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            <title type="main">Freitag, der 14. Mai 1982 bis Sonntag, der 16. Mai 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_01">Freitag, 14. bis Sonntag 17. Mai 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_02">Die Fa. Polygram hat vor Jahren das Dekret zur Führung des Staatswappens<lb/>
im Handelsministerium überreicht bekommen, seit dieser Zeit wollte die<lb/>
Firma, daß ich sie besuche. Der Grund stellte sich dann sehr bald<lb/>
heraus, die Fa. hofft, daß ich sie gegen Parallelimporte, 79 20 %,<lb/>
jetzt immerhin noch 10 %, vor allem aber gegen die Piratenproduktion,<lb/>
das ist die wenn man so will die Schwarzerzeugung von Hits, ob Unter<lb break="no"/>haltungsmusik oder Klassik, tatkräftiger unterstütze. Nach ihrer An<lb break="no"/>gabe beträgt diese in Österreich ca 5 %. Diese Tonträger werden um<lb/>
einige Schillinge an die Händler billiger abgegeben, für den Konsumenten<lb/>
ist dies überhaupt keine Ersparnis. Derzeit gibt es ungefähr 11 Mio.<lb/>
Platten und Kassetten, 2,6 Mio. Singles, 4 1/2 Mio. Langspielplatten,<lb/>
3 1/2 Mio. Kassetten. Die Fa. beklagte sich, daß die AK, Dr. <rs type="person" ref="#per__114716">Knittler</rs><lb/>
so wenig Verständnis für ihre Probleme hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_03">Beim Jour fixe erklärt dann <rs type="person" ref="#per__114716">Knittler</rs>, daß das wirkliche Problem der<lb/>
Versuch dieser internationalen Produktionsgesellschaften ihr alleiniges<lb/>
Monopol in jeder Beziehung sein möchte. Auch das Überspielen auf Leer<lb break="no"/>kassetten durch Private möchten sie, wenn sie es schon nicht verhindern<lb/>
können, so tatkräftiger mit Abgaben belasten, die große Gefahr besteht<lb/>
aber in der Vermietung von Platten und Kassetten, wie sei heute in Japan<lb/>
gang und gebe ist und sehr bald auch auf Europa übergreifen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114716">Knittler</rs> versprach sich mit der Firma, insbesondere den Betriebsräten in<lb/>
Verbindung zu setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte die Betriebsräte verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_05">Der kubanische Botschafter in Österreich hat mir ein Antwortschreiben<lb/>
auf eine Intervention von seinem Minister persönlich überbracht. Gleich<lb/>
zeitig wurde ich neuerdings eingeladen, Kuba jetzt endlich unbedingt zu<lb/>
besuchen. Ich habe dies im Hinblick auf die nächstjährigen Wahlen zwar<lb/>
prinzipiell akzeptiert, aber gleichzeitig erklärt, daß ich derzeit nicht<lb/>
kommen kann. Früher oder später wird zwar dort die Gemischte Kommission<lb/>
stattfinden müssen, bevor ich aber daran teilnehme, muß ich unbedingt<lb/>
die Vereinigten Staaten, wahrscheinlich zum gleichen Zeitpunkt besuchen.<lb/>
Da ich noch niemals in Amerika gewesen bin, kann man sich auch in der<lb/>
USA darüber nicht aufregen. Anders wäre es, wenn ich tatsächlich zuerst<lb/>
nach Kuba fahren würde. Ich überschätze meine Bedeutung keinesfalls<lb/>
und weiß, daß die Reisen des Handelsministers kaum registriert werden.<lb/>
Provokant sollen sie aber deswegen auch nicht sein. Sollte ich daher<lb/>
<pb n="65-0567" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-14_1982-05-16_0567.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wider erwarten einmal nach Amerika, ganz egal, Süd-, Mittel- oder Nord-<lb/>
in irgendeinen Staat fahren müssen, dann muß ich vorher unbedingt die<lb/>
Vereinigten Staaten besucht haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_06">Die Fa. 3D-Portrait hofft einen Staatspreis für Innovation zu bekommen,<lb/>
weshalb ich unbedingt die Firma besuchen sollte. Zu meiner größten<lb/>
Überraschung war in der Krugerstraße aber nur das Aufnahmegerät und<lb/>
nicht die ev. interessante Produktionsstätte. Mit einer Kamera wird<lb/>
vom Kopf eine 3D-Rundumaufnahme gemacht, dann in einen Computer alle<lb/>
Daten gespeichert um dann aus irgend einem Material herausgefräst zu<lb/>
werden. Ich habe den beiden dort anwesenden Beschäftigten klar gemacht,<lb/>
daß es ganz sinnlos ist, mich zu porträtieren, weil ich garantiert<lb/>
die Büste nicht kaufen werde. Aus Reklamezwecke bestanden sie doch<lb/>
darauf, wissend, daß keine Chance besteht, mein Porträt vielleicht<lb/>
gar im Handelsministerium in der neuen Vitrine für Innovationsvorschläge<lb/>
ausstellen zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_07">GD <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> von der BAWAG hat für den chinesischen Präsidenten <rs type="person" ref="#per__1137779">Wang</rs> <add>evtl. Falschidentifikation, Anm.</add> ein<lb/>
Arbeitsessen gegeben, einleitend hat <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> dann eine lange, wie man<lb/>
von ihm ja immer erwarten kann, Ansprache gehalten, wo er sogar 4<lb/>
Firmenvertreter, die ebenfalls anwesend waren besonders vorstellte. Ich<lb/>
befürchtete schon, daß dann Präsident <rs type="person" ref="#per__1137779">Wang</rs> vielleicht gar als Weiter<lb break="no"/>redner genauso lange antworten würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_08">Der Firmendirektor der Linzer Glasspinnerei, Sitz in Stockerau, dem ich<lb/>
dort das Staatswappen gegeben habe, beschwerte sich bei mir, daß die<lb/>
Chemie Linz, GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs>, mit dem er verhandelt, eben nicht bereit ist<lb/>
zu einem Arrangement mit ihnen zu kommen. Die Importe die dadurch ge<lb break="no"/>tätigt werden, trifft sie daher sehr hart. Ich versprach mit GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs><lb/>
diesbezügliche Kontakte aufzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit Chemie Linz verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_10">Leider bin ich durch das lange Essen zur für mich sehr wichtigeren und<lb/>
interessanteren Sitzung des Kautsky-Kreises über Arbeitszeitverkürzung<lb/>
zu spät gekommen. Aus der noch stattfindenden Diskussion konnte ich<lb/>
aber dann entnehmen, daß das von Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> und einigen Mitarbeitern<lb/>
der ÖNB erarbeitete Grundlagenpapier hart kritisiert wurde. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs><lb/>
vertritt seit eh und je die Meinung, daß eine Arbeitszeitverkürzung,<lb/>
sozusagen die Aufteilung der vorhandenen Arbeit die Arbeitslosigkeit<lb/>
bedingt auf mehrere eben durch entsprechende Kürze der Arbeit des<lb/>
einzelnen volkswirtschaftlich falsch ist. Damit kann man die Arbeits<lb break="no"/><pb n="65-0568" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-14_1982-05-16_0568.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>losigkeit nicht bekämpfen. Sein einziger und sicherlich richtiger Vor<lb break="no"/>schlag ist, wir müßten die Wirtschaft entsprechend ankurbeln, damit<lb/>
alle wieder beschäftigt werden, dann sei eine Arbeitszeitverkürzung<lb/>
aus sozialpolitischen Gründen, die er ja bejaht, erst durchführbar. Die<lb/>
Diskussion und das Problem das dann immer wieder auch bei einer<add>[von?]</add> Natio<lb break="no"/>nalökonomen wie im Kautsky-Kreis entsteht, wie<add>[man]</add> die österreichische<lb/>
Wirtschaft unter der jetzt gegebenen europäischen Wirtschaftssituation<lb/>
ankurbeln kann. Ich selbst habe dann in einem kurzen Beitrag nur dahin<lb break="no"/>gehend mich geäußert, daß ich ganz egal ob aus wirtschaftspolitischen<lb/>
oder sozialpolitischen Gründen eine Urlaubsverlängerung um 1 Woche<lb/>
für zweckmäßig halte, dadurch wird nämlich der Arbeiter, insbesondere<lb/>
der schwer arbeiten muß und dringend einen Urlaub braucht, mit seinem<lb/>
Urlaubsausmaß von 5 Wochen Mindesturlaub ziemlich an die Angestellten<lb/>
und noch mehr an die Beamten, die einen längeren Urlaub als Privileg<lb/>
ja schon seit Jahrzehnten haben, herangeführt. Gleichzeitig erklärte ich<lb/>
neuerdings, könnte ich mir sehr gut vorstellen, daß die Donnerstagfeier<lb break="no"/>tage dafür durch entsprechende Verhandlung mit Bundeshandelskammer<lb/>
geopfert werden sollten. Auch dann wenn die Bundeshandelskammer glaubt<lb/>
darüber mit der katholischen Kirche zu keiner einvernehmlichen Lösung<lb/>
zu gelangen. Das von <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> ausgearbeitete und dort verteilte Arbeits<lb break="no"/>zeitverkürzungspapier hat einige ganz interessante Gesichtspunkte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Die I/5 Grundsatzgruppe soll sich dies einmal<lb/>
ansehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_12">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB, SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, wurde die Konzeption der<lb/>
Verordnung über Begrenzung des Schwefelgehaltes dargelegt. Mit 1.1.83<lb/>
3 % für Heizöl schwer, 84 2 1/2 % und 1.1.85 dann 2 %. Die Umweltschützer,<lb/>
aber auch die Länder und das Gesundheitsministerium möchten natürlich<lb/>
einen schnelleren Abbau. Hätte man aber diese Verordnung wie wir es<lb/>
vorgeschlagen haben schon 76 gemacht, wäre man heute schon längst bei<lb/>
den <choice><choice><sic>2 4</sic><corr>2%?</corr></choice></choice>. Die Hauptschwierigkeit ist nämlich noch immer und dies gilt<lb/>
auch derzeit, daß man auf den Abbau der vorhandenen Lager Rücksicht<lb/>
nehmen muß. Insbesondere ist jetzt zu prüfen, ob im Krisenlager Erd<lb break="no"/>ölbevorratung aufgrund der internationalen Energieagenturverpflichtun<lb break="no"/>gen tatsächlich diese Schwefel hohen Erdölmengen resp. Heizöle lagern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Die Energiesektion soll so schnell als<lb/>
möglich darüber berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_14">Die AK wird sich mit der Fa. Nestle wegen der berechtigten Kritik diese<lb/>
Firma über Veröffentlichung in Publikationen der AK, insbesondere über<lb/>
<pb n="65-0569" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-14_1982-05-16_0569.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Multinationalen ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_15">AK und ÖGB nehmen zur Kenntnis, daß am 7. Juni im Handelsausschuß alle<lb/>
das Wirtschaftspaket betreffenden Gesetze gleichzeitig beschlossen<lb/>
werden sollen. Über das Versorgungssicherungsgesetz, Mühlengesetz,<lb/>
Ölbevorratungs- und Meldegesetz und vor allem auch Energielenkungsgesetz<lb/>
ist ein Einvernehmen schon auf Sozialpartnerebene mit den Ministerien<lb break="no"/>vertretern erzielt worden. Nur beim Schrottlenkungsgesetz, hier wünscht<lb/>
ja die verstaatlichte Industrie, insbesondere GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> eine Bevorzu<lb break="no"/>gung, und vor allem über das Preisgesetz gibt es ein solches Einvernehmen<lb/>
noch nicht. Ich bin auch gespannt, ob es tatsächlich am 7. Juni gelin<lb break="no"/>gen wird, im Handelsausschuß, ohne daß ein Unterausschuß vorher getagt<lb/>
hat und die Materie im Detail besprochen wurde, zu einer einvernehmli<lb break="no"/>chen Regelung zu kommen. Diese ist mit der großen Opposition deshalb<lb/>
notwendig, da es sich ja hier um 2/3-Verfassungsbestimmungen handelt,<lb/>
die eben zwar im Handelsausschuß mit einfacher Mehrheit, aber dann im<lb/>
Plenum mit 2/3-Mehrheit beschlossen werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte die strittigen Formulie<lb break="no"/>rungen im Preisgesetz und Schrottlenkung fürs nächste Jour fixe HK<lb/>
zusammenstellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_17">Die AK stimmt zu, daß die ÖMV Flugpetroleum exportieren kann, wenn<lb/>
sie für den Exportpreis dasselbe erlöst wie im Inland. Derzeit ist<lb/>
der Antrag 20.000 to um 6.100 S der Inlandspreis ist aber 6.200 S.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> darüber verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_19">Die AK stimmt zu, daß die Ausverkaufsverordnung am 27. Mai dahingehend<lb/>
verhandelt werden soll, daß jetzt doch eine kleine Novelle, Ankündi<lb break="no"/>gungsverbot 4 Wochen vor dem Ausverkauf, beschlossen werden kann, gleich<lb break="no"/>zeitig wird eine Punktation von der AK mit SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> besprochen werden,<lb/>
die dann für die weiteren Verhandlungen über eine neue Ausverkaufsver<lb break="no"/>ordnung die Grundlage bilden soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Unterlagen für nächstes Jour fixe HK mit<lb break="no"/>geben.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_21">Die Mitgliedsbeiträge für die Vereinigung Made in Austria sollen jetzt<lb/>
nach Vorschlag der beiden Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__113034">Dorffner</rs> von der HK tatsäch<lb break="no"/>lich erhöht werden. Derzeit gibt das Handelsministerium 2 1/2 Mio. S,<lb/>
<pb n="65-0570" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-14_1982-05-16_0570.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>2,4 zahlt die Handelskammer, je 100.000,-- die Landwirtschaftskammer und<lb/>
die AK. Die AK ist nun bereit, ihren Anteil von 100.000,-- um 20.000.--<lb/>
zu erhöhen. Ich erkläre sofort, wir können über die 2 1/2 Mio. nichts<lb/>
bezahlen, hier müßte die HK eben dann auch statt 2,4, 2,5 zahlen, da<lb/>
wir ja immer auf die gleiche Leistung Wert legen. Darüber hinaus erklärt<lb/>
GD <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, er könnte sich vorstellen, daß die österreichische National<lb break="no"/>bank, die jetzt 500.000.-- S zwar nicht als Mitgliedsbeitrag leistet,<lb/>
ebenfalls um 20 % aufstockt, das sind 600.000,--.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mich über diese <sic>Agation ??</sic><lb/>
am laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_23">Die von der Textilgewerkschaft und vor allem auch der Industrie verlangte<lb/>
Regelung Made-in-Verordnung scheitert bis jetzt am Textilhandel, die<lb/>
Bundeshandelskammer hat in einem internen Begutachtungsverfahren daher<lb/>
bis jetzt entschieden, eine solche Made-in-Verordnung mit Auszeichnungs<lb break="no"/>verpflichtung abgelehnt. Der ÖGB, Mag. <rs type="person" ref="#per__115583">Muhm</rs> schlägt vor, man sollte<lb/>
überhaupt mit den Ursprungsbezeichnungsverpflichtungen in Österreich<lb/>
genauso rigoros vorgehen, als dies in anderen Ländern Europas bereits<lb/>
geschieht, ebenso müßte die Kontrolle über die Qualität durch Bei<lb break="no"/>bringung von Zertifikaten wie dies auch in der BRD verlangt wird in<lb/>
Österreich eingeführt werden. Dafür ist der Bautenminister zuständig,<lb/>
die AK und der ÖGB werden diesbezüglich an <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> schreiben. Mit dieser<lb/>
Methode können die zu erwartenden größeren Importe bei verschiedenen<lb/>
Materialien wie Zement, Baustahlgitter usw. verhindert werden, weil<lb/>
doch immer wieder die Befürchtung entsteht, daß die Qualitätsnormen<lb/>
nicht eingehalten werden. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> hat es wesentlich leichter eine sol<lb break="no"/>che Bestimmung zu erlassen, als das Handelsministerium, bei uns könnte<lb/>
höchstens die Bestimmung der GewO, Kampf gegen gefährliche Produkte<lb/>
sehr umständlich herangezogen werden. Natürlich kann man behaupten, daß<lb/>
für den Bau ein gewisses Sicherheitsrisiko wäre, wenn der Zement oder<lb/>
der Baustahl nicht den Ausschreibungsbedingungen entspricht. Der Nach<lb break="no"/>weis aber, daß die Bauten nach entsprechenden jahrzehntelangen Benützun<lb break="no"/>gen einstürzen könnten, würde kaum gelingen. Im Zuge der jetzt durchge<lb break="no"/>führten Ausschreibungsverbesserungen oder Verschlechterungen von wel<lb break="no"/>chem Standpunkt man es immer betrachtet, müßte man dieser Möglichkeit<lb/>
ein stärkeres Augenmerk zuwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs><add>[hs. korrigiert, Anm.]</add>: Vielleicht kann man mir entsprechende<lb/>
Zusammenstellung, wie es in anderen Staaten gehandhabt wird, machen.<lb/>
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            <pb n="65-0571" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-14_1982-05-16_0571.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_25">Da ich Mitglied des Bzirksmuseums Landstraße bin, dort aber fast nie<lb/>
bei Aktivitäten mitwirke, diesmal aber der Kulturverein der Landstraße<lb/>
mit dem Bezirksmuseum gemeinsam einen Landstraßer Künstler zur Aus<lb break="no"/>stellung seiner Skulpturen veranlaßt hat, ersuchte man mich, unbedingt<lb/>
bei der Eröffnung durch Stadtrat <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> daran teilzunehmen. Überrascht<lb/>
war ich, daß doch so viele Leute dazu gekommen sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_26">Der Sekretär der christlichen Gewerkschafter <rs type="person" ref="#per__133118">Hacker</rs> und die Kollegin<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137780">Edlinger</rs> gehen jetzt in Pension und haben für mich ein wenig überraschend<lb/>
die Kolleginnen und Kollegen zu einer verhältnismäßig weit entfernten<lb/>
Waldschenke nach Mauerbach eingeladen. Wie ich hingekommen bin ist der<lb/>
Schmäh ganz gut gelaufen, daß ich dabei gleich mit und in späterer<lb/>
Folge dann sogar mit Mundharmonika spielte, war eigentlich selbstver<lb break="no"/>ständlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_27">Samstag gab es die Kollision zwischen Eröffnung der Rieder Messe und<lb/>
Landesparteitag. Zuerst dachte ich noch, daß ich durch Benützung eines<lb/>
Hubschraubers des Innenministeriums beide Termine schaffen könnte<lb/>
Zur Rieder Messe konnte ich zwar so zeitgerecht abfliegen, daß ich dort<lb/>
am Flugplatz eine halbe Stunde warten mußte, der Hubschrauber konnte<lb/>
nämlich bei der Fa. Fischer landen, der Bürgermeister erschien dann<lb/>
zwar mit Verspätung, aber die Veranstalter hatten einen anderen Plan, als<lb/>
ich beabsichtigte. Ich hatte mir vorgestellt, daß wenn wir früher an<lb break="no"/>kommen inoffiziell die Messe mit einem Durchgang zu besuchen und dann<lb/>
zu eröffnen. Dies wurde aber dann vereitelt. Ich sollte knapp vor Be<lb break="no"/>ginn sozusagen offiziell eintreffen, nach mir kam allerdings doch erst<lb/>
der Landeshauptmann, aus dem Besuch der Messe wurde nichts. Der Präsi<lb break="no"/>dent der Messe hat dann eingeleitet, nicht im Programm vorgesehen war<lb/>
dann noch eine Ansprache des Bürgermeisters, dieser hat sehr pessimi<lb break="no"/>stisch über die Wirtschaftslage in Ried gesprochen, zu meiner größten<lb/>
Überraschung hat dann LH <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> sehr wohl so optimistisch seine<lb/>
Festansprache gehalten, daß ich ihn dann in meiner Eröffnungsrede immer<lb/>
wieder zustimmend zitieren konnte. Zum Unterschied von Bgm. <rs type="person" ref="#per__1137781">Hummer</rs><lb/>
der erklärte, sie hätten eine 4 %-ige Jugendarbeitslosigkeit und die<lb/>
Bauarbeiter seien zu 40 % noch arbeitslos und ein sehr negatives<lb/>
Bild zeichnete, meinte <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs>, es gäbe so etwas wie eine sich<lb/>
selbst erfüllende Prophezeiung. Die Massenmedien berichten nur das<lb/>
Negative und man hätte ja bis jetzt auch die schwierigen Situationen<lb/>
gemeistert. Da <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> auch auf das Regierungsprogramm 5000 Wohnun<lb break="no"/>gen, die zwar, wie er sagt, sehr teuer kommen, aber die man in Oberöster<lb break="no"/>reich braucht, hinwies, habe ich dies dann noch ergänzt, daß auch 1 Mrd.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_28">für Altstadtsanierung zur Verfügung stehen wird, 1 Mrd. für den Fremden<lb break="no"/>verkehr, das Startwohnungsgesetz, das jetzt einstimmig beschlossen<lb/>
wurde und das die Oberösterreicherin Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> vertreten<lb/>
hat, und auch natürlich auch die Beschäftigungsverbesserung durch das<lb/>
Konferenzzentrum in Wien erwähnt. Da bemerkte ich schon, daß <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzen<lb break="no"/>böck</rs> sehr sauer wurde. Ich glaube aber, daß dies die einzige richtige<lb/>
Reaktion auf den Festvortrag von <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs>, den dieser auch ohne nur<lb/>
ein Blattl Papier als Unterlage zu benützen, gehalten hat. In Versamm<lb break="no"/>lungen und auch bei sonstigen Gelegenheiten nur das negative der Re<lb break="no"/>gierungspolitik herauszustreichen und Festveranstaltungen dagegen sich<lb/>
als der optimistische Landeshauptmann darzustellen, mußte von mir<lb/>
eine solche Reaktion auslösen, auch dann wenn es ihm sicherlich nicht<lb/>
sehr paßt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_29">Da wir erst am frühen Nachmittag nach Wien zurückkamen und ich befürch<lb break="no"/>tete, daß ich gerade nur zum Lied der Arbeit in die Konferenz kommen<lb/>
würde, habe ich mich entschlossen überhaupt nicht mehr hinzufahren. Ich<lb/>
bin daher gleich zur Veranstaltung der Friedensdemonstration zum Rat<lb break="no"/>haus gegangen. Da ich vor Monaten, lange bevor die Diskussion ob die<lb/>
Regierungsmitglieder daran teilnehmen werden und sollen usw., den Ge<lb break="no"/>werkschaftsjugendlichen der LUGA zugesagt hatte mit ihnen zu marschie<lb break="no"/>ren, versuchte ich sie dann am Ring wartend zu treffen. Überrascht war<lb/>
ich über die Massen, die hier mobilisiert wurden. 40.000 hatte man an<lb break="no"/>geblich erwartet, meiner Meinung nach und so war der optische Eindruck,<lb/>
sind doppelt so viel gekommen. So weit ältere Blocks mitgegangen sind,<lb/>
waren es meistens KP-Organisationen. Der große Zug war getragen von<lb/>
Jugendlichen. Der Rathausplatz war so bummvoll, daß gar nicht alle<lb/>
raufkommen konnten. Da ich die LUGA zwar nicht mehr getroffen habe, der<lb/>
Zug aber noch immer unabsehbar weit reichte, bin ich dann ein Stück mit<lb/>
der Gewerkschaftsjugend sozusagen des ÖGB mitmarschiert. Mit diesen<lb/>
Jugendlichen diskutierte ich die Frage, daß eigentlich weder die Partei<lb/>
noch eine sonstige Jugendorganisation diese Massen erfassen und moti<lb break="no"/>vieren kann, die große Gefahr besteht, daß sie jetzt als herrenlos<lb/>
zwar richtig auf den Friedensappell reagierten, wer kann aber verhindern,<lb/>
daß sie nicht früher oder später anderer Appelle nicht so edlen Zielen<lb/>
dienen, ebenfalls erliegen. Ich hoffe, daß die schlechte Erfahrung, die<lb/>
gerade meine Generation in der Jugend mitgemacht haben, dieser Jugend<lb/>
erspart bleibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_30">Am Sonntag haben sich wieder einmal die "alten Jugendlichen" aus der<lb/>
illegalen Zeit und aus der unmittelbaren Nachkriegszeit getroffen. Da<lb/>
diese Jugendlichen schon ziemlich alt sind, sind die entsprechenden<lb/>
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von <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> als <rs type="person" ref="#per__1137680">Kyselak</rs> II denke, 25 km über Stock und Stein und Ge<lb break="no"/>birge und Schnee, so war der diesmalige Sonntagsausflug wirklich nur<lb/>
ein Spaziergang. Erfreulich ist nur, daß doch immer wieder so viele<lb/>
daran teilnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_31">Am Abend hat mich überraschend Dipl.-Fachmann <rs type="person" ref="#per__137258">Giannini</rs> besucht, er<lb/>
teilte mir mit, daß jetzt eine Vorstandssitzung der italienisch-öster<lb break="no"/>reichischen Handelskammer war, darin wurde die Tavola Rotonda für<lb/>
Triest im Herbst besprochen. Interne italienische Streitereien haben<lb/>
nun dazu geführt, daß eine neue Form der italienischen Handelskammer<lb/>
und zwar diesmal nicht von der Mailänder, die bis jetzt immer das große<lb/>
Sagen gehabt hat, sondern von der allitalienischen durchgeführt werden<lb/>
soll. Die italienische Seite erwartet, daß sie über den Plöckenpass<lb break="no"/>tunnel und über das Kohleprojekt in Triest intensivere Gespräche ge<lb break="no"/>führt werden. Ich habe sofort erklärt, daß ich mit jeder Abwicklung<lb/>
einverstanden bin und mich in die inneritalienischen Verhältnisse nicht<lb/>
einmischen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-14_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Unterlagen mit <rs type="person" ref="#per__137258">Giannini</rs> für Herbst<lb/>
zusammenstellen lassen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 14.5.1982</head>
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            <head>Tagesprogramm, 15.5.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 15.5. Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung Jour fixe AK/ÖGB, 16.5.1982</head>
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