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            <title type="main">Freitag, der  9. Juli 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band65_1982-07-09</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_01">Freitag, 9. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_02">Im SPÖ-Präsidium auf der Landstraße berichtete der neue Bezirksvorste<lb break="no"/>her <rs type="person" ref="#per__144759">Reviczky</rs> über seine bisherige Tätigkeit. Jeder neue Bezirksvorsteher<lb/>
hat seinen eigenen Stil und vor allem eine eigene Arbeitsmethode.<lb/>
Das Büro des Bezirksvorstehers müßte sich sehr diesem anpassen oder<lb/>
es kommt, wie es auch in anderen Bezirken geschah, zum Austausch des<lb/>
Bezirksamtsleiters.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_03"><rs type="person" ref="#per__144759">Reviczky</rs> war lange Zeit Bezirksrat, kennt daher die Einzelprobleme<lb/>
des Bezirkes, der Bezirksvorsteher hat, und das ist ja wirklich seine<lb/>
wichtigste Aufgabe, zu versuchen, die kleinen Probleme für die davon<lb/>
betroffenen Landstraßer Bürger allerdings das große Problem zu lösen.<lb/>
Landesparteisekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs>, der eine neue Umfrage über die Ge<lb break="no"/>meinde Wien besitzt, berichtet darüber, daß auch dort die kleinen Pro<lb break="no"/>bleme das ausschlaggebende sind. Nicht die Frage eines Großprojektes<lb/>
interessiert den Wiener Bürger, sondern warum der Kanaldeckel noch<lb/>
immer scheppert, obwohl er sich darüber schon monatelang aufregt,<lb/>
ärgert, und vielleicht sogar im einen oder anderen Fall sogar einen<lb/>
politischen Mandatar darauf aufmerksam gemacht hat. Für mich ist<lb/>
dies nur eine neuerliche Bestätigung meiner alten Theorie, um die Klei<lb break="no"/>nigkeiten muß man sich bei den Leuten kümmern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_04">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB wird festgehalten, daß bezüglich der<lb/>
Frage der Einweggebinde die bereits 1980 bestehende ARGE bei SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs><lb/>
reaktiviert wird. Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hatte nämlich die Absicht, daß sie der<lb/>
VKI dieses Problems annehmen sollte, alle waren einig, daß er daran<lb/>
mitzuwirken hat, aber daß unbedingt beim Handelsministerium die Feder<lb break="no"/>führung bleibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_05">Ich referierte über den Wunsch der Bäckerinnung und Brotindustrie<lb/>
den Wecken Brot von 97 dkg auf 1 kg zu erhöhen, wobei allerdings die<lb/>
Preiserhöhung anstelle der vorgesehenen 70 Groschen, 80 Groschen be<lb break="no"/>tragen sollte. AK und ÖGB lehnen entschieden ab, sind aber der<lb/>
Meinung man könnte zusagen, aß wenn die Grundpreisverordnung kommt<lb/>
der Wecken ausgenommen wird. Bezüglich des Wunsches einen Fixpreis<lb/>
der amtlichen Preisregelung festzulegen, verweist Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> darauf,<lb/>
daß zwischen ÖGB und AK auf der einen Seite und der Handelskammer<lb/>
auf der anderen eine Vereinbarung besteht, daß nur für Zucker ein<lb/>
Fixpreis festgesetzt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_06">Die von Dr. <rs type="person" ref="#per__126931">Einem</rs>, AK, gewünschte ABGB-Novelle, wonach die Gastwirte<lb break="no"/>haftung, wie das Justizministerium es verlangt, von derzeit 3.000 S<lb/>
auf 40.000 S hinaufgesetzt werden soll, wird von mir ganz entschieden<lb/>
abgelehnt. Dem schließt sich auch Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> an und letzten Endes<lb/>
wird vereinbart, daß auf keinem Fall vor den Nationalratswahlen diese<lb/>
Novelle in die Begutachtung gehen sollte. Das Justizministerium<lb/>
steht auf dem Standpunkt der Europarat hat ein internationales Über<lb break="no"/>einkommen vorgesehen, wo eine Erhöhung notwendig wäre, AK möchte 25.000,<lb/>
die Handelskammer hätte 6.000 S, schon aufgrund der Indexentwicklung<lb/>
werden es aber 12.000 S zugestanden. Dr. <rs type="person" ref="#per__126931">Einem</rs> muß aber zugeben, daß<lb/>
in der Praxis keine Fälle bekannt sind, wo nicht eine Kulanzlösung<lb/>
von Seiten der Gastwirte oder der Versicherung dieses leidige Problem<lb/>
positiv erledigt wurde. Die Versicherung würde eine vielfache Prämien<lb break="no"/>erhöhung durchführen und verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte nächsten Ministerrat mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_08">Die Ausverkaufsverordnung wird im Herbst im Parlament, da es sich ja<lb/>
um keine echte Verordnung sondern um eine Gesetzesstufe handelt zu<lb/>
beschließen sein, AK und ÖGB stimmen zu, als Kompensation wird dafür<lb/>
die Hinterlegung der Geschäftsbedingungen vorgesehen und sie gegen<lb/>
einen Mustervertrag der der Standard sein soll abweicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_09">Der Wunsch von NR <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> als Obmann der Chemiearbeiter einen gespalten<lb/>
Gaspreis in Hinkunft festzulegen, wird genau noch geprüft, AK und ÖGB<lb/>
haben zwar Verständnis, daß die chemische Industrie billigeres Gas<lb/>
bekommen sollte, möchten aber doch verhindern, daß dafür die Konsumen<lb break="no"/>ten mehr belastet werden, da es sich um ein Oberösterreichisches Pro<lb break="no"/>blem handelt, bis Mai 83 die Gaspreisvereinbarung mit der RAG gilt,<lb/>
wird vorerst die AK OÖ damit beschäftigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte laß Dich über den Vorgang informie<lb break="no"/>ren.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_11">AK und ÖGB haben mir der Ölindustrie wegen Benzinpreise Kontakte<lb/>
gehabt, Heizöl-schwer-Preis muß um weitere 100 bis 150 S durch einen<lb/>
Sonderrabatt auf 3.150 bis 3.200 S gesenkt werden ebenso ist der Heizöl<lb/>
leicht und Bitumenpreis geläufig. Die Ölfirmen rechnen daher mit einer<lb/>
Erhöhung des Benzinpreises, keine will allerdings beginnen, jede<lb/>
wartet bis die andere anfängt. Ing. <rs type="person" ref="#per__97787">Nouza</rs>, Inh. der Fa. Avanti, derzeit<lb/>
<pb n="65-0818" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-09_0818.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schon 8 bis 9 % Marktanteil erklärt als Diskonter, er bleibt bei seinen<lb/>
Preisen. Avanti hat auch bei Heeresausschreibung von 55 Firmen, die Anbote<lb/>
erstellten, das billigste gelegt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_12">Einige Stahlfirmen wünschen, daß das Einfuhrscheinverfahren für<lb/>
Stahlprodukte dem EGKS-Verfahren angeglichen wird, dort ist jetzt<lb/>
eine Prüfung auch der zweiten Qualität vorgesehen und ein Rückschein<lb break="no"/>verfahren ergibt eine gute Kontrollmöglichkeit insbesondere die österr.<lb/>
Stahlfirma Felten &amp; Guilleaume wünscht eine ähnliche Regelung, eben<lb break="no"/>so die VÖEST-Alpine.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß die Details sofort prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_14">Ölfirmen wollen jetzt eine spezielle Regelung des Schwefelanteils<lb/>
bei Heizöl schwer aus Ostimporten und sonstigen Lagern aufgrund der<lb/>
Krisenbevorratung könne die Obergrenze für Schwefel mit 1.1.83<lb/>
3 % nur dann eingehalten werden, wenn schwefelärmeres beigemischt wird.<lb/>
Dies kostet nur viel Geld ist aber technisch ohne weiteres möglich. ich<lb/>
berichte über die Verhandlungen bezüglich Schwefelemissionen bei<lb/>
Dampfemissionen bei Dampfkesseldurchführungsverordnung und Imissions<lb break="no"/>problem beim Forstgesetz. AK und ÖGB teilen meinen, wie ich glaube<lb/>
richtigen Standpunkt bei Neuanlagen den Umweltschützern entsprechend<lb/>
entgegenzukommen, die Altanlagen muß man aber auslaufen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_15">Auf Wunsch von AK und ÖGB berichte ich über die Verhandlungen mit<lb/>
Bauknecht. Der Bericht wird zu Kenntnis genommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_16"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet, daß jetzt die Prognose für die Leistungsbilanz<lb/>
sehr verschieden ist. Das WIFO rechnet mit 1 Mrd. S, das Institut für<lb/>
Höhere Studien 9 Mrd., die OeNB mit 13 Mrd. Tatsächlich ist in den<lb/>
ersten 5 Monaten das Leistungsbilanzdefizit von 9 Mrd. vom Vorjahr auf<lb/>
700 Mio. in diesem Jahr zurückgegangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_17">Bezüglich der Verschuldung des Westens gegenüber den Oststaaten wird<lb/>
festgestellt, daß Großbritannien, Frankreich die größten Kredite der<lb/>
SU gegeben haben. Auch Deutschland hat sich dort mehr engagiert.<lb/>
Österreich ist mehr bei den kleineren Oststaaten Polen, DDR und<lb/>
Ungarn Gläubiger. Die 11 Unterhändler für die 450 westlichen Banken<lb/>
sind zu keinem positiven Ergebnis bezüglich der weiteren Kreditge<lb break="no"/>währung oder Stundung von Rückzahlungen der Polen gekommen. Die SU<lb/>
<pb n="65-0819" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-09_0819.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kann heute auch für die Oststaaten immer schwerer einspringen, da sie<lb/>
selbst einen Auslandskreditwunsch bei der Bank für internationalen<lb/>
Zahlungsausgleich ersucht hat obwohl sie kein Mitglied der BITS ist.<lb/>
Wenn die Polenumschuldung nicht zustande kommt und Österreich dann<lb/>
eine Lösung seiner Kredite finden muß, wird es erstens notwendig sein<lb/>
ein Bankenbilanzbereinigungssanierungsgesetz zu beschließen, <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs><lb/>
lehnt eine Lösung wie seinerzeit bei der Länderbank, wo die OeNB auf<lb/>
die Rückzahlung eines Kredites an die Weltbank von seiten des Bundes<lb/>
verzichtet und für diese Beträge der Länderbank zur Verfügung gestellt<lb/>
werden ab. Eine solche Möglichkeit gibt es heute nicht mehr. Zweitens<lb/>
müßte wahrscheinlich der Bund eine Garantie für 2 Mrd. S zusätzlich<lb/>
übernehmen. Über diese Lösung ist aber mit der Österr. Kontrollbank und<lb/>
dem Finanzminister noch keinesfalls endgültig entschieden. Finanzmi<lb break="no"/>nister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat mir nur nach dem letzten Ministerrat gesagt, daß<lb/>
darüber Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> entsprechende Gespräche führt resp.<lb/>
führen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Laß bitte darüber laufend Informationen ein<lb break="no"/>holen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_19">Der Kapitalmarktausschuß hat jetzt nach stundenlangen Verhandlungen,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet, den Wunsch der öffentlichen Hand eine Anleihe<lb/>
von 2 1/2 Mrd. S aufzulegen, sich auf 1,3 Mrd. bei unveränderten Zins<lb break="no"/>sätzen und Konditionen geeinigt. Die OeNB ist zu Swap-Operationen<lb/>
bereit, allerdings nicht in der großen Höhe 11 1/2 Mrd. S im Juni der<lb/>
Devisenstand ist günstig, 67 Mrd. im Vorjahr ist jetzt auf 78 Mrd.<lb/>
wieder angestiegen wird allerdings jetzt durch die Reisesaison und<lb/>
sonstige Ausgaben wahrscheinlich auf 72 Mrd. zurückgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_20">Die Meinungsumfrage zeigt das erwartete negative Bild für die SPÖ<lb/>
auch beim <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>-Institut. SPÖ von 44 % im Mai auf 39 %, also 5 %<lb/>
zurückgegangen, ÖVP mit 26 % ziemlich unverändert die FPÖ hat ein<lb/>
1/2 % auf 8 % dazugewonnen, die Grünen sind erstmals mit 4 1/2 %<lb/>
vertreten, in Wien sogar mit 6 %. Stark gestiegen sind nach wie vor<lb/>
die Unentschlossenen. Damit haben jetzt drei Meinungsforschungsinsti<lb break="no"/>tut IMAS, SWS und sicherlich auch IFES dieselben Trends gezeigt, durch<lb/>
die Diskussion über das Konferenzzentrum, deren gelungene Offensive von<lb/>
Seiten der ÖVP haben die Sozialisten entsprechende Stimmenverluste<lb/>
derzeit zu verzeichnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_21">Die Firma WEBRA in Enzesfeld erhielt das Dekret zur Führung des<lb/>
Staatswappens dort werden Modellmotore und Fernlenkanlagen herge<lb break="no"/>stellt, die in Österreich konkurrenzlos sind und die weit exportiert<lb/>
werden. 30.000 bis 40.000 Motoren werden pro Jahr erzeugt, gegründet<lb/>
wurde die Firma vor 10 Jahren, der Eigentümer <rs type="person" ref="#per__1137811">Martin Ebert</rs> aus der<lb/>
BRD hatte eine alte kleine Bude dort erworben, die jetzt zu einem<lb/>
modernsten Betrieb ausgebaut wurde. Der Prokurist und Geschäftsführer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137812">Kaineder</rs> gab sich dann mir zu erkennen, daß er 1954 in der Sozialaka<lb break="no"/>demie der Arbeiterkammer, er und ich dort mit ihm sowie mit all den<lb/>
anderen über Wirtschaftsfragen diskutiert haben. Schüchtern wollte<lb/>
er mir nachher mitteilen, daß er sehr froh wäre, wenn ich ein Präsent<lb/>
von ihm, nämlich ferngelenkte Autos annehmen würde, ich habe sofort<lb/>
erklärt, daß ich diesbezüglich mit den Kinderfreunden Kontakt aufneh<lb break="no"/>men werde. Er erklärte mir, wenn die Kinderfreunde dann als Ergänzung<lb/>
noch etwas brauchen, er steht jederzeit zur Verfügung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte feststellen, wer damals die Eisenbahnan<lb break="no"/>lage von Kiepe bekommen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_23">Zwei Reporter die dort waren, <rs type="person" ref="#per__1137813">Josef Merle</rs> und <rs type="person" ref="#per__1137814">Ferry Hanz</rs>, die das<lb/>
internationale Technikermagazin ITM Praktiker herausgeben, beschwer<lb break="no"/>ten sich, daß die Post bei den österreichischen Produkten ungeheuer<lb/>
streng ist, während Importe für Fernlenkung und sonstiges Spielzeug<lb/>
weniger stark geprüft werden. Ich habe ihnen sofort zugesagt, daß ich<lb/>
dies mit der Post besprechen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit GD <rs type="person" ref="#per__121800">Übleis</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_25">Die Zeitung ITM Praktiker möchte gerne bei Produkten, die sie be<lb break="no"/>schreibt, darauf verweisen, daß die österr. Erzeugnisse der Kennzeich<lb break="no"/>nung Made in Austria, also das berühmte Qualitäts-A führen dürfen.<lb/>
Sie wollten von mir wissen, welche Vorbedingungen hier gegeben sind.<lb/>
Ich habe nur versprochen sie mit dieser Organisation bekannt zu machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte entsprechende Verbindung herstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_27">Austria Dosenwerk GesmbH &amp; Co KG, eine Gründung zwischen 50 % VMW, GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116449">Streicher</rs>, 30 % Gerresheimer Glas, eine Firma in Recklinghausen, die<lb/>
dort bereit 1968 ein Dosenwerk errichtet hat, und 20 % Kaiser Aluminium<lb/>
haben Investitionen für 330-Mio.-Dosenfabrik auf dem ehem. Gelände des<lb/>
Caro-Werkes vorgesehen. Das Umlaufvermögen wird 50 bis 60 Mio. sein, sodaß<lb/>
<pb n="65-0821" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-09_0821.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>insgesamt ca. 400 Mio. notwendig sein werden. Mir unerklärlicherweise<lb/>
hat man zu dieser Grundsteinlegung die Presse nicht eingeladen.<lb/>
Wahrscheinlich fürchtet man von Seiten der Hersteller, daß damit<lb/>
die Polemik über die Einwegflaschen und Dosen neuerdings beginnt.<lb/>
Der soz. zuständige Landesrat vom Badner Bezirk hat mir dezidiert<lb/>
erklärt, die Einwegdosenproduktion, aber auch eine Plastikerzeugung in<lb/>
St. Aegyd der VÖEST-Alpine ist aus beschäftigungspolitischen Gründen<lb/>
unbedingt notwendig. Er hat diesbezüglich auch härtere Aussprachen<lb/>
mit GR <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs> als Klubobmann der Wiener Gemeinderatsfraktion ge<lb break="no"/>führt. Weil dort immer wieder gesagt wird, Wien muß sich all der<lb/>
Müllberge entledigen, Wien muß geschützt werden. Dies nicht nur be<lb break="no"/>züglich des Umweltschutzes auf Abfallverwertung, sondern genauso auch<lb/>
auf Umweltschutzschwefelemission und Staubeinwirkung auf Wien von<lb/>
niederösterreichischen Betrieben. Die Niederösterreicher werden wahr<lb break="no"/>scheinlich, so fürchte ich, in Hinkunft geschlossen, ob ÖVP oder SPÖ<lb/>
gegen die Wiener Vorstellungen vorgehen, die Gefahr, die ich sehe, ist,<lb/>
daß Gegenforderung die Niederösterreicher auch die Wiener Emissionen<lb/>
entsprechend begrenzt haben wollen, dies möge zwar Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97913">Schieder</rs><lb/>
in sein Konzept passen, ist aber für die Wiener E-Werke und für viele<lb/>
andere Betriebe verheerend. ich kann mir nicht vorstellen, daß man<lb/>
sich gegenseitig als Wien und Niederösterreicher attackiert, da kann<lb/>
man den Umweltschützern nur entsprechende Unterstützung in Argumen<lb break="no"/>ten, aber sicherlich auch in Maßnahmen geben, ob es die Industrie<lb/>
allerdings aushält, ist eine zweite Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_28">Bei der Besichtigung der Caro-Werke wurde mir dann erörtert, wie durch<lb/>
die Aufbau von entsprechenden Dosenabfülleinrichtungen von Coca-Cola<lb/>
und Apfelsaftfirma Rauch durch entsprechende Abtretung der Hallen<lb/>
die Caro-Werke sich dann in einigen Hallen konzentrieren können. Dies<lb/>
im Krieg wesentlich ausgedehnte Fabriksgelände hat nämlich für viele<lb/>
Apfelbetriebe Platz, Austria Dosenwerk rechnet außer diesen zwei, mit<lb/>
denen sehr konkret schon Vorverträge abgeschlossen sind, daß bald<lb/>
noch mehrere nachfolgen. Ob dies allerdings zutreffen wird, weiß ich<lb/>
nicht, die derzeitige Buntmetallproduktion ist nicht gerade eine<lb/>
sehr idealer Partner neben einem Lebensmittelbetrieb.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte mir stets darüber genau berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-09_30">Verbund-GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> war jetzt in der Schweiz und hat bezüglich der<lb/>
großen Verbindungsleitung Italien–Schweiz–Österreich mit den Schweizern<lb/>
<pb n="65-0822" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-09_0822.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>verhandelt. Dort in den 4 Graubündner Gemeinden sind keine positiven<lb/>
Beschlüsse zustandegekommen, es muß daher in einigen Gemeinden ein<lb/>
Enteignungsverfahren durchgeführt werden, das wird 2 Jahre und länger<lb/>
dauern. Auch die Südtiroler haben jetzt ihre Meinung geändert, der<lb/>
seinerzeit von <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> extra mir vorgeführte Südtiroler Landesrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137715">Sepp Mayer</rs>, der mich ersuchte, ich sollte mich unbedingt mit ihm ge<lb break="no"/>meinsam für die Leitung durch Südtirol stark machen, hat jetzt im<lb/>
Südtiroler Landtag genau das Gegenteil gesagt. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> war über diesen<lb/>
Sinneswandel sehr erschüttert, ich weniger, denn ich kann mir vorstellen,<lb/>
daß in Südtirol ähnlich wie bei uns Umweltschützer, Landschafts<lb break="no"/>schützer usw. alle Politiker so beeinflussen, daß sie früher oder später<lb/>
dann bereit sind, das Gegenteil von dem zu behaupten, was sie bis jetzt<lb/>
wollten. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> sieht daher die Investitionen, die Österreich ge<lb break="no"/>tätigt hat, unausgenützt.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 9.7.1982</head>
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               <occupation>Ökonom, ab 1981 Sts.</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <occupation>Wiener Metallwerke, Vereinigte Metallwerke Ranshofen, GD Austria Metall
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               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <occupation>Leiter vw. Abt. ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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