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            <title type="main">Montag, der  6. September 1982 bis Freitag, der 10. September 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_01">Montag, 6., bis Donnerstag, 9. September 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_02">Offizieller Staatsbesuch des Bundespräsidenten in Deutschland, so wie<lb/>
immer Begleitung des Außenministers <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> und auch ich wurde jetzt schon<lb/>
ganz automatisch von <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> dazu eingeladen. Dieser Besuch war<lb/>
schon lange fällig, sowohl <rs type="person" ref="#per__97904">Schärf</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs> hatten zum Unterschied<lb/>
von der ersten Republik als Bundespräsidenten Westdeutschland besucht,<lb/>
die Besuchsvorbereitungen haben verhältnismäßig lange gedauert, strittig<lb/>
war, wie sich dann beim Besuch herausstellte, nur die Frage, welche<lb/>
Länder in Deutschland besucht werden sollten. Bonn wollte, daß auch<lb/>
Westberlin besucht wird, <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat, nachdem er gesehen hat, daß<lb/>
außer den Staatsmännern der NATO-Länder andere westeuropäische Staats<lb break="no"/>männer Westberlin auch nicht besuchten, erklärt, er würde vorschlagen,<lb/>
Bremen als das kleinste Bundesland, außerdem noch sozialdemokratisch<lb/>
regiert, und natürlich den Nachbarstaat und größtes Bundesland in Deutsch<lb break="no"/>land, Bayern. Der Staatsbesuch verlief nicht nur reibungslos, sondern<lb/>
auch äußerst freundschaftlich. Die einzige Frage, die insbesondere von<lb/>
den Medien hochgespielt wurde, war, warum <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> nicht auch nach<lb/>
Westberlin gefahren ist. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat sich darüber mit Recht ein<lb/>
wenig geärgert, denn, wie er bei den Pressegesprächen dann immer wieder<lb/>
sagte, wurde vor ihm keineswegs über die Frage, warum andere Staatsober<lb break="no"/>häupter nicht nach Westberlin fuhren, keinerlei Diskussion darüber ge<lb break="no"/>führt. Die offiziellen Stellen hatten glaube ich für die Entscheidung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschlägers</rs> auch volles Verständnis, weniger die österreichischen<lb/>
Journalisten, die mit waren, und vielleicht natürlich auch die westdeutschen<lb/>
Medien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_03">Der Besuch fand in einer äußerst innenpolitisch kritischen Situation<lb/>
statt. Diesmal <choice><choice><sic>waren</sic><corr>fanden</corr></choice></choice> nicht, wie es sonst bei Staatsbesuchen üblich ist,<lb/>
große gemeinsame Sitzungen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern unter<lb/>
Anwesenheit der Minister statt, sondern nach der Ankunft in Bonn mit<lb/>
entsprechendem militärischen Zeremoniell gab es einen Gedankenaustausch<lb/>
zwischen den Bundespräsidenten <rs type="person" ref="#per__1138082">Carstens</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, noch in An<lb break="no"/>wesenheit von <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> und mir und dann splitterte sich sozusagen alles<lb/>
auf. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat dann teils mit <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, teils allein, einmal war<lb/>
sogar auch ich dabei, mit den Parteiobmännern Gespräche geführt, Vize<lb break="no"/>kanzler und Außenminister <rs type="person" ref="#per__125813">Genscher</rs> kam in Begleitung seiner Sekretäre<lb/>
oder persönlichen Referenten zu einem richtiggehenden Frühstück, also<lb/>
nicht das fälschlich immer so bezeichnete Mittagessen, sondern eben wirk<lb break="no"/>lich um 9.00 Uhr früh und unterhielt sich mit Kirchschläger 3/4<lb/>
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große fragliche Zeit ist. Die FDP-SPD-Koalition entstand auf einer<lb/>
Basis insbesondere gemeinsamer Außenpolitik und auch Innenpolitik,<lb/>
strittig seien eben jetzt wirtschaftspolitische Fragen, insbesondere die<lb/>
Staatsausgaben, und darüber würde eben jetzt verhandelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_04"><rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hatte dann noch mit dem SPD-Obmann-Stellvertreter und<lb/>
dann noch mit den CDU-Obmann <rs type="person" ref="#per__114973">Kohl</rs> allein ein Vier-Augen-Gespräch, mit<lb/>
Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> hatte er vor dem offiziellen Mittagessen eben<lb break="no"/>falls eine längere Aussprache. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hatte den Eindruck, <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs><lb/>
hat ihm diesbezüglich angedeutet, es kommt jetzt zur Konfrontation<lb/>
bei dem im Bundestag durchgeführten Bericht zur Nation. Zur aller Über<lb break="no"/>raschung haben dann scheinbar die Parteigremien sowohl von der SPD als<lb/>
auch von der FDP beschlossen, doch nicht bei dieser Konfrontation den<lb/>
Bruch jetzt schon herbeizuführen, alles wartet die Hessener Landtagswahl<lb/>
ab, dort wird die SPD schwer verlieren, ein weiteres Bundesland geht<lb/>
garantiert der SPD verloren, fraglich ist aber auch, ob die FDP die<lb/>
5 %-Hürde nehmen kann. Mit größter Wahrscheinlichkeit kommen Grüne in<lb/>
den Landtag, die CDU wird aber dort der große Sieger. Durch die Ver<lb break="no"/>fassungskonstruktion wird dann im Bundesrat die CDU-CSU eine solche<lb/>
überwältigende Mehrheit haben, daß sie mit 3/4-Mehrheit alle Gesetze<lb/>
des Bundestages zurückweisen kann, dann muß im Bundestag mit der sel<lb break="no"/>ben Mehrheit ein Beharrungsbeschluß gefaßt werden, das dies nicht mög<lb break="no"/>lich ist, steht von vorne herein fest, da die CDU-CSU dies jederzeit<lb/>
verhindern kann. In Hinkunft können daher in Deutschland nur mehr Gesetze<lb/>
beschlossen werden, die die Zustimmung der CDU-CSU bekommen. Damit ist<lb/>
ziemlich klar, daß die Koalition auseinanderfallen wird. Die Frage, die<lb/>
sich nur ergibt, wie soll es dann weitergehen. Die CDU-CSU würden am<lb/>
liebsten Neuwahlen machen, um dann 4 Jahre Zeit haben zu regieren, die<lb/>
FDP ist glaube ich jetzt ohne weiteres bereit, zur CDU-CSU umzuschwenken<lb/>
und mit denen eine Koalition zu machen, wünschen natürlich aber jetzt<lb/>
keine Neuwahlen, sondern möchten sich eben in den zwei Jahren dann als<lb/>
Koalitionspartner der CDU-CSU profilieren. Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> erklärt<lb/>
weiterregieren zu wollen, stellte auch nicht die Vertrauensfrage mit dem<lb/>
Argument, er kann nicht alle paar Monate eine solche Frage im Haus stel<lb break="no"/>len, die letzte im Februar hat er mit Hilfe des Koalitionspartners FDP<lb/>
überstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_05"><rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> fürchtete, daß er irgendwie in die innenpolitische Aus<lb break="no"/>einandersetzungen einbezogen wird, wie es für uns als außenstehende den<lb/>
Eindruck ergab. Zum Glück ist es dann nicht jetzt schon zu dem Krach<lb/>
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der Ministerpräsident Bayerns, <rs type="person" ref="#per__121042">Strauß</rs>, hatte zwar immer wieder Seiten<lb break="no"/>hiebe nach Bonn gemacht und bei jeder passenden und unpassenden Ge<lb break="no"/>legenheit seine politische Philosophie dargelegt. Insbesondere bei der<lb/>
Ordensüberreichung an ihn <del>freimütig</del> bekannte er <add>[freimütig]</add>, daß er auf diesen<lb/>
österreichischen Orden schon lange gewartet und ihn erwünscht hat, bei<lb/>
dieser Gelegenheit hat er eine Rede gelesen, die alte <rs type="person" ref="#per__121042">Strauß</rs>-Härte ge<lb break="no"/>genüber dem Osten, also genau entgegengesetzt unserer österreichischen<lb/>
Politik, vortrug. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat dann sofort sehr geschickt gekontert,<lb/>
auf die verschiedene Lage Deutschlands und Österreichs verwiesen und<lb/>
auf die verschiedene politische Denkungsart und auch Außenpolitik, jeder<lb/>
dieser Staaten macht die ihm adäquate.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_06">In den Programmen wurden wirtschaftliche Besichtigungen vorgesehen, in<lb/>
Bremen war es die Hafenanlage. Dort gibt es den größten Containerver<lb break="no"/>kehr. Bei dieser Gelegenheit diskutierte ich natürlich auch mit den<lb/>
Direktoren resp. begleitenden Landespolitikern die Frage, wie weit der<lb/>
Rhein-Main-Donau-Kanal für Bremen von Nachteil sein kann. Da der<lb/>
Containertransport der schnellere ist und wahrscheinlich der größte<lb/>
Teil davon wegen der Schnelligkeit wegen über die Bahn weitergefahren<lb/>
wird resp. durch die Bahn zugefahren wird, wird kaum unter dem Rhein-<lb/>
Main-Donau-Kanal leiden. Für diesen kommen ja doch im großen und ganzen<lb/>
nur Massengüter auf langen Strecken transportiert in Frage. Daß es aber<lb/>
eine gewisse Konkurrenz und damit eine Angst im Norden gegen den<lb/>
Rhein-Main-Donau-Kanal gibt, ist ganz selbstverständlich. <rs type="person" ref="#per__121042">Strauß</rs> hat das<lb/>
eben in seiner offenen brutalen Art eindeutig bei einem Abendessen<lb/>
erklärt. In Bayern haben wir den Kanal von Kelheim bis Bamberg mit<lb/>
Hubschrauber überflogen, dabei konnte ich feststellen, daß gigantische<lb/>
Bauwerke, insbesondere Schleusens teilweise fertig, teilweise in Arbeit<lb/>
sind, sodaß wenn man dieses Projekt jetzt stillegen würde oder, wie<lb/>
es so schön heißt, in <choice><choice><sic>Nümberg</sic><corr>Nürnberg?</corr></choice></choice> qualifiziert beendet, dann diese Bauwerke<lb/>
schleifen müßte und sozusagen neu begrünen. Daß dies niemand kann, steht<lb/>
für mich fest. Der Kanal kommt, vielleicht wesentlich später als beab<lb break="no"/>sichtigt, weil man ihn nur zögernd ausbaut, eine neue CDU-CSU-Regierung<lb/>
insbesondere in Bonn kann gar nicht anders als diesen Wunsch Bayerns<lb/>
dann beschleunigt zu erfüllen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_07">In Bonn war vorgesehen, daß ich einen Tag mit Wirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> verbringe. Da er gerade einen Tag vorher, in der Zeitung<lb/>
war es zu lesen, vom Bundeskanzler beauftragt war seine wirtschaftspoli<lb break="no"/><pb n="66-1042" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-09-06_1982-09-10_1042.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>tische Konzeption, sprich, eigentlich der FDP bis zum nächsten Tag darzu<lb break="no"/>Iegen, habe ich ihm, als er mit dem Hubschrauber angeflogen kam, sofort<lb/>
erklärt, ich hätte volles Verständnis, wenn wir unser Programm ändern,<lb/>
ich könnte die Besichtigung der Braunkohlenwerke allein durchführen, er<lb/>
hat aber erklärt, es sei alles von ihm schon erledigt und eingeplant und<lb/>
da er selbst auch noch nie bei den rheinischen Braunkohlegebieten war,<lb/>
war er brennendst daran interessiert. Der <choice><choice><sic>Tagabbau</sic><corr>Tagebau</corr></choice></choice> ist in der Nähe<lb/>
Kölns, auch sehr beeindruckend, ganze Dörfer werden umgesiedelt, die<lb/>
Kohle wird mit riesigen Baggern herausgebuddelt, derzeit ist das Ver<lb break="no"/>hältnis 3 Teile Abraum, 1 Teil Kohle, in Hinkunft <choice><choice><sic>werden die</sic><corr>wird in den</corr></choice></choice> neuen Gruben,<lb/>
eine solche wurde von uns auch überflogen, nur mehr im Verhältnis<lb/>
6:1, also 6 Teile Abraum gewonnen werden können. Das neue Revier hat<lb/>
riesige Investitionen von 7 Mrd. DM benötigt, 1970 geplant, 83 die erste<lb/>
Kohle und 92 erst der Vollbetrieb. Die Braunkohle bekommt keinerlei<lb/>
Subvention, sie kann nur steuerfreie Rücklagen bilden und hat 1,1 Mrd.<lb/>
DM in ihren Bilanzen. Das Braunkohlegebiet gehört der <choice><choice><sic>Rheinwestfäli<lb break="no"/>schen E-Unternehmen</sic><corr>Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk AG</corr></choice></choice>, RWE, <choice><choice><sic>das</sic><corr>die</corr></choice></choice> an Ort und Stelle gleich die Kohle ver<lb break="no"/>stromt. Die Umweltbelastung spielt eine große Rolle, derzeit gibt es<lb/>
die Auflage 650 mg pro m² S02, jetzt wollen die Umweltschützer, und die<lb/>
Bundesregierung hat sich dem angeschlossen, eine Verordnung mit 400 mg;<lb/>
wenn dies zutrifft, erklärt RWE, sie könne es nicht erfüllen, <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs><lb/>
hat dies auch aktenmäßig, wie er sagt, genau festgehalten und am Rande<lb/>
bemerkt, dies ist nicht Stand der Technik. Derzeit gibt es eine kleine<lb/>
Pilotanlage, RWE entwickelt auch neue Systeme. In der Nähe der Grube<lb/>
Fortuna gibt es ein Kraftwerk mit 100 MW, jetzt wird <choice><choice><sic>eines bei Pfaffberg</sic><corr>das Kraftwerk</corr></choice></choice><lb/>
Neurath mit 300 MW fertig, dort sollen mit dem Additivverfahren entspre<lb break="no"/>chende <add>[die]</add> Umwelt weniger belastende Methoden erprobt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Ich habe entsprechendes Material ange<lb break="no"/>fordert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_09">Die Arbeitsgespräche wie immer bei einem Arbeitsessen haben von öster<lb break="no"/>reichischer Seite drei Probleme gebracht. Die Landwirtschaft möchte, daß<lb/>
der Flaschenweinzoll gesenkt wird, dadurch könnte beim Abfüllen in<lb/>
der BRD von österreichischen Weinen das jetzt vereinzelt vorkommende<lb/>
Pantschen verhindert werden. Nach wie vor gibt es bei den Stahlpreisen<lb/>
die österreichische Behauptung, Händler machen Dumpingangebote in<lb/>
Österreich, <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> wieder erklärte, daß in Deutschland festgestellt<lb/>
wird, daß österreichische Angebote tiefer sind als die vereinbarten<lb/>
EGKS-Preise. Da im Inner-EG-Verkehr bereits die Händler in die EGKS-<lb/>
Preisregelung einbezogen sind, wäre es auch der Wunsch Österreichs, daß<lb/>
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der EFTA vereinbart, ist allerdings fraglich, ein dritter und immer<lb/>
offener Punkt ist die Frage der Vereinfachung der Ursprungsregeln. Hier<lb/>
ist die französische Regierung innerhalb der EG sehr unbeweglich, um nicht<lb/>
zu sagen dagegen. Überhaupt wurde bei dem Essen festgestellt, es war<lb/>
auch Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__127095">Schlecht</rs> anwesend, daß die Hauptschwierigkeit<lb/>
und die antiliberale Politik von den Franzosen immer stärker vertreten<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_10">Die deutsche Seite urgierte nach wie vor die Frage der österreichischen<lb/>
Qualitätszeichen und "Aktion kauft österreichische Waren", hier gibt es<lb/>
den Briefwechsel zwischen <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> und mir. <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> hat jetzt vor<lb break="no"/>geschlagen, nachdem wir es direkt nicht lösen können, daß sich die Beam<lb break="no"/>ten weiter damit beschäftigen sollen. Die zweite offene Frage sind<lb/>
die öffentlichen Aufträge, wo immer wieder die deutsche Seite meint, daß<lb/>
in Österreich ihre Anbieter benachteiligt werden. Auch darüber wird<lb/>
weiter gesprochen, doch meint <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs>, die beste Lösung wäre, wenn<lb/>
die EG und die EFTA ein diesbezügliches Zusatzabkommen schließen<lb/>
konnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_11">Als Multilateral wurde nur die nächste GATT-Ministersitzung in Genf<lb/>
besprochen. Dort möchte Deutschland, daß doch eine gewisse Schutzklau<lb break="no"/>selregelung und vor allem auch Dienstleistung in die GATT-Regelung ein<lb break="no"/>bezogen werden. <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs> hat in Amerika festgestellt, daß <rs type="person" ref="#per__149296">Shultz</rs> sehr<lb/>
positiv ist, Frankreich verhindert aber innerhalb der EG, daß es zu<lb/>
entsprechenden positiven Beschlüssen kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_12">Die deutsche Seite hat dann noch erwähnt, daß jetzt in Bonn eine bila<lb break="no"/>terale Beamtenkommission, alle Jahre treffen sich ja die höchsten Beamten,<lb/>
mit einer Riesendelegation im Oktober zusammentritt, da ich die Unter<lb break="no"/>lagen mir unverständlicherweise in Wien nicht bekommen habe, mußte ich<lb/>
sie mir vom Handelsdelegierten <rs type="person" ref="#per__119788">Roth</rs> verschaffen. Besondere Probleme<lb/>
gibt es aber auch wahrscheinlich bei diesen Beamtenbesprechungen nicht.<lb/>
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der BRD und Österreich sind in die<lb break="no"/>ser Beziehung wirklich problemlos.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_13">Meine alte Taktik war einmal mehr zu beweisen, daß offizielle Gespräche<lb/>
zwischen der BRD und Österreich nicht notwendig sind, ich verweise ja<lb/>
immer mit Stolz <add>[darauf]</add>, daß ich jetzt, obwohl 12 Jahre schon Handelsminister,<lb/>
noch niemals offiziell in der BRD gewesen bin. Jetzt muß ich allerdings<lb/>
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den Bundespräsidenten bei der offiziellen Reise zu begleiten. Die inof<lb break="no"/>fiziellen Gespräche reichen vollkommen aus. Die Beamtenbesprechungen<lb/>
sind zwar mit einer umfangreichen Tagungsliste, aber meistens lauter<lb/>
Kinkerlitzchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_14">Am Rande gibt es dann immer wieder Probleme, besser gesagt, Problemchen,<lb/>
der ehem. Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__137155">Leber</rs> hat mich ersucht, ich sollte doch bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> neuerlich intervenieren, ob es nicht zweckmäßig wäre, von<lb/>
Salzburg eine Frühmaschine nach Frankfurt zu schicken, die am Abend dann<lb/>
wieder zurückfliegt. In Frankfurt kostet die Übernachtung mehr, weshalb<lb/>
dieser Kurs gut ausgelastet sein müßte. Derzeit müssen die westlichen<lb/>
Bundesländer, sprich OÖ und Salzburger, nach München fahren, um dort<lb/>
eine Frühmaschine zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte nächsten Ministerrat mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_16">Der Bürgermeister von Recklinghausen und Energiesprecher im Bundestag<lb/>
<rs type="person" ref="#per__130197">Wolfram</rs> ersuchte mich, ich sollte bei <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> unbedingt urgieren, damit<lb/>
er bei seinem Staatsbesuch in Bonn Recklinghausen besucht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_18">Botschafter <rs type="person" ref="#per__116681">Pein</rs> in Bonn hat sich ausgedacht, es wäre ein kulturelles<lb/>
Ereignis, wenn in München bei einem Konzert der Wr. Philharmoniker unter<lb/>
Leitung von <rs type="person" ref="#per__97348">Bernstein</rs> der Bundespräsident diese Veranstaltung besuchen<lb/>
würde. Da wir erst sehr spät angekommen sind, war ja klar, daß man nur<lb/>
den zweiten Teil des Konzertes hören konnte, wir kamen zeitgerecht in der<lb/>
Pause, die Philharmoniker sind in einer Delegation erschienen, um den<lb/>
Bundespräsident zu begrüßen, bei dieser Gelegenheit habe ich mit ihnen<lb/>
auch über die Auslandsreisen gesprochen. Die Philharmoniker fahren immer<lb/>
wieder nach Japan und teilweise jetzt sogar nach Sofia mit <rs type="person" ref="#per__118217">Karajan</rs>. Hier<lb/>
wäre dann insbesondere Japan eine gute Gelegenheit die Begeisterungs<lb break="no"/>welle für Österreich auch kommerziell zu nützen. Die Philharmoniker<lb/>
werden mir diesbezüglich ihre Auslandstourneen mitteilen, damit ev. die<lb/>
ÖFVW oder sonstige Institutionen diesen good will, den wir dort erreichen,<lb/>
entsprechend nützen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_19">Im Konzert dann, wo ja <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> gar nicht offiziell empfangen<lb/>
wurde, wir sind sozusagen in der Pause halt reingegangen, war <rs type="person" ref="#per__97348">Bernstein</rs><lb/>
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Bundespräsidenten, also Verärgerung auf allen Linien. Überhaupt gab<lb/>
es etliche Protokollfehler, Probleme oder wie immer man das bezeichnen<lb/>
will. Obwohl ich natürlich mit <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> darüber gekeppelt habe, berührt<lb/>
es mich kaum. In Hinkunft muß ich nur vorsichtiger sein, denn niemand<lb/>
glaubt mir sonst, daß es mich wirklich nicht berührt. Wenn ich aber<lb/>
miterlebe, welche Bekleidungssorgen und sonstige Problemchen bei all<lb/>
diesen Gelegenheiten auftauchen, so kann ich innerlich wirklich nur<lb/>
lachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_20">Bei der Rückfahrt im Schlafwagen haben dann die Journalisten ersucht,<lb/>
ich sollte mit ihnen ein wenig über die Reise, aber vor allem über wahr<lb break="no"/>scheinlich andere Probleme plaudern; da es sich in diesem Fall ja nicht<lb/>
um die wirtschaftspolitischen Redakteure handelt, sondern um die Innen<lb break="no"/>politiker, bin ich diesem Verlangen gerne nachgekommen. Wir diskutierten<lb/>
über die Fragen der Energiebeziehungen resp. -probleme und auch halt<lb/>
über den problemlosen deutsch-österreichischen Handel. <choice><choice><sic>Mein</sic><corr>Zu meinem</corr></choice></choice> Hinweis, daß<lb/>
ich sie ständig gerne und jetzt wieder zu meinem Montagpressegespräch<lb/>
einlade, wurde dahingehend erklärend von ihnen festgestellt, daß sie als<lb/>
Innenpolitiker nicht dazu kommen, sondern eben die Wirtschaftspolitiker<lb/>
der Redaktionen. Da sie Innenpolitiker sind, hat auch <rs type="person" ref="#per__1137507">Rauscher</rs> vom Kurier<lb/>
mich allerdings schon vor dieser Aussprache gefragt, ob ich jetzt Prä<lb break="no"/>sident des ÖGB werde. Ich habe ihm sofort entsprechen richtiggestellt,<lb/>
daß dies eine sinnlose Frage ist, die Personalprobleme im ÖGB werden<lb/>
prinzipiell immer nur vor den Gewerkschaftskongressen besprochen und<lb/>
beschlossen. Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat ja auch bereits zu erkennen gegeben, daß<lb/>
er neuerdings kandidieren wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_21">Freitag, 10. September 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_22">Dies war ein Tag für oder, wenn man so sagen will, gegen den Umweltschutz.<lb/>
Morgens hatte Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>, Ver<lb break="no"/>bund-GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und mich ins Parlament geladen wegen des Österreichi<lb break="no"/>schen Nationalparks. Vorerst gab es aber eine heftige Diskussion, sehr<lb/>
freundschaftlich, jeder will wirklich dem anderen helfen, aber es wird<lb/>
kaum möglich sein eine befriedigende Kompromißlösung zu finden, in der<lb/>
Frage der E-Werke. Ich berichtete von den Erfahrungen der größten E-<lb/>
Unternehmungen Deutschlands, RWE, in der Frage von Schwefeloxidemission.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs> ist fest davon überzeugt, daß die 400 mg SO2 pro m² Vorschlag<lb/>
in Deutschland bald Gesetz wird. Er sei deshalb von den Naturschützern<lb/>
und Umweltschützern hart attackiert worden, weil er die 850-mg-Verordnung<lb/>
unterschrieben hat. Ich erklärte, daß als erster Schritt diese Dampf<lb break="no"/>kesseldurchführungsverordnung ein großer Erfolg der neuen Umweltschutz<lb break="no"/>politik ist. Ähnlich wie <choice><choice><sic>seinerzeit die</sic><corr>die seinerzeitige</corr></choice></choice> Herabsetzung von Schwefelgehalt<lb/>
im Heizöl als erster Schritt jetzt von allen anerkannt wird, muß man<lb/>
eben die schrittweisen Erfolge entsprechend verkaufen. So lange wir uns<lb/>
immer nur nach der Kritik der Umweltschützer richten, wird es niemals<lb/>
ein befriedigendes Ergebnis geben. Die E-Gesellschaften, Verbund und<lb/>
NEWAG haben sich jetzt auch mit der Gemeinde Wien über die Entschwe<lb break="no"/>felung von Dürnrohr geeinigt, sodaß man auch dies positiv darstellen<lb/>
muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_23">Bezüglich der Einbeziehung der Umbalfälle in das Kraftwerkssystem<lb/>
Osttirol habe ich <add>[auf]</add> die wahrlich nicht von mir veranlaßte Studie von IFES-<lb/>
Leiter <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> verwiesen. Auch <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, der heuer überhaupt<lb/>
in Osttirol Urlaub machte, mußten mir bestätigen, daß tatsächlich jetzt die<lb/>
Umbalfälle durch die Negativpropaganda so bekannt sind, daß dort jetzt<lb/>
ein Massenauftrieb an Autos und Wanderern herrscht. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> erklärte, daß<lb/>
wenn die Umbalfälle und Gößnitz, die ja schon durch Naturschutzstellung<lb/>
des Landes Kärnten sowieso ausfallen, nicht einbezogen werden, würde sich<lb/>
der Strompreis von 14 S bei der Variante 74/3 auf 19.70 pro kWh erhö<lb break="no"/>hen. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> konnte dies überhaupt nicht glauben, als er dann erfuhr,<lb/>
daß die Verbund im Durchschnitt jetzt 60 Groschen pro kWh aus allen<lb/>
ihren Kraftwerken erlöst und dabei noch ganz gut fährt. <add>[Ein]</add> Kohlekraftwerk<lb/>
würde jetzt ungefähr 1,05 die kWh kosten und ein Gaskraftwerk 1,20,<lb/>
wenn man solche neu errichtet. Derzeit kann also niemand einen über<lb/>
10 Mrd. Aufwand, mit der Verzinsung dann fast 20 Mrd. S Aufwand, für das<lb/>
Osttiroler Kraftwerk vertreten, ohne nicht die notwendigen Wassermengen<lb/>
zu bekommen. Gegen die Einbeziehung des nächsten, südlich gelegenen<lb/>
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schönen Wasserfälle in Huben wesentlich <choice><choice><sic>beeindruckt</sic><corr>beeinflußt</corr></choice></choice> werden. Die Osttiroler<lb/>
Kraftwerke werden zwar weitere Varianten durchrechnen, aber nicht, wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> und auch <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> erwartet haben, in den nächsten Monaten schon<lb/>
eine Sparvariante vorlegen, wo entsprechend die Umbalfälle unberücksich<lb break="no"/>tigt bleiben. Ich glaube, wenn man in 5 bis 10 Jahren dann wird infolge<lb/>
der gestiegenen Energiepreise neue Berechnungen anstellen, dann man<lb/>
vielleicht zu einer Sparvariante kommen kann. Dies bezweifelt aber<lb/>
nach wie vor GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_24">Da <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> zur Arbeitsgruppe Ökologie der SPÖ gehen mußten,<lb/>
wurde die Sitzung ohne konkretes Ergebnis beendet. Nach wie vor er<lb break="no"/>klärte ich aber, daß das wirkliche Problem die Fremdenverkehrseinrich<lb break="no"/>tungen sind, die die Osttiroler wünschen und daß <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> so schnell als<lb/>
möglich schauen soll zu einer verkleinerten Variante der Kernzone durch<lb/>
Gesetz zu kommen, weil ansonsten die ganz große Gefahr besteht, daß<lb/>
überhaupt nichts zustande kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte die Einigung über Dürnrohr fest<lb break="no"/>stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_26">Herr <rs type="person" ref="#per__1138080">Holzer</rs> mit seiner Frau, die den italienischen Zirkus Metrano ver<lb break="no"/>treten, beschwerten sich, daß dieser, aber auch die deutschen Zirkusse<lb/>
Sarrasani, Busch, Krone entweder überhaupt nicht oder nur sehr schwer<lb/>
in Österreich auftreten können. Dies ist darauf zurückzuführen, weil<lb/>
der Zirkus Althoff als sogenannter österreichischer Nationalzirkus<lb/>
von den Ländern ungerechtfertigt bevorzugt wird. Kärnten beschränkt die<lb/>
Auftrittsmöglichkeit auf das Land, nicht aber auf die Landeshauptstadt<lb/>
Klagenfurt. Oberösterreich macht Terminfestlegungen, Salzburg lehnt<lb/>
überhaupt ab und meint, die Ostdeutschen seien schon hier und damit sei<lb/>
der Bedarf mit dem Althoffzirkus gedeckt. Steiermark verlangt wieder<lb/>
eine Gleichstellungserklärung der italienischen Regierung für österrei<lb break="no"/>chischen Zirkus, der in Italien auftritt usw. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> sieht mit Recht<lb/>
die einzige Lösung, daß man mit den Ländern Gespräche führt, die Be<lb break="no"/>hauptung, daß durch den österreichischen Nationalzirkus Althoff österr.<lb/>
Interessen besonders geschützt werden müssen, im Zuge der Diskussion<lb/>
wurde die Frage der Beschäftigung dahingehend erklärt, daß <rs type="person" ref="#per__1138081">Althoff</rs><lb/>
selbst nur einen Sekretär und Public-Relations-Mann ständig beschäftigt,<lb/>
alles andere hat sie angeblich nur vorübergehend aufgenommen, dasselbe<lb/>
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Kunst, freie Berufe, Prof. <rs type="person" ref="#per__1138069">Gartner</rs>, würde mir dies bestätigen und wünscht,<lb/>
daß ausländische Zirkusse nach Österreich kommen können, weil ansonsten<lb/>
die Gefahr der nicht mehr engagieren österreichischer Künstler bei die<lb break="no"/>sen Zirkussen besteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit Prof. <rs type="person" ref="#per__1138069">Gartner</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_28">GD <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> von Siemens berichtete über die schlechte Situation in<lb/>
der Kabelindustrie. Dort mußten bereits 10 % der Beschäftigten abge<lb break="no"/>baut werden, heuer wird die Kabelindustrie trotz des Kartells, das sie<lb/>
in Österreich haben, mit Minus letzten Endes abschließen. <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs><lb/>
ersuchte mich, daß ich in der UdSSR, aber auch in Ungarn wegen Exporten<lb/>
interveniere, was ich selbstverständlich zugesagt habe. Im vergangenen<lb/>
Jahr konnte mit der UdSSR dahingehend eine Lösung gefunden werden, daß<lb/>
sie Kabelaufträge für das Jahr 1982 auf 1981 vorgezogen hat. Wenn dasselbe<lb/>
auch jetzt für 83 auf 82 erreicht wird, wäre die Kabelindustrie damit<lb/>
zufrieden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte für Ungarn die Unterlagen bei Ministerprä<lb break="no"/>sident-<rs type="person" ref="#per__110938">Lazar</rs>-Besuch bereithalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_30">In der Direktoriumssitzung der ÖFVW berichtete Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>,<lb/>
daß die Auslandsurlaube in Deutschland sehr zurückgehen, auch der In<lb break="no"/>landsreiseverkehr in der BRD ist in Bayern stagnierend nur durch das<lb/>
gute Wetter bedingt an der Nord- und Ostsee sehr gut gewesen. Deutschland<lb/>
wendet mehr für die Inlandswerbung auf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_31">Die österreichische Inlandswerbung hat <choice><choice><sic>die</sic><corr>in der</corr></choice></choice> erweiterte <add>[-n]</add> Bundesländer<lb break="no"/>sitzung der Fremdenverkehrsorganisationen der Handelskammer Kritik ge<lb break="no"/>übt am Werbekonzept der ÖFVW. KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__118737">Schimka</rs> ersuchen<lb/>
deshalb <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, er möge bei der Innsbrucker Messeeröffnung, vorher trifft<lb/>
sich immer die Fremdenverkehrswirtschaft, <add>[ein]</add> entsprechendes Aufklärungsre<lb break="no"/>ferat halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_32">Überhaupt zeigt sich wieder einmal mehr, daß es notwendig ist die Ge<lb break="no"/>schäftsführung stärker bei entsprechenden Tagungen, sei es der Länder<lb/>
oder der Bundeshandelskammer, einzuschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_33">Dkfm. <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> berichtet, daß die Abteilung Werbung jetzt in Abteilung<lb/>
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Materiellen wird sich gar nichts ändern. Immer wieder ergibt sich nur<lb/>
die Notwendigkeit durch entsprechende Geschäftseinteilungsänderungen, <add>[durch]</add><lb/>
Abgang gewisser Beschäftigter in den anderen Staaten oder in der Zen<lb break="no"/>trale werden solche Geschäftsordnungsänderungen notwendig. Ebenso ist<lb/>
es notwendig in Deutschland jetzt für den ausscheidenden <rs type="person" ref="#per__1137834">Maro</rs> eine<lb/>
andere Konstruktion zu finden, auch hier wünschen die Ländervertreter<lb/>
Hofrat <rs type="person" ref="#per__115027">Hlous</rs> und <rs type="person" ref="#per__125286">Tschach</rs>, daß sie früher informiert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_34"><rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> hat mir einen Brief geschrieben, und wir besprechen ihn in der<lb/>
Direktoriumssitzung, ob wir nicht noch für heuer ein höheres Budget, durch<lb/>
die Länder noch zu beschließen, durchsetzen könnten. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs><lb/>
von Wien hat ihm diesbezügliche Hoffnungen gemacht. Übereinstimmend<lb/>
herrscht die Meinung, daß wir dies zwar versuchen sollen, ich aber schlage<lb/>
sehr konkret vor, daß der Budgetausschuß, der am 11. Oktober tagen wird,<lb/>
sich nicht nur wegen des Budgets 83, sondern vielmehr wegen des Budgets<lb/>
84 seine Grundlinien erarbeiten soll, damit man zeitgerecht dann bei<lb/>
den Ländern eine entsprechende Budgeterhöhung für die ÖFVW anmelden<lb/>
kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_35">Die Länder, insbesondere Wien, Dr. <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs>, hat den Wunsch die Expositur<lb/>
Rom, derzeit nur ein Auskunftsbüro, in Hinkunft Expositur zu nennen.<lb/>
Wenn es bei den 2 1/2 Dienstposten bleibt, die jetzt in Rom existieren,<lb/>
ist dagegen nichts einzuwenden. Die Gefahr besteht nur, daß dann er<lb break="no"/>klärt wird, die Expositur braucht einen Expositurleiter und entspre<lb break="no"/>chende Mitarbeiter, wodurch der Budgetrahmen für Rom und für die ge<lb break="no"/>samten Auslandsvertretungen wesentlich gesprengt werden würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_36">Da noch immer nicht feststeht, ob die Länder bereit sind für den Büro<lb break="no"/>hauskauf in der Margaretenstraße die notwendigen Mittel aufzubringen,<lb/>
da andererseits immer wieder erklärt wird, daß die Forderung der Versi<lb break="no"/>cherung als Eigentümer zu hoch ist, wurde die Geschäftsführung beauf<lb break="no"/>tragt, entsprechende andere Projekte zu untersuchen, 46 wurden einge<lb break="no"/>reicht, 12 wurden besichtigt, in die engere Wahl kam die Schottenfeld<lb break="no"/>gasse, mit 25 Mio. verhältnismäßig sehr teuer, eine weitere Investition<lb/>
von 20 Mio. müßte noch geleistet werden. Die VEW wollen <choice><choice><sic>die Franz Josephs<lb/>
Kais</sic><corr>ihr Büro am Franz-Josefs-Kai?</corr></choice></choice> abstoßen, hier würde allerdings nur ein Teileigentum von 54 % ent<lb break="no"/>stehen. Am Parkring und am Deutschmeisterplatz gab es weitere Projekte,<lb/>
<add>[für]</add>letzteres würde Intercontinental 30 Mio. verlangen und weitere Investi<lb break="no"/>tionen wären notwendig. Das Direktorium beschließt neuerdings, daß man<lb/>
so wie ich seinerzeit auch als erstes den Antrag gemacht hatte, alle<lb/>
<pb n="66-1050" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-09-06_1982-09-10_1050.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>weiteren Projekte untersuchen soll, um ständig den Bürogebäudemarkt zu<lb/>
verfolgen, damit der Rechnungshof uns nicht vorwerfen kann, wir hätten<lb/>
nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Wenn die Bundesländer aber nicht<lb/>
bereit sind <del>durch</del> einen größeren Finanzierungsbetrag für den Kauf der<lb/>
Margaretenstraße zur Verfügung zu stehen, dann bleibt sowieso nichts<lb/>
anderes übrig, als in die Hohenstaufengasse zurückzugehen oder <add>[die]</add> Marga<lb break="no"/>retenstraße weiter zu mieten. Da die finanzielle Schwierigkeit mit den<lb/>
Ländern sich nur vergrößert, keinesfalls aber verringert, rechnet nie<lb break="no"/>mand mehr damit, daß es uns gelingen wird ein Finanzierungskonzept für<lb/>
den Hauskauf zustandezubringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Nächstes Jour fixe HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_38">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB wurde neuerdings das Problem der Ein<lb break="no"/>weggebindelösung, Verbotsgesetz, Pfandgesetz, Selbstbeschränkung usw.,<lb/>
diskutiert. Tatsache ist, daß wenn es zu keiner vernünftigen Lösung<lb/>
mit der Verpackungsindustrie und insbesondere den Produktionsbetrieben<lb/>
für Einwegverpackung kommt, wahrscheinlich tatsächlich gewisse gesetz<lb break="no"/>liche Verbotsmaßnahmen beschlossen werden müßten. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> macht da<lb break="no"/>rauf aufmerksam, daß jetzt in der Weingesetznovelle die Chance besteht<lb/>
eine sogenannte Flaschenpflicht zu statuieren. Derzeit kommen aus<lb/>
Ungarn Weine in Kartons ähnlich den Milchverpackungen. Wenn sich sicher<lb break="no"/>lich in absehbarer Zeit dieser neue Verteilerweg nicht durchsetzt,<lb/>
glaube ich, daß für die Zukunft eine gewisse Gefahr insbesondere für<lb/>
Massenwein durch eine solche Verpackungslösung weg von der Flasche hin<lb/>
zum Karton besteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte für Händler, Verpackungsgipfel, Weingesetz<lb break="no"/>novelle, und davon betroffene Flaschenmengen feststellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_40">Das Beschäftigungsprogramm für die Septemberklausur wird im einzelnen<lb/>
erörtert und von allen positiv beurteilt. Allerdings kennen nicht alle<lb/>
die Details, die Handelsministeriumsvorschläge werden im Detail erör<lb break="no"/>tert und akzeptiert. Die Biospritfrage <add>[wird]</add> ausgeklammert. Diese wird der<lb/>
Landwirtschaftsminister entsprechend vorbereiten. Die Frage der Fremden<lb break="no"/>verkehrsförderung, Übergabe der Hausaktion an die Bürges, Umstellung<lb/>
auf Prämien, die jetzt in den Richtlinien bei der AK zur Begutachtung<lb/>
sind, werden im Prinzip anerkannt, sollen aber noch mit den AK-Vertre<lb break="no"/>tern offiziell erörtert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_41">Das Haustürgeschäft sollte durch ein Verbot der Keiler, zumindestens<lb/>
für die Versicherungsberater und -agenten und die Vermögensberater und<lb/>
-verwalter, eine Verordnung der Gewerbeordnung endlich inkraft gesetzt<lb/>
werden. Die AK urgiert, daß bei dem Wettbewerbsausschuß, Vorsitzender<lb/>
LAbg. <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs>, der Handelskammer nur langwierig die Verhandlungen weiter<lb break="no"/>gehen. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erklärt sich zu einer solchen Vorgangsweise bereit,<lb/>
meint allerdings, vorher wird er noch mit allen Interessensvertretungen<lb/>
darüber verhandeln, denn im Konsumentenforum wurde der Beschluß ge<lb break="no"/>faßt, daß alles, was auf diesem Sektor geschieht, vorher in Ausschuß<lb break="no"/>beratungen, sprich, mit Interessensvertretungen abzustimmen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte unterstütze <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> bei der Erledigung<lb/>
dieser schwierigen Probleme<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_43">Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, VKI, berichtet über eine Aussprache mit Stadtrat <rs type="person" ref="#per__127030">Veleta</rs> über<lb/>
die Preisauszeichnung bei der Messeveranstaltung. Die einzelnen Länder<lb/>
handhaben eben ihren Bedürfnissen entsprechend für ihre Messen die Er<lb break="no"/>mächtigung verschieden, deshalb soll jetzt doch wieder im Handelsmini<lb break="no"/>sterium, ARGE Messen, dieses Problem besprochen werden. Dagegen habe<lb/>
ich gar nichts einzuwenden, ich habe nur seinerzeit für die Delegierung<lb/>
plädiert, weil ansonsten wir in der Zentralverwaltung den Streit über<lb/>
die einzelnen Messen untereinander, ja sogar mit den Messen gegen die<lb/>
Interessensvertretung oder umgekehrt hätten durchführen müssen, eine<lb/>
solche Lösung erschien mir unzweckmäßig. Die Länder haben einmal den<lb/>
näheren Kontakt zu den Messen und sollen daher mit den örtlichen<lb/>
Interessensvertretungen insbesondere der AK die notwendigen Beschlüsse<lb/>
und Lösungen finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_44">Die Aussprache beim Bundeskanzler über Umweltschutzgesetz usw. be<lb break="no"/>handelte nicht ein konkretes Gesetz, sondern <choice><choice><sic>um</sic><corr>auch?</corr></choice></choice> eine von Gesundheits<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__113825">Steyrer</rs> vorgelegte Punktation seiner aktiven Maßnahmen in der<lb/>
nächsten Zeit. Beim ersten Punkt Berichterstattung ARGE, Ökologisches<lb/>
Konzept, gab es bereits eine heftige Diskussion. In der Kreistagssitzung<lb/>
dieser ARGE wurde bezüglich des Kernkraftwerks Zwentendorf als Kompro<lb break="no"/>miß beschlossen, die Extremumweltschützer <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> und Vizebgm. <rs type="person" ref="#per__133385">Stingl</rs> von<lb/>
Graz wollten eine Ablehnung der Atomkraft auf alle Zukunft, als Kompro<lb break="no"/>miß hat Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> dann vorgeschlagen, daß die SPÖ-Entschlie<lb break="no"/>ßung bezüglich der 2/3-Mehrheit im Parlament weiterhin als Aufrecht gilt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> lehnt dies entschieden ab, er meint, wir könnten uns nicht<lb/>
durch diese Extremleute in der Kernkraft binden lassen, das einzige, was<lb/>
er bereit ist zuzusagen, ist, daß wieder eine neue Volksabstimmung über<lb/>
<pb n="66-1052" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-09-06_1982-09-10_1052.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Entscheidung im Parlament durchgeführt wird. Wie diese Entscheidung<lb/>
zustande kommt, ob der Verfassungsgerichtshof jetzt das Verbotsgesetz<lb/>
aufhebt usw., will sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> unter gar keinen Umständen präjudizieren.<lb/>
Ich habe seit je <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Meinung, die er allerdings erst in der letzten<lb/>
Zeit formulierte, ebenfalls vertreten, daß uns nichts Besseres passieren<lb/>
kann, als daß der Verfassungsgerichtshof hebt das Atomsperrgesetz als<lb/>
verfassungswidrig auf. Dann braucht der Nationalrat überhaupt nichts<lb/>
mehr beschießen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies darauf, daß jetzt in der Schweiz eine<lb/>
Naturschutzgesetzregelung gekommen ist, der auch die Antikernkraftwerk<lb break="no"/>leute zugestimmt haben, Dort gibt es neue Sicherheitsfragenerkenntnisse,<lb/>
die auch für Österreich bindend sein müßten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_45">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte besorgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_46">Die anderen Punkte bezüglich der Durchführungsverordnung zum Dampfkessel<lb break="no"/>emissionsgesetz möchte <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> eine Absichtserklärung haben, daß wenn<lb/>
der Stand der Technik sich verbessert, wir auch diese neuen Möglichkei<lb break="no"/>ten dann einbauen, dagegen habe ich gar nichts einzuwenden, die Formu<lb break="no"/>lierung allerdings, die er vorschlägt, wurde im Detail nicht mehr disku<lb break="no"/>tiert und kann von uns wahrscheinlich so nicht akzeptiert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_47">Die anderen Punkte seiner langen Liste wurden im einzelnen gar nicht<lb/>
durchbesprochen. Ich wehrte mich nur insbesondere gegen den Begriff<lb/>
Umweltverträglichkeitsprüfung bei Großprojekten. Insbesondere sprach<lb/>
ich mich dagegen aus, daß dieser Gesetzentwurf von <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> allein exe<lb break="no"/>kutiert wird. Hier müßte ich auf alle Fälle versuchen mit <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> mich<lb/>
zu einigen, daß eine sinnvolle und zweckmäßige Durchführung gewährlei<lb break="no"/>stet wird. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> soll sich mit dem neuen Sektionschef <rs type="person" ref="#per__1137981">Bobek</rs> dies<lb break="no"/>bezüglich einigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-09-06_48">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte Details mit mir noch vorher durchbesprechen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 6.–10.9. Rückseite)</head>
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            <head>Ministerrat, 7.9.1982</head>
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            <head>Tagesprogramm, 10.9.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 10.9. Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Fremuth, Walter</persName>
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               <occupation>bgld. FV-Vertr.; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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