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            <title type="main">Freitag, der  2. Juli 1982 bis Sonntag, der  4. Juli 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band65_1982-07-02</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_01">Freitag, 2. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_02">Beim Besuch bei GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs>, Philips, hat sein zuständiger Dipl.Ing <rs type="person" ref="#per__1137838">Fabich</rs><lb/>
für Kommunikation die einzelnen Projekte erklärt. Ich habe auch diesem<lb/>
Mann klar und deutlich gesagt, daß ich mich nur als Handelsminister da<lb break="no"/>für einsetze, daß die Aufträge in Österreich bleiben, keinerlei Ein<lb break="no"/>fluß aber darauf nehme, wer dann letzten Endes den Zuschlag bekommt.<lb/>
Auch die Philipsvertreter erklären, daß sie diese Haltung vollkommen<lb/>
verstehen und nur einen fairen Konkurrenzkampf in Österreich wünschen.<lb/>
So behaupten sie, daß vom Wissenschaftsministerium die Firma Motronic<lb/>
in der Steiermark einen Forschungsauftrag bekommen hat, dafür die<lb/>
Terminal, die ITT und Philips entwickelt haben und produzieren, jetzt<lb/>
nicht mehr beziehen will resp. es jetzt Schwierigkeiten gibt. Die<lb/>
von Motronic entwickelten <choice><choice><sic>Mopid</sic><corr>?</corr></choice></choice> machen jetzt durch den Forschungsauf<lb break="no"/>trag und die Subvention eine unfaire Konkurrenz. Ich habe diesen Fall<lb/>
bei der Regionalkonferenz sofort dem Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> gesagt,<lb/>
dieser wird veranlassen, daß man sich mit Dipl.Ing <rs type="person" ref="#per__1137838">Fabich</rs> in Verbin<lb break="no"/>dung setzt, um alles aufzuklären. Vom Standpunkt des Verkehrsministe<lb break="no"/>riums sieht die Sache nämlich ganz anders aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß mit Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__1137838">Fabich</rs> auch<lb/>
Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_04">Bezüglich der zollfreien Einfuhr von japanischen Farbfernsehbildröhren,<lb/>
die Philips nicht produziert, bestätigte mir auch GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs>, daß es keinen<lb/>
Kompromiß gibt, da die Philips- und Grundigspitze diesbezüglich stän<lb break="no"/>dige Verhandlungen geführt hat und zu keiner Vereinbarung gekommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_05">Bezüglich der Möglichkeit eine Kooperation zwischen der SU und Philips'<lb/>
Videorecordersektor vorzubereiten, war eine hochrangige Delegation,<lb/>
nachdem der Präs. vom Staatskomitee <rs type="person" ref="#per__97500">Gwischiani</rs> mit GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> Gespräche<lb/>
geführt hat und auch <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> in Moskau war, Verhandlungen begonnen hat.<lb/>
Ich versuchte GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> klarzumachen, der meine Meinung auch hundertpro<lb break="no"/>zentig teilte, daß jeder Kontakt über Österreich mit der SU leichter<lb/>
und zielführender ist, als wenn Eindhoven direkt mit den SU-Vertretern<lb/>
Kontakt aufnimmt. <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> erklärte mir auch dezidiert, daß solange <rs type="person" ref="#per__127929">Philips</rs><lb/>
bei Philips etwas zu sprechen hatte, dieser ganz entschieden jeden<lb/>
Kontakt mit der SU abgelehnt hat. Jetzt ist in der Geschäftseinteilung<lb/>
eindeutig festgelegt, daß von Eindhoven dieser Kontakt nur gepflogen<lb/>
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dies insofern ändert und die Wiener Philipsleute zumindestens als<lb/>
Postillion d'amour verwendet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_06">Bei der Sektionsleitersitzung wurde mitgeteilt, daß die Inlandsreisen<lb/>
im ersten Halbjahr nur 48 % nur bei der <choice><choice><sic>III</sic><corr>III.? IIIer?</corr></choice></choice> Sektion, die sehr viele<lb/>
Gewerbeprobleme in den Bundesländern zu erledigen hat, 66 % betragen,<lb/>
die Auslandsreisen nur 38 %, die Repräsentationskosten 39 %. Nur bei<lb/>
den Überstunden liegen wir mit 55 % über der Hälfte, insbesondere die<lb/>
Zentrale mit 6 % bedingt diese Überschreitung, was besonders auf die<lb/>
Besuche ausländischer Minister zurückzuführen <add>[ist]</add>, denen wir einen Kraft<lb break="no"/>wagen mit Chauffeur zur Verfügung stellen. Ich schlage daher vor,<lb/>
man sollte versuchen bei der Handelskammer im Zuge der Vorbestellung<lb/>
von Bezahlung für Ministerbesuche auch einen Mietkraftwagen unterzu<lb break="no"/>bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Falls die Handelskammer Schwierigkeiten macht,<lb/>
bitte fürs nächste Jour fixe dann mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_08">Bei Personalangelegenheiten werden von den Sektionschefs die einzelnen<lb/>
Wünsche mit Präsidialist <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> besprochen, ich glaube, daß tatsäch<lb break="no"/>lich jetzt eine gewisse Beruhigung eingetreten ist. <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> kommt<lb/>
weitestgehend den einzelnen Sektionen entgegen. Schwierigkeiten gibt<lb/>
es nur beim Dr. <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs> von der Energiesektion. SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> meint, es ist<lb/>
unmöglich mit ihm zu kooperieren. Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> wäre gegebenenfalls<lb/>
bereit ihn wieder ins Patentamt zurückzunehmen. Sollte <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs>, der ein<lb/>
Vertragsbediensteter ist, dies ablehnen, so wird er gekündigt werden.<lb/>
Vorher muß noch festgestellt werden, ob <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs> tatsächlich zum Zivil<lb break="no"/>dienst eingezogen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_09">Der Beamte des Handelsministeriums, der 10 Jahre bei GATT ist, kann nur<lb/>
dann eine Karenzverlängerung bekommen, wenn tatsächlich bei GATT<lb/>
dieser Posten unbedingt von Österreich besetzt werden soll. Personal<lb break="no"/>abteilungsleiter <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> meinte, es entsteht ja schon eine Berufsentfrem<lb break="no"/>dung nach so langer Abwesenheit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_10">Überhaupt wird bezüglich der Karenzgenehmigungen festgestellt, daß<lb/>
wenn jemand karenziert wird und eine Funktion, Referatsleiter oder<lb/>
gar Abteilungsleiter, im Ministerium hat, er in Zukunft dieser Funktion<lb/>
<pb n="65-0778" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-02_1982-07-04_0778.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auf alle Fälle verlustig wird, indem dieses Referat aufgelöst wird und<lb/>
ein ähnliches mit der Neubesetzung eben geschaffen. Es ist dem Ver<lb break="no"/>treter nicht zuzumuten, daß er ein Jahr oder vielleicht länger stets<lb/>
die Arbeit als Zugeteilter zu dem Referat erfüllt und wenn der Be<lb break="no"/>treffende vom Karenzurlaub zurückkommt, er wieder diesen Posten an<lb break="no"/>tritt und der Vertreter sozusagen wieder ausscheiden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Laß bitte eine Liste aller Karenzleute zu<lb break="no"/>sammenstellen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_12">Neuerdings wird von mir festgestellt, daß Bescheide, die für den Sek<lb break="no"/>tionschef oder Abteilungsleiter deutlich politische Folgen haben<lb/>
können, unbedingt vorher mit mir zu besprechen sind. Ich halte es<lb/>
für unmöglich, wie dies Dr. <rs type="person" ref="#per__114528">König</rs> in der Energiesektion getan hat,<lb/>
daß über die Abfertigung dieses Bescheides nicht einmal der Sektions<lb break="no"/>chef etwas wußte, geschweige denn der Minister.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_13">Bezüglich der 8 Punkte, Vorschläge zur Verbesserung der Effizienz im<lb/>
Bundesministerium durch die jungen Beamten, die eine Schulung in drei<lb/>
Gruppen durchführten, einige ich mit allen Sektionschefs, wie diese<lb/>
formuliert werden sollen. Alle sind bereit soweit es sich um Agenden<lb/>
des betreffenden handelt, daß er Direktkontakte, Informationen bessere<lb/>
Koordination <choice><choice><sic>us</sic><corr>usw.?</corr></choice></choice>. bekommen sollte. <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> wird dies jetzt endformu<lb break="no"/>lieren und dann einen Erlaß jedermann zur Kenntnis bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_14">Bezüglich der handelspolitischen Termine bis Jahresende zeigt sich<lb/>
schon, daß sehr viele Minister nach Österreich kommen werden, noch immer<lb/>
hofft <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs>, daß es möglich sein wird eine Fernostreise mit 10 Tagen,<lb/>
wo ich als Auflage verlange, daß ich 5 Staaten dann besucht haben muß,<lb/>
zustandegebracht werden kann. Der Vorschlag, man soll in der Interna<lb break="no"/>tionalen Wirtschaft verlautbaren, wer zu mir kommt und wo ich hinreise<lb/>
und dies offiziell von dieser Zeitung verlange, lehne ich ab. Wenn<lb/>
Internationale Wirtschaft, von der Handelskammer herausgegeben, sich da<lb break="no"/>für interessiert und verlautbart, habe ich nichts dagegen. Ich möchte<lb/>
aber keinesfalls intervenieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_15">Beim Dreiergespräch im Juli in der Schweiz soll neben dem Handelsdele<lb break="no"/>gierten <rs type="person" ref="#per__127889">Koch</rs> auch der Schweizer Referent im Haus, <rs type="person" ref="#per__114799">Raaber</rs>, dran teilneh<lb break="no"/>men, ich persönlich habe gar nichts dagegen, schlage nur SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> vor,<lb/>
dies mir Botschafter <rs type="person" ref="#per__125287">Sommaruga</rs> und <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs>, der nächste Woche nach Wien<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Versuche dies durchzusetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_17">Der vom Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> in Japan gemacht Vorschlag, eine eigene<lb/>
Gemischte Kommission mit Japan zu schaffen, wird von der Handelskammer,<lb/>
aber auch vom Haus abgelehnt. Es gibt derzeit ein einziges Problem, und<lb/>
das ist das Riesendefizit mit Japan und dies könnte eine Gemischte<lb/>
Kommission auch nicht ändern. Vor allem aber wird dagegen polemisiert,<lb/>
daß wir verhindern müßten, ähnlich wie mit Frankreich zu dieser all<lb break="no"/>umfassenden Gemischten Kommission zu kommen, die Kultur, Besuch der<lb/>
Staatsoper in Japan usw. umfassen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_18">Die Errichtung einer kleinen Gemischten Kommission mit Frankreich, die<lb/>
sich ausschließlich auf die Wirtschaftsfragen wie z.B. die mit Deutsch<lb break="no"/>land oder gar den Oststaaten beschränkt, wird jetzt den Franzosen<lb/>
offiziell nach dem <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs>-Besuch in Wien mitgeteilt und verhandelt.<lb/>
Der Vorschlag stammt vom Außenministerium, <rs type="person" ref="#per__116049">Reisch</rs>, sodaß sich niemand<lb/>
aufregen kann, wenn wir tatsächlich dann ein eigenes System für den<lb/>
Handel entwickeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_19">Der Initiativantrag für die Ausverkaufsverordnung, im Parlament jetzt<lb/>
behandelt, müßte dazu führen, daß eine Verordnung § 73 GewO erlassen<lb/>
wird, daß nur die nicht einer Mustergeschäftsbedingung entsprechenden<lb/>
zu hinterlegen sind, ansonsten würde die bürokratische Handhabung<lb/>
jedwede vernünftige Regelung ersticken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Nächstes Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_21">Der Rechnungshof hat jetzt mit 5 Personen 2 Monate die Fremdenver<lb break="no"/>kehrsagenden III/8, 9 geprüft, III/10, die Bürges, kommt jetzt im Spät<lb break="no"/>herbst dran. Angeblich waren keinerlei Beanstandungen außer kleine<lb/>
Kritiken, bei einer so langen Prüfung und intensiven Prüfung muß ja<lb/>
der Rechnungshof irgendetwas beanstanden. Der erste Punkt ist, daß<lb/>
keine gesetzliche Regelung über die Fremdenverkehrsagenden im Handels<lb break="no"/>ministerium insofern bestehen, als ja die Bundesverfassung diese<lb/>
Kompetenz den Ländern zuordnen, nach Rechnungshof wird hier angeblich<lb/>
Abänderungsvorschläge machen. Kritisiert wird aber auch, daß die<lb/>
Jahresendaufträge immer wieder scheinbar dazu dienen, um Budgetmittel<lb/>
auszuschöpfen. Dies trifft leider zu, da ich mich ja seit Jahren ver<lb break="no"/>zweifelt bemühe, daß nicht Ende Dezember die Budgets unter allen Um<lb break="no"/><pb n="65-0780" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-02_1982-07-04_0780.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ständen erst ausgeschöpft werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_22">KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> und Syndikus <rs type="person" ref="#per__118737">Schimka</rs> wollten von SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> eine Abstimmungs<lb break="no"/>modusänderung in der ERP-Fachkommission. Dort sind die drei Vertre<lb break="no"/>ter der Handelskammer, <rs type="person" ref="#per__132598">Kröll</rs> vom Zillertal, <rs type="person" ref="#per__1137852">Skribanek</rs>, Kammeramtsdirek<lb break="no"/>tor aus Salzburg, und Syndikus <rs type="person" ref="#per__118737">Schimka</rs>, sozusagen drei gegen 5 Sozialis<lb break="no"/>ten, weil jetzt den Vorsitz das Handelsministerium und Stellvertreter<lb/>
BKA, ebenfalls zwei sozialistische Beamte, agieren. Dagegen würde ich<lb/>
mich ganz entschieden aussprechen, da ja insbesondere Vorsitzender<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> stets versucht eine einvernehmliche Lösung zu erzielen. Nur wo<lb/>
die Handelskammer dies ausdrücklich wünscht, würde sie <add>[wie?]</add> beim Projekt<lb/>
Groß Gerungs überstimmt <add>[werden?]</add>. Bei dem Bau des <choice><choice><sic>Waggonli</sic><corr>Wagons-Lits?</corr></choice></choice>, Kategorie-B-Hotel<lb/>
auf der Landstraße, wurde dieses Projekt ohne auch nur <choice><choice><sic>zu beachten</sic><corr>darauf zu achten?</corr></choice></choice> von<lb/>
der ERP-Kommission routinemäßig verabschiedet. Jetzt wehrt sich die<lb/>
Handelskammer angeblich gegen diesen Bau.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Jour fixe HK mitgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_24">SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> berichtet, daß <choice><choice><sic>bei Einweggebinde Pfandgesetz</sic><corr>bei Einweggebinden, Pfandgesetz? beim Einweggebinde-Pfandgesetz?</corr></choice></choice> jetzt weitere<lb/>
Gespräche geführt werden müßten, ich teile diese Meinung, weil an<lb break="no"/>sonsten die Gemeinde Wien womöglich mit einer eigenen Steuer kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_26">Für die Energieprognose hat das WIFO jährlich von uns wegen des Energie<lb break="no"/>berichtes eine Subvention bekommen. Da jetzt der Energiebericht alle<lb/>
2 Jahre nur im Parlament abgegeben wird, bräuchten wir auch nur die<lb/>
Energieprognose alle 2 Jahre und die entsprechende Bezahlung könnte<lb/>
reduziert werden. Da das WIFO ja auch für sie jederzeit die notwen<lb break="no"/>digen Kohlendaten usw. vom Handelsministerium bekommt, muß das WIFO<lb/>
selbst sich alle Jahre um eine Energieprognose bemühen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte vorsichtigst mit WIFO besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_28">SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> berichtet, daß die Budgetmittel für die Verbund gesichert sind.<lb/>
83-er Budget bekommt die Verbund 320 Mio Kapitalaufstockung. Für die<lb/>
DoKW 750 Mio. für Greifenstein, das Finanzministerium hat allerdings<lb/>
veranlaßt, daß dafür ein Kredit aufgenommen wird, die Zinsen und die<lb/>
Tilgung übernimmt dann das Finanzministerium. Ausständig ist noch die<lb/>
Entscheidung wegen einer größeren Schleuse. 1982 hoffte das Ministe<lb break="no"/>rium von den 195 Mio. S Kapitalherabsetzung bei Jochenstein diesen Be<lb break="no"/><pb n="65-0781" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-02_1982-07-04_0781.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>trag für die Verbundgesellschaft zu bekommen. Der Finanzminister lehnt<lb/>
dies bis jetzt ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte genauen Bericht einfordern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_30">Die 100 Mio. ERP-Kredit im nächsten Jahr werden 30 Mio. für Fernwerke<lb/>
Linz, 55 Mio. für Wiener Heizbetriebe und 15 Mio. für Kärnten reserviert.<lb/>
Die Kleinkraftwerke, die aus dem ERP-Fonds nicht mehr befriedigt werden<lb/>
können, sollen einen 10 %-igen Investitionszuschuß aus anderen Budget<lb break="no"/>mitteln bekommen, Budgetreferent <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> und Sekretär <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> werden<lb/>
diesbezügliche Vorschläge erstatten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie steht die Sache.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_32">Präsident <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> berichtet über die Aktivitäten mit neuen Novellen<lb/>
zum Patentanwaltsgesetz, Sortenschutzgesetz usw. Das Erfreulichste<lb/>
ist, daß es jetzt gelingt, in Zusammenarbeit mit dem europäischen<lb/>
Patentamt vielleicht doch für die INPADOC eine Lösung zu finden. In<lb/>
München ist man im europäischen Patentamt bereit eine neue Gesellschaft<lb/>
zu gründen, 51 % INPADOC, 49 % europäisches Patentamt, damit die<lb/>
Informationen, die vom europäischen Patentamt gesammelt werden, über die<lb/>
INPADOC, dieser eigenen Gesellschaft, eben entsprechend verwaltet und<lb/>
verbreitet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_33">Die Zusammenarbeit mit dem europäischen Patentamt funktioniert sehr gut,<lb/>
heuer werden wir 2.900 Recherchen bekommen und im nächsten Jahr die<lb/>
vorgesehenen 3.500.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_34">Mit dem deutschen Landwirtschafts- und Ernährungsminister <rs type="person" ref="#per__97420">Ertl</rs> ist die<lb/>
Aussprache wegen der Einbeziehung der Mozartkugeln in den Herkunfts<lb break="no"/>bezeichnungsschutz für Österreich sehr freundschaftlich, aber für<lb/>
ihn vollkommen ergebnislos. Es gelingt mir <rs type="person" ref="#per__97420">Ertl</rs> klarzumachen, daß aus<lb/>
der paktierten Vereinbarung auch nicht ein einziger Stein herausge<lb break="no"/>brochen werden darf, sonst bricht das ganz wieder zusammen. <rs type="person" ref="#per__97420">Ertl</rs> als<lb/>
Bayer möchte natürlich der Reichenhaller Firma, die heute Wiener Zuckerl,<lb/>
Wiener Bonbons, Wiener Konfitüre und auch Mozartkugeln erzeugt und<lb/>
in Hinkunft diese Produkte nach einer 10-jährigen Übergangsfrist<lb/>
anders benennen muß, liebend gerne helfen. Letzten Endes sieht er aller<lb break="no"/>dings ein, daß er hier keinerlei Zugeständnisse machen kann. Der Fehler,<lb/>
der in Deutschland passiert ist, berichtet mir <rs type="person" ref="#per__97420">Ertl</rs>, war, daß man im<lb/>
<pb n="65-0782" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-02_1982-07-04_0782.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Justizministerium in Bonn dieses Abkommen abgeschlossen hat, ohne<lb/>
mit den deutschen Firmen oder Repräsentanten, ja nicht einmal mit den<lb/>
Organisationen <choice><choice><sic>gesprochen hat</sic><corr>zu sprechen.</corr></choice></choice>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_35">Mit <rs type="person" ref="#per__97420">Ertl</rs> gehe ich dann auch noch zur Vertragsunterzeichnung über das<lb/>
Getreideabkommen. Unser Verhandlungssystem ist <rs type="person" ref="#per__97420">Ertl</rs>, der sich sehr<lb/>
interessiert zeigt, etwas Fremdes und auch das Übereinkommen, das er<lb/>
sehr genau liest, meint er, hätte ihm jetzt wieder neue Erkenntnisse<lb/>
gebracht. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> besteht darauf, daß auch der<lb/>
Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> der Bundeshandelskammer dieses Übereinkommen<lb/>
zwischen Landwirtschaftskammer, Landwirtschaftsminister und mir unter<lb break="no"/>fertigt. Ich bin auch sehr dafür, da angeblich sogar anfangs auch<lb/>
Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__126941">Musil</rs> seinerzeit mitunterfertigt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_36">Bei der Getreidekonzeptbesprechung meinte Präs. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, man müßte doch<lb/>
versuchen den Rapspreis in Österreich, 7,20 S, deutscher Interventions<lb break="no"/>preis 7,68 S, ein Richtpreis sogar von S 8,–– an die Deutschen heran<lb break="no"/>führen. Da der Landwirtschaftsminister dafür aber keine Mittel hat,<lb/>
wird vereinbart, daß <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und ich darüber noch eine Aussprache<lb/>
führen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_37">Ein Interview mit Dr. <rs type="person" ref="#per__1137853">Alster</rs> von Rude Pravo, Parteiorgan, wegen des<lb/>
im Herbst zu erwartenden Staatsbesuches vom KP-Zentralsekretär und<lb/>
Präsident der CSSR verläuft wie erwartet. Ich kann darauf verweisen,<lb/>
daß wir selbst in der frostigsten politischen Zeit im Handelsministe<lb break="no"/>rium stets bestrebt waren, mit der CSSR entsprechenden Wirtschafts<lb break="no"/>kontakt zu halten. Trotzdem erkläre ich dezidiert, daß für gute<lb/>
wirtschaftliche Beziehungen die guten politischen Beziehungen auch eine<lb/>
Voraussetzung sind, was auch die tschechischen Gesprächspartner<lb/>
bestätigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_38">Die zweite Regionalkonferenz in der Obersteiermark, Mürzzuschlag, ver<lb break="no"/>läuft wie erwartet. <rs type="person" ref="#per__117678">Tichy</rs> berichtet über das vorgelegte Konzept, als<lb/>
neuer Gag, wie ich dann auch feststelle, ist die endogene Erneuerung<lb/>
in der Studie als EE bezeichnet. Darin wird vorgesehen, daß die<lb/>
Schwerbetriebe und insbesondere verstaatlichten großen Betriebe nicht<lb/>
imstande sind in dieser ganzen obersteirischen Region eine Struktur<lb break="no"/>verbesserung herzustellen. In der Studie wird verlangt, daß mehr<lb/>
Klein- und Mittelbetriebe errichtet werden sollten. Auf der ande<lb break="no"/>ren Seite weist diese Studie die Klein- und Mittelbetriebe als Rand<lb break="no"/><pb n="65-0783" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-02_1982-07-04_0783.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>probleme wieder auf die letzte Seite. Diesen Widerspruch zeige ich<lb/>
auf. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst hat aber bereits in seinem Referat sehr kritische<lb/>
Bemerkungen zu dieser neuen wissenschaftlichen Erkenntnis gemacht.<lb/>
Die Tagesordnung wurde ansonsten wie üblich abgespult. <rs type="person" ref="#per__117678">Tichy</rs> berich<lb break="no"/>tete über die Studie <add>[von]</add> LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> über die Leistung des Landes sozu<lb break="no"/>sagen für dieses Gebiet und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann in seinem Referat außer<lb/>
der kritischen Bemerkung über die Studie <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> angeboten, man sollte<lb/>
jetzt unverzüglich eine gemeinsame Lösung Land und Bund für die Ober<lb break="no"/>steiermark finden. Da weit über 30 Diskussionsredner vorgemerkt<lb/>
waren, zuletzt wurden einige gestrichen, hätte die Diskussion bis spät<lb/>
in die Nacht gedauert. Daß dann nur mehr 1/3 anwesend waren, als endlich<lb/>
um 8 Uhr nach 5-stündiger Beratung Schluß gemacht wurde, hat mich nicht<lb/>
verwundert. Auch dieses Drittel wäre bestimmt verschwunden gewesen,<lb/>
so wie etliche Minister und Generaldirektoren, wenn nicht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
selbst bis zuletzt ausgeharrt hätte. Positive Ergebnisse erwarte ich<lb/>
mir von dieser Regionalkonferenz sehr wenig. Typisch dafür war, daß<lb/>
insbesondere die Betriebsräte der beiden Couleurs, aber teilweise<lb/>
auch Vertreter der Handelskammer gegeneinander losgegangen sind. Als<lb/>
ein soz. BRO von Donauwitz <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> die Vernachlässigung dieses Gebietes<lb/>
vorgeworfen hat, war mir schon klar, in welche Richtung jetzt diese<lb/>
Diskussion laufen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_39">Der optische Eindruck von einer solchen Riesenkonferenz ist ein<lb/>
äußerst guter. Der Saal ist anfangs bummvoll, Generaldirektoren,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs>, <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>, <rs type="person" ref="#per__114559">Bayer</rs> usw. <choice><choice><sic>usw</sic><corr>usf.?</corr></choice></choice>. sitzen in den Reihen und lauschen,<lb/>
was sozusagen der Landeshauptmann und Bundeskanzler zu sagen haben,<lb/>
dann beginnt allerdings früher oder später das Hickhack zwischen den<lb/>
Parteien und konkret kommt bei einer solchen Konferenz gar nichts<lb/>
heraus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_40">Sonntag, 4. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_41">Bei der Premiere im Schönbrunner Schloßtheater von der Kammeroper<lb/>
habe ich SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> getroffen. Dieser erzählte mir, daß der erste<lb/>
Entwurf vom <rs type="person" ref="#per__117678">Tichy</rs>-Gutachten für die Konferenz am Freitag noch wesent<lb break="no"/>lich schärfer gewesen ist. Ihm und seinen Leuten ist es geglückt die<lb/>
Studie entsprechend zu entschärfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_42">GD <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> bestätigte mir, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> am Freitag bereits angedeutet hat,<lb/>
daß jetzt Polen tatsächlich endgültig bankrott ist. Der polnische<lb/>
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den Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ein schwerer Schlag, denn damit würde ein<lb/>
Teil der Staatshaftungen schlagend werden, d.h. er müßte im Budget<lb/>
entsprechende Mittel für die Bezahlung der Zinsen und Tilgungen vor<lb break="no"/>sehen. Überrascht war ich zu erfahren, daß die westlichen Banker jetzt<lb/>
auch bei allen anderen Staatshandelsländern große Bedenken haben und<lb/>
wahrscheinlich weitere Schwierigkeiten auftreten werden. Auch die<lb/>
österreichischen Banker machen dafür einmal mehr den Bundeskanzler ver<lb break="no"/>antwortlich, durch seinen Hinweis, die Banken müßten sich mehr um<lb/>
die Kreditgewährung kümmern, d.h. genauer sehen, wem sie Kredite geben,<lb/>
um diese großen Pleiten wie Klimatechnik, Elin und damit Länderbank<lb/>
zu vermeiden, führt dazu, daß jetzt auch bei den kleinsten Betrieben<lb/>
sehr genau gesehen wird, weshalb in immer größerem Ausmaß Insolvenzen<lb/>
zu verzeichnen seien.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_43">Prof. <rs type="person" ref="#per__1137854">Gabor</rs>, der Organisator dieser für den Fremdenverkehr so wichti<lb break="no"/>gen Sommeroperaufführungen im Schloßtheater, fragte mich ganz entsetzt,<lb/>
ob ich wüßte, daß jetzt im Hanuschhof um 50 Mio. S auch ein kleines<lb/>
Theater der Staatsoper errichtet werden soll. Es würde 400 Plätze<lb/>
umfassen und nicht 50, sondern 120 Mio. kosten. Der neue Operndirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137855">Maazel</rs> möchte eben hier eine Experimentierbühne starten. Wenn dies<lb/>
zutrifft, dann ist sein Kammeroperprojekt härtest konkurrenziert.<lb/>
Zwei so ähnliche Bühnen verträgt der Wiener Raum nicht. Er selbst<lb/>
hält bei einem Budget von ca. 14 bis 15 Mio. S vom Unterrichtsmini<lb break="no"/>sterium 5 Mio. Subvention für 6 Produktionen, die er im Jahr macht.<lb/>
Das Handelsministerium hat aus Fremdenverkehrsgründen seine Ankündi<lb break="no"/>gungen mitfinanziert. Ich verspreche Prof. <rs type="person" ref="#per__1137854">Gabor</rs> diesbezüglich mit<lb/>
Unterrichtsminister <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> zu reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-02_44">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte nächsten Ministerrat mitgeben.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 2.7.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Bericht Arbeitssitzung Beschäftigungsprogramm, 4.7.1982</head>
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               <persName type="label">Koch, Fridolin</persName>
               <persName><surname>Koch</surname><forename>Fridolin</forename></persName>
               <occupation>öst. Handelsdelegierter Schweiz</occupation>
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               <persName type="label">Raaber, Herbert</persName>
               <persName><surname>Raaber</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>Beamter Sekt. I HM</occupation>
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               <persName type="label">Hein, A</persName>
               <persName><surname>Hein</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Mathematiker HM; Falschschreibung?</occupation>
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               <persName type="label">Peyerl, Fritz</persName>
               <persName><surname>Peyerl</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Beamter/ab 1980 Leiter Energiesektion VM/HM (Ministerienneuorganisation
                  1974)</occupation>
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               <persName type="label">Reisch, Georg</persName>
               <persName><surname>Reisch</surname><forename>Georg</forename></persName>
               <occupation>Leiter wirtsch.pol. Sektion Außenamt</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Philips, Frits</persName>
               <persName><surname>Philips</surname><forename>Frits</forename></persName>
               <occupation>Präs. Fa. Philips 19611971</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
               <persName><surname>Lausecker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <persName type="label">Scheiner, Otto</persName>
               <persName><surname>Scheiner</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Obmann Sektion FV BHK</occupation>
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               <persName type="label">Gwischiani, Dschermen</persName>
               <persName><surname>Gwischiani</surname><forename>Dschermen</forename></persName>
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               <persName type="label">Marsch, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Kröll, Hans Jörg</persName>
               <persName><surname>Kröll</surname><forename>Hans Jörg</forename></persName>
               <occupation>Vors. ERP-Kommission</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
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               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Salcher, Herbert</persName>
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               <persName type="label">Bujatti, Günther</persName>
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               <occupation>SC Handel, Bauten</occupation>
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               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <occupation>HK-Kammeramtsdir./Gen.Sekr.</occupation>
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               <persName type="label">Musil, Alois</persName>
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               <occupation>GD Tabakregie/Austria Tabak</occupation>
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               <persName type="label">Krainer, Josef jun.</persName>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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