<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19820521.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19820519.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19820524.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Freitag, der 21. Mai 1982 bis Sonntag, der 23. Mai 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Thomas Tretzmüller</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band65_1982-05-21</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date from="1982-05-21" to="1982-05-23">Freitag, 21. Mai 1982 bis Sonntag, 23. Mai 1982</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2019-10-21">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text>
      <body>
         <pb n="65-0598" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0598.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry">
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_01">Freitag, 21. bis Sonntag, 23. Mai 1982<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_02">Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__1137807">Wieser</rs>, Mittelbetrieb mit 200 Beschäftigten in Mödling, Wr.<lb/>
Neustadt, Bad Aussee und Pinkafeld, erzeugt Maschinen und jetzt <choice><choice><sic>Frigu<lb break="no"/>tur</sic><corr>?</corr></choice></choice>, eine patentierte Styroporerzeugung. Sein Umsatz ist 150 Mio. S,<lb/>
momentan ist er in Kreditschwierigkeiten, weil die CA ihm 6 Mio. gegeben<lb/>
hat und nicht erhöht. Er hat 4000 m² Haus am Handelskai, möchte das jetzt<lb/>
der Anlagenleasing um 88 1/2 Mio. S zur Verfügung stellen, 1 Mio. Miet<lb break="no"/>einnahmen, trotzdem hat er große Schwierigkeiten. Ich habe mit dem Sozi<lb break="no"/>alministerium, Arbeitsmarktförderung, <rs type="person" ref="#per__141706">Bednar</rs> gesprochen, der erklärte, er<lb/>
wird sich den Fall genau ansehen. MR <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs>, mit dem er gekommen ist,<lb/>
wird die Sache weiter verfolgen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß Dir von <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> darüber berichten.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_04">Bei der diesjährigen Ordens- und Dekretverleihung waren von 20 ausnahms<lb break="no"/>weise 3 Frauen. Dies gibt mir natürlich immer besondere Möglichkeit,<lb/>
doch darauf zu verweisen, daß es eben nicht nur auszuzeichnende Männer,<lb/>
sondern sicherlich mindestens genauso tüchtige Frauen gibt. Dies ist<lb/>
gerade bei der Frau <rs type="person" ref="#per__1137808">Frey</rs>, Autoimporteur und bei Frau <rs type="person" ref="#per__1137809">Witt</rs>, Schmidtberger<choice><choice><sic>Schmidtberger<lb/>
Plasit</sic><corr>Schmidberger Kunststoffwerke?</corr></choice></choice>, besonders der Fall gewesen. Der älteste Teilnehmer, ein 91-jähri<lb break="no"/>ger Briefmarkensammler und -händler, kam leider zu spät und war so schüch<lb break="no"/>tern, daß er sozusagen meine feierliche Ansprache nicht stören wollte,<lb/>
nachher ist er ganz bescheiden gekommen und meinte, ob er nicht doch<lb/>
seinen Orden bekommen könnte. Diesmal wollte sogar der von mir ausge<lb break="no"/>zeichnete Direktor vom Intercontinental, <rs type="person" ref="#per__1137810">Edmaier</rs> Dankesworte sagen, etwas<lb/>
was wirklich gar nicht so schlecht ist. Da dadurch die Feier ein wenig<lb/>
abwechslungsreich und vor allem dann auch abgeschlossen ist.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Laß prüfen, ob nicht wirklich immer zum Schluß<lb/>
einer von den ausgezeichneten reden sollte.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_06">Die zweite csl.-österr. Gemischte Kommission verlief wie erwartet. Be<lb break="no"/>reits bei der Vorbesprechung in meinem Zimmer konnte ich feststellen, daß<lb/>
es eigentlich keine großen Probleme gibt, das Protokoll ja wie üblich<lb/>
bei allen anderen Gemischten Kommissionen auch bereits fertig ist, die<lb/>
Beamten hatten dies schon entsprechend abgestimmt, so daß als einzige<lb/>
Aufgabe verblieb, in den Sitzungen allgemeine Bemerkungen zu machen<lb/>
und Details zur Sprache zu bringen, die die andere Seite halt mehr oder<lb/>
minder zur Kenntnis nimmt. Ich hatte einleitend auf die Passivität un<lb break="no"/>serer Außenhandelsstatistik verwiesen. Danach haben wir für 6,3 Mrd. S<lb/>
<pb n="65-0599" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0599.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>im vergangenen Jahr Waren eingeführt und nur für 3,3 Mrd. exportiert, un<lb break="no"/>ser Handelsbilanzdefizit beträgt also über 3 Mrd. Nach der tschechischen<lb/>
Statistik, die Transitlieferungen über Österreich auch aufnehmen, be<lb break="no"/>trägt die tschechische Einfuhr 2 Mrd. 537 Mio. Tschechen-Kronen und die<lb/>
tschechische Ausfuhr 2 Mrd. 585 Mio. Tschechen-Kronen, d.h. wir sind fast<lb/>
ausgeglichen, da alle Transitexporte auch unserer Handelsstatistik an<lb break="no"/>gelastet werden. Ich glaube, auf die Dauer ist es wirklich unerträglich,<lb/>
daß insbesondere mit den Staatshandelsländern derartige statistische<lb/>
Differenzen aufscheinen können, hier müßte entweder versucht werden,<lb/>
doch eine gemeinsame Linie zu finden, oder man müßte fast 2 Statistiken,<lb/>
Herkunftsländer und Bezugsländer führen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Stell das einmal im Statistischen Zentral<lb break="no"/>amt neuerdings zur Diskussion.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_08">Selbstverständlich hat Minister <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> von mir persönlich die ellenlan<lb break="no"/>gen Listen über Kooperationswünsche, Lieferwünsche, Lieferbeschwerden<lb/>
usw. bekommen, die übrigens auch schon Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> seinem Ge<lb break="no"/>genüber <rs type="person" ref="#per__134235">Chňoupek</rs> zum Ärger von MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> überreicht hat. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> sieht<lb/>
darin eine riesige Kompetenzüberschreitung, fürchtet schon, daß er in<lb/>
Hinkunft nichts mehr zu vermelden hat, vor allem aber bemerkt er, daß<lb/>
damit die ganze Verhandlungsmethode auch anderen Ministerien oder Mi<lb break="no"/>nistern bekannt wird, was wie er vielleicht sogar zu recht gar seinem<lb/>
Ansehen schadet. So wie für mich die Besprechungen der Außenminister, die<lb/>
ja meistens Tour d'Horizon machen und in den seltensten Fällen konkre<lb break="no"/>te Ergebnisse erzielen, <choice><choice><sic>er</sic><corr>?</corr></choice></choice> z.B. neuerdings <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> auf seiner Mongolei-<lb/>
und Chinareise, sind auch die Gespräche auf Handelsministerebene wirk<lb break="no"/>lich nur da um guten Wind für Firmen zu machen, damit die in diesen<lb/>
Staatshandelsländern dann ev. leichter zum Zug kommen. Da dies wesentlich<lb/>
konkreter ist als die allgemein politischen Diskussionen von Außenmini<lb break="no"/>stern, kommt jetzt natürlich auch bei ihnen immer mehr in Mode, Wirt<lb break="no"/>schaftsfragen anzuschneiden. Vom Kompetenzstandpunkt müßte man sich<lb/>
dagegen auf das entschiedenste verwahren. Vom praktischen Standpunkt<lb/>
und vielleicht auch wirklich für weitere Hilfe für die Firmen, weshalb<lb/>
diese ja auch den Außenminister jetzt ebenfalls schon begleiten, kann<lb/>
man dies nur begrüßen. MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> und viele andere Beamten werden diese<lb/>
Stellungnahme allerdings nie verstehen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_09">Der tschechische Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs>, hat eine vorbereitete Rede<lb/>
gehalten und kam dann auch auf einige konkrete Wünsche. Zollermäßigung<lb/>
eine Liste wurde vorher schon <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> übergeben, Kooperationsvorschläge<lb/>
auch von der tschechischen Seite und vor allem die Forderung der Bau<lb break="no"/><pb n="65-0600" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0600.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>geologie auf Genehmigung für Spezialarbeiter und Angestellte, Arbeits<lb break="no"/>bewilligungen in Österreich zu bekommen, und vom tschechischen<lb/>
Reisebüro Cedok, das nicht nur Information sondern auch Buchungen durch<lb break="no"/>führen möchte.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_10">Für Baugeologie konnte ich erklären, daß das Sozialministerium die letzten<lb/>
Wünsche erfüllt hat, und für Cedok erklärte ich dann sofort bei der Nach<lb break="no"/>mittagssitzung, ja sogar schon beim offiziellen Mittagessen, welche<lb/>
Möglichkeiten es gibt um den tschechischen Wunsch zu erfüllen. Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> versuchte nämlich über das Haus entsprechende Informationen zu<lb/>
bekommen, was nur teilweise gelang und zwar immer gleich direkt bei den<lb/>
Referenten und nicht über die Fremdenverkehrsabteilung. Da wären wir<lb/>
wenn überhaupt erst wahrscheinlich in Wochen unzulängliche Informationen<lb/>
bekommen. Bei einem Donnerstagfeiertag kann man überhaupt damit rech<lb break="no"/>nen, daß Freitag nichts zu erreichen ist. <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> und auch der tschechi<lb break="no"/>sche Botschafter in Österreich, <rs type="person" ref="#per__122209">Kadnár</rs> war über die rasche Information<lb/>
sehr erstaunt.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_11">Wichtig für zwei österreichische Sparten war auch, daß <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> erklärte,<lb/>
PVC wird wie vereinbart und von ihm bei der letzten Gemischten Kommission<lb/>
zugesagt nur in einem Rahmen von 5000 bis 6000 to tschechischerseits<lb/>
exportiert, bei Kaolin wird außerdem keine Erhöhung vorgenommen sondern<lb/>
sogar eine Reduktion. Beides soll bereits zur Befriedigung der öster<lb break="no"/>reichischen Firmen durchgeführt werden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte den Firmen mitteilen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_13">Landwirtschaftsministeriumsvertreter Dipl.VW <rs type="person" ref="#per__137272">Oemer</rs> flüsterte mir zu,<lb/>
er hätte von seinem SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> den Auftrag, den Tschechen mitzuteilen,<lb/>
daß sie ein Holzdumpingverfahren erwarten müssen. Er war selbst so<lb/>
unsicher, daß er dies mir nur mitteilte in der Hoffnung ich würde ihn<lb/>
ersuchen von dieser unsinnigen Maßnahme zurückzustehen. Die Tschechen<lb/>
wären sehr überrascht gewesen, vor allem aber haben wir keinerlei Un<lb break="no"/>terlagenmaterial bekommen. Eine Information bei SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> ergab dann,<lb/>
daß angeblich die Tschechen Nadelrundholz um 892 S importieren, gegen<lb break="no"/>über dem inländischen Preis von 1.263,--. Bei Nadelschnittholz ist<lb/>
1.333,-- gegenüber 2,489,--. Ich habe beim Abendempfang dann Herrn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127179">Brandstätter</rs>, ein großer Importeur, den wir übrigens dann sonntags beab<lb break="no"/>sichtigten, nicht zuletzt für mich aus diesem Grund mit <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> zu besu<lb break="no"/>chen, festgestellt, daß diese Ziffern nicht stimmen. Er behauptet, daß<lb/>
Nadelrundholz jetzt außer natürlich der Klasse 4, wo er einen 20 %-igen<lb/>
Abschlag gibt, mit ungefähr 1000.-- von beiden Seiten verkauft wird.<lb/>
</p>
            <pb n="65-0601" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0601.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_14">Bei Schnittholz liegt der Inlandspreis 1.900.-- bis 2.000,-- gegenüber<lb/>
dem tschechischen Import 1.700,--, genau wie aus der BRD, nur bei billigem<lb/>
Palettenholz kann man bis zu 30 % Abschlag erreichen. Qualitätsvergleiche<lb/>
ergeben also, daß die selben Preise verlangt werden. <rs type="person" ref="#per__137272">Oemer</rs> war sehr froh,<lb/>
daß ich mit SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> darüber gesprochen habe, obwohl dieser ihm dann<lb/>
wieder, wie er mir abends mitteilte, große Vorwürfe machte.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_15">Zum Essen im Sacher und dann beim Empfang in der tschechischen Botschaft<lb/>
abends sind sehr viele Firmenvertreter und selbstverständlich alle<lb/>
Beamten gekommen. Außer daß am Abend auch noch der KP-Chef <rs type="person" ref="#per__127019">Muhri</rs>, der<lb/>
immer bei den Empfängen der Oststaaten eingeladen wird, erschien, gab<lb/>
es nichts besonderes, vorher wurde nur auf der Botschaft zwischen<lb/>
Metalimex und VÖEST-Alpine ein Kohlevertrag bis 1990 abgeschlossen, die<lb/>
Tschechen haben jederzeit immer diese ca. 1 Mio. to Kohle und Koks gelie<lb break="no"/>fert.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_16">Die einzige Mißstimmung, die es bei diesem Besuch gegeben hat, war, daß<lb/>
der tschechische Botschafter <rs type="person" ref="#per__122209">Kadnár</rs> fragte, wer denn eigentlich von<lb/>
Tschechisch ins Deutsche übersetzt. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat angeblich vorher mit allen<lb/>
Beteiligten auch in Anwesenheit des tschechischen Botschafters verein<lb break="no"/>bart, daß nur die Tschechen einen Übersetzer stellen, der allerdings<lb/>
gleichzeitig auch Mitglied der Delegation war. <rs type="person" ref="#per__122209">Kadnár</rs> hat nun die Frage<lb/>
aufgeworfen, wieso ein Delegationsmitglied dazu käme, die Übersetzung<lb/>
auch ins Deutsche durchzuführen. Ich habe sofort <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> darauf aufmerksam<lb/>
gemacht, daß in Hinkunft trotz entsprechender gegenteiliger Vereinba<lb break="no"/>rungen vorgesorgt werden muß, daß zumindestens der tschechischen Seite<lb/>
ein Dolmetsch von uns angeboten wird. Wenn sie dann darauf speziell<lb/>
verzichten, ist dies was anderes als wenn man gleich von vorneherein<lb/>
annimmt, daß die Tschechen sowieso die ganze Übersetzung übernehmen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dieses Ritual jetzt bei allen Gemischten<lb/>
Kommissionen einhalten.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_18">Der ARBÖ hat jetzt Schwierigkeiten zusätzliche Mitglieder durch seine<lb/>
11.000 Funktionäre werben zur lassen. Immerhin hat Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs><lb/>
jetzt an die 400 Beschäftigte und da kann er mit den Einnahmen aus der<lb/>
Steigerung der Mitgliedsbeiträge kaum mehr die gestiegenen Kosten decken.<lb/>
Um das ganze jetzt mehr zu kommerzialisieren, möchte er jetzt eine<lb/>
große Werbeaktion starten, wo er den Funktionären Prämien aus einem<lb/>
guten Restkauf von etlichen tausend Uhren besonderen Anreiz gibt. <rs type="person" ref="#per__97411">Effen<lb break="no"/>berger</rs> teilte mir auch offiziell mit, daß der ARBÖ jetzt durch unab<lb break="no"/>hängige Richterforen festgestellt bekommen hat, daß er nicht eine Teil<lb break="no"/><pb n="65-0602" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0602.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>organisation der SPÖ ist. Dies ist für mich besonders wichtig, weil die<lb/>
andere Seite mir immer wieder mein Auftreten für den ARBÖ entsprechende<lb/>
Parteipolitikmotive offiziell unterstellen will. Inoffiziell kann ich<lb/>
es ja gar nicht verhindern und möchte dies auch nicht.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> in jeder Beziehung unterstützen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_20">Erstmals soweit ich mich erinnern kann ist der amerikanische Botschafts<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__126862">Bloch</rs> gekommen, um über die Handelsbeziehungen zu Staatshandelsländern<lb/>
mit mir sozusagen ein Vieraugengespräch zu führen, an dem allerdings<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> zweckmäßigerweise teilgenommen hat. Bis jetzt hat sich<lb/>
nämlich die amerikanische Seite damit begnügt, daß ich bei periodisch<lb/>
wiederkehrenden Gesprächen in der amerikanisch-österreichischen Handels<lb break="no"/>kammer oder bei Vorträgen vor dem Klub der Handelsräte freimütig über<lb/>
Probleme<add>[der]</add> Ost-West-Handelsbeziehungen immer gesprochen habe. Jetzt<lb/>
wollte <rs type="person" ref="#per__126862">Bloch</rs> aber wissen, was bei dem Staatsbesuch an Wirtschaftsfragen<lb/>
zur Debatte stehen wird, insbesondere natürlich Gaslieferungen, Elektri<lb break="no"/>zitätsaustausch, Kreditgewährung, Großgeschäfte und auch die Frage, wie<lb/>
weit Österreich nicht durch den Export und die Subvention dieses Expor<lb break="no"/>tes die amerikanische Wirtschaft unterläuft. Ich konnte auf alles<lb/>
glaube ich befriedigende Antwort geben, um so mehr als er ja ziemlich<lb/>
im Detail informiert ist und ich eigentlich ihm kaum etwas neues sagen<lb/>
konnte. <rs type="person" ref="#per__126862">Bloch</rs> hat auch sofort eingestanden, daß die amerikanische Außen<lb break="no"/>handelspolitik gegenüber der SU nicht konsequent ist. Auf der einen<lb/>
Seite wird gesagt, daß man Europa weit restriktiv vorgehen soll, auf<lb/>
der anderen Seite liefert Amerika selbst riesige Getreidemengen. Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> hat ja das Embargo des vorhergehenden Präsidenten <rs type="person" ref="#per__109804">Carter</rs> aufgeho<lb break="no"/>ben. Ich versuchte <rs type="person" ref="#per__126862">Bloch</rs> zwei Gedanken klarzumachen. Amerika soll<lb/>
sich nicht der Illusion hingehen, daß wenn der Außenhandel vom Westen<lb/>
mit der SU und den Oststaaten restringiert wird, daß dann dort eine<lb/>
liberalere Politik gemacht wird, im Gegenteil man wird garantiert zu<lb/>
mehr Einschränkungen, insbesondere aber jede Aufweichung und damit Ver<lb break="no"/>besserung der dortigen Bevölkerung stoppen. Der Erfolg einer solchen<lb/>
Politik kann nur sein, daß es den Leuten dann wieder materiell aber<lb/>
auch politisch schlechter geht. Den Oststaaten mache ich dagegen immer<lb/>
wieder klar, daß sie nicht glauben sollten, wie das vielleicht <rs type="person" ref="#per__123197">Lenin</rs><lb/>
und vorher schon <rs type="person" ref="#per__114602">Marx</rs>/<rs type="person" ref="#per__1137820">Engels</rs> angenommen haben, daß die kommunistischen<lb/>
Staaten in der jetzigen Verflechtung mit dem Westen nur darauf warten<lb/>
brauchen, bis der böse Kapitalismus zugrunde geht, um ihn dann zu be<lb break="no"/>erben. Ich sage im Osten immer wenn im Westen jemand hustet bekommen<lb/>
die im Osten sofort Lungenentzündung. Wirtschaftsverflechtung des Osten<lb/>
mit dem Westen insbesondere aber die Kreditgewährung des Ostens, der<lb/>
<pb n="65-0603" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0603.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>diese Kredite vom Westen immer mehr braucht, haben die Abhängigkeit we<lb break="no"/>sentlich vergrößert. Was wir daher brauchen, ist von beiden Seiten eine<lb/>
Entspannung, die <add>[ich]</add> zugegebenermaßen in der jetzigen Situation nicht<lb/>
sehe, die aber früher oder später wieder kommen muß, zumindestens hoffe<lb/>
ich darauf. <rs type="person" ref="#per__126862">Bloch</rs> war über die Aussprache sehr erfreut, insbesondere<lb/>
über meine ja schon ihm immer abgegebene Versicherung, wenn er irgend<lb break="no"/>etwas braucht, soll er jederzeit zu mir kommen, oder auch nur anzurufen,<lb/>
ich werde ihm freimütigst jede Auskunft geben. Die einzige Möglichkeit<lb/>
ist, sowohl im Osten als auch im Westen mit der selben Zunge zu spre<lb break="no"/>chen, d.h. jede Information sozusagen beiden Seiten zukommen zu lassen<lb/>
und dadurch als Vertreter eines neutralen Staates klar und deutlich zu<lb/>
zeigen, daß wir zwar ideologisch selbstverständlich im Westen sind,<lb/>
aber gerade vielleicht deshalb in der Entspannungspolitik unsere einzige<lb/>
Chance und Möglichkeit als Kleinstaat sehen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_21">Herr <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> ersuchte mich, wenn jetzt beim Staatsbesuch in der UdSSR<lb/>
das Problem des Zuckerexportes zur Sprache kommt, darauf zu verweisen,<lb/>
daß heuer wahrscheinlich ca. 25.000 to exportiert werden könnten, wenn<lb/>
die notwendigen Transportmittel zur Verfügung stehen. Ähnlich ist es<lb/>
auch mit Getreide. Hier ist die Exportmenge für die SU allerdings viel<lb/>
zu gering, darüber hinaus aber würde es sofort entsprechende logisti<lb break="no"/>sche Schwierigkeiten geben, die Eisenbahnen sind hoffnungslos verstopft.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> hat daher den Vorschlag gemacht, man sollte doch prüfen, ob<lb/>
nicht sowjetisches Getreide, das an Polen geliefert wird, im Vorjahr<lb/>
fast eine 1/2 Mio. to, nicht von der SU nach Polen, sondern ev. von<lb/>
Österreich nach Polen, Kauf von der SU, Bezahlung durch die SU und dann<lb/>
nur Transportaufträge über Polen mit der Absicht, daß dies dann auch<lb/>
in Polen bleibt. Da wir ja in Österreich keinerlei Endverbrauchszerti<lb break="no"/>fikate verlangen, es uns auch ganz egal ist wohin das Getreide geht,<lb/>
würde dies Transportkosten für die Sowjets ersparen und gleichzeitig aber<lb/>
uns ermöglichen den Polen in Hinkunft Getreide zu liefern, das wir<lb/>
sogar noch bezahlt bekommen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_22"><rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> teilte mich auch mit, daß heuer die Tschechen 5000 bis 10.000<lb/>
to Zucker durch Kospol beziehen möchten, 260 $ die to, das ist ein<lb/>
Frei-Grenze-Preis von 4.-- S, wenn man bedenkt, daß vor ein paar Jahren<lb/>
noch der Preis mehr als doppelt so hoch war, sieht man wie bei Zucker<lb/>
die Weltmarktpreise sich auswirken.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_23">Beim Betriebsbesuch in Voith, St. Pölten erzählte mir Außenhandelsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs>, daß sie außer den zwei großen Zellstoffabriken <choice><choice><sic>Roshamboro</sic><corr>Ružomberok?</corr></choice></choice>,<lb/>
<pb n="65-0604" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0604.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ehem. <choice><choice><sic>Rosenburg</sic><corr>Rosenberg?</corr></choice></choice>, das die Kanadier bekommen haben, und jetzt Paskov, das<lb/>
die Fa. Andritz hatte, in absehbarer Zeit eine dritte große Zellstoffan<lb break="no"/>lage mit 200.000 to bauen werden. In diesem 5-Jahres-Plan allerdings<lb/>
kommt es sicherlich nicht. Derzeit werden fast nur Modernisierungen<lb/>
vorgenommen. Die Fa. Voith, die jetzt bereits 18 Papiermaschinen seit<lb/>
dem Jahre 1904 geliefert hat und 16 umgebaut hat, hat daher große<lb/>
Auftragsmöglichkeiten. Dir. <rs type="person" ref="#per__125833">Roth</rs> von der Fa. Voith versuchte <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> dafür<lb/>
zu gewinnen, daß jetzt eine Kooperation über Wasserturbinen, Kupplungen,<lb/>
Getriebe und vor allem aber Asbestzementmaschinen mit der CSSR angestrebt<lb/>
werden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_24">Ich habe <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> gefragt, wie es mit dem Donaukraftwerk in Gabčíkovo wei<lb break="no"/>tergeht. Er erklärte freimütig, die Tschechen hätten schon sehr viel<lb/>
investiert, wovon ich mich beim letzten Besuch tatsächlich überzeugen<lb/>
konnte, während die Ungarn sich ungeheuer Zeit lassen. Da ich von der<lb/>
ungarischen Seite weiß, daß sie an der Fertigstellung dieses Kraftwerk<lb break="no"/>es überhaupt kein Interesse haben, da sie entsprechende Auswirkungen<lb/>
auf ihre Landwirtschaft befürchten, außerdem derzeit kein Geld zu einem<lb/>
schnellen Weiterbau besitzen und vor allem mit den Tschechen wieder<lb/>
einmal nicht besonders gut zu sprechen sind, gegenüber den DoKW-Leuten<lb/>
sogar angedeutet haben, sie könnten sich vorstellen, daß Österreich<lb/>
hier sich einschaltet, schlug ich <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> vor, er soll den Energiemini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> nicht nur schön grüßen lassen, sondern auch folgende<lb/>
Idee vortragen. Österreich hat an Gabčíkovo nach unseren Berechnungen<lb/>
einen Wasseranteil von ca. 13 %. Daraus ergibt sich für uns ein eindeu<lb break="no"/>tiges Strombezugsrecht. <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> sollte überlegen, ob nicht tatsäch<lb break="no"/>lich jetzt Österreich mit eingeschaltet wird, um bei diesem Kraftwerk<lb/>
dann auch finanzielle Leistungen insbesondere aber bautechnische zu<lb/>
erbringen, damit es schneller vollendet wird und natürlich dann auch die<lb/>
13 % Strombezug zu bekommen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> verbinden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_26">Nach der Betriebsbesichtigung bei Voith und beim Essen in der Werks<lb break="no"/>kantine besuchten wir die ungarische Ausstellung in der Schallaburg,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137821">Matthias Corvinus</rs>, und anstellend die Baustelle des DoKW in Melk,<lb/>
dort sind drei Maschinen von der VÖEST eingebaut und in Betrieb 3<lb/>
Maschinen von Andritz schon längere Zeit und jetzt kommen die drei von<lb/>
Voith.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_27">Die Betriebsräte der Fa. Voith, Vize-Bgm. v. St. Pölten <rs type="person" ref="#per__134182">Hameder</rs> und<lb/>
BRO <rs type="person" ref="#per__1137822">Mischak</rs> von den Arbeitern ersuchten mich, bei der BAWAG, Dir.<lb/>
</p>
            <pb n="65-0605" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0605.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_28"><rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> unbedingt zu intervenieren, damit die Steyrmühl eine Papierma<lb break="no"/>schine von über 1 Mrd. S, wovon 50 % der Maschinenanteil ist, nicht bei<lb/>
den Finnen zu kaufen. Durch diese Investition soll die Kapazität von<lb/>
50.000 auf 90.000 Jato (Jahrestonnen) erhöht werden, diese Rotapapier<lb break="no"/>investition ist bereits zu finanzieren aber es muß noch die Haftung<lb/>
endgültig fixiert werden, die FGG, Dr. <rs type="person" ref="#per__126298">Hutterer</rs> verlangt, daß auch<lb/>
25 bis 30 % die BAWAG übernimmt. GD <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> hat sich bis jetzt dagegen<lb/>
ausgesprochen und möchte insbesondere das Konkurrenzoffert von Finnland<lb/>
favorisieren.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte durch unsere Industrieabteilung prüfen<lb/>
lassen und sofort mich mit <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> verbinden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_30">Die Fa. Voith hat auch für Bulgarien jetzt für Toilettenpapier eine<lb/>
Maschine nach Belowo offeriert. Diese würde 250 Mio. S Investitionsauf<lb break="no"/>wand kosten, die Fa. Voith würde sehr gerne aus der SU den Glättezy<lb break="no"/>linder mit 20 Mio. S beziehen. Durch diese Kooperation könnten sie wahr<lb break="no"/>scheinlich den Auftrag in Bulgarien leichter bekommen. Die SU hat bis<lb/>
jetzt kein Interesse gezeigt, diesen Glättezylinder resp. diese Koope<lb break="no"/>ration zu machen, man ersuchte mich bei meinem Staatsbesuch in der SU<lb/>
gelegentlich zu sprechen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte von der Industriesektion alle Unterla<lb break="no"/>gen bezüglich mitnehmen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_32">Die Fa. Voith hat 1980/81 eine Neun-Meter-Papiermaschinen nach Kondo<lb break="no"/>poga in Karelien geliefert. Der dortige Direktor hat entgegen den An<lb break="no"/>weisungen zu früh die Rotapapiermaschine, deren Investitionen 650 Mio.<lb/>
S ausmachte hochgefahren und statt maximal 700 900 m pro Minute bei<lb/>
einem besonderen Feiertag erzeugt, dadurch ist die Maschine beschädigt<lb/>
worden. Auch dieses Problem kann in der SU zur Sprache kommen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_33">Die PM 50, diese Bezeichnung ist von der Fa. Voith rein zufällig, eben<lb break="no"/>falls über eine 9-m-Maschine, 700 Tagestonnen Produktion, Geschwindig<lb break="no"/>keit 1,050 m pro Minute, in <choice><choice><sic>Cziktiya</sic><corr>Syktywkar?</corr></choice></choice> würde Druckpapier erzeugen und<lb/>
930 Mio. S kosten, diese soll 82/83 zur Ausschreibung gelangen. Die Fa.<lb/>
Voith ersuchte auch mich hier gegebenenfalls zu intervenieren.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Unterlagen noch von der Industriesektion<lb/>
resp. Papierverband sammeln.<lb/>
</p>
            <pb n="65-0606" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0606.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_35">Prommaschimport, die alle diese Importe abwickeln würde, hat auch die<lb/>
Absicht, in Gosnak, wo eine erste Papiermaschine von Voith vor dem Krieg<lb/>
und eine zweite 1965 aufgestellt wurde, soll eine neue Banknotenpapier<lb break="no"/>fabrik oder zumindestens eine dritte Maschine jetzt, die wir liefern<lb/>
könnten, aufgestellt werden. Auch hier wäre die Fa. Voith daran beson<lb break="no"/>ders interessiert.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_36">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die ganzen Projekte so weit wie möglich<lb/>
noch Informationen sammeln und auf alle Fälle in die SU mitnehmen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_37">Am Samstag abends sollten wir ein Ballett in der Oper besuchen, die<lb/>
Tschechen haben aber lieber vorgezogen zu <choice><choice><sic>Kollaric</sic><corr>Kolarik?</corr></choice></choice> in den Prater zu<lb/>
gehen. Dies ist ein mit Budweiser Bier beliefertes riesiges Prater<lb break="no"/>restaurant, firmiert zwar unter dem Begriff Schweizerhaus, Kolarik hat<lb/>
dort aber wirklich beste Stelzen, prachtvolles Budweiser Bier und<lb/>
alle tschechischen Minister, die ich bis jetzt gekannt habe, sind dort<lb/>
sehr gerne hingegangen. Mir konnte es nur recht sein.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_38">Der Blitzbesuch bei der Fa. <choice><choice><sic>Brandstetter</sic><corr>Brandstätter</corr></choice></choice>, eine sehr große Säge in Holla<lb break="no"/>brunn mit 200 Beschäftigten, die insbesondere tschechisches Holz ver<lb break="no"/>arbeitet, steht auch ständig scheinbar im Programm der tschechischen<lb/>
Außenhandelsminister. Der ehem. Handelsrat in Wien <rs type="person" ref="#per__140701">Kohout</rs> kennt Herrn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127179">Brandstätter</rs> sehr genau ist mit ihm per Du, wahrscheinlich hat er auch<lb/>
dort während seiner Wiener Zeit gelegentlich gejagt. Jetzt hat <rs type="person" ref="#per__127179">Brand<lb break="no"/>stätter</rs> ein neues Parkettsystem, die Fa. Fill in Gurten bei Ried hat ihm<lb/>
für 700.000,-- eine eigene Parkettschneidemaschine entwickelt, die 70<lb/>
m² pro Tag macht, dieses Sternparkett, das Muster ist nicht wie Mosaik-<lb/>
Klebeparkett oder irgend ein Industrieparkett, wirklich an einen handwerk<lb break="no"/>lichen Stern erinnert, kostet 990 S pro m² vom Holzwerk Brandstätter.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> interessierte sich bis ins letzte Detail für diese Erzeugung,<lb/>
wahrscheinlich möchten sie auch eine solche Maschine kaufen. Bevor wir<lb/>
dort den Betriebsrundgang und dann vor allem auch ein Wildschweingatter,<lb/>
etliche <choice><choice><sic>ha</sic><corr>Hektar</corr></choice></choice>, besichtigten und kein Wildschwein sahen, was den Besitzer<lb/>
furchtbar ärgerte, verhandelte ich noch mit <rs type="person" ref="#per__127179">Brandstätter</rs> über die Preis<lb break="no"/>situation. Der zweite große Sägebetrieb <rs type="person" ref="#per__126233">Schweighofer</rs> und er wiesen mir<lb/>
eindeutig nach, daß die Tschechen-Preise annähernd den Weltmarktpreisen<lb/>
entsprechen, Dumping könnte also auf gar keinen Fall nachgewiesen werden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_39"><rs type="person" ref="#per__127179">Brandstätter</rs> als Sprecher der Sägeindustrie bedankte sich bei mir immer<lb/>
wieder, daß ich so viel Verständnis für dieses sehr schwere <sic>Gausch ??</sic><lb/>
</p>
            <pb n="65-0607" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0607.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_40">habe und daß vor allem ich ihm in diesem Fall vor einer unbegründeten<lb/>
Anklage der Tschechen auf Dumping geschützt habe.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_41">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Abteilung soll diesbezüglich mit SC <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs><lb/>
weitere Verhandlungen führen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_42"><rs type="person" ref="#per__127179">Brandstätter</rs> hat das Wildschweinrevier um 60.000 S gepachtet, hat dort<lb/>
ein eigenes Haus, das normalerweise 200.000,-- S kostet und sich<lb/>
für diese Zwecke aber auch andere Zweitwohnungen ideal eignet, aufge<lb break="no"/>stellt und macht damit glaube ich eine riesen Propaganda, angeblich<lb/>
sollen jetzt 50 Frischlinge dort sein, der Eber kommt immer zugelau<lb break="no"/>fen, weil er Brot fechtet, nur bei der beabsichtigten Vorführung war<lb/>
er nicht zu sehen. Auch sonst war es dort sehr dreckig, es hat näm<lb break="no"/>lich geregnet, die Aussicht auf die Futterstelle aber hervorragend,<lb/>
leider wie ich nochmals sagen muß aber ohne Erfolg.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_43">Bei der Fahrt zur Grenze hat mir <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> neuerdings versichert, daß<lb/>
Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__113616">Štrougal</rs> mich nicht nur grüßen läßt, sondern immer<lb/>
wieder ihnen erklärt, wie konstruktiv<add>[ich]</add> sei und welche Detailkenntnisse<lb/>
ich in meinem umfangreichen Kompetenzbereich wisse. Da der Handels<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__114725">Chrust</rs> heuer in Pension geht, erfuhr ich strengst vertraulich, daß<lb/>
wahrscheinlich der Bruder von Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__113616">Štrougal</rs>, der jetzt<lb/>
im Außenhandelsministerium arbeitet, sein Nachfolger werden soll. Dies<lb/>
ist zumindestens der Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs>.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_44">Die von Herrn <rs type="person" ref="#per__58381">Mautner</rs> angekündigten 5 bis 10.000 to Zucker für die<lb/>
Fa. Kospol mit 260 S die Tonne ungefähr wird tatsächlich nicht nur<lb/>
mit dieser Außenhandelsstelle verhandelt, sondern <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> wollte wissen,<lb/>
ob er neuerdings intervenieren sollte. Da mich Herr <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> darüber<lb/>
nicht im Detail informierte, ersuchte ich ihn nur, er sollte dieses Ge<lb break="no"/>schäft sich neuerdings ansehen.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_45">Überhaupt habe ich mit Minister <rs type="person" ref="#per__133292">Urban</rs> vereinbart, der wie er mir sagte,<lb/>
meine unkomplizierte und gegen jedes Protokoll verstoßende Art sehr<lb/>
schätzt, wie übrigens er mir versicherte alle in der CSSR, daß wir<lb/>
jederzeit telefonisch über besondere Geschäfte und Interventionen<lb/>
in Kontakt treten sollten. Dies entspricht auch meiner Auffassung.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_46">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> verbinden.<lb/>
</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-21_47"/>
         </div>
      <div type="back"><pb n="65_0597_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0597-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 21.5.1982</head>
         </div>
         <pb n="65_0597_02" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0597-02.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 21.5. Rückseite)</head>
         </div>
         <pb n="65_0597_03" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0597-03.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 22./23.5.1982</head>
         </div>
         <pb n="65_0597_04" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-21_1982-05-23_0597-04.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 22./23.5. Rückseite)</head>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__131107">
               <persName type="label">Grossendorfer, Enno</persName>
               <persName><surname>Grossendorfer</surname><forename>Enno</forename></persName>
               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__127019">
               <persName type="label">Muhri, Franz</persName>
               <persName><surname>Muhri</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>KPÖ-Vors.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__108328">
               <persName type="label">Pahr, Willibald</persName>
               <persName><surname>Pahr</surname><forename>Willibald</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__58381">
               <persName type="label">Mauthner, Fritz</persName>
               <persName><surname>Mauthner</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Lebensmittelhändler</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118579304</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__109804">
               <persName type="label">Carter, Jimmy</persName>
               <persName><surname>Carter</surname><forename>Jimmy</forename></persName>
               <occupation>US-Präs. 1977-81</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__126233">
               <persName type="label">Schweighofer, A</persName>
               <persName><surname>Schweighofer</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Holzindustrie Schweighofer GmbH und Co. KG, Niedernondorf
                  (NÖ)</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114725">
               <persName type="label">Chrust, Ladislav</persName>
               <persName><surname>Chrust</surname><forename>Ladislav</forename></persName>
               <occupation>HR CSSR</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__126232">
               <persName type="label">Reagan, Ronald</persName>
               <persName><surname>Reagan</surname><forename>Ronald</forename></persName>
               <occupation>US-Präs. ab 1981</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114570">
               <persName type="label">Steiner, Robert</persName>
               <persName><surname>Steiner</surname><forename>Robert</forename></persName>
               <occupation>MR LWM; davor FAO</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113616">
               <persName type="label">trougal, Lubomír</persName>
               <persName><surname>trougal</surname><forename>Lubomír</forename></persName>
               <occupation>MP CSSR</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__127179">
               <persName type="label">Brandstätter, Karl</persName>
               <persName><surname>Brandstätter</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>KR Obmann Sägeindustrie</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114402">
               <persName type="label">Fellner, Hanns</persName>
               <persName><surname>Fellner</surname><forename>Hanns</forename></persName>
               <occupation>Branchenreferent HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__133292">
               <persName type="label">Urban, Bohumil</persName>
               <persName><surname>Urban</surname><forename>Bohumil</forename></persName>
               <occupation>CSSR-Außenhandelsmin.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__125833">
               <persName type="label">Roth, B</persName>
               <persName><surname>Roth</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>Fa. Voith</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__134182">
               <persName type="label">Hammeder, A</persName>
               <persName><surname>Hammeder</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>BRO Fa. Voith [?]</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97426">
               <persName type="label">Fälbl, Maximilian</persName>
               <persName><surname>Fälbl</surname><forename>Maximilian</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__123197">
               <persName type="label">Lenin, Wladimir Iljitsch</persName>
               <persName><surname>Lenin</surname><forename>Wladimir Iljitsch</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__114580">
               <persName type="label">Kobilka, Josef</persName>
               <persName><surname>Kobilka</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Dir. DoKW</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97411">
               <persName type="label">Effenberger, Otto</persName>
               <persName><surname>Effenberger</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>ARBÖ-Bundessekretär</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__108746">
               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114047">
               <persName type="label">Flöttl, Walter</persName>
               <persName><surname>Flöttl</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>GD BAWAG</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__122215">
               <persName type="label">Ehrenberger, Vlastimil</persName>
               <persName><surname>Ehrenberger</surname><forename>Vlastimil</forename></persName>
               <occupation>Energieminister CSSR</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114602">
               <persName type="label">Marx, Karl</persName>
               <persName><surname>Marx</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__126298">
               <persName type="label">Hutterer, Herwig</persName>
               <persName><surname>Hutterer</surname><forename>Herwig</forename></persName>
               <occupation>GF Finanzierungs-Garantiegesellschaft FGG</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__109811">
               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__134235">
               <persName type="label">Chnoupek, Bohuslav</persName>
               <persName><surname>Chnoupek</surname><forename>Bohuslav</forename></persName>
               <occupation>CSSR-Außenmin.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__122209">
               <persName type="label">Kadnár, Milan</persName>
               <persName><surname>Kadnár</surname><forename>Milan</forename></persName>
               <occupation>Botschafter CSSR</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137272">
               <persName type="label">Öhmer, B</persName>
               <persName><surname>Öhmer</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>[Sekt.Rat von der Landwirtschaft; Teilnehmer Gem. Kommission SU 1971;
                  Name so nicht auffindbar; vgl. auch Öhmer, A?]</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__126862">
               <persName type="label">Bloch, Felix</persName>
               <persName><surname>Bloch</surname><forename>Felix</forename></persName>
               <occupation>Wirtschaftsrat US-Botschaft</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>