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            <title type="main">Mittwoch, der 31. März 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band64_1982-03-31</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_01">Mittwoch, 31. März 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_02">Der GD der IEA <rs type="person" ref="#per__114944">Lantzke</rs> steht auf dem Standpunkt, daß die Ölverbrauchs<lb break="no"/>menge sich mit Jahresende auf den geringeren Verbrauch stabilisieren<lb/>
wird. Im ersten Quartal nimmt er an, sei der Bedarf der IEA-Länder<lb/>
34 Mio Barrel, Frankreich 2,2 und der sonstigen 11 Mio., sodaß insge<lb break="no"/>samt 47,3 Mio. Barrel gebraucht werden. Dem steht ein Anbot der Indu<lb break="no"/>strieproduktionsländer 15 Mio., Mexiko 6,3, SU 1,2 und aus processing<lb/>
ungefähr 0,6, insgesamt also 23,1 Mio. Barrel ohne OPEC gegenüber. Der<lb/>
bedarf also von den OPEC-Ländern wäre dadurch mit 24,2 Mio. Barrel<lb/>
angegeben. Die Produktion der OPEC-Staaten ist 20,3, die ca. 4 Mio.<lb/>
Barrel, die also hier zwischen Bedarf und Produktion fehlen, wurde<lb/>
durch Lagerabbau bei den IEA-Ländern, 2,1 Mio. Barrel, Frankreich 0,2<lb/>
und 1,6 Mio. Reduktion der schwimmenden Ware abgedeckt. Er glaubt<lb/>
daher, daß der Lagerabbau jetzt ziemlich beendet ist und daß daher<lb/>
in Hinkunft die reduzierten Produktionsmengen von der OPEC den Bedarf<lb/>
knapp die Produktion decken wird, wodurch eine Erholung des Preisver<lb break="no"/>falls eintritt. Trotzdem glaubt er, daß die 34 $ pro Barrel nicht<lb/>
mehr gehalten werden können, er schätzt, daß mit Ende des Jahres bis<lb/>
auf 28 $ der Preis zurückgehen könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_03">Die Frage der operativen Pläne, die sich ja derzeit bei der IEA nur auf<lb/>
Öl beziehen, müßten ergänzt werden, die Kohle wird jetzt schon durch das<lb/>
Coal Industry Advisory Board bearbeitet, er erklärte rundweg, er ist<lb/>
sehr froh, daß jetzt der Österreichvertreter in diesem Komitee, ein<lb/>
Stahlfachmann, durch GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> von der Elektrizitätswirtschaft ersetzt<lb/>
wurde. In der Gaspolitik meint er, die USA wird darauf drängen, daß<lb/>
man sich spezifischer und insbesondere im Hinblick auf die SU-Gaslie<lb break="no"/>ferungen beschäftigt. Für Amerika ist dies allerdings ein innenpoliti<lb break="no"/>sches Problem. Für die amerikanische Administration wäre es schon gut<lb/>
sagen zu können, daß die IEA sich mit den SU-Gaslieferungen beschäftigt.<lb/>
Derzeit hat die IEA nur die Absicht, eine Analyse der Gassituation<lb/>
zu machen und sich in das bilaterale Geschäft zwischen den einzelnen<lb/>
Ländern nicht einzumischen. Vor allem gibt es keine operativen Pläne,<lb/>
wie dies bei Öl der Fall war. Die Elektrizitätspolitik müßte sich mit<lb/>
den Kernkraftwerken beschäftigen und mit der Frage, ob nicht doch eine<lb/>
Absatzausweitung erfolgen sollte. <rs type="person" ref="#per__114944">Lantzke</rs> ist es klar, daß man sich da<lb break="no"/>durch in die politische Auseinandersetzung in den einzelnen Ländern<lb/>
sehr einmischt, die jetztige Parole lautet ja doch Energiesparen auf<lb/>
diesem Sektor und schon gar nichts davon reden, daß man die elektrische<lb/>
Energie ausweiten wird und muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_04">Mit Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> besprach er dann die kommende Ministerrats<lb break="no"/>tagung. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> wird in meiner Vertretung wieder daran teilnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_05">100 Jahre Hofbauer sollte, wie ich dort erfuhr, erst um 1/2 11 beginnen,<lb/>
vorher hatte der Herr Bundespräsident mit Frau einen Betriebsbesichti<lb break="no"/>gung vorgesehen. Auch Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> war zur Besichtigung mit einigen<lb/>
anderen Herren der Handelskammer gekommen. Obwohl mich dies viel Zeit<lb/>
kostete und ich auch den Klub im Parlament schwänzen mußte, war es<lb/>
für mich selbstverständlich als Obmann der LUGA daran teilzunehmen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134330">Hofbauer</rs> selbst war sehr überrascht, als ich sofort unsere Vorstands<lb break="no"/>kollegin und Betriebsratsobmännin <rs type="person" ref="#per__133073">Singer</rs> verlangte. Den Betriebsrat<lb/>
hatte er nämlich auch erst vorgesehen, daß er zu offiziellen Feier<lb/>
kommen sollte. <rs type="person" ref="#per__134330">Hofbauer</rs> hat ungeheuer viel investiert, ist in der<lb/>
5. Generation von einem kleinen Zuckerbäckergewerbebetrieb, zum wahr<lb break="no"/>scheinlich bedeutendsten Süßwarenbetrieb gewachsen. Da Hofbauer nur<lb/>
über den Fachhandel verkauft, hat er dann doch sofort bei guter Gele<lb break="no"/>genheit die Fa. Küffele erworben, um unter diesem Markennamen auch<lb/>
an die Diskonter, Märkte, Großeinkäufer zu liefern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_06">Bei der offiziellen Feier wurde dann selbstverständlich von allen<lb/>
Seiten Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, natürlich auch von mir und vom<lb/>
Bundespräsidenten dieser Familienbetrieb entsprechend gewürdigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_07">Die Osttiroler Genossen unter Führung des LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__126597">Fili</rs> drängten den<lb/>
Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> und Landwirtschafts<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, daß endlich das Kraftwerk in Angriff genommen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> meinte, er könne mit dem Wasserrechtsbehördenverfahren, daß<lb/>
das Umbaltal so geschützt wird, wie es die Naturfreunde, Obmann Klub<lb break="no"/>obmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, oder der Gesundheitsminister, ein jahrzehntelanger Be<lb break="no"/>sucher Osttirols, wünscht, verhindern. Er befürchtet, daß die Tiroler<lb/>
Naturschutzbeiratsgutachten von <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> so beeinflußt werden, daß<lb/>
diese sich nicht gegen ein vollkommenes Herausschälen des Umbaltales<lb/>
aus der Wasserentnahme durchsetzen. Allen Ernstes schlug <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> vor,<lb/>
man sollte jetzt im Nationalrat eine Entschließung einbringen und<lb/>
beschließen lassen, damit das Umbaltal endgültig heraußenbleiben muß.<lb/>
Dagegen habe ich mich ganz energisch ausgesprochen, weil ich befürchte,<lb/>
daß sich dadurch die Elektrizitätswasserrechtsverhandlungen nicht ver<lb break="no"/>einfachen, sondern nur noch mehr versteifen. Ich versuchte die drei<lb/>
anderen Kollegen davon zu überzeugen, daß es zweckmäßiger ist, jetzt<lb/>
einmal die Wasserrechtsverhandlungen einzuleiten, der Leiter der Was<lb break="no"/>serrechtsbehörde, der ebenfalls anwesend war, meinte, man würde ja so<lb break="no"/><pb n="64-0401" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-31_0401.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wieso alle Täler abgeben, also eine ganz diffizile und langwierige<lb/>
Prozedur vorsehen. Dagegen kann und habe ich nichts einzuwenden. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
ließ sich dann zum Kompromiß herbei, daß man jetzt einmal des Wasser<lb break="no"/>rechtsverfahren beginnt, sollte sich herausstellen, daß es nicht nach<lb/>
dem Wunsch von <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und den Naturschützern läuft, dann würde er<lb/>
eine neuerliche Sitzung in den selben Kreis wahrscheinlich anregen.<lb/>
Mir war nur wichtig noch einmal bei Klubobmann <rs type="person" ref="#per__1137737">Mir</rs> zu deponieren,<lb/>
daß es ganz sinnlos ist, wenn er erklärt, entweder das Umbaltal bleibt<lb/>
heraußen oder wir verzichten von seiten der SPÖ dann auf die Natio<lb break="no"/>nalparkkonzeption. Ich hoffe, es ist mir gelungen den anderen klarzuma<lb break="no"/>chen, daß es nicht unsere Aufgabe sein dürfte für LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> in<lb/>
dieser Gegend die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Die Gemeindevertre<lb break="no"/>ter erklärten nämlich dezidiert, sie sind auf alle Fälle, wenn es zu<lb/>
der Frage Nationalpark oder Elektrizitätsausbau kommt, für das Kraft<lb break="no"/>werk.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen und sofort<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_09">Unter Führung des Ing. <rs type="person" ref="#per__1137755">Ebner</rs>, Techn. Büro Lienz, haben die Kleinkraft<lb break="no"/>werksbetreiber in Osttirol aber auch Kärnten und anderen Ländern bei mir<lb/>
vorgesprochen. Sie beschwerten sich bitter, daß die Landesgesellschaf<lb break="no"/>ten nicht bereit wären, einigermaßen kostendeckende Übernahmepreise<lb/>
für ihre Überschußenergie zu bezahlen. Ich verwies auf meinen Brief<lb/>
an alle Landeshauptleute die Landesgesellschaften zu veranlassen, daß<lb/>
sie endlich die 75 % Verbundtarif für die hydraulische und 120 % für<lb/>
die thermische Energie Übernahmepreis bezahlen sollen. Mit dieser<lb/>
Lösung wären die Kleinkraftwerkbetreiber sehr einverstanden. Gleich<lb break="no"/>zeitig wurde aber festgehalten, daß z.B. die Kelag in Heiligenblut<lb/>
nicht bereit ist, eine Mitbenutzung ihrer Leitung zu Kosten zu geneh<lb break="no"/>migen, die erträglich sind. Für die Peagierung wollen sie 30 Groschen<lb/>
pro kWh. Die Tiwag wieder hat zwar mit 1.1.82 den Übernahmepreis auf<lb/>
8,8 Groschen und 16,8 Groschen festgelegt, doch sind dies nicht an<lb break="no"/>nähernd die 75 % des Arbeitspreises. LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> hat aber eine solche<lb/>
Regelung mir zugesagt <choice><choice><sic>um</sic><corr>, damit?</corr></choice></choice> die Tiwag ihre 9 % Preiserhöhung bekommt.<lb/>
Nach Meinung der Kleinkraftwerksbetreiber könnten dies nicht 8 %, wie<lb/>
man bis jetzt immer angenommen hat, sondern 20 % der Strommenge zur<lb/>
Verfügung stellen. Ich habe zugesagt, daß bei konkreten Anträgen unser<lb/>
Energiesektion mit den zuständigen Landesgesellschaften in Verbindung<lb/>
setzen wird und ein Vermittlungsgespräch führen wird. Der Verantwort<lb break="no"/>liche ist Dr. <rs type="person" ref="#per__1137756">Mack</rs> von der Energiesektion resp. <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> von<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_10">Im Parlament macht mich Abg. aus OÖ aufmerksam, daß jetzt die Chemie<lb/>
Linz erzählt, sie könnte in ihren Anlagen im Ennshafen wesentlich mehr<lb/>
Strom erzeugen, die OKA ist aber nur bereit 1/3 davon zu übernehmen,<lb/>
2/3 der Kraft-Wärme-Kopplung müssen daher stilliegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Bitte prüfen und mir ein Elaborat für<lb/>
die nächste Nationalratssitzung fertig machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_12">Beim Mittagessen für die DDR fragte mich GD <rs type="person" ref="#per__116960">Mayr</rs> und vor allem der<lb/>
Österreichreferent Dr. <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs>, ob schon das Projekt gemeinsame Baugesell<lb break="no"/>schaft zwischen DDR und österreichischen Firmen in Angriff genommen<lb/>
wird. Ich informierte ihn, daß ich mit den Firmen, die dafür infrage<lb/>
kommen, eine Aussprache vereinbart habe und daß er sobald als möglich<lb/>
sehr konkrete Vorschläge bekommen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_13">Ein weiterer wichtiger Punkt war, daß mir <rs type="person" ref="#per__116960">Mayr</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs> versicher<lb break="no"/>ten, die Kampagne bezüglich der Zahlungsfähigkeit gegen die DDR lasse<lb/>
jetzt schon einen gewissen Einfluß der österreichischen Regierung er<lb break="no"/>kennen. Ich konnte darauf verweisen, daß ich heute Nachmittag noch<lb/>
Gespräche im Parlament mit den Instituten führen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_14">Die DDR-Seite hat bei den Beamtengespräch auch SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> einen Brief<lb/>
wegen weiterer Zollsenkung übergeben. Er ließ ihn mir lesen, darin<lb/>
ist allen Ernstes vorgeschlagen worden, wir sollten für die Fernsehge<lb break="no"/>räte die Zölle entsprechend senken. Dies halte ich für vollkommen<lb/>
unmöglich und habe dies auch mit aller Deutlichkeit in Anwesenheit<lb/>
von Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs>, HK, erklärt. Für Zollsenkungen sehe ich derzeit<lb/>
kaum eine Chance. Natürlich werden wir die Vorschläge prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die ziffernmäßige Zusammenstellung der<lb/>
Positionen sofort veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_16">Die PK hat <add>[der]</add> Bundeskanzler vielleicht auch, weil sie 25 Jahre jetzt exi<lb break="no"/>stiert, selbst geführt, einige Lohnfreigaben, darunter auch die der<lb/>
Molkereiarbeiter und -angestellten, einige Preiserhöhungen, darunter auch<lb/>
die Semmelpreise von 1,40 S auf 1,50 S.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_17">Nach der PK habe ich mit GS <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> und insbesondere Vizepräs. der HK<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs>, der ja mir neuerdings dankte für die RAG-Erdgaspreisregelung,<lb/>
<pb n="64-0403" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-31_0403.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wegen der SU, zusätzliche Gasmengen, fast würde ich sagen, gestritten.<lb/>
Ich machte nur darauf aufmerksam, daß ich eine so geringe Gasbezugs<lb break="no"/>menge, 1,3 Mrd. m³, die ich übrigens aus den Zeitungen erfuhr, GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
hat sich noch immer nicht im Konkreten geäußert, für die zukünftige<lb/>
österreichische Gasversorgung als zu gering erachte. Vizepräs. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs><lb/>
hofft, daß wir die 1 Mrd. m³ als Optionsmenge voll nützen können und<lb/>
damit vollkommen unser Bedarf für das nächste Jahrhundert gedeckt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_18">Der ORF, <rs type="person" ref="#per__122625">Billisich</rs>, möchte für kleinere Messe und Volksfestübertragungen<lb/>
im Fernsehen einen entsprechenden Beitrag bekommen, dem Intendant<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115016">Wolf in der Maur</rs> ist scheinbar vorgeschwebt, daß auch das Handelsmini<lb break="no"/>sterium oder zumindest die Handelskammer dazu etwas beiträgt. Ich habe<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122625">Billisich</rs>, den ich von ARBÖ-Funktion kenne, sofort gesagt, da muß er<lb/>
zuerst bei den örtlichen Vereinen, die solche Volksfeste resp. kleine<lb/>
Messen veranstalten, wie z.B. Wr. Neustadt Gespräche führen, was diese<lb/>
bereit wären, an Mittel zur Verfügung zu stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_19">Das Gespräch mit Mag. <rs type="person" ref="#per__146296">Fink</rs> vom Wiener Institut für Internationale<lb/>
Wirtschaftsvergleiche, der die Studie über die Oststaatenzahlungsfähig<lb break="no"/>keit ausgearbeitet hatte, und das auf Veranlassung <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfers</rs> zu<lb break="no"/>stande kam, verlief eigentlich für mich sehr enttäuschend. <rs type="person" ref="#per__146296">Fink</rs> steht<lb/>
auf dem Standpunkt, seine Pflicht sei es auf die Schwierigkeiten schon<lb/>
heute hinzuweisen, die kommen könnten. Sonst, meinte er, würde man dem<lb/>
Institut oder überhaupt den Wissenschaftern vorwerfen, sie hätten nicht<lb/>
rechtzeitig gewarnt. Ich frage mich allerdings, warum sie bei Polen<lb/>
dies z.B., zumindestens mir ist es nicht bekannt, nicht vorzeitiger und<lb/>
heftiger auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht haben. Jetzt ver<lb break="no"/>mischen sie doch alle Oststaaten und dies trifft z.B. Ungarn und die<lb/>
DDR härter und ist wahrscheinlich auch ungerecht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Beobachte bitte die Entwicklung aufgrund<lb/>
Deiner Beziehungen zu den Leuten besonders genau.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_21">Der griechische Vizeverteidigungsminister hat in der griechischen<lb/>
Botschaft einen Empfang gegeben, der Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> war<lb/>
vor einer Abstimmung noch knapp dort; als er dann zur Abstimmung ins<lb/>
Parlament kommen mußte, meinte er, man erwartet, daß ich auf alle<lb/>
Fälle noch hinkomme. Spät abends habe ich dann noch diesen Besuch er<lb break="no"/>ledigt. Der Vizeverteidigungsminister war mit den Gesprächen und der<lb/>
Demonstration österreichischer Heeresprodukte sehr zufrieden. Ich habe<lb/>
<pb n="64-0404" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-31_0404.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mich einmal mehr wieder gewundert, warum unsere Abteilung die ver<lb break="no"/>sprochene Aufstellung über Zivillieferungen nach Griechenland und<lb/>
insbesondere die gewünschte Kooperation auf diesem Gebiet mir noch<lb/>
immer nicht gebracht hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort nachfragen, damit ich vielleicht<lb/>
doch noch während der Anwesenheit die Unterlagen übergeben kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_23">Im Parlament hatten wir dann bis spät in die Nacht hinein eine Präsi<lb break="no"/>dialsitzung der SPÖ Landstraße. Wie nicht anders zu erwarten und wie<lb/>
so Nachtsitzungen schon einmal sind, ging es dabei um Personalfragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_24">Nach Mitternacht war erst die Parlamentssitzung aus, bedingt durch<lb/>
eine dringliche Anfrage an den Bundeskanzler wegen des Konferenzzen<lb break="no"/>trums. Von <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> und <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> erfuhr ich dann, daß der Handelskammer<lb break="no"/>präsident <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs> in seiner Rede meine humorvolle Äußerung bei der<lb/>
Präsentation des Kochbuches von <rs type="person" ref="#per__1137747">Matt</rs> im Hilton in Österreich ändert<lb/>
sich nichts, alles bleibt k.u.k. von kaiserlich königlich zu <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in der Haussitzung kritisiert hat. Wenn mir nicht<lb/>
mehr passiert, bin ich auch einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Protokollentwurf sofort beschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_26">Mit Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, Abg. <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs>, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und mir gab es dann eine<lb/>
lange Aussprache wegen der weiteren Vorgangsweise Atomenergie Unter<lb break="no"/>ausschuß. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> ist nach wie vor der Meinung, es wäre zweckmäßig<lb/>
diese Frage durch einen Bericht an das Haus aus der Welt zu schaffen.<lb/>
Das Volksbegehren Inbetriebnahme von Zwentendorf müßte seiner Mei<lb break="no"/>nung nach so bald als möglich erledigt werden, damit für das zweite<lb/>
Volksbegehren, daß die ÖVP jetzt bezüglich des Konferenzzentrums<lb/>
startet, nicht dann beide mehr oder minder gekoppelt werden. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
glaubt, daß mit dem Bericht, wo jede Partei ihren Standpunkt darlegt<lb/>
es dann möglich sein wird, daß der Nationalrat einstimmig diesen Be<lb break="no"/>richt zur Kenntnis nimmt und damit die Frage erledigt ist, ohne daß<lb/>
jede Partei ihren Standpunkt eigentlich zugunsten einer anderen aufge<lb break="no"/>geben hat. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> aber auch ich sind fest davon überzeugt, daß durch<lb/>
die Äußerung des Bundeskanzlers wir werden in Hinkunft nicht ein Kern<lb break="no"/>kraftwerk, sondern mehrere brauchen und das wird sich auch bei der<lb/>
nächsten Nationalratswahl zu entscheiden haben, auf alle Fälle dieses<lb/>
Thema im Nationalratswahlkampf von der Gegenseite uns aufgezwungen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-31_27">Jedwede Ausflüchte und Ausreden werden daher nicht möglich sein.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> befürchtet sogar, daß Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> verlangen wird, nach den<lb/>
nächsten Nationalratswahlen soll man dieses Problem nicht nur, wie es<lb/>
verfassungsrechtlich möglich ist, mit einfacher Mehrheit im Plenum<lb/>
lösen, sondern daß sogar auch keine Volksabstimmung über diesen Gesetzes<lb break="no"/>beschluß dann erfolgen soll. Ich bin dagegen fest davon überzeugt,<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bei aller Annäherung an die Stellungnahme des Gewerkschafts<lb break="no"/>bundes, nämlich daß man über das Kernkraftwerk sprechen muß, daß ein<lb/>
einfacher Gesetzesbeschluß im Plenum erfolgen soll, nicht aber, daß<lb/>
man auf die Volksabstimmung über dieses Gesetz dann verzichten kann.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> wird nun versuchen herauszubekommen, wie Klubobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> da<lb break="no"/>rüber denkt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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