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            <title type="main">Montag, der 27. September 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band66_1982-09-27</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_01">Montag, 27. September 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_02">Im Jour fixe in der Handelskammer hatte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, wie könnte es anders<lb/>
sein, sofort wieder mit dem Problem der Urlaubsverlängerung begonnen.<lb/>
Sozialminister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> hatte am Sonntag in der Pressestunde im Fern<lb break="no"/>sehen eindeutig erklärt, daß er noch in dieser Legislaturperiode diesen<lb/>
Gesetzesentwurf einbringen wird. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> glaubt noch immer, daß die<lb/>
sozialistische Parlamentsfraktion dem nicht zustimmen wird. Da ich immer<lb/>
angenommen habe, im Parlament wird der ÖAAB letzten Endes doch auch diesem<lb/>
Gesetz zustimmen und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> jetzt aber in der ÖVP durchgesetzt hat, daß<lb/>
alle gegen diesen Gesetzentwurf stimmen werden, ist <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sehr zu<lb break="no"/>versichtlich, daß auch die Sozialistische Fraktion oder ein Teil dieser<lb/>
dagegen sein wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_03">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> dann ein sehr langes Gespräch,<lb/>
während dem ich mit <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> eben die Einzelprobleme besprechen konnte,<lb/>
über die Mitwirkung der Frauen in der Handelskammerorganisation oder,<lb/>
<choice><choice><sic>wie</sic><corr>wenn</corr></choice></choice> man so will, in der ÖVP geführt. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, der in seinem Betrieb und<lb/>
in seiner Familie ein ausgesprochenes Patriarchat führt, tritt interes<lb break="no"/>santerweise in seiner Organisation für eine stärkere Mitwirkung der Frauen<lb/>
ein. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ist fest davon überzeugt, daß es eben z.B. der Abg. <rs type="person" ref="#per__122900">Tichy-<lb/>
Schreder</rs> gelungen ist ihn im wahrsten Sinne des Wortes einzukochen. Bei<lb/>
der Innsbrucker Messe, wo <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, wie mir übereinstimmend mitgeteilt wird,<lb/>
sich sehr hervorragend geschlagen hat, hat <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, wie er jetzt erzählte,<lb/>
immer schon mit dem LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> und anderen Tiroler Funktionären der<lb/>
Handelskammer und der ÖVP über mehr Mitbestimmung und stärkere Aktivi<lb break="no"/>täten der Frauen gestritten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_04">Mit Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, der ja in der SU, Gemischte Kommission, dabei gewe<lb break="no"/>sen ist, besprach ich die weitere Vorgangsweise wegen des Exportes von<lb/>
Mehl, resp. Getreide. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> möchte verhindern, daß dieses Geschäft<lb/>
wieder entweder, wie manche Wirtschaftsbundfunktionäre sagen, der Grüne<lb/>
Riese resp., eigentlich verächtlicher, die grünen Bolschewiken, das heißt<lb/>
der Verband ländlicher Genossenschaften, <rs type="person" ref="#per__117174">Lunacek</rs>, dieses Geschäft allein<lb/>
machen wird. Denn ob man der Mühlenindustrie Dr. <rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs> einschalten.<lb/>
Damit war ich selbstverständlich einverstanden. Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> von der Handels<lb break="no"/>kammer hat mich dann nachmittags angerufen und ich habe ihm die Details<lb/>
der Gespräche in Moskau mitgeteilt. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> wird versuchen, ob Dr. <rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs><lb/>
wirklich imstande ist größere Mengen von Hartweizenmehl zu exportieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_05">Die Sowjets haben nämlich eindeutig mich wissen lassen, daß sie nur,<lb/>
wie sie es bezeichnen, <choice><choice><sic>Makronimehl</sic><corr>Maronimehl?</corr></choice></choice> wünschen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Dr. <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> soll dies klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> und seine Leute haben das zweite Beschäftigungsprogramm natür<lb break="no"/>lich genau studiert. Sie wollten wissen, wie die Novellen zum Gewerbestruk<lb break="no"/>turverbesserungsgesetz verhandelt werden sollen. Ich erklärte ihnen sofort,<lb/>
da <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> mich ersucht hat, wir sollten die Gesetzesnovellen vorbereiten,<lb/>
die dann in einem Initiativantrag so schnell als möglich im Parlament<lb/>
beschlossen werden. Da für die Neugründung aber auch für die Prämien<lb/>
und Haftungsübernahme konkrete Gespräche mit der Handelskammer geführt<lb/>
werden sollen, vereinbarte ich mit Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß von uns SC<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> mit ihm diese Verhandlungen führen werden. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist<lb/>
sehr überrascht, daß der Bund auch die Haftung in Zukunft übernehmen<lb/>
wird. Er ist fest davon überzeugt, daß z.B. die Landesbürgschaftsgesetze<lb/>
in Wien, seinerzeit als Handelskammerdirektor hat er mit Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs><lb/>
eine Konstruktion für die Bürgschaft gefunden, jetzt vom Bund übernommen<lb/>
werden. Ich habe ihm sofort erklärt, daß die jetzige Bürgschaftsrege<lb break="no"/>lung nicht ausreicht und außerdem den Betrieben sehr teuer zu stehen<lb/>
kommt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat dann mit dem Wiener Handelskammerreferenten <rs type="person" ref="#per__1138017">Hrubik</rs><lb/>
telefoniert und tatsächlich festgestellt, daß ein halbes Prozent von der<lb/>
fallenden Bürgschaftssumme jährlich und eine einmalige halbprozentige<lb/>
Bearbeitungsgebühr zu bezahlen ist. Darüber war <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sehr überrascht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_08">Die Top Unternehmungsgründungsberatungsstelle und vor allem aber die<lb/>
Innovationsbetreuung, dafür habe ich ja in meinem Budget 1 Mio. S bekommen,<lb/>
möchte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> am liebsten durch die HK durchgeführt wissen. Ich habe ihm<lb/>
sofort erklärt, daß dies ganz unmöglich ist, ich könnte mir aber sehr<lb/>
wohl vorstellen, daß eine Kombination zwischen der derzeit schon bestehen<lb break="no"/>den Arbeitsgemeinschaft Patentförderung, die entsprechend ausgebaut wer<lb break="no"/>den müßte und wo ein entsprechend größerer Einfluß des Handelsministe<lb break="no"/>riums gesichert sein müßte, diese Beratungsstellen und Innovationsbe<lb break="no"/>treuung von einer gemeinsamen Organisation durchgeführt werden. Selbstver<lb break="no"/>ständlich müßte die Handelskammer dann auch entsprechende finanzielle<lb/>
Mittel wie der Bund bereitstellen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hatte ursprünglich geglaubt,<lb/>
daß wir für die ARGE Patentverwertung nur finanzielle Beträge leisten<lb/>
und überhaupt uns nicht um die Abwicklung kümmern. Wie ich nachmittags<lb/>
dann mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> vereinbaren konnte, wird er persönlich sich um<lb/>
dieses Problem annehmen. Wichtig erscheint mir nur, daß wir hier im eng<lb break="no"/>sten Einvernehmen mit dem Finanzministerium vorgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte die entsprechenden Gespräche un<lb break="no"/>verzüglich mit Büro des Finanzministers und vor allem Handelskammer auf<lb break="no"/>nehmen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_10"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat in Mayerhofen den Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> getroffen und<lb/>
mit ihm über die Ausdehnung der Kredithilfe für Betriebsmittelkredite<lb/>
gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat fest angenommen, daß <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> sofort zustimmen<lb/>
wird, weil er ihm dies angeblich auch seinerzeit versprochen hat. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
war dazu aber nicht bereit, sie einigten sich nur, weitere Gespräche zu<lb/>
führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_11">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> urgierte die 480.000 S für das Gewerbeinstitut. Die<lb/>
Landeskammern haben ihre 480.000 S schon bezahlt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte wie lautet unser Zahlungsplan.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_13"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> appellierte an mich, der Interfracht unter gar keinen Umständen der<lb/>
§ 68 zu verleihen. Nachdem bereits Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> sich da<lb break="no"/>gegen ausgesprochen hat, hat jetzt insbesondere die Handelskammer ein<lb/>
äußerst negatives Votum in ihren Gremien vorbereitet und wird schärfstens<lb/>
gegen eine solche Verleihung Stellung nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte, da kein Einvernehmen zustande kommt, liegen<lb/>
lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_15">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> berichtete Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, daß jetzt im Aus<lb break="no"/>schuß Strukturwandel im Handel anstelle des ausgeschiedenen KR <rs type="person" ref="#per__112013">Zach</rs><lb/>
Vizepräs. <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> kommt. Für den Rechtsausschuß wird in Hinkunft<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137036">Kupka</rs>, der Nachfolger von <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs>, der die rechtspolitische Abtei<lb break="no"/>lung jetzt führt, im Ausschuß vertreten sein. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> aber, der jetzt<lb/>
die große Wirtschaftspolitische Abteilung übernommen hat, bleibt nach<lb/>
wie vor im Beirat und wird das, was er begonnen hat, auch vollenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_16">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> berichtet über eine Vorsprache der Abg. <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs>,<lb/>
die mit der Wiener Funktionärin Goldschmied gekommen ist und bezüglich<lb/>
des Artenschutzabkommens unbedingt einen Beirat wünscht, der die Einzel<lb break="no"/>fälle zu entscheiden hätte. <rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs> schwebt vor, daß <del>durch</del> die doch<lb/>
immer wieder vereinzelt gegen das Gesetz verstoßenden Unternehmer<lb/>
stärker angeprangert werden können, sie will mit diesem Beirat sicher<lb break="no"/>lich eine größere Publicity, genau dies aber will die Handelskammer nicht<lb/>
<pb n="66-1104" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-09-27_1104.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>das Gesetz ist beschlossen, vollzogen wird es mehr oder minder von den<lb/>
Ländern, weil es sich ja hier um Länderkompetenz handelt. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat<lb/>
daher vorgeschlagen, daß jetzt unser MR <rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs> den vorgesehenen<lb/>
Bericht wahrscheinlich für das nächste Jahr fertigstellen kann, daß man<lb/>
über alles weiter sprechen könnte, daß aber, da es sich hier um Länder<lb break="no"/>kompetenz handelt, äußerst vorsichtig mit Beiräten, Kommissionen, Eingriff<lb/>
in die Exekution des Gesetzes, vorgegangen werden muß. Die Handelskammer,<lb/>
aber auch ich waren über diese Entscheidung von <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sehr zufrieden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_17">Prof. <rs type="person" ref="#per__123074">Dinklage</rs> der Zentralobmann der Vereine für Naturheilkunde, 100.000<lb/>
Mitglieder, liiert mit dem Weltbund zum Schutz des Lebens, 270.000 koope<lb break="no"/>rierende Mitglieder, möchte für die Ausbildung der gewerblichen Masseure<lb/>
das Berufsbild und insbesondere den Befähigungsnachweis erreichen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>,<lb/>
der dies auch beabsichtigt, hat ihm sofort erklärt, daß er auch die Trennung<lb/>
zwischen Heilmasseuren und den gewerblichen Masseuren nicht für zweck<lb break="no"/>mäßig hält, aber aufgrund des Gesundheitskompetenztatbestandes, daß das<lb/>
Gesundheitsministerium im Krankenpflegegesetz entsprechende Regelungen<lb/>
getroffen hat, wird jetzt gewerbliche Masseurausbildung weitgehendst dem<lb/>
angeglichen. <rs type="person" ref="#per__123074">Dinklage</rs> war damit sehr einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_18">Im Pressegespräch hatte MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über die SU-österr. Gemischte Kommission<lb/>
berichtet. Daran hat sich interessanterweise diesmal eine längere Dis<lb break="no"/>kussion angeschlossen; obwohl diesmal sehr wenig Pressevertreter beim<lb/>
Pressefrühstück waren, würde über dieses Problem eingehendst und inten<lb break="no"/>sivst diskutiert. Ich konnte daher, da <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> ja die Gewohnheit hat nur<lb/>
sehr allgemein immer zu berichten, doch auf die Anfragen mit den detaillier<lb break="no"/>ten Antworten ein sehr umfassendes Bild über die Verhandlungen mit der<lb/>
SU geben. Dies hat, wie ich später dann feststellte, dem von der TASS an<lb break="no"/>wesenden Redakteur sehr gefallen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_19">Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> vom Patentamt berichtet dann über den Technologietransfer.<lb/>
Einleitend hat er als Ergänzung zu den österr.-sowj. Verhandlungen darauf<lb/>
verwiesen, daß auch das Patentamt hier mit dem in der SU zuständigen<lb/>
Staatskomitee gute Beziehungen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_20">Der Technologietransfer wird in den technischen Wissenschaften zu 99 %<lb/>
über die Patentliteratur dokumentiert, nur 16 % findet man in Zeitschrif<lb break="no"/>ten. Das Patentamt stellt sich daher mit seinem Wissen, Kenntnis und<lb/>
seiner umfangreichen Literatur auch für die Entwicklungsländer zur Ver<lb break="no"/>fügung. Inge samt wurden bis jetzt 50 Länder betraut, 46 Länder haben in<lb/>
6 Kursen ihre Vertreter geschickt, wodurch sie ausgebildete Fachleute<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_21">In der Diskussion wollte insbesondere die APA, <rs type="person" ref="#per__131064">Hahn</rs>, wissen, wie es mit<lb/>
der Lizenzbilanz steht, diese ist natürlich hoch negativ. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> führt<lb/>
dies allerdings zurück, daß über diese Lizenzbezahlungen Kapitalrück<lb break="no"/>weisungen aus steuerlichen Gründen erfolgen. Für mich wieder steht es<lb/>
außer Zweifel, daß heute ein großer Transfer über Lizenzbezahlung gar<lb/>
nicht mehr erfolgt. Patente werden heute nur mehr getauscht, kaum mehr<lb/>
verkauft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Darüber sollte man im Patentamt mehr<lb/>
Unterlagen zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_23">Dr. <rs type="person" ref="#per__1138018">Hartmann</rs> von der Fa. Schering ist es gelungen die Kosmetikserie<lb/>
Viviane nach Österreich zu bringen. In härtester Konkurrenz in ihrem<lb/>
eigenen Konzern sollte diese Produktion in Deutschland selbst, vor allem<lb/>
in Berlin hergestellt werden. Jetzt wird diese Kosmetikserie in Brüssel<lb/>
vorgestellt. <rs type="person" ref="#per__1138018">Hartmann</rs> wollte, daß unbedingt ich dabei anwesend bin; da<lb/>
ich zu diesem Zeitpunkt aber im Parlament Plenarsitzung ist, ersuchte<lb/>
ich Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, ob sie diese Aufgabe übernehmen würde, was<lb/>
sie dann auch zusagte. <rs type="person" ref="#per__1138018">Hartmann</rs> war überglücklich, denn er hatte schon<lb/>
damit gerechnet, daß vom Handelsministerium überhaupt niemand daran<lb/>
teilnimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte entsprechend alles für <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> vorberei<lb break="no"/>ten.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_25">Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> möchte so schnell als möchte die Beschäftigungs<lb break="no"/>sonderprogramme abgewickelt haben, die dafür notwendigen Gesetzentwürfe<lb/>
sollten daher nach seiner Meinung unbedingt als Initiativanträge im<lb/>
Parlament beschlossen werden. Dies werden wir bezüglich der Kredithilfe<lb break="no"/>gesetze machen. Bezüglich des Fernwärmegesetzes, aber auch des Förde<lb break="no"/>rungsgesetzes können wir im Handelsausschuß unverzüglich in Durchführung<lb/>
des Auftrages des Handelsausschusses den notwendigen Gesetzentwurf schon<lb/>
das nächste Mal endgültig beschließen. Der Handelsausschuß hat nämlich<lb/>
alle Vorarbeiten bereits an das Handelsministerium delegiert, er erwartet<lb/>
eine zwischen den Interessensvertretungen abgesprochenen Gesetzestext<lb/>
und wird daher dann, so nehme ich an, sehr bald entsprechende Beschlüsse<lb/>
fassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll alles mit der Handelskammer noch<lb/>
durchbesprechen und dann für nächsten HA vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_27">Die Novelle zum Bergbauförderungsgesetz muß meiner Meinung nach nicht<lb/>
durch einen Initiativantrag ins Parlament eingebracht werden. Hier be<lb break="no"/>steht ohne weiteres die Möglichkeit, da dies gar nicht so dringend ist,<lb/>
den normalen Gesetzesweg, Begutachtung der Interessensvertretungen<lb/>
und der Bundesländer einzuhalten. Ich habe diesbezüglich mit MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs><lb/>
die Gespräche geführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> darüber reden, daß die Aus<lb break="no"/>sendung so schnell als möglich erfolgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_29">Die Landesfinanzreferenten treffen sich am 14. Oktober. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> möchte<lb/>
dort bereits über die Zuschüsse, die von den Ländern zur Fernwärmefinan<lb break="no"/>zierung beschlossen werden müßte, vorbringen. Vorher wird es notwendig<lb/>
sein, daß mit den Ländern Salzburg, Trägergesellschaft von SAKOG, in die<lb/>
Stadt, Niederösterreich von Dürnrohr nach St. Pölten Vorgespräche<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll unverzüglich die Gespräche<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_31"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat jetzt vom Finanzministerium die Mitteilung bekommen, daß für<lb/>
den Zuschuß für Lehrwerkstättenausbau 6.000 S pro Lehrling Kredit der<lb/>
nach 3 Jahren fällig wird, wenn die Lehrwerkstätte dann nicht mehr die<lb/>
selben Lehrlinge zusätzlich aufgenommen hat, als heuer sehr kompliziert<lb/>
abgewickelt werden. Sozialministerium wird den Kredit jetzt geben, das<lb/>
Finanzministerium übernimmt die Haftung, das Handelsministerium soll<lb/>
dann nach 3 Jahren feststellen, ob die selbe Lehrlingsanzahl noch in den<lb/>
Lehrwerkstätten ausgebildet wird. Die Überprüfung wird nicht schwer<lb/>
sein, weil es sich hier um eine reine Tatbestandsaufnahme handelt. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>,<lb/>
aber auch ich bin fest davon überzeugt, daß in drei Jahren ganz andere<lb/>
Verhältnisse sind und man daher zu anderen Lösungen wird kommen müssen.<lb/>
Jetzt ist es <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> nur geglückt, und dafür bin ich ihm sehr dankbar,<lb/>
daß nicht nur Lehrwerkstätten in diese Aktion einbezogen werden, sondern<lb/>
auch Lehrecken. Damit ist gewährleistet, daß es sich nicht nur um Groß<lb break="no"/>betriebe handelt, sondern auch um Mittelbetriebe, die <choice><choice><sic>efv</sic><corr>?</corr></choice></choice>. Lehrecken habe<lb/>
von diesen Kreditmöglichkeiten gebraucht machen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_32"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat jetzt im Finanzministerium, aber auch mit den Kreditinstituten,<lb/>
den Interessensvertretungen Verhandlungen geführt um weitere Herabsetzung<lb/>
der Kreditobergrenzen im Rahmen der Bürges. Die AK wollte bis zu 1 %,<lb/>
das Finanzministerium und die Handelskammer höchstens 1/2 %. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
schlägt nun vor, daß für die Gewerbestruktur Hausaktion und Existenzgrün<lb break="no"/><pb n="66-1107" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-09-27_1107.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dung die Obergrenze von 11 % auf 10 1/4 % und für die Stammaktion von<lb/>
10 1/4 % <add>[auf]</add> 9 3/4 % gesenkt wird. Damit glaube ich werden alle Interessens<lb break="no"/>vertretungen und das Finanzministerium einverstanden sein. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> ver<lb break="no"/>steht es immer wieder Kompromißlösungen zu erzielen, die letzten Endes<lb/>
dann auch alle akzeptieren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_33">Sektionschef <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> berichtet mir von den Verhandlungen mit Bauknecht<lb/>
Deutschland, dort wird jetzt das Vergleichsverfahren wahrscheinlich<lb/>
dazu führen, daß auch die beiden österreichischen Betriebsstätten<lb/>
Spielfeld und Rottenmann einer österreichische Lösung zugeführt werden<lb/>
müssen. Die Abg. des Gebietes haben an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ein Telegramm geschickt, wo<lb/>
sie 270 Mio. S für Auffanggesellschaften wünschen. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> sagt sofort,<lb/>
das Finanzministerium wird diese Beträge nicht zur Verfügung stellen<lb/>
können. Da die Betriebe verhältnismäßig gut ausgelastet sind und mit<lb/>
Lieferungen in die BRD auch noch gut beschäftigt, ist es nur notwendig<lb/>
finanzielle Vorkehrungen zu treffen, daß die beiden Auffanggesellschaf<lb break="no"/>ten von österreichischen Firmen oder ausländischen Unternehmungen, die<lb/>
in Österreich dann weiter produzieren wollen, errichtet werden. Da in<lb/>
Hinkunft niemand weiß, ob die Absatzwege aufrecht bleiben können, Philips<lb/>
hat z.B. angekündigt, es wird weitere Produkte kaufen, aber zu sehr ge<lb break="no"/>drückten, größtenteils sogar Verlustpreisen, traut sich niemand so recht<lb/>
in diese Geschäfte einzusteigen. Elin hat bereits abgelehnt, die ÖIAG<lb/>
ist auch sehr zurückhaltend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_35">Der Importeur <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> möchte jetzt mit Jugoslawien weitere Getreideex<lb break="no"/>porte vereinbaren. Das Landwirtschaftsministerium drängt sehr. Da wir<lb/>
heuer eine sehr gute Ernte haben, werden in die DDR 100.000 to Gerste ex<lb break="no"/>portiert, für weitere 50.000 to hat sich Österreich die Option vereinbart.<lb/>
In die CSSR soll jetzt Mais, ungefähr 50.000 bis 100.000 to auf 18<lb/>
Monate Kredit, geliefert werden. Derzeit wird im Landwirtschaftsministe<lb break="no"/>rium verhandelt, ob ein Sperrlager von 50.000 oder 100.000 to für Mais<lb/>
errichtet werden sollte. Nach Jugoslawien ist beabsichtigt, 120.000<lb/>
to Weizen in Kompensation gegen Kohle zu liefern. Die OB mußte, wie<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> dann uns berichtete, ein Kompromiß erzielen, da die GKB 100.000<lb/>
to Braunkohle auf Halde hat und vorerst überhaupt jede Importe für das<lb/>
Jahr 83 zurückgestellt haben wollte. Jetzt hat man sich geeinigt, daß<lb/>
so wie heuer auch im nächsten Jahr 400.000 to durch die ÖDK importiert<lb/>
werden können. Damit ist der Weg frei, daß die jugoslawische Kompen<lb break="no"/>sation auch dann, wenn die Kohle nicht aus Bosnien kommt, 200.000 kommen<lb/>
aus einer Grube aus Montenegro, die 120.000 to Weizen, 50.000 to cash,<lb/>
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Getreide zur Verfügung stehen, während wahrscheinlich 800 Mio. S ge<lb break="no"/>braucht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-27_36">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs>, Landwirtschaftsministe<lb break="no"/>rium, informieren.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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