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            <title type="main">Montag, der 16. August 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band66_1982-08-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_01">Montag, 16. August 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_02">Ing. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>, ehemaliger Personalvertreter im HGI, jetzt karenzierter<lb/>
Beamter und christl. Sekretär im ÖGB, erzählt mir über seine Funktion im<lb/>
ÖGB. Da es dort die verschiedensten Gerüchte für den nächsten Gewerk<lb break="no"/>schaftskongreß im Oktober gibt, mit den verschiedensten Varianten, will<lb/>
er von mir eine entsprechende Auskunft darüber. Ich kann und will ihm<lb/>
keine geben, weshalb er mir dann erklärt, daß er mit der Funktion, die<lb/>
jetzt die christl. Gewerkschafter im ÖGB haben, nicht zufrieden ist. Er<lb/>
stellt sich vor, daß es eine integrativere Rolle für die Fraktion christl.<lb/>
Gewerkschafter, FCG, geben müßte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_03">Den christl. Gewerkschaftssekretär, den wir jetzt bei der Lebensmittelar<lb break="no"/>beitergewerkschaft im Oktober anstellen werden, <rs type="person" ref="#per__1138134">Gabmayer</rs>, hat er jetzt<lb/>
etliche Monate im ÖGB beschäftigt, damit dieser die Gewerkschaftsarbeit<lb/>
genauer kennenlernt. Er ist kein gewachsener Lebensmittelarbeiter, hat<lb/>
aber die kath. Sozialakademie, also für unsere Gewerkschaft notwendige<lb/>
Voraussetzung angestellt zu werden, mit sehr gutem Erfolg beendet. <rs type="person" ref="#per__112947">Engel<lb break="no"/>mayer</rs> erzählt mir, und das ist für mich überraschend, daß <rs type="person" ref="#per__1138134">Gabmayer</rs> sicher<lb break="no"/>lich anfangs glauben wird, insbesondere politische Arbeit in der LUGA ver<lb break="no"/>richten zu müssen, wobei er sich, wie <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> sagt, schon die Hörner<lb/>
abstoßen wird. Dies bräuchte er mir nicht zu sagen, davon bin ich fest<lb/>
überzeugt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_04">Natürlich diskutieren wir sehr lange über die Personalpolitik im HGI. <rs type="person" ref="#per__112947">En<lb break="no"/>gelmayer</rs> muß zugeben, daß außer SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, der heute aber überall unbe<lb break="no"/>stritten ist und selbst von der HK als der beste SC bezeichnet wird, alle<lb/>
anderen aus dem Stand des HGI kommen. Bei SC <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>, der ja ursprünglich<lb/>
mit mir von der AK kam, gibt es darüber verschiedene Meinungen. Ich erklä<lb break="no"/>re aber, nachdem man von <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>, damit er Beamter und dann in weiterer Fol<lb break="no"/>ge MR werden konnte, alle Prüfungen hat nachmachen müssen, daß man ihn<lb/>
sehr wohl zum Beamten des Hauses rechnen kann. Noch mehr anerkennt <rs type="person" ref="#per__112947">Engel<lb break="no"/>mayer</rs>, daß ich immer bestrebt war und dies auch in Zukunft sein werde,<lb/>
alle Sektionschefposten im Ministerium zu behalten. In Parenthese erwähne<lb/>
ich, daß Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> jetzt fürchtet, nachdem sein 3. SC-<lb/>
Posten für Umweltschutz durch den Tod von SC <rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs>, der aus der Personal<lb break="no"/>reserve gekommen ist, diesen jetzt verlieren wird. Dies habe ich mit Er<lb break="no"/>folg bei den Posten, die wir aus der Personalreserve haben, in der Vergan<lb break="no"/>genheit und, ich hoffe auch in der Zukunft, verhindern können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_05">Die bei ihm in der Abteilung 1/5 beschäftigte Frau <rs type="person" ref="#per__1138135">Dosch</rs>, die jetzt die<lb/>
B-Prüfung gemacht hat, und <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> ist sehr erfreut von mir zu hören,<lb/>
<pb n="66-0967" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-08-16_0967.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>daß ich mich selbstverständlich dafür einsetzen werde, daß sie jetzt ei<lb break="no"/>nen B-Posten bekommt. Er schlägt vor, sie soll im Referat, das er ja jetzt<lb/>
als karenzierter Beamter nicht ausüben kann, bleiben, gleichzeitig auch<lb/>
aber für die Personalvertretung weiter freigestellt werden. Dies erkläre<lb/>
ich sofort als unmöglich, da ja das HGI zwei freigestellte Schreibkräf<lb break="no"/>te für die Personalvertretung zur Verfügung <choice><choice><sic>stehen</sic><corr>stellt?</corr></choice></choice>, zum Unterschied zu<lb/>
dem wesentlich größeren Bautenministerium, wo es eine halbe Kraft ist. Die<lb/>
Argumentation<add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>, im HGI handelt es sich sowohl um ein Dienst<lb break="no"/>stellen als auch um eine Zentralausschußtätigkeit, <add>[er-]</add> kenne ich nicht an,<lb/>
denn die anfallende Arbeit entspricht keinesfalls, daß ein freigestellter<lb/>
Leiter, nämlich Dr. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs>, und zwei Schreibkräfte dafür vom HGI gestellt<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> meint, dann wird sich Dr. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> überlegen müssen, ob<lb/>
<del>er</del> nicht <rs type="person" ref="#per__1138135">Dosch</rs>, die dann irgendwo auf einem B-Posten entsprechende Arbeit<lb/>
verrichten wird, als Personalvertreterin kandidieren wird. Dagegen habe ich<lb/>
gar nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil stelle ich einmal mehr klar, daß<lb/>
ich die Tätigkeit aller Personalvertreter, auch deren Tätigkeit in der<lb/>
Gewerkschaft, immer unterstützt habe. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> gibt zu, daß noch niemals,<lb/>
bevor ich ins Ministerium gekommen bin, auch nur im entferntesten die Per<lb break="no"/>sonalvertreter eine solche Möglichkeit der Mitsprache, ja selbst nicht<lb/>
einmal einen Bruchteil ihrer jetzigen Tätigkeit ausüben konnten. Damals<lb/>
hat das Präsidium und sicherlich auch die Minister nur von "Rotzbuben"<lb/>
geredet, wenn die Personalvertreter auch nur die geringsten berechtigen<lb/>
Forderungen gestellt hat. Nach Meinung <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayers</rs> ist dies darauf zurück<lb break="no"/>zuführen, daß <add>[das Ministerium?]</add> damals sehr gewerkschaftsfeindlich eingestellt war, selbst<lb/>
die christl. Gewerkschafter waren im Hause nicht willkommen, das Einzige,<lb/>
was ein klein wenig gegolten hat, war der ÖAAB, den man eben vom Wirt<lb break="no"/>schaftsbund als eine Parteiorganisation nicht ganz negieren konnte. <rs type="person" ref="#per__112947">En<lb break="no"/>gelmayer</rs> sieht darin den Hauptgrund, daß noch immer die Gewerkschaft öf<lb break="no"/>fentlicher Dienst im HGI verhältnismäßig schwach organisiert hat und ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_06">Zum Schluß schildert mir <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> seine Tätigkeit für die poln. Gewerk<lb break="no"/>schaft Solidarnosc. Er hat nicht nur mit den Emigranten der Solidanosc<lb/>
gute Verbindungen, sondern fährt immer wieder nach Polen, wo er teils<lb/>
mit der poln. Regierung, teils aber mit Untergrundgewerkschaftern zusam<lb break="no"/>menkommt. Seine Tätigkeit beruht darauf, daß er sowohl die Unterstützung<lb/>
der Gewerkschafter als auch der Kirche hat. Er hält den Plan <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, es<lb/>
sollte die freien Gewerkschaften mit dem Weltgewerkschaftsbund, also der<lb/>
kommunistischen Organisation, gemeinsam mit der poln. Regierung für die<lb/>
Nachfolgeorganisation der Solidarnosc Verhandlungen führen, für sehr gut.<lb/>
Er fürchtet nur und hat die Erfahrung mit Verhandlungen im Rahmen der<lb/>
ILO, International Labour Organization, in Genf mit amerik. Vertretern das<lb/>
des Intern. Bund Freier Gewerkschaften, IBFC, keine Chance hat wirklich von<lb/>
<pb n="66-0968" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-08-16_0968.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>den Amerikanern, AFL–CIO, dafür ermächtigt zu werden. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> wird sich<lb/>
weiter bemühen, daß die zwei Punkte, die <choice><choice><sic>alle</sic><corr>nach Forderung aller?</corr></choice></choice> freien Gewerkschaften als<lb/>
Voraussetzung für entsprechende Kooperation mit der neuen poln. Regierung<lb/>
erfüllt werden müssen, nämlich Abschaffung des Kriegsrechtes und Frei<lb break="no"/>lassung und weitere Verhandlungen mit den freigewählten ehemaligen Funk<lb break="no"/>tionären der Gewerkschaft Solidarnosc. Die poln. Untergrundbewegung, aber<lb/>
auch die Emigranten <add>[von?]</add> Solidarnosc sind sich klar, daß man nur versuchen<lb/>
kann, die poln. Regierung durch schwere und langwierige Verhandlungen da<lb break="no"/>zu zu bringen, daß wenn sie diese beiden Punkte erfüllt, dann sicherlich<lb/>
nicht die Solidarnosc und schon gar nicht deren Namen entstehen läßt.<lb/>
Hier muß man als Kompromiß eine andere Lösung finden. Wichtig erscheint<lb/>
ihm und auch mir, daß eben wieder die Arbeiterfunktionäre freikommen und<lb/>
daß es dann weitgehendst freigewählte Gewerkschaftsvertreter wieder geben<lb/>
sollte. Ich habe <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> zugesagt, ihm in dieser Beziehung, wenn nötig<lb/>
und möglich, auch als Handelsminister bei den poln. Verhandlungen zu unter<lb break="no"/>stützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_07">Beim Journalistenfrühstück hat Sts. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sich sehr bemüht, Klarheit<lb/>
bei den Bioprodukten zu schaffen. Sie selbst hat als ersten Tagesordnungs<lb break="no"/>punkt über die Politik, die das HGI unter ihrer Führung hier versucht,<lb/>
klarzumachen, daß die Konsumenten in irgendeiner wiese hier geschützt<lb/>
werden müssen. Da auch gleichzeitig das BMfLuF, MR <rs type="person" ref="#per__123214">Worel</rs>, und das BMfGuU,<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__1138137">Pfosser</rs>, eingeladen wurden, hätte ich erwartet, daß von diesem Mini<lb break="no"/>sterium die Ausführungen von <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> entsprechend unterstützt werden.<lb/>
Die Debatte lief dann allerdings in einer ganz anderen Richtung. <rs type="person" ref="#per__123214">Worel</rs><lb/>
erklärte, daß die Nahrungsmittelgesetze in Österreich sehr gut sind. Dies<lb/>
ist unbestritten, wenn man vielleicht von den Hormonfütterungen für Vieh<lb/>
absieht. Unerklärlich für mich, und deshalb mußte ich auch ganz scharf<lb/>
dagegen argumentieren, ist, daß sie sofort behauptet hat, die österr. Ag<lb break="no"/>rarprodukte werden genau kontrolliert, aber bei den Importen herrscht<lb/>
Sorglosigkeit. Hier mußte ich erst MR <rs type="person" ref="#per__1138137">Pfosser</rs> vom Gesundheitsministerium<lb/>
auffordern doch zu diesem schwerwiegenden Angriff Stellung zu nehmen. Die<lb break="no"/>ser erklärte dann, bei Importen gibt es sogar Schwerpunktaktionen und man<lb/>
greift dort härter durch, weil man leichter an der Grenze oder dann auch,<lb/>
wenn man im Inland Proben zieht, sozusagen weniger Importeuren und Ver<lb break="no"/>teilern gegenübersteht als der großen Anzahl der inländischen Agrarprodu<lb break="no"/>zenten und Verarbeiter. An und für sich hat das Gesundheitsministerium<lb/>
in der Codexkommission jetzt einen Unterausschuß unter Führung des Univ.<lb/>
Prof. <rs type="person" ref="#per__1138136">Wotek</rs> gegründet, der sich mit der Biofrage eingehend beschäftigt.<lb/>
Die Schwierigkeit ist, wie die freigewählte höhere Norm keine Düngemittel,<lb/>
keine Pestizide zu verwenden, kontrolliert werden kann, respektive wie<lb/>
eine Falschbezeichnung, die als Irreführung der Konsumenten geahndet wer<lb break="no"/><pb n="66-0969" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-08-16_0969.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der sollte, kontrolliert wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte versuche <rs type="person" ref="#per__1138137">Pfosser</rs> stärker für Deine Ideen zu<lb/>
gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_09">Das zweite Thema war der biolog. Landbau im Bewußtsein der Öffentlichkeit.<lb/>
Hier hatten DI <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> von IFES und Univ.Prof. <rs type="person" ref="#per__1138138">Schultz</rs> entsprechende<lb/>
Vorerhebungen geleistet. Die Einstellung zum biolog. Landbau ist für den<lb/>
konventionellen Bauern eine Kontrastellung, der aber zugibt, daß die Pro<lb break="no"/>dukte, die biolog. Landbauern erzeugen, gut sind. 90 % der Bevölkerung ist<lb/>
dieses Problem bekannt. Natürlich bestehen Konfliktfelder durch die gerin<lb break="no"/>geren Erträge, durch Geschmack und Gesundheitsvorteile ist die <rs type="person" ref="#per__114379">Bevölkerung</rs><lb/>
auch bereit bis zu 25 % mehr für diese Produkte zu bezahlen. Eine Debatte<lb/>
gab es dann, wie viele biolog. Betriebe es gibt, man schätzte zuerst 200<lb/>
bis 300, dann stellte <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> aus einer Aussendung fest, daß es 400 Betrie<lb break="no"/>be gibt. Was <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> und auch Prof. <rs type="person" ref="#per__1138138">Schultz</rs> mit ihrer Studie verhindern<lb/>
wollen, ist, daß eine irrationale Ideologiebildung gibt, die dann wieder<lb/>
womöglich politisch von den Grünen oder gegen die Grünen ausgenützt wer<lb break="no"/>den könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_10"><rs type="person" ref="#per__97559">Hofbauer</rs> von der ÖFVW berichtete dann über die Aktionen dieser Organisa<lb break="no"/>tion, insbesondere über das Prospekt und die Unterlagen für ein Biotrai<lb break="no"/>ning im Urlaub. Ich war selbst überrascht zu erfahren, wie viele sich<lb/>
jetzt schon zu dieser spezifischen Aktivität des Urlaubsangebotes Bio<lb break="no"/>training entschlossen haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_11">Selbstverständlich wurde ich zum Abschluß dann gefragt, ob ich nicht<lb/>
Super-Happy-Pepi bin, nachdem jetzt Avanti, Ing. <rs type="person" ref="#per__97787">Nouza</rs>, den Benzinpreis<lb/>
statt wie die Multis von ihm erwartet haben, <choice><choice><sic>das</sic><corr>daß er</corr></choice></choice> erhöhen wird, neuerdings<lb/>
um 10 g zusätzlich gesenkt hat. Dies konnte ich nur bestätigen, denn das<lb/>
Verhalten der Intern., aber noch vielmehr der ÖMV war mir in dieser Frage<lb/>
wirklich unerklärlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Versuche bei der ÖMV herauszubringen, wieso<lb/>
es zu dieser Fehlentscheidung gekommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_13">Anschießend hat mir <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> erzählt, daß er jetzt im Nationalparkge<lb break="no"/>biet, sprich Osttirol, eine Woche gewandert ist, dort mit allen möglichen<lb/>
Leuten Kontakt aufgenommen hat und als Meinungsforscher zu der Überzeugung<lb/>
gekommen ist, daß meine Einstellung zu diesem Problem die einzig richtige<lb/>
ist. Ich habe immer wieder erklärt, daß wir mit der Elektrizitätswirtschaft<lb/>
und den Naturschutzparkvertreter sehr wohl zu einer vernünftigen Lösung<lb/>
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FV-Aktivitäten von den Gemeinden kommen wird und gekommen ist, <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs><lb/>
hat nun das soziologisch ergründet und sein Ergebnis ist, daß in der Ver<lb break="no"/>gangenheit aus diesem Gebiet immer wieder die Bauernsöhne und -töchter<lb/>
abgewandert sind. Jetzt sieht er die große Gefahr, daß natürlich alle<lb/>
gerne dort bleiben wollen, mit Hilfe von FV-Einrichtungen auch hoffen,<lb/>
dort eine ständige gute Bezahlung zu erhalten. Dieses Gebiet wird daher<lb/>
nicht nur bald FV-mäßig <choice><choice><sic>übersiedelt</sic><corr>überbesiedelt</corr></choice></choice>, sondern durch den Ausbau des FV auch<lb/>
vollkommen seiner ursprünglichen Landschaft und Naturschutzgebietes be<lb break="no"/>raubt sein. Dies wird bis in die höchsten Regionen raufgehen, dort wird<lb/>
man Straßen anlegen, Seilbahnen bauen und weiß Gott was wird geschehen.<lb/>
Nach Meinung <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmachers</rs> ist daher gar nicht die Frage, ob die Umbalfälle<lb/>
so erhalten werden sollen, als sie jetzt sind. In seinen Augen hat das über<lb break="no"/>haupt nichts mehr mit Naturschutz zu tun. Mit den Autos fahren hunderte<lb/>
Touristen bis auf die Alm rauf, dann wird in<add>mit</add> einem Promenadenweg der Um<lb break="no"/>balfall durchquert. Das ganze hat nur mehr Symbolcharakter. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs><lb/>
sieht daher die einzige Rettung für die wirklich in den oberen Regionen<lb/>
befindlichen Naturschutzgebietes, wenn die Elektrizitätswirtschaft so<lb/>
schnell als möglich zu einer Abgrenzung mit den Nationalparkverantwort<lb break="no"/>lichen kommt. Genau dies will ich bereits seit etlichen Jahren und habe<lb/>
diesbezüglich immer wieder mit Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> gesprochen. Ich habe<lb/>
zu dieser Aussprache dann auch sofort Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> gebeten,<lb/>
der von den Ausführungen <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmachers</rs> sehr beeindruckt war. Er selbst er<lb break="no"/>klärte nur, wie er immer wieder in Kampfposition auch in die Umbalfälle-<lb/>
Diskussion gedrängt wird, die ihm gar nicht behagt. Er selbst sagt, die<lb/>
einzige Aktivität, die er bis jetzt für sich in Anspruch nehmen kann, ist<lb/>
die Reduzierung des Bleigehaltes. Dabei habe ich mich erinnert, wie ich<lb/>
verhältnismäßig einfach und still und leise die erste Bleireduktion im<lb/>
HGI durchgeführt habe, als noch die Straße in meiner Kompetenz war. Was<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> mangelt, ist finanzielle Unterstützung. Er beklagte sich bitter<lb/>
dabei, daß er bei dem Krankenanstaltenfonds, wo es um 37 Mrd. S ging, vom<lb/>
Finanzministerium 15 Mio. letzten Endes nicht mehr zusätzlich bekommen hat<lb/>
und das Problem nicht gelöst werden konnte, sondern die Verhandlungen<lb/>
scheiterten. Ebenso hat er jetzt große Schwierigkeiten für die Entsorgung<lb/>
in Asten, wo durch drei Jahre je 20 Mio. vom Bund aufgewendet werden müß<lb break="no"/>ten, die notwendigen Mittel vom Finanzministerium zu bekommen. Er wird<lb/>
zwar ein Sonderabfallbeseitigungsgesetz jetzt im Ministerrat einbringen,<lb/>
aber ohne finanzielle zusätzliche Mittel wird es nicht gehen. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> tut<lb/>
mir in dieser Beziehung wirklich leid, da er scheinbar allen Ernstes geglaubt<lb/>
hat, wenn man eine gute Idee hat, wird der Finanzminister dies sofort ent<lb break="no"/>sprechend auch finanziell unterstützen. Ich habe seit 1970 von einem Fi<lb break="no"/>nanzminister nie etwas verlangt, gute Ideen kann man nur im Rahmen des<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte dies immer als Leitsatz auch in Zukunft be<lb break="no"/>achten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_15"><rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>, <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> und ich einigten uns darauf, daß IFES jetzt ein Grund<lb break="no"/>satzpapier ausarbeiten wird, wo insbesondere der demographische Druck in<lb/>
Osttirol dargestellt und gleichzeitig eine Zielvorstellung entwickelt<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> vertritt so wie ich schon seit langem jetzt die einzige<lb/>
mögliche Lösung: Abgrenzung mit der Elektrizitätswirtschaft für das Groß<lb break="no"/>kraftwerk, dann endgültige Festlegung, was den Gemeinden zusteht, dann wo<lb break="no"/>möglich ein Verfassungsgesetz auf Bundesebene, <choice><choice><sic>was</sic><corr>dem</corr></choice></choice> die Länder aber nie<lb/>
zustimmen werden, über die Abgrenzung des Nationalparkes.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte diese Linie weitestgehend<lb/>
unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_17">SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> kam sich einmal mehr darüber beklagen, daß die Lösung, die<lb/>
seine Fraktionsmitglieder in der Energiesektion bezüglich DI <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs> vorge<lb break="no"/>schlagen haben, ihn nämlich zu <rs type="person" ref="#per__114532">Bolhar</rs> zu geben, keine Lösung ist. <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs><lb/>
sieht darin nach wie vor die größten Streitigkeiten voraus, auch dann,<lb/>
wenn es ihn, wie er selbst sagt, ja nichts mehr angehen wird. <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> sieht<lb/>
die einzige Möglichkeit, daß <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs> wieder in das Patentamt zurückgeht. <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs><lb/>
lehnt dies allerdings ab und auch das Patentamt ist nicht mehr bereit, ihn<lb/>
zurückzunehmen. Ich habe dann nachmittags mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> darüber ge<lb break="no"/>sprochen, dieser erklärte mir noch einmal, er hat mir versprochen, <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs><lb/>
zurückzunehmen und dabei bleibt es, auch dann, wenn das Patentamt natür<lb break="no"/>lich darüber nicht sehr erfreut ist. Da jetzt eine Disziplinaruntersuchung<lb/>
wegen der schlechten Dienstbeschreibung von <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs>, von diesem selbst ver<lb break="no"/>langt, im Präsidialbüro abgewickelt wird, schlage ich <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> vor, man soll<lb/>
dies so schnell als möglich erledigen und dann ganz egal, ob <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs> jetzt<lb/>
doch zum Militär einrückt oder nicht, er läßt alle immer wieder im Unkla<lb break="no"/>ren, die Versetzung zur Beruhigung der Energiesektion erfolgen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-08-16_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte dies jetzt endgültig dann<lb/>
nach Rücksprache mit allen Beteiligten durchführen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 16.8.1982</head>
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               <persName type="label">Grossendorfer, Enno</persName>
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <persName type="label">Steyrer, Kurt</persName>
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               <occupation>SPÖ-NR-Abg., ab 1981 Gesundheitsmin.</occupation>
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               <persName type="label">Worel, Gertrude</persName>
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               <occupation>MR LWM</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
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               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
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               <persName type="label">Bolhar-Nordenkampf, Ferdinand</persName>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>Pressechef ÖFVW</occupation>
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               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM, Christgewerkschafter,
                  ÖVP-Politiker</occupation>
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               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM</occupation>
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               <occupation>Leiter Versuchsanstalt f. Geoelektrik u. Blitzschutz</occupation>
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               <occupation>Beamter/ab 1980 Leiter Energiesektion VM/HM (Ministerienneuorganisation
                  1974)</occupation>
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