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            <title type="main">Freitag, der 23. April 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band64_1982-04-23</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_01">Freitag, 23. April 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_02">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ersucht mich, den Milchpreis für die<lb/>
Bauern so schnell als möglich und mindestens mit 25 Groschen Erhöhung<lb/>
festzusetzen. Damit wäre auch der Präs. der Landwirtschaftskammer <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs><lb/>
einverstanden gewesen. Die AK hatte Berechnungen angestellt, daß im<lb/>
Extremfall nur 11 Groschen und im äußersten Fall 20 Groschen der Milch<lb/>
preis erhöht werden dürfte. Die Preiskommission hat aufgrund der be<lb break="no"/>stehenden Schemen bis 44 Groschen Erzeugerpreiserhöhung als notwendig<lb/>
errechnet. Da der österreichische Milchpreis aber heute bereits über de<lb/>
der BRD liegt und die Bedeckung durch die Erzeugerpreiserhöhung über<lb/>
den Milchwirtschaftsfonds Verbraucherpreiserhöhungen entsprechende Ab<lb break="no"/>schöpfungen auf Trinkmilch usw. gefunden werden müssen, kann man alle<lb/>
Berechnungen in Wirklichkeit weglassen. Nach entsprechenden schwerwie<lb break="no"/>genden, den ganzen Tag bis spät nachts durchgeführten Telefongesprächen,<lb/>
Verhandlungen, Berechnungen im Milchwirtschaftsfonds usw. einigten sich<lb/>
dann alle Beteiligten auf meine bereits in der Früh gemachten Kompro<lb break="no"/>mißvorschläge von 22 Groschen Erzeugerpreiserhöhung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_03">Für die Verbraucherpreiserhöhungsberechnungen ergaben sich oft sehr<lb/>
kritische Phasen. Die AK und der ÖGB meinten, der derzeitige Trinkmilch<lb break="no"/>verbraucherpreis von 10,20 kann höchstens mit 40 Groschen, die LWK, die<lb/>
ursprünglich um 1,20 S Erhöhung verlangte, dann aber auf 80 Groschen re<lb break="no"/>duzierte, erhöht werden. Zwischen diesen beiden Werten, 40 Groschen und<lb/>
80 Groschen Erhöhung, werde ich dann in der nächsten Woche endgültig die<lb/>
Entscheidung zu treffen haben. Nur dieser Preis ist von der Preisbehörde<lb/>
amtlich festzulegen. Der Verbraucherpreis in der BRD für Trinkmilch<lb/>
beträgt nicht ganz 8 S und ist daher wesentlich billiger als in Öster<lb break="no"/>reich. Fruchtjoghurt soll lt. AK und ÖGB 1,20 S, Landwirtschaft 2,20,<lb/>
Butter 1,60 S, Landwirtschaft 4,–– erhöht werden. Nur bei Käse ist<lb/>
die Steigerungsrate bei AK und ÖGB höher für Emmentaler 7 S gegen 4 S<lb/>
und für sonstige Käse 4,50 S gegenüber 3,50 S Landwirtschaftsvorschlag.<lb/>
Insgesamt wird über den Milchwirtschaftsfonds fast 1 Mrd. S Kostenbela<lb break="no"/>stungen abzurechnen sein. In den vergangenen Jahrzehnten war es üblich,<lb/>
daß die Differenz bei der Berechnung angenommen Erzeugerpreiserhöhung<lb/>
wie viel kann der Konsument tragen, teilweise auch durch Stützungen des<lb/>
Staates aufgefangen werden. Jetzt trägt entweder alles der Konsument<lb/>
resp. über die Exportstützung und Überlieferung auch der Bauern. Die<lb/>
wirkliche neue Phase wäre, daß für aufgeschnittenen Käse die Handels<lb break="no"/>kammer mit Zustimmung des ÖGB und der AK ab dem Großhandelseinstands<lb break="no"/>preis keine Höchstpreise mehr festgesetzt werden. Der Großhandel, der<lb/>
<pb n="64-0456" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-04-23_0456.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Kleinhandel könnten daher ihre notwendigen Spannen selbst kalkulieren<lb/>
und auch die Preise festsetzen. Interessanterweise wehrt sich dagegen<lb/>
die Landwirtschaftskammer, weil sie scheinbar nicht haben will, daß<lb/>
die einzelnen Molkereiverbände in eine härtere Konkurrenz gedrängt<lb/>
werden. Mir erscheint dies aber als der einzig gangbare Weg, denn es<lb/>
ist vollkommen unerträglich, daß immer für diese Produkte wenn auch von<lb/>
der PK Preise festgesetzt werden und dadurch angeblich die sozial kal<lb break="no"/>kulierten Artikel für den Lebensmittelhandel als zu gering ständig<lb/>
kritisiert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte insbesondere letzteres unbedingt bei den<lb/>
weiteren Verhandlungen beachten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_05">Der neue chilenische Botschafter <rs type="person" ref="#per__1137723">Hutt</rs> und nicht Günther, wie man ver<lb break="no"/>muten würde, erkundigte sich bei uns, ob wir was wissen, ob der neue<lb/>
Minister nach Österreich kommt oder nicht. Wir haben genauso wenig<lb/>
Information wie er, die gesamte Regierung ist nämlich zurückgetreten,<lb/>
um <rs type="person" ref="#per__126910">Pinochet</rs> freie Hand für ein neues Kabinett zu geben. Niemand weiß<lb/>
eigentlich, was dort innenpolitisch vorgeht. Erfahren habe ich dagegen von<lb/>
ihm, daß die Doppelnamen in Chile bedeuten, daß der zweite der Name<lb/>
der Mutter ist. Dort herrscht also seit Jahrhunderten Gepflogenheit, daß<lb/>
der Familienname bei der Geburt ergänzt wird durch den Familiennamen<lb/>
der Mutter. Eine Gleichberechtigung der Frauen, wie es <add>[sie]</add> zumindestens in<lb/>
diesem Punkt bei uns noch nicht gibt. Um allerdings dann zu verhindern,<lb/>
die Diskriminierung, die natürlich ein uneheliches Kind gerade in Süd<lb break="no"/>amerika hat, wird dann der uneheliche zweimal den Mutternamen führen.<lb/>
Trotzdem gefällt mir diese Sitte sehr gut, obwohl die Doppelnamen noch<lb/>
schwieriger zu merken und noch viel länger zu unterschreiben sind als<lb/>
bei uns in Europa, wo Doppelnamen eher selten sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_06">Ein gewisser <rs type="person" ref="#per__1137724">Franz Bruckner</rs>, ehem. Mitarbeiter der Zeitschrift "Die<lb/>
Frau" will ein Buch herausgeben, Chancengleichheit der Frau, und hatte<lb/>
die Wahnsinnsidee mich darüber zu interviewen. Leider hat mir Staatsse<lb break="no"/>kretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> zu spät gesagt, daß, wie man im Wienerischen sagt, der<lb/>
Mann einen Poscher hat. Zum Glück habe ich ihn sowieso gleich auf Frau<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> verwiesen. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> kennt ihn schon aus der Zeit,<lb/>
wo sie noch die Redaktion der Frau geführt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_07">Der VW-Einkäufer <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> beschwerte sich bei mir, daß die Gendarmerie<lb/>
jetzt 300 Opel bestellt hat ohne auch nur VW, die bisher auch diese<lb/>
Fahrzeuge lieferten eine Chance zu geben, zumindestens einen Teil zu<lb/>
<pb n="64-0457" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-04-23_0457.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bekommen. Dies ist scheinbar auf die Andeutung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, man soll mehr<lb/>
von GM und BMW kaufen, zurückzuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_08">GD <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs> von SDP wollte jetzt in Wolfsburg gleich den Vertrag über<lb/>
das Allradfahrzeug unterschreiben. VW steht aber auf dem Standpunkt,<lb/>
dies sollte in Wien geschehen, womöglich in Anwesenheit von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und<lb/>
mir. Über die Finanzierung gibt es zwar keine Differenz mehr wegen der<lb/>
Höhe wohl aber wegen der Abwicklung. Porsche Salzburg, die eine eigene<lb/>
Finanzierungsgesellschaft mit SDP gründet und 500 Mio. S für VW einbrin<lb break="no"/>gen wird, möchte dies wie bei GM über eine eigene Bank tun. Vor längerer<lb/>
Zeit hat GM mit der BAWAG gemeinsam eine solche Bank gründen können.<lb/>
Für Porsche Salzburg wurde dies bis jetzt vom Finanzministerium ver<lb break="no"/>weigert, eine Rücksprache mit GD <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> ergab, daß die BAWAG tatsächlich<lb/>
eine stillgelegte Konzession einer Teilzahlungsbank hatte, die sie jetzt<lb/>
wieder aufleben ließ und, wenn man so will, an GM verkauft hat. Eine<lb/>
Rücksprache mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ergab, daß dieser die Details<lb/>
nicht kannte und sich daher in seinem Ministerium erkundigen wird, dann<lb/>
Dir. <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> Bescheid sagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte übers Büro von Finanzminister entsprechen<lb break="no"/>de Informationen auch für mich verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_10">Dir. <rs type="person" ref="#per__126982">Ambrosch</rs>, Z, für Exportfinanzierung zuständig, berichtete, daß jetzt<lb/>
Sir <rs type="person" ref="#per__133263">Derek Ezra</rs> vom britischen Coal Board auch mit ihnen wegen Finan<lb break="no"/>zierung von Kohleimporten spricht. Die Engländer sind aber meiner Mei<lb break="no"/>nung nach noch immer zu teuer und der Kohlemarkt wird ähnlich dem Öl<lb break="no"/>markt in kürzester Zeit wieder durch Überangebote fast würde ich sagen<lb/>
zusammenbrechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_11">Der Karawankentunnel hätte seinerzeit über die Ilbau, die Kärntner Firma,<lb/>
und der Z gebaut werden sollen. Jetzt hat ja Universale und Porr angeb<lb break="no"/>lich um 300 Mio. S billiger unfair offeriert und diese ARGE würde jetzt<lb/>
den Bau durchführen. Auch <rs type="person" ref="#per__126982">Ambrosch</rs> sieht keine Möglichkeit der Finanzie<lb break="no"/>rung der offenen 1,3 Mrd. S über den 13 %-igen oder vielleicht noch<lb/>
höheren Kapitalmarkt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_12">Die Gaspipeline durch Ungarn soll jetzt durch eine ARGE bestehend aus<lb/>
60 % Mannesmann, 15 % Österr. AEG, 24 % Porr-Hinteregger und 1 % Warim<lb break="no"/>pex finanziert und abgewickelt werden. Ich sehe bezüglich der Finanzie<lb break="no"/>rung der 15 Mrd. S, wenn gleich im Süden Österreichs die Übernahme erfolgt<lb/>
und durch Österreich dann sofort nach Italien weitergeleitet <add>[wird]</add>, und von fast<lb/>
20 Mrd., wenn dies dann noch von Baumgarten sozusagen eine Zweigleitung<lb/>
<pb n="64-0458" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-04-23_0458.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gebaut werden muß, große Finanzierungsschwierigkeiten. Die Ungarn<lb/>
wollen angeblich diese Finanzierungskosten durch Einnahmen aus den<lb/>
Transitgebühren bezahlen. Die Italiener sollen 8 Mrd. von der SU bezie<lb break="no"/>hen, für Ungarn würde sich bei einem Transitpreis von 65 bis 70 m³ pro<lb/>
1000 m³, die Tschechen haben angeblich 60 m³ bekommen, ca. 2 Mrd. S pro<lb/>
Jahr Einnahmen ergeben. Davon könnte theoretisch die Investition dann<lb/>
auch zurückgezahlt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_13">Ich habe dieses Projekt, ohne die Einzelheiten zu erwähnen, dann auch<lb/>
gleich dem ungarischen Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> und seinen Leute in<lb/>
kleinerem Kreis vorgetragen. <rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> spricht davon, daß sie 15 Mrd. m³ hof<lb break="no"/>fen von den insgesamt 40 Mrd. m³, die die Sowjets an Westeuropa verkaufen<lb/>
wollen, durchleiten zu können. In diesem Fall müßte dann selbstverständ<lb break="no"/>lich neben Italien auch in das westdeutsche und französische Netz,<lb/>
also nach Norden ins <choice><choice><sic>Mekalsystem</sic><corr>?</corr></choice></choice> von Ungarn eingespeist werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_14">Bezüglich des Braunkohlenelektrizitätswerkprojektes Ungarn-Südburgen<lb break="no"/>land verwies ich darauf, daß die Naturschützer und Ökologen und auch<lb/>
der Waldbesitzer immer größere Schwierigkeiten machen. Derzeit liegen<lb/>
noch nicht die endgültigen Ergebnisse der Akademie der Wissenschaft<lb/>
vor. Das Projekt habe ich aber bereits angedeutet, wird immer schwieri<lb break="no"/>ger aus diesem Grund zu verwirklichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_15">Bezüglich der Errichtung eines Regionalabkommens haben die Ungarn jetzt<lb/>
eingesehen, daß es nicht möglich ist und sich zufriedengegeben, daß<lb/>
jetzt in Budapest und Wien Kontaktstellen errichtet werden, die die<lb/>
Einzelprojekte prüfen sollen, wie weit durch entsprechende Maßnahmen<lb/>
auch auf dem Zollsektor eine Vergrößerung der Zusammenarbeit zwischen<lb/>
den Grenzregionen ermöglicht wird. Bezüglich der Zollbelastung haben die<lb/>
Ungarn die Vorziehung der Tokio-Runde akzeptiert und positiv beurteilt,<lb/>
gleichzeitig aber eine umfangreiche Liste übergeben, wo sie weitere<lb/>
Zollsenkungen wünschen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_16">Mein Bericht über die BETA-Gespräche auch wegen Jugoslawien wurde von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> dankbar zur Kenntnis genommen, die Ungarn haben auch mit den<lb/>
Schweden, Handelsminister <rs type="person" ref="#per__1137725">Molin</rs>, geredet, dieser hat ihnen empfohlen, sie<lb/>
sollen unbedingt weiter zuwarten, denn die Schweden betrachten alle<lb/>
Staatshandelsländer gleich und meinen, dort gibt es keine Chance im<lb/>
Rahmen der EFTA eine wirklich befriedigende Lösung jetzt zu erreichen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> kann nicht verstehen, daß manche EFTA-Länder härter gegen Ungarn<lb/>
sind als GATT und Internationaler Währungsfonds. Dort hat man anerkannt,<lb/>
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sozusagen keine Schwarzen Kurse mehr gibt, durch diese Maßnahme hat<lb/>
Ungarn jetzt ca. 100 Mio. $ Exporte aus eigenen verloren, weil sie jetzt<lb/>
den Betrieben unrentabel sind, früher konnten sie über die verschiede<lb break="no"/>nen Wechselkurse entsprechend gestützt werden. Darüber hinaus hofft<lb/>
Ungarn, daß es in absehbarer Zeit überhaupt konvertible Währung einfüh<lb break="no"/>ren kann. Letzteres, glaube ich allerdings, wird noch sehr lange dauern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_17"><rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> wollte dann noch eine Aussprache unter 4 Augen. Dort erkundigte<lb/>
er sich ob und wie stark der amerikanische Druck auf Österreich ist,<lb/>
den die Ungarn auf die anderen europäischen Länder feststellen können.<lb/>
Dieser Druck geht nicht nur von den Banken aus, sondern auch von der<lb/>
sogenannten Embargoliste CoCom. Die Amerikaner wollen scheinbar die<lb/>
Staatshandelsländer durch die Tatsache, daß sie nicht sofort alles<lb/>
gleich bezahlen können jetzt noch mehr diskriminieren und dadurch in<lb/>
weitere große Schwierigkeiten bringen. Die Hoffnung, daß dadurch die<lb/>
sozialistischen Staaten zusammenbrechen werden ist aber falsche, dies<lb/>
kann nur dazu führen, daß die ganzen Liberalisierungstendenzen auf<lb/>
wirtschaftlichen aber vor allem auch auf politischem Gebiet dann wieder<lb/>
zurückgenommen werden müßten. Ich habe sofort erklärt, daß Österreich<lb/>
die CoCom-Liste sowie bisher handhabt, d.h. wenn eine österreichische<lb/>
Firma eine Endverbrauchsbestätigung verlangt und auch nachweisen kann,<lb/>
wird sie im Handelsministerium sofort ausgestellt. Wir selbst handhaben<lb/>
die CoCom-Liste eigentlich nicht. Eine weitere Frage von <rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> war, ob<lb/>
und wie der Wunsch Libyens in Rohöl anstelle in Devisen zu bezahlen ge<lb break="no"/>handhabt wird, Hier verwies ich darauf, daß einzelne Firmen wie z.B.<lb/>
Intertrading von der VÖEST-Alpine entsprechende Lösungsmöglichkeiten su<lb break="no"/>chen und sicherlich auch gefunden haben. Bezüglich der Lieferungen von<lb/>
Irak kann Ungarn sowie Österreich nur feststellen, daß durch Sperre der<lb/>
Pipeline über Syrien die Iraker wieder bezüglich Öllieferungen stark<lb/>
zurückgeworfen wurden, die über die Türkei führende ist viel zu klein<lb/>
um zusätzliche Mengen befördern zu können. Als letztes wollte dann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> noch wissen, ob ich mit den französischen Wirtschaftsminister<lb/>
resp. Ministerpräsidenten Kontakt habe oder ob eine solche beabsichtigt<lb/>
ist. Da die Franzosen bis jetzt noch keinerlei Kontaktwünsche mir ge<lb break="no"/>genüber geäußert haben, konnte ich ihm dazu auch nichts sagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_18">Beim Mittagessen habe ich dann auch in der offiziellen Ansprache darauf<lb/>
verwiesen, daß eine weitere gute Zusammenarbeit mit Ungarn im Sinne der<lb/>
Entspannung in Europa und ganz besonders natürlich als gut nachbarschaft<lb break="no"/>liche Beziehung für Österreich, Ungarn von größter Bedeutung ist. <rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs><lb/>
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dies seiner Meinung nach die einzig mögliche Politik sei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_19">Beim Abendkonzert und insbesondere dann beim Abendessen in der ungari<lb break="no"/>schen Botschaft erwähnte <rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> mir gegenüber unter 4 Augen, daß seine<lb/>
Leute sich über die offene Art und ganz besonders über diesen letzten<lb/>
Punkt sehr gewundert haben. Für mich erscheint die wirtschaftliche Ent<lb break="no"/>wicklung zwischen allen Nachbarstaaten auch daher zwischen Österreich<lb/>
und der CSSR so wichtig und eine solche Grundlage der Entspannung, daß<lb/>
ich überall und jederzeit diese Politik vertrete und verteidige auch<lb/>
wenn sie jetzt momentan scheinbar keine sehr guten Chancen auf Erfüllung<lb/>
hat und wenn sie sicherlich von einigen Westeuropäern vor allem von der<lb/>
Vereinigten Staaten nicht gerne gesehen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_20">Beim Jour fixe mit der Handelskammer spielte der beabsichtigte Export<lb/>
der Fa. Avanti, Hrn. <rs type="person" ref="#per__97787">Nouza</rs>, von 10.000 to Benzin nach Deutschland eine<lb/>
große Rolle. Zuerst waren alle strikte dagegen, da angeblich dieser<lb/>
Benzin dorthin billiger verkauft wird, als er in Österreich kostet.<lb/>
Tatsache sollen diese 6.140 Raffinerieabgabepreis, wenn man die Bevor<lb break="no"/>ratung 5.012 und die Sonderabgabe 320 abzieht, mit 5.300 S derselbe<lb/>
Exportpreis sein, wie er sich auch in Österreich errechnen würde. Kri<lb break="no"/>tisch ist nur, daß auch jetzt noch von Avanti, aber auch von der Fa.<lb/>
Mobil jeweils 1000 to Diesel nach Deutschland exportiert werden sollten.<lb/>
Hier bin ich aus prinzipiellen Gründen dagegen, weil auf alle Fälle<lb/>
durch die Bauern neuerdings Argumente bekommen, man vernachlässigt ihre<lb/>
Versorgung und insbesondere zu preiswerteren Dieselpreisen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_21">Außer der Milchpreisdiskussion die ich schon morgens beginnend bis<lb/>
spät in den Abend durchführte und der natürlich auch im Jour fixe eine<lb/>
große Rolle spielte wurde dann Gott sei Dank vom ÖGB, NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, mit<lb/>
Unterstützung des NR <rs type="person" ref="#per__97543">Heindls</rs> das Biospritproblem besprochen. Nach über<lb break="no"/>einstimmender Meinung müßte jetzt auf der Sozialpartnerebene ein neuer<lb break="no"/>licher Flottentest durchgeführt werden, die Außenhandelsfrage 1/3 des<lb/>
Benzines <choice><choice><sic>wurd</sic><corr>wird? wurde?</corr></choice></choice> importiert, wodurch auch dort die Biospritbeimengung<lb/>
eigentlich mit österreichischem Biosprit notwendig wäre, die OeNB eine<lb/>
Forschungsförderungsüberleitung für eine größere Pilotanlage mitfinan<lb break="no"/>zieren soll und insbesondere die Rohstoffkosten und Verbraucherbelastung<lb/>
sowie ev. Gesetzesänderungen von den Sozialpartnern besonders unter<lb break="no"/>sucht werden müßten. Die Pilotanlage in Stadlau auf Zellulosebasis funk<lb break="no"/>tioniert, aber ist zu klein, in Steyrermühl soll jetzt eine entsprechende<lb/>
auf Zellulosebasis ebenfalls um 150 Mio. errichtet werden. Insgesamt<lb/>
wären nach Agrarideen 6 Fabriken mit jeweils 1,2 Mrd. S zu errichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_22">Diese Investitionen werden sicherlich weder in absehbarer Zeit noch<lb/>
in weiterer Zukunft aufgebracht werden können. Das ganze funktioniert<lb/>
überhaupt nur, wenn höchstens nach allgemeiner Meinung in dieser Dis<lb break="no"/>kussion das Ethanol 7 bis max. 7,50 S kostet. Jetzt verlangen die Land<lb break="no"/>wirte bekanntlich 12.–– bis 13.–– S.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_23">Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> beschwerte sich, daß jetzt die TIWAG vom Elektrizitätsförde<lb break="no"/>rungsbeirat eine entsprechende Anerkennung ihrer Investitionen in Sell<lb break="no"/>rain-Silz, 6 Mrd. S, für Steuerabsetzung bescheinigt bekommen will und<lb/>
nicht einmal bereit ist, ihre Verträge über die Verwendung dieser Elek<lb break="no"/>trizität primär Export nach der BRD vorzulegen. Wir beschlossen, daß die<lb/>
Elektrizitätssektion diesen Vertrag verlangen soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_25"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet, daß jetzt die Hochzinspolitik durch eine geringe<lb/>
Senkung von der OeNB angestrebt wird und daß der Kapitalmarktausschuß<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> als Kartell der Banken von Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> seinerzeit<lb/>
nicht nur sanktioniert, sondern fast in diesen Staaten abgeschafft, da<lb break="no"/>gegen ist. Das Leistungsbilanzdefizit soll sich nach Wirtschaftsfor<lb break="no"/>schungsberechnungen auf 7,8 Mrd. und nach Institut für Höhere Studien<lb/>
auf 13 Mrd. verringern. Das nächstjährige Budget könnte dadurch ent<lb break="no"/>sprechend dem Verkauf des Münzamtes an die OeNB größere Geldmittel von<lb/>
der OeNB bekommen. Derzeit ist der höchste Münzgewinn 1,7 Mrd. pro Jahr<lb/>
vom Finanzminister zu lukrieren, da die Silbermünzen aber nur sehr<lb/>
schwer mehr abgesetzt werden können, wird es in Hinkunft große Schwie<lb break="no"/>rigkeiten, einen solchen Münzgewinn zu erreichen, geben. Ich betrachte<lb/>
daher den jetzigen Zeitpunkt, das Münzregal sozusagen der National<lb break="no"/>bank zu verkaufen, als optimal. Außerdem wird <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> das für das<lb/>
nächstjährige Budget dringendst brauchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_26">Sekr. <rs type="person" ref="#per__115583">Muhm</rs>, ÖGB, berichtete über den Kongreß des europäischen Gewerk<lb break="no"/>schaftsbundes in Den Haag, gegenüber dem letzten Kongreß in München mein<lb break="no"/>te er, sei ein deutlicher Rückschritt zu bemerken. Arbeitszeitverkürzun<lb break="no"/>gen wurden von den skandinavischen Arbeitervertretern abgelehnt und die<lb/>
deutschen Vertreter meinten, sie seien durch Kollektivverträge gebunden.<lb/>
Als einzige Richtschnur wurde festgelegt, daß jedes Budget für Arbeits<lb break="no"/>beschaffung Budgetdefizit von 1 % des Bruttoinlandsproduktes vorsehen<lb/>
sollte. Bei uns ist dies schon längst erreicht, ja sogar weit über<lb break="no"/>schritten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_27">Sekr. <rs type="person" ref="#per__112965">Maurer</rs>, AK, verlangte neuerdings eine Senkung des Heizöl-extra-<lb/>
<pb n="64-0462" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-04-23_0462.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>leicht Preises von 6.50 S ab Tankstelle jetzt wird bereits von den Öl<lb break="no"/>firmen um 6,05 S inkl. Zustellung Heizöl extra leicht geliefert ich<lb/>
habe meine Erklärung nur wiederholt, wenn die Bauern eine Dieselpreis<lb break="no"/>senkung durchsetzen, müßte gleichzeitig auch der Heizöl-extra-leicht-<lb/>
Preis von der amtlichen Preiskommission entsprechend gesenkt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte genau weiterverfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_29">Die ungarische Botschaft hat einen Barockflügel, Wert ca. 800.000 S, um<lb/>
80.000 S restaurieren lassen und ein ungarischer Meisterpianist hat<lb/>
dort für die Gemischte Kommission, sprich aber auch Außenhandelsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> und mir, einen Konzertabend gegeben. Anschließend daran gab es,<lb/>
anders gehts ja gar nicht, ein fulminantes Bufferl, wie der Botschafter<lb/>
liebenswürdigerweise sagt, der kann den Dialekt Österreichs so gut, daß<lb/>
er diesen Ausdruck für das Wort Buffet, angeblich eine Wiener Variation,<lb/>
kreiert hat. Anschließend daran wurde ich von einer Wochenzeitschrift<lb/>
eingehend interviewt. Diese Wochenzeitschrift ist ähnlich bei uns dem<lb/>
Profil und dem Deutschen Spiegel für ungarische Verhältnisse sehr libe<lb break="no"/>ral, u.a. konnte ich feststellen, daß dort eben andere Wochenzeitungen<lb/>
der westlichen Welt mit Auszügen aus diesen Zeitschriften vertreten sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-04-23_30">Spät abends, aber doch noch immer zurecht, bin ich dann auch noch zum<lb/>
70. Geburtstag vom ehem. Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__98091">Withalm</rs> gefahren, der hat sich<lb/>
sehr gefreut, daß ich tatsächlich noch so spät vorübergekommen bin. Wie<lb/>
mir mitgeteilt wurde, hatte er auf die Laudatio vom Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs><lb/>
sein politisches Credo, eine Konzentrationsregierung wäre jetzt für<lb/>
Österreich das Beste, geantwortet. Ich würde sagen, daß wir von der<lb/>
alten Generation, und ich gehöre leider jetzt auch schon dazu, wahr<lb break="no"/>scheinlich aus Furcht, daß die österreichische politische Entwicklung<lb/>
bei der Jugend dann doch früher oder später auf harte Auseinandersetzun<lb break="no"/>gen stoßt, immer mehr für eine Zusammenarbeit auch durch gesetzliche<lb/>
Verpflichtung spekulieren. Letzten Endes entscheidet das aber sicherlich<lb/>
nur der Wähler, wenn er der SPÖ und ganz besonders <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der ja<lb/>
sicherlich wieder kandidieren will und wird, nicht die absolute Mehrheit<lb/>
gibt.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 23.3.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung Jour fixe AK/ÖGB, 23.4.1982</head>
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