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            <title type="main">Samstag, der 24. Juli 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band66_1982-07-24</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-24_01">Samstag, 24. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-24_02">Der Fachverband für Fahrzeugindustrie hat zu seinem 75-jährigen<lb/>
Bestehen auf Schloß Grafenegg eine Ausstellung Österreichische Auto<lb break="no"/>mobile einst und jetzt, leider nur bis zum 1. August, aufgebaut. Von der<lb/>
Steyr-Puch-Fahrradvertrieb hat Ing. <rs type="person" ref="#per__1137951">Ehn</rs> in Eggenburg das erste öster<lb break="no"/>reichische Motorrad- und Technikmuseum größtenteils mit seinen Exponaten<lb/>
gegründet. <rs type="person" ref="#per__1137951">Ehn</rs> hatte ich vor längerer Zeit schon versprochen, daß ich<lb/>
sein Museum einmal besuchen werde. Jetzt ergab sich eine günstige<lb/>
Gelegenheit durch eine vom Fachverband mit der Stadtgemeinde Eggenburg<lb/>
durchgeführte Besichtigungsfahrt. Außerdem wurde der erste österreichi<lb break="no"/>sche Motorrad- und Mopedwanderweg in der Eggenburger Gegend offiziell<lb/>
eröffnet. Drei Fliegen auf einen Schlag. Unser Pressereferent <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs><lb/>
hatte mit der Organisation nichts zu tun, dann aber doch mit seinem<lb/>
ganzen <choice><choice><sic>Werf</sic><corr>Verve?</corr></choice></choice> reingestürzt, weil die Einladung unzweckmäßig war, die notwen<lb break="no"/>digen Journalisten gar nicht verständigt wurden, so daß, wenn er es nicht<lb/>
in die Hand genommen hätte, sicherlich ein Drittel der sonst anwesenden<lb/>
Zeitungen und der ORF gekommen wären. Da die beiden größten österrei<lb break="no"/>chischen Mopederzeuger Puch und KTM, jeweils eins uns verkauftes Moped<lb/>
dorthin transportiert hatten, für die Journalisten sogar weitere 10<lb/>
für die Eröffnung des Mopedweges bereit standen, vor allem aber ein reger<lb/>
Motorradklub Eggenburg mit seinen Mitgliedern dort anwesend war, ergab<lb/>
sich eine ganz schöne Kolonne bei der Fahrt durch die Gegend. Der Fach<lb break="no"/>verbandsgeschäftsführer <rs type="person" ref="#per__140404">Kraus</rs> und die anwesenden ÖAMTC-Leute, die<lb/>
ja die Autoausstellung mitorganisiert hatten, waren über die verhältnis<lb break="no"/>mäßig große Beteiligung dann doch sehr zufrieden. <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> gebührt<lb/>
in dieser Beziehung wirklich Dank und Anerkennung. Bei der Presserund<lb break="no"/>fahrt war auch vom ÖAMTC <rs type="person" ref="#per__131314">Soche</rs> dabei, der dann unbedingt drängte, ich sollte<lb/>
für den zweiten Teil des Motorfahrweges einen ÖAMTC-Helm tragen. Da wir<lb/>
vorher von der Fa. <choice><choice><sic>Leld</sic><corr>Held?</corr></choice></choice>, dem einzig österreichischen Sturzhelmerzeuger aus<lb break="no"/>gestattet wurden, habe ich diesen ausdrücklich um seine Erlaubnis gefragt,<lb/>
da eben der ÖAMTC auch importierte Helme nur besitzt. Wegen des Gags<lb/>
habe ich aber absichtlich gemacht, um den ÖAMTC-Vertretern, insbesondere<lb/>
dem Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__122942">Schuchlenz</rs> zu erklären, jetzt könnte sich der ÖAMTC nicht<lb/>
mehr aufregen, wenn ich immer mit ARBÖ-Kapperln und sonstigen Ausrüstun<lb break="no"/>gen fahre. Die Gleichheit ist hergestellt, so behauptete zumindestens ich,<lb/>
obwohl ich sicherlich kaum mehr ÖAMTC-Klamotten anlegen werde, solange<lb/>
es sich nicht um eine ausgesprochene ÖAMTC-Veranstaltung handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-24_03">Bei der Pressekonferenz konnte ich auf die Bedeutung der Zweirad-, oder<lb/>
richtiger gesagt der einspurigen Fahrzeuge verweisen. Immerhin war 1980<lb/>
<pb n="66-0876" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-07-24_0876.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Produktion 1,7 Mrd. S, die allerdings dann infolge Exportrückgänge<lb/>
und auch Rückgang im Inlandsverkauf auf 1,4 Mrd. S 1981 zurückgefallen<lb/>
ist. Ich selbst bin überzeugt, daß es wieder eine Zweiradwelle kommen<lb/>
wird, natürlich wurde ich dann auch gefragt, was ein so ein Wander- oder<lb/>
Mopedweg überhaupt für einen Sinn hat, der ja doch über Straßen in der<lb/>
Eggenburger Gegend führt. Die einfachste Erklärung ist, daß es eine<lb/>
gute Idee von Ing. <rs type="person" ref="#per__1137951">Ehn</rs>, Leute zum Museumsbesuch einzuladen, der Motor<lb break="no"/>radklub Eggenburg kann sich dann auch um andere Klubs bemühen und Ge<lb break="no"/>meinschaftstreffen veranstalten, und letzten Endes ist es immer noch<lb/>
besser, man fährt ein bißchen in der freien Natur als ausschließlich<lb/>
in den Städten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-24_04">Überrascht war ich, daß in die Ausstellung Automobile einst und jetzt,<lb/>
wo vielleicht 2 Dutzend wie ich zugebe sehr interessante Objekte stehen,<lb/>
immerhin über 25.000 Besucher gekommen sind. Die Ausstellung kann leider<lb/>
nicht über den ganzen Sommer beibehalten werden, denn die Besitzer der<lb/>
alten Autos möchten an Rallyes teilnehmen und wollen so bald als mög<lb break="no"/>lich ihre kostbaren Gefährte wieder zurückbekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-24_05">Der ÖAMTC teilte mir auch mit, daß er eine Motorradrallye im 83er-Jahr<lb/>
nach Melk in NÖ bringen wird. Da an dieser größeren 2000 bis 3000<lb/>
Teilnehmer zu erwarten sind aus 12 Ländern, erscheint es mir vom Fremden<lb break="no"/>verkehr äußerst interessant. Ich habe zwar niemandem eine finanzielle<lb/>
Unterstützung zugesagt, ganz im Gegenteil immer wieder erklärt, daß das<lb/>
Handelsministerium keinerlei Budgetmittel hat, wohl aber zugesichert,<lb/>
daß die ÖFVW diese Aktivitäten mit Informationen versorgen und auch im<lb/>
Ausland entsprechende Informationen darüber geben wird. Ing. <rs type="person" ref="#per__1137951">Ehn</rs>, der<lb/>
das Motorradmuseum, und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__122942">Schuchlenz</rs> für den ÖAMTC waren dafür<lb/>
sehr dankbar.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-24_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die ÖFVW soll sich mit beiden ins Einver<lb break="no"/>nehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band66_1982-07-24_07">Das Schloß Grafenegg hat in den letzten Jahrzehnt den Besitzer gewech<lb break="no"/>selt und jetzt insgesamt schon an die 17 Mio. investiert. Das Schloß<lb/>
war von Russen besetzt und man überlegt allen Ernstes, durch den deso<lb break="no"/>laten Zustand bedingt, ob man es nicht abreißen sollte. Zum Glück<lb/>
ist diese Entscheidung in den 50 Jahren nicht getroffen worden. Jetzt<lb/>
wird dieses historische Schloß vortrefflich restauriert, Landesaus<lb break="no"/>stellungen, jetzt eine über Amsterdam, nicht gerade überwältigend, 1983<lb/>
oder 84 dann aber große Kaiserausstellungen vom Lande Niederösterreich<lb/>
<pb n="66-0877" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band66/66_1982-07-24_0877.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>resp. des Bundes wird dieses Schloß dann in seiner ganzen Herrlichkeit<lb/>
sehen. Die Zeit des Historismus, den man ja in der ersten Republik und<lb/>
dann vor allem anfangs der zweiten Republik abgelehnt hat, ist jetzt<lb/>
endgültig vorbei, nicht nur die Ringstraße, sondern auch solche Schlösser<lb/>
und Burgen, die um die Jahrhundertwende gebaut wurden, haben heute<lb/>
kunsthistorisch einen bedeutenden Platz im Ausstellungswesen, auch die<lb/>
Automobilausstellung ist durch den jetzt neu restaurierten freien<lb/>
Reitstall günstig in Grafenegg <choice><choice><sic>lotiert</sic><corr>loziert?</corr></choice></choice>. Typisch für das Schloß, auch wenn<lb/>
es um die Jahrhundertwende umgebaut wurde ist, daß in hunderten von<lb/>
Zimmern eine einzige Badeanlage existiert. Ich bewundere Leute die aus<lb/>
welchen Gründen immer bereit sind, solche alten Schlösser und Burgen zu<lb/>
kaufen und dann doch größtenteils mit ihren eigenen Mitteln zu restau<lb break="no"/>rieren und dann zu erhalten. Ob dies der ehemalige Handelsminister<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__133333">Illig</rs> in Schlaining, Burgenland war oder <choice><choice><sic><rs type="person" ref="#per__1137952">Graf Waretzky</rs></sic><corr>?</corr></choice></choice> in Grafenegg.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 24.7.1982</head>
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