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            <title type="main">Mittwoch, der 16. Juni 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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               <persName>Gustav Graf</persName>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band65_1982-06-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_01">Mittwoch, 16. Juni 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_02">Da das Projekt Abwärme der ÖMV für die Simmeringer Gärtner überhaupt<lb/>
nicht recht weitergehen wollte, entschloß ich mich die wichtigsten<lb/>
daran interessierten Unternehmer zu mir zu bitten. Da sie zuerst wissen<lb/>
ließen, nur getrennt mit mir sprechen zu wollen, mußte ich sozusagen<lb/>
zuerst mit jeder einzelnen Firma zuerst verhandeln. Der GD-Stv.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134150">Kletzl-Norberg</rs> von der Genossenschaftlichen Zentralbank erklärte, daß<lb/>
es ohne weiteres möglich ist, die Finanzierung der 330 Mio. S Investi<lb break="no"/>tionsaufwände vorzunehmen. In Simmering gibt es die sogenannte Gärtner<lb break="no"/>bank, welche alle 150 Gärtner, die dafür infrage kommen, sehr genau<lb/>
kennt. Diese Gärtnerbank ist aber zu meiner großen Überraschung nicht<lb/>
Teil der genossenschaftlichen Zentralbank, sondern der Volksbanken. <rs type="person" ref="#per__134150">Kletzl-<lb/>
Norberg</rs> ist fest davon aber überzeugt, daß er mit dem GD <rs type="person" ref="#per__133083">Wychera</rs> von den<lb/>
Volksbanken ein Arrangement treffen könnte und die beiden Zentralin<lb break="no"/>stitute hier reibungslos zusammenarbeiten würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_03">Die Ingenieurfirma Oksakowski, welche eine feasibility study um 800.000,–<lb/>
S ausgearbeitet hat, ist, wie mir der Besitzer, ein Schweizer, in Feld<lb break="no"/>kirch und vor allem sein österreichischer Geschäftsführer Dipl.Ing<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137903">Pöni</rs> mitteilte, brennendst daran interessiert weiterhin eingeschaltet<lb/>
zu bleiben. Als Ingenieurfirma, die als erstes die Vegetationshei<lb break="no"/>zung entwickelt hat, möchten sie auf der einen Seite ein Detailprojekt<lb/>
um 4 Mio. S ausarbeiten und gleichzeitig dann die begleitende Kontrolle,<lb/>
die sicherlich jede Bank verlangen würde, durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_04">Die Fa. Oksakowski hat mit Shell Wärmedienst, Dipl.Ing <rs type="person" ref="#per__134089">Halada</rs>, engen<lb/>
Kontakt, Shell hat jetzt mit 1.1.82 eine Wärmebetriebs-GesmbH gegründet,<lb/>
diese würde Vorfinanzierung, Betrieb und Wartungsdienst durchführen.<lb/>
Shell könnte also die Trägergesellschaft sein, wie <rs type="person" ref="#per__134089">Halada</rs> berichtete.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_05">Dr. <rs type="person" ref="#per__1137904">Dirnbacher</rs> von der Fa. Bacon, die eng mit der Genossenschaftlichen<lb/>
Zentralbank seit Jahrzehnten zusammenarbeitet und sehr gut als In<lb break="no"/>stallateurfirma beschrieben ist, erklärte sofort, er könne gar nicht die<lb/>
Trägergesellschaft bilden, sondern müsse sich schon allein, weil es<lb/>
in Größenordnungen von hunderten Mio. geht, einer kapitalkräftigen<lb/>
Gesellschaft bedienen. Dies könnte Shell sein, er erwähnte aber, daß er<lb/>
auch mit anderen bereits Kontakt aufgenommen hat. Ich habe dann doch<lb/>
alle vier zusammengebracht und die Vertreterin und Vertreter der Ener<lb break="no"/><pb n="65-0692" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-06-16_0692-09-D.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>giesektion gebeten, sie sollen dieses Projekt jetzt besonders unter<lb break="no"/>stützen. Falls es Schwierigkeiten gibt, soll man sich sofort an mich<lb/>
wenden. Bis jetzt war es nämlich so, daß alle dachten, das Landwirt<lb break="no"/>schaftsministerium und Handelsministerium werden mit Verhandlungen<lb/>
vom Finanzministerium entsprechende größere Mittel bekommen, dann eine<lb/>
Art Trägergesellschaft halböffentlichen Charakters bilden, von oben,<lb/>
wenn man so will, alles geregelt, vor allem aber finanziert und vor allem<lb/>
die volle Haftung tragend. Meiner Meinung nach war es höchste Zeit jetzt<lb/>
endlich den Firmen klarzumachen, daß sie allein initiativ werden müssen,<lb/>
daß dies ein gutes Geschäft sein kann, weshalb sich, so hoffe ich, viel<lb break="no"/>leicht dann sogar noch andere Firmen dafür interessieren und daß dann<lb/>
allein aus Interesse das Geschäft eben machen zu können eine Art Wett<lb break="no"/>lauf um dieses Projekt einsetzt. Bis jetzt ist <del>es</del> nämlich, trotzdem<lb/>
sich der ehem. Sektionschef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> vom Handelsministerium im Auftrag<lb/>
des Bundeskanzlers dafür sehr interessiert, Dir. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> von der EVA<lb/>
sich sehr einsetzt und ständig Verhandlungen führt, in Wirklichkeit<lb/>
nichts weitergegangen. Da das Landwirtschaftsministerium bereits zwei<lb/>
Erwerbsgärtner als Versuchsanlagen eingeschaltet hat und sich dieses<lb/>
Heizungssystem bewährt hat, sehe ich keine Veranlassung mehr, daß die<lb/>
Ministerien sich besonders exponieren, sondern daß, nachdem das System<lb/>
im Prinzip erprobt ist, endlich die Firmen konkrete Besprechungen und<lb/>
womöglich bald konkrete Investitionen beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit GD <rs type="person" ref="#per__133083">Wychera</rs>, Volksbanken, verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_07">Dir. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> von der EVA berichtet, daß er mit LRat <rs type="person" ref="#per__127093">Leibenfrost</rs> wegen<lb/>
des Braunkohlenabsatzes in Riedersbach verhandelt hat. <rs type="person" ref="#per__127093">Leibenfrost</rs> er<lb break="no"/>klärte ihm, daß die OÖ Landesregierung brennendst daran interessiert<lb/>
ist, für die Kohle einen langfristig potenten Abnehmer zu finden.<lb/>
Die BKA selbst wird zum Verstromen den größten Teil übernehmen, die<lb/>
günstigste Abnahme wäre natürlich für eine Kraft-Wärme-Kopplung Salz<lb break="no"/>burg Stadt. Da sich dadurch die Energienutzung von 40 % auf 75 % Ab<lb break="no"/>wärmenutzung erhöht, hat <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> mit der slzbg. Landesregierung über<lb/>
eine Fernwärmeregelung verhandelt. Die Salzburger wären im Prinzip doch<lb/>
einverstanden, wenn man dieses Projekt nicht nur weiterbehandelt, son<lb break="no"/>dern doch jetzt konkreter verfolgt und durchkalkuliert. Im sogenannten<lb/>
Salzburger Energiewirtschaftsrat hat <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> nach seinen Angaben die<lb/>
Bedenken wegen der Arbeitsplatzvernichtung des Fernheizwerkes den<lb/>
dort anwesenden zerstreut. Eine Mrd. S sollen die Leitungskosten be<lb break="no"/>tragen. Das wäre bei den 35 km 34.000 S pro m, bis jetzt waren die<lb/>
Kosten bei sonstigen Projekten 24.000 S, es ist daher in dieser Kalku<lb break="no"/><pb n="65-0692" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-06-16_0692-10-D.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>lation eine große Reserve. 1 Mrd. S muß dann noch in Salzburg investiert<lb/>
werden. Durch diese Fernwärmeregelung würden 140 Beschäftigte, Brenn<lb break="no"/>stoffhändler, Heizungstechniker, Rauchfangkehrer, überflüssig. Trotzdem<lb/>
würden sie nicht Arbeitslos werden, weil andererseits 266 neue Be<lb break="no"/>schäftigte man dann für diese Fernwärmeanlage benötigt. <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> schlug<lb/>
vor, ich sollte an die OÖ Landesregierung und an die Salzburger Landes<lb break="no"/>regierung ein Schreiben richten, wo ich auf die Wichtigkeit dieses Pro<lb break="no"/>jektes auch vom energiepolitischen Standpunkt hinweise.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte diese Schreiben dann automatisch<lb/>
auch an die Landeshauptleutestellvertreter mit Begleitbrief schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_09">Dir. <rs type="person" ref="#per__97782">Neubauer</rs> von Austromineral interessiert sich für den ÖMV-Vor<lb break="no"/>stand. Da von den 4 Vorstandsmitgliedern 3 spätestens im Herbst aus<lb break="no"/>scheiden, Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> als Eigentümervertreter der verstaat<lb break="no"/>lichten Industrie auch immer wieder erklärt, daß sich um diese Posten<lb/>
jedermann bewerben könnte, denn es wird eine Ausschreibung erfolgen,<lb/>
habe ich mit <rs type="person" ref="#per__97782">Neubauer</rs> die Taktik besprochen, wie er sich vor dieser<lb/>
Ausschreibung jetzt verhalten sollte. Ich habe sofort mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
gesprochen, der ihn 1973, bevor er zur Austromineral gekommen ist,<lb/>
protegierte und auch mit Nationalrat <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> von den Metallarbeitern.<lb/>
Ebenso habe ich dann beim <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs>-Empfang GD <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> von der<lb/>
ÖIAG gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97782">Neubauer</rs> hat internationale Verbindungen sich insbe<lb break="no"/>sondere durch Austromineral aufgebaut und ist sicherlich für einen<lb/>
Vorstandsposten bei der ÖMV geeignet. Die ÖMV hat überhaupt in den<lb/>
letzten Jahrzehnten eine Art der Geschäftsführung gehabt, die er als<lb/>
post-sowj. Mineralölverwaltung bezeichnete. Ich versprach <rs type="person" ref="#per__97782">Neubauer</rs><lb/>
auch mit dem Kabinettchef <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> zu sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte, wenn <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> gesund ist, mit ihm verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_11">Austromineral interessiert sich auch jetzt für die von der ÖMV ge<lb break="no"/>gründete und jetzt angeblich zum Stillegen verurteilte Minerex. Er hat<lb/>
mit dem dortigen Direktor <rs type="person" ref="#per__132394">Hummelbrunner</rs> diesbezügliche Gespräche ge<lb break="no"/>führt. Da NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> immer wieder darauf verweist, daß man Minerex,<lb/>
die im Zuge der Rohstoffplanung und Beschaffung sich sehr bewährt hat,<lb/>
nicht stillegen soll, habe ich auch diesbezüglich mit GD <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> ge<lb break="no"/>redet. Dieser erklärte mir dezidiert, daß er in der ÖIAG den Auftrag<lb/>
gegeben hat, es soll jetzt <rs type="person" ref="#per__145963">Koiner</rs> ein Projekt ausarbeiten, was Minerex<lb/>
<pb n="65-0692" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-06-16_0692-11-D.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jetzt in der nächsten Zeit tun soll und wie diese Aktivität finanziert<lb/>
werden kann. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> teilte mir mit, daß man auf der Koralpe fündig<lb/>
wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Die OB soll mir einen Bericht machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_13">Drei Ministeriumsbeschäftigte, Dr. <rs type="person" ref="#per__1137905">Konas</rs>, MR <rs type="person" ref="#per__140634">Knobloch</rs> und Dir. <rs type="person" ref="#per__114163">Schubert</rs>,<lb/>
wollen eine Ausstellung zum 70-jährigen Baujubiläum des Regierungsge<lb break="no"/>bäudes und ersuchten mich um meine Unterstützung. Ich habe diese so<lb break="no"/>fort zugesagt, denn die drei haben wirklich von dieser Zeit entspre<lb break="no"/>chende Bilder, Pläne, Modell sozusagen als Hobby für sich selbst ge<lb break="no"/>sammelt. Selbstverständlich habe ich darauf verwiesen, daß der Haus<lb break="no"/>herr das Bautenministerium ist und sie dort noch die entsprechenden<lb/>
Verhandlungen führen müßten. Falls es dort Schwierigkeiten geben sollte,<lb/>
bin ich gerne bereit sie in jeder Beziehung zu unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_14">Im Parlament habe ich dann mit dem BRO <rs type="person" ref="#per__1137773">Kopf</rs> von Bauknecht, den Abg.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137775">Kräutl</rs>, <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> und <rs type="person" ref="#per__134236">Kokail</rs> über die weitere Vorgangsweise bei Bauknecht<lb/>
gesprochen. BRO <rs type="person" ref="#per__1137773">Kopf</rs> ersuchte mich, ich sollte, wenn ihr Geschäftsführer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137776">Günter Bauknecht</rs> das nächste Mal in Wien ist zu einer AR-Sitzung mit<lb/>
ihm Gespräche über die weitere Vorgangsweise des Ausgleiches führen,<lb/>
wozu ich selbstverständlich sofort bereit war. Derzeit ist die Be<lb break="no"/>schäftigungslage bei Bauknecht gesichert, 80 % der Aufträge kommen.<lb/>
Durch das Entgeltinsolvenzsicherungsgesetz rechnet die Firma mit 123<lb/>
Mio. S, wodurch auch die Löhne gesichert sind. Die steirische Landesre<lb break="no"/>gierung hat für den Materialkauf 60 Mio. bereitgestellt, dadurch wird<lb/>
jetzt die VÖEST-Alpine die Vorprodukte produzieren und liefern, weil<lb/>
sie ja dadurch eine Zahlungsgarantie hat. Interessant für mich war nur<lb/>
die Bemerkung von <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> gegenüber den Nationalräten, es besteht der<lb/>
einstimmige Beschluß und die Abstimmung zwischen Gewerkschaft und<lb/>
steirischer Partei, daß die Arbeit und Verantwortung in den Betrieben<lb/>
ausschließlich bei der Gewerkschaft liegt. Dies hat er besonders gegen<lb break="no"/>über dem Abg. <rs type="person" ref="#per__134236">Kokail</rs> betont. <rs type="person" ref="#per__134236">Kokail</rs> selbst hat ja in der Vergangenheit<lb/>
auch immer wieder am Handelsministerium kritisiert, daß er nicht ent<lb break="no"/>sprechend eingeschaltet wurde und andererseits alle Unterlagen, die<lb/>
man ihm zur Verfügung gestellt hat, bezweifelt. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> wird nicht<lb/>
nur wie in der Vergangenheit, wie auch lobend von <rs type="person" ref="#per__1137773">Kopf</rs> anerkannt wurde,<lb/>
ständig Kontakt mit ihm halten, sondern versuchen, herauszubringen,<lb/>
was Philips und die französische Fa. Thomson-Brandt konkret beabsichtigt<lb/>
<pb n="65-0692" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-06-16_0692-12-D.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte äußerst vorsichtig und in<lb break="no"/>offiziell vorfühlen und dann entsprechend berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_15">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> und <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> besprechen mit den Abg. <rs type="person" ref="#per__127078">Fauland</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127077">Rechberger</rs>, <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und mir das Problem des Importes von Rippentorstahl<lb/>
aus Italien. 1973 wurden noch 245.000 to produziert, im Vorjahr waren<lb/>
es 149.000 to, heuer werden es wieder um 10 % weniger sein. Die Be<lb break="no"/>hauptung von Bautenminister <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> in einem Brief an die Abg., daß<lb/>
die italienischen Importe ausschließlich durch ein Verbot des Handels<lb break="no"/>ministeriums zu <choice><choice><sic>erreichen ist</sic><corr>stoppen sind</corr></choice></choice>, stimmt so nicht. Das Handelsministerium<lb/>
kann erst einen wirksamen Importschutz geben, wenn das Bautenministe<lb break="no"/>rium durch den Normenausschuß eine Ö-Norm festlegt, die eben den Bau<lb break="no"/>stahl genau definiert. Rippentorstahl allein kann es nicht sein, denn<lb/>
dann würde der Sternstahl von der Fa. Benk ausgeschaltet. Auch die<lb/>
vorgeschlagene Definition, der Stahl muß verwunden sein und voll schweiß<lb break="no"/>bar, wird nicht gehen, denn dann würde auch wieder der Sternstahl von der<lb/>
Fa. Benk ausgeschaltet. Wenn eine genaue Definition dann in der Ö-Norm<lb/>
vorliegt und wenn die Bundesländer, die sich bereit erklärt haben einen<lb/>
Staatsvertrag 15a abzuschließen, dann in jeden ihren Ländern eine ent<lb break="no"/>sprechende Bauordnungsbestimmung erlassen haben, dann kann ich ent<lb break="no"/>sprechende Maßnahmen setzen. Ich werde über dieses Problem einen ent<lb break="no"/>sprechenden Brief wieder an das Bautenministerium schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_16">ANMERKUNG AN <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit Außenhandelssektion entspre<lb break="no"/>chende Gespräche führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_17">Der 10. ordentliche Gewerkschaftstag für Kunst, Medien und freie Berufe<lb/>
hat bei seiner Eröffnung, wie boshaft behauptet wurde, mehr Ehrengäste<lb/>
gehabt als Delegierte. Tatsächlich war ich überrascht, nicht nur von<lb/>
der ÖVP-Seite Bundesparteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>, Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> anzu<lb break="no"/>treffen, sondern auch eine ganze Reihe von Unternehmervertretern. Bei<lb/>
den Begrüßungsansprachen stellte sich dann heraus, daß z.B. der Fach<lb break="no"/>verbandsvorsteher Dir. <rs type="person" ref="#per__136494">Stoß</rs>, der immer die Unternehmerseite bei den<lb/>
Lohnverhandlungen vertritt, gleichzeitig auch Gewerkschaftsmitglied<lb/>
von Kunst freier Berufe ist. Die Theater und auch die sonstigen kul<lb break="no"/>turellen Einrichtungen leben in Wirklichkeit ja ausschließlich von<lb/>
Subventionen. <rs type="person" ref="#per__136494">Stoß</rs> hat deshalb auch bei seiner Ansprache besonders da<lb break="no"/>rauf verwiesen, daß sie jetzt eine Entscheidung der Finanzlandesdirek<lb break="no"/>tion Wien NÖ u. Bgld. bei English Theater entschieden hat, daß die Sub<lb break="no"/>ventionen körperschafts- und gewerbesteuerpflichtig sind. Ich glaube,<lb/>
daß hier wirklich das Finanzministerium eine endgültige Regelung treffen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte über das Finanzministerbüro entsprechend<lb/>
intervenieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_19">Minister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> teilte mir mit, daß er mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und NR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118736">Schüssel</rs> als Wirtschaftsbundsekretär, deren Wünsche zum Klein- und Mittel<lb break="no"/>betriebsgesetz besprochen hat. Ihre Forderung, Vereinfachung der Steuer<lb/>
und Sozialversicherung, soll durch einen Arbeitsausschuß untersucht<lb/>
werden; wo Einzelfälle generelle Bedeutung haben, ist er auch bereit <add>[durch]</add><lb/>
entsprechende Erlässe der Handelskammer entgegenzukommen. Ihr zweiter<lb/>
Forderungspunkt, eine 4 %-ige Zinsenzuschußaktion für Betriebsmittel<lb/>
auf 2 Jahre bis zu 200.000 S pro Betrieb, in Summe würde das 200 Mio.<lb/>
S kosten, über die Bürges neu zu starten, wurde von ihm entschieden ab<lb break="no"/>gelehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_20">Ich habe über dieses Problem dann mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> gesprochen, der<lb/>
meinte, es wäre natürlich lieber gewesen, wenn die anderen Ministerien,<lb/>
so wie ich das selbstverständlich mache, irgendwelche Zugeständnisse<lb/>
über den Freien Wirtschaftsverband erfolgen und nicht immer durch In<lb break="no"/>tervention der Handelskammer, sprich des Wirtschaftsbundes. Die Verein<lb break="no"/>barung über die Vereinfachung der Steuer- und Sozialversicherungsabrech<lb break="no"/>nung soll jetzt in einem Entschließungsantrag zum Klein- und Mittelbe<lb break="no"/>triebsgesetz eingebaut werden. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> ist fest davon überzeugt, daß<lb/>
wir dadurch einen neuen Unterausschuß 5 Minuten vor dem nächsten Han<lb break="no"/>delsausschuß brauchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Termin mit <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_22">Im Parlament wurde den ganzen Tag über den außenpolitischen Bericht<lb/>
verhandelt. Als es dann zu den Kampfabstimmungspunkten gekommen ist,<lb/>
hatte der Bundespräsident zu einem Abendessen für den Präs. <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs><lb/>
geladen. Ich war mit dem Präs. der Handelskammer gepaart, wie mir<lb/>
Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> mitteilte. Aber auch die anderen Minister, die gleich<lb break="no"/>zeitig Abgeordnete sind wie <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>, von BK <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ganz<lb/>
zu schweigen, mußten dann doch nicht ins Parlament zurück, die Mehrheit<lb/>
war daher dort sicherlich gegeben, als <del>es</del> um die Kampfabstimmung wegen<lb/>
der Übertragung des AKH-Baus an die VÖEST-Alpine im Parlament verhan<lb break="no"/>delt wurde. Da das Essen sehr lange dauerte, war um 1/2 12 bereits das<lb/>
Parlament geschlossen, als ich dort noch sozusagen zur Sitzung erscheinen<lb/>
wollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_23">Während des Essens hatte ich Gelegenheit mit dem französischen Budget<lb break="no"/>minister mich über die Wirtschaftsbeziehungen zu unterhalten. Er meinte<lb/>
auch, daß man von österreichischer, aber auch französischer Seite mehr<lb/>
Anstrengungen unternehmen müßte, um unseren Handel auszuweiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-06-16_24">Insbesondere aber dann beim Kaffee hatte ich Gelegenheit mit der<lb/>
Konsumentenministerin <rs type="person" ref="#per__1137900">Lalumiere</rs> über deren Informationswünsche eingehend<lb/>
zu sprechen. Die französische Botschaft hatte mich im Laufe des Tages<lb/>
telefonisch gesucht und mich dann am Abend verständigt, daß die beab<lb break="no"/>sichtigte Besprechung zwischen Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und Lalumiere<lb/>
entfällt. In Wirklichkeit konnte ich dann abends feststellen, daß es<lb/>
sich gar nicht um die Besprechung handelt, sondern um die Idee von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> <rs type="person" ref="#per__1137900">Lalumiere</rs> zu einer Pressekonferenz einzuladen, die sie im An<lb break="no"/>schluß an das Konsumentenforum gibt. Aus Sicherheitsgründen wurde die<lb break="no"/>ser Vorschlag abgelehnt, es bleibt also bei der Besprechung um 10.00<lb/>
Uhr im BKA: <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit <rs type="person" ref="#per__133649">Mitterrand</rs> und sozusagen die Fachminister mit<lb/>
ihrem Gegenüber. Ich selbst habe bereits dem Bundesparteiobmann und<lb/>
Klubobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> verständigt, daß ich an dieser Aussprache teilnehmen<lb/>
muß, dies ist auch deshalb möglich, weil zwar um 10.00 Uhr mit den<lb/>
Wirtschaftsgesetzen das Parlament beginnt, eine <del>wie</del> mir zuerst mitge<lb break="no"/>teilte Trennung zwischen Marktordnungsgesetzen, zuerst die Landwirt<lb break="no"/>schaft und dann die des Handelsausschusses, nicht durchgeführt wurde<lb/>
und daher eine gemischte Diskussion erfolgt. Die erste Runde bestreitet<lb/>
aber die Landwirtschaft, dies bedeutet, daß ich bis 12.00 Uhr wahr<lb break="no"/>scheinlich Zeit habe.<lb/>
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im BKA.<lb/>
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