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            <title type="main">Dienstag, der 27. April 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band64_1982-04-27</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_01">Dienstag, 27. April 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_02">Bei meinem täglichen Morgenbesuch in der LUGA hat mir der Sekretär<lb/>
der Molkereiarbeiter triumphierend und sehr erleichtert mitgeteilt,<lb/>
daß es gestern abends dann doch geglückt ist, die Lohnbewegung nach<lb/>
fast 14 Monaten abzuschließen. 7,6 % werden die Kollektivverträge er<lb break="no"/>höht, für die letzte Frauenkategorie wurde sogar durch einen Sockel<lb break="no"/>betrag eine noch höhere Prozenterhöhung durchgesetzt. Da gleichzeitig<lb/>
auch etliche andere Positionen des Kollektivvertrages wie Zerrgelder,<lb/>
Dienstalterszulage usw. erhöht wurden, sind es wahrscheinlich 8,9 %.<lb/>
Dies erscheint verhältnismäßig sehr viel, man darf aber nie vergessen,<lb/>
daß die Molkereiarbeiter fast keine Istlohnerhöhung haben, sondern<lb/>
alle nach den Kollektivvertragslöhnen bezahlt werden. Was mich am<lb/>
meisten freut, war, daß der Sekretär mir auch sagte, daß dies nur durch<lb/>
die geschickte Verhandlungsführung und Unterstützung insbesondere des<lb/>
Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> geglückt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_03">Heuer am 27. April, sonst immer eigentlich am 26., erfolgte die feierli<lb break="no"/>che Kranzniederlegung bei den Gedenkstätten der Opfer zur Befreiung<lb/>
Österreichs und der beiden Weltkriege. Zwischen Landesverteidigungs<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs>, Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> und mir<lb/>
gab es beim hingehen eine lange Diskussion, ob der 26. oder so wie<lb/>
heuer der 27. April der richtige Tag gewesen ist. Erst nach längerer<lb/>
Diskussion erinnerten wir uns, daß der 27. April, der Tag der Befreiung,<lb/>
1945 dadurch gefeiert wurde, daß die damalige provisorische Regierung<lb/>
vom Wiener Rathaus ins Parlament rübergegangen ist und <rs type="person" ref="#per__97869">Renner</rs> dort von<lb/>
der Rampe, wo auch 1918 die Republik ausgerufen wurde, die Befreiung<lb/>
Österreichs sozusagen ausrief. Warum wir eigentlich früher immer am<lb/>
26. den Kranz niedergelegt hatten, wußte niemand genau, als letzte<lb/>
authentische Person hat dann <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> entschieden, dessen Sohn in<lb/>
der Schule alles noch ganz genau gelernt hatte und mit dem Vater da<lb break="no"/>rüber diskutierte. Unwahrscheinlich wie man, obwohl doch, und dies<lb/>
gilt ganz besonders für mich, politische Ereignisse vergißt, die sich<lb/>
einem doch eigentlich viel tiefer einprägen müßten. Für mich ist das<lb/>
ein neuerlicher Beweis, wie schwer es ist, jungen Menschen, die dies<lb/>
nicht miterlebt haben, diese Ereignisse überhaupt erst klarzumachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_04">In der Ministerratsvorbesprechung hatte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> den IAKW-Vorstand und<lb/>
den Präs. des Aufsichtsrates zur Sitzung gebeten. Er verkündete ihnen<lb/>
feierlichst, daß die Regierung das Konferenzzentrum auf alle Fälle<lb/>
bauen wird, da wir mindestens 3.000 bis 5.000 Plätze für eine Konferenz<lb/>
<pb n="64-0473" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-04-27_0473.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dringendst benötigen. Er hätte auch niemals gesagt, daß dafür billiges<lb/>
Geld zur Verfügung stehen wird, sondern daß er sich nur bemüht, über<lb break="no"/>haupt nur das Geld zu beschaffen. Besonders erklärte er, daß die Auf<lb break="no"/>träge für dieses Konferenzzentrum nur an österreichische Firmen gehen<lb/>
soll, bezugnehmend auf die letzte Ministerratsvorbesprechung bezüglich<lb/>
der Beschwerde der alpinen Stahlarbeiter aus der Steiermark, daß ita<lb break="no"/>lienischer Baustahl verwendet werden soll. Dies war glaube ich auch der<lb/>
hauptsächlichste Grund, warum er den ganzen Vorstand sozusagen gebeten<lb/>
hat zu kommen. Der dafür Vorstandsverantwortliche <rs type="person" ref="#per__1137712">Weiß</rs> erklärte, daß<lb/>
8 Angebote jetzt vorliegen, von den ersten 3 hätte er bereits mit den<lb/>
ersten beiden gesprochen, diese hätten ihm erklärt, daß selbstverständ<lb break="no"/>lich in ihren Offerten nur österreichischer Stahl berücksichtigt wur<lb break="no"/>de. Mit dem dritten würde er heute Aufklärungsgespräche führen und<lb/>
dort ist er überzeugt, würde auch nur österreichischer Stahl verwendet<lb/>
werden, wer immer dann von den drei auch den Zuschlag tatsächlich be<lb break="no"/>kommt. Die Behauptung, daß ausländische Stähle verwendet werden, treffe<lb/>
für das IAKW nicht zu. Übereinstimmend wurde von allen erklärt, daß<lb/>
sie 99 % der Aufträge immer im Inland vergeben haben und auch weiter<lb/>
vergeben werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entließ sie dann mit Dank.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_05"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erinnert auch daran, daß bei der nächsten Parteivorstandssitzung<lb/>
eine Erklärung zum Konferenzzentrum schon allein wegen der Volksbegeh<lb break="no"/>renskampagne der ÖVP gegeben werden muß. Am wichtigsten sei es, jetzt<lb/>
klarzustellen, daß es sich für dieÖVP hier nur um einen Probegalopp<lb/>
für Wahlen handelt, damit doch vielleicht etliche abgehalten werden,<lb/>
das Volksbegehren zu unterschreiben. In den ländlichen kleinen Gemeinden<lb/>
allerdings wird, da das Volksbegehren ja öffentlich aufliegt, auch ein<lb/>
gewisser Druck ausgeübt werden auf die Leute, die eben nicht gegen das<lb/>
Konferenzzentrum unterschreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_06">Sehr wird es darauf ankommen, wie die Massenmedien sich dazu verhal<lb break="no"/>ten, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, es wird Zeit, daß man wieder einmal klarstellt,<lb/>
daß der Kurier sich als VP-Aktionszeitung betätigt, aber auch die Kronen-<lb/>
Zeitung sich hier sehr eindeutig verhält.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_07">Er berichtet dann vom SPD Parteitag in München. Die deutsche Partei<lb/>
sei in einer sehr schwierigen Situation. Der Beschluß, der letzten Endes<lb/>
dann gefaßt wurde und dem dann auch der Kanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> zustimmen<lb/>
konnte, ist ein Kompromiß. Die Formulierung, der Doppelbeschluß muß im<lb/>
Lichte der Verhandlungen, die noch zu führen sind, dann beurteilt werden<lb/>
beide Teile dürften keinen Vorteil ziehen, sei nicht eindeutig. Die<lb/>
<pb n="64-0474" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-04-27_0474.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Koalition pfeift aus dem letzten Loch. Bei der Hannover Messeeröff<lb break="no"/>nung hätte <rs type="person" ref="#per__111707">Graf Lambsdorff</rs> zwar sich loyal gegen die Regierung ge<lb break="no"/>zeigt, aber nur liberale Ladenhüter verkündet. Die Gespräche, die<lb/>
dann die Delegation mit dem Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__121042">Strauß</rs> geführt hätte,<lb/>
wären den Österreich-politischen Anschauungen wesentlich näher gekom<lb break="no"/>men. Dies gelte für den Rhein-Main-Donau-Kanal, für die öffentliche<lb/>
Auftragsvergabe und auch für die Einstellung zu Kernkraftwerken. Der<lb/>
Rhein-Main-Donau-Kanal müßte rasch vollendet werden. Deshalb hätte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auch eine Art Vorfinanzierung angeregt, die bis 1990 ermögli<lb break="no"/>chen würde, daß der Kanal fertig wird. Der Bund müsse 2/3, die Bayern<lb/>
1/3 übernehmen. Strengst vertraulich teilte er mir, daß man <rs type="person" ref="#per__121042">Strauß</rs><lb/>
in Aussicht gestellt hat, ev. bei einer Vorfinanzierung ev. 10 %<lb/>
österreichischerseits zu übernehmen. Dies ist eine Art Verwendungszusa<lb break="no"/>ge, wodurch eigentlich nur der gute Wille Österreichs für diesen Bau<lb/>
dokumentiert werden soll. Diese 10 % machen ca. die Mehrkostenfracht<lb break="no"/>belastung der VÖEST-Alpine in 2 Jahren aus. Das Geld wird ja auch nur<lb/>
durch Kredit zur Verfügung gestellt und nicht à fonds perdu ge<lb break="no"/>geben. Das wichtigste Argument in Deutschland war aber, daß derzeit<lb/>
Österreich nur mit dem Osten durch die Donau verbunden ist in Hinkunft<lb/>
noch durch den rumänischen Kanal die Donau um 250 km verkürzt zwar<lb/>
für den Ostverkehr sehr interessant aber auch in Wirklichkeit die<lb/>
Wahlfreiheit der österreichischen Frächter und der Wirtschaft entweder<lb/>
nach Ost oder auch nach Nord dringendst notwendig ist. Besonders strich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Haltung <rs type="person" ref="#per__108223">Lauseckers</rs> heraus, der trotzt der Schwierigkeit<lb/>
bei der ÖBB sich eindeutig für den Rhein-Main-Donau-Kanal entscheidet,<lb/>
was langfristig auch die einzig richtige und wirtschaftlich notwendige<lb/>
Entscheidung ist. Überrascht war man in Deutschland über die gute<lb/>
Zusammenarbeit zwischen der Regierung und den Landeshauptleuten von<lb/>
Wien Niederösterreich und Oberösterreich die ja bei der Delegation mit<lb/>
waren und sich ebenfalls sehr eindeutig verhielten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_08"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtete auch, daß er mit <choice><choice><sic>Messerschmidt Pölkau</sic><corr>Messerschmitt-Bölkow-Blohm</corr></choice></choice> Gespräche<lb/>
geführt hat, diese Firma baut mit Frankreich und Großbritannien den<lb/>
Airbus, welcher sehr gut ankommt zum Unterschied von der Concorde-Gemein<lb break="no"/>schaftsproduktion. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> deutete an, daß man mit Messerschmitt ein<lb/>
joint-venture anstrebt. Details sagte er nicht. In der Innenpolitik<lb/>
meinte er nur, geht nichts weiter die ÖVP wird nach wie vor vom WBO-<lb/>
Skandal so erschüttert insbesondere über das Problem <rs type="person" ref="#per__133368">Sauerzopf</rs>,<lb/>
daß keine anderen Aktivitäten zu verzeichnen sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_09">Er ersuchte dann <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> zu berichten, dieser meinte, ihm sei geglückt<lb/>
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zu erzielen die VÖEST-Alpine akzeptiert den derzeitigen Kosten und<lb/>
Zeitplan wird aber bis 31.12.83 einen neuen erstellen. Im Aufsichts<lb break="no"/>rat werden 5 Mitglieder sein, einer vom Bund und einer von der Ge<lb break="no"/>meinde Wien. Die begleitete Kontrolle bleibt, es wird Vierteljahresbe<lb break="no"/>richte über die Entwicklung geben, die <choice><choice><sic>ARGE</sic><corr>AKPE?</corr></choice></choice> 4 Stadträte von Wien und<lb/>
4 Minister bleiben, die auch eben eine zusätzliche Kontrolle sind, er<lb/>
wird mit <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> weiterverhandeln, damit er Chef der begleitenden<lb/>
Kontrolle bleibt, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dazu in einem Zwischenruf feststellte,<lb/>
war dies auch ursprünglich ja nur seine Funktion bei der AKPE.<lb/>
Das Gesetz über die Abtretung der Anteile muß jetzt ausgearbeitet<lb/>
werden und <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> verwies auf die unbeschränkte Haftung der der VÖEST-<lb/>
Alpine. Am 26. Mai werden die Generalversammlung alle notwendigen Be<lb break="no"/>schlüsse fassen, es wird dann nur mehr 2 neue Vorstände der VÖEST-<lb/>
Alpine geben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erinnerte dann auch noch, daß die davon betrof<lb break="no"/>fenen Bundesminister, darunter auch das Handelsministerium, für 15.6.<lb/>
Verhandlungen mit Niederösterreich insbesondere den Landeshauptmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs> für eine 15a-Lösung vorbereiten sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_10">ANMERKUNG FÜR <del>HAFFNER</del> <corr><rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs></corr>: Bitte die Unterlagen zusammenstellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_11"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtete dann, daß im Parlament heute das Volksbegehren und Volks<lb break="no"/>befragung zur Beschlußfassung steht und die ÖVP jetzt auf ihrem Wahl<lb break="no"/>zeugenantrag bestehen wird. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> sieht dafür keine Notwendigkeit, wes<lb break="no"/>halb es zu einer Kampfabstimmung kommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_12">Bei dieser Kampfabstimmung war ich dann nicht anwesend, weil mich nie<lb break="no"/>mand verständigt hat. Klubeintreiber Dr. <rs type="person" ref="#per__112147">Robert Fischer</rs> hat mir dann<lb/>
versichert er hätte mit meinem Büro vereinbart, daß um 4 Uhr die<lb/>
Abstimmung erfolgen wird und war sehr verwundert übrigens genauso wie<lb/>
ich, daß mir dies niemand sagte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Mit wem hat er im Büro gesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_14"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet auch, daß er jetzt nach Kanada wegen der Flüchtlings<lb break="no"/>unterstützung Prälat <rs type="person" ref="#per__126407">Ungar</rs> als Regierungsvertreter schicken möchte.<lb/>
Dies ist kein Novum, es wurde schon einmal von einer religiösen Or<lb break="no"/>ganisation ein Regierungsvertreter ernannte, der dort wesentlich an<lb break="no"/>ders auftreten kann, als wenn er nur als Caritas in Erscheinung tritt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_15"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtete dann über die kritische Arbeitsmarktsituation in<lb/>
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Textilbranche davon 60 Angestellte nicht zu halten. In Pottendorf und<lb/>
Felixdorf, einem CA-Betrieb, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sofort einwarf, ebenfalls 300<lb/>
Beschäftigte. In Wien die Seidenfärberei 54 Beschäftigte, in Neunkir<lb break="no"/>chen bei Brevillier &amp; Urban, jetzt in deutschem Besitz, Fa. Bergner,<lb/>
müßte das Land und der Bund 20 Mio. geben, weil ansonsten auch dort eine<lb/>
größere Entlassung erfolgt. Dieses ganze niederösterreichische Gebiet<lb/>
muß daher mit größeren Arbeitslosenziffern rechnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_16">Unerklärlich ist ihm, daß die Textil-West-Lösung nicht zustande kommt,<lb/>
weil sowohl die Industriellenvereinigung die Handelskammer aber auch<lb/>
Vorarlberg sich ganz entschieden dagegen ausspricht, wodurch 1000<lb/>
Beschäftigte gefährdet sind. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkte, dies sei jetzt eine<lb/>
Tendenz der Unternehmer in den Krisenzeiten die Konkurrenz loszuwerden<lb/>
d.h. so viel wie möglich andere Betriebe auszuschalten. Die Unterneh<lb break="no"/>mer sehen nicht die Beschäftigten, deren Problem mit der Arbeitslosig<lb break="no"/>keit, sondern wollen nur die Konkurrenz weghaben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_17">Im Ministerrat verwies <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nur ganz kurz auf den Gedenktag der<lb/>
Befreiung Wiens unter Einsetzung der provisorischen Regierung, dann<lb/>
berichten 6 Minister über entweder durchgeführte Reisen oder Minister<lb/>
die von ihnen in Österreich empfangen wurden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_18">Bei der Sektionsleitersitzung, die leider in Abwesenheit von SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>,<lb/>
auf Urlaub, SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> beim Verbundaufsichtsrat, durchgeführt werden mußte,<lb/>
gab es keine besonderen Probleme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_19">Personalangelegenheiten teilte <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> mit, daß das Patentamt den<lb/>
Antrag gestellt hat 25 neue Dienstposten die Beamtenbesprechungen er<lb break="no"/>gaben, daß der Antrag an die Minister mit 10a-Posten vorgeschlagen wird.<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> ist selbst davon überzeugt, daß dies nicht genehmigt<lb/>
wird. 2 Jugendliche haben wir zusätzlich bekommen und dafür einen D-<lb/>
Posten aufgeben müssen, insgesamt beträgt der Stand jetzt 925. Die<lb/>
diversen einzelnen Personalfälle wurden für die Sektionsschefs befrie<lb break="no"/>digt gelöst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_20">Überstunden sind derzeit 40 % gemacht worden, obwohl nur 33 % quoten<lb break="no"/>mäßig für das erste Quartal vorgesehen sind, dies erklärt sich aber da<lb break="no"/>durch, daß in den ersten 2 Monaten die vorgesehene Kürzung nicht in<lb/>
dem Umfang durchgeführt werden konnte. Im Jahresdurchschnitt werden<lb/>
wir dann die gewünschten Ersparnisse erzielen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_21">Repräsentationskosten wurden nur mit 25,5 % verbraucht, 33 % wären<lb/>
möglich gewesen, gegenüber dem Vorjahr aber mit 12,1 % eine mehr als<lb/>
Verdoppelung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_22">Dienstreisen im Inland sind 27,3 %, im Ausland 24,6 %, also innerhalb<lb/>
der Quote.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_23">Für die Besichtigung der TAL-Pipeline wurden von den Sektionen 9 Beam<lb break="no"/>te vorgeschlagen, <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat sofort für 3 von seiner Sektion verzich<lb break="no"/>tet, auch die anderen werden sich wesentlich reduzieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_24">Der Rechnungshof prüft jetzt die Sektion III Fremdenverkehrsabteilun<lb break="no"/>gen 8 und 9. Gleichzeitig hat der Rechnungshof auch bezüglich der<lb/>
Innenrevision Vorschläge erstattet, er hat kritisiert, daß die geprüf<lb break="no"/>ten Abteilungen auch in die Besprechungen einbezogen wurden, dies wird<lb/>
in Hinkunft nicht mehr der Fall sein, es wird eine Geschäfts- und Prü<lb break="no"/>fungsordnung ausgearbeitet, besonders kritisierte er, daß sei 1975 nur<lb/>
zweimal geprüft wurde, einmal die Dienstreisen und einmal die Exportge<lb break="no"/>schäftsabwicklung. Hier wird jetzt SC <rs type="person" ref="#per__131809">Bujatti</rs> öftere Kontrollen vorsehen,<lb/>
insbesondere auch wird unangemeldet die Buchhaltung öfters geprüft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte achte, daß dies auch tatsächlich eingehal<lb break="no"/>ten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_26">Bei der Wirtschaftstreuhänderberufsordnung teilte <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mit, daß<lb/>
jetzt von ihm der Entwurf fertiggestellt ist, noch einmal aber mit den<lb/>
Partnern verhandelt wird. Da gleichzeitig jetzt das Justizministerium<lb/>
ein Partnerschaftsgesetz ausgearbeitet hat, wird für die Wirtschafts<lb break="no"/>treuhänder auch dort ein entsprechender Gesetzestext vorgesehen, da<lb/>
diese sicherlich nicht mehr zeitgerecht für die WTBO-Beschlußfassung<lb/>
im Parlament zur Verfügung stehen wird, muß dann in diesem Partner<lb break="no"/>schaftsgesetz die Änderung der WTBO vorgesehen werden. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> schlug<lb/>
eben dafür diese lex fugitiva vor.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_27">Bei Baustoff und Mineralien überlegt er jetzt doch eine Verordnung nach<lb/>
§ 69 der GewO. Durch schlechte Baustelle kann es sich tatsächlich um<lb/>
ein gefährliches Produkt handeln, womit man sehr umständlich aber doch<lb/>
dann die notwendige Begründung für die Verordnung aufgrund der Gewerbe<lb break="no"/>ordnung machen kann. Alle anderen Vorschläge, ÖNORM verbindlich erklären,<lb/>
UWG § 32, Kennzeichnung § 35 insbesondere bei Importen ist unzulänglich,<lb/>
ev. käme noch eine Art 15a-Lösung mit den Ländern infrage, die aber auch<lb/>
sehr umständlich sind. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wird dies besonders beachten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_28">Der Betriebsanlagenbescheid wurde vom Verwaltungsgerichtshof aufgeho<lb break="no"/>ben, obwohl der größte Teil der Geruchsbelästigung beseitigt ist. In<lb/>
Hinkunft wird man mehr auf die Verwaltungsgerichtshofentscheidungen<lb/>
Rücksicht nehmen, doch wird dies die Abwicklung der Betriebsgenehmi<lb break="no"/>gungen sehr verzögern, die Raschheit in der Vergangenheit wird im In<lb break="no"/>teresse des Unternehmens und der österreichischen Wirtschaft nicht mehr<lb/>
so leicht durchzuführen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_29">Über die neuen Förderungsrichtlinien wurde weitestgehend Übereinstim<lb break="no"/>mung erzielt. In Hinkunft sollen auch die Versicherungen für Darlehen<lb/>
an die Bürges herangezogen werden, die Banken müßten dann die Haftung<lb/>
übernehmen. Derzeit wird dies bereits bei der Hausaktion gehandhabt.<lb/>
In Hinkunft wird man auf alle BÜRGES-Kredite dies versuchen auszudehnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_30">SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> berichtete, daß jetzt in der Papierförderung 3 zwischen Ge<lb break="no"/>werkschaft, <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>, AK, <rs type="person" ref="#per__114467">Wehsely</rs>, und Papierindustrie, <rs type="person" ref="#per__111754">Steurer</rs>, ein Einver<lb break="no"/>nehmen erzielt wurde, Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> soll erklärt haben, wenn<lb/>
sich alle einigen ist er bereit diese Papieraktion 3 ebenfalls wieder<lb/>
zu genehmigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte klär mit Finanzministerbüro die Situation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_32">Für Sicherung im Fremdenverkehr sind jetzt 21 Fälle anhängig, die Höhere-<lb/>
Gewalt-Fälle könnten sofort gemacht werden, die Frage ist nur, wieweit<lb/>
man für Spekulationen und damit im Zusammenhang stehende Existenzge<lb break="no"/>fährdung des Betriebes helfen soll. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wird dies sehr streng prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_33">Bei der Hoteltreuhand sind schon wieder für 990 Mio S 113 Fremdenver<lb break="no"/>kehrsanträge.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_34">Im OECD Ministerrat soll jetzt ein Arbeitspapier positive Anpassungspo<lb break="no"/>litik beschlossen werden. In Deutschland, Australien Schweden und GB<lb/>
und z.B. für die Textilindustrie und andere Branchen hat man Untersucht<lb/>
wie weit Subventionen gegeben werden die unwirtschaftliche Betriebe<lb/>
erhalten. Da Österreich in jeder Beziehung immer Musterknabe sein wird<lb/>
fürchte ich und auch die ganzen Sektionschefs, daß dann alle anderen<lb/>
Staaten sich weiterhelfen werden nur bei uns wird dies wieder Schwierig<lb break="no"/>keiten machen. Dies gilt auch für das GATT-Übereinkommen über öffent<lb break="no"/>liches Beschaffungswesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_35">Wegen der Kooperation und Exportwünsche kann zwischen <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs><lb/>
durch deren Abwesenheit kein vernünftiger Kompromiß bis jetzt gefunden<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_36">Für Versorgungssicherungsgesetz möchte jetzt die BK <add>[hs. korrigiert, wahrscheinlich Bundes(handels)kammer gemeint; Anm.]</add>, daß dies ins Ener<lb break="no"/>gielenkungsgesetz aufgenommen wird und zwar die <choice><choice><sic>Substitärwaren</sic><corr>Substitutionswaren?</corr></choice></choice>, Erd<lb break="no"/>gas gilt nämlich nicht nur als Energieträger, sondern auch als Roh<lb break="no"/>stoff für Chemie Linz. Im Energielenkungsgesetz aber kann nur etwas<lb/>
geregelt werden, wenn es sich um eine Gesamtversorgungsfrage handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_37">Eine lange Diskussion ergibt sich über INPADOC. Der Präs. des Patent<lb break="no"/>amtes ersucht äußerst vorsichtigst vorzugehen, er selbst ist aber auch<lb/>
der Meinung, daß diese Tätigkeit besser vom Patentamt durchgeführt<lb/>
werden kann. Angeblich beträgt der Abgang jetzt nur mehr 2 Mio. S. Ich<lb/>
bin nicht bereit im Budget eine entsprechende Position aufzunehmen.<lb/>
INPADOC muß sich selbst erhalten. Auf lange Sicht hat es keine Chance<lb/>
gegenüber dem EPÜ zu existieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_38">GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> erklärt einer Stickereidelegation aus Vorarlberg, daß er<lb/>
außerstande ist auch nur eine Tonne nigerianisches Öl zu übernehmen.<lb/>
Ich verweise die Sticker auf die Intertrading-Handelsgesellschaft der<lb/>
VÖEST-Alpine, die ja jetzt mit Iran ein Ölarrangement zustande brachte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_39"><rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> berichtet mir dann, daß er jetzt mit Italien ein Leitungskompromiß<lb/>
erzielt hat, Durch sogenanntes <choice><choice><sic>lupen</sic><corr>Loopen?</corr></choice></choice> wird die Gasleitung von Baumgarten<lb/>
an die Kärntner Grenze verstärkt, wenn die ungarische Leitung über<lb/>
Baumgarten geht, dann kostete es 6 1/2 Mrd. S, wenn es über St. Gotthart<lb/>
geht 4,6 Mrd. S.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_40">Beim Antrittsbesuch des neuen argentinischen Botschafters der für eine<lb/>
Ausweitung des Handels eintritt, beschwere ich mich sofort, daß jetzt<lb/>
Argentinien die Magnesiteinfuhr gestoppt hat, er meint, daß sei nur<lb/>
eine Aktion der Privatfirma <choice><choice><sic>Acinda</sic><corr>?</corr></choice></choice>. MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> wird dies weiterver<lb break="no"/>folgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_41"><rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> von der GKT geht jetzt zur AEG, er ist aber wirklich im Krieg<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> aus der Verbund ausgeschieden, er bestätigt mir, was er<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gesagt hat, daß das KKW Zwentendorf wegen Personalmangels kaum<lb/>
mehr in Betrieb genommen werden kann. Diese pessimistische Meinung<lb/>
teile ich keineswegs.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_42">Im Parlament verhandeln die Sozialpartner über die Milchpreise sozusa<lb break="no"/>gen im Rahmen der paritätischen Kommission. Da sie sich überhaupt nicht<lb/>
einigen können, ersuchen sie mich dann die Verhandlungen zu führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_43">Tatsächlich gelingt mir dann eine Einigung auf 60 Groschen Trinkmilch<lb break="no"/>preiserhöhung, mit 10,80 S liegt dann dieser österreichische Preis um<lb/>
3 S höher als in der BRD. Mehr geht wirklich nicht. Auch die anderen<lb/>
Erhöhungen, 2,40 S bei Butter und 6 S bei Hartkäse können gemeinsam<lb/>
festgelegt werden. Kritisch wird nur, daß jetzt durch weitere Exporte,<lb/>
der Überschuß ist anders gar nicht unterzubringen, die derzeitige<lb/>
Stützung von 1,7 Mrd. um weitere 300 Mio. erhöht werden muß. Da der Bund<lb/>
davon 55 % zu tragen hat, werde ich darüber Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs><lb/>
informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_44">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-27_45">Beim Klub der Bezirksräte zeigt sich einmal mehr trotz Anwesenheit<lb/>
vieler Präsidialmitglieder die Bezirksrätefraktion nicht sehr straff<lb/>
geführt wird. Im Präsidium müssen wir uns daher neuerdings mit diesem<lb/>
Problem eingehend beschäftigen und eine personelle Änderung versuchen.<lb/>
Diese Aufgabe wurde mir ja in der letzten Zeit übertragen, der Obmann<lb/>
hat einmal dieses ungute Geschäft, ich werde mich bemühen eine für<lb/>
alle akzeptable Lösung zu finden. Diese unangenehme Funktion kann und<lb/>
will ich mir aber nicht abnehmen lassen. Für die nächsten Wahlen ist<lb/>
eine Änderung dringendst notwendig, noch wichtiger erscheint es mir<lb/>
aber, eine Lösung zu finden, die für meine präsumtiven Nachfolger ak<lb break="no"/>zeptabel ist, ja sogar eigentlich von ihnen gewünscht wird. Ich muß<lb/>
die Mitarbeiter so wählen, daß es den Vorstellungen der jüngeren ent<lb break="no"/>spricht, sie werden letzten Endes dann mit diesen Leuten zusammenarbei<lb break="no"/>ten müssen.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 130. Ministerratssitzung, 27.4.1982</head>
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