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            <title type="main">Montag, der 12. Juli 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band65_1982-07-12</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_01">Montag, 12. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_02">Beim Jour fixe mit der Handelskammer gab es zuerst mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>,<lb/>
Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und mir eine Diskussion<lb/>
über die Sozialpolitik von <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist fest davon über<lb break="no"/>zeugt, nachdem er jetzt im Parteivorstand der ÖVP auf Ablehnung der<lb/>
Urlaubsverlängerung eingeschworen hat, daß die ÖVP in dieser Legisla<lb break="no"/>turperiode einem solchen Gesetz niemals zustimmen würde. Die Handels<lb break="no"/>kammer glaubt allen Ernstes, daß die SPÖ darauf verzichten wird, in<lb/>
dieser Legislaturperiode überhaupt noch ein Urlaubsverlängerungsge<lb break="no"/>setz einzubringen. Da behaupten ich, aber auch <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, daß er sich<lb/>
schwer irren würde, er möchte unbedingt mit mir darüber wetten, ist<lb/>
nicht bereit aber meinen üblichen Wetteinsatz 1l Milch zu akzep<lb break="no"/>tieren. Wenn schon Milch, dann mindestens 100 Liter. Für mich ist es<lb/>
gar keine Frage, daß gerade wenn die absolute Mehrheit der Sozialisten<lb/>
gefährdet erscheint, dann auf alle Fälle noch diese sozialpolitische,<lb/>
wie ich immer sage, Gleichstellung zwischen denen, die den Urlaub<lb/>
dringend brauchen, nämlich die Arbeiter und den jetzt schon größten<lb break="no"/>teils bessere Urlaubsbedingungen habenden Angestellten und ganz<lb/>
besonders die Beamten herbeizuführen. Der taktische Fehler war, daß<lb/>
die Handelskammer glaubte, mit dem absoluten Ablehnen, also einem<lb/>
sturen Nein ist der Unternehmerschaft am meisten gedient. Genau das<lb/>
Gegenteil trifft wieder einmal zu. Ein absolutes Nein enthebt zwar<lb/>
von der Mitverantwortung, aber, was noch viel schlimmer ist, auch von<lb/>
der Mitgestaltung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_03">Ich berichtete über die letzte GV der ÖFVW und daß es dort nicht ge<lb break="no"/>glückt ist durch Einspruch von LRat <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> die Kompromißlösung für<lb/>
die Satzung der ÖFVW zu beschließen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat sich darüber furcht<lb break="no"/>bar geärgert und erklärt, er wird mit <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> selbst reden und ge<lb break="no"/>hörig die Meinung sagen. Der Budgetausschuß hat das 83-er Budget in<lb/>
der Konzeption mit einer Erhöhung von 6 % ausgearbeitet, auch hier<lb/>
hat die Handelskammer zugestimmt, aber die Länder wollen auch darüber<lb/>
noch reden. Ebenso lehnen die Länder den Hauskauf in der Margareten<lb break="no"/>straße unbedingt ab, obwohl <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> alles daran setzten wird, daß<lb/>
wir dort bleiben. Wenn es zu keiner auch für den Bund akzeptablen<lb/>
Lösung kommt, müssen wir allerdings in die Hohenstaufengasse zurück<lb break="no"/>gehen. Bezüglich der Rotation, durch die Neubesetzung der Zweigstelle<lb/>
Paris ausgelöst, hat <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> eine persönliche Aversion gegen den der<lb break="no"/>zeitigen Zweigstellenleiter in New York, der jetzt nach Paris kommen<lb/>
sollte, Dr. <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wenn <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs> einmal in Wien ist, möchte ich<lb/>
mit ihm darüber reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_05">Die Brotpreisfestsetzung nach den Wünschen der AK und des ÖGB wird<lb/>
große Schwierigkeiten bereiten, die Handelskammer möchte natürlich<lb/>
die Forderung der Bäckerinnung und der Brotindustrie anstelle von<lb/>
70 Groschen 80 Groschen den Brotpreis zu erhöhen, gleichzeitig<lb/>
das Weckengewicht von 97 dkg auf 1 kg durchziehen. Ich hatte vor der<lb/>
Sitzung durch reinen Zufall den Vertreter der Landwirtschaftskammer<lb/>
Ing. <rs type="person" ref="#per__133902">Astl</rs> getroffen, der mir erklärt, die Landwirtschaftskammer hätte<lb/>
gar nichts dagegen, wenn der Brotpreis um 80 Groschen unter Anhebung<lb/>
des Auspackgewichtes <add>[auf]</add> 1 kg erhöht wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit Ing. <rs type="person" ref="#per__115003">Weihs</rs> und Sekr. <rs type="person" ref="#per__115583">Muhm</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bestätigte mir auch, daß ein Fixpreis für Brot deshalb schwie<lb break="no"/>rig sein wird, weil tatsächlich die Handelskammer mit AK und ÖGB<lb/>
vereinbart hat, daß nur bei Zucker ein Fixpreis fixiert wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_08">Ich informierte die Handelskammer über die Aussprache mit dem irani<lb break="no"/>schen Vizeölminister am Samstag und wir besprachen den Wunsch der<lb/>
Ölindustrie den Verbraucherpreis für Benzin zu erhöhen. Dr. <rs type="person" ref="#per__97787">Nouza</rs> von<lb/>
der Fa. Avanti hat mir mitteilen lassen, daß er unter gar keinen<lb/>
Umständen beabsichtigt die Benzinpreise den Multis dann anzupassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_09">Die EGKS-Stahlproduktenimporte wurden jetzt im Rahmen der EG neu ge<lb break="no"/>regelt. Die Handelskammer wird untersuchen, ob der Wunsch der eisen<lb break="no"/>erzeugenden Industrie in Österreich, VÖEST-Alpine, aber auch Felten<lb/>
&amp; Guilleaume auf Angleichen insbesondere auf Einbeziehung der Import<lb break="no"/>händler möglich ist. Die Handelskammer würde zwar formell der Stahl<lb break="no"/>industrie entgegenkommen, möchte aber materiell die Händler in ihrer<lb/>
weitestgehenden Freizügigkeit nicht beschränken. Im Falle eines<lb/>
handelskammerinternen Verfahrens, um einen gemeinsamen Standpunkt zu<lb/>
erarbeiten, fürchte ich, daß die Importhändler sich durchsetzen könnten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte von unserem Handelsministe<lb break="no"/>riumsstandpunkt genau untersuchen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_11"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> berichtet, daß jetzt bezüglich der CSSR-Nadelschnittholzimporte<lb/>
ein internes Handelskammerverfahren ergeben hat, daß durch Änderung<lb/>
<pb n="65-0828" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-12_0828.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der Ursprungszeugnisausstellung nichts zu erreichen ist. Die Exporte<lb/>
nach Italien werden meistens dann in die Levante weiterexportiert,<lb/>
hier brauchen die Exporteure gar kein Ursprungszeugnis, es genügen<lb/>
ihnen die in der EG vorgesehenen Warenverkehrsbescheinigungen. Der<lb/>
Fachverband der Sägeindustrie wird jetzt ein Antidumpingverfahren<lb/>
anstreben. Der Fachverband im Einvernehmen mit dem Handelsgremium hat<lb/>
jetzt den ehem. österreichischen Bundesforstedirektor <rs type="person" ref="#per__1137791">Kraml</rs> um ein<lb/>
Expertengutachten ersucht, wie weit die Veredelung, säumen, kappen<lb/>
usw. einen Veredelungsanteil von 25 % ergibt. Am liebsten wäre es der<lb/>
Handelskammer, wenn Schnittholz auf die Vidierungsliste käme, was<lb/>
ich gleich prinzipiell abgelehnt habe, da mir ein Ausdehnen der Vi<lb break="no"/>dierungsliste jetzt momentan nicht zielführend erscheint und dies<lb/>
gegenüber den Staatshandelsländern eine weitere Diskriminierung<lb/>
zumindestens optisch bedeuten würde. Die Handelskammer regt an, daß<lb/>
ich mit den Tschechen über eine Selbstbeschränkung der Schnittholz<lb break="no"/>exporte nach Österreich verhandeln sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Hält ihr so etwas für zielführend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_13"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> macht mich darauf aufmerksam, daß jetzt eine Nationalratsan<lb break="no"/>frage der Freiheitlichen bezüglich der Wirkungsweise des Bundesholz<lb break="no"/>wirtschaftsrates von mir beantwortet werden muß. Ich sollte an der<lb/>
jetzigen Konstruktion unter gar keinen Umständen etwas ändern. Dazu<lb/>
bin ich prinzipiell bereit habe aber dann doch den Antwortentwurf<lb/>
dahingehend geändert, daß ich diese Wünsche der Freiheitlichen, die<lb/>
in Wirklichkeit auf eine Entmachtung des Bundesholzwirtschaftsrates<lb/>
hinauslaufen, für Rundholz gibt er nämlich noch immer die Exportgeneh<lb break="no"/>migungen, den Interessensvertretungen zur Stellungnahme schicken werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_14">ANMERKUNG FUR <del>HAFFNER</del> <corr><rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs></corr>: Bitte nach Unterschrift die Interessensvertre<lb break="no"/>ter und den Bundesholzwirtschaftsrat davon verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_15">Meine Anfragebeantwortung an die Kärntner ÖVP-Abgeordneten, <rs type="person" ref="#per__1137792">Paulitsch</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112149">Gorton</rs>, bezüglich des Kärntner-slowenischen Abkommens wird von der Handels<lb break="no"/>kammer im Prinzip auch akzeptiert, sie möchte nur besonders heraus<lb break="no"/>streichen, daß meine Andeutung, daß die Jugoslawen im kleinen Grenz<lb break="no"/>verkehr jetzt nicht nur den personellen sondern den von Betrieb zu<lb/>
Betrieb gehenden einbezogen haben wollen, von der Handelskammer nicht<lb/>
akzeptiert würde. Ich erklärte nach wie vor, daß es der Wunsch der<lb/>
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doch erwähnen müsse.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_16">Die Handelskammer wehrt sich ganz entschieden, daß bei Gruppenaus<lb break="no"/>stellungen wie die polygraphische Importfirma Ettenauer, die in Öster<lb break="no"/>reich alle Betriebe versorgt und gleichzeitig auch auf ausländischen<lb/>
Märkten auftritt, bei einer Gruppenausstellung in den Österr.-Pavillon<lb/>
zugelassen wird. Die Handelskammer steht nach wie vor auf dem Stand<lb break="no"/>punkt, daß die Subventionen, die österreichische Aussteller für<lb/>
Beteiligung für Gruppenausstellungen auf ausländischen Messen bekommen,<lb/>
nur den österreichischen Produkten zugute kommen dürfen. Sie glaubt<lb/>
nicht, daß tatsächlich die Schweizer Importfirmen bei solchen<lb/>
Gruppenausstellungen einbeziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Firma Ettenauer verständigen und<lb/>
eine diesbezügliche Stellungnahme, wie die Schweizer es wirklich<lb/>
handhaben, ersuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_18">Ich informiere die Handelskammer über die Umweltschutz-, Staub- und<lb/>
Entschwefelungsauflagen aufgrund der Dampfkesseldurchführungsverord<lb break="no"/>nung und des Forstgesetzes. Die Handelskammer erwartet eigentlich<lb/>
nicht, daß ich mich bezüglich der Grenzwerte durchsetzen kann. Sie<lb/>
wird die Verordnung dahingehend genau prüfen. Dagegen habe ich gar<lb/>
nichts einzuwenden, kritisiere aber gleichzeitig, daß manche österr.<lb/>
Wirtschaftsbundleute, insbesondere der ehem. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs>, heute<lb/>
grüner als manche Grünen erscheinen wollen, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, der <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> ja<lb/>
immer als seinen Zögling betrachtet und auch so behandelt hat, ist<lb/>
innerlich, wie man ihm ansieht, darüber sehr unglücklich. Er meint<lb/>
nur entschuldigend, <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> wird dafür in Wien der absolute Mehrheit<lb/>
der Sozialisten brechen. Ich kann dies zwar nicht ausschließen,<lb/>
bin aber der Meinung, daß dies nicht durch die extreme grüne Welle,<lb/>
die er jetzt vertritt, möglich sein wird. Ohne daß ich es natürlich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sage, liegt ein solcher Mißerfolg ausschließlich bei den<lb/>
Fehlern der Wiener Gemeindeverwaltung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_19">Beim Journalistenfrühstück berichtet <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> sowohl über die Sommerprog<lb break="no"/>nose als <add>[auch]</add>, für mich sehr überraschend, den Mikrozensus. Bis jetzt war<lb/>
es immer üblich, daß die dafür eingeladenen Vertreter des österr.<lb/>
Statistischen Zentralamtes darüber referieren, dies war <rs type="person" ref="#per__1137793">Gerald Husa</rs>,<lb/>
auch für die Sommerprognose war vom Wirtschaftsforschungsinstitut<lb/>
<pb n="65-0830" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-12_0830.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der neue Fremdenverkehrsreferent Dr. <rs type="person" ref="#per__133327">Smeral</rs> geladen, der aber auch<lb/>
nichts sagen wollte. Beide sind verhältnismäßig neu und kennen daher<lb/>
nicht mein System, wer arbeitet, soll auch referieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte in Hinkunft auf diesen Grundsatz wei<lb break="no"/>testgehend achten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_21">In der Diskussion wurde selbstverständlich dann gefragt, was das<lb/>
Handelsministerium unternimmt, um die negative Sommerprognose -0,6<lb/>
Nächtigungsrückgang, wobei die Ausländer mit -0,9 den Ausschlag geben,<lb/>
Inland wird ja +0,3 sein, dagegen zu unternehmen gedenkt. in Wirklich<lb break="no"/>keit kann es dabei nur mehr jetzt um Nachsaisonaktivitäten der ÖFVW<lb/>
gehen, stabiles Wetter, wunderschöner Herbst usw. Wenn es nicht zu<lb/>
kurzfristigen zusätzlichen Buchungen kommt, kann man langfristig auf<lb/>
den Sommer keinerlei Einfluß mehr nehmen. In immer stärkerem Maße<lb/>
glaube ich aber wird gerade im Sommer, wo man jederzeit genügend<lb/>
Quartiere bekommt, kurzfristige Urlaubsentscheidungen eine größere<lb/>
Rolle spielen. Dies bedeutet allerdings, daß wenn man so wie jetzt in<lb/>
den letzten drei Wochenende wo ich ein bißchen Wanderbares Österreich<lb/>
praktizierte und immer wieder naß wurde, daß das Wetter nach wie<lb/>
vor den größten Einfluß auf die Urlaubsentscheidung hat. Da noch immer<lb/>
der größte Teil der Reisenden mit ihren eigenen Autos kommt, wird<lb/>
diese Beweglichkeit immer dazu führen gegebenenfalls fluchtartig das<lb/>
Österreichquartier zu verlassen und sich in den Süden zu begeben, in<lb/>
der Hoffnung, daß dort ein schöneres und stabileres Wetter ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_22">SC <rs type="person" ref="#per__127070">Pickl</rs>, hauptberuflich bei der Volksanwaltschaft, nebenberuflich<lb/>
Präsident des Kuratoriums für alpine Sicherheit, und insbesondere<lb/>
deren Generalsekretär Dr. <rs type="person" ref="#per__127069">Rakovsky</rs> berichteten wieder über ihren<lb/>
neuen Tätigkeitsbericht und die Kapruner Gespräche, diese gehen<lb/>
vor 10 Jahren von der AK Salzburg angeregt in Analysen auf die Berg<lb break="no"/>unfälle ein. Das Kuratorium arbeitet wirklich ohne größere Unter<lb break="no"/>stützung, hätten sie ein eigenes Büro müßten sie mindestens den<lb/>
10 fachen Betrag an Subventionen bekommen, derzeit erhalten sie<lb/>
300.000,–– und ich habe ihnen im Prinzip zugesagt, daß dies so blei<lb break="no"/>ben sollte, worüber diese zufrieden und in Wirklichkeit auch sehr<lb/>
dankbar sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_23">GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> berichtet mir, daß er fürchtet, die ESSO würde als erste<lb/>
den Benzinpreis erhöhen. Wenn also ein Multi oder vielleicht sogar<lb/>
alle Multis vorangehen, dann muß auch, so meinte <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, die ÖMV nach<lb break="no"/><pb n="65-0831" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-12_0831.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ziehen. Von finanziellem Standpunkt sei dies auch unbedingt notwendig,<lb/>
durch die Rabattgewährung für Heizöl kämen sie immer tiefer in die<lb/>
roten Zahlen, größere Geldmittel bräuchte er unbedingt, um die<lb/>
Petrochemie zu sanieren. Bei PCS in Schwechat, aber auch bei Danubia,<lb/>
wo <add>[er]</add> jeweils zu 50 % beteiligt ist möchte er jetzt resp. muß er die<lb/>
anderen Partner insbesondere Chemie Linz ausbezahlen. GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs><lb/>
von Chemie Linz stellt sich vor, dafür den Buchwert von 200 Mio. S<lb/>
ersetzt zu bekommen. Bei der jetzigen Bilanz mußte die ÖMV schon<lb/>
500 Mio. S Rücklagen auflösten und ins Kapital umbuchen. Die Behaup<lb break="no"/>tung der ÖIAG, daß dafür andere Rücklagen gebildet werden konnte, be<lb break="no"/>streitet <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> auf das entschiedenste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte klär dies mit der ÖIAG.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_25">Ich informiere GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> über den Wunsch der iranischen Regierung, daß<lb/>
jetzt auch mit Österreich der seinerzeitige Vertrag noch vom Schah<lb/>
abgeschlossen auf Gasexploration liquidiert werden sollte. Die Fa.<lb/>
EGOKO wäre aufzulösen resp. als Entschädigung dafür eine entsprechende<lb/>
Ölmenge zu besonders günstigen Konditionen angeboten. Angeblich haben<lb/>
alle anderen Staaten Frankreich, Italien, Spanien bereits mit Iran<lb/>
einen diesbezüglichen vertrag. GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> wird sich erkundigen, er ist<lb/>
auch der Meinung, es sollte das Ganze liquidiert werden. Telefonisch teilt<lb/>
er dann allerdings mit, daß die anderen Staaten auch noch nicht abge<lb break="no"/>schlossen haben, sondern sich eben in Verhandlung befinden, die die<lb/>
ÖMV jetzt neuerdings wieder aufnehmen wird.<lb/>
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Handelsministerium auch im nächsten Jahr Aluminiumexporte als <choice><choice><sic>autotive</sic><corr>automotive</corr></choice></choice><lb/>
Teile anerkennen sollte. Da zwischen dem Finanzministerium und der<lb/>
VW-Werke-Dir. <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> vereinbart wurde, daß Aluminiumlegierungen<lb/>
als <choice><choice><sic>autotive</sic><corr>automotive</corr></choice></choice> Teile anerkannt werden sollen, erscheint mir als nächster<lb/>
Schritt, bis dann endgültige Aluminiumfertigteile geliefert werden<lb/>
können, dieser Weg gangbar. Voraussetzung dafür ist, daß tatsächlich<lb/>
die Aluminiumlegierung geprüft wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die notwendigen Vereinbarung jetzt<lb/>
mit dem Finanzminister besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_28">Die Fa. Ifes hat vom Jubiläumsfonds der OeNB entsprechende Mittel be<lb break="no"/>kommen und macht jetzt eine Umfrage über Wirtschaftsberichterstattung<lb/>
<pb n="65-0832" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-12_0832.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>In unzähligen Fragen wurde ich interviewt was ich von der Wirtschafts<lb break="no"/>berichterstattung der Medien sowohl print, wie es neudeutsch heißt,<lb/>
also den Zeitungen und ORF halte. Mir erschien ein einziger Punkt<lb/>
wichtig, zuerst sollte man immer objektivst den Tatbestand darstellen<lb/>
und dann erst den Kommentar des Redakteure dazugeben. Bei uns geschieht<lb/>
meistens eine Vermischung wobei die objektive Berichterstattung oft<lb/>
sehr zu wünschen läßt. Natürlich wird das sicherlich von den Redak<lb break="no"/>teuren auf das entschiedenste bestritten, so wie überhaupt Wirtschafts<lb break="no"/>berichte in den Massenmedien gegeben werden. Wenn negative Ereignis<lb break="no"/>se vorliegen, dann kann man mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Be<lb break="no"/>richterstattung erwarten, positive sind meistens als uninteressant<lb/>
kaum erwähnt. Ich bin jetzt über 12 Jahre Handelsminister, ich kann<lb/>
mich nicht erinnern, daß ich jemals interviewt wurde und jetzt, wenn<lb/>
man so will, gleich zweimal innerhalb kürzester Zeit. Einmal Dr. <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs><lb/>
von der Energiesektion für Univ.-Prof. <rs type="person" ref="#per__112994">Bruckmann</rs> und jetzt von <rs type="person" ref="#per__1137794">Klocker</rs><lb/>
für die Fa. Ifes. Fast würde ich sagen, jetzt muß wieder einmal Ruhe<lb/>
sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_29">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> hat in Österreich, wie er mir dann bei einer Vor<lb break="no"/>sprache in der DDR-Botschaft mitteilte, in Österreich Urlaub gemacht.<lb/>
Er möchte, bevor er nach Berlin zurückfährt noch mit mir sprechen,<lb/>
weshalb <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> mich diesbezüglich ersuchte. Sie waren sehr positiv<lb/>
überrascht, als ich sogar in ihre Botschaft kam, anstelle von Blumen,<lb/>
erklärte ich, bringe ich lieber den so sehr von <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> gewünschte Tee.<lb/>
In Wien bei <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs>, Vizepräsident der Handelskammer, sagt <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs>,<lb/>
gibt es die meisten und besten Teesorten, worüber er sich sehr freute.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_30">Die DDR ist keinesfalls, wie von österreichischen Zeitungen und auch<lb/>
manchen Instituten immer wieder berichtet wird, pleite, im Gegenteil<lb/>
hat aus dem deutsch-deutschen Verkehr die DDR im vergangenen Jahr<lb/>
700 Mio. DM positiv abgeschlossen, auch die bezweifelten Exportstei<lb break="no"/>gerungen sind tatsächlich eingetreten. Auf der österreichischen<lb/>
Entwicklung kann ich dies auch wirklich nur bestätigen. Ich habe mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> gesprochen, ob es nicht zweckmäßig wäre, wenn die DDR ein oder<lb/>
zwei Leute nach Berlin einladen würden, damit sie sich an Ort und<lb/>
Stelle mit den Statistikern und Prognostikern unterhalten können, wie<lb/>
sich die DDR-Außenhandelspolitik wirklich entwickelt hat oder noch<lb/>
entwickeln wird. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> wird dies prüfen und mir entsprechende<lb/>
Information zukommen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_31">Auch im nächsten Jahr wird die DDR dieselben Importe an Konsumgütern<lb/>
durchführen 70 Mio. S Schuhe und dazu noch Kleinlederimporte, das sind<lb/>
Taschen und solche Sachen und insbesondere die selben Textilimporte.<lb/>
Insgesamt hat dieser Konsumgüterimport fast 1 Mrd. S ausgemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_32">Ich intervenierte daher sofort für die Fa. Schoeller Textil Hart<lb/>
bezüglich Veredelung von Kammzügen, Fa. Jenny-Schindler, Telfs,<lb/>
36 Mio. S Lohnaufträge. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> meinte er kenne diese zwei Fälle er<lb/>
sei daran schuld, weil er dies nicht vor dem Urlaub erledigt hat,<lb/>
insgesamt werden also noch zusätzliche Veredlungsaufträge für 100 Mio.<lb/>
S nach Österreich gegeben, bezüglich der Firmen wollte er sich nicht<lb/>
binden, wird aber beide genau prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Schoeller und Jenny-Schindler sofort<lb/>
verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_34">Bezüglich der gewünschten Garnexporte für 145 Mio. S TAG, Textilge<lb break="no"/>sellschaft Landeck, sagte er mir auch eine diesbezügliche Prüfung zu,<lb/>
wollte sich aber nicht so weit binden, als bei den Lohnspinnaufträgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Fa. TAG soll sich neuerdings an den DDR-<lb/>
Handelsrat resp. Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs>, der dabei war, wenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_36">Bezüglich des Interventionswunsches der Fa. Achleitner, Wörgl, Aufbau<lb/>
auf 1.000 Stk. LKW für Lieferungen der DDR nach Irak er 230 Mio. S<lb/>
sieht <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> eine große Möglichkeit. Sie liefern tausende LKW <choice><choice><sic>nach</sic><corr>in</corr></choice></choice> den<lb/>
Irak, der Irak zahlt auch jetzt wieder sehr gut er dürfte daher nicht<lb/>
zuletzt um die befürchtete Invasion des Irans abwehren zu können von<lb/>
anderen arabischen Staaten der <choice><choice><sic>Golfaera</sic><corr>?</corr></choice></choice>, insbesondere aber von den<lb/>
Saudis entsprechende finanzielle Unterstützung bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_37">Zum Glück hatte ich Samstag von Dir. <rs type="person" ref="#per__123768">Preschern</rs> der Intertrading Detail<lb break="no"/>informationen über die Rohölverarbeitung der Iraner bekommen. Dadurch<lb/>
war ich gar nicht überrascht, daß mir <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> mitteilte, sie haben 500.000<lb/>
to der ersten Mio. abgenommen und sind auch bereit von der zweiten Mio.,<lb/>
falls die Iraner sich darüber mit der Intertrading einigen, 300.000<lb/>
zu übernehmen. Das Heizöl schwer wird dann entweder über die VÖEST-<lb/>
Alpine direkt oder über Gaskoks nach Österreich zurückexportiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_38">Die DDR hat heuer 55.000 to Getreide gekauft, für das Jahr 1983<lb/>
könnten sie 150.000 to übernehmen. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> wird mir auch diesbezüglich Mit<lb break="no"/>teilung machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte wenn dies vorliegt, Landwirtschaftsmini<lb break="no"/>sterium dann verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_40">Bezüglich der Wünsche der Bauwirtschaft in Berli auch Industriebauten<lb/>
und gegebenenfalls Hotels errichten zu können, werden im August in Berlin<lb/>
mit den österreichischen Baukonsortium Verhandlungen durchgeführt<lb/>
werden. Auf Drittmärkten insbesondere Amerika und Afrika gibt es dann<lb/>
dort große Baumöglichkeiten. Ich erklärte einmal mehr, daß ich mich<lb/>
über die letzte Entscheidung, welche Baufirmen von der DDR zu einer<lb/>
gemeinsamen Firma aufgefordert werden, nicht einmische kann und<lb/>
will mir erscheint es nur dringendst notwendig, daß man jetzt, so wie<lb/>
dies auch in anderen Staatshandelsländern geschieht, mit der DDR<lb/>
zwischen den österreichischen Firmen und Berlin zu einer diesbezüg<lb break="no"/>lichen endgültigen Regelung kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_41">Im Donaueuropäischen Institut wird der Präs. der Außenhandelsbank<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__1137795">Polze</rs> ein Referat halten, um über die tatsächliche finanzielle<lb/>
Situation der DDR, die nicht schlecht ist, zu sprechen. Diesbezügliche<lb/>
Kritiken und Bedenken, die z.B. auch in Japan aufgetreten sind, hat<lb/>
er dort auch bei seinem Vortrag aufklären können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_42"><rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> lädt mich mit Schreiben zur offiziellen Leipziger Messe ein,<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, den er dann anschließend abends besuchte, hat bereits<lb/>
seinen Messebesuch zugesagt, ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> sofort, daß ich nicht<lb/>
an jeder Messe in Leipzig anwesend sein kann. Dies sieht er ein, wird<lb/>
dies auch noch einmal in Berlin genau prüfen und mir dann persönlich<lb/>
Bescheid sagen, ob ich kommen sollte oder nicht. Mit dieser Vorgangs<lb break="no"/>weise bin ich sehr einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_43">Beim Abendessen des Bundespräsidenten für den Präs. der Rep. Burundi<lb/>
einem der 5 ärmsten Staaten Afrikas, sind nur der Minister <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>, der<lb/>
jetzt den Außenminister vertritt, und ich, ansonsten nur Beamte. Für<lb/>
mich ist es nach wie vor selbstverständlich, daß wenn ich irgendwie<lb/>
Zeit habe, die Einladung des Bundespräsidenten akzeptiere, auch dann,<lb/>
wenn es mich gar nicht freut. Von Burundi importieren wir nur Kaffee,<lb/>
dies auch nicht direkt, mit dem begleitenden Wirtschaftsminister, <del>für</del><lb/>
<pb n="65-0835" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-12_0835.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der allerdings für Energie und Bergbau zuständig ist, bespreche ich<lb/>
die Möglichkeiten von Direktimporten. Bei Kaffee ist dies sicherlich<lb/>
nicht möglich, anders dagegen bei gewissen Mineralien, hier möchte<lb/>
Burundi Direktkontakt mit der Fa. Treibacher Chemische Werke und<lb/>
ev. VÖEST-Alpine.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_44">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Austromineral verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_45">Der burundische Botschafter hat seien Sitz in Genf kommt, aber gelegent<lb break="no"/>lich 3- bis 4-mal im Jahr nach Wien. Er wird sich mit dem Handelsmini<lb break="no"/>sterium ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-12_46">Botschafter <rs type="person" ref="#per__116049">Reisch</rs>, der in Nairobi den Sitz hatte und in Burundi nur<lb/>
mitakkreditiert war, hatte dieses Land nur ein- oder zweimal besucht,<lb/>
zu seiner Zeit wurde nämlich von dem damals herrschenden und auch<lb/>
jetzt noch an der Macht befindlichen Stamm der Tutsi der andere<lb/>
Stamm bei einem Aufstand fast ausgerottet. Über 100.000 Menschen<lb/>
wurden damals ermordet. Was wirklich in dem Schwarzafrika vorgeht, weiß<lb/>
man nicht und nimmt dies auch in den seltensten Fällen, wenn es dann<lb/>
passiert, bewußt zur Kenntnis. Die wirtschaftliche Abhängigkeit dieser<lb/>
Länder von den Industrienationen ist ungeheuer stark, die Transportmög<lb break="no"/>lichkeiten aber in diesem Zentralafrika sehr beschränkt, im Prinzip<lb/>
ist daher die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Idee dort eine Infrastruktur ähnlich dem Mar<lb break="no"/>shallplan aufzubauen richtig. Bis jetzt hat sich halt nur niemand<lb/>
gefunden, der die notwendigen Mittel dafür vorstreckt. In diesen Ländern<lb/>
gibt es daher oft zu wenig Lebensmittel, was sich sonst dort alles<lb/>
noch ereignet, kann man kaum erfahren. Präs. <rs type="person" ref="#per__1137796">Bagaza</rs> wird zwar mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch noch diesbezügliche Gespräche führen, vom österreichi<lb break="no"/>schen Entwicklungshilfeprogramm wird er sicherlich ein klein wenig<lb/>
abbekommen, die große Konzeption <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dort entsprechende Bahnen<lb/>
zu errichten, <add>[damit]</add> die Transporte überhaupt angekommen und größere Massen<lb break="no"/>güter dorthin transportiert werden können, wird sicherlich nicht ver<lb break="no"/>wirklicht werden.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 12.7.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>SC, Dir. Volksanwaltschaft; Falschidentifikation?</occupation>
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               <occupation>GD Stickstoffwerke/Chemie Linz</occupation>
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