb/>
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Dienstag gesagt hat, Geflügel müsse jetzt entliberalisiert werden, und<lb/>
ich bereits zwei Tage später die Verordnung unterschreiben konnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat sich scheinbar nicht erwartet, daß so schnell die Interessen<lb/>
der Landwirte vom Handelsministerium wahrgenommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-30_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Jour fixe AK und HK setzen.<lb/>
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               <occupation>DDR-Botschafter</occupation>
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