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            <title type="main">Freitag, der  7. Mai 1982 bis Sonntag, der  9. Mai 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_01">Freitag, 7. Mai, bis Sonntag, 9. Mai 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_02">Die Berufsschulen, insgesamt 36 in Wien, haben eine Woche der offenen<lb/>
Tür. Die Berufsschule des graphischen Gewerbes in der Hütteldorfer<lb/>
Straße hat anläßlich 500 Jahre Druck in Österreich ein Sonderpostamt<lb/>
und ersuchte mich es sozusagen feierlichst zu eröffnen. Bei dieser<lb/>
Gelegenheit haben mich die Berufsschullehrer, Zentralinspektor-Chef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140468">Schön</rs> und dann auch der Gewerkschaftsvertreter <rs type="person" ref="#per__114635">Wolf</rs>, ersucht, ich<lb/>
sollte doch auch meine Berufsschulzeit in der Hütteldorfer Gewerbe<lb break="no"/>schule Bezug nehmen, was ich selbstverständlich sowieso getan hätte,<lb/>
umso mehr aber natürlich dieser Aufforderung nachkam. Die Schule hat<lb/>
sich wesentlich geändert, die technische Ausrüstung ist wirklich<lb/>
hervorragend. Mittags hat dann Frau Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__97899">Fröhlich-Sandner</rs><lb/>
den <choice><choice><sic>Sakner</sic><corr>?</corr></choice></choice>, ein Vorführgerät einer Firma, feierlichst übergeben. Die<lb break="no"/>ses Gerät kostet etliche Millionen, die Offsetdruckerei ist mit älte<lb break="no"/>ren Maschinen ausgestattet, überrascht war ich, daß ich gar keine<lb/>
Roland gesehen habe. Diese in Westdeutschland lozierte Firma be<lb break="no"/>liefert heute ganz Österreich fast nur mehr mit Offsetdruckmaschinen.<lb/>
Zu meiner Lehrzeit war noch der zweite große Maschinenfabrik Planeta,<lb/>
die jetzt in Ostdeutschland ist, gleichwertig. Infolge des mangeln<lb break="no"/>den Service kann Planeta, trotzdem sie wesentlich billiger ist als<lb/>
Roland, kaum ihre Maschine im Westen verkaufen. Im Offsetdrucksaal<lb/>
dagegen ist eine alte Planetamaschine. Ich habe den Inspektoren<lb/>
sofort gesagt, sie sollten sich mit Roland ins Einvernehmen setzen<lb/>
und erklären, daß der Handelsminister sehr erstaunt war, eine Planeta,<lb/>
aber keine Roland-Zweifarbenmaschine dort zu sehen. Sollten sie mit<lb/>
ihrer Bettelaktion keinen Erfolg haben, so bin ich gerne bereit zu<lb/>
intervenieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_03">Am meisten überrascht war ich aber vom ebenfalls anwesenden Präsiden<lb break="no"/>ten des Hauptverbandes des graphischen Gewerbes KR Dr. <rs type="person" ref="#per__132694">Maiwald</rs> zu er<lb break="no"/>fahren, daß auch er Lehrling in dieser Berufsschule gewesen ist, nach<lb break="no"/>her in der Arbeitermittelschule die Abendkurse besuchte, später<lb/>
dann maturierte und das Doktorat machte und jetzt eben dieses ehrbare<lb/>
Handwerk als Unternehmer vertritt. Jetzt ist mir vieles erklärlich,<lb/>
warum ich gerade nicht nur auf Gewerkschaftsseite sondern auch von<lb/>
Unternehmerseite so viel gemeinsames Verständnis gefunden habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_04"><rs type="person" ref="#per__132694">Maiwald</rs> konnte die Besichtigung nicht mehr mitmachen, weil er zu der<lb/>
Festveranstaltung 500 Jahre Druck in Österreich die er mit der<lb/>
<pb n="64-0533" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-05-07_1982-05-09_0533.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Nationalbibliothek gemeinsam im Prunksaal durchführte, sozusagen<lb/>
letzte Vorbereitungen treffen mußte. Diese Festveranstaltung war dann<lb/>
ganz groß in diesem wirklich einmaligen Rahmen. Verschiedenste kleine<lb/>
Orchester spielten auf alten Instrumenten klassische Musik, bis hi<lb break="no"/>nauf zur modernen Zeit. Ich hatte für meine Begrüßungsansprache<lb/>
5 Minuten zugewiesen, habe mich natürlich daran gehalten und doch die<lb/>
Wichtigkeit der ganzen Kunst herausgestrichen. Besonders aber habe<lb/>
ich auf das gute soziale Verhältnis in dieser Branche verwiesen. In<lb/>
allen Ländern hat die Umstellung des Buchdruckes auf den Lichtsatz<lb/>
größere Schwierigkeiten bereitet, in manchen sogar richtiggehende<lb/>
Kämpfe zwischen der Gewerkschaft und den Unternehmern ausgelöst.<lb/>
In Österreich ging das Dank des Verständnisses beiderseits bis jetzt<lb/>
gut über die Bühne. Dem Hauptverband dankte ich sozusagen als Auf<lb break="no"/>sichtsbehörde, der Gewerkschaft als Mitglied.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_05">Nach mir sprach Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, der mir dann noch den<lb/>
größten Gefallen machte, indem er nicht nur seinen Vorgänger <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs><lb/>
als Jünger der schwarzen Kunst, sondern auch mich persönlich als<lb/>
solchen titulierte. Den Festvortrag hielt der Vizedirektor der Na<lb break="no"/>tionalbibliothek, der gleich mit einem guten Gag einleitete. Niemand<lb/>
dürfe in diesem Saal länger reden, als es Plusgrade hat. Trotzdem<lb/>
nämlich geheizt wurde, war es eigentlich sehr kalt. Die National<lb break="no"/>bibliothek kann man eben nur wie römische Kathedralen oder auch<lb/>
österreichische Kirchen, falls es im Sommer heiß ist, in dieser Zeit<lb/>
besuchen. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> hat dann feierlichst eröffnet und <rs type="person" ref="#per__132694">Maiwald</rs> die<lb/>
ersten drei Drucke eines Buches, 75 Jahre druck in Österreich über<lb break="no"/>geben. Der Verfasser, <add>[ein]</add> Univ.Prof., hat allerdings im ersten Band die<lb/>
Zeit bis Mitte des vorigen Jahrhundert geschrieben. Ein zweiter Band<lb/>
soll angeblich folgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_06">Der italienische Unterstaatssekretär im Außenamt <rs type="person" ref="#per__1137652">Corti</rs> ist der Leiter<lb/>
der italienischen Seite der großen Gemischten italienisch-öster<lb break="no"/>reichischen Kommission. Mit Italien und Frankreich bestehen solche<lb/>
vom Außenamt seinerzeit initiierten Beamtengesprächsforen, die auf<lb/>
unserer Seite immer vom Generalsekretär des Außenamtes geleitet wer<lb break="no"/>den. Diese Delegationen befassen sich mit allen Problemen, nicht nur<lb/>
den wirtschaftlichen, trotzdem habe ich das Gefühl, daß das Konkre<lb break="no"/>teste, was dabei zur Sprache kommt, Wirtschaftsangelegenheiten sind.<lb/>
Mit Italien ist die wie wir glauben ungesetzliche Erhöhung der Entla<lb break="no"/>degebühr um 140 Liter pro to im Ölhafen Triest bei den Gerichtshöfen<lb/>
anhängig. Mit 1.12.1982 wurde nämlich diese an und für sich schon<lb/>
<pb n="64-0534" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-05-07_1982-05-09_0534.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gegen den seinerzeitigen Vertrag verstoßende Gebühr von 140 Lire pro<lb/>
Tonne verdoppelt. Auch nach GATT-Regeln ist diese Gebühr nicht ein<lb break="no"/>zuheben, denn die TAL-Pipelinegesellschaft erledigt sich alles selbst<lb/>
und für den Transit dürfte GATT-mäßig nichts verlangt werden. Dienst<lb break="no"/>leistung wird nämlich keine erbracht, wofür selbstverständlich die<lb/>
Hafenverwaltung hätte eine Gebühr erheben und dann auch verdoppeln<lb/>
können, da ja die Pipelinegesellschaft alles in eigener Regie ab<lb break="no"/>wickelt. Die ganze Angelegenheit ist beim Kassationsgerichtshof an<lb break="no"/>hängig, daher kann ein Unterstaatssekretär auch nichts dagegen unter<lb break="no"/>nehmen, als erklären, er wird sehen, daß es so schnell als möglich,<lb/>
endgültig gerichtshofmäßig entschieden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_07">Durch einen Parlamentsirrtum wurde die Ölbevorratung im Hafen von<lb/>
Öl, der Tal in Italien heißt <del>sie</del> SIOT, auch der Ölbevorratung unter<lb break="no"/>worfen und sogar von 20 auf 30 % erhöht. <rs type="person" ref="#per__1137652">Corti</rs> hat zugegeben, daß es<lb/>
sich hier um einen Fehlbeschluß handelt, der so schnell als möglich<lb/>
vom Parlament wieder revidiert werden muß, wenn es nicht möglich ist<lb/>
auf administrativem Weg eine Ausnahme zu erreichen. Das Öl der SIOT<lb/>
resp. Tal gehört nämlich nicht Italien und kann daher auch nicht zur<lb/>
italienischen Bevorratung herangezogen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_08">Ich weiß allerdings nicht, ob <rs type="person" ref="#per__1137652">Corti</rs> in diesen beiden Fragen so ent<lb break="no"/>gegenkommend ist, weil er Österreich für eine Kohlenhafenbenützung<lb/>
in Triest gewinnen will. Hier konnte ich ihm nur dasselbe erklären, was<lb/>
ich bereits der Triester Hafenverwaltung und allen Delegationen<lb/>
der Provinz mitteilte, daß sie sich in hartem Konkurrenzkampf gegen<lb/>
andere Häfen, Rijeka, Koper usw., befinden und daß österreichische Firmen<lb/>
nur die bestmögliche Ladegebühr und die schnelle Abwicklung bevor<lb break="no"/>zugen. Österreich gibt keine Priorität irgend einem Land oder Hafen,<lb/>
kann es auch gar nicht.Dazu kommt ja noch, daß auch die Nordhafen dem<lb/>
Mittelmeerhafen harte Konkurrenz liefern. Bremen, Hamburg, auch die<lb/>
Ostdeutschen möchten womöglich, daß über sie verladen wird und stellen<lb/>
entsprechende Kampfbriefe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_09">Dr. <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> von der INPADOC offerierte mir freie EDV-Zeiten, die er<lb/>
glaubt, das Handelsministerium gut nützen könnte. Er meint, da er ja<lb/>
nur 96 % seiner Einnahmen jetzt decken kann, für die <choice><choice><sic>rechtlichen</sic><corr>restlichen</corr></choice></choice> Pro<lb break="no"/>zente auf die 100 %-ige Deckung und damit keinen Zuschuß mehr von<lb/>
seiten des Finanzministeriums müßte er sich jetzt um zusätzliche<lb/>
Aufträge umschauen, diese Aktion begrüße ich sehr, obwohl ich sofort<lb/>
erklärte beim Bund wird dies sehr schwer gehen, denn die meisten<lb/>
<pb n="64-0535" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-05-07_1982-05-09_0535.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Ministerien haben selbst eigene EDV-Anlagen und nützen diese nicht<lb/>
annähernd wirtschaftlich aus. Sie geben daher anderen Dienststellen<lb/>
ohne weiteres sehr billige EDV-Stunden zur Nutzung. Ich kann mir<lb/>
nicht vorstellen, daß wir bei uns im Haus EDV-mäßige Aufarbeitungen<lb/>
uns leisten können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_10">Am meisten war <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> aber erschüttert, daß er von mir erfuhr, daß<lb/>
bei der Organisationsänderung nämlich wenn das Finanzministerium als<lb/>
Eigentumsvertreter die INPADOC dem Handelsministerium abtritt, dann<lb/>
in meinem Haus weder das Präsidium noch die Sektion III, <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, son<lb break="no"/>dern das Patentamt, <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs>, die Eigentumsinteressen des Bundes wahr<lb break="no"/>nehmen wird. <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> hat fest damit gerechnet, daß eigentlich sein<lb/>
größter Konkurrent das Patentamt dann nicht gleichzeitig Aufsichts<lb break="no"/>behörde wird. Er hat dies zwar mit keinem Wort erwähnt, aber gedacht<lb/>
hat er es sicherlich. Sachlich kann er allerdings dagegen nichts<lb/>
einwenden, denn die INPADOC beschäftigt sich ausschließlich mit<lb/>
Patentfragen, wenn und dies habe ich ihm auch erklärt, das Finanz<lb break="no"/>ministerium selbst jetzt erkennt, entweder ist die INPADOC konkurrenz<lb break="no"/>fähig oder sie muß liquidiert werden, dann ist es für mich selbst<lb break="no"/>verständlich, daß zu diesem Zeitpunkt dann die ganzen Aktivitäten<lb/>
aber auch das know-how eben in das Patentamt einzubringen ist. Ich<lb/>
habe <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> nicht im Unklaren gelassen, daß wir keinerlei Budget<lb break="no"/>mittel haben und er nicht damit rechnen kann wie in den vergange<lb break="no"/>nen 10 Jahren 100 Mio. S vom Finanzministerium zugeschossen zu be<lb break="no"/>kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97688">LEBERL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte die INPADOC-Leute<lb/>
schon langsam an diese Idee gewöhnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_12">Die Fa. Heid hat mit der sowjetischen Stankoimport einen großen Lie<lb break="no"/>fervertrag abgeschlossen. Wie mir der GD <rs type="person" ref="#per__116997">Dautzenberg</rs> bei dieser Gelegen<lb break="no"/>heit auch sagte, finden jetzt sogar noch weitergehende Verhandlun<lb break="no"/>gen statt, sodaß sehr bald 1 Mrd. S Lieferumfang erreicht sein wird.<lb/>
Dies ist für die kleine Heidfabrik eine gigantische Leistung. Stanko<lb break="no"/>import, der nicht nur importiert, sondern heute mit dem selben<lb/>
Ausmaß sowjetische Maschinen exportiert, hat nicht zuletzt deshalb<lb/>
mit Heid so große Verträge abgeschlossen, weil es mit den österrei<lb break="no"/>chischen Lieferungen sehr einverstanden und zufrieden ist, sondern<lb/>
weil auch die Fa. Heid verhältnismäßig viel sowjetische Werkzeugma<lb break="no"/>schinen kauft. <rs type="person" ref="#per__116997">Dautzenberg</rs> erklärt mir und ich habe mich bei Be<lb break="no"/>triebsbesichtigungen selbst davon überzeugen können, daß die Arbeiter<lb/>
erklären, auf diesen Maschinen verhältnismäßig gute Leistungen bringen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_13">Bei dieser Gelegenheit wurde mir vom sowjetischen Handelsrat mitge<lb break="no"/>teilt, daß er jetzt hofft, die Schiffswerft Korneuburg werden auch<lb/>
einen größeren Vertrag abschließen können, die Differenz ist noch<lb/>
2 Mio. Rubel und Österreich sollte so schnell als möglich zugreifen.<lb/>
Ich habe zugesagt, mit den Schiffswerftleuten zu sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__114552">Hager</rs> oder <rs type="person" ref="#per__1137662">Wild</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_15">Der Landstraßer Kirtag, freitags von mir, wenn man so sagen will, er<lb break="no"/>öffnet, war eine richtiggehende Pleite. Freitags saßen in dem Fest<lb break="no"/>zelt bei regnerischem kaltem Wetter nicht mehr als 2 Dutzend Teil<lb break="no"/>nehmer. Als ich dann alle einzeln begrüßte, konnte ich feststellen,<lb/>
die meisten davon sowieso Genossen unserer Organisation, die, fast<lb/>
würde ich sagen, aus reinem Pflichtgefühl erschienen waren. Ich unter<lb break="no"/>hielt mich längere Zeit mit den Ausstellern und diese meinten, es<lb/>
könne das schlechte Wetter sein. Gemeinderat <rs type="person" ref="#per__114998">Sefcik</rs>, der das Ganze or<lb break="no"/>ganisierte, war davon fest überzeugt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_16">Am Sonntag Nachmittag, wo dann Frau Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__97899">Fröhlich<lb/>
Sandner</rs> sozusagen eine Ansprache auch als Muttertagsehrung kurz<lb/>
hielt und ich sie mit einigen Bemerkungen und eigentlich flauen<lb/>
Schmähs einführte, war auch der Besuch nicht überwältigend, obwohl<lb/>
die Sonne geschienen hat. Diesmal waren ein paar Dutzend Leute in dem<lb/>
großen Zelt, die Stimmung war aber genauso flau, und der Besuch ei<lb break="no"/>gentlich sehr gering. Die Kinderfreunde haben mit den Kindern außer<lb break="no"/>halb des Zeltes Puppen angefertigt, ARBÖ einen Verkehrskindergarten<lb/>
betrieben, Walzenradwettrennen veranstaltet, ein Werklmann <add>[?]</add> der sozia<lb break="no"/>listischen Frauen für den Frieden agiert und sonst halt die üblichen,<lb/>
Autodrom, große Schiffschaukel usw. Ich glaube, daß es nicht nur allein<lb/>
am Wetter gelegen ist, daß diese Veranstaltung kein Erfolg war, son<lb break="no"/>dern auch weil man dafür 25 S Eintritt zahlen sollte. Die ÖVP macht<lb/>
diese Veranstaltung heute im Großformat umsonst, mit GR <rs type="person" ref="#per__114998">Sefcik</rs> habe ich<lb/>
mich dann lange unterhalten und festgestellt, daß man so etwas<lb/>
heute nur mehr profimäßig aufziehen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_17">Die Aussteller ersuchten mich, ich sollte bei der Bürges doch auch<lb/>
veranlassen, daß auch sie Bürgeskredite bekommen könnten. Nach ihrer<lb/>
Meinung tragen sie doch ein wenig zum Fremdenverkehr bei und bekommen<lb/>
nirgends verbilligte Kredite.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_18">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Kann man ihnen helfen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_19">In der Wiener Kammeroper hatte Freitag zum selben Zeitpunkt als<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> über das Konferenzzentrum im Fernsehen diskutierte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114511">Muliar</rs> die Inszenierung Othellerl der Mohr von Wien Premiere. Da ich<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__114511">Muliar</rs> in dem vergangenen Jahrzehnt stets bei Wahlpropaganda<lb/>
zusammengearbeitet hatte und er sich selbstlos immer zur Verfügung<lb/>
gestellt hat, bin ich doch lieber in die Premiere zu ihm gegangen,<lb/>
als mir die Diskussion anzuhören. <rs type="person" ref="#per__123301">Vecsei</rs> hat versprochen, sie auf<lb break="no"/>zuzeichnen. Die Premiere war sehr gut, für <rs type="person" ref="#per__114511">Muliar</rs> ein großer Erfolg.<lb/>
Die Diskussion für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aus den Stimmen, die ich hörte, weniger.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> war bestens vorbereitet, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> noch nicht ganz der alte, die<lb/>
Genossen erwarteten, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> so wie alle anderen ÖVP-Parteiob<lb break="no"/>männer bei Fernsehdiskussionen in Grund und Boden vernichtend schlägt.<lb/>
Diesmal war sicherlich das Thema für die Verteidigung sehr schwierig,<lb/>
weil die Massenmedien Unisono gegen das Konferenzzentrum Stellung<lb/>
nahmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_20">Die ÖFVW hat den Klub der Auslandsjournalisten zu einem Wienerwald<lb break="no"/>besuch eingeladen. Diese Aktivität kommt der ÖFVW sehr billig, da<lb/>
insbesondere die teuren Anreisespesen die man sonst bei ausländischen<lb/>
Journalisten zahlen muß, wegfallen. Leider hat es dann nachmittags<lb/>
sehr geregnet, wodurch die große Schar, es waren 2 Dutzend Teilnehmer,<lb/>
sehr naß wurde. Die Stimmung hat es aber nicht gedrückt. Beeindrucken<lb/>
war, wie man mir nachher wieder erzählte, daß ein Minister sozusagen<lb/>
den ganzen Tag für Journalisten sich Zeit nimmt. Da in diesem Klub<lb/>
der Auslandsjournalisten Amerikaner und Russen und viele anderen<lb/>
vertreten sind, die sich schon einige Zeit kennen und ganz gut spre<lb break="no"/>chen, sind solche gesellschaftlichen Veranstaltungen keinesfalls<lb/>
Streitgespräche sondern friedliche Diskussionen. Ich gebe zu manch<lb/>
mal allerdings auch nur über Fußball und sonstige unverfängliche<lb/>
Themen. Der Präsident dieses Klubs ist der Vertreter der Süddeutschen<lb/>
Zeitung ein Ur-Bayer namens <rs type="person" ref="#per__133670">Burger</rs>. <rs type="person" ref="#per__97559">Hofbauer</rs> von der ÖFVW hat mit<lb/>
allen sehr guten Kontakt und ersuchte mich nur auch weiterhin für<lb/>
solche Veranstaltungen zur Verfügung zu stehen, was ich ihm selbst<lb break="no"/>verständlich zugesagt habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_21">Geführt wurde dies Partie von einem wirklichen Wienerwaldkenner, ehem.<lb/>
Exportleiter der Fa. Eumig <rs type="person" ref="#per__1137663">Glaser</rs>. Er hat kein Wort mir gegenüber er<lb break="no"/>wähnt, daß er jetzt auf Postensuche ist, ich habe es aber hintenherum<lb/>
erfahren und ihm zugesagt, wenn er meine Unterstützung braucht, soll<lb/>
er sich sofort an mich wenden. Er hat dies mit großer Freude zur Kennt<lb break="no"/><pb n="64-0538" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-05-07_1982-05-09_0538.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nis genommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Überleg, ob wir ihm irgendwie helfen<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_23">Im burgenländischen Radio hat bis jetzt eine Sendung Musik und<lb/>
Wandern bestanden, diese wurde jetzt gestrichen, in Niederösterreich<lb/>
hat der Generalintendant <rs type="person" ref="#per__1137664">Twaroch</rs> eine ähnliche jetzt aufgebaut. Nur<lb/>
Wien hat derzeit für Musik und Wandern oder überhaupt für Wanderungen<lb/>
keine Sendung. Ich versprach mit dem Intendant <rs type="person" ref="#per__1137665">Eibecker</rs> darüber zu<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-05-07_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__1137665">Eibecker</rs> verbinden.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm 8.5. Rückseite)</head>
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