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            <title type="main">Montag, der 26. April 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band64_1982-04-26</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_01">Montag, 26. April 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_02">Beim Jour fixe beschwert sich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, daß ich am 10. bis 19. Mai über<lb/>
<del>die</del> Radlbares Österreich mit dem ARBÖ das Radanfahren mitmache. Er hat<lb/>
eine Beschwerde, daß ich in Bundesländern oder sonst wo, nicht nur für<lb/>
den Fremdenverkehr, Radlbares Österreich, dafür wäre er sofort, sondern<lb/>
eben mit dem ARBÖ mitmache. Er meint zwar, daß die Bundeskammer auch mit<lb/>
dem ÖAMTC nicht gerade gut auskommt, aber mit diesem wäre es ihm lieber<lb/>
Ich erkläre, daß der ÖAMTC gar keine Radfahrsektion hat, sowie der ARBÖ<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> verteidigt mit Recht den ARBÖ noch viel mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_04">Die Handelskammer möchte, daß über die BÜRGES auch die Betriebsmittelkre<lb break="no"/>dite gefördert werden, ihr Vorschlag ist 3 Jahre hindurch 100 Mio. S<lb/>
zur Verfügung zu stellen, ich soll bei <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> intervenieren, dies habe<lb/>
ich dann bei den Besprechungen mit den Thailändern getan, <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> lehnt,<lb/>
wie ich erwartet habe, natürlich, da es sich um eine weitere schwere Bela<lb break="no"/>stung insbesondere in die Zukunft projiziert handelt, ab.<lb/>
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jetzt sei der Boden bereitet und die Unternehmer müßten ein bißchen mehr<lb/>
im Export tun. Auch <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meint, ich sei der einzige Minister, der nicht<lb/>
immer, wenn er vom Ausland zurückkommt, sofort erklärt, was die anderen<lb/>
alles zu tun hätten. Die Handelskammer ist nach wie vor wegen Exportkri<lb break="no"/>tik sehr empfindlich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_06"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> verweist darauf, daß die ÖMV jetzt in ihrem monatlichen Berechnun<lb break="no"/>gen für März festgestellt hat, daß Normalbenzin um 12 % und Superbenzin<lb/>
um 9 % der Verbrauch zugenommen hat. Ich bin nicht ganz sicher ob es<lb/>
sich hier nicht wieder um statistische Fehler handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Was sagen unsere Ziffern?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_08"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> beschwert sich bitter, daß GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> als Fachverbandsvorsteher<lb/>
nicht imstande ist, über die Schrottaufteilung sich mit Marienhütte und<lb/>
Breitenfeld zu einigen. Die Handelskammer lehnt entschieden ab, daß die<lb/>
VÖEST-Alpine, da sie 90 % des Stahls erzeugt auch daher 90 % Schrott zu<lb/>
bekommen hätte. Ich verständige <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> im Brief, wo ich ihm die neue<lb/>
Schrottlenkungsformulierung mitteile, handschriftlich über diese Kritik.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_09"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meint bezüglich der Auszeichnung zur Führung des Staatswappens<lb/>
die Fa. Gärtner Stempelwarenerzeuger in Wien könnte nach Meinung der Han<lb break="no"/>delskammer Wien und von der Innung dieses Dekret bekommen. Marktleader<lb/>
aber sei eine Fa. Margreiter, die ebenfalls angesucht hat, die Handels<lb break="no"/>kammer möchte, daß beide gleichzeitig gemacht werden. Von mir aus ist<lb/>
nichts dagegen einzuwenden, ich fürchte nur, daß bei Margreiter irgend<lb break="no"/>etwas <add>[nicht]</add>, wahrscheinlich keine Betriebsräte, stimmen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_11">Auf meine Information bezüglich der Milchpreiserhöhung teilt mir <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
mit, daß er sehr einverstanden ist mit dem Vorschlag, daß Schnittkäse ab<lb/>
der Großhandelsabgabepreisstufe auch nicht mehr von der PK der Preis<lb/>
festgesetzt wird. Damit können wir alle die Kritik wegen der sozial kalku<lb break="no"/>lierten Produkte ein wenig mildern. Ich spreche sofort mit dem Präs.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> und schlage ihm vor, es soll anstelle der jetzt nur vorliegenden<lb/>
Berechnungen mit 40 Groschen Trinkmilchpreiserhöhung Vorschlag AK und<lb/>
ÖGB und 80 Groschen Trinkmilcherhöhungsvorschlag der LWK noch 50 Groschen<lb/>
und 60 Groschen gerechnet werden. Damit ich nach längere Debatte <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs><lb/>
einverstanden und wird einen diesbezüglichen Auftrag dem Milchwirtschafts<lb break="no"/>fonds geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_13">Ich teile der HK mit, daß heuer anstelle der 150 Mio. ERP-Quote im Vor<lb break="no"/>jahr bereits 200 Mio., heuer sogar 220 Mio. zur Verfügung stehen werden.<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> wird dies beim Pressegespräch feierlichst ver<lb break="no"/>künden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_14">Die HK teilt meine Meinung, daß man höchstens für Benzin einen Export<lb/>
von 10.000 to der Fa. Avanti genehmigen sollte. Der Wunsch auch noch<lb/>
Diesel 1000 to Avanti, 1000 to dann auch noch Mobil zum Export freizu<lb break="no"/>geben, wird ebenfalls von der HK im Hinblick auf die Frächterwünsche<lb/>
abgelehnt. Ich informiere darüber die Außenhandelsstelle MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs>, der<lb/>
allerdings erklärt, er kann keinen einwandfreien Bescheid über diese Ab<lb break="no"/>lehnung ausarbeiten, wir einigen uns darauf, daß er gegebenenfalls mit<lb/>
den Firmen nicht zurande kommt, den Akt ins Ministerbüro schickt wo ich<lb/>
erkläre, es wird entsprechend von mir keine Unterschrift geleistet. Ge<lb break="no"/>gebenenfalls oder vielleicht auch nicht würden die Firmen dann eine Ver<lb break="no"/>waltungsgerichtshofbeschwerde über Nichterledigung einbringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_15">Ich informiere die Handelskammer über die weiteren Schritte bezüglich der<lb/>
Biospritregelung, aufgrund der Enquete im Parlament erscheint es jetzt<lb/>
zweckmäßig, daß die Sozialpartner eine Punktation über die Mengen, Pro<lb break="no"/>duktionskosten, Investitionsnotwendigkeit usw. erstellen. Damit konkrete<lb/>
sachliches Ziffernmaterial dann verfügbar ist. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat ge<lb break="no"/>wisse Bedenken, stimmt aber dann doch dieser Vorgangsweise zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Energiesektion soll dies betreiben und vor<lb/>
allem auch entsprechend berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_17">Die Verhandlungen mit der über 30 Personen bestehenden Delegation der<lb/>
Thailänder verläuft ganz eigenartig. Beabsichtigt war, daß Außenminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> und ich sofort mit den Verhandlungen beginnen und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der zuerst<lb/>
ein 4-Augen-Gespräch mit dem Premierminister hatte dann dazustößt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
kam aber genauso zu spät wie die Thailänder, die angeblich im Rathaus<lb/>
länger aufgehalten waren, wir begannen dann die Gespräche die zuerst<lb/>
gemeinsam hätten geführt werden sollen aber gleich getrennt. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ist<lb/>
mit dem Außenminister wegen der Kambodschafrage, wo ja <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> im Rahmen der<lb/>
UNO in einem Unterausschuß sogar Vorsitzender ist, in sein Zimmer gegan<lb break="no"/>gen. Der Hauptteil der Delegation blieb also im Verhandlungssaal um die<lb/>
ökonomischen Fragen zu besprechen. Zum Glück hatten wir von der verstaat<lb break="no"/>lichten Abteilung des BKA, <rs type="person" ref="#per__97340">Bodo Beelitz</rs>, mehrere Exemplare der Projektli<lb break="no"/>sten. Diese wurde von mir sofort dem Industrieminister übergeben und ich<lb/>
wollte gleich über diese konkreten Projekte, wie dies bei mir immer üb<lb break="no"/>lich ist die Gespräche beginnen. Die thailändische Seite legte aber<lb/>
größten Wert darauf, daß jeder Minister insgesamt sind ja 6 anwesend<lb/>
eine Erklärung abgab. Bezüglich der Projekte, sehr konkret hofft ja die<lb/>
Fa. Voith auf den Papiermaschinenauftrag von 1,7 Mrd. S für den Österreich<lb break="no"/>anteil, 2,7 Mrd. Gesamtprojektkosten, konnten aber auch keinerlei konkre<lb break="no"/>te Zusagen gemacht werden. Der Industrieminister meinte nur, in seiner<lb/>
Delegation heute allerdings nicht anwesend, da er in der Früh schon zu<lb/>
Voith nach St. Pölten gefahren sind, befindet sich auch der Direktor der<lb/>
Auftragsfirma. Überall bin ich überzeugt gibt es Finanzierungsschwierig<lb break="no"/>keiten. Die gesamte Delegation war aber nicht bereit über dieses Problem<lb/>
eingehender zu diskutieren. Der Finanzminister wollte nur mit den öster<lb break="no"/>reichischen Banken, Creditanstalt, Länderbank entsprechende Termine die<lb/>
wir auch vermittelten. Da am nächsten Tag die HK ein Treffen mit allen<lb/>
interessierten Firmen der riesigen thailändischen.Delegation vorgesehen<lb/>
hat, wurden alle Spezialwünsche von uns dahingehend beantwortet, daß dies<lb/>
morgen bei dieser Gelegenheit besprochen werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_18">Bei der offiziellen Sitzung dann unter Anwesenheit des thailändischen<lb/>
<pb n="64-0468" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-04-26_0468.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Premiers und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> wurde nur von thailändischer Seite ein statement<lb/>
verlesen und dann unter Hinweis <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> die Gespräche hätten ja bereits<lb/>
stattgefunden und würden ja noch weiter fortgesetzt, die Sitzung beendet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_19">Nach der Sitzung hat sich insbesondere der Energieminister und ein zweiter<lb/>
Mann mit mir <add>[und]</add> Vizepräs. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> von der Bundeskammer, den ich sowie den<lb/>
Handelsdelegierten ersuchte mitzukommen, eingehend über die Energiesitua<lb break="no"/>tion und unsere Maßnahmen über eine Stunde genau unterhalten. Die Thai<lb break="no"/>länder wollen jetzt eine Gas und Ölexploration in großem Maße vornehmen.<lb/>
Zwei Bohrlöcher haben jetzt 9000 Barrel pro Tag gebracht und wollen über<lb/>
alle Detailinformationen und österreichischen Erfahrungen verfügen. Diese<lb/>
Detailaussprache in diesem kleinen Kreis war auch meiner Meinung viel<lb/>
zweckmäßiger als diese riesigen Delegationsbesprechungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_20">Beim Mittagessen saß ich neben dem Handelsminister und auch einem zwei<lb break="no"/>ten und wir unterhielten uns insbesondere über den Export von Agrarpro<lb break="no"/>dukten und welche Subventionen dafür oder überhaupt welche Subventionen<lb/>
Österreich gewährt. Natürlich war dieses Thema verhältnismäßig bald er<lb break="no"/>schöpft, vis a vis saß der Klubobmann der FPÖ, <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs>, der die Gelegenheit<lb/>
nutzte, um mich über die verschiedensten handelspolitischen Fragen bis<lb/>
ins Detail zu interviewen. Natürlich habe ich ihm alles wirklich bis ins<lb/>
letzte Detail mitgeteilt, denn ich sehe nicht ein, warum nur die ÖVP<lb/>
über die Handelskammer diesbezügliche Informationen bekommen sollte. Da<lb break="no"/>neben saß übrigens der Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>, der übrigens auch sehr interes<lb break="no"/>siert zuhörte. Diese Unterhaltung ist sogar dem Bundespräsidenten aufge<lb break="no"/>fallen, der nachher meinte, weil ich ja doch lauter sprechen mußte, damit<lb/>
über den Tisch hin <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> mich verstand, ich hätte mich mehr mit dem <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs><lb/>
unterhalten als mit dem thailändischen Handelsminister, da hat er nicht<lb/>
ganz unrecht. Mit Thailand, habe ich das Gefühl, werden sich sowieso schwer<lb/>
Geschäfte machen lassen, insbesondere dürfte der Handelsminister gar<lb/>
nicht besonders daran interessiert sein, sondern eben nur klären wollte,<lb/>
ob wir nicht auch Zucker von ihnen kaufen können; als er erfuhr, daß wir<lb/>
sogar exportieren, interessierte er sich nur, wie wir diesen subventionie<lb break="no"/>ren und welche Subventionen wir überhaupt gewähren. Für mich war bei<lb/>
dieser Unterhaltung schon der Umstand maßgebend, daß ich lieber in Deutsch<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> als fast den ganzen Vormittag in Englisch mit den Thailändern<lb/>
reden mußte, noch aber natürlich mehr der Umstand, daß ich mit der FPÖ<lb/>
wahrscheinlich in Hinkunft, wie ich befürchte, mehr zu tun haben werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_21">Beim Kaffee hat dann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der mich aufforderte bei ihm Platz zu nehmen,<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sehr freimütig erklärt, daß die Handelskammer noch niemals<lb/>
einen solchen Handelsminister gehabt hat, der mit ihr so stark kooperiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_22"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat dies auch zugegeben, meinte nur, es bestünde ein korrektes<lb/>
Verhältnis worüber der Kanzler nur zufrieden sein könnte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte<lb/>
dann, soviel bräuchte er aber nicht die Wünsche der Handelskammer immer<lb/>
und überall vertreten. Dies macht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr geschickt, um <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
zu beweisen, wie sehr sie jetzt gut in der Regierung vertreten sind. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallin<lb break="no"/>ger</rs> wieder hat besonders herausgestrichen, welch guter Freund er zu <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ist und war glücklich zu hören, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> diese Freundschaft, die<lb/>
jahrzehntelang schon besteht, auch offiziell und feierlichst bei mir<lb/>
bestätigte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> spielt in Wirklichkeit hier ein ungeheuer geschicktes<lb/>
Spiel fast nach meinem Slogan, der Wirtschaftsbund wird natürlich empfeh<lb break="no"/>len ÖVP zu wählen, die Handelskammer aber, damit ja kein blauer Handelsmi<lb break="no"/>nister kommt, alles daran setzen, daß die Sozialisten doch die absolute<lb/>
Mehrheit behalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_23">Ein junges Computerunternehmen hat jetzt eine Marktlücke entdeckt, näm<lb break="no"/>lich die Computerprogramme so zu gestalten, daß Klein- und Mittelbetrie<lb break="no"/>be direkt arbeiten können, ohne daß sie, wie der Besitzer erklärte, einen<lb/>
Guru als Dolmetscher brauchen. Dieses First Vienna Software Office wurde<lb/>
daher von mir offiziell eröffnet, wobei vorher der Gremialvorsteher<lb/>
und dann insbesondere Länderbankdirektor <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs>, der diese Firma finan<lb break="no"/>ziert, entsprechend grundlegende Ausführungen macht. Da es nachher ein<lb/>
Buffet und insbesondere die Vorstellung einer Platte über den Blechtrottel<lb/>
gab, konnte ich ja nur humorvoll zu diesen besten Programmpunkten über<lb break="no"/>leiten. Für mich ist und bleibt der Computer ein Blechtrottel. Allerdings<lb/>
habe ich gleich freimütig zugegeben, daß ich auch davon nichts verstehe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_24">Bei dieser Gelegenheit hat mich GD <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> ersucht, ich sollte wegen<lb/>
seiner Halleiner Papierfabrik, wo er ja bei Borregaard mit einer Minder<lb break="no"/>heit beteiligt ist, ein Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> wegen des Abwassers, <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs><lb/>
als LH und <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs> als dessen Stv. einberufen und mir ihm dann führen.<lb/>
Ich bin im Prinzip damit einverstanden, nur habe ich ihm vorgeschlagen,<lb/>
es erscheint mir zweckmäßig vorher, bevor man <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> dann auch einlädt,<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs>, <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und ihm ein fraktionelles Gespräch zu führen. Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs>, dessen Cousine dort beschäftigt ist und der sich natürlich dieser<lb/>
Firma besonders angenommen hat, hat dann mit <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> die Detailgespräche<lb/>
geführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Welche Vorgangsweise habt ihr beschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_26">Die Baufirma Ing. Lugner, immerhin jetzt schon 300 Beschäftigte, vor 20 Jah<lb break="no"/>ren ganz klein gegründet, hat zu einer Überreichungsfeier die Belegschaft,<lb/>
aber auch die Kunden in das Akademietheater geladen. Interessant für mich<lb/>
war, daß <rs type="person" ref="#per__1137720">Lugner</rs> tatsächlich von der SPÖ-Seite <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, der allerdings nicht<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__116706">Ettmayer</rs> von der ÖVP, vor allem aber etliche Botschafter und auch Vertreter<lb/>
der Glaubensgemeinschaften begrüßen konnte. <rs type="person" ref="#per__1137720">Lugner</rs> selbst spezialisierte<lb/>
sich auf Altbausanierungen, derzeitig arbeitet er am Deutschmeisterpalais<lb/>
für den OPEC-Fonds, hat am Stephansplatz das Z-Gebäude saniert und, wie<lb/>
ich mich dann lange mit den Bauleitern und gleichzeitigen BRO der Ange<lb break="no"/>stellten unterhalten habe, übernimmt wirklich alle kniffeligen Bauaufträ<lb break="no"/>ge. Er selbst hat in seiner Ansprache gesagt, daß er weniger in die<lb/>
Maschinen investiert als in die Belegschaft, durch Prämien, wie mir der B<add>[-RO?]</add><lb/>
sagte und für mich deutlich sichtbar auch durch Jubiläumsveranstaltungen.<lb/>
Alle 5 Jahre spätestens und diesmal nach 20 Jahren sogar diese große<lb/>
Feier. Das Theaterstück war dann weniger interessant, obwohl <rs type="person" ref="#per__137475">Maxi Böhm</rs><lb/>
den Text ununterbrochen extemporierend auf die Fa. Lugner und deren Be<lb break="no"/>schäftigte bezogen hat. Unwahrscheinlich, wie er improvisiert, das einzige,<lb/>
was <choice><choice><sic>sich</sic><corr>mich?</corr></choice></choice> dabei störte, daß sie sich über ihre eigenen Witze so unter<lb break="no"/>hielten, daß sie teilweise immer mitlachten, das darf bei einem Theater<lb break="no"/>stück nicht passieren. Der beste Humorist muß immer bei noch so einem<lb/>
guten Witz todernst bleiben. Wichtig für mich war, daß ich mir aber da<lb break="no"/>durch das Abendessen des thailändischen Ministers im BKA und dann selbst<lb break="no"/>verständlich auch das Abendessen nach dieser Aufführung von der Fa.<lb/>
Lugner besonders allerdings im letzten Moment erst eingeladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_27">Die Bäckerkonferenz beider LUGA beschloß ein verhältnsimäßig sehr der<lb/>
wirtschaftlichen Situation angepaßtes Forderungsprogramm, die Bäcker<lb/>
selbst legen größten Wert darauf, spätestens im Jahresrhythmus ihre<lb/>
Lohnerhöhung zu bekommen; da die Bauern gleichzeitig ja auch einen Ge<lb break="no"/>treidepreis jetzt verhandeln, wird dies möglich sein, spätestens bis zum<lb/>
15. August, erklärte ich ihnen, ist sicherlich die ganze Angelegenheit er<lb break="no"/>ledigt. Die Kritik insbesondere des Vorsitzenden der Bäcker, Koll. <rs type="person" ref="#per__110999">Serini</rs><lb/>
vom Konsum, an den Marktordnungsgesetzen ist insofern begründet, als er<lb/>
mit Recht darauf verweist, daß ich heute viele einzelnen Kollegen auf<lb/>
die Verhandlungsmöglichkeit über die Wirtschaftsgesetze mehr verlassen<lb/>
als auf die Stärke ihrer Organisation resp. ihren Betrieben. Ansonsten<lb/>
verlief die Diskussion sehr sachlich, insbesondere wurde das Lehrlings<lb break="no"/>problem aber erörtert, in Wien wo die Berufsschule einmal in der Woche<lb/>
stattfindet, kommt immer wieder vor, daß die Bäckerlehrlinge vorher im<lb/>
Betrieb um 4 Uhr zu arbeiten beginnen und dann um 8 Uhr natürlich ver<lb break="no"/>schlafen nur dem Unterricht folgen können. Hier wird es allerdings nur<lb/>
möglich sein, wenn man mit sogenanntem Blockunterricht, <choice><choice><sic>wir</sic><corr>wie er</corr></choice></choice> in den Ländern<lb/>
in den Internaten gehandhabt wird, 8- oder 14-tägig durchgehende Schule,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-26_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Wie weit stehen diese Verhandlungen<lb/>
im Unterrichtsministerium.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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