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            <title type="main">Dienstag, der 27. Juli 1982 bis Samstag, der 31. Juli 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band66_1982-07-27</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_01">Dienstag, 27. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_02">Staatswappenverleihung bei der Fa. Eibl, einem Gold- und Silberschmied<lb break="no"/>produzenten. Dieser hat 1200 Kunden in Österreich, fast die Hälfte aller<lb/>
möglichen Groß- und Kleinhändlerabnehmer. Seine Kollektion <choice><choice><sic>Hubertischmuck</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
aus Salzburg ist ein großer Hit. Jetzt versucht er in Deutschland einen<lb/>
Export aufzubauen. Dieser alpenländisch gestaltete Folkloreschmuck<lb/>
glaubt er ist ein großer Hit in der BRD. Derzeit kommt die Mode feinste<lb/>
und ganz schmale, also gewichtsmäßig sehr leichte Schmuckstücke den<lb/>
Goldschmieden sehr zu statten. Da der Materialwert dadurch bedeutend ge<lb break="no"/>ringer ist, wird der designmäßigen künstlerischen Gestaltung besonders<lb/>
augenfällig. Furchtbar klagen die Goldschmiede insbesondere im Grenzge<lb break="no"/>biet über die hohe Mehrwertsteuer, die österr. Konsumenten veranlaßt, in<lb/>
der BRD zu kaufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Sektion sollte neuerdings darüber mit dem<lb/>
Finanzministerium Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_04">Gegen die Staatswappenverleihung hat der Wr. FWV, <choice><choice><sic>Holzschmied</sic><corr>Goldschmied?</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__1137972">Tritremmel</rs><lb/>
schärfstens bei mir protestiert, weil die Fa. Eibl in eine Schmuggler-<lb/>
und Fälscheraffäre verwickelt war. Diese Beschuldigung hat sich dann aber<lb/>
dann wie aus den Akten hervorgeht, als falsch erwiesen. Ich war sehr be<lb break="no"/>ruhigt, daß bei der Verleihung der Präsident der Finanzlandesdirektion<lb/>
persönlich anwesend war, wodurch meiner Meinung nach schon rein op<lb break="no"/>tisch dieser Vorwurf als ungerechtfertigt zu bezeichnen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_05">Die Fa. Buchegger in Hallein, die ebenfalls das Staatswappen bekommen<lb/>
hat, erzeugt Industriereinigungsmaschinen von, wenn man so will, 5 g<lb/>
bis 5 t. Diese Firma kann heute nicht nur im Inland, sondern auch in<lb/>
Europa ihre einzeln angefertigten und meistens patentierten Maschinen<lb/>
noch günstig verkaufen. Der Firmengründer hat ursprünglich in Salzburg<lb/>
eine Autoreparaturwerkstätte gehabt, konnte sich dort aber nicht aus<lb break="no"/>dehnen und ist daher nach Hallein in eine Wohnsiedlung umgesiedelt. Dort<lb/>
gab es bei der letzten Vergrößerung, eine 2. große Halle wurde dazugebaut,<lb/>
natürlich mit den Anrainern große Schwierigkeiten, die aber jetzt beige<lb break="no"/>legt werden konnten. Die Fa. wird heuer zum 2. Mal zu einer Ausstellung<lb/>
nach Moskau eine Reinigungsmaschine exportieren und hofft, daß sie diese<lb/>
dort dann auch gleich verkaufen kann, um Rücktransportkosten zu er<lb break="no"/>sparen. Ich habe ihnen versprochen, daß ich mit den Handelsdelegierten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114588">Draszczyk</rs> und mit der sowjet. Seite in der gemischten Kommission bezüg<lb break="no"/>lich besprechen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte von der BUHK zusammenstellen lassen, wie<lb/>
<pb n="66-0884" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-07-27_1982-07-31_0884.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>viele solche Ausstellungsstücke durch meine Intervention dort bleiben<lb/>
sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_07">Bei der Staatswappenverleihung an den Baumeister <rs type="person" ref="#per__134112">Unterrainer</rs> in Tirol<lb/>
war ich ursprünglich sehr besorgt. Nach dem alles vereinbart war, wurde<lb/>
von der soz. Bezirksorganisation mir mitgeteilt, daß ich von einer Über<lb break="no"/>reichung unbedingt Abstand nehmen müßte, da es sich hier um einen ge<lb break="no"/>hässigen politischen Gegner der Tiroler SPÖ handelt. Ich war verwundert,<lb/>
daß die AK aber ein positives Urteil abgegeben hat. Noch mehr aber wurde<lb/>
ich überrascht, daß bei dieser Staatswappenverleihung nicht nur der Präs.<lb/>
der AK und des ÖGB <rs type="person" ref="#per__112938">Gruber</rs>, sondern auch noch LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__126597">Fili</rs> und NR <rs type="person" ref="#per__150203">Lenzi</rs> von<lb/>
der soz. Seite anwesend waren. Die ÖVP war nur durch den Wirtschaftslan<lb break="no"/>desrat <rs type="person" ref="#per__112937">Huber</rs> und dann einige örtliche Honoratioren vertreten. <rs type="person" ref="#per__112938">Gruber</rs> er<lb break="no"/>klärte bei seiner Ansprache, daß dieser Betrieb als in Tirol ja gar<lb/>
nicht so oft vorkommt, bei der Bauarbeitergewerkschaft voll organisiert<lb/>
ist, und daß mit den Betriebsräten und Betriebsangehörigen eine gute Zu<lb break="no"/>sammenarbeit besteht. Der Betriebsratsobmann hat sich z.B. entschuldigt,<lb/>
weil er an der Feier nicht teilnehmen kann, da er an einer Baustelle als<lb/>
Maschinführer nicht abkömmlich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_08">Die Fa. Unterrainer, die sich insbesondere auf Gleisbau spezialisiert<lb/>
hat und bei den großen Verschiebebahnhöfen mit einer in Wien dazugekauften<lb/>
Fa. auch jetzt bei <choice><choice><sic>Gedering</sic><corr>Kledering?</corr></choice></choice> tätig ist, bräuchte dringend, insbesondere<lb/>
in Tirol Gleisbauaufträge. Ich versprach, diesbezüglich Verkehrsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> davon zu verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte ein Interventionsschreiben für <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs><lb/>
durch die Sektion veranlassen, Durchschrift an <rs type="person" ref="#per__134112">Unterrainer</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_10">Die dt. Metallwarenfabrik Kober hat 1961 im Zillertal ein Zweigwerk<lb/>
errichtet. Die beiden Söhne, die jetzt die Kober GesmbH führen, waren<lb/>
bei der Staatswappenverleihung anwesend. Sie berichteten ganz offi<lb break="no"/>ziell bei der Versammlung vor allen Betriebsangehörigen, daß sie im<lb/>
ersten Halbjahr 82 sich eine 20 %-ige Umsatzsteigerung haben und der Be<lb break="no"/>trieb sehr gut dasteht. Im Zillertal erzeugen<add>[sie]</add> Teile für Kraftfahrzeuge<lb/>
und eigene Spezialanhänger. Selbstverständlich habe ich, obwohl sie 11<lb/>
Lehrlinge ausbilden, ersucht, ob sie nicht doch noch 2 dazunehmen können.<lb/>
Diesen Appell richte ich immer bei solchen Gelegenheiten. Hier wurde vom<lb/>
Herrn <rs type="person" ref="#per__1137973">Kober</rs> sofort zugesagt, daß er diesen Wunsch sehr gerne erfüllt.<lb/>
Nett war, daß bei dieser Veranstaltung in der Halle Brötchen und Geträn<lb break="no"/>ke für alle bereitgestellt waren, eine 4er-Kapelle aus Zillertal lustige<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_11">In Pertisau am Achensee wurde dann von dem dortigen soz. Bürgermeister,<lb/>
2/3-Mehrheit bei den Gemeinderatswahlen, selbstverständlich große ÖVP-<lb/>
Mehrheit bei Landtags- und Nationalratswahlen, ein Round-Table-Gespräch<lb/>
organisiert. Bgm. <rs type="person" ref="#per__1137974">Rieser</rs> hat dort ein Riesenhotel, wie der Direktor der<lb/>
Spar- und Vorschußkasse Landeck, <rs type="person" ref="#per__126974">Holzmann</rs> mir gegenüber bemerkte, gehört<lb/>
oder gehörte besser, der halbe Ort den Familien Rieser. Bei diesem Round-<lb/>
Table-Gespräch mit FV-Leuten und Journalisten allerdings nur von der<lb/>
Tir. Tageszeitung <rs type="person" ref="#per__1137975">Zwicknagl</rs> anwesend. Diese ist allerdings für Tirol die<lb/>
wichtigste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_12">Vor nicht langer Zeit war eine Delegation aus den Achenseegemeinden bei<lb/>
mir. Da die TIWAG die Achenseebahn aufgibt. Die Gemeinden mußten daher,<lb/>
wie sie sagen, aus FV-Attraktionen diese Bahn übernehmen, die ja nur<lb/>
4 Monate im Jahr betrieben wird. TIWAG hat sich bereit erklärt, dann<lb/>
2 Mio. S der Talschaft zur Verfügung zu stellen. Nicht für die Übernahme<lb/>
der Bahn, sondern wie dies bei Elektrizitätsbauten nun üblich ist, als<lb/>
Benachteiligung der Gemeinden. Das Achenseekraftwerk besteht zwar schon<lb/>
seit der ersten Republik, doch hat man sozusagen ein nachtragend den<lb/>
Gemeinden mit diesem jährlichen Zuschuß geholfen. Jetzt muß dieses Geld<lb/>
in die Bahn hineingesteckt werden. Bei der Konzessionsverleihung auf<lb/>
weitere 10 Jahre mußten sich die Gemeinden verpflichten, daß sie keine<lb/>
Abgangsdeckung vom Bund verlangen werden. Eine diesbezügliche Vereinba<lb break="no"/>rung wurde mit MR <rs type="person" ref="#per__1137976">Pollak</rs> vom Verkehrsministerium schriftlich abgeschlos<lb break="no"/>sen. Jetzt möchte die Gemeinden doch mit Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> da<lb break="no"/>rüber reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>. Bitte Sachverhaltsdarstellung vom FV-Standpunkt<lb/>
<choice><choice><sic>Budabahn</sic><corr>?</corr></choice></choice> ausarbeiten lassen, damit ich diese <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> übergeben kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_14">Der Achensee muß jetzt vom Wasserwirtschaftsstandpunkt eine Vollkanali<lb break="no"/>sierung und Kläranlage investieren, die Absicht besteht sich an der<lb/>
großen Kläranlage im Zillertal Eingang Straß zu beteiligen. Die Gemein<lb break="no"/>den haben beim Wasserwirtschaftsfonds bei einer Investitionssumme von<lb/>
24 Mio. S um einen Kredit eingereicht. Dieser hat ihnen einen höchstens<lb/>
55 %-igen Anteil zugesagt. Die Achenseegemeinden erwarten aber 70 %. Ich<lb/>
versprach, darüber mit Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> zu sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte ebenfalls ein Interventionsschreiben mit<lb/>
Sachverhaltsdarstellung ausarbeiten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_16">Die Gemeinde Maurach am Achensee will jetzt eine Therapiestation für<lb/>
Ölbäder errichten. Das dort gewonnene Steinöl soll ganz fantastische<lb/>
Heilerfolge haben. Die Investitionskosten werden 5,5 bis 6 Mio. S sein.<lb/>
Die Gemeinde wird 2 Mio. zuschießen, die Therapiestation wird die Hallen<lb break="no"/>bad AG betreiben. Maurach erwartet auch einen entsprechenden verlorenen<lb/>
Zuschuß vom Handelsministerium. Dies konnte ich nicht zusagen, ich habe<lb/>
aber sofort erklärt über die Bürges eine Zinsenzuschußaktion zu befür<lb break="no"/>worten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Was sagt die FV-Abteilung dazu?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_18">Der FV-Obmann von Pertisau, <rs type="person" ref="#per__134038">Leitner</rs>, der übrigens sich an der Pitztal-<lb/>
Sommerskigesellschaft führend beteiligt, fragte an, ob das Handelsmini<lb break="no"/>sterium auch Golfplätze mitfinanziert. In der ersten Republik haben sie<lb/>
sogar einen 9-Loch-Golfplatz, den ersten in Tirol gehabt, jetzt möchten<lb/>
sie um 18 Mio. S wieder einen solchen bauen. Mein Einwand, daß nur die<lb/>
Turnierplätze mit 18 Löchern zweckmäßig sind, wurde bezweifelt, die<lb/>
älteren Herren wünschen Pitch and Watch, also sozusagen geländegän<lb break="no"/>gige auch 9 Löcher. Der FV-Verband hat auch 2,8 Mio. S Budget, die größ<lb break="no"/>tenteils<add>[für]</add> die Pistenerhaltung und Loipenreparierung aufgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_19">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie steht es wirklich mit den Golf<lb break="no"/>plätzen?</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_20">In Maurach soll jetzt ein Gemeindezentrum auf Leasingprinzip gebaut<lb/>
werden. Dr. <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs> hat erklärt, daß eine solche Finanzierungsmethode<lb/>
nicht gefördert werden kann. Darüber waren die FV-Leute natürlich er<lb break="no"/>schüttert. Ich habe ihnen mitgeteilt, daß jetzt die Richtlinien überar<lb break="no"/>beitet werden und es noch nicht klar ist, ob nicht doch auch Leasing in<lb/>
Hinkunft zugelassen werden könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_21">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie weit sind wir in dieser Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_22">Eine Lawinenverbauung zwischen Maurach und Pertisau, eine sogenannte<lb/>
<choice><choice><sic>Eckenlawine</sic><corr>?</corr></choice></choice> wäre dringend notwendig. Immer wieder kommt es vor, daß<lb/>
Gäste nicht rauskönnen. Da von den 840.000 Nächtigungen 40 % auf<lb/>
den Winter entfallen, erscheint den Gemeindevertretern dieses ein drin<lb break="no"/>gendstes Vorhaben. Ich habe erklärt, mit Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> darüber<lb/>
zu sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte für MR alles zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_24">Große Beschwerde gab es über die österr. Bundesforste. Für <choice><choice><sic>den Bach</sic><corr>die Pacht?</corr></choice></choice> der<lb/>
Pisten müssen<add>[in]</add> Pertisau 350.000,-- S bezahlt werden. Am meisten aber hat<lb/>
man sich aufgeregt, daß für die Aufstellung einer Bank derzeit jetzt<lb/>
schon aus dem seinerzeitigen wertgesicherten Vertrag 100,-- S/Jahr bezahlt<lb/>
werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Für Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, nächsten MR mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_26">Allgemein kritisiert wurde der Hotelneubau von Liebherr. Angeblich sag<lb break="no"/>ten sie, sie werden auch große Bundesmittel dafür zugeschossen. Da mir<lb/>
dies nicht bekannt ist, erklärte ich, ich werde es genau prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Wie steht der Fall wirklich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_28">Mittwoch, 28. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_29">Die Staatswappenverleihung für Alpina-Offsetdruckerei war<add>[für]</add> mich natür<lb break="no"/>lich schon aus Berufsgründen sehr interessant. Diese heute bestens aus<lb break="no"/>gerüstete 4-Farben-Maschine mit Fernsteuerung, bedeutende Farbansichts<lb break="no"/>kartenproduktion wurde 59, wie die Inhaber bei der Ansprache auch erklär<lb break="no"/>ten, vom Bürgermeister der Stadt Innsbruck, <rs type="person" ref="#per__114375">Lugger</rs>, der ebenfalls anwe<lb break="no"/>send war, trotz Bedenken durch das Untersagungsgesetz, hat die Fa. über<lb/>
100 Beschäftigte und 11 Lehrlinge, auch dort natürlich mein Appell, viel<lb break="no"/>leicht noch einen weiteren Lehrling einzustellen. Die Firmeninhaber be<lb break="no"/>schwerten sich bei mir, daß sie trotz der qualitätsmäßig einwandfreien<lb/>
Prospekte die sie drucken, noch niemals einen Auftrag von der ÖFVW be<lb break="no"/>kommen haben. Sie meinten, gerade bei qualitätsmäßig hochstehenden Pro<lb break="no"/>dukten könne nicht nur allein der Preis ausschlaggebend sein. Be<lb break="no"/>stellungen in Tirol z.B. vom Land oder auch von der Stadt werden dann<lb/>
doch Alpina zugeschlagen, wenn sie auch um ein paar Schilling teurer<lb/>
sind. Ich erklärte sofort, daß in Tirol halt die Uhren anders gehen,<lb/>
ich weiß nämlich, daß in Ländern immer wieder entgegen den klaren Aus<lb break="no"/>schreibungsbestimmungen die örtlichen Unternehmungen bevorzugt werden,<lb/>
daß dies aber bei den Zentralstellen in Wien aber schwer möglich ist.<lb/>
Ich habe aber zugesagt, darüber mit der ÖFVW zu sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß Dir darüber berichten, damit wir Alpina<lb/>
schreiben können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_31">Die Staatswappenverleihung an Schwarzenberger, Samenhandelsgesellschaft,<lb/>
in Völs, Tirol, war typisch. Der Betrieb, vom Seniorchef, der noch anwe<lb break="no"/>send war, 1930 gegründet, hat nur 9 Beschäftigte und zelebrierte die<lb/>
Verleihung wie kaum ein anderer Betrieb. Die Musikkapelle von Völs war<lb/>
aufmarschiert. Ein riesiges Buffet gab es, wo die Gläser extra mit einer<lb/>
Gravur zu Staatswappenverleihung versehen waren, die dann sicherlich<lb/>
auch alle Gäste mitbekommen haben. Von der Landesregierung waren gleich<lb/>
drei Mitglieder proporzmäßig aufgeteilt erschienen, und sonst eine große<lb/>
Anzahl von ÖVP-Honoratioren. Der AK-Sekretär, der auch im Völser Gemein<lb break="no"/>derat ist, und den ich mitgenommen habe, erzählte mir daher sehr viel<lb/>
Inside-Informationen. Ich habe wirklich gar nicht geglaubt, daß man bei<lb/>
Grashandel ein so gutes Geschäft machen kann. Oftmals frage ich mich<lb/>
schon, nach welchen Gesichtspunkten die HK und die AK die Ansuchen <choice><choice><sic>zum</sic><corr>um?</corr></choice></choice><lb/>
Genehmigung <choice><choice><sic>des Staatswappens</sic><corr>das Staatswappen</corr></choice></choice> zu führen, beurteilt. Auf alle Fälle ge<lb break="no"/>schieht dies in den Bundesländern ganz verschieden, weshalb auch die<lb/>
verschiedensten Verleihungen zustande kommen. Mir persönlich ist es<lb/>
nur recht, da ich ja bekanntlicherweise ja wirklich keinerlei Präferen<lb break="no"/><pb n="66-0889" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-07-27_1982-07-31_0889.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zen habe. Ich konnte dies daher auch in meiner Ansprache sagen, <choice><choice><sic>wie der</sic><corr>weder?</corr></choice></choice><lb/>
Groß-, verstaatlichter oder Kleinbetrieb, weder eine Parteischattierung,<lb/>
schwarz, rot, blau oder grün, noch andere Kriterien sind für mich maßge<lb break="no"/>bend, da es die Bescheinigung der beiden Interessensvertretungen<lb/>
HK und AK bezüglich der führenden Stellung innerhalb der Branche.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_32">Zum 2. Mal besuchte ich die Fa. Pichl, Prägeanstalt in Inzing. Dieser<lb/>
ursprünglich in Innsbruck beheimatete Betrieb ist dort ausgezogen, weil<lb/>
ihn die Gemeinde zu wenig unterstützte. <rs type="person" ref="#per__150263">Pichl</rs> Senior, der Sohn des Be<lb break="no"/>triebsgründers, führt jetzt eine sehr moderne Prägeanstalt, und richtet<lb/>
sich maschinell bestens ein. Sein Sohn hat jetzt das Hochschulstudium<lb/>
abgeschlossen und ist als EDV-Spezialist bei ihm tätig. Großzügigst hat<lb/>
die Fa. mir die Unterlagen über ihre Umsatzentwicklung, insbesondere<lb/>
auch die Lohnentwicklung und den gesamten Cashflow, ausgehändigt. Daraus<lb/>
ist klar und deutlich ersichtbar, daß zwar die Stückanzahl für Wanderab<lb break="no"/>zeichen usw. ständig steigen, der Umsatz aber durch den harten Preis<lb break="no"/>konkurrenzkampf zurückgeht. Die Fa. hat aber großzügig investiert und<lb/>
glaubt daher, selbst für Exportaufträge entsprechend konkurrenzfähig zu<lb/>
sein. Tatsächlich konnte ich auch feststellen, daß neue Fertigungsme<lb break="no"/>thoden und Maschinen angeschafft wurden. Ich habe mit Herrn <rs type="person" ref="#per__150263">Pichl</rs> schon<lb/>
seinerzeit vereinbart, daß wenn einmal ein mengenmäßig großer Rückschlag<lb/>
in den Bestellungen zu verzeichnen wäre, er mich sofort verständigen sol<lb break="no"/>te, denn dann weiß ich, daß das Wanderbare Österreich als FV-Hit zu<lb/>
Ende geht. <rs type="person" ref="#per__150263">Pichl</rs> hat dieses Versprechen erneuert und meinte nur, in den<lb/>
letzten Jahren gibt es eben noch immer eine ständige Aufwärtsentwicklung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_33">Im Zirler Weinhaus, dem einzigen Flecken in Tirol, wo ein Wein gebaut<lb/>
wird und wie ich mich dann persönlich auch überzeugen konnte, heuer be<lb break="no"/>sonders gute Ansätze hat, wurde von<add>[der]</add> Handels- und Gewerbebank, Genossen<lb break="no"/>schaftsbank, Dir. <rs type="person" ref="#per__1137986">Schlegel</rs>, ein Mittagessen mit Aussprache mit Journalisten<lb/>
organisiert. Von der Spar- und Vorschußkasse Landeck, <rs type="person" ref="#per__126974">Holzmann</rs>, wurde mir<lb/>
bereits am Tag zuvor gesagt, daß auch versucht wurde, ÖVP-Politiker da<lb break="no"/>für zu gewinnen. Diesen aber wurde die Teilnahme untersagt. Auch von<lb/>
den Journalisten waren nur 3 anwesend. Selbstverständlich kam die Spra<lb break="no"/>che wieder auf das Osttiroler Kraftwerksprojekt. LR <rs type="person" ref="#per__112937">Huber</rs> hatte mir un<lb break="no"/>ter 4 Augen mitgeteilt, er war jetzt in Osttirol und hat dort mit Er<lb break="no"/>schütterung festgestellt, daß die Gemeindevertreter, aber auch die Be<lb break="no"/>völkerung über die Heiligenbluter Aussprache, wonach das Projekt jetzt<lb/>
neuerdings überprüft werden soll, sehr erschüttert sind. Der FV ist in<lb/>
Osttirol um 20 % zurückgegangen. Ich kann mir dies so erklären, daß im<lb/>
Vorjahr der dt. Alpenverein, aber auch der österr. sich sehr angestrengt<lb/>
hat, ein Soft-Tourismusprogramm Osttirol zu starten. Mit dieser Weich<lb break="no"/><pb n="66-0890" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-07-27_1982-07-31_0890.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>tourismuswelle war tatsächlich im Vorjahr ein über dem Tiroler Schnitt<lb/>
liegender Übernächtigungzuwachs zu verzeichnen, weil in Deutschland die<lb/>
große Propaganda ging, man muß die Umbalfälle und das Innergschlöß retten,<lb/>
indem man diese Naturschönheiten im stärkeren Maße besichtigt und dort<lb/>
den Urlaub verbringt. Diese weiche Tourismuswelle dürfte also nur einen<lb/>
sehr kurzen und einmaligen Erfolg gehabt haben. Ich habe daher den<lb/>
Journalisten auch dezidiert erklärt, daß ich mich natürlich um einen<lb/>
weiteren Kompromiß bemühen werde, aber ohne Wasser es kaum möglich sein<lb/>
wird, ein Stauwerk von dieser Dimension zu bauen. Verschwiegen habe ich,<lb/>
daß jetzt ja noch die geologischen<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> und statischen Vorbedingungen für<lb/>
den Speicher unbedingt geklärt werden müssen. Die Grünen rechnen nämlich<lb/>
damit, daß wenn es für sie nicht zu einer befriedigenden Lösung kommt,<lb/>
dann über die geologische Situation die Füllung des Speichers und damit<lb/>
den Wasserbedarf entsprechend reduzieren zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Wie steht die Sache?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_35">Im kleinen Walsertal wurde mir vom Bürgermeister-Stellvertreter aber<lb/>
auch von unserem sozialdemokratischen Ortsobmann die Aktivitäten ge<lb break="no"/>zeigt und erklärt. Ein sehr schöner Kurpark mit Musikpavillon wurde<lb/>
auch mit einer kleinen Unterstützung des Handelsministeriums angelegt.<lb/>
Da das kleine Walsertal nach dem Besiedlungssystem der Walser Einzelge<lb break="no"/>höfte, jetzt auch eine langgestreckte Gemeinde ist, wird jetzt in Hirsch<lb break="no"/>egg ein Gemeindezentrum und gleichzeitig dadurch ein Gemeindeplatz ge<lb break="no"/>schaffen. Aus dem jetzt schon fertiggestellten Rohbau, es soll ja noch<lb/>
heuer eröffnet werden, was sicherlich nicht gelingen wird, konnte ich<lb/>
die Konzeption nicht ganz erfassen. Für meine Begriffe war es viel zu<lb/>
viel Winkelwerk, weshalb ich den Architekten fragte, ob er hier mit den<lb/>
Gemeindevätern sich zusammenstreiten mußte. Bescheiden und diplomatisch<lb/>
geschickt antwortete er, selbstverständlich mußte man einvernehmliche<lb/>
Lösungen suchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_36">Im Ifen-Hotel gab es, obwohl ich ausdrücklich ersuchte ein bescheidenes<lb/>
Abendessen, ein richtiges Diner für die höchsten Ansprüche genügend. Ich<lb/>
habe daher sofort dem Hotelier <rs type="person" ref="#per__1137987">Simon</rs> ein Freund von <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs>, zugesagt, daß<lb/>
ich mich sehr dafür einsetzen werde, die nächste Tagung der Minister<lb/>
Deutschland, Schweiz und Österreich 1984 zu versuchen ins kleine Walser<lb break="no"/>tal zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mich zeitgerecht dann zu erinnern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_38">In Riezlern hat die Casino AG ein neues Spielcasino gebaut. Bei der<lb/>
Besichtigung stellte sich heraus, daß es sehr großzügig auch für die dort<lb/>
Beschäftigten bezüglich Sozialräume und Unterbringung konzipiert ist.<lb/>
Leider hat man seinerzeit vor 10 Jahren, als man ins Walsertal zuerst in<lb/>
ein Mietobjekt gekommen ist, und jetzt auch im Neubau nicht berücksichti<lb break="no"/>gen hat können, daß es auch ein Automatenspielhalle geben sollte, es<lb/>
wird daher in den nächsten Jahren dazugebaut. Der Spielbetrieb bringt<lb/>
nämlich, und dt. Gäste tendieren eben dazu, nicht annähernd den selben<lb/>
Erfolg, wie in innerösterr. Casinos. Ich selbst bin aber davon fest über<lb break="no"/>zeugt, daß wenn man die Spielautomaten oder besser bekannt die einarmigen<lb/>
Banditen installieren wird, der Umsatz sich beträchtlich erhöht. Auch<lb/>
hier zeigte sich wieder einmal, dass<add>[das]</add> kleine Walsertal viel stärker im<lb/>
Winterbetrieb ist und daher auch das Casinoergebnis im Winter wesentlich<lb/>
höher liegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_39">Donnerstag, 29. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_40">Die Aussprache mit den Gewerbe- und FV-Vertretern und der Gemeindevor<lb break="no"/>stehung vom kleinen Walsertal sowie dem Direktor <rs type="person" ref="#per__1137988">Wolf</rs>, Gemeindezentrum,<lb/>
FV-Direktor <rs type="person" ref="#per__1137991">Fink</rs> und dem Spielbankendirektor <rs type="person" ref="#per__1137989">Herzfeld</rs>, zeigte mir die<lb/>
Probleme dieses Zollaufschlußgebietes. Interessanterweise wurde auch<lb/>
der ORF, aber insbesondere ein Redakteur der Allgäuer Zeitung, die im<lb/>
kleinen Walsertal am meisten gelesen wird, eingeladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_41">Bgm. <rs type="person" ref="#per__1137990">Fritz</rs> bedankte sich bei der Unterstützung, die bis jetzt auch das<lb/>
Handelsministerium den Gemeindeprojekten gegeben hat, und ersuchte, daß<lb/>
auch für die Musikpavillons Hirschegg und Mittelberg, die Investition<lb/>
je 3,5 Mio., ein Zuschuß gewährt werden sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_42">FV-Direktor <rs type="person" ref="#per__1137991">Fink</rs> schilderte einen Zuwachs der Übernachtungen seit 1970.<lb/>
Obwohl die Betten von nur 8.200 auf 11.600, 38 %, erhöht wurden, stieg<lb/>
die Übernachtung um über 50 % auf 1,738.000 und liegt daher bei 50 %<lb/>
nach Wien und Saalbach an der dritten Stelle. Am meisten zugewachsen<lb/>
ist die Anzahl der Gäste von 100.000 auf 196.000, also 96 %. Das Tal be<lb break="no"/>müht sich, von der in der Vergangenheit fast ausschließlichen Besuch<lb/>
der Deutschen 98 %, jetzt immerhin noch 94 %, auch Niederländer, Belgier<lb/>
und Franzosen ins kleine Walsertal zu bringen. Das kleine Walsertal war<lb/>
es als erstes, die eine manuelle Bettenreservierung so organisiert hat,<lb/>
daß es dann ganz Vorarlberg übernahm. Jetzt wieder wird eine elektron.<lb/>
Datenverarbeitung von Philips, die mit Dezember d.J. geliefert werden,<lb/>
als Pilotprojekt und Anlage installiert. Diese könnte dann wieder für<lb/>
Vorarlberg vorbildlich sein. Die Investitionen betragen 235.000,-- DM, wo<lb break="no"/>zu noch ein Verkaufskatalog um 100.000,-- DM kommt. <rs type="person" ref="#per__1137991">Fink</rs> meinte, er er<lb break="no"/>wartet sich eine Subvention um 20 bis 25 %. Ich erklärte ihm sofort, über<lb/>
die Höhe könnte ich keine Zusage machen, hier müsse man sich nach den<lb/>
Budgetmitteln und nach den bereits durchgeführten Ausgaben richten. Prin<lb break="no"/>zipiell aber wird sicherlich das Handelsministerium auch eine Subvention<lb/>
gewähren, so wie wir dies auch schon bei anderen Reservierungssystemen<lb/>
taten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_43">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Subventionsansuchen sofort zusammen<lb break="no"/>stellen lassen, damit ich einen Brief an die Gemeinde schicken kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_44">Aus der Konstruktion des Zollaufschlußgebietes gibt es manchmal kuriose<lb/>
Entwicklungen. Die Gemeinde wollte bei der Fa. Sochor einen Katalog um<lb/>
1 Mio. S bestellen. Da diese Saalfelder Firma preiswert offerierte. Die<lb/>
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MWSt. errichten, so insgesamt 31 % Umsatzsteuer auf diesen Prospekt ge<lb break="no"/>habt. Eine solche Vorgangsweise ist meiner Meinung nach wirklich unsinnig,<lb/>
da sie die österr. Liefermöglichkeit ins kleine Walsertal nur schädigt.<lb/>
Hier müßte eine Sonderregelung Platz greifen. Wie sie auch das Finanz<lb break="no"/>ministerium ja bezüglich der Umsatzsteuer den kleinen Walsertal, wie wir<lb/>
allerdings dann hintenherum erfahren haben, zugestanden hat, nämlich an<lb break="no"/>stelle der 18 % eine 14 %-ige MWSt. in Angleichung an den dt. Satz ver<lb break="no"/>rechnet wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_45">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Sachverhaltsdarstellung für Finanzministerium<lb/>
zusammenstellen lassen und mir für <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_46">Unser Fraktionsführer in der Gemeinde, <rs type="person" ref="#per__1137992">Schuster</rs>, beschwerte sich, daß die<lb/>
österr. Gesetze, die ja letzten Endes im kleinen Walsertal gelten, ohne<lb/>
dem Gesichtspunkt der spezifischen Zollausschlußgebiete verhandelt,<lb/>
und dann im Nationalrat beschlossen werden. Er möchte, daß viel stärker<lb/>
bei der Gesetzwerdung diese Gebiete berücksichtigt werden. Ich verwies<lb/>
darauf, daß ja außer den Interessensvertretungen die Landesregierungen<lb/>
alle Gesetzte zur Begutachtung bekommen und daher von diesen aus die Ein<lb break="no"/>wände erfolgen müßten. Ich habe aber <rs type="person" ref="#per__1137992">Schuster</rs> versprochen, daß wir ihm<lb/>
alle Erledigungen des Handelsministeriums, insbesondere Ansuchen zeitge<lb break="no"/>recht übermitteln werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_47">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> UND <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte entsprechende Vorkehrungen wie<lb/>
besprochen treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_48">Natürlich kamen primär dann noch alle steuerlichen Wünsche zur Sprache,<lb/>
doch hier wurde eingesehen, daß dies primär die Frage des Finanzministers<lb/>
ist. Ich konnte mich, glaube ich ganz geschickt durchlavieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_49">Dir. <rs type="person" ref="#per__1137988">Wolf</rs> vom Veranstaltungszentrum <choice><choice><sic>Viescheck</sic><corr>Hirschegg?</corr></choice></choice>, Investitionen 180 Mio. S,<lb/>
teilte mir mit, daß es in Allgäu sowohl die schwäbische als auch die<lb/>
bayer. Landesregierung 50 – 60 % Subventionen für solche Zentren gibt,<lb/>
wir haben dem kleinen Walsertal nur einen ERP-Ersatzaktionskredit ge<lb break="no"/>geben, für den sie sehr dankbar, aber nach ihren Meinungen auch leider<lb/>
unzulänglich ist.<lb/>
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Gemeinde, Dir. <rs type="person" ref="#per__1137988">Wolf</rs>, entsprechend antworten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_51">Der Landwirtschaftsvertreter <rs type="person" ref="#per__1137993">Fink</rs> beschwerte sich bitter, daß im Land<lb break="no"/>wirtschaftsministerium jetzt bezüglich der Exportsubvention und der<lb/>
Bergbauernhilfe für Vieh verlangt wird, daß nicht mehr der Händler direkt,<lb/>
sondern nur mehr für Viehauktionen gekauft werden kann. Diese Maßnahme<lb/>
möge in anderen Gebieten Österreichs möglich sein, und eine bessere<lb/>
Kontrolle ergeben, für das Walsertal ist sie undurchführbar. Im kleinen<lb/>
Walsertal finden keine Viehauktionen statt, das Vieh wird größtenteils<lb/>
sofort nach Deutschland exportiert, weshalb die Bergbauern dort benach<lb break="no"/>teiligt sind. Ich habe zugesagt, dieses Problem sofort dem Landwirt<lb break="no"/>schaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> zur Kenntnis zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_52">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte im Landwirtschaftssekretariat feststellen,<lb/>
wie es wirklich ist, damit ich <rs type="person" ref="#per__1137991">Fink</rs> antworten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_53">Nach der sehr langen Sitzung und freimütigen Aussprache für die ich mich<lb/>
aber auch herzlichst bedankte, besuchten wir noch das Walsermuseum. Dort<lb/>
gibt es von den alten Geschlechtern jahrhundertealte Aufzeichnungen, die<lb/>
Walser, hauptsächlich in der Schweiz, aber auch Vorarlberg. Meistens in<lb/>
Hochgebirgsregionen angesiedelt, weil die unteren fruchtbareren Gegen<lb break="no"/>den schon besetzt waren, entwickeln eine eigene Tradition und sind na<lb break="no"/>türlich auf ihre Abstammung sehr stolz. Bei einzelnen Diskussionen dann<lb/>
mit Walsern konnte ich allerdings feststellen, daß sie auch größtenteils<lb/>
schon vermischt sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_54">Die Wanderung vom kleinen Walsertal im Bregenzerwald zeigte mir deut<lb break="no"/>lich, was diese Gegend wirklich für wanderbares Österreich ideal be<lb break="no"/>schaffen ist. Die Almen und Berggipfel waren daher auch reichlich besucht.<lb/>
An einem schönen Sommertag kann es im Wienerwald auch nicht ärger sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_55">Bgm. <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> aus Bregenz, der mich auch auf dieser Wanderung begleitete,<lb/>
erzählte mir seine Schwierigkeiten als Landesparteiobmann, die Auseinan<lb break="no"/>dersetzung mit dem Land Vorarlberg, insbesondere mit der ÖVP-Landesre<lb break="no"/>gierung betrifft jetzt die Probleme der Bregenzerwaldbahn. Ich versprach<lb/>
ihm bei der Messeeröffnung in Dornbirn neuerdings darauf zu sprechen zu<lb/>
kommen. Die Vlbg. Landesregierung hat auf der einen Seite verlangt, daß<lb/>
die Bregenzer Ache kraftwerksmäßig durch die Vbg. Kraftwerke ausgebaut<lb/>
wird, die Zentralstelle der Verbundgesellschaft in Wien mußte nachgehen<lb/>
und einen diesbezüglichen Kompromiß akzeptieren. Jetzt aber wird, weil<lb/>
man nicht entscheiden will, was mit der Bregenzerwaldbahn geschehen soll,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_56">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte die Energiesektion vertraulich darauf<lb/>
hinweisen und Bericht anfordern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_57">Der Informations- und Diskussionsabend in Schruns, vom FWV Vbg. veranstal<lb break="no"/>tet, verlief wie gehabt. Da der Schrunser Bürgermeister und Sparkassen<lb break="no"/>direktor auch anwesend waren, gab es eine fast ausschließliche Diskussion<lb/>
zwischen den beiden und mir. Selbstverständlich wurden auch die spezifi<lb break="no"/>schen vbg. Probleme angeschnitten. Angeblich hat Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
ihnen die Montafoner-Straße versprochen, als er in Vorarlberg war. Die<lb/>
selbe ähnliche Situation ergab sich auch wegen des berühmten berüchtigten<lb/>
kleinen Walsertaltunnel. Auf der einen Seite wird dies von den offiziellen<lb/>
vbg. Stellen beim <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs>-Besuch verlangt, auf der andren Seite aber dann<lb/>
im Vorarlberger Land insbesondere bei den großen Gegnern des Tunnels von<lb/>
Zollausschlußgebiet von Österreich dann versucht, ähnlich wie bei der<lb/>
Bregenzerwaldbahn den Zentralstellen den schwarzen Peter zuzuschieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_58">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte für <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> Unterlagen mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_59">Überrascht und erfreut war<add>[ich]</add>, daß ein Bäderbesitzer, <rs type="person" ref="#per__1137994">Rautmann</rs>, sich bei mir<lb/>
offiziell bedankte, daß so schnell vom Handelsminister geantwortet wurde.<lb/>
Am 22. Juni hat er einen Brief geschrieben und am 25. Juni schon die Ant<lb break="no"/>wort bekommen. Mit der Erledigung war er nicht ganz einverstanden, da ich<lb/>
auf das Gesundheitsministerium bezüglich des Bäderhygienegesetzes verwies.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_60">Das Kurhotel in Schruns, ehemaliger CA-Besitz wurde von Dir. <rs type="person" ref="#per__1137995">Pfundtner</rs> für<lb/>
17 Mio. S auf Kredit gekauft. Dazu mußte er dann noch 13 Mio. S investieren,<lb/>
alles hat die österr. Sparkasse Bludenz und die Girozentrale finanziert.<lb/>
Jetzt geht das Kurhotel in Konkurs. Die 50 Beschäftigten bangen um ihren<lb/>
Arbeitsplatz. Ich habe den Vertretern nachher erklärt, er müsse sich un<lb break="no"/>bedingt an das Sozialministerium über das Landesarbeitsamt wenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_61">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Sozialministerium sofort verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_62">Das Löwen-Hotel, welches der Hochjoch-Seilbahn gehörte, abgebrannt war<lb/>
und dann wieder aufgebaut werden mußte, hat durch die Hochzinspolitik<lb/>
die Finanzierung nicht geschafft. Jetzt hat die Fa. Liebherr das Hotel<lb/>
übernommen, wodurch wenigstens dieses Hotel gesichert ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_63">Der Bürgermeister von Schruns teilte mit, er hätte den Walgaustollen be<lb break="no"/>sichtigt und dort hätte man ihm erklärt, die Eisenbögen müßten aus der<lb/>
Schweiz und Deutschland importiert werden, weil die VÖEST-Alpine oder ein<lb/>
anderes Stahlwerk in Österreich solche nicht herstellen können. Ich ver<lb break="no"/>sprach diesbezüglich sofort mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> Kontakt aufzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_64">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte bei VÖEST-Alpine anfragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_65">Herr <rs type="person" ref="#per__1137996">Zögernitz</rs>, Gasthof Gurtisspitze, in Gurtis-Frastanz ersuchte, ob<lb/>
nicht eine Möglichkeit besteht, seinen Kredit zu verlängern. Ich habe ihm<lb/>
nichts zugesagt, sondern nur erklärt, da sein Bau jetzt 9 Mio. S letzten<lb/>
Endes gekostet hat, den Akt mir noch einmal anzuschauen und ihn dann<lb/>
Bescheid zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_66">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte noch einmal richtlinienmäßig<lb/>
prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_67">Die Vbg. Diskussionen dauern alle furchtbar lange, zuerst kommt kaum<lb/>
eine zustande, wäre nicht der Bürgermeister und der Bankdirektor dort<lb/>
gewesen, die natürlich als ÖVP-ler entsprechende Kontra gaben. Interessant<lb/>
war, daß auch neben dem örtlichen Blatt die Vbg. Nachrichten anwesend<lb/>
waren, der Redakteur hat einige kritische Bemerkungen über die ver<lb break="no"/>staatlichte Industrie gemacht, ein Zuhörer ist darauf aufgesprungen und<lb/>
meinte, man müsse sich nicht von den Vbg. Nachrichten alles bieten lassen<lb/>
und ist weggegangen. Ich habe allerdings den Eindruck gehabt, da es<lb/>
schon sehr spät war, daß der Betreffende eine gute Gelegenheit gesucht<lb/>
hat, um den Versammlungsraum im Gasthaus, der übrigens sehr gut besetzt<lb/>
war, verlassen zu können. Ein anderer Vorarlberger Mitbürger, der sehr<lb/>
spät gekommen ist und von den man den Eindruck hatte, er hätte schon ein<lb/>
klein wenig zu viel getrunken, machte immer wieder lustige Bemerkungen,<lb/>
wobei er mich aber schon attackierte. Zum Schluß meinte er, ich sei viel<lb break="no"/>leicht beleidigt und werde nicht mehr wiederkommen. Ich habe sofort zu<lb/>
seiner Zufriedenheit und unter großem Gelächter aller erklärt, ich hätte<lb/>
mich während dieser Diskussion hier sehr wohl gefühlt, denn natürlich<lb/>
gebe es sachliche Differenzen, aber die ganze Diskussion war sehr freund<lb break="no"/>schaftlich und vor allem einigermaßen fair. Soweit vom Bgm. demagogisch<lb/>
gefragt wurde, habe ich genauso demagogisch geantwortet. Selbstverständ<lb break="no"/>lich brachte er das Konferenzzentrum zur Sprache und meinte, dagegen hätte<lb/>
man sich doch jetzt mit 1,3 Mio. Stimmen gewehrt und die Vbg. wären über<lb break="no"/>haupt dagegen. Worauf ich ihm erklärte, hätte man über den Arlbergtunnel<lb/>
das Bregenzer Festspielhaus, den Verschubbahnhof in <choice><choice><sic>Wolfram</sic><corr>Wolfurt</corr></choice></choice>, also wenn man<lb/>
so will die großen vbg. Projekte, eine Volksabstimmung gemacht, wären<lb/>
diese sicherlich auch in Innerösterreich abgelehnt worden. Die Regierung<lb/>
muß sich hier nach anderen Gesichtspunkten richten und muß vor allem<lb/>
dem Gesetzesauftrag nachkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_68">Freitag, 30. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_69">Der Bürgermeister von Schruns, <rs type="person" ref="#per__1137997">Wekerle</rs>, der beim Informationsabend<lb/>
sehr spät das Problem der Zulieferung österr. Firmen an die Illwerke,<lb/>
Walgauwerk, angeschnitten hatte und dem ich erklärte, ich werde mir<lb/>
den Fall genau ansehen, hatte sicher nicht gedacht, daß ich mein<lb/>
Programm umstoßen werde und gleich morgens auf die Baustelle vom<lb/>
Walgauwerk gefahren bin. Da ich nicht angemeldet war, konnte ich<lb/>
niemanden antreffen, außer einen Angestellten der Illwerke, der die<lb/>
Abrechnung durchzuführen hat. Ich habe mit ihm sofort die Baustelle<lb/>
besichtigt. Der Kraftwerksaushub und die Montage der ersten Turbinen<lb break="no"/>rohre ist sehr beeindruckend. Der zuständige Bauingenieur, <rs type="person" ref="#per__1137998">Lehmann</rs><lb/>
war in seinem Büro in Schruns und ich habe mit ihm telefonisch die<lb/>
Frage der Zulieferung der Stützbögen geklärt. Natürlich hat mich,<lb/>
und insbesondere auch Kollegen <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__116918">Reiss</rs>, diese gigantische<lb/>
Fräsmaschine im Berg brennendst interessiert und ich beschloß daher,<lb/>
wenn irgendwie möglich, noch einmal wieder zu kommen. Der Betriebsbe<lb break="no"/>such in Bregenz Schmelzkäsefabrik Alma verlief wie erwartet. Unsere<lb/>
Betriebsratsobmännin <rs type="person" ref="#per__1137999">Rosi</rs> war sehr erfreut, daß ich endlich ihren<lb/>
Betrieb besichtigte, enttäuscht war sie, daß ich nicht, wie beab<lb break="no"/>sichtigt, mit der Direktion und ihr am Gebhardsberg Mittagessen<lb/>
ging. Alma ist ein modernst ausgerüsteter Käsebetrieb, kauft von<lb/>
ganz Österreich die Ware zusammen, insbesondere wird ein optisch<lb/>
schlecht aussehender Hartkäse eben zu Schmelzkäse verarbeitet, der<lb/>
Betrieb ist gut ausgelastet. Mit der Fa. Rupp, ebenfalls in Bregenz,<lb/>
teilen sich die beiden 90 % des Inlandsabsatzes, im Export ist aber<lb/>
Alma allein führend. Derzeit werden gute Geschäfte mit den arabischen<lb/>
Staaten gemacht, der Betriebsleiter, Ing. <rs type="person" ref="#per__1138000">Huber</rs>, hat erklärt, daß er<lb/>
mir persönlich, ich habe natürlich sofort wieder gesagt, seiner Be<lb break="no"/>triebsratsobmännin, sehr zum Dank verpflichtet ist für die Unterstützung,<lb/>
die wir ihm in dieser und in vielen anderen Beziehungen geben. Im<lb/>
Betrieb selbst waren auffallend viele junge Mädchen beschäftigt, bis<lb/>
ich draufgekommen bin, es handelt sich dabei um Ferialpraktikantinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_70">Anstelle des Mittagessens sind wir dann wieder zurück nach Lenzing,<lb/>
um im Walgaustollen einzufahren und das große <choice><choice><sic>Trumm</sic><corr>?</corr></choice></choice> der Fräsmaschine<lb/>
in Arbeit also vor Ort zu sehen. Der Stollenaushub ist eine gigantische<lb/>
technische Lösung. Das Gebirge ist dort ungeheuer zerklüftet und<lb/>
gerade die jetzt noch letzten paar hunderte Meter stellen die Bohr<lb break="no"/>mannschaft aber auch die gesamten Bauingenieure vor oft fast unlös<lb break="no"/><pb n="66-0898" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-07-27_1982-07-31_0898.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bare Probleme. Ständig fließen ungeheure Wassermengen zu, die die<lb/>
Arbeit wesentlich erschweren. Normaler Zulauf ist weniger als ein<lb/>
halber m³/sec. Spitzen wurden aber bis zu vier Meter schon festge<lb break="no"/>stellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_71">Als ich dann von der Tunnelbesichtigung herauskam, war natürlich der<lb/>
gesamte Vorstand und die Prokuristen der Illwerke voll versammelt<lb/>
um mit mir die Probleme der Illwerke zu besprechen. Einwandfrei<lb/>
wurde mir nachgewiesen, daß natürlich die Aufträge fast ausschließ<lb break="no"/>lich an österr. Firmen ergehen. Die beiden wichtigsten Bauarbeiten<lb/>
zu jeweils ca. 500 Mio. in der Zwischenzeit durch die Index- und<lb/>
sonstige Klauseln 540 Mio. S gingen an zwei Arbeitsgemeinschaften,<lb/>
fast würde ich sagen, fast Vorarlberger Firmen mit jeweils einer<lb/>
Beteiligung von Universale und von Porr und Stuag.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_72">Die beanstandeten Rüstringe oder besser bekannt unter Alpinbögen<lb/>
wurden von der Arbeitsgemeinschaft Ing. <rs type="person" ref="#per__1138002">Jäger</rs>, technische, Alfred<lb/>
Kunz &amp; Co., kaufmännische Abwicklung, tatsächlich in der Schweiz<lb/>
gekauft. Dir. <rs type="person" ref="#per__1138001">Prock</rs>, den ich nachher bei einer Freien-Wirtschafts<lb break="no"/>verband-Veranstaltung traf, hat mir die Details genau erklärt.<lb/>
Diese Arbeitsgemeinschaft wollte diese Alpinbögen auch bei der<lb/>
VÖEST-Alpine kaufen. Auf Intervention des HK-Präsidenten von Vorarl<lb break="no"/>berg, Ing. <rs type="person" ref="#per__117009">Guntram Hämmerle</rs>, wurde sogar über die VÖEST-Alpine ein<lb/>
Offert erstellt. Dieses ist doppelt so teuer als die aus der Schweiz<lb/>
gelieferten Rüstringe. Auch für den Nachlaufbetrieb entsprechende<lb/>
Konstruktionen, die sicherlich auch die VÖEST hätte machen können,<lb/>
mußte aus der Schweiz für 20 Mio. bezogen werden. Die Illwerke<lb/>
glaube ich, wußten davon, konnten aber wahrscheinlich kaum einen Einfluß<lb/>
darauf nehmen, wen die Arbeitsgemeinschaft dann letzten Endes mit<lb/>
der Lieferung beauftragte. Angeblich wird bei der Fa. Wagner in Linz<lb/>
ein Teil der Rüstringe sehr wohl gebogen und damit eine österr. Firma<lb/>
eingeschaltet. Mir war nur wichtig, zu klären, daß die Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaft sehr wohl österr. Firmen beschäftigt, vor allem aber wollte<lb/>
ich klarstellen und mir selbst ein Bild machen, wie weit die VÖEST-<lb/>
Alpine hier als Lieferant versagt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_73">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> soll mit der Industriesektion<lb/>
alles klären und den Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__1137997">Wekerle</rs> in Schruns verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_74">Mit den beiden Vorstandsdirektoren der Illwerke, Dr. <rs type="person" ref="#per__113016">Peter</rs> und<lb/>
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an den vorhergehenden Vorstand wegen außer Acht lassen der österr.<lb/>
Interessen gegenüber den deutschen Partnern. Der Rechnungshof hat<lb/>
eine harte Kritik insbesondere den ehemaligen Gen.Dir. der Vorarlberger<lb/>
Kraftwerke und der Illwerke, <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs>, erhoben und verlangt, daß<lb/>
die Gesellschaft entsprechende Konsequenzen zieht. Im Aufsichtsrat<lb/>
wurde darüber hart verhandelt. Der Präs.d.Aufsichtsrates, LH <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs>,<lb/>
der übrigens dann auch bei der Messe mit mir über diese Frage ein<lb break="no"/>gehend gesprochen hat, steht auf dem Standpunkt, daß mit dieser Klage<lb/>
nichts erreicht werden wird. Diesbezügliche Gutachten gibt es. <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs><lb/>
wollte meine Meinung wissen und ich habe ihm sofort erklärt, daß dafür<lb/>
die zuständigen Organe sprich Vorstand und Aufsichtsrat letzten Endes<lb/>
zu entscheiden haben. Soweit Fragen in meiner Kompetenz liegen, z.B.<lb/>
wie ich mit ihm über die Beteiligung der Landesregierung an den Ill-<lb/>
Kraftwerken verhandelt habe, so kennt er mich, daß ich sehr wohl bereit<lb/>
bin, Verantwortung jederzeit zu übernehmen, wenn es eben in meine<lb/>
Kompetenz fällt. Diese Frage trifft aber ausschließlich die Organe der<lb/>
Gesellschaft und daher haben diese letzten Endes zu entscheiden. Der<lb/>
Vorstand hatte mir mitgeteilt, daß er Anzeige an die Staatsanwaltschaft<lb/>
bis 14.30 Uhr durchführen müsse, um eine Fallfrist zu wahren. Ich<lb/>
habe dem Landeshauptmann dezidiert erklärt, daß ich mit dieser Vorgangs<lb break="no"/>weise der Vorstandsdirektoren absolut einverstanden bin. <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs> will<lb/>
noch, bevor Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> in den Urlaub fährt, mit ihm Kontakt auf<lb break="no"/>nehmen, ob dieser Strafantrag weiter verfolgt werden soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_75">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> soll mir weiter berichten.<lb/>
Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_76">Anstelle, daß ich mit den Illwerke-Prokuristen und Vorstand über die<lb/>
wirklich sehr interessanten Probleme dieser Gesellschaft und inbe<lb break="no"/>sondere des gigantischen Walgauwerkes weitergeredet hätte, mußte<lb/>
ich zur nächsten Veranstaltung einer Freien-Wirtschaftsverband-Firma<lb/>
Kuntschik nach Altach. Diese ist erst vor kurzer Zeit dorthin über<lb break="no"/>siedelt, fast niemand kannte in dem Ort diese Firma. Ich war dann auch<lb/>
ein wenig überrascht, daß diese erste österr. Kassentischproduzenten<lb break="no"/>firma aus dem Seniorchef, den zwei Söhnen und glaube ich einem Lehr<lb break="no"/>buben besteht. Diese Tischlerei ist maschinell sehr gut ausgerüstet<lb/>
und erzeugt eben, wie gesagt für Großkaufhäuser Kassentische, sehr<lb/>
stabil allerdings glaube ich auch verhältnismäßig teurer als die<lb/>
Importware, dafür aber sicherlich im Qualitätsvergleich preiswerter.<lb/>
Ich habe der Firma versprochen, wenn sie eine Referenz bei österr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_77">Firmen, sie verhandeln jetzt auch mit dem Konsum, brauchen, bin<lb/>
ich gerne bereit, ihnen ein Einführungsschreiben zu geben, wo<lb/>
ich darauf hinweise, daß jetzt auch in Österreich diese Kassen<lb break="no"/>tische erzeugt werden. Bei diesem Besuch ist mir so richtig zu<lb/>
Bewußtsein gekommen, wie gar nicht nach ökonomischen oder betriebs<lb break="no"/>wirtschaftlichen Gesichtspunkten meine Tätigkeit geordnet ist.<lb/>
Wichtige notwendige Besichtigungen, wie z.B. das Walgauwerk wäre<lb/>
unterblieben, wenn nicht der Schrunser Bürgermeister mich sozusagen<lb/>
attackiert hätte. Wichtige weitere Gespräche wurden vertagt, ich<lb/>
habe nämlich den Vorstandsdirektoren wegen der Auseinandersetzung<lb/>
mit dem deutschen Abnehmer-Kraftwerk <choice><choice><sic>RGW</sic><corr>RWE?</corr></choice></choice> zugesagt, sie sollten einmal,<lb/>
wenn sie das nächste Mal in Wien sind, sich mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und mir zu<lb break="no"/>sammensetzen, weil ich einen Drei-Mann-Betrieb besuche. Wahrscheinlich<lb/>
aber läßt sich eine optimalere Programmgestaltung kaum durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_78">Bei der Staatswappenverleihung der Fa. <rs type="person" ref="#per__1138003">Herwig Rhomberg</rs> in Klaus war<lb/>
ich früher dort, da natürlich der Kassentischbaubesuch beim besten<lb/>
Willen nicht länger ausgedehnt werden konnte. Dies war für mich<lb/>
wieder ein großer Vorteil, denn bei der Besichtigung dieser riesigen<lb/>
Lagerhalle und auch der Biegeeinrichtung wurde mir klar, warum eine<lb/>
Eisenhandelsfirma, obwohl die VÖEST-Alpine versucht, immer Direkt<lb break="no"/>lieferant zu sein, sehr gute Verdienstmöglichkeiten, wenn man so<lb/>
will als Zwischenhändler hat. Die VÖEST-Alpine kann mit ihren Walz<lb break="no"/>programmen den Bedarf von einzelnen Produkten entweder gar nicht oder<lb/>
nur sehr spät erfüllen. Rührige Eisenhändler, wie die Fa. Rhomberg<lb/>
sind daher imstande, diese Einzelwünsche zu erfüllen und macht dabei<lb/>
einen Umsatz von 500 Mio. S bei 120 Beschäftigen und 16 Lehrlingen,<lb/>
70.000 to Stahl bei einem Lager allerdings von 80 Mio. S. Die Firma<lb/>
hat 16 Lehrlinge und ich habe sofort an Herrn <rs type="person" ref="#per__1138003">Rhomberg</rs> appelliert,<lb/>
ob er nicht noch einen zusätzlich heuer nehmen könnte. Bei dieser<lb/>
Betriebsfeier waren die ganzen politischen Honoratioren, an der Spitze<lb/>
LR <rs type="person" ref="#per__114554">Rümmele</rs>, der allerdings als Festredner gar nicht vorgesehen war<lb/>
und dann doch das Wort ergriff. Da <rs type="person" ref="#per__1138003">Rhomberg</rs> auch Präsident der<lb/>
Deutschen Handelskammer in Vorarlberg ist, waren auch Deutsche an<lb break="no"/>wesend. Nach den vielen Ansprachen und Musikstücken der Ortskapelle<lb/>
ging dann die ganze Belegschaft mit den zahlreichen Anwesenden, es<lb/>
waren weit über hundert zu einem Festbankett, ich aber weiter zur<lb/>
nächsten Veranstaltung. Der Freie Wirtschaftsverband hatte seine<lb/>
Funktionäre nach Dornbirn geladen, zum Unterschied von dem, wenn<lb/>
sich sagen darf, ein wenig überparteilichen Informations- und Dis<lb break="no"/>kussionsabend in Schruns, wo der Saal voll war, kamen zu dieser Ver<lb break="no"/><pb n="66-0901" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-07-27_1982-07-31_0901.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>anstaltung insgesamt 13 Personen. Diskutiert wurde über die Ab<lb break="no"/>fertigungsproblematik bis zur Pfuscherbekämpfung. Ich habe der<lb/>
Versammlung nur zugesagt, daß ich bezüglich der Abfertigung an<lb/>
der sich bestimmt nichts mehr ändert, wegen einer Fondslösung,<lb/>
derzeit hat die HK ja nur eine Selbsthilfeaktion gestartet, mit<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> sprechen werde. Der Freie Wirtschaftsverband Vor<lb break="no"/>arlberg hat eine Umfrage bei den Unternehmern gestartet. 5.600<lb/>
Betriebe wurden angeschrieben, 300 haben geantwortet und 70 %<lb/>
bestätigen, daß sie keine Rücklage gebildet haben, auch nicht<lb/>
imstande sind eine solche zu bilden. Ich habe der Veranstaltung<lb/>
zugesagt, ich werde mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> darüber reden, ob nicht<lb/>
wieder seine Idee einer Fondsbildung aufgegriffen werden sollte.<lb/>
Die Selbsthilfeaktion der HK in Vorarlberg wurden dafür 12 Mio. S<lb/>
reserviert, hat bis jetzt noch keine sichtbare Entlastung der<lb/>
kleinen Betriebe gebracht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_80">Die nächste und letzte Veranstaltung war das Industriegespräch im<lb/>
Parkhotel Dornbirn. Alle Jahre wieder kommen die wichtigsten<lb/>
Industriellen, 10 Funktionäre aber auch der Kammeramtsdirektor<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__132700">Schuler</rs> von der HK zu dieser Aussprache. Diesmal hatten sie<lb/>
aufgrund der Statistik, bei der Wertschöpfung steigt der Mitarbeiter<lb break="no"/>anteil, 1975 gleich hundert, bis 1981 auf 173, der Staatsanteil auf<lb/>
132, der Fremdkapitalanteil auf 284 und der Unternehmeranteil sinkt<lb/>
auf 78. Diesmal hat mir sogar die Kammer ein Manifest der Vorarlberger<lb/>
Industrie überreicht. Die wichtigsten Punkte waren ausschließlich<lb/>
steuer- und kreditpolitische Maßnahmen, die den Finanzminister treffen.<lb/>
Ich habe mich mit der Taktik, reden wir von etwas anderem, ganz gut<lb/>
aus dieser Situation herausgewurstelt. Ich lehne nämlich ab, wie im<lb/>
Begleitschreiben steht, daß ich als Industrieminister diese Wünsche<lb/>
nicht nur voll zu erfüllen hätte, sondern, was noch viel schlimmer<lb/>
wäre, eben in der Regierung stets gegen alle Maßnahmen der anderen<lb/>
Ressorts, die die HK nicht wünscht, Einspruch erheben sollte. Bezüg<lb break="no"/>lich der Urlaubsverlängerung habe ich die Industrie, wenn schon tat<lb break="no"/>sächlich eine solche beschlossen werden sollte, für meine Idee der<lb/>
Kompensation der Donnerstag-Feiertage sofort gewonnen. Ich habe ihnen<lb/>
nämlich auch klar und deutlich gemacht, daß ich fest davon überzeugt<lb/>
bin, daß in dieser Legislaturperiode noch das neue Urlaubsgesetz be<lb break="no"/>schlossen wird. Über das Ausmaß und über den Zeitplan würde man<lb/>
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weiter verhandeln. Ganz entschieden habe ich mich dagegen ausge<lb break="no"/>sprochen, daß angeblich jetzt eine Entindustrialisierung in Österreich<lb/>
erfolgt. Für diese Behauptung gibt es keine wie immer gearteten<lb/>
Beweise, die Beschäftigung ist heute annähernd dieselbe wie 1970,<lb/>
die Produktivität aber ungeheuer gestiegen, weshalb also auch der<lb/>
Industrieanteil sich nicht wesentlich geändert hat. Richtig ist aller<lb break="no"/>dings, daß, wie ich immer wieder sage, nur über die Dienstleistungs<lb break="no"/>betriebe insbesondere im Fremdenverkehr die zusätzlichen Arbeits<lb break="no"/>plätze, die wir in Österreich dringend brauchen, um alle Menschen<lb/>
beschäftigen zu können, geschaffen wurde. Die Industrie selbst hat<lb/>
wieder einmal mehr den Slogan gebraucht, sie fürchtet, daß Österreich<lb/>
eine Nation der Skilehrer und Stubenmädchen wird. Dieser Ausspruch<lb/>
ist mir dann bei der Eröffnung der Dornbirner Messe sehr zugute ge<lb break="no"/>kommen, indem ich dezidiert erkläre, davon kann keine Rede sein.<lb/>
Die Diskussion dauerte, so wie immer, bis in die Nacht. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> war<lb/>
von der Programmgestaltung, die er allerdings selbst gemacht hat,<lb/>
so groggy, daß er zeitweise, wie ich feststellen konnte, wirklich<lb/>
Ermüdungserscheinungen hatte. Ich mache ihm dies nicht zum Vorwurf,<lb/>
bin natürlich einigermaßen stolz, daß ich dies alles noch immer<lb/>
spielend durchstehe, glaube aber tatsächlich, daß wir diese Programme<lb/>
wie ich ja bereits auch bezüglich der Einteilung und Wichtigkeit<lb/>
festgestellt habe, in Hinkunft ein wenig anders gestalten soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_81">Im konkreten wurde von Dr. <rs type="person" ref="#per__131135">Hladik</rs>, Hämmerle Textilwerke, ein Wunsch<lb/>
betreffend passiven Veredelungsverkehr mir überreicht. Ich habe ihm<lb/>
zugesagt, daß er darüber kürzestmöglich eine Antwort bekommen wird.<lb/>
Konsul <rs type="person" ref="#per__141666">Fend</rs> meinte, man könnte die Textilförderung 10 % für Neu<lb break="no"/>investitionen, für die Stickereimaschinen verdoppeln, da diese<lb/>
nicht nur mehr kosten, sondern auch die zweieinhalbfache Leistung<lb/>
der alten erbringen. Da in der Runde auch andere Textilisten waren,<lb/>
war es mir leicht, diesen Vorschlag sofort abzulehnen und <rs type="person" ref="#per__141666">Fend</rs> hat<lb/>
dies auch eingesehen. Ing. <rs type="person" ref="#per__126574">Bohle</rs> hat sich beschwert, daß nach wie<lb/>
vor zollbeschlagnahmte Waren, insbesondere die 700.000 Hemden jetzt<lb/>
auf den Inlandsmarkt kommen. Ich habe sofort erklärt, wir können<lb/>
dies nicht verhindern, doch wird über die Abwicklung derzeit im<lb/>
Handelsministerium beraten.<lb/>
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sich nicht, daß im Handelsministerium darüber viel schneller ent<lb break="no"/>schieden wird, als bei den anderen Stellen, erwähnte aber so nebenbei,<lb/>
daß eine gewisse Frau <rs type="person" ref="#per__1138004">Pesel Martini</rs> den Fall jetzt bearbeitet, der<lb/>
ungefähr zwei Wochen jetzt bei uns liegt. Ich habe ihm sofort eine<lb/>
rasche Erledigung zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_84">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie steht der Fall?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_85">VÖEST-Alpine muß aus der DDR für die Stahlwerk-Lieferung 100.000 Stück<lb/>
Lichtleisten hereinnehmen. Die Intertrade möchte nun durch Zulieferung<lb/>
von einem wichtigen Stück durch <rs type="person" ref="#per__145591">Zumtobel</rs> diese Leisten verkaufsfähiger<lb/>
machen. Ich habe empfohlen, es sollte sich doch <rs type="person" ref="#per__145591">Zumtobel</rs> und Intertrade<lb/>
mit VÖEST-Alpine verständigen, ob nicht wirklich eine gute Kombination<lb/>
möglich wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_86">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_87">Unerklärlich ist mir, daß <rs type="person" ref="#per__145591">Zumtobel</rs> behauptet, aufgrund vom Staats<lb break="no"/>vertrag könnten gewisse Elektroteile nicht aus Westdeutschland be<lb break="no"/>zogen werden, wodurch die Gefahr besteht, daß Firmen, auch er über<lb break="no"/>legt so etwas mit Automatenproduktion für Bauelemente nach Deutsch<lb break="no"/>land geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_88">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort prüfen lassen, um was es sich<lb/>
dabei handeln könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_89">Die Firma <rs type="person" ref="#per__115706">Rauch</rs> hat, wie er mir unter vier Augen sagte, einen<lb/>
200-Mio.-Auftrag Apfelsaft nach Irak. Er muß fest abschließen und<lb/>
ist daher jetzt in Verhandlungen mit der österr. Zuckerindustrie,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs>, um einen Festpreis für diese Lieferungen zu bekommen.<lb/>
Die österr. Zuckerindustrie ist dafür bis jetzt nicht zu haben, <rs type="person" ref="#per__115706">Rauch</rs><lb/>
hat mit <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs> die größten Schwierigkeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_90">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_91">Interessant war, daß die Vorarlberger mit mir liebend gerne Auslands<lb break="no"/>staatsbesuche machen würden. Sie möchten dafür persönlich eingeladen<lb/>
werden. Dies habe ich insoferne ablehnen müssen, als ich erklärte,<lb/>
jedermann kann mit mir mitfahren, letzten Endes aber ist ja die<lb/>
offizielle Vertretung die Bundeshandelskammer. Alle haben dann einge<lb break="no"/>sehen, daß tatsächlich sie sich innerhalb der Bundeshandelskammer<lb/>
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habe ich aber dezidiert erklärt, sollte ich nach Saudi-Arabien<lb/>
und Oman fahren, werde ich ihn persönlich einladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_92">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte nicht darauf vergessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_93">Samstag, 31. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_94">Die 34. Dornbirner Messe-Eröffnung ist anders gelaufen als die<lb/>
bisherigen. Zu meiner größten Verwunderung hat Bürgermeister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97360">Bohle</rs>, der ansonsten immer nur launige Ansprachen hält, auch mit<lb/>
kleinen Seitenhieben auf die Regierung diesmal schon noch launig,<lb/>
aber wesentlich länger und sehr ernster über die wirtschaftliche<lb/>
Situation gesprochen. Alle ÖVP-Mandatare sind jetzt scheinbar<lb/>
darauf eingestimmt, darauf zu verweisen, daß die Belastungen so<lb/>
nicht weiter gehen können, die Wirtschaft diese Politik ablehnen<lb/>
muß und die Regierung jetzt endlich sagen soll, was sie will und<lb/>
wie sie vorgehen wird, also, wenn man so will, endlich wieder<lb/>
regieren. Bundeshandelskammerpräs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat dann namens der<lb/>
Wirtschaft, wie er immer sagt, die Regierungspolitik kategorisch<lb/>
abgelehnt. LH <rs type="person" ref="#per__118211">Keßler</rs> wieder meinte, Vorarlberg hätte eine be<lb break="no"/>sonders günstige Situation, aber auch hier spürt man die falsche<lb/>
Politik. Leider, vielleicht auch unbeabsichtigt, aber auf alle<lb/>
Fälle für mich störend, kam dann eine Einlage eines Gesangsvereines,<lb/>
wodurch die unmittelbare Replik von mir sicherlich ein wenig ge<lb break="no"/>litten hatte. Die Pressevertreter haben mich dann auch wissen lassen,<lb/>
daß diesmal alles viel zu zahm war. Sie wollten von mir wissen, ob<lb/>
ich dies beabsichtigt habe, da ja das letzte Mal aus dem Publikum<lb/>
etliche Buh-Rufe und harte Kritiken zu hören waren. Es war zwar von<lb/>
mir nicht beabsichtigt, aber sicherlich nicht schlecht unmittelbar<lb/>
vor einer nächsten Wahl nicht unbedingt die Vorarlberger herauszu<lb break="no"/>fordern. Wie mir beim Pressegespräch allerdings dann klar wurde,<lb/>
hatte man dies von mir erwartet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_95">Das Pressegespräch war ursprünglich von der Messeleitung sozusagen<lb/>
abgebogen worden. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> hatte sich sehr bemüht und man hat ihm<lb/>
dezidiert erklärt, es geht nicht, man hat keine Zeit usw. Ich habe<lb/>
den Messedirektor daher sofort angesprochen und erklärt, daß, wenn<lb/>
ich mit der Presse keine Gesprächsmöglichkeit habe, in Hinkunft<lb/>
darauf verzichten werde, an der Messe teilzunehmen. Dies hat natür<lb break="no"/>lich sofort Wunder gewirkt und es kam dann zu dieser sehr interessanten<lb/>
Aussprache mit der Presse. Dort erfuhr ich also über die wirkliche<lb/>
Stimmung. Die Vorarlberger sind ja immer gegenüber Wien sehr kritisch<lb/>
eingestellt, ich selbst habe dort sicherlich einen sehr guten Namen<lb/>
man erwartet aber von mir, daß ich eben nicht nur die Regierungs<lb break="no"/>politik verteidige, sondern auch für die Vorarlberger eben besondere<lb/>
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konfrontiert, was ich zu dem Vorarlberger Wunsch sage, es müsse<lb/>
ein Belastungs- und Lohnstopp verfügt werden. Hier konnte ich mit<lb/>
Recht darauf verweisen, daß solche Pläne in Frankreich, Italien<lb/>
aber auch in Großbritannien gescheitert sind. Die Stop-and-Go-<lb/>
Politik hat sich nirgends bewährt und war weder für die Arbeit<lb break="no"/>nehmer noch für die Arbeitgeber zuträglich. Zum Glück habe ich<lb/>
seit eh und je als Sozialpartneranhänger diese Lösungen bevorzugt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_96">Die Wirtschaftsdiskussion vom FV-Verbandsobmann <rs type="person" ref="#per__1138006">Behmann</rs> und dem<lb/>
Bankdirektor <rs type="person" ref="#per__1138007">Waibel</rs>, diesmal im Vorderen Bregenzerwald organisiert,<lb/>
verlief wie gehabt. Kinder, die mich mit Gedichten empfangen,<lb/>
Gasthausbesuche, denn wenn man irgendwo einkehrt, muß man auch die<lb/>
anderen besuchen und dann eine Aussprache, die sehr freundschaft<lb break="no"/>lich war. Von mir wurde ja bereits in der Messeeröffnung darauf<lb/>
verwiesen, daß jetzt endgültig von den Vorarlberger Kraftwerken<lb/>
zu klären ist, wer die Bregenzer Ache ausbaut und wann dies erfolgt.<lb/>
Damit habe den Wunsch des Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> erfüllt, gleichzeitig<lb/>
aber auch <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> bezüglich der Wälderbahn Schützenhilfe ge<lb break="no"/>leistet. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> wird nämlich am 5. August mit den Vorarlbergern<lb/>
verhandeln. Es besteht eine Absicht, die Bregenzer Waldbahn als<lb/>
Hobbybahn weiterzuführen. Natürlich wurde ich sofort gefragt, ob<lb/>
ich dafür eine Subvention geben würde. Ich habe erklärt, ich habe<lb/>
zwei alte Lokomotiven seinerzeit für die Bahn gekauft und geschenkt,<lb/>
mehr Mittel hat das Handelsministerium nicht. In Sulzberg wird jetzt<lb/>
ein neues Zollamt gebaut. Ich wurde gefragt, ob ich mich dafür<lb/>
einsetze, daß dieses nicht um zwölf Uhr nachts schließt, sondern<lb/>
durchgehend offen hat. Dafür erklärte ich mich nicht zuständig,<lb/>
ich fürchtete aber gleichzeitig, daß wahrscheinlich eine ganz geringe<lb/>
Frequenz in der Nacht wäre, ich habe aber versprochen, den Finanz<lb break="no"/>minister davon zu informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_97">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_98">Mag. <rs type="person" ref="#per__1138005">Metzler</rs>, Stellvertreter von FV-Direktor <rs type="person" ref="#per__127921">Baier</rs>, hat erwähnt, daß<lb/>
eine Incoming-Stelle jetzt vom regionalen Fremdenverkehrsverband<lb/>
errichtet wird. Er fragte, ob entsprechende Subvention gegeben<lb/>
werden kann. Ich habe bei konkreten Antrag eine Prüfung zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_99">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll sich diesbezüglich mit <rs type="person" ref="#per__127921">Baier</rs><lb/>
in Verbindung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_100"><rs type="person" ref="#per__1138005">Metzler</rs> beschwerte sich auch, daß jetzt nicht nur Vereine, Feuerwehr,<lb/>
Musikverein usw. Wiesenfeste veranstalten, sondern auch bereits Privat<lb break="no"/>personen zu entsprechenden Festen ohne Gewerbeberechtigung die Wirte<lb/>
hart konkurrenzieren. Ich habe eine diesbezügliche Prüfung durch<lb/>
unsere Gewerbesektion zugesagt.<lb/>
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abgrenzen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-27_102">Da in der Zwischenzeit wieder eine Sauwetter herrschte und es den<lb/>
ganzen Tag regnete, allerdings gegen Abend dann wieder aufhörte,<lb/>
haben <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__116918">Reiss</rs> beschlossen, doch nicht die Bregenzer<lb/>
Festspiele zu besuchen, sondern gleich nach Hause zu fahren. Da<lb/>
ich weiß, wie man auf der Seebühne frieren kann, war ich auch<lb/>
mit diesem Vorschlag sofort einverstanden. Präs. <rs type="person" ref="#per__133859">Rhomberg</rs> von<lb/>
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Wieder einmal hat sich eben bewährt, daß mit überparteilichen<lb/>
Veranstaltungen wir an Leute herankommen, die wir ansonsten sicherlich<lb/>
nicht erreichen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 27.–31.7. Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Draszczyk</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>öst. Handelsdelegierter in Jugoslawien, später Moskau</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <occupation>Präs. Bregenzer Festspiele ab 1981</occupation>
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               <persName type="label">Peter, Walter</persName>
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               <occupation>Dir. Illwerke</occupation>
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               <occupation>Innsbrucker Bgm., BP-Kandidat 1974</occupation>
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               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <occupation>Bgm. Bregenz</occupation>
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               <occupation>Tiroler AK-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Berchtold, Adolf</persName>
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