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            <title type="main">Dienstag, der 22. Juni 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band65_1982-06-22</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_01">Dienstag, 22. Juni 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_02">AK, Dkfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, und Gewerkschaftsbund, Mag. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs>, sehen ein, daß die<lb/>
Benzinpreisfreigabe verlängert werden soll. Durch die $-Kurserhöhung und<lb/>
sonstige Kostenverteuerungen ist derzeit das Erlösbündel der Ölfirmen<lb/>
mit 250,–– S untergedeckt. Eine amtliche Preisregelung würde den Multis<lb/>
und der ÖMV nur die gute Gelegenheit geben, sofort einen neuen Preisan<lb break="no"/>trag auf Preiserhöhung zu stellen. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wird versuchen, ob ein<lb/>
gewisses Stillhalten für die Preisfreigabeverlängerung zu erreichen ist.<lb/>
Da wir das letztemal die Landeshauptleute gefragt haben, einige ich mich<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, daß wir nicht wieder eine Sitzung einberufen, sondern ein<lb/>
Fernschreiben an alle richten, ob sie mit der Verlängerung einverstanden<lb/>
sind, was ich sicherlich annehme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_03">Die Fa. Feibra, eine Werbemittelverteilung und gleichzeitig auch Heraus<lb break="no"/>geber der Konsumentenzeitung <del>der</del> "Einkauf" bekommt die Genehmigung zur<lb/>
Führung des Staatswappens, die Firma hat alle Verteiler mit ihren Autos,<lb/>
die ganze Straße war rechts und links schräg verparkt, zu diesem festli<lb break="no"/>chen Anlaß geladen. Da ich gleichzeitig auf der Straße das Firmenschild<lb/>
enthüllen mußte, habe ich natürlich gleichzeitig auch die Verleihung auf<lb/>
der Straße nach einer Ansprache ohne Mikrophon vorgenommen. Die Firma<lb/>
wurde 64 erst gegründet, von <add>[dem]</add> damals 22-jährigen Studenten <rs type="person" ref="#per__1137872">Brauner</rs>, 76<lb/>
% Anteil, und dem Prokurist <rs type="person" ref="#per__1137873">Feistl</rs>, 24 %, in einer Zimmer-Küche-Wohnung.<lb/>
Jetzt haben sie das ganze Haus erworben, insgesamt also ca. 25 Mio. S<lb/>
investiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_04">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> fragte mich, ob ich das Hotel Kahlenberg, welches der Ge<lb break="no"/>meindeverwaltung große finanzielle Probleme beschert, als internationale<lb/>
Fremdenverkehrsschule subventionieren würde. Ähnlich wie in Salzburg<lb/>
Kleßheim möchte die Gemeinde auf diese Art das Hotel besser nützen<lb/>
oder zumindestens eben als Schule entsprechend subventioniert bekommen.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> sofort gesagt, daß wir auch die anderen Fremdenverkehrs<lb break="no"/>schulen, z.B. das Modul, nicht subventionieren. Vor allem habe ich ihm<lb/>
empfohlen, er müßte, wenn so etwas zustande kommt, eine Fremdenverkehrs<lb break="no"/>schule ähnlich <choice><choice><sic>von</sic><corr>dem</corr></choice></choice> Modul gründen, wo dann entsprechende fremde Schüler,<lb/>
wenn man will, <choice><choice><sic>in</sic><corr>zu</corr></choice></choice> einem sehr hohen Prozentsatz ausgebildet werden können.<lb/>
Eine reine internationale Schule halte ich nicht für sinnvoll und zweck<lb break="no"/>mäßig. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat übernommen, die notwendigen Informationen der Ge<lb break="no"/>meinde Wien zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Das Projekt erscheint mir auf alle<lb/>
Fälle studienwürdig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_06">In der MRV berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Vorsprache des Bundesparteiobmanns<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>. Dieser hat ihm ein Lehrlingsprogramm übergeben, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat vor<lb break="no"/>geschlagen, es sollte die seinerzeitige Arbeitsgruppe, von sozialistischer<lb/>
Seite Kabinettschef <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, ÖGB-Sekretär <rs type="person" ref="#per__114585">Schmidt</rs>, Wirtschaftssprecher<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs>, und jetzt dann noch vom ÖGB der ehem. Jugendsekretär <rs type="person" ref="#per__112979">Verzetnitsch</rs><lb/>
und ein AK-Mann diese Vorschläge prüfen. Gleichzeitig sollte auch der<lb/>
ÖGB-Vorschlag, den er jetzt auch erhalten hat, in die Besprechungen<lb/>
einbezogen werden und verglichen <add>werden,</add> was bis jetzt die Regierung gemacht<lb/>
hat, was der ÖGB seit eh und je fordert und welche Vorschläge jetzt die<lb/>
ÖVP macht. Nach Meinung <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> läuft beim ÖVP-Vorschlag alles darauf<lb/>
hinaus, Steuersenkung, Sozialversicherungssenkung, entsprechende öffent<lb break="no"/>liche Subvention zu bekommen, der Vorschlag der ÖVP, schätzt er, würde<lb/>
500 Mio. S kosten. Die Lehrlingsfrage wurde durch die Medien dramatisiert,<lb/>
die Kronen-Zeitung betätigt sich jetzt so wie der Kurier als Lehrlings<lb break="no"/>stellenvermittler, obwohl sie dabei nur ihr Geschäft sehen. Insbesondere<lb/>
wird der Eigentümer <rs type="person" ref="#per__97392">Dichand</rs>, der hunderte Mio. Gewinn macht, mit der Zei<lb break="no"/>tungspolitik bis zu den nächsten Wahlen sich gegen die Regierung stellen.<lb/>
Auch die CA hat jetzt eine aufwendige Public-Relations-Arbeit anstelle<lb/>
ihre Konzernbetriebe zu sanieren. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ärgert sich sicherlich, daß<lb/>
durch GD <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> jetzt immer wieder in den Massenmedien kommt, obwohl<lb/>
er dies bestreitet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_07">Mit <add>[dem]</add> BMW-Vorstand hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt Gespräche wegen der Motorproduktion<lb/>
geführt. Dort gibt es einen gewissen <rs type="person" ref="#per__1137874">Reuter</rs> <add>[Fa. Daimler, nicht BMW, daher evtl. Falschidentifikation oder Fehler im TB, Anm.]</add>, Sohn des ehem. Berliner<lb/>
Bürgermeisters, der als Genosse, wie er sagt, ihn offen informiert. Die<lb/>
BMW werden ihre Motorproduktion in Steyr ein Jahr früher aufmachen als<lb/>
beabsichtigt und damit 1000 beschäftigen. In der Fraktion des ÖGB<lb/>
erwähnte er dann noch, daß dafür 7 Mrd. S investiert werden müssen und<lb/>
daß er mit Oberösterreich verhandeln muß, welchen Anteil dieses Land<lb/>
übernimmt, denn zum Unterschied von Wien und der Steiermark wehrt sich<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> gegen eine hohe Landessubvention. Steyr-Daimler-Puch, ein<lb/>
Konzernbetrieb der CA, hat zwar den höchstbezahlten Manager, aber dieser<lb/>
hat die Listmotorproduktion verbaut. Anstelle daß er die Friedmann-Maier-<lb/>
Pumpe eingebaut hätte, ein Taxi in Wien läuft mit diesem neuen Motor und<lb/>
dieser Konstruktion, hatte er die Fa. Bosch genommen und damit funktio<lb break="no"/>niert es nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_08"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwähnt dann noch die Problematik des Jugendeinstellungsgesetzes,<lb/>
weil ihn scheinbar die Unternehmer sagen, jetzt werden sie keine Lehr<lb break="no"/>linge einstellen, sie warten ab, ob <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> mit dieser schlechten Idee<lb/>
durchdringt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_09">Bei einer AK-Funktionärszusammenkunft mit ihm wurde ihm vorgeworfen, daß<lb/>
das Regierungsprogramm noch immer nicht zum Tragen kommt, obwohl es<lb/>
bereits im Jänner beschlossen wurde, die AK-Leute fürchten, daß sogar<lb/>
der Winter 82/83 noch immer keine entsprechende Beschäftigung bringen<lb/>
wird, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt sogar ein zweites Programm ausge<lb break="no"/>arbeitet, aber eben nicht durchgeführt wird.<lb/>
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Leoben stattfinden, <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> hat aber jetzt für Mürzzuschlag entschieden,<lb/>
sollen alle Wirtschaftsminister anwesend sein, ich entschuldige mich,<lb/>
weil <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> mir sagt, da hätte ich die Bulgaren. Nachher stellte sich<lb/>
allerdings heraus, daß dies nicht der Fall ist und ich werde daher an<lb/>
dieser Konferenz teilnehmen. Bei dieser Gelegenheit möchte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> das<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117678">Tichy</rs>-Gutachten hart kritisieren und insbesondere über die Finanzierung<lb/>
der Fa. Benk entsprechende Unterlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mir diese beiden Punkte auch<lb/>
zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_12"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommt natürlich auf die Fa. Bauknecht zur reden und meint, er er<lb break="no"/>fährt und erfährt nichts und er möchte jetzt wissen, was in Zukunft ge<lb break="no"/>schieht. Ich erkläre ihm sofort, daß er durch Teilnahme vom BKA-Vertreter<lb/>
ja informiert sein muß, daß wir jetzt abwarten müssen, was die Deutschen<lb/>
machen. Durch den Insolvenzentgeltsicherungsfonds, 140 Mio. S, die Löhne<lb/>
garantieren und daß jetzt 80 % der Produktion normal läuft. In Zukunft<lb/>
wird jetzt derzeit überlegt, ob man italienische Hubschrauber kauft<lb/>
und dafür eine Motorenkompensation mit dem Spielbergmotorenwerk Bauknecht<lb/>
wieder durchführt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der heute sehr schlecht aufgelegt ist,<lb/>
brummt, daß seien alles keine Zukunftslösungen, berichtet dann aber, daß<lb/>
es ihm geglückt ist, <add>[die]</add> EUMIG-Werkzeugfabrik jetzt in Fohnsdorf an die<lb/>
Deutschen zu verkaufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_13"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet über die erste Besprechung mit den Vertretern wegen<lb/>
des Katholikentages 1983. Die sozialistische Regierung muß mindestens<lb/>
dieselbe Hilfe geben wie 1952. Das Bundesheer sollte mitwirken, zwei<lb/>
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ist der Unterrichtsminister, die Frage ist natürlich, ob man die Finan<lb break="no"/>zierungswünsche des Katholikentages erfüllen kann. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> äußert sich<lb/>
nicht, wahrscheinlich weiß er auch die Höhe noch gar nicht endgültig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_14"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat bezüglich der Jungärzte Informationen, daß diese keine<lb/>
klinische Praxis bekommen und schlägt vor, daß man auch den Landärzten<lb/>
Jungärzte zur Ausbildung zuteilen sollte. <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> verweist darauf, daß<lb/>
derzeit eine Überproduktion an Ärzten ist und daß daher eine Ärzteschwem<lb break="no"/>me zu erwarten ist, er selbst hat als Abg. und Ärztekammervertreter seit<lb/>
eh und je darauf hingewiesen. Derzeit ist für Spitalsausbildung 18 Monate<lb/>
Wartezeit, wodurch eben tatsächlich die fertigen Mediziner von den Hoch<lb break="no"/>schulen keine Chance haben unterzukommen. Derzeit sind noch 500 Aus<lb break="no"/>länder in den Spitälern. In Wien gibt es aber auch 500 arbeitslose Ärzte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> erklärt, er hat seinerzeit als Gesundheitsminister Sonderaktionen<lb/>
festgelegt, die aber nicht ausgenützt werden. Die Lehrpraxiskosten<lb/>
würden in einem solchen Fall auch vom Bund mitfinanziert werden können.<lb/>
Gleichzeitig könnte man auch die Auslandspraxis für die Ausbildung an<lb break="no"/>rechnen. In Arabien könnten dann viele inländische Ärzte tätig sein und<lb/>
gut verdienen, uns Devisen bringen und die Ausbildungsplätze in Öster<lb break="no"/>reich entlasten. Da die Wissenschaftsministerin <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> nicht anwesend<lb/>
ist, die ja immer wieder erklärt, es gibt keine Schwemmen, einigen <add>[sich]</add><lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> darauf, daß sie innerhalb von 10 Tagen ein Konzept<lb/>
vorlegen werden.<lb/>
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und nicht, wie in dem Ministerratsantrag steht, für die Palästinenser zu<lb/>
sprechen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> meint, jetzt einmal 500.000 S und es können weitere<lb/>
Mittel dann jederzeit gegeben werden, er wehrt sich nur, daß man wieder<lb/>
verdoppelt. Bei den Polen hat er festgestellt, daß man über Bruder<lb/>
in Not aus Deutschland gesammelte Beträge ganz einfach nach Österreich<lb/>
transferiert hat, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> macht den Zwischenruf, Prälat <rs type="person" ref="#per__126407">Ungar</rs> hat uns<lb/>
hier ausgenommen, wodurch die österreichische Caritas verdoppelte Be<lb break="no"/>träge, die gar nicht bei uns gesammelt wurden, verteilen konnte. Es<lb/>
wird daher beschlossen, daß für die Libanesenhilfe keine Verdoppelung<lb/>
vorgesehen ist.<lb/>
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5 nichts anderes erreicht haben, als daß sie jetzt auf den hohen Zinsen,<lb/>
die sie nur ein klein wenig gesenkt haben, treiben können, weil eben der<lb/>
Staat mehr Subvention ihnen indirekt gewährt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_17"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> nimmt Bezug auf die Jugendarbeitslosigkeit und meint, daß die<lb/>
Schulabgänger zwar geringer werden, aber eine reservierte Haltung der<lb/>
gewerblichen Wirtschaft festzustellen ist. In Wien wird eine große Stützung<lb/>
gewährt, derzeit sind 3.000 arbeitslose Jugendliche, davon sind allerdings<lb/>
50 % mehr als 19 Jahre alt und haben schon eine Lehre absolviert. Bei<lb/>
den 3.000 arbeitslosen Jugendlichen gibt es auch 400 Köche und Kochge<lb break="no"/>hilfen. Was jetzt stark zunimmt, sind die Schulunterbrecher, die <add>[die]</add> 6. und<lb/>
7. Klasse abgeschlossen haben und jetzt aussteigen. Die Kronen-Zeitung<lb/>
bringt mit großem Erfolg, daß der Konsum jetzt 200 Lehrlinge zusätzlich<lb/>
einstellt. GD <rs type="person" ref="#per__113061">Kaditz</rs> hat es <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> schon bei der Parteivorstandssitzung<lb/>
zugesagt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wiederholt, die Regierung muß vorausschauend Entschei<lb break="no"/>dungen treffen, wenn sie dies nicht macht, wird sie das nächstemal eben<lb/>
nicht gewählt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_18"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommt dann auch auf die Lohnäußerung <rs type="person" ref="#per__97891">Salchers</rs>, daß unter den Le<lb break="no"/>benshaltungskosten Steigerungen abgeschlossen werden sollten. BR <rs type="person" ref="#per__1137656">Sommer</rs><lb/>
von der ÖVP als Obmann der öffentlich Bediensteten hat natürlich diesen<lb/>
Vorschlag nicht akzeptiert. Man müsse aber überlegen, ob es eine Be<lb break="no"/>grenzung nach oben von Lohnerhöhungen geben sollte, bei einer Gewissen<lb/>
Höhe könnte man erklären, gibt es keine Gehaltserhöhung beim öffentlichen<lb/>
Dienst. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> bemerkt, daß die Handelskammer bis jetzt immer gesagt<lb/>
hat, sie kann und wird das Jugendarbeitslosenproblem lösen und Lehrlinge<lb/>
einstellen, jetzt macht die ÖVP Horrormeldungen und präsentiert den <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>-<lb/>
Plan. Wenn es nämlich gelingt die Jugendlichen unterzubringen, dann kann<lb/>
sie sagen, es war ihr Erfolg und gelingt es nicht, dann wird sie die Re<lb break="no"/>gierung kritisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_19"><rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> berichtet, daß er mit dem Innungsmeister <rs type="person" ref="#per__134234">Letmaier</rs> vom Bau<lb break="no"/>gewerbe eine harte Aussprache hatte. Dieser behauptet auch, es geschieht<lb/>
nichts, obwohl er sich in seiner eigenen Firma mit seinem Kompagnon<lb/>
verspekuliert hat. Alles, was technisch und finanziell möglich ist, hat<lb/>
das Bautenministerium vorgezogen, von 82 Hochbauten sind 64 Neubauten<lb/>
möglich, wovon 48 bereits mit einem 2-Mrd.-Aufwand begonnen wurden. Im<lb/>
Straßenbau sind im Juni bereits 55 % aller Mittel ausbezahlt. Die Sonder<lb break="no"/>gesellschaft hat mehr als 940 Mio. gegenüber dem Vorjahr vergeben. Man<lb/>
darf nicht vergessen, daß das Bundesbudget aber vom Bautenministerium<lb/>
6,8 % des österreichischen Bauvolumens ausmacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_20">Er hat jetzt mit den Betriebsräten von Bauknecht in Trieben gesprochen.<lb/>
Diese teilten ihm mit, daß <rs type="person" ref="#per__1137776">Günther Bauknecht</rs> sie informiert hat, von den<lb/>
1.200 Beschäftigten werden 800 weggegeben und nur mehr 400 eine Beschäfti<lb break="no"/><pb n="65-0719" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-06-22_0719.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gung finden können. Die Betriebsräte fühlen sich falsch und schlecht<lb/>
informiert und hoffen auf Philips resp. Thomson-Brandt, die ev. Bauknecht<lb/>
Österreich übernehmen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, Philips redet nur rum, um öffent<lb break="no"/>liche Aufträge zu bekommen, wird aber nichts machen und die Franzosen,<lb/>
Thomson-Brandt, denken überhaupt nicht daran.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_21"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet, daß er 12.000 Flüchtlinge weggebracht hat, insgesamt<lb/>
standen 20.000 in Österreich, 1.000 wollen in Österreich bleiben. Er be<lb break="no"/>richtet auch, daß im Libanon die medizinische Versorgung nicht gewähr<lb break="no"/>leistet ist und daß man dorthin jetzt nichts transportieren kann.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, daß jetzt in Israel die Labour ein Mißtrauensvotum gegen<lb/>
die Regierung einbringen werden, dabei werden aber 10 Labourabgeordnete<lb/>
mindestens für die Regierung <rs type="person" ref="#per__112985">Begins</rs> stimmen. Kreisky sieht in der Inter<lb break="no"/>nationalen jetzt die Hoffnung, daß Mapai mit einer sozialdemokratischen<lb/>
Vergangenheit jetzt das Labourlager verlassen und die Sozialistische<lb/>
Internationale <choice><choice><sic>Aufnahmen suchen</sic><corr>um Aufnahme ersuchen</corr></choice></choice>. <rs type="person" ref="#per__112984">Peres</rs> hat einen Streit innerhalb seiner<lb/>
Partei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_22"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> berichtet, er hat sowohl mit UNO Gen.-Sekr. im Roten Kreuz als auch<lb/>
in Wien mit dem israelischen Botschafter über die Möglichkeit von Hilfs<lb break="no"/>lieferungen gesprochen. Dazu besteht keine Bereitschaft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_23"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> korrigiert seine Meinung bezüglich der Zahlungsfähigkeit von<lb/>
Ungarn. Die Ungarn haben beim Ansuchen an den Währungsfonds ihre Situ<lb break="no"/>ation rosig dargestellt. Sie hatten auf 300 Mio. $ standby durch die<lb/>
Bank für internationalen Zahlungsausgleich verwiesen, die sie nicht<lb/>
bekommen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> glaubt daher, die 15 Mrd. S der Österr. Kontrollbank für<lb/>
den Pipelinebau würden nicht zur Verfügung gestellt werden. Ob die Pipe<lb break="no"/>line überhaupt gebaut wird, ist fraglich, die Deutschen brauchen auch<lb/>
weniger Gas und nicht so bald, als die Russen angenommen haben. Österreich<lb/>
könnte überhaupt nur den Österreichanteil finanzieren und nicht über<lb/>
eine österreichische Handelsgesellschaft auch womöglich den Deutschen<lb/>
Anteil. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwidert sofort, die Notenbanken haben in Deutschland,<lb/>
aber auch in Österreich aus Gesinnungsgründen, hier für die amerikanische<lb/>
Politik durch konsequente Maßnahmen den Ostblock zu ruinieren, unter<lb break="no"/>stützt. Diese Stellungnahme trifft für <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs>, aber auch für <rs type="person" ref="#per__124055">Leutwiler</rs><lb/>
zu. Auf der einen Seite hat man den Ungarn 100 Mio. $ Kredit versprochen,<lb/>
auf der anderen Seite hat man vorher aber alle anderen ausländischen<lb/>
Guthaben abgezogen, würde dies in Österreich geschehen, wären wir auch<lb/>
bankrott. Die Gaspipeline ist ein gigantisches Vorhaben. Die Franzosen<lb/>
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diese Lizenz bekommen. Der Österreichanteil ist noch nicht feststehend;<lb/>
wenn Deutschland die Haftung übernimmt, dann soll auch Österreich noch<lb/>
einmal prüfen, da dieses Geschäft für die VEW von existenzieller Bedeutung<lb/>
ist. Ich informierte sofort über meinen Ungarnbesuch und über die<lb/>
Aussprache mit dem Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__134126">Marjai</rs> und Außenhandelsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> sowie dem Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__133014">Kapolyi</rs>. Ich versuchte dann <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> davon<lb/>
zu überzeugen, daß wir zumindestens den Österreichteil, wenn es tatsäch<lb break="no"/>lich zum Abschluß mit den Franzosen und damit <add>[der]</add> VÖEST-Alpine kommt und<lb/>
falls Mannesmann abgeschlossen wird, dann auch dort der Österreichteil<lb/>
unbedingt von der Österr. Kontrollbank finanziert werden müßte. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
war zum Schluß dann unter 4 Augen mir gegenüber einverstanden, wenn die<lb/>
Italiener auch mit tun.<lb/>
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für die Kinder- und Frauen-Familienzusammenführung auch Geld aufgewendet.<lb/>
Jetzt sind die Polen an sie herangetreten auch die Rückführung mit zu<lb/>
unterstützen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> warnt davor, denn Österreich sollte keine wie<lb/>
immer geartete Hilfsmaßnahme für die Rückführung gewähren, da keine Ge<lb break="no"/>währ besteht, daß doch nicht diese Leute vielleicht verhaftet werden,<lb/>
es würde dann heißen, Österreich hat hier mitgemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_25">Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> und MR <rs type="person" ref="#per__131812">Artner</rs> informieren mich, daß seinerzeit SC <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> die<lb/>
schriftliche Weisung gegeben hat, daß bei der Strahlenschutzverordnung,<lb/>
die den Bergbau betrifft und daher vom Handelsministerium zu erlassen<lb/>
ist, unbedingt in der jährlichen Dosis von 5 Millirem, die ein Arbeiter<lb/>
normalerweise zusätzlich bekommen darf, medizinische Untersuchungen<lb/>
eingerechnet werden müssen. Dies wäre eine härtere Haltung, als das Ge<lb break="no"/>sundheitsministerium verlangt. Ich halte diese Weisung für lächerlich<lb/>
und falsch, denn was geschieht, wenn ein Arbeiter Anfang des Jahres in<lb/>
Spitalsbehandlung kommt und röntgenbestrahlt wird oder stark röntgen<lb break="no"/>untersucht wird, er könnte dann nicht mehr im Bergwerk arbeiten, wer gibt<lb/>
ihm dafür die finanzielle Entschädigung, außerdem, daß wir die wir gar<lb/>
nicht die Kompetenz für all diese medizinischen Spezialfragen haben,<lb/>
päpstlicher als der Papst sein nämlich als das Gesundheitsministerium,<lb/>
halte ich für eine verrückte Idee von SC <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Versuche einmal festzustellen, ob es nicht<lb/>
noch so spezielle <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>-Ideen und Anwendungen gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_27">Die Fa. Wessenthaler, Baustoffgroßhandel aus Attnang-Puchheim, wollte<lb/>
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überreicht. Der Besitzer hat mich inständigst gebeten, wenn ich nach<lb/>
Attnang-Puchheim einmal durchfahre unbedingt ihn einmal zu besuchen,<lb/>
was ich auch zusagte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte gelegentlich darauf zurückkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_29">Eine kanadische Delegation mit dem Arch. <rs type="person" ref="#per__114090">Hlaweniczka</rs>, der den Franz-Jo<lb break="no"/>sefs-Bahnhof verglast und überbaut hat, wollte unbedingt mit dem zu<lb break="no"/>ständigen Minister sprechen. Ich habe ihnen die Freude gemacht, obwohl<lb/>
dabei fürs Handelsministerium nichts herausschaut, unser Handelsdelegier<lb break="no"/>ter in Kanada, <rs type="person" ref="#per__114589">Canisius</rs>, meinte, das Hauptproblem ist noch immer, wer<lb/>
finanziert es drüben. Da es eine sehr lockere Aussprache war und ich<lb/>
sogar in englisch etliche Gags anbringen konnte, hat mir diese Ausspra<lb break="no"/>che wirklich auch persönlich Freude gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_30">Der bulgarische Botschafter <rs type="person" ref="#per__113027">Georgiew</rs> und Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113838">Penkow</rs> sind mit<lb/>
einem Schreiben von Minister <rs type="person" ref="#per__113028">Christow</rs> gekommen. Dieser hat sich auf den<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113024">Schiwkow</rs>-Besuch bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bezogen und gemeint, dort hätte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihnen<lb/>
zugesichert, daß die Kredite verlängert <add>[werden]</add> und <add>[sie]</add> neue bekommen und daß dies<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> machen wird. Ich stellte sofort klar, daß dies nicht meine<lb/>
Kompetenz ist, sondern daß ich dieses Schreiben mit dem Finanzminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> besprechen werde und so schnell als möglich beantworten. Der<lb/>
seinerzeitige 4-Mrd.-S-Kredit läuft jetzt aus und müßte weiter verlängert<lb/>
werden, einmal haben wir dies schon gemacht, ein neuer 800- bis 1-Mrd.-S-<lb/>
Kredit für Konsumgüter und Stahlprodukte mit 3–4 Jahren Laufzeit ge<lb break="no"/>währt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_31"><rs type="person" ref="#per__113838">Penkow</rs> beschwerte sich dann bei mir, daß jetzt das Land- und Forstwirt<lb break="no"/>schaftsministerium Qualitätskontrollen bei Feldparadeisern einführt, dies<lb/>
nur bei bulgarischen und nicht bei albanischen, die ihnen eine harte<lb/>
Konkurrenz machen. Außerdem wurde seinerzeit bei Schnittblumenimporten,<lb/>
Rosen und Nelken die 20-Tage-Frist, bis die Quittierung erfolgt, meist<lb/>
ausgenützt, sodaß dann das Geschäft unaktuell war und nicht mehr abge<lb break="no"/>wickelt werden konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Dr. <rs type="person" ref="#per__114601">Sachs</rs> wird im Landwirtschaftsministerium<lb/>
intervenieren, bitte den Bericht dann vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_33">In der ÖGB-Bundesfraktion hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die aktuelle Situation ähnlich<lb/>
<add>[wie]</add> im Ministerrat berichtet. Dort hat er nur unter Siegel der strengsten<lb/>
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über die Wirtschaftsfragen mit ihm zeigte, in Wirklichkeit wegen der<lb/>
personellen Probleme gekommen ist. In der ÖMV wird es ein Fachmann, auch<lb/>
dann, wenn es kein ÖVP-ler wäre, ebenso in der Tabakregie. <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> fragt<lb/>
aber an, ob nicht die Dkfm. <rs type="person" ref="#per__97907">Schaumayer</rs>, ehem. Stadtrat, zur ÖMV kommen<lb/>
könnte, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, sie muß sich eben bei der Ausschreibung bewer<lb break="no"/>ben. Bei der ÖIAG sind die 2 ÖVP-ler unfähig. Dort will jetzt die ÖVP<lb/>
den Dr. <rs type="person" ref="#per__1137875">Raidl</rs> von der AK unterbringen. Den goutiert <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_34"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kam dann auch auf das Medienproblem, alle gegen die Regierung, zu<lb/>
sprechen und meinte, nach der ORF-Intendantenwahl wird es auch dort noch<lb/>
schlechter werden. In der Diskussion fragte dann Bildungsreferent<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112030">Prokop</rs>, wie dies zusammenpaßt, daß <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> erklärte, <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs> wird jetzt<lb/>
im Kuratorium von dem Vorsitzenden Grazer Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__133385">Stingl</rs> von<lb/>
uns vorgeschlagen werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, das hilft eben nichts, drei<lb/>
Leute stimmen dort immer gegen uns, auf die wir geglaubt haben uns ver<lb break="no"/>lassen zu können. <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs> sei konservativ und reaktionär, aber mit ihm<lb/>
kann man wenigstens noch was ausmachen und die SPÖ kann <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs> nicht<lb/>
verhindern. Gefährlich sind ja nur die Trabanten, die er hinbringt:<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140711">Rabl</rs>, seinen Schwiegersohn, <rs type="person" ref="#per__122297">Strobl</rs>, der sich als Dummkopf die Bemerkung<lb/>
Gustostückerl Falkland, wo 1000 Tote sind, und Sonstiges erlaubt.<lb/>
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wieder muß eine Richtigstellung machen, daß in Fürstenfeld die Frauen<lb/>
nicht 4.300 S verdienen, wie er berichtet hat, sondern eben das Doppelte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs> ist ein wichtiger Mann im Rundfunk, der immer als<lb/>
Aufpasser dort fungiert.<lb/>
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und Steuerermäßigungen will, zu sprechen. Er erwähnte dabei das Mittel<lb break="no"/>standsgesetz, welches er entschieden ablehnt, da dort auch Betriebsmittel<lb/>
subventioniert werden sollen. Dies wird er <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, mit dem er jetzt<lb/>
zusammenkommt, mit aller Deutlichkeit sagen. Ich machte den Zwischenruf,<lb/>
Betriebsmittel sind nicht drinnen, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr verärgert feststellte<lb/>
und meinte, ich sollte das Gesetz in der Gewerkschaftsfraktion vorlesen.<lb/>
Da ich es leider nicht hatte und gar nicht die Absicht hatte dies zu<lb/>
tun, wurde in der Diskussion dann nicht mehr darüber gesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_36">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat mich aber vorher schon verzweifelt angerufen<lb/>
und meinte, er hätte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Verhandlungen über dieses Gesetz<lb/>
informiert und erfahren, daß er dies ganz entschieden ablehnt. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
weiß nicht, wie es weitergeht. Ich habe ihm sofort gesagt, warte ab, bis<lb/>
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Haltung und Meinung, dann brauchen wir ja das Gesetz nicht zu machen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>, mit dem <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> gesprochen hat, hatte auch dieselbe Meinung wie<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_37">In der weiteren Diskussion kam dann <rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs> auf den Bau der Kraft<lb break="no"/>werke zu sprechen und erwähnte besonders das Umbaltal, dort gäbe es<lb/>
500 Besucher im Sommer, insgesamt 10.000 im Jahr. Die Bauarbeiter stellen<lb/>
sich vor ein Ausgleichsbecken unten zu machen und nach den Umbalfällen<lb/>
das Wasser wieder raufzupumpen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ging auf diese Problematik über<lb break="no"/>haupt nicht ein. Bauarbeiter <rs type="person" ref="#per__115024">Rautner</rs> verwies darauf, daß das Sonderwohn<lb break="no"/>bauprogramm der Regierung entsprechende Baumöglichkeiten qibt, aber<lb/>
daß er immer wieder feststellen kann, bei allen Regierungsmaßnahmen tre<lb break="no"/>ten Verzögerungen von 6 bis 8 Monaten ein. Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> vom Konsum meinte,<lb/>
sie wollten die Brotfabrik in Leoben längst neue bauen, alles ist von den<lb/>
Wiener Zentralstellen geregelt, nur die Landesregierung macht nichts und<lb/>
lehnt alles ab. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersuchte um Unterlagen für die Regionalkonfe<lb break="no"/>renz. Die Obmännin der Gewerkschaftsfrauen <rs type="person" ref="#per__131467">Metzker</rs> beschwerte sich bitter,<lb/>
daß die Frauenarbeitslosigkeit immer falsch und anders dargestellt wird.<lb/>
In der AZ, <rs type="person" ref="#per__109051">Dohnal</rs> im Kurier, und dann soll sie als Gewerkschafterin<lb/>
und die Gewerkschaftsbewegung dagegen ankämpfen. Ähnlich wird es bei<lb/>
der Jugendarbeitslosigkeit sein, was notwendig ist, ist eine Koordina<lb break="no"/>tion innerhalb des SPÖ-Klubs und vorher eine Diskussion im kleinen<lb/>
Kreis und nicht jeder soll immer mit irgendwelchen Ideen rausplatzen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann im Schlußwort auf die Punkte, die ihn interessierten<lb/>
und wo er etwas sagen wollte, geantwortet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_38">Anschließend hat vom <choice><choice><sic>IMAS-Institut</sic><corr>?</corr></choice></choice> in Deutschland Genosse <rs type="person" ref="#per__1137876">Klaus Lipeld</rs><lb/>
über den Verfall der Sozialdemokratischen Partei eingehend berichtet,<lb/>
aufgrund von Meinungsumfragen die sie ja ständig auch erstellen. 1980<lb/>
war das zweitbeste Wahlergebnis der SPD und alle behaupten, jetzt sei<lb/>
das Problem für längere Zeit gelöst. Innerhalb von 1 1/2 Jahren ist<lb/>
dann ein Verfallsprozeß in Deutschland aufgetreten, den sich niemand vor<lb/>
stellen konnte. <rs type="person" ref="#per__114585">Schmidt</rs> hat noch immer ein sehr gutes Ergebnis, die Be<lb break="no"/>völkerung bewertet ihn immer noch mit 65 % sehr positiv. Die Regierung<lb/>
wird dagegen wesentlich schlechter beurteilt, angeblich nur mehr 10 %,<lb/>
was <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> bezweifelte, denn 65 % der Bundeskanzler und 10 % nur die Re<lb break="no"/>gierung ist nicht gut möglich. <rs type="person" ref="#per__1137876">Lipeld</rs> erklärte dies dann und meinte,<lb/>
Hauptgrund sei, daß 70 % der Leute sagen, die SPD ist total zerstritten.<lb/>
Die SPD hat auch jetzt in den Unterorganisationen, Ortsgruppen nicht nur<lb/>
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nicht fertige Studenten, ausgeflippte Junge Generationler usw. die<lb/>
Führung übernommen, wo <add>[es]</add> Arbeit gibt wie z.B. die Kassierung, das machen<lb/>
noch die Arbeiter. Die Arbeiter fühlen sich daher in der SPD nicht mehr<lb/>
zu Hause. Daher verliert überall die Sozialdemokratische Partei bei<lb/>
allen Landtagswahlen, Städtewahlen usw. bis zu 10 %. 2/3 davon gehen<lb/>
zur CDU, 1/3 zu der FDP und zu den Grünen. Die Jungen gehen weg.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_39">Obmann <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> der Metallarbeiter hat dann einen Anruf bekommen von der AZ,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt gesagt hat, man wird einen Sockelbetrag in der Lohn<lb break="no"/>politik einführen. Metallarbeiter haben dies ganz entschieden abgelehnt<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> ist über die Äußerungen von <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und auch anderer zur Lohn<lb break="no"/>politik sehr unglücklich. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> meint, durch einen Sockelbetrag wird das<lb/>
Lohnbild derogiert, die Gewerkschaften werden daher ihre Lohnpolitik<lb/>
bis jetzt weiter fortsetzen, bei den Metallarbeitern gibt es ein Ver<lb break="no"/>hältnis vom niedrigsten bis zum höchsten Lohn von 1 zu 2,5, beim öffent<lb break="no"/>lichen Dienst ist es 1:7 und jede Gewerkschaft wird nach ihren Bedürf<lb break="no"/>nissen handeln. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> berichtete dann, warum in der AK der Sockelbetrag<lb/>
abgelehnt wird. Dort haben die Bedienerinnen bereits 9,400 S als Mindest<lb break="no"/>betrag, da kann man nicht noch die unteren weiter aufstocken. Die Betriebs<lb break="no"/>räte haben dies abgelehnt und es kann daher zu Auseinandersetzungen in<lb/>
den Arbeiterkammern kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-22_40">Beim Klub der Bezirksräte habe ich über den Artikel der Tribüne, unserer<lb/>
Jungsozialisten, Grünen und sonstiger Alternativler Zeitschrift, die<lb/>
jetzt allerdings vom Parteivorstand schon verwarnt wurde und die darüber<lb/>
schreibt, daß wir auf der Landstraße undemokratisch den alten Bezirks<lb break="no"/>vorsteher entfernt haben. Jetzt ist sozusagen mit <rs type="person" ref="#per__144759">Reviczky</rs> ein Mann ge<lb break="no"/>kommen, der ohne besondere Unterstützung der Basis <sic>Snobist</sic> ist usw. Der<lb/>
Artikel stammt <choice><choice><sic>entweder vom</sic><corr>von einem?</corr></choice></choice> JG-Mann, alle vermuten, daß es der Dr. <rs type="person" ref="#per__127783">Hein</rs><lb/>
von der Energiesektion ist. Über die sonstigen Probleme gab es dann<lb/>
natürlich noch eine ausführliche Diskussion, allerdings ohne besonderen<lb/>
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               <persName type="label">Schiwkow, Todor</persName>
               <persName><surname>Schiwkow</surname><forename>Todor</forename></persName>
               <occupation>bulg. Staats-/Parteichef</occupation>
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               <persName><surname>Dallinger</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Martin, A</persName>
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               <persName type="label">Georgiew, Stojan</persName>
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               <occupation>bulg. Botschafter</occupation>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
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               <occupation>Präs. Schweizerische Nationalbank</occupation>
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               <occupation>Obmann Gew. Bau-Holz</occupation>
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               <occupation>Sts. HM</occupation>
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               <occupation>Obmann SPÖ Graz, Stadtrat, Vizebgm.</occupation>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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