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            <title type="main">Montag, der 23. August 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_01">Montag, 23. August 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_02">Dir. <rs type="person" ref="#per__132603">Blohberger</rs> von der Fremdenverkehrsschule der Wiener Handelskammer<lb/>
im Modul, hat gleichzeitig den EUHOFA-Kongreß das dritte Mal nach<lb/>
Österreich gebracht. Diese Direktoren der Fremdenverkehrsschulen von<lb/>
Dutzenden Ländern in Europa und Übersee haben im Kongressaal der Bun<lb break="no"/>deshandelskammer am Hohen Markt feierlich eröffnet: Musik, ein halbes<lb/>
Dutzend Ansprachen von der Vizebürgermeisterin <rs type="person" ref="#per__97899">Fröhlich-Sandner</rs> über den<lb/>
Präsidenten der Bundeshandelskammer <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> bis zum Wiener Präsidenten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs>, für sie war es natürlich eine große Auszeichnung, daß auch<lb/>
der Handelsminister erschienen ist. <rs type="person" ref="#per__132603">Blohberger</rs> hat mich entsprechend be<lb break="no"/>grüßt. Den internationalen Präsidenten <rs type="person" ref="#per__149779">Carlo de Mercurio</rs>, einen Schweizer,<lb/>
mußte ich mir auch noch anhören, obwohl er Französisch sprach und ich<lb/>
kein einziges Wort verstanden habe. <rs type="person" ref="#per__149779">Mercurio</rs> hat mich sehr freudig daran<lb/>
erinnert, daß ich ihn in der Schweiz schon einmal getroffen habe, ich<lb/>
hatte angenommen, bei einer schweizerisch-österreichischen Handelskammer<lb break="no"/>tagung, in Wirklichkeit, wie er dann bei seiner Ansprache erwähnte, beim<lb/>
Staatsbesuch des Herrn Bundespräsidenten <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>. Zum Glück sagte<lb/>
er mir auch noch vor der offiziellen Begrüßung, daß ich ja auch seine<lb/>
Frau kennengelernt habe, die diesmal auch mit ist, umso freudiger konnte<lb/>
ich natürlich dann diese begrüßen, als wären wir alte Bekannte. Ähnlich<lb/>
erging es Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__97899">Sandner</rs>, die mit ihrem Mann, der im Gastge<lb break="no"/>werbe als Funktionär ja schon jahrzehntelang eine Rolle spielt, ebenfalls<lb/>
einmal bei <rs type="person" ref="#per__149779">Mercurio</rs> sogar geschlafen hat. Das Schlimme ist, daß eben alle<lb/>
Menschen glauben, wenn sie einmal einen Minister irgendwo getroffen haben,<lb/>
der muß sich ja noch an dieses Ereignis erinnern können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_03">Da ich unbedingt so schnell als möglich von diesem Kongreß weg mußte,<lb/>
habe ich <rs type="person" ref="#per__132603">Blohberger</rs> ersucht, diesen Kongreß nicht eröffnen zu müssen, son<lb break="no"/>dern gleich als erster Gastredner meine Reverenz den Delegierten und<lb/>
dieser Institution entgegenzubringen. In Wirklichkeit nützte ich die<lb/>
Gelegenheit, um der Handelskammer Dank und Anerkennung zu sagen für ihren<lb/>
Einsatz bei diesen Fremdenverkehrsschulen. Ich bin davon überzeugt, daß<lb/>
die Kombination, theoretischer Unterricht und gleichzeitig dann auch<lb/>
praktische Arbeit in einem Hotel oder bei sonstigen festlichen Veranstal<lb break="no"/>tungen, diesen Schulen nicht nur einen guten Ruf eingebracht hat, sondern<lb/>
auch wirklich zur Ausbildung und Hebung unseres Fremdenverkehrspersonals<lb/>
sehr beiträgt. Dies habe ich klar und deutlich vor den vielen öster<lb break="no"/>reichischen Fremdenverkehrsverantwortlichen, die natürlich auch dort ver<lb break="no"/>treten waren, gesagt. Der Kongreß wird sich mit dem Problem der menschli<lb break="no"/><pb n="66-0985" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-08-23_0985.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>chen Beziehungen, human relations, zwischen Unternehmer, Mitarbeiter,<lb/>
aber auch zwischen Gästen und Mitarbeitern und Besitzern beschäftigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_04">Ich konnte die anderen Ansprachen aus Zeitgründen ja nicht hören, ich<lb/>
selbst habe meine, so wie immer, versucht humorvoll abzuschließen. Direk<lb break="no"/>toren, erklärte ich, waren schon in der Zeit, wo ich noch meine Buben in<lb/>
der Schule hatte, für mich sehr wichtig, verärgert man die Direktoren,<lb/>
dann wirkt sich das auf die Lehrer aus, bei den Lehrern dann auf den<lb/>
Schüler, bei den Schülern, also meinen Söhnen, dann auf meine Frau, und<lb/>
dann gehts letzten Endes auf mich aus. Den letzten Kongreß hatten sie<lb/>
in Mexiko, den jetzigen eben mit einem sehr hohen Aufwand und einem<lb/>
riesigen Programm, <rs type="person" ref="#per__132603">Blohberger</rs> sprach davon, man will den Gästen den way<lb/>
of life, also Österreichs Lebensart zeigen, eben in Wien mit einer Fahrt<lb/>
dann nach Budapest. Schon allein aus diesem Programm, das selbst die<lb/>
Handelskammer organisiert hat, ergibt sich für mich die Erkenntnis, daß<lb/>
sehr wohl Ausländer großes Interesse haben, eine Kombination Wien-Budapest<lb/>
als attraktiv zu empfinden. Schade, daß mich vorher niemand auf dieses<lb/>
Programm aufmerksam gemacht hat und es man mir auch nicht gezeigt hat,<lb/>
dann hätte ich Samstag, Sonntag in Ungarn darüber mehr gesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Hast Du davon gewußt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_06">Beim EUHOFA-Kongreß traf ich auch den Präsidenten der Hoteliervereini<lb break="no"/>gung <rs type="person" ref="#per__114525">Zorn</rs>, dieser teilte mir neuerdings mit, daß in Seefeld bezüglich<lb/>
des <rs type="person" ref="#per__1138112">Liebherr</rs>-Hotels große Aufregung herrscht, alle hoffen, daß dieses Pro<lb break="no"/>jekt nicht mit den vorgesehenen 50 Mio. aus ERP-Mitteln unterstützt wird.<lb/>
Der Hotelbau geht dem Ende zu und ist ausfinanziert, niemand würde<lb/>
verstehen, wenn tatsächlich jetzt noch ERP-Mittel dafür aufgewendet<lb/>
werden. Darüber hinaus hat angeblich <rs type="person" ref="#per__1138112">Liebherr</rs> jetzt die Absicht in Reit<lb/>
ein zweites Hotel zu errichten. Auch dieses ist nicht nur umstritten,<lb/>
sondern wird von den Tirolern auf das heftigste bekämpft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wissen wir davon.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_08"><rs type="person" ref="#per__114525">Zorn</rs> mußte mir gegenüber aber zugeben, daß die Fremdenverkehrswirtschaft<lb/>
sehr froh ist, daß <rs type="person" ref="#per__1138112">Liebherr</rs> in Schruns das Hotel Löwen gekauft hat,<lb/>
niemand anderer hätte es erwerben können und wollen, es wäre daher sicher<lb break="no"/>lich in den Konkurs gegangen und hätte der österreichischen Fremdenver<lb break="no"/>kehrswirtschaft und insbesondere den Zuliefern sehr geschadet. hier war<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1138112">Liebherr</rs> als <choice><choice><sic>Hotelierbesitzer</sic><corr>Hotelier; Hotelbesitzer</corr></choice></choice> wieder gerne gesehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_09">Dir. <rs type="person" ref="#per__113081">Stock</rs> vom Kongreßzentrum Hofburg hat mir gegenüber den Wunsch ge<lb break="no"/>äußert, er möchte mir unbedingt seine Konzeption erklären, Donnerstag<lb/>
trifft er Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> anschließend daran würde er sehr gerne<lb/>
Gespräche mit mir führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Termin mit <rs type="person" ref="#per__113081">Stock</rs> vereinbaren. <add>Mi, 1.9.82, 14h</add><lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_11">Die Pressekonferenz über das Fernwärmekonzept im Brucknerhaus in Linz<lb/>
war ein großer Erfolg. Die Organisation hat vorzüglich geklappt, schon<lb/>
lange nicht waren so viele Journalisten anwesend, mit den Beamten sind<lb/>
23 mit dem Zug angereist; dazu kamen dann mindestens noch mehr als ein<lb/>
halbes Dutzend, sodaß der kleine Konferenzsaal sehr schön gefüllt war.<lb/>
Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__114604">Hillinger</rs> war ebenfalls anwesend. Vorher hatten die Teil<lb break="no"/>nehmer die städtische Fernwärme am Industriehafen besichtigt, Staatsse<lb break="no"/>kretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, die ja die Pressekonferenz auch diesmal leitete; meinte,<lb/>
es war für alle sehr beeindruckend; für den Nichttechniker und insbesonde<lb break="no"/>re für sie war es natürlich nur ein Ungetüm von Kesseln und Röhren, aber<lb/>
durch GD <rs type="person" ref="#per__128469">Kubin</rs> sehr geschickt erklärt. Bei ihm habe ich mich dann für<lb/>
die Einladung auch herzlichst bedankt; ausnahmsweise habe ich einmal dann<lb/>
der Pressekonferenz fast in einem halbstündigen Referat unsere ganze<lb/>
Fernwärmekonzeption dargelegt. Dies erschien mir deshalb notwendig, um<lb/>
zu dokumentieren, daß wir bereits seit 1974; als wir die erste Studie im<lb/>
Handelsministerium in Auftrag gegeben haben, seit dieser Zeit uns also<lb/>
mit dieser energiesparenden und vor allem aber Arbeitsplatz schaffenden<lb/>
Energieform eingehend beschäftigen. Zum Glück haben wir trotz der geringen<lb/>
budgetären Mittel durch eine Vielzahl von Subventionen in Form von<lb/>
Zinsstützungen oder ERP-Krediten jetzt auch nachweisen können, daß sehr<lb/>
wohl auf diesem Gebiet etwas geschehen ist, die Methode der kleinen<lb/>
Schritte, die auch hier angewendet wurde, hat sich voll bewährt. Zum<lb/>
Glück hat seinerzeit der Energiesprecher der ÖVP, NR <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, geglaubt, er<lb/>
muß hier wieder übertrumpfen und hat eine Fernwärmeschiene von Wien bis<lb/>
Linz verlangt. Diese hätte ein Vermögen gekostet und wäre eine Fehlin<lb break="no"/>vestition gewesen, denn niemand braucht in Wirklichkeit eine solche Fern<lb break="no"/>wärmeschiene. Die einzige Möglichkeit für eine zweckmäßige Fernwärmever<lb break="no"/>sorgung besteht eben darin, daß man rentable Projekte regionsweise oder,<lb/>
besser gesagt, sogar noch als kleinste Einheit in Teilen einer Gemeinde<lb/>
einführt. Mit Blockheizwerken beginnt es oder, besser gesagt, begann es<lb/>
und dann kommt dazu Müllverbrennung oder, was jetzt der letzte große Hit<lb/>
ist, Abwärme von Industriebetrieben, die diese bis jetzt nutzlos im<lb/>
Rauchfang abströmen ließen. Der dritte und wichtigste Schritt ist dann<lb/>
<pb n="66-0987" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-08-23_0987.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Kraft-Wärme-Kopplung bei neuen Elektrizitätswerken, die errichtet<lb/>
werden. Abwärmenutzung konnte in Linz durch Abgabe der VÖEST-Alpine<lb/>
an die städtischen Werke, aber auch an die Fa. Esso demonstriert werden,<lb/>
die Kraft-Wärme-Kopplung, die es jetzt ja in etlichen Kraftwerken, insbe<lb break="no"/>sondere in Simmering, gibt, soll jetzt in zwei großen Projekten verwirk<lb break="no"/>licht werden: Dürnrohr mit der Versorgung St. Pöltens und Riedersbach<lb/>
mit der Versorgung von Stadt Salzburg. Typisch war, und ich habe dies<lb/>
deshalb auch besonders herausgestrichen, daß der Fachverband 1980 Pro<lb break="no"/>jekte für 18 Mrd. gehabt hätte, 1981 hat er das auf 10 Mrd. reduziert,<lb/>
jetzt waren es dann nur mehr 8 Mrd. und sehr konkret gibt es eigentlich<lb/>
nur 5,2 Mrd. Projekte für die ersten Jahre bis zur Mitte der 80-er Jahre.<lb/>
Ich selbst glaube sogar, daß auch diese 5 Mrd. gar nicht so schnell ver<lb break="no"/>wirklicht werden können. Ich habe daher, um den Finanzminister nicht in<lb/>
eine schwierige Situation zu bringen, auch nicht von einem 500-Mio.-S-<lb/>
Subventionsbudget, das die Opposition immer wieder verlangt, gesprochen,<lb/>
sondern daß wir schon sehr viel erreichen, wenn wir heuer und im nächsten<lb/>
Jahr 1 Mrd. S investieren und damit mit einem Zinsenzuschuß im Budget<lb/>
auskommen müßten. Da ich derzeit nur 25 Mio. S habe, wäre dies eine we<lb break="no"/>sentliche Erhöhung und trotzdem wäre es schlecht diese Ziffern besonders<lb/>
herauszustreichen. Ich hoffe, daß es mir gelingt <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> davon zu über<lb break="no"/>zeugen, daß es eine bessere Lösung gibt. Ähnlich wie bei der Bürges und<lb/>
bei allen anderen Fremdenverkehrszuschüssen, wo ich immer wieder erklärte,<lb/>
gute Projekte werden von uns unterstützt und es wird keine budgetären<lb/>
Schwierigkeiten geben, möchte ich sozusagen eine Zusage mit dem Finanz<lb break="no"/>minister gemeinsam abgeben, daß wir eben gute Projekte, die sich rechnen,<lb/>
auch unterstützen werden. Sollten die Budgetmittel eben nicht ausreichen,<lb/>
dann wird man trachten, durch entsprechendes BÜG resp. ev. andere Methoden<lb/>
die Finanzierung sicherzustellen. Während es nämlich bei anderen arbeits<lb break="no"/>beschaffenden Maßnahmen immer sehr fraglich ist, ob <add>[sich]</add> tatsächlich die In<lb break="no"/>vestitionen rechnen oder als zweckmäßig herausstellen, kann man <add>[dies]</add> bis jetzt<lb/>
bei der Fernwärme auf alle Fälle bejahen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_12">Besonders verwies ich auch <add>[darauf]</add>, daß es jetzt dann im Herbst zwei wichtige<lb/>
Gesetze für die Fernwärme geben wird, das Fernwärmewirtschaftsgesetz,<lb/>
welches aus den Verhandlungen über das Energiesicherungsgesetz herauskri<lb break="no"/>stallisiert sich hat und dem eigentlich alle Parteien im Parlament ja im<lb/>
Prinzip schon zugestimmt haben, als zweites Gesetz muß dann ein Fernwärme<lb break="no"/>förderungsgesetz geschaffen werden, welches im Prinzip vorliegt, aber<lb/>
noch mit dem Finanzministerium abgesprochen werden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll dies jetzt endgültig fixieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_14">In der Diskussion wurde dann natürlich von Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__114604">Hillinger</rs> zuerst<lb/>
gesagt, daß Linz jetzt eine Fernwärmeringleitung anstrebt. Er meinte<lb/>
dann nur nebenbei, er hätte nicht so zimperliche Äußerungen gemacht wie<lb/>
ich bezüglich des Anschlußzwanges, er ist nämlich davon fest überzeugt,<lb/>
daß es früher oder später notwendig sein wird, wie dies auch bei Kanal<lb/>
und Wasser der Fall ist, daß eben dem Konsument auch bei einer Fernwärme<lb/>
ein Anschlußzwang auferlegt wird. Ich selbst halte diesen Weg für sehr<lb/>
gefährlich und politisch jetzt überhaupt nicht zu vertreten, Anschluß<lb break="no"/>zwang kann es daher nur für Neubaugebiete geben, wo nicht der Konsu<lb break="no"/>ment vorher schon sehr viel Geld in seine individuelle Heizung reinge<lb break="no"/>steckt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_15"><rs type="person" ref="#per__114604">Hillinger</rs> erwähnte dann auch, daß man wahrscheinlich Mittel wird schaffen<lb/>
müssen wie beim Wasserwirtschaftsfonds oder beim Krankenanstaltenzu<lb break="no"/>sammenarbeitsfonds, natürlich wurde ich dann sofort gefragt, wie ich zu<lb/>
diesen Fondsideen stehe, ich verwies darauf, daß es mehrere Speisungs<lb break="no"/>möglichkeiten für solche Fonds gibt, die erste Idee kam vom Wiener<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs>, der meinte, man soll den Strompreis in Österreich gleich<lb/>
hoch gestalten und dann die notwendigen Mittel bei den Billigstromländern<lb/>
abschöpfen; da diese Frage von Red. <rs type="person" ref="#per__134820">Peters</rs> von der Tiroler Tageszeitung<lb/>
aufgeworfen wurde, habe ich ihm sofort am Beispiel Tirol demonstrieren<lb/>
können, daß so etwas niemals die Zustimmung nicht nur der Tiroler Landes<lb break="no"/>regierung, sondern auch nicht der Tiroler AK oder des ÖGB finden wird,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134820">Peters</rs> hat mir das sofort auch bestätigt. Die weitere Diskussion ergab<lb/>
sich dann, wie die Zinsenzuschüsse lauten, ob die Mrd. S Volumen als erster<lb/>
Schritt ausreichen und vor allem, ob es irgendwelche monopolartige Re<lb break="no"/>gelungen gibt wie z.B. eben in einem Land nur eine Fernwärmegesellschaft<lb/>
usw. Zum letzteren konnte ich nur sagen, daß auch bei der Gasversorgung<lb/>
nach dem zweiten Weltkrieg es verschiedenste Gasgesellschaften gegeben<lb/>
hat, auch hier gibt es die verschiedensten Entwicklungen, in Kärnten z.B.<lb/>
wurden die privaten Gasgesellschaften, die ja meistens aus Industrie- und<lb/>
Handelskammervertretern gegründet wurden, letzten Endes dann in die<lb/>
Kelag aufgenommen, in OÖ gibt es die OÖ Ferngas als private Gesellschaft<lb/>
der Abnehmer von Gas, jedes Land hat seine eigene Entwicklung und das<lb/>
Handelsministerium wird keinesfalls hier als Förderer der zentralistischen<lb/>
Lösung eintreten. Ich habe einmal mehr meine Politik, nicht auf einem<lb/>
Fuß und nicht auf zwei Füßen stehen, sondern als Tausendfüßler Energiepro<lb break="no"/>bleme zu lösen, glaube ich erfolgreicher demonstrieren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_16">Bei der Heimfahrt habe ich dann im Zug alle Abteils besucht und mit den<lb/>
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Ich hatte wirklich den Eindruck, daß mit dieser Pressefahrt es geglückt<lb/>
ist, einmal Abwechslung in unser montägiges Pressefrühstück zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte überlege, ob wir nicht in ein paar Monaten<lb/>
wieder so etwas Ähnliches organisieren sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_18">Dir. <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> von der Shell verständigt mich, daß er jetzt mit der Ruhrgas<lb/>
so weit gewesen wäre, daß diese bereit war, 200 Mio. m³ Gas an die OÖ Fern<lb break="no"/>gas abzugeben. Die Shell ist in einem Konsortium beteiligt, wo Nordsee<lb break="no"/>gas anfällt, welches dann der Ruhrgas wieder als Konsortiumführer der<lb/>
Abnehmer übergeben wird. <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> hat seinerzeit mich ersucht, ich sollte<lb/>
mich dafür einsetzen, daß man doch diese Gasmenge über die Ruhrgas sozu<lb break="no"/>sagen nach Österreich transportieren sollte. Österreich hätte damit die<lb/>
Möglichkeit 200 Mio. m³ vom Westen garantiert zu beziehen. <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> hat<lb/>
mit der OÖ Ferngas diesbezüglich verhandelt und von ihr die Zusage be<lb break="no"/>kommen an diesen 200 Mio. zu einem Preis von 5,50 $, 1 Mio. BTU ab<lb break="no"/>schließen zu können. Jetzt hat die OÖ Ferngas <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> verständigt, daß sie<lb/>
an dieser Menge nicht mehr interessiert ist. Sie bekommt jetzt 600 Mio.<lb/>
von der SU, 110 Mio. zusätzliches Gas noch und 500 Mio. erwartet sie von<lb/>
der Inlandsproduktion der RAG. Mehr als 1,1 Mrd. m³ kann sie aber nicht<lb/>
verkaufen. <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> ist deshalb erschüttert und auch teilweise verärgert,<lb/>
weil er bis jetzt die Verhandlungen mit der OÖ Ferngas sehr positiv ge<lb break="no"/>führt hat und zu einem Abschluß berechtigt war. Da bis 31. August das<lb/>
Konsortium entscheidet, muß <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> jetzt absagen. Er hat mich deshalb<lb/>
noch verständigt, damit niemand der Shell vorwerfen kann, sie hätte<lb/>
österreichische Interessen vernachlässigt. Ich habe für dieses Vorgehen<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__123475">Balogh</rs> volles Verständnis und ihn nur ersucht, vielleicht noch zuzu<lb break="no"/>warten, wir, das Handelsministerium, werden unverzüglich mit der OÖ Fern<lb break="no"/>gas Gespräche aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-23_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte mit OÖ Ferngas sofortige Verhandlungen<lb/>
selbst führen und auch der Energiesektion mitteilen, damit diese die ent<lb break="no"/>sprechenden Besprechungen führt.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 23.8.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Sallinger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Grossendorfer, Enno</persName>
               <persName><surname>Grossendorfer</surname><forename>Enno</forename></persName>
               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <persName type="label">Peters, A</persName>
               <persName><surname>Peters</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Chefredakteur [nicht erwähnt, wovon; hält 1971 Eröffungsvortrag eines
                  Seminars sozialbauliche Einrichtungen in der Industrie 80]</occupation>
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               <persName type="label">Dittrich, Karl</persName>
               <persName><surname>Dittrich</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Präs. Wr. HK</occupation>
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               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <persName type="label">Kubin, Ernst</persName>
               <persName><surname>Kubin</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>GD ESG Linz</occupation>
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               <persName type="label">Stock, Ernst</persName>
               <persName><surname>Stock</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>Kongresszentrum, Verkehrsbüro, Hofburg</occupation>
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               <persName type="label">Blohberger, Günter</persName>
               <persName><surname>Blohberger</surname><forename>Günter</forename></persName>
               <occupation>Leiter Hotelfachschule Wien 3</occupation>
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               <persName type="label">Martin, A</persName>
               <persName><surname>Martin</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Sekr. Büro Staribacher</occupation>
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               <persName type="label">Fröhlich-Sandner, Gertrude</persName>
               <persName><surname>Fröhlich-Sandner</surname><forename>Gertrude</forename></persName>
               <occupation>VzBgm.in Wien</occupation>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
               <persName><surname>König</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Hillinger, Franz</persName>
               <persName><surname>Hillinger</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Linzer Bgm.</occupation>
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               <persName type="label">Balogh, Franz</persName>
               <persName><surname>Balogh</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Shell Österreich</occupation>
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               <persName type="label">Zluwa, Bruno</persName>
               <persName><surname>Zluwa</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Mayr, Hans</persName>
               <persName><surname>Mayr</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Wr. Wirtschafts- u. Finanzstadtrat</occupation>
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               <persName type="label">Albrecht, Anneliese</persName>
               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
               <occupation>Sts. HM</occupation>
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               <persName type="label">Zorn, Wolfgang</persName>
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               <occupation>Vizepräs. Hoteliervereinigung</occupation>
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               <persName type="label">Salcher, Herbert</persName>
               <persName><surname>Salcher</surname><forename>Herbert</forename></persName>
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