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            <title type="main">Donnerstag, der 13. Mai 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band65_1982-05-13</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_01">Donnerstag, 13. Mai 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_02">Nach dem Zusammenbruch des Stromnetzes in Ostösterreich sind bereits<lb/>
über 24 Stunden vergangen und noch immer hat mich die Verbundgesellschaft<lb/>
darüber nicht verständigt. Ich rief deshalb GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> an und erklärte<lb/>
ihm, daß ich eine solche Vorgangsweise als ungehörig betrachte und daraus<lb/>
Konsequenzen ziehen werde. Welche, habe ich ihm natürlich noch nicht ge<lb break="no"/>sagt, da ich ehrlich gestanden auch gar nicht wußte, wie ich mich gegen<lb break="no"/>über einem solchen Fehlverhalten revanchieren sollte. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, der erst<lb/>
1 Stunde von einer Auslandsreise zurück war, entschuldigte sich sofort<lb/>
dafür und erklärte, er hätte auch erst auf seinem Schreibtisch eine<lb/>
schriftliche Erklärung vorgefunden. Die Verbund ist scheinbar so ver<lb break="no"/>wöhnt, weil ich bei jedweden größeren Zusammenbrüchen sofort beim<lb/>
Bundeslastverteiler erschienen bin, meistens sogar vor den Direktoren,<lb/>
sehen sie scheinbar keine Veranlassung mehr, mich von derartig großen<lb/>
Netzzusammenbrüchen zu verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Nach Einlangen des <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>-Briefes sofort<lb/>
schriftlich absichern, daß du in Hinkunft verständigt wirst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_04">Ich informierte <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> über die Aussprache mit Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>,<lb/>
dieser hat mich LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> wegen der Osttiroler Wassererfassung<lb/>
für das Kraftwerk in Aussicht genommen, daß Innergschlöß mit Restwa<lb break="no"/>sser versorgt wird, das Umbaltal aber nicht erfaßt wird und dafür<lb/>
der <choice><choice><sic>Tebandbach</sic><corr>?</corr></choice></choice> mit einem Wort das Defereggental ebenfalls als Wasser<lb break="no"/>zuführung erfaßt werden soll. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> erklärt, daß man diese Variation<lb/>
selbstverständlich auch rechnen wird, doch teilt er meine Meinung,<lb/>
daß die 15 % Wasseraufbringung des Umbaltals, jetzt behaupten seine<lb/>
Fachleute sogar es seien 20 %, nicht vollkommen ausgelassen werden<lb/>
kann.<lb/>
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Mio. Kabel geliefert aus Deutschland unterstützen, da er bei der letzten<lb/>
Aufsichtsratssitzung mit dem Privatangestelltengewerkschaftssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118718">Laichmann</rs> darüber einen heftigen Zusammenstoß gehabt hat. <rs type="person" ref="#per__118718">Laichmann</rs>,<lb/>
aber auch der Zentralsekretär der Metallarbeiter <rs type="person" ref="#per__134024">Nürnberger</rs>, bestanden<lb/>
darauf, daß die Fa. Felten &amp; Guilleaume diesen Zuschlag bekommen<lb/>
sollten. Felten &amp; Guilleaume ist in einer schlechten Auftragssitua<lb break="no"/>tion, angeblich war dieses Offert um 200.000,-- S teurer, in der<lb/>
Zwischenzeit hat sich die Preisdifferenz auf 50.000.-- S verringert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_06">Der Einkäufer der Verbund hat für die deutschen Kabel bereits einen<lb/>
Vorausauftrag mit Eintrittsbedingungen gegeben. Die Eintrittsbedin<lb break="no"/>gung, daß nämlich der Aufsichtsrat dem zustimmt ist nicht zustande ge<lb break="no"/>kommen, weshalb rein vertragsrechtlich die Verbund keine weitere<lb/>
Verpflichtung hätte. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> befürchtet aber, in Hinkunft keinerlei<lb/>
sogenannte Deckungsofferte zu bekommen, wenn nicht ein gewisser Teil<lb/>
des Auftrages ca. 3 - 4 % der E-Wirtschaft auch im Ausland vergeben<lb/>
werden darf und kann. Ich konnte <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> davon überzeugen, daß er<lb/>
sich in dieser Frage mit dem Handelsministerium und zwar Industrie<lb break="no"/>sektion, SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und Mag. <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> ins Einvernehmen setzen soll.<lb/>
Wir haben bezüglich der Vergabe von öffentlich ausgeschriebenen Pro<lb break="no"/>dukten in das Ausland eine wie ich glaube für alle Beteiligten zweck<lb break="no"/>mäßige Praxis entwickelt. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> war damit einverstanden. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs><lb/>
habe ich darüber dahingehend informiert, daß es zielführend ist,<lb/>
jetzt auch bei der Verbund endlich dieses System nach Rücksprache<lb/>
mit den Gewerkschaftsvertretern zu installieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_07">Im Plenum des Nationalrates wurde neuerdings von mir die Hälfte der<lb/>
Fragestunde beansprucht, dabei wurden wieder alle 6 Fragen wie ich<lb/>
glaube auch zur Befriedigung der Anfragesteller sehr schnell beantwortet,<lb/>
der freiheitliche Abg. <rs type="person" ref="#per__133372">Holger Bauer</rs> wollte dann Detailziffern über<lb/>
den Export und Import und die Zahlungsbilanz für das 1. Quartal wissen.<lb/>
Die ich ihm selbstverständlich sofort nachlieferte. Da dies noch<lb/>
während der Haussitzung die ja nur bis 2 Uhr dauerte persönlich über<lb break="no"/>bracht hatte, meinte er ganz erstaunt, arbeiten sie immer so schnell.<lb/>
So bekommt man wie ich mit Freude feststellen konnte, einen Ruf,<lb/>
der sich auf solche einzelne und eigentlich unbedeutende schnelle<lb/>
Erledigungen aufbaut.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_08">ANMERKUNG AN DAS SEKRETARIAT: Bitte in Hinkunft wenn möglich immer<lb/>
so schnell agieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_09">Die Vertreter der Fa. Bauknecht, Betriebsräte, Hauptsprecher <rs type="person" ref="#per__1137773">Kopf</rs>,<lb/>
aber auch der Direktor <rs type="person" ref="#per__1137774">Plocher</rs>, ein Schwabe, berichteten über ihre<lb/>
schwierige Situation. Unter Anwesenheit der dafür zuständigen sozialisti<lb break="no"/>schen Nationalräte <rs type="person" ref="#per__1137775">Kräutl</rs> und <rs type="person" ref="#per__134236">Kokail</rs>. Vor einem Jahr haben sie sich<lb/>
schon an das Bundeskanzleramt, Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> gewendet.<lb/>
Um eine Sanierung ihres Betriebes zu erreichen. Jetzt ist es besonders<lb/>
brenzlig, <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> nicht hier und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mich, wie ich ihnen<lb/>
erklärte, gestern Abend ersucht, ich sollte diese Fragen übernehmen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137774">Plocher</rs> erzählte, daß er vom deutschen Mutterwerk 110 Mio. offene<lb/>
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nicht gegen Wechsel sondern im Verrechnungsverkehr Konzern Mutter gegen<lb/>
Tochter erfolgt. Er dagegen hat meistens gegen Wechsel einkaufen müs<lb break="no"/>sen, und ist daher illiquide, Ende nächster Woche müßte er den Ausgleich<lb/>
anmelden. Die deutsche Mutter soll jetzt von der Bankengruppe unter<lb/>
Haftung es Landes Baden-Württemberg 120 Mio. DM bekommen. Die österrei<lb break="no"/>chischen Werke müssen jetzt einen Teil der Belegschaft bis Ende Mai<lb/>
auf Urlaub schicken, die Hauptverschuldung bei den österreichischen<lb/>
Banken, Kontrollbank 200 Mio., CA und Länderbank je 100 Mio., insgesamt<lb/>
600 Mio. S kurzfristig und 100 Mio. langfristig, der Bankenstatus ergibt<lb/>
allerdings mit 5. Mai bereits eine Minusreserve von 32 Mio S. Die Löhne<lb/>
mit 16,6 Mio. für 15. Mai können noch bezahlt werden. Für 30. Mai sind<lb/>
15 Mio. wieder fällig, die nicht mehr gedeckt werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_10">MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> schlug vor, man sollte anfangs der Woche sofort ein Gespräch<lb/>
im Handelsministerium mit <rs type="person" ref="#per__1137776">Günter Bauknecht</rs>, Firmeninhaber aus Deutschland,<lb/>
Vertreter des Finanzministeriums, der Arbeitsmarktförderung, der FGG<lb/>
sowie Kabinett Bundeskanzler unter seinem Vorsitz unter Hinzuziehung der<lb/>
österreichischen Banken abhalten. Bis dahin muß die Gläubigerliste<lb/>
ab 100.000,-- und das Finanzbedürfnis kurzfristig und mittelfristig<lb/>
von der Fa. geliefert werden. Da das deutsche Unternehmen wahrschein<lb break="no"/>lich verkauft wird. AEG hat allerdings abgelehnt, derzeit wird mit<lb/>
<choice><choice><sic>Thomson</sic><corr>?</corr></choice></choice> und Philips verhandelt, muß alles daran gesetzt werden, daß die<lb/>
österreichischen Produktionsstätten erhalten werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_11">Ich berichtete über diese Aussprache dem Sozialminister und ersuchte<lb/>
ihn seine von der Arbeitsmarktförderung teilnehmenden Vertreter zu in<lb break="no"/>formieren und zu ermächtigen, was er mir versprach, ebenso informierte<lb/>
ich dann bei der nächsten Sitzung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> sowie NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> vom ÖGB. Diese Sitzung war von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einbe<lb break="no"/>rufen, weil er prinzipiell die Entscheidung wollte, ob sich Österreich<lb/>
bei der Fa. Messerschmitt-Bölkow am Airbus beteiligen sollte. Messer<lb break="no"/>schmitt ist in einer schwierigen Situation und wurde von seinen Partner<lb/>
aufgefordert, seinen Anteil zu vergrößern. Messerschmitt hat nun bei<lb/>
einer Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in München diese 4 % Anteil Österreich an<lb break="no"/>geboten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beabsichtigt nun nach Rücksprache mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> dieses<lb/>
Angebot anzunehmen, 50 Airbus seien bereits ausgeliefert, für 1 Mrd. $<lb/>
gibt es Bestellungen, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> ist damit in Frankreich schon damit geflo<lb break="no"/>gen und war sehr begeistert. Die Beteiligung würde ca. 1 Mrd. S kosten,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beabsichtigt aber nicht, daß eine österreichische Firma diese<lb/>
<pb n="65-0561" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-13_0561.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Beteiligung bekommen sollte, sondern möchte sie in der ÖIAG halten.<lb/>
Die FGG wird jetzt entsprechende Überprüfungen vornehmen. Durch diese<lb/>
Beteiligung könnten gewisse Zulieferungen von der VEW und Ranshofen<lb/>
VMW, ermöglicht werden. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> meint, vielleicht könnte man auch Zulie<lb break="no"/>ferungen von Semperit dann unterbringen. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> erinnert daran, daß<lb/>
Elin eine eigene Gesellschaft gegründet hat um dort zuliefern zu können,<lb/>
ursprünglich war sogar 100 Mio. beabsichtigt, jetzt sollen es 10 Mio.<lb/>
sein. <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> stellte sofort richtig, Elin hat eine solche Gesellschaft<lb/>
zwar gegründet, muß jetzt entsprechende Maschinen von Messerschmitt<lb/>
kaufen, hat aber keine Zuliefermöglichkeit. Elin hat wieder einmal einen<lb/>
sehr schlechten Vertrag abgeschlossen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellt sofort fest, daß<lb/>
ihm vorschwebt, daß die Gesellschaft die Aufträge hereinnimmt und dann<lb/>
auf die österreichischen Firmen vergibt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schwebt noch immer die<lb/>
von ihm damals als Staatssekretär im Außenministerium mitverwaltete<lb/>
Abwicklung der Reparationslieferungen Österreichs an die SU vor. Ich<lb/>
bin zwar fest davon überzeugt, daß dies jetzt nicht mehr in diesem<lb/>
Umfang möglich ist, wahrscheinlich auch gar nicht mehr eine ähnliche<lb/>
Konstruktion von Lieferungen die letzten Endes ja der Staat damals<lb/>
bezahlt hat, organisiert werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wissen wir über diesem Elin-Vertrag.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_13"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet dann auch über eine Aussprache mit den Betriebsräten<lb/>
von Fohnsdorf, der Eumig-Betrieb soll jetzt dort durch 7 Mio. S Zahlung<lb/>
aus der Konkursmasse herausgelöst werden. Siemens Deutschland wird den<lb/>
Betrieb zwar nicht übernehmen, doch hofft er noch immer, daß Voith,<lb/>
angeblich ein gewisser Direktor <rs type="person" ref="#per__1137777">Brenner</rs> eine Lösung bringen kann.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> stellt richtig, daß es sich nicht um 7 Mio. S handelt, sondern<lb/>
daß 3 Jahre 100 Mio. auch die Länderbank involviert ist und über die<lb/>
Garantie an die Länderbank die der Staat ausgesprochen hat, es eine<lb/>
höhere Verpflichtung geben wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellt dann auch noch fest, daß<lb/>
ein 253 Mio. S ERP-Kredit fällig wird, der jetzt der Vertrag mit Amerika<lb/>
streichen von Schulden nicht zuläßt, auch in irgendeiner Weise abge<lb break="no"/>wickelt werden muß.<lb/>
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jetzt für das Eumig-Werk in Fürstenfeld interessiert, in Italien selbst<lb/>
in großen Schwierigkeiten ist und man daher äußerst vorsichtig vorgehen<lb/>
sollte, da die VÖEST-Alpine bei einer italienischen Zanussi-Fabrik auch<lb/>
eine kleine Beteiligung hat, möchte er sich über die VÖEST-Alpine ent<lb break="no"/>sprechende Informationen beschaffen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> verweist ganz besonders da<lb break="no"/><pb n="65-0562" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-13_0562.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rauf, daß nach seiner Information von Zanussi in einer sehr schwierigen<lb/>
Lage sich befinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_15">Am Abend kommt dann Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und berichtet mir von der Aussprache mit<lb/>
LH <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und den Zanussi-Vertretern, diese haben weil sie<lb/>
sich dann letzten Endes doch bereit erklärten, in Fürstenfeld ein Werk<lb/>
zu errichten, wo die Kompressoren für Geräte erzeugt werden sollen, alles<lb/>
durchgesetzt was bisher noch keinem Betrieb gelungen ist. Zanussi selbst<lb/>
wird das Geld bekommen und außerdem die österreichische Regierung noch<lb/>
die Garantie übernehmen. Die Vertreter der FGG waren über diese Ent<lb break="no"/>scheidung entsetzt, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat allerdings erklärt, die politische Ver<lb break="no"/>antwortung müsse in dem Fall eben die Regierung und das Land tragen.<lb/>
Für mich war es Vormittag schon klar, daß wenn auch Zanussi noch so<lb/>
schlecht beschrieben wird, in dem Fall, wo er bereit ist nach Fürstenfeld<lb/>
zu gehen, alle Bedenken zurückgestellt werden. Eine andere Firma konnte<lb/>
eben bis jetzt nicht gefunden werden. Ich habe bei der Grazer Messeer<lb break="no"/>öffnung schon dem Finanzreferenten der Steiermark, der mir über die<lb/>
Verhandlungsweise Zanussis auch erschüttert berichtet, daß er keine<lb/>
Unterlagen bekommt, erklärt, Zanussi wird eben sagen, fragen sie mich<lb/>
nicht, sind sie froh, daß wir kommen und der Name Zanussi allein muß<lb/>
ihnen schon jedwede Unterstützung wert sein. 1/3 des Geldes, aber<lb/>
auch die Haftung selbst wird also vom Land Steiermark nach Zusage von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> aufgebracht werden. Da ich weder bei GM noch jetzt bei Zanussi<lb/>
aber auch bei anderen Großbetrieben Regelungen nicht direkt eingeschal<lb break="no"/>tet bin, könnte ich jetzt leicht kritisieren, weil es uns im Handels<lb break="no"/>ministerium doch geglückt ist, mit einem Bruchteil der diesem Groß<lb break="no"/>projekt gemachten Zusagen auch etliche Betriebe nach Österreich zu brin<lb break="no"/>gen, dies insbesondere im Zuge der Gegenliefergeschäfte für Autoimporte<lb/>
und auch bei sonstigen Investorenberatungen. So leicht glaube ich<lb/>
aber kann man es sich nicht machen, denn ich muß zugeben, daß es unge<lb break="no"/>heuer schwierig ist, für Großprojekte und für entlegene Gebiete z.B.<lb/>
eben jetzt Fürstenfeld überhaupt ein Unternehmen zu finden der sich be<lb break="no"/>reit erklärt, dort die Arbeitslosen einigermaßen produktiv zu beschäf<lb break="no"/>tigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte die Vereinbarung kurz ziffernmäßig darstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_17">Herr <rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs> vom Fernsehen hat für seine Schilling-Sendung ein hartes<lb/>
Interview mit mir gemacht, er versuchte die Kritik, daß das Handelsmi<lb break="no"/>nisterium nicht weiß, wie es in der Energiepolitik weitergeht, aus der<lb/>
Tatsache, daß jetzt die Kohle nicht mehr so favorisiert wird, zu be<lb break="no"/>gründen. Mit Recht verwies er allerdings darauf, daß Kohle jetzt wegen<lb/>
<pb n="65-0563" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-13_0563.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der Umweltverschmutzung nicht mehr dieser begehrte Energieträger ist,<lb/>
wie vor ein paar Monaten. Ich habe bei dieser Gelegenheit gleich da<lb break="no"/>rauf verwiesen, daß wir natürlich durch Umweltschützer aber auch durch<lb/>
das Gesundheitsministerium laufend Schwierigkeiten wegen der Kohle<lb break="no"/>feuerung haben. Was aber viel schlimmer die allgemeine Politik ist, die<lb/>
ich ja vor Jahren schon bei der IAEA auch kritisiert habe, raus aus<lb/>
dem Öl, rein ins Gas, raus aus dem Gas rein in die Kohle, raus aus der<lb/>
Kohle rein in die Elektrizität für die IAEA in dem Fall Kernkraftwerk<lb/>
gemeint, in Österreich ja nicht möglich und das ganz ständig immer<lb/>
ändernd, wenn sich die Preisrelationen ein bißchen für einen Energie<lb break="no"/>träger verschiebt. Trotzdem glaube ich nicht, wie <rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs> dann meinte,<lb/>
ob vielleicht eine Energiesteuer entsprechend gestuft, eine Lösungs<lb break="no"/>möglichkeit wäre. Das Aufnahmeteam war im Klub der FPÖ gelandet und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs> hatte dort die Genehmigung bekommen mit mir das Interview ab<lb break="no"/>führen zu dürfen. Bei der Gelegenheit konnte ich gleich alle promi<lb break="no"/>nenten FPÖ-ler, <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>, ein paar Nationalräte noch und vor allem<lb/>
Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__1137778">Bogner</rs> begrüßen. Die FPÖ-ler sind zu mir besonders<lb/>
freundlich, weil sie immer das Gefühl haben, ohne daß sie es natürlich<lb/>
sagen, ich sei ein absoluter Anhänger der großen Koalition und natürlich<lb/>
gut Wund bei mir machen wollen, falls die SPÖ bei den nächsten Wahlen<lb/>
die absolute Mehrheit verlieren sollte. Innerlich muß ich mir zuge<lb break="no"/>stehen, daß ich mir eigentlich noch nie den Kopf zerbrochen habe, wie<lb/>
es in einem solchen Fall in Österreich wirklich weitergehen sollte.<lb/>
Erstens muß ich mir aber gleich eingestehen, hängt es gar nicht von mir<lb/>
ab und zweitens bin ich noch immer überzeugt, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die absolute<lb/>
Mehrheit schaffen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_18">Die Frau des ehem. OPEC-Generalsekretärs <rs type="person" ref="#per__149771">Ortiz</rs> hat jetzt in ihrem Land<lb/>
eine Farm geerbt, dort werden 10.000 l Milch täglich erzeugt, die Ge<lb break="no"/>meinde aber die sie versorgt, zahlt so schlechte Preise, es gibt weiter<lb/>
keine guten Absatzmöglichkeiten, weshalb tausende Liter Milch in den<lb/>
Fluß geschüttet werden müssen. Sie will nun entsprechende Beratung und<lb/>
zu Firmen Kontakte, wie man die dort erzeugten Agrarprodukte, Milch aber<lb/>
auch Kartoffel usw. besser verwerten kann. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und Fachreferats<lb break="no"/>leiter <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> haben ihr in dieser Beziehung geholfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_19">Da über die Schulbuchaktion eine Kampfabstimmung zu erwarten war, hat der<lb/>
Klub darauf bestanden volle Präsenz, wodurch ich die Fraktion der LUGA<lb/>
nicht besuchen konnte. Die Haussitzung war aber so zeitig aus, daß an<lb break="no"/>schließend daran noch ein Integrationsausschuß mit der "wichtigen Ta<lb break="no"/>gesordnung" Beteiligung Österreichs an einer europäischen Forschungs<lb break="no"/>aktion 750.000,-- Wissenschaftsministerium beschließen mußte. Erforscht<lb/>
<pb n="65-0564" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-13_0564.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>soll werden, der Einfluß der Atmosphäre auf die Wellenausbreitung auf<lb/>
Satellit, Erde, Funkstrecken bei Frequenzen über 10 <choice><choice><sic>GHC</sic><corr>GHz</corr></choice></choice>, <choice><choice><sic>Kostaktion</sic><corr>COST-Aktion</corr></choice></choice> 205,<lb/>
damit beschäftigt sich der Nationalrat, damit muß ein Gesetz gemacht<lb/>
werden, einmal mehr wieder für mich der Beweis, daß unsere Juristen auch<lb/>
vom verfassungsrechtlichen Standpunkt diesen Staat zu Tode regieren wer<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Nächste SC Leitersitzung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_21">Bei der LUGA kam ich dann zurecht, um in der Vorstandssitzung einen Wirt<lb break="no"/>schafts- und Sozialbericht zu geben und auch über die letzte Paritäti<lb break="no"/>sche Kommissionsergebnisse zu berichten. Die dort von uns gestellten<lb/>
Lohnanträge wurden für die Molkereiarbeiter genehmigt und für die Flei<lb break="no"/>schereiarbeiter freigegeben, natürlich entspannte sich dann die Dis<lb break="no"/>kussion über den Wunsch der Bauernvertreter, daß auch gleichzeitig mit<lb/>
den Löhnen die Preisbänder erhöht werden sollten. Der Nachteil unse<lb break="no"/>res Sozialpartnersystems ist, daß immer alles in sich weiter verflochten<lb/>
wird, der Vorteil allerdings und der ist unbezahlbar in meinen Augen,<lb/>
daß eben keine Gruppe vollkommen hängen bleibt. Irgendwie werden dann<lb/>
durch Kompromisse doch einigermaßen erträglich Lösungen für alle ge<lb break="no"/>funden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_22">In den Berichten hat dann der Landesobmann von Oberösterreich, Betriebs<lb break="no"/>ratsobmann einer Brauerei, <rs type="person" ref="#per__128474">Pfanzagl</rs> kritisiert, daß die österreichische<lb/>
Regierung mit den polnischen Vertretern jetzt konkret mit dem Vize<lb break="no"/>ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__1137562">Rakowski</rs> verhandelt, obwohl tausende Gewerkschafter<lb/>
interniert sind und die Arbeiterrechte in Polen wieder von der Militär<lb break="no"/>junta mit Füßen getreten werden. Ich versuchte ihm und auch allen an<lb break="no"/>deren klarzumachen, daß die österreichische Arbeiterbewegung als 1934<lb/>
auch ein Austrofaschismus die Arbeiterschaft getreten hat, wir sehr froh<lb/>
waren in der Illegalität die Unterstützung der Westmächte durch ent<lb break="no"/>sprechende Proteste und nicht zuletzt durch Hilfen an die Inhaftierten<lb/>
und deren Angehörige zu bekommen. Ähnlich ist jetzt die Situation<lb/>
Österreich mit Polen, wir können nur helfen, wenn wir mit dieser Re<lb break="no"/>gierung verhandeln und einen gewissen Druck auf sie ausüben. Ich bin<lb/>
mir natürlich über die Wirkung sehr klar, die Militärjunta ist durch<lb/>
die Stützung der SU stark genug jetzt zumindest einmal nicht nachzu<lb break="no"/>geben. Mittelfristig hoffe ich aber, daß es doch gelingt, nicht zuletzt<lb/>
durch den sehr geschickten Vorschlag <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, es sollten die internatio<lb break="no"/>nalen Gewerkschaftsverbände eingeschaltet werden, eine gewisse Erleich<lb break="no"/>terung zu erreichen. Die freien Gewerkschaften, der internationale<lb/>
<pb n="65-0565" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band65/65_1982-05-13_0565.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>christliche Gewerkschaftsbund aber auch der Weltgewerkschaftsbund der<lb/>
eigentlich die kommunistischen Gewerkschafter organisiert sollten auf<lb break="no"/>gefordert werden und ermächtigt werden, mit der polnischen Regierung<lb/>
über die Lösung des Gewerkschaftsproblemes und insbesondere natürlich<lb/>
die Enthaftung aller derzeit in Internierungslager befindlichen Polen<lb/>
zu verhandeln. Wenn die polnische Regierung nämlich sicherlich erst<lb/>
nach Rücksprache mit der SU dies genehmigt, dann könnte man interna<lb break="no"/>tional über diese zumindestens freien Gewerkschaftsverbände IBFG und<lb/>
christlicher Gewerkschafter einen starken Druck auf die Regierung aus<lb break="no"/>üben. Ich hoffe, daß meine Kolleginnen und Kollegen in der LUGA diese<lb/>
Politik verstehen. Eigentlich muß ich sagen, ich bin davon überzeugt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_23">Der Präsident <rs type="person" ref="#per__123533">Kan</rs> von Hongkong hat einen Empfang im Auersperg abends ver<lb break="no"/>anstaltet, dort habe ich auch Vizekanzler a.D. <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> getroffen, der<lb/>
jetzt gerade auch als Präsident des Donaueuropäischen Institutes ver<lb break="no"/>sucht, nicht nur mit China, sondern jetzt auch mit Hongkong entspre<lb break="no"/>chend ins Geschäft zu kommen. Er erklärte mir, daß ich Verständnis<lb/>
haben sollte, daß er natürlich nicht nur allein die österreichischen<lb/>
Interessen im Zuge dieser Verhandlungen wahren kann, sondern auch ge<lb break="no"/>wisse andere Länder, wenn auch nur am Rande miteinschalten muß. <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs><lb/>
entwickelt aber mit dem Donaueuropäischen Institut eine verhältnis<lb break="no"/>mäßig große Auslandsaktivität, gegen die ich auch gar nichts einzuwenden<lb/>
habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band65_1982-05-13_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte halte mit dem Generalsekretär entsprechen<lb break="no"/>den Kontakt.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 13.5.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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