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            <title type="main">Donnerstag, der  1. Juli 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band65_1982-07-01</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_01">Donnerstag, 1. Juli 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_02">Die Wäscherei MEWA-Habsburg erhielt auch das Dekret zur Führung des<lb/>
Staatswappens, vor nicht allzu langer Zeit war dort Bundespräsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> zum einem Besuch und ich hatte ihn begleitet, da der ehema<lb break="no"/>lige Direktor einen Orden bekommen hat. Da zu dieser Auszeichnung Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__109051">Dohnal</rs>, eine Mandatarin dieses Bezirkes, Bezirksobmann GR <rs type="person" ref="#per__132708">Dinhof</rs><lb/>
und natürlich die Bezirksvertretung erschienen. Jetzt gehört diese alte<lb/>
größte österreichische Wäscherei Habsburg der deutschen MEWA-Gruppe.<lb/>
Der Betrieb wird jetzt von einer Reichsdeutschen, Frau <rs type="person" ref="#per__1137856">Gebauer</rs>, geführt,<lb/>
dieser ist es gelungen, die Spannungen, die in diesem Betrieb herrschten,<lb/>
und weshalb auch durch längere Zeit die Auszeichnung umstritten war, zu<lb/>
bereinigen. In meiner Ansprache dankte ich so wie immer dem Kapitaleig<lb break="no"/>ner und ersuchte, ob er nicht noch mehr Aktivitäten nach Österreich ver<lb break="no"/>legen könnte. Ich appellierte außerdem, man möge Lehrlinge selbst wenn<lb/>
es nur ein oder zwei sind, einstellen. Bei der Belegschaft bedankte ich<lb/>
mich für deren Einsatz und erinnerte daran, daß auch meine Mutter in ei<lb break="no"/>nem ehemaligen Wäschereibetrieb der Fa. Habsburg, nämlich Excelsior, als<lb/>
Wäscherin gearbeitet hatte. Ich war sehr überrascht, als man mir dann<lb/>
eine kleine Skizze von der jetzt schon geschleiften Wäscherei über<lb break="no"/>reichte. Das angebotene kleine Wiener Frühstück habe ich aus Zeitmangel<lb/>
abgelehnt, dafür aber gebeten, die <add>[zu-?]</add> letzt investierten Maschinen zu<lb/>
sehen, die ja auch einen entsprechenden Zuschuß des Handelsministeriums<lb/>
bekommen haben. Bis vor ein paar Monaten wurde nämlich in unserer Textil<lb break="no"/>aktion 10 % Zuschuß, wenn diese Textilmaschinen nicht mehr weiterver<lb break="no"/>wendet werden, damit nicht die Kapazität vergrößert, dafür aber neue Ma<lb break="no"/>schinen angeschafft werden, hatten so viel Geld über, daß man sich nicht<lb/>
nur auf die Textilindustrie beschränken mußte, sondern auch Wäschereima<lb break="no"/>schinen subventionieren könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_03">Im Sozialistischen Parlamentsklub wurde die Tagesordnung besprochen;<lb/>
da es die letzte Sitzung ist, gleichzeitig auch allen<add>[ein]</add> guter Urlaub ge<lb break="no"/>wünscht. Diesmal stand nach der Fragestunde der Mißtrauensantrag der ÖVP,<lb/>
den auch die Freiheitlichen unterstützten, zur Abstimmung, erreichte aber<lb/>
wie erwartet nicht die Mehrheit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_04">Ich hatte mit der englischen Parlamentarierdelegation eine Aussprache<lb/>
im Parlament. Diese interessierte sich primär, ob es eine spezifisch in der<lb/>
österreichischen Mentalität liegende Erklärung gibt, daß wir so gute<lb/>
<pb n="65-0769" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-01_0769.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Wirtschaftsverhältnisse haben. Ich wies darauf hin, daß dies zum<lb/>
Unterschied von anderen europäischen Staaten, wie ich fest überzeugt<lb/>
bin, auf die Sozialpartnerschaft zurückzuführen ist. Für die engli<lb break="no"/>sche Parlamentsdelegation war es sehr interessant, das Parlament in<lb/>
seiner größten Aktivität zu erleben. In der Delegation befand sich<lb/>
nämlich ein konservativer Abgeordneter, der sich mit den Problemen der<lb/>
Luftwaffe auseinandersetzte. Er hatte z.B. beim Empfang in der engli<lb break="no"/>schen Botschaft sofort entdeckt, daß ich eine Krawatte mit der Mirage,<lb/>
ein wenig kompliziert eingedruckt und nur für Fachleute zu erkennen,<lb/>
trug. Deshalb hat mir auch der englische Delegationsleiter, ein Labour-<lb/>
Abgeordneter, der gleichzeitig auch Sekretär der Postgewerkschaft ist,<lb/>
eine Union Post Tie gegeben. Zufällig war die letzte Frage in der Frage<lb break="no"/>stunde an Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> betreffend die Ankäufe von<lb/>
Mirage-Flugzeugen im Zusammenhang, wie lange überhaupt noch die alten<lb/>
Saab-Maschinen fliegen können, anschließend daran gleich das Mißtrauens<lb break="no"/>votum, wahrscheinlich die interessanteste Phase für eine Delegation<lb/>
in kürzester Zeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_05">Die Tagesordnung begann mit dem Gesetz für die Klein- und Mittelbe<lb break="no"/>triebe, ich bin fest davon überzeugt, da wird sich der Begriff Mittel<lb break="no"/>standsgesetz einbürgern, auch dann, wenn es unseren Sozialisten nicht<lb/>
sehr behagt. Die ÖVP- und FPÖ-Redner, soweit sie sich kritisch mit der<lb/>
Situation beschäftigten, haben primär dabei andere Ressorts, Finanzmi<lb break="no"/>nister, Sozialminister usw., kritisiert. Die Regierungsparteisprecher<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> wiesen besonders darauf hin, was ja tatsächlich<lb/>
in den letzten 12 Jahren seit der sozialistischen Alleinregierung<lb/>
für die Klein- und Mittelbetriebe geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_06">Einen guten Gag hat Frau <rs type="person" ref="#per__122900">Tichy-Schreder</rs> gemacht, als sie die Vorschrif<lb break="no"/>ten über das Qualitätsgemüse kritisierte, das typischste Beispiel<lb/>
nämlich, daß die Gurken auch nach ihrer Krümmung eingestuft werden,<lb/>
benützte sie dazu, um eine große gerade und eine gekrümmte Gurke mit<lb/>
entsprechenden Winkelmessern, Linealen, Längenmessern usw. zu demon<lb break="no"/>strieren. Der Wirtschaftsbund, Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__118736">Schüssel</rs>, wieder kritisierte<lb/>
zwar nur in einem Nebensatz die Verordnung, die jetzt in Kraft getre<lb break="no"/>ten ist, wo jetzt gewisse Größen für Papierservietten und Klopapier in<lb/>
den Fremdenverkehrsbetrieben vorgeschrieben werden. Der Rundfunk hat<lb/>
nämlich im Morgenjournal auch sehr kritisch, skeptisch auf diese Be<lb break="no"/>stimmung hingewiesen. Wäre dies nicht der Fall, dann hätte ja niemand<lb/>
sich daran erinnert, daß vor längerer Zeit im Einvernehmen mit den In<lb break="no"/>teressensvertretungen, also auch mit Zustimmung der Handelskammer, diese<lb/>
<pb n="65-0770" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-01_0770.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Verordnung geschaffen wurde. Ich habe mit SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> über diesen spe<lb break="no"/>zifischen Fall noch einmal geredet. Er sagt mit Recht, wenn man diese<lb/>
Verordnung macht, dann kommen immer wieder diese Beschwerden, natür<lb break="no"/>lich nur vereinzelt, aber dann umso heftiger.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Ich glaube trotzdem, es müssen hier<lb/>
in Zukunft noch mehr auf die Optik achten.<lb/>
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mir angeregte Aussprache mit den betroffenen Ministern und Philips,<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs>, einberufen. Vorher hatte ich mich deshalb bei GD <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> noch ent<lb break="no"/>schuldigt, weil an die Zentrale in Eindhoven eine Einladung zu einer<lb/>
weiteren Aussprache wegen der zollfreien Einfuhr der japanischen Fern<lb break="no"/>sehröhren nach Österreich, ohne daß <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> davon verständigt wurde oder<lb/>
eine Durchschrift bekommen hat. <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> war über meine telefonische Ent<lb break="no"/>schuldigung sehr positiv überrascht und meinte, so fair sei er noch<lb/>
nirgends behandelt worden. Ich gebe zu, daß es sicherlich eine Selten<lb break="no"/>heit ist, wenn einem Minister ein formeller Fehler passiert, daß er sich<lb/>
dann sozusagen persönlich entschuldigen kommt, dort, weil es 8 Uhr in der<lb/>
Früh ist, niemanden antrifft, und dann noch am Telefon dies Entschuldi<lb break="no"/>gung selbst vorbringt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_09"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat daher gleich einleitend gefragt, ob die Meinungsverschieden<lb break="no"/>heit mit dem Handelsministerium ausgeräumt ist, was <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> sofort be<lb break="no"/>stätigte. Bezüglich der Auftragsvergabe an Philips konnte ich <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> mit<lb break="no"/>teilen, daß die Österreichischen Bundesforste die angebotenen Mikro<lb break="no"/>computer kaufen werden. Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> verwies auf das Bos<lb break="no"/>rucktunnel, das jetzt gerade ausgeschrieben ist. Verkehrsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> und insbesondere Generalpostdirektor <rs type="person" ref="#per__121800">Übleis</rs> verwiesen auf die<lb/>
Möglichkeit für Philips bei Fernschreibern und Nebenstellenanlagen sich<lb/>
endlich auch zu bewerben, denn hier vergibt die Post jetzt schon und<lb/>
in Hinkunft wahrscheinlich noch in viel stärkerem Ausmaße größere Auf<lb break="no"/>träge. Überhaupt hat <rs type="person" ref="#per__121800">Übleis</rs> Philips vorgeworfen, daß diese sich<lb/>
viel zu wenig um Ausschreibungen bemühen. <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> hat diese Aussprache<lb/>
sehr befriedigt gefunden, allerdings glaube ich innerlich sehr gedeftet,<lb/>
denn er hat als Generaldirektor sicher erwartet, daß seine Leute das<lb/>
Optimum an Kontakten und insbesondere Ausschreibungen an Beteiligungen<lb/>
machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_10">Beim Weggehen habe ich dann <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über den letzten Sand der<lb/>
Gespräche und Ansuchen der Fa. Grundig wegen der zollfreien Einfuhr von<lb/>
<pb n="65-0771" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-01_0771.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>japanischen Farbfernsehröhren informiert. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, Grundig hätte<lb/>
sich nicht allzu sehr um weitere Investitionen in Österreich bemüht,<lb/>
präferenziert also eindeutig Philips. Ich selbst habe einmal mehr aber<lb/>
erklärt, ich müsse mich als Handelsminister unbedingt um einen Kompro<lb break="no"/>miß bemühen, dieser konnte ja bis zum Vorjahr noch erreicht werden und<lb/>
jetzt werde ich diese Politik auf alle Fälle fortsetzen, auch dann,<lb/>
wenn ich selbst jetzt schon das Gefühl habe, daß mir dieses Jahr sicher<lb break="no"/>lich keines gelingen wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dies eingesehen. <rs type="person" ref="#per__126973">Lap</rs> ersuchte mich<lb/>
für den nächsten Tag zu Philips zu kommen, weil dort auch der Vize<lb break="no"/>präsident seiner Gesellschaft ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_11">Am Abend im Parlament standen dann noch der Initiativantrag <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs> über<lb/>
die Wirtschaftstreuhänderberufsordnung zum Beschluß an. Im Unteraus<lb break="no"/>schuß und dann noch in einem Handelsausschuß wurde einstimmig der<lb/>
Expertenentwurf <add>[beschlossen (?), den]</add> von den Sozialisten der leider sicherlich auch durch<lb/>
seine besondere Aktivität und viel zu früh aus dem Spital herausge<lb break="no"/>gangene Dr. <rs type="person" ref="#per__116393">Bechinie</rs>, für die Freiheitlichen der Präsident der Wirt<lb break="no"/>schaftstreuhänderkammer <rs type="person" ref="#per__114940">Burkert</rs> und für die ÖVP Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__113112">Böck</rs><lb/>
erarbeitet hatten. Im Unterausschuß und auch im Handelsausschuß wurde<lb/>
nur die einzige Bestimmung rausgestrichen, nämlich daß auch neben den<lb/>
Wirtschaftstreuhändern und Steuerprüfern auch der Steuerberater Aka<lb break="no"/>demiker sein sollte. Diese Bestimmung wäre zwar erst im Jahre 1990<lb/>
inkraft getreten, doch einigte man sich eben im Unterausschuß und im<lb/>
Handelsausschuß, daß diese Bestimmung nicht bleiben sollte. Dagegen<lb/>
remonstrierten das Präsidium und der Vorstand der Wirtschaftstreuhänder<lb break="no"/>kammer. Sie mobilisierten auch ziemlich viele Wirtschaftstreuhänder, die<lb/>
den Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und insbesondere den Gewerkschafter Abg.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> durch Telefonanrufe und Telegrammen hart attackierten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_12">Am späten Nachmittag wurde im Plenum dann auch die Berggesetznovelle<lb/>
verabschiedet, die eine gesetzliche Regelung des Förderzinses vorsieht.<lb/>
Hier war mir von allem Anfang an klar, daß die ÖVP dem niemals zustim<lb break="no"/>men wird, wie sich ja auch schon bei allen Vorbesprechungen und dann<lb/>
noch im Handelsausschuß eindeutig zeigte. Ursprünglich hatte auch die<lb/>
Freiheitliche Partei die Absicht dagegen zu stimmen, deren Sprecher<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> aber hatte sich bereits in einem Unterausschuß und einem<lb/>
Handelsausschuß davon überzeugt, daß es sich hier nicht um eine fiska<lb break="no"/>lische Maßnahme, sondern, wie er ausdrückte um eine rohstoffpolitische<lb/>
und richtige Maßnahme handelt, weil in Wirklichkeit wir in Österreich<lb/>
nur nachvollziehen, was in ganz Europa schon üblich ist, nämlich eine<lb/>
gesetzliche Regelung des Förderzinses. Trotzdem attackierte der ÖVP-<lb/>
Sprecher <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> diesen Gesetzentwurf, größtenteils mit falschen Zahlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_13">Der SPÖ-Abg. <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>, der als Gewerkschaftsobmann der Chemiearbeiter<lb/>
natürlich auch die ÖMV-Arbeiter zu vertreten hat, wurde von <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> be<lb break="no"/>sonders attackiert. <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> wies aber darauf hin, daß im Gesetz ja die<lb/>
Möglichkeit besteht entsprechende Zu- und Abschläge zu Förderzinsen<lb/>
zu machen. Gleichzeitig appellierte <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> an mich, ich sollte doch<lb/>
in Hinkunft überlegen, ob man nicht einen gespaltenen Gaspreis, für<lb/>
die Industrie entsprechend verbilligt, festlegen sollte. Ich habe ihm<lb/>
zugesagt, <choice><choice><sic>was</sic><corr>daß?</corr></choice></choice>, da ja sein Antrag jetzt angenommen wurde, daß der För<lb break="no"/>derzins erst ein Jahr später inkraft tritt, Verhandlungszeit für diese<lb/>
Idee gegeben ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte diesen Wunsch sofort<lb/>
prüfen und auf AK und HK Jour fixe setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_15">Bezüglich des Initiativantrages <rs type="person" ref="#per__112625">Keimels</rs> über die Wirtschaftstreuhänder<lb break="no"/>berufsordnung, welche von den Experten und im Unterausschuß und Han<lb break="no"/>delausschuß dann ohne die Akademikerklausel genehmigt wurde, gab es<lb/>
dann auch im Plenum eine harte Auseinandersetzung. Zuerst hatte ja der<lb/>
FPÖ-Experte Präs. <rs type="person" ref="#per__114940">Burkert</rs> und der ÖVP-Experte Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__113112">Böck</rs>,<lb/>
wie sie glaubten, den großen Erfolg erreicht, daß dieser Gesetzentwurf<lb/>
nicht vor der Sommerpause, sondern frühestens im Herbst auf die Tages<lb break="no"/>ordnung gesetzt werden sollte. Letzten Endes aber haben Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
und insbesondere Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> in einer Präsidiumssitzung auch Klubobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> und <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> überzeugen können, daß es besser ist, doch noch die<lb/>
Materie jetzt gleich zu erledigen. Wie sehr diese Entscheidung not<lb break="no"/>wendig und wichtig war, zeigte sich dann im Verlauf der Debatte. Die FPÖ<lb/>
hatte angekündigt, daß ein Abänderungsantrag von ihnen eingebracht wird,<lb/>
wo doch wieder die Akademikerklausel eingeführt werden sollte. Der<lb/>
Abg. Dipl.Vw. <rs type="person" ref="#per__125822">Josseck</rs> hat dies auch dann so begründet, daß er diese<lb/>
Akademikerfeindlichkeit bei den Sozialisten, insbesondere beim Gewerk<lb break="no"/>schafter Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> und beim Abg. Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, wobei er die Doktoren<lb/>
immer besonders herausstrich, nicht verstehen kann. Vorher hatte aber<lb/>
bereits der Abg. Dr. <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs>, als er die Geschichte dieses Gesetzes<lb/>
schilderte, zum Schluß erklärt, die ÖVP werde den Abänderungsantrag der<lb/>
FPÖ unterstützen. Jetzt war bei den Sozialisten eine riesige Aufregung,<lb/>
weil Präs. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> in der Früh noch mit der ÖVP vereinbart hatte,<lb/>
daß <choice><choice><sic>wir eben</sic><corr>eben, wie</corr></choice></choice> seinerzeit besprochen und vereinbart, nichts mehr an den<lb/>
Gesetz geändert wird. Der Wirtschaftsbundklubobmann HK-Präs. <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs><lb/>
hatte auch noch während der Sitzung gesagt, wo <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs><lb/>
und andere bereits <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs> in dieser Frage unterstützen, daß es bei der<lb/>
ursprünglichen Vereinbarung mit den Sozialisten bleibt. Ich war sehr<lb/>
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Bienenhaus aufgeregt nicht wußte, wie sie jetzt vorgehen sollten. <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs><lb/>
hatte mir gegenüber allerdings erklärt, Klubobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> ist nicht hier,<lb/>
er vertritt ihn und er bleibt bei der Vereinbarung. Ich war selbst auch<lb/>
sehr überrascht, daß sich <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs> dann wirklich durchgesetzt hat.<lb/>
Betreten waren auch Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__118736">Schüssel</rs>. Die Handels<lb break="no"/>kammer hatte nämlich mir gegenüber auch erklärt, daß sie nicht für<lb/>
eine Akademikerklausel sind. Der freiheitliche Redner <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> hat dann<lb/>
in seinen Ausführungen bei sehr unruhigem Haus, erstens wegen der<lb/>
Materie und zweitens aber, weil es schon verhältnismäßig sehr spät war<lb/>
und die Abg. nach Hause fahren wollten, den Vizepräsidenten <rs type="person" ref="#per__113112">Böck</rs> von<lb/>
der Wirtschaftstreuhänderkammer sehr attackiert. Dieser hatte nämlich<lb/>
in der Vollversammlung der Kammer vertrauliche Informationen des<lb/>
Unterausschusses weitergegeben und vor allem falsch dargestellt. Eine<lb/>
so unruhige und kritische Sitzung für eine Materie hat es im Parlament<lb/>
schon lange nicht gegeben. Da es sich um einen Initiativantrag handelt,<lb/>
so sah ich überhaupt keine Notwendigkeit mich dazu zu Wort zu melden,<lb/>
hier trenne ich nämlich immer sehr, ob es sich um eine von mir einge<lb break="no"/>brachte Regierungsvorlage handelt, zu der ich nämlich dann besonders<lb/>
stehen muß, oder eben um einen Initiativantrag, wo ich höchstens ein<lb/>
1/183 als Abgeordneter dran beteiligt bin. Für das überhebliche Prä<lb break="no"/>sidium und auch für den Vorstand der Wirtschaftstreuhänder wird diese<lb/>
Sitzung eine Lehre sein. Auf der einen Seite werden sie in Hinkunft<lb/>
doch vielleicht zur Kenntnis nehmen, daß die Gesetze nicht von den<lb/>
Interessensvertretungen, sondern letzten Endes vom Nationalrat beschlos<lb break="no"/>sen werden, auf der anderen Seite werden sie in Hinkunft SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
nicht nur mehr verstehen, sondern seine Kompromißvorschläge akzeptieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte beobachtet, wie es in der Wirt<lb break="no"/>schaftstreuhänderkammer in diesem Fall jetzt weitergeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_17">Mit Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, Bundesminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, Staatssekre<lb break="no"/>tär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> wurde auch über die Möglichkeit des Exportes eines öster<lb break="no"/>reichischen Gestütes nach Saudi-Arabien kurz gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> sieht<lb/>
keine Möglichkeit in kürzester Zeit eine Konstruktion zu errichten, die<lb/>
die Saudis befriedigen würde. Da GD <rs type="person" ref="#per__116997">Dautzenberg</rs> von Heid, der diese<lb/>
Exporte tätigen würde, erklärte, es genüge ihm, wenn ein Brief <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs><lb/>
an die Saudis geschickt wird, bin ich für diese Lösung besonders ein<lb break="no"/>getreten. Ich erklärte, daß selbst wenn es möglich ist, dann eine<lb/>
bessere Konstruktion, die Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> insbesondere wollte, zu fin<lb break="no"/>den ist, in der Zwischenzeit ein Brief <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> auf alle Fälle verhin<lb break="no"/><pb n="65-0774" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-07-01_0774.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dern könnte, daß der Auftrag in ein anderes Land geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>, der bei der Sitzung war, soll sich um<lb/>
diese Lösung weiter bemühen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_19">Mit Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und seinen Forstfachleuten und ich<lb/>
mit SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, Gewerbe- und OB-Leuten diskutierten wir dann spät abends<lb/>
die Verordnung zum Forstgesetz. Dort hat das Landwirtschaftsministe<lb break="no"/>rium Vorschläge gemacht, die nicht nur in Hinkunft die Errichtung von<lb/>
Betrieben erschweren würden, sondern auch für die schon bestehenden Be<lb break="no"/>triebe schwere finanzielle Belastungen durch Rauchgasentschwefelungs<lb break="no"/>anlagen usw., nach ihrem Vorschlag auch für Mittelbetriebe vorgesehen<lb/>
hätte. Zuerst gelang es in stundenlangen Verhandlungen wenigstens die<lb/>
Grenzen so zu setzen, daß sie auch von der Industrie akzeptiert werden<lb/>
können. Sehr kritisch aber war dann die Frage der jetzt schon be<lb break="no"/>stehenden Betriebe. Hier erklärte ich dezidiert und mußte feststellen,<lb/>
daß man dies auch von seiten der Handelsministeriumvertreter viel zu<lb/>
wenig zuerst beachtete, daß ich nicht bereit bin einer Verordnung zu<lb/>
zustimmen, wo Betriebe zu Schaden kommen oder vielleicht gar sperren<lb/>
müssen. Mit Recht hat Frau Min.Rat <rs type="person" ref="#per__116978">Mathes</rs> darauf verwiesen, daß <choice><choice><sic>wir</sic><corr>wenn?</corr></choice></choice> jetzt<lb/>
in den 70 <add>[-er?]</add> Jahren ein Betrieb genehmigt wurde, diese Anlage wahrschein<lb break="no"/>lich 1 oder 2 Jahrzehnte arbeitet, ohne daß man die Firma verhalten<lb/>
kann jetzt eine neue Anlage mit entsprechender Entstaubung und Ent<lb break="no"/>schwefelung einzubauen, in den meisten Fällen umzubauen, wobei es frag<lb break="no"/>lich ist, ob überhaupt die technischen Voraussetzungen schon gegeben<lb/>
sind. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat einige Male erklärt, dann geht er in die Regierung und<lb/>
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jetzt auch keine zustandebringen. Ich erwiderte sofort, dagegen habe<lb/>
ich gar nichts einzuwenden, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß<lb/>
die Regierung so schwere Belastungen oder gar daraus ausgelöste Still<lb break="no"/>legung von Betrieben beschließen würde. Ich verwies insbesondere auf<lb/>
die BBU, welche allein schon durch die Schwermetallbestimmungen, die vor<lb break="no"/>gesehen sind, in die größten Schwierigkeiten käme, obwohl sie jetzt<lb/>
wieder ein schwer defizitärer Betrieb ist. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat dies dann auch<lb/>
eingesehen und diese Bestimmungen aus der Verordnung überhaupt heraus<lb break="no"/>genommen. Letzten Endes einigten wir uns dahingehend, daß SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
eine entsprechende Übergangsbestimmung formulieren wird, ich verlangte<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-07-01_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte die wirklich optimalste Lösung für die<lb/>
die Industrie vorschlagen, die wir noch dem Landwirtschaftsministe<lb break="no"/>rium zumuten können.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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