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            <title type="main">Dienstag, der 30. März 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_01">Dienstag, 30. März 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_02">Der Besitzer der Ankerbrotfabrik Dr. <rs type="person" ref="#per__117012">Schuster</rs> hat mit Sekr. <rs type="person" ref="#per__112945">Hölles<lb break="no"/>berger</rs> von der LUGA und dem Referenten des Handelsministeriums Mag.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> die Sanierungsbemühungen der Ankerbrotfabrik besprochen. Er<lb/>
will keine Arbeiter und Angestellten abbauen, den natürlichen Abgang<lb/>
aber nicht mehr ersetzen, seine große Belastung sind die 124 Mio. S<lb/>
Verlustvortrag. <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> berichtete, daß die FGG das Sanierungskonzept<lb/>
jetzt prüft. Das Sozialministerium wird wahrscheinlich Arbeitsmarkt<lb break="no"/>förderungsmittel AFM zuschießen. <rs type="person" ref="#per__117012">Schuster</rs> hat auch mit den Bezirks<lb break="no"/>vorsteher <rs type="person" ref="#per__111702">Deutsch</rs> von Favoriten, ehem. BRO der Ankerbrotfabrik, und dem<lb/>
Bez.Obmann der SPÖ Favoriten, NR <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs>, aber in der Funktion als Privat<lb break="no"/>angestelltenobmann, bezüglich eines Stillhaltens bei der nächsten Lohn<lb break="no"/>bewegung im Juli gesprochen. Eine solche Lösung halte ich persönlich<lb/>
für nicht möglich. Die LUGA und die Verhandlungskomitees haben bis<lb/>
jetzt stets solche Wünsche durch Lohnverzicht eine Betriebssanierung<lb/>
herbeizuführen abgelehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_03">Bezüglich der Produktionsmöglichkeiten von Toastbrot, Schnittbrot<lb/>
und Brösel, die insbesondere die Fa. Hofer sofort bei einer jeden Fa<lb break="no"/>brik, daher auch bei Anker bestellen würde, ergibt sich, daß nur bei<lb/>
Schnitt und Toastbrot eine Möglichkeit dann besteht, wenn das Land<lb break="no"/>wirtschaftsministerium bzw. der Getreidewirtschaftsfonds, ähnlich<lb/>
wie er dies bei der Vermahlung von Getreide für Mehl, das in den Ex<lb break="no"/>port geht, auch vorsieht, daß die Getreidesubvention 1 S pro kg unge<lb break="no"/>fähr für die Abstützung dieser Produkte zur Verfügung stellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__133371">Mandl</rs> soll diese Probleme mit Landwirtschafts<lb break="no"/>ministerium und GAF besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_05">Verbund-GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> berichtet mir von seiner Rumänienverhandlung, die<lb/>
zuerst so günstig aussehende Lagerung von Atommüll in Rumänien zeigt<lb/>
sich jetzt als wesentlich ungünstiger als angekündigt. Die Rumänen<lb/>
haben aufgrund ihrer jetzt in Kanada gekauften Kernkraftwerke erst in<lb/>
15 Jahren Zwischenlagerprobleme, bei diesem Reaktortyp entsteht übri<lb break="no"/>gens nicht ein so hochgiftiger und radioaktiver Abfall wie bei uns<lb/>
in Österreich mit dem Siedewasserreaktor, seine Verhandlungspartner<lb/>
werden dieses Problem in die rumänische Regierung bringen, ich ersuchte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> um einen genauen detaillierten Bericht, weil ich annehme, daß<lb/>
wir dies bei der nächsten Gemischten Kommission in Bukarest zwar nicht<lb/>
bei der offiziellen Sitzung, aber sicherlich außerhalb besprechen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Der Begleiter <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuths</rs> wird uns eine<lb/>
detaillierte Information schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_07">BR <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> teilt mir mit, daß der Leiter der sowjetischen Gasexportver<lb break="no"/>handlungen <rs type="person" ref="#per__115018">Baranowski</rs> über die Reduzierung des Gasbezuges sehr unglück<lb break="no"/>lich ist, ursprünglich waren ja doch 3–5 Mrd. m³ Import vorgesehen,<lb/>
jetzt, konnte ich heute in der Presse lesen, sollen es nur 1,3 Mrd. mit<lb/>
1 Mrd. Option sein. Auch die Italiener hätten ihre Bezugsgröße von<lb/>
10 Mrd. auf 8 Mrd. reduziert. <rs type="person" ref="#per__115018">Baranowski</rs> will angeblich sehr gerne mit<lb/>
mir Gespräche führen, ÖMV-GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> hat erst für Donnerstag ein Gespräch<lb/>
mit ihm und mir vereinbart. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> sofort, ich bin zu<lb/>
jeder Zeit gesprächsbereit. GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> ist wenig kooperationsbereit, denn<lb/>
wieder einmal muß ich aus der Presse erfahren, wie er die Verhandlungen<lb/>
und mit welchen Ergebnissen er diese mit den Russen führt. Red. <rs type="person" ref="#per__116032">Frei<lb break="no"/>singer</rs> ist sehr tüchtig und hat die Menge, ja sogar den Preis, ca. 3 S,<lb/>
wie auch derzeit die Deutschen vereinbart haben, herausgebracht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Versuche über Dir. <rs type="person" ref="#per__114585">Schmidt</rs>, <choice><choice><sic>ÖFG</sic><corr>Austria-Ferngas</corr></choice></choice>, Details<lb/>
zu erfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_09">Vor der Ministerratsvorbesprechung habe ich mit Landwirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über die Abänderungswünsche der Handelsministeriumsbeamten gespro<lb break="no"/>chen und ihm auch die Informationen, die ich bekommen habe, schriftlich<lb/>
gegeben. Über diese wird er im Landwirtschaftsausschuß im Parlament<lb/>
verhandeln. Er ist sehr froh, daß ich nicht alle in die schriftliche<lb/>
Begutachtung aufgenommen habe, weil ansonsten im Parlament die Opposi<lb break="no"/>tionspartei sicherlich ihm entsprechende Vorwürfe gemacht hätte. Ob<lb/>
tatsächlich verfassungsmäßig sein Entwurf nicht ganz gedeckt ist, ob<lb/>
wirklich 24 Stunden Handelgeschäftssperren bei einem Krisenfall zur<lb/>
Verteilung der Lebensmittelmarken ausreicht, ob wirklich eine Mitkom<lb break="no"/>petenz des Handelsministeriums notwendig ist, bin ich persönlich gar<lb/>
nicht überzeugt. Ich habe aber auch gar nichts dagegen, wenn dann im<lb/>
Ausschuß diese Wünsche vom Handelsministerium besprochen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte sich dann bei der Klubsitzung diese Gesetze<lb/>
einschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_11"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ersuchte mich auch um Unterstützung des Getreidekohlenkompensa<lb break="no"/>tionsgeschäftes mit Jugoslawien, er hat mir einen diesbezüglichen<lb/>
Brief geschrieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_13">Mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> besprach ich die Schwierigkeiten der Industrie<lb/>
bei den jetzigen zur Debatte stehenden Schwefelemissionsgesetzen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> möchte aufgrund des Forstgesetzes jetzt endlich nach 5 Jahren<lb/>
eine Durchführungsverordnung für die Schwefelemission machen. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
hat in der Durchführung des Dampfkesselemissionsgesetzes ähnliche Ab<lb break="no"/>sichten. Wir einigten uns darauf, daß wir in der nächsten Zeit darüber<lb/>
Ministergespräche führen werden. Ich selbst erklärte, daß ich mit<lb/>
langfristigen Lösungen einverstanden bin, kurzfristig aber darauf doch<lb/>
Bedacht nehmen muß, daß nicht Betriebe wie z.B. die Elektrizitätswirt<lb break="no"/>schaft, Voitsberg I, St. Andrä I, durch diese Verordnungen sofort<lb/>
stillgelegt werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mir über die Forstgesetzdurchführung mir<lb/>
eine Information vom Haus machen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_15">Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> informierte ich, daß jetzt von mir alle Wünsche<lb/>
bezüglich einer Fernwärmesubvention durch das Budget abgelehnt wurden.<lb/>
Ich schlug <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> nur vor, man sollte über weitere steuerliche Ab<lb break="no"/>setzmöglichkeiten betreffend Ausbau der Fernwärme Verhandlungen führen.<lb/>
Er war damit sofort einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_16">In der Ministerratsvorbesprechung begann <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr verärgert über<lb/>
eine Österreichbeilage der Herald Tribune. Dort hat der österreichische<lb/>
Journalist <rs type="person" ref="#per__123344">Barazon</rs>, auch Chefredakteur der von der Fa. <choice><choice><sic>Meindl</sic><corr>Meinl?</corr></choice></choice> gehalte<lb break="no"/>nen Zeitschrift "Volkswirt", einen Artikel geschrieben, der Österreich<lb/>
schlecht macht. Der OECD-Bericht, der wesentlich positiver ist, wurde<lb/>
nicht erwähnt, dafür aber eine Graphik über OECD-Durchschnitt und<lb/>
Österreichs Bruttoinlandsprodukt auch gezeigt, die das Gegenteil<lb/>
dessen demonstriert, was im Artikel herauskommt. Am meisten hat <rs type="person" ref="#per__130192">Kreisky</rs><lb/>
aber aufgeregt, daß diese Beilage von österreichischen Annoncen der<lb/>
Banken, aber auch von verstaatlichten Betrieben finanziert wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
aber auch <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> vermuten dahinter eine Politik. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> selbst aber<lb/>
wird in dem Artikel als der bezeichnet, der nach <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sozusagen<lb/>
den Linkskurs in die Regierungspolitik bringt. Die Betriebe, aber auch<lb/>
die Banken, die diese Beilage durch ihre Annoncen finanzieren, wollen<lb/>
dann gleichzeitig auch als österreichische Unternehmungen Kredite be<lb break="no"/>kommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ärgerte sich auch darüber, daß immer wieder österrei<lb break="no"/>chische Journalisten im Ausland, auch der Presseredakteur <rs type="person" ref="#per__97479">Graber</rs> in<lb/>
der Zürcher Zeitung irgendetwas negatives schreibt und dann die ande<lb break="no"/><pb n="64-0388" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-30_0388.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ren bürgerlichen Zeitungen in Österreich die Zürcher Zeitung rück<lb break="no"/>zitieren. In einer Beilage, die von Annoncen bezahlt war, habe ich aller<lb break="no"/>dings wirklich auch noch nirgendwo in einem anderen Land eine negative<lb/>
Information gelesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_17"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> bemerkte dazu, daß ursprünglich Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> von Herald<lb/>
Tribune aufgefordert wurde den Artikel zu schreiben, den letzten Endes<lb/>
dann aber doch <rs type="person" ref="#per__123344">Barazon</rs> bekommen hat. Er sieht auch darin eine persön<lb break="no"/>liche Kampagne, die Wochenpresse berichtete z.B., daß er mit teuren<lb/>
Zinsen jetzt von 14 % den arabischen Kredit ausgemacht hat, das über<lb break="no"/>haupt nicht stimmt, in der Kronen-Zeitung bemerkte <rs type="person" ref="#per__116965">Gnam</rs> in einer Glosse,<lb/>
daß nicht nur <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs> diese besoffene Geschichte im Nachtclub Eva<lb/>
gehabt hat, sondern auch ein hoher Tiroler Politiker, der jetzt in<lb/>
der Regierung sitzt, also direkt auf ihn gemünzt war. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> stellte<lb/>
klar, daß er einmal bei einem Ball der Exekutive vor etlichen Jahren<lb/>
von einem stadtbekannten Raufer attackiert und verletzt wurde, wofür<lb/>
er auch durch Gericht entsprechend bestraft wurde. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sieht darin<lb/>
eine Kampagne, um den Finanzministernachfolger <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, eben <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>,<lb/>
jetzt madig zu machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_18">Die Kärntner Volkszeitung, das ÖVP-Landesorgan, ist pleite. Gewerkschafts<lb break="no"/>obmann der Journalisten <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> hat sich an ihn gewandt, aber auch der<lb/>
Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, die Parteizei<lb break="no"/>tungen entsprechend zu fördern. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist im Prinzip einverstanden,<lb/>
wenn es gelingt eine zusätzliche, nur für die kleinen Zeitungen, Ände<lb break="no"/>rung der derzeitig ungerechten Zeitungsförderung herbeizuführen. Not<lb break="no"/>wendig ist, daß dafür ein einstimmiger Beschluß im Parlament zustande<lb/>
käme. Auch der Landesparteiobmann der ÖVP in Kärnten, <rs type="person" ref="#per__111399">Knafl</rs>, hat sich<lb/>
an Sozialminister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> gewendet, weil durch die Einstellung<lb/>
dieser Zeitung 44 Drucker in der Kärntner Druckerei Carinthia arbeits<lb break="no"/>platzgefährdet sind. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meint, wenn man jetzt über<lb/>
eine weitere Zeitungsfinanzierung spricht, dann müsse man die Idee des<lb/>
Bundesrates, ebenfalls eine Fraktionsfinanzierung <add>[zu]</add> übernehmen, ablehnen.<lb/>
Die vorgesehene Kürzung der Parteifinanzierung für heuer wurde einver<lb break="no"/>nehmlich <choice><choice><sic>aller</sic><corr>von allen</corr></choice></choice> Parteien im Parlament jetzt rückgängig gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_19"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragt dann auch, wer die österreichischen Bankenvertreter sein<lb/>
werden, die in der Besprechung am 3.–5. Mai in Paris über die <choice><choice><sic>Detro<lb break="no"/>banken</sic><corr>Depotbanken?</corr></choice></choice> dabei sein werden. Er kommt auch neuerdings auf das Konferenz<lb break="no"/>zentrum zu sprechen und meint die Aktion Bundesländer Schülerbesuch<lb/>
in Wien immerhin 50.000 im Jahr sollten auch die UNO-City-Besichti<lb break="no"/><pb n="64-0389" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-30_0389.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gung mit einbauen. Er hat den Bundespräsidenten als dieser krank<lb/>
war bei einer Aussprache mit steirischen Mittelschülern vertreten.<lb/>
Diese sofort in Takt gesetzt und dann zur UNO führen lassen, wie er<lb/>
von dem Lehrer erfahren hat war dies sehr beeindruckend. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs><lb/>
wird dieses Problem innerhalb seines Ressorts noch im Detail mit Wien<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_20">Bei der internationalen Schule in Wien gibt es von der Gemeinde Wien<lb/>
angeblich Baubewilligungsschwierigkeiten. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> und <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> werden<lb/>
für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen Briefentwurf an die Gemeinde machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_21">Die Schweiz will jetzt Schulflugzeuge nach Österreich verkaufen, <rs type="person" ref="#per__97668">Krei<lb break="no"/>sky</rs> fragt, ob die entsprechende Kompensation, die die Schweizer bei<lb/>
ihren Rüstungseinkäufen als selbstverständlich voraussetzen in Öster<lb break="no"/>reich durchgeführt wird, <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> berichtet, daß die Pilatus derzeit<lb/>
zwar zur Diskussion stehen, aber als zu teuer wahrscheinlich nicht in<lb/>
Frage kommen. Sollte aber ein Rüstungskauf erfolgen, dann erklärte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> wird immer die absolute Kompensation von ihm verlangt. Dies<lb/>
kann ich tatsächlich auch nur bestätigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_22">Zum Spatenstich des algerischen Eisenbahnbaus wird <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> ersucht,<lb/>
daran teilzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_23">Jetzt ist über die 25 Jahre Staatsvertragsdiskussion 5 Bände erschienen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird sie den Regierungsmitgliedern zusenden. In Diskussion<lb/>
steht noch, ob Trost entsprechenden Film über den Staatsvertrag produ<lb break="no"/>zieren soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_24"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der zwar in der Vergangenheit immer gesagt hat, man muß in<lb/>
der AZ immer wieder über gewisse Probleme berichten, meinte, am Sonntag<lb/>
wäre die AZ mit WBO-Affäre zu sehr überladen gewesen. Der neue Gen.-<lb/>
Sekr. <rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs> will jetzt als Saubermann dastehen, dadurch kommt er mit<lb/>
den Landesorganisationen, insbesondere der <add>[von]</add> Niederösterreich, in eine<lb/>
ausgesprochene Konfliktsituation. Auch im Burgenland hat es bei dem<lb/>
Parteitag der ÖVP schon deutliche Seitenhiebe auf die Bundesparteilei<lb break="no"/>tung, insbesondere natürlich <rs type="person" ref="#per__128688">Graff</rs> gegeben. Was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beängstigt, ist<lb/>
aber, daß in der Vergangenheit die SPÖ eindeutig als die Partei der<lb/>
Sauberkeit gegolten hat. Von der ÖVP hat man immer angenommen, daß sie<lb/>
unrechtmäßige Geschäfte mehr oder minder duldet. Derzeit ist aber auch<lb/>
das SPÖ-Image schon angekratzt und zwar durch die Medienpropaganda.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, es müsse die primäre Aufgabe jetzt sein, dieses ehem.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_25">SPÖ-Image wiederherzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_26"><rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> fragt an, ob jetzt am Karfreitag bis Mittag gearbeitet werden<lb/>
muß, wie ein Erlaß des BKA feststellt. Da scheinbar alle Ministerien<lb/>
gegenteilige Lösungen mit ihren Personalvertretern vereinbart haben,<lb/>
wird darüber überhaupt nicht diskutiert und auch keinerlei Beschluß<lb/>
gefaßt. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> berichtet über die Eröffnung der Pott<lb break="no"/>aschefabrik in Jordanien. Von einem Gesamtinvestitionsvolumen von<lb/>
500 Mio. $ hat immerhin die VÖEST-Alpine 100 Mio. $ Aufträge davon be<lb break="no"/>kommen. Er meint, Österreich ist in Jordanien sehr bekannt. Der Kron<lb break="no"/>prinz <rs type="person" ref="#per__113381">Hassan</rs> geht sogar mit einem von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> geschenkten Hubertusman<lb break="no"/>tel und macht auch dadurch entsprechende Propaganda für Österreich.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkt, nur im Jänner und im Februar werden von den OPEC-<lb/>
Ländern mehr Waren aus Österreich gekauft, wir haben also zum Unter<lb break="no"/>schied von den vorhergehenden Jahren jetzt sogar einen Handelsbilanz<lb break="no"/>überschuß, sind also hoch aktiv.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Jänner, Februar Ziffern sofort zusammen<lb break="no"/>stellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_28"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet, daß er jetzt nach Paris zu einem Innenministertreffen<lb/>
fährt und anschließend dann in den Irak. Dort besteht auch ein legi<lb break="no"/>times Interesse, denn die Sicherheit der tausend beschäftigten Öster<lb break="no"/>reicher dort müsse auf höchster Ebene besprochen werden. Immerhin<lb/>
sei es durch Kurden zu einer Führung von österreichischen Facharbeitern<lb/>
gekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_29">Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs> informierte, daß er auch im April eine<lb/>
österreichische Woche, Ausstellung insbesondere<add>[von?]</add> Spitalslieferungen, er<lb break="no"/>öffnen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_30">Im Ministerrat ersuchte dann Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> um Genehmigung, daß<lb/>
ca. 60 Ordensverleihungen an Jugoslawen während des Staatsbesuches<lb/>
von Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> erfolgen werden. Die Vorschläge der<lb/>
Jugoslawen liegen aber derzeit namentlich noch nicht vor. Die von<lb/>
ihm und mir durchgeführte Begleitung wurde bereits angemeldet. Auch<lb/>
die anderen Minister <rs type="person" ref="#per__117200">Steyrer</rs>, <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> und <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> berichteten über ihre<lb/>
Auslandsreisen und auch in der Ministerratstagesordnung <add>waren von</add> 42 Punkten<lb/>
<del>waren</del> 20 Dienstreisepunkte. Manchmal kommt mir diese Tätigkeit wie<lb/>
ein Reisebüro vor.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_31"><rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> berichtete über zwei Münzen, eine 500-S- und eine 20-S-Münze,<lb/>
die auf 250 Jahre <rs type="person" ref="#per__98646">Haydn</rs> Bezug nimmt. Interessant war, daß er auch<lb/>
wieder die Budgeterstellungsrichtlinien 83 beschließen ließ. Da diese<lb/>
wie in den vorhergehenden Jahren kaum einen konkreten Einfluß auf<lb/>
die wirklichen Budgetverhandlungen dann im Herbst haben, werden diese<lb/>
interessanterweise immer ohne auch nur einer Wortmeldung zur Kenntnis<lb/>
genommen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie über diese Budgeter<lb break="no"/>stellungsrichtlinien ansonsten in einer Koalitionsregierung gestritten<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_32">Vor der Sektionsleitersitzung wurde der neue Terminalanschluß im Hause<lb/>
besichtigt. Damit hat das Handelsministerium direkten Zugriff zu allen<lb/>
wirtschaftlichen Informationen. Ich fürchte nur, daß diese kaum, um<lb/>
nicht zu sagen, fast gar nicht benützt werden. Auf alle Fälle bin ich<lb/>
sehr froh, daß dort wenigstens ein Referent sitzt, der die entspre<lb break="no"/>chenden Unterlagen zumindestens gelegentlich abberufen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Was kostet uns nicht die Gerätleihe, sondern die<lb/>
ganze Angelegenheit, auch unser Personal gerechnet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_34">Die Ausgaben für In und Auslandsreisen mit ca. 15 % liegen im ersten<lb/>
Quartal sehr günstig, die Repräsentationskosten mit 20 % gegenüber 7,8<lb/>
im Vorjahr wesentlich höher. Die Überstunden sind im ersten Quartal<lb/>
mit 32 % höher, als sie sein dürften, obwohl die einzelnen Sektionen<lb/>
die 10 %-ig vorgesehene Einsparung durchgeführt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Ich glaube wir müssen eine entsprechende Pla<lb break="no"/>nung noch besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_36">In Personalangelegenheiten wurden die Wünsche der Sektionen weitestge<lb break="no"/>hend erfüllt, die Hauptprobleme liegen darin, daß insbesondere die<lb/>
Sektion <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> keine tüchtigen Juristen als Nachwuchsbeamte bekommen<lb/>
kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_37">Aufgrund des Brandes im Regierungsgebäude wurde jetzt verfügt, daß<lb/>
Brandschutzwarte eingesetzt werden. Die Formulierung dürfte aber im<lb/>
Bautenministerium so schlecht sein, daß der Eindruck entsteht, es wer<lb break="no"/>den jetzt Stockwerkszuständige für Alarmanlagenbetätigung geschaffen,<lb/>
sozusagen wenn es brennt, darf man nicht den Feuerlöscher oder die<lb/>
Alarmanlage benützen, sondern muß zuerst den Brandschutzwart verstän<lb break="no"/><pb n="64-0392" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-30_0392.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>digen. Dies wäre doch wieder eine kabaretthafte Leistung gewesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_38">Bezüglich der Erstellung des Regierungsprogrammes für den Herbst, um<lb/>
insbesondere die Winterarbeitslosigkeit im nächsten Jahr zu verhindern,<lb/>
wird vom Handelsministerium, Dr. <rs type="person" ref="#per__107953">Buchauer</rs>, Leiter der Grundsatzabteilung,<lb/>
sofort mit dem Finanzministerium, im Büro bearbeitet das <rs type="person" ref="#per__1137757">Liebich</rs>, Kon<lb break="no"/>takt aufnehmen. <rs type="person" ref="#per__107953">Buchauer</rs> wollte von den Sektionen womöglich jetzt<lb/>
schon konkrete Vorschläge, dies halte ich für derzeit unzweckmäßig,<lb/>
zuerst muß über die Grundsatzkonzeption Einvernehmen bestehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Bitte wenn das Grundsatzpapier oder zumindestens<lb/>
die Punktation, ja selbst die Inhaltsangabe fertig ist, mir sofort vor<lb break="no"/>legen, damit ich mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> sprechen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_40">Die Wirtschaftsgesetze werden, soweit sie das Handelsministerium be<lb break="no"/>treffen, alle bis Anfang Mai im Parlament vorliegen. Bezüglich der Be<lb break="no"/>richterstattung beim Mühlenbericht, aber auch beim Integrationsbericht,<lb/>
er beruht nur auf einer Entschließung des Nationalrates, aber insbeson<lb break="no"/>dere dann beim Energiebericht, der beruht auf einem Gesetzesauftrag, <add>[wird?]</add><lb/>
versucht von der einjährigen Berichterstattung zur zweijährigen, wobei<lb/>
mindestens 2 Berichte in einer Legislaturperiode gegeben werden müssen,<lb/>
umzubauen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_41">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mir alle Gesetzesstellen und Entschlie<lb break="no"/>ßungen diesen Punkt betreffend zusammenstellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_42">Zur Exportförderungsbesprechung zu SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> ist Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleißner</rs> von der<lb/>
HK schon etliche Male gekommen, <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> hatte bis jetzt keine Zeit.<lb/>
Ich informiere <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> über die Erfahrungen, die jetzt aus der letzten<lb/>
Aussprache mit Unternehmern, z.B. Verbesserung der Exportfondsrichtli<lb break="no"/>nien, gemacht wurden. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> erklärt, man wird dies alles berücksichti<lb break="no"/>gen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_43"><rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> erwartet, daß jetzt bei der nächsten Gemischten Kommission die<lb/>
Ungarn neuerdings auf ihr Regionalabkommen drängen werden und er dann<lb/>
erklären muß, daß diesbezügliche Verhandlungen mit Österreich derzeit<lb/>
zu keinem Ergebnis kommen können, er möchte daher diesen Punkt ab<lb break="no"/>lehnend von der Tagesordnung wegbringen. Für eine so harte Verhandlung<lb/>
<pb n="64-0393" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-30_0393.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bin ich an und für sich nicht, ich würde an <rs type="person" ref="#per__108322">Meisls</rs> Stelle eher darauf<lb/>
verweisen, daß es ähnlich wie bei der Betriebsbesichtigung Kludi-Arma<lb break="no"/>turenproduktion mit enger Kooperation mit der ungarischen Firma ver<lb break="no"/>sucht wird, doch auf Einzelarrangements auszuweichen. Bezüglich der<lb/>
Kohleabnahme von Torony und Errichtung eines Kraftwerkes in Ungarn<lb/>
hat zwar GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> lt. Zeitungsbericht erklärt, die Preisverhandlun<lb break="no"/>gen sind abgebrochen worden, woraus die Ungarn schließen, daß es über<lb break="no"/>haupt zu keinem Projekt mehr kommen könnte. Ich bin fest davon über<lb break="no"/>zeugt, daß nach den burgenländischen Oktoberwahlen diese Verhandlungen<lb/>
sehr wohl positiv weitergeführt werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_44">Die japanische Wirtschaftskommission im Mai soll als erster Schritt<lb/>
dazu dienen, um vielleicht doch zu einem besseren Export nach Japan<lb/>
zu kommen. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> sieht in dieser Kommission mehr eine Alibihandlung<lb/>
der japanischen Regierung und Wirtschaft um in Europa besseren Wind<lb/>
zu machen. Er verspricht sich davon nichts. Ich glaube dagegen, daß<lb/>
es notwendig ist so schnell als möglich die Vertreter der japanischen<lb/>
Firmen mit den österreichischen Firmen zu bilateralen Gespräche zusam<lb break="no"/>menzubringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_45">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die Vorbereitungen entsprechend weiter<lb break="no"/>führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_46">Dem Wunsch Südkoreas, ich möge jetzt endlich dieses Land besuchen, kann<lb/>
ich nicht fix zusagen. Wenn es tatsächlich zu einer Asienreise käme,<lb/>
dann würde ich auch Südkorea besuchen, ich sehe aber derzeit keiner<lb break="no"/>lei Terminmöglichkeiten für eine ausgedehnte lange Reise.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_47"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> berichtet, daß jetzt die Verordnung für das Reisebürogewerbe<lb/>
durch den Befähigungsnachweis als erste Etappe gelöst werden soll.<lb/>
Die Ausübungsausstattung und Regel sollte dann in einer weiteren Ver<lb break="no"/>ordnung erst durchgeführt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_48">Die Förderungsrichtlinien sind jetzt von mir unterschrieben, die oberste<lb/>
Zinsgrenze entsprechend um 1/2 % reduziert. Jetzt müßte man trachten,<lb/>
daß diese auch von den Kreditinstituten eingehalten werden. Da die<lb/>
Kreditinstitute nicht die Partner der Bürges sind, kann nur durch<lb/>
eine Kreditwesengesetznovelle, die jetzt im Finanzministerium bespro<lb break="no"/>chen wird, eine entsprechende Regelung vorgesehen werden. Ich werde<lb/>
einen diesbezüglichen Brief an Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> schreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_49">Das österreichische Institut für Berufsförderung, Mag. <rs type="person" ref="#per__123791">Knapp</rs>, hat neuer<lb break="no"/><pb n="64-0394" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-30_0394.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dings um eine Auftragsvergabe ersucht. Sie möchten eine Untersuchung<lb/>
anstellen, wie die letzte Novelle des Berufsausbildungsgesetzes ausge<lb break="no"/>wirkt hat machen. Ich verweise darauf, daß die Lehrlingshöchstzahl<lb/>
von 194.000 mit Ende des vergangenen Jahres auf 189.000 zurückgegangen<lb/>
ist, obwohl bekanntlicherweise 1000 Lehrlinge keine Lehrmöglichkeit<lb/>
gefunden haben. Mir erscheint es dringender, daß über dieses Problem<lb/>
eine Untersuchung durchgeführt wird. Vor allem lehne ich ganz katego<lb break="no"/>risch ab, daß, wie SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> berichtet, Mag. <rs type="person" ref="#per__123791">Knapp</rs> mit seinem ÖIBF auch<lb/>
Meinungsumfragen durchführen will. Dies werden wir sicherlich nicht<lb/>
finanzieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_50">Das Wissenschaftsministerium hat jetzt ein Forschungskonzept für die<lb/>
80-er Jahre in Arbeit. SC <rs type="person" ref="#per__114127">Grimburg</rs> möchte daher mit den Handelsmini<lb break="no"/>sterium-Sektionschefs, die dafür infrage kommen, entsprechenden Kon<lb break="no"/>takt. Mit der Durchführung dieser Arbeit ist vom Wissenschaftsmini<lb break="no"/>sterium SC a.D. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> betraut worden. Am nächsten Staatsfeiertag,<lb/>
am 26. Oktober soll dies vorgestellt werden. Ich bin sehr gespannt,<lb/>
wie der Finanzminister sich gegen diese neuerliche schwere budgetäre<lb/>
Belastung wehren wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_51">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wenn sich die Umrisse zeigen, dann<lb/>
bitte eine sofortige Kurzfassung für mich zusammenstellen lassen, ins<lb break="no"/>besondere über die finanziellen Auswirkungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_52">SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> schlägt mir allen Ernstes vor, ich hätte aufgrund des Vor<lb break="no"/>schlages von der Landesverteidigungskoordinationssitzung, MR <rs type="person" ref="#per__127111">Bayer</rs>,<lb/>
den Beamten zu bestimmen, der mit mir in die Stiftskaserne in den<lb/>
Bunker bei Gefahr übersiedelt. Ich erkläre sofort kategorisch, daß<lb/>
ich gar nicht daran denke diesen Punker auch nur einmal zu betreten,<lb/>
auch nicht zu besichtigen. Ich halte diese Vorgangsweise für politisch<lb/>
unklug und auch moralisch unvertretbar. Sicher müssen bei Gefahr in<lb/>
Verzug gewisse Stäbe Militär, Polizei, Gendarmerie, Feuerwehr, Rettung<lb/>
usw. die Befehlsgewalt haben von mir auch aus mit den zuständigen<lb/>
Ministern entsprechend sicher untergebracht werden. Die gesamte Bun<lb break="no"/>desregierung aber sozusagen in einen Bunker zu verlegen und der an<lb break="no"/>deren Wiener Bevölkerung zu sagen, helft euch wie ihr könnte, halte<lb/>
ich für unmöglich. Mein Platz wäre in diesem Fall im Handelsministe<lb break="no"/>rium, gegebenenfalls im Bundeskanzleramt bei einer Regierungskrisen<lb break="no"/>sitzung. Da dieses Problem noch niemals in einer Regierungsvorbespre<lb break="no"/>chung angeschnitten wurde, glaube ich, wird es zweckmäßig sein, wenn<lb/>
einmal das Büro mit dem Kabinettschef vom BKA, <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, darüber spricht,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_53">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte um entsprechende Information.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_54">Außer der Karfreitagregelung, die auch bei uns anders gehandhabt wird<lb/>
als wie jetzt im BKA mitbeschlossen, ergibt such auch noch, daß jetzt<lb/>
eine Skartierungsaufforderung gekommen ist, diese von 2 auf 7 Jahre<lb/>
zu verschieben. Dies bedeutet einen ungeheuren Bedarf an Aktenmaterial<lb break="no"/>aufbewahrung.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_55">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte für nächste MRV <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_56">Der Arbeitsausschuß wirtschaftliche Landesverteidigung hat eine große<lb/>
Enquete bei uns gehalten. In dem Seminar wurde von Rohstoffbeschaffung<lb/>
und Lenkung bis zur Nahrungsmittelversorgung alles wieder einmal vor<lb break="no"/>getragen. Ich habe das Seminar eröffnet und auf die bisherigen Tätig<lb break="no"/>keiten der wirtschaftlichen Landesverteidigung verwiesen und mich<lb/>
gleich bei allen bedankt, Interessensvertretungen, Länder, die bis<lb/>
jetzt so selbstlos und brav mitgewirkt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_57">Bei der Verleihung des goldenen Ehrenzeichens für den Geschäftsführer<lb/>
der BMW Austria <rs type="person" ref="#per__1137759">Pollak</rs> erfuhr ich von den Steyr-Verantwortlichen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137758">Büchelhofer</rs> einiges über die zukünftige Motorproduktion, abgegrenzt<lb/>
zwischen BMW und Steyr-Daimler-Puch. Warum der <rs type="person" ref="#per__114911">List</rs>-Motor nicht fertig<lb/>
wird, geht auf 5 Problemkreise zurück, Zu hohe Kosten, zu großes Ge<lb break="no"/>wicht, die Einspritzpumpe noch nicht vollendet ,die Emissionsvor<lb break="no"/>schriften, die in Amerika zu erwarten sind und die Schwingungsprobleme.<lb/>
Bei den 6 Zylindern, 150 PS, sind sie weniger aber bei den 4 Zylindern<lb/>
in großen Ausmaß aufgetreten. Ursprünglich war beabsichtigt 800 Motoren<lb/>
pro Tag bereits 1983 zu produzieren, dann hat man diesen Termin auf<lb/>
September 85 verschoben, jetzt ist <rs type="person" ref="#per__1137758">Büchelhofer</rs> fest überzeugt, kann dies<lb/>
frühestens im 87-er Jahr erfolgen. Jährlich müssen 130 Mio. S Entwick<lb break="no"/>lungskosten bereitgestellt werden, bis jetzt sind es 317 Mio. Da sich<lb/>
SDP außerstande gesehen hat, hat es diese Arbeit mehr oder minder<lb/>
BMW übertragen. <rs type="person" ref="#per__1137758">Büchelhofer</rs> ist fest davon überzeugt, daß dieser Motor<lb/>
in Österreich gefertigt wird, dafür vorgesehene Investitionen von<lb/>
5 Mrd. sind bereits gesichert, wahrscheinlich werden sogar insgesamt<lb/>
7 Mrd. in Steyr investiert werden müssen, damit die 1000 Beschäftigten<lb/>
wie beabsichtigt dann dort auch tatsächlich entsprechende Arbeits<lb break="no"/>plätze finden. Wenn alles gut läuft, wird dann zusätzlich in Steyr<lb/>
neben der jetzt vorgesehenen Motorfertigung von BMW auch noch der<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_58">Der Wunsch der BMW-Leute war es, daß bei Ausschreibungen sie nicht<lb/>
durch sonstige Klauseln benachteiligt sind. U.a. hat jetzt die Gendar<lb break="no"/>merie 100 Motorräder ausgeschrieben, dort ist 1 % Pönale für Termin<lb break="no"/>verzögerung, die japanische Konkurrenz Honda hat die 100 Maschinen in<lb/>
Europa liegen, kann sie also sofort liefern, während BMW dies nur<lb/>
etappenweise könnte, ich ersuchte Dr. <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs>, der diese Fragen sehr<lb/>
geschickt in der Beschaffungskommission behandelt, er möge versuchen,<lb/>
wenn die Gendarmerie diese Motorräder nicht sofort wirklich braucht,<lb/>
auf diese Etappenlieferung einzuwirken. Bezüglich der Preisdifferenz<lb/>
erklärte ich einmal mehr, hier mischt sich das Handelsministerium nicht<lb/>
ein, die Konkurrenzpreise müssen vom Auftragsgeber weitestgehend be<lb break="no"/>rücksichtigt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_59">Bei der Abendveranstaltung wegen der Verleihung dieses Ordens von BMW<lb/>
im Hilton habe ich dann von <rs type="person" ref="#per__1137759">Pollak</rs> erfahren, daß man nicht über die<lb/>
Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> sehr zufrieden ist, sondern daß tatsächlich<lb/>
zwischen BMW und der Fa. Denzel die ja, bevor die eigene BMW-Vertre<lb break="no"/>tung in Österreich aufgebaut wurde, den Vertrieb durchführte, jetzt<lb/>
gutes Einvernehmen herrscht. Für die Arbeitsmarktlage hat sich dies<lb/>
tatsächlich günstig ausgewirkt, Denzel vertritt heute die Schweden und<lb/>
die Japaner, hat keine Beschäftigungsreduktion vorgenommen und die BMW-<lb/>
Austria-Organisation hat etliche 100 Arbeiter jetzt zusätzlich be<lb break="no"/>schäftigt. BMW hat nicht nur mit Steyr diese gemeinsame Motorenpro<lb break="no"/>duktion, sondern, was in meinen Augen noch viel wichtiger ist, bereits<lb/>
eine fast 70 %-ige Deckung ihrer Exporte nach Österreich. Natürlich<lb/>
ist der BMW-Anteil geringer als wie von anderen Marken, doch ist<lb/>
diese Exportdeckung mit <choice><choice><sic>autotiven</sic><corr>automotiven?</corr></choice></choice> Teilen beachtlich. Dies ist auch<lb/>
der Grund, weshalb ich dem Wunsch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Verständnis entgegen bringe,<lb/>
der nach seinem letzten Besuch in München mit dem GD <rs type="person" ref="#per__125811">Kuenheim</rs> dahin<lb break="no"/>gehend Gespräche geführt hat, man solle auch in der Regierung mehr<lb/>
BMW fahren. Außer Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> fährt fast alles Mercedes, diese<lb/>
wieder kaufen von Österreich wenig. Noch weniger allerdings kauft<lb/>
Peugeot, die Franzosen, nämlich angeblich gar nichts, ein Umsteigen da<lb break="no"/>her von Peugeot auf BMW wäre volkswirtschaftlich entsprechend wirklich<lb/>
begründet. Mir unerklärlich legen diese Autofirmen größten Wert da<lb break="no"/>rauf, daß eben Regierungsmitglieder oder sonstige hochgestellte Per<lb break="no"/>sönlichkeiten mit ihren Marken fahren. Ob dies was bringt, bezweifle<lb/>
ich. In der Autobranche war das Prestige aber immer von größter Be<lb break="no"/>deutung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_60">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die <choice><choice><sic>autotiven</sic><corr>automotiven?</corr></choice></choice> Lieferungen für mich<lb/>
für die einzelnen Marken zusammenstellen lassen und dann mit <rs type="person" ref="#per__115009">Wal<lb break="no"/>ter</rs>, Peugeotvertreter, sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_61">Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> möchte ein Kuratorium für Haushaltsunfälle. Dafür würde<lb/>
er zusätzlich ca. 7 Mio. S pro Jahr brauche, er erwartet, daß das Han<lb break="no"/>delsministerium dieses Kuratorium führt und dafür 500.000 S bereit<lb break="no"/>stellt. Die anderen 6 1/2 Mio. S würde er von Interessensvertretungen<lb/>
und Auftragseinnahmen decken wollen, dazu sehe ich keine Möglichkeit<lb/>
das Kuratorium für Verkehrssicherheit, eine ähnliche Konstruktion<lb/>
hat seinerzeit nur leben können, weil die Autoversicherungen dort<lb/>
Millionenbeträge reingezahlt haben. Da dieses Kuratorium überhaupt<lb/>
erst Sinn hat bis das Gesetz gegen gefährliche Produkte im Parlament<lb/>
verabschiedet ist, andererseits aber wenn die Handelskammer erfährt,<lb/>
wenn jetzt wieder ein neues Kuratorium geschaffen werden soll, die<lb/>
Widerstände gegen dieses Gesetz nur noch größer werden, vereinbaren<lb/>
wir, jetzt überhaupt nichts zu machen. Außerdem erklärt Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> mit Recht <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, daß er doch innerhalb des VKI sich mehr auch<lb/>
mit diesem Problem intern beschäftigen sollte, bevor wieder eine neue<lb/>
Konstruktion kommt. Die finanziellen Mittel werden deshalb sehr spär<lb break="no"/>lich fließen, denn aufgrund des mit dem VKI geschlossenen Vertrages<lb/>
müssen wir heuer, anstelle der 14 1/2 Mio. S, die wir jetzt schon Sub<lb break="no"/>vention geben, mit 17 Mio. S rechnen. Die Interessensvertreter nämlich<lb/>
haben beschlossen, ihr Vereinsbudget zu erhöhen unser Syndikatsvertrag<lb/>
sagt, daß wir dann automatisch dann diese Erhöhung bei uns auch im<lb/>
Handelsbudget entsprechend bezahlen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_62">Der Maler <rs type="person" ref="#per__113831">Hausner</rs> hat ein Österreichbild für die ÖFVW gemalt, bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122025">Piller</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> wurde es angedruckt, einmal mehr wieder ein Spektakel, zu dem<lb/>
etliche Besucher gekommen sind, am meisten beeindruckend für mich war,<lb/>
daß man dort eine riesige Kapelle aufgeboten hat, die Maschinen machen<lb/>
zwar Lärm genug, die Kapelle dann auch noch gespielt, man konnte sich<lb/>
kaum mit den Leuten unterhalten, für mich war es aber am interessan<lb break="no"/>testen mit der Rolanddruckergruppe, immerhin 4 Mann Bedienung, über<lb/>
Details der Maschinen und, wenn man so will, über meinen ehem. Beruf<lb/>
sich zu unterhalten<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_63">Der Bezirksvorsteher hat im eigenen Namen veranlaßt durch den Freien<lb/>
Wirtschaftsverband zu einem Unternehmerforum Landstraße eingeladen.<lb/>
Dort hat der Univ.Prof. von der TU <rs type="person" ref="#per__1137430">Detter</rs> einen sehr interessanten<lb/>
Vortrag gehalten. Die Z-Organisation Innova, welche Kleinunternehmer<lb/>
berät, um die zweckmäßigsten Investitionen durchzuführen, hatte dies<lb/>
<pb n="64-0398" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-30_0398.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auch mitorganisiert. <rs type="person" ref="#per__1137430">Detter</rs> war seinerzeit im Abendkurs der AK techn.-<lb/>
gewerbliche Abendschule tätig. Leider sind zu dieser Veranstaltung<lb/>
nur wenige Unternehmer meistens unsere Bezirksräte und sonstige Manda<lb break="no"/>tare und Funktionäre der Landstraße gekommen. Diese Veranstaltung<lb/>
hat also nicht den gewünschten Erfolg gehabt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_64">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Mit <rs type="person" ref="#per__1137430">Detter</rs> solltet ihr mehr Kontakt<lb/>
halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_65">In der Bezirksausschußsitzung berichtete ich dann über die wirtschaft<lb break="no"/>liche und politische Situation, ohne daß ich auf meinen Bericht darauf<lb/>
einging, wurde ich dann in der Diskussion gefragt, was es mit dem<lb/>
Streit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> – <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf der einen Seite und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> auf der ande<lb break="no"/>ren Seite wegen der Herald Tribune für Bewandtnis hat. Unwahrscheinlich,<lb/>
wie unsere Funktionäre immer von dieser Auseinandersetzung sensibili<lb break="no"/>siert sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-30_66">Die Region Kaprun-Zell am See hat sich beim Heurigen sozusagen präsen<lb break="no"/>tiert, ich bin dann spät abends doch noch vorübergefahren, da ich<lb/>
die Bürgermeister sehr gut kenne, vor allem aber wegen der Fremdenver<lb break="no"/>kehrsverantwortlichen <rs type="person" ref="#per__1137760">Kati</rs> unbedingt vorüberfahren mußte, habe ich<lb/>
dort der Region noch entsprechende Avancen gemacht. Bgm. von Kaprun<lb/>
hatte in der Zwischenzeit <rs type="person" ref="#per__131107">Grossendorfer</rs> schon seine Subventionswünsche<lb/>
überreicht. Da zwei Zeller Hoteliers, einer auf der Klampfen und der<lb/>
andere auf der Knopferlharmonika, für die Unterhaltung sorgten, war<lb/>
es dann selbstverständlich, daß wir dann mit der Mundharmonika im<lb/>
Terzett halt ein paar Lieder daherdudelten. Die Stimmung war gut, die<lb/>
Vorstellung bringt aber meiner Meinung nach nicht allzu viel, ich bin<lb/>
sehr gespannt, was die Medien über diese Veranstaltung berichten. Es<lb/>
kommen zwar viele Redakteure auch viele ORF Leute ob sie war bringen<lb/>
ist zweifelhaft. Der <rs type="person" ref="#per__122025">Piller</rs>-Andruck dagegen von <rs type="person" ref="#per__113831">Hausner</rs>, wurde mir berich<lb break="no"/>tet, war sehr wohl im Fernsehen gezeigt worden. Meiner Meinung nach<lb/>
muß man sich eben immer etwas Neues einfallen lassen und muß vor allem<lb/>
neue Präsentationswege gehen. Heurigenveranstaltungen sind heute schon<lb/>
auf der Tagesordnung, bringen meiner Meinung nach außer einem gesunden<lb/>
Umsatz für das Lokal sehr wenig.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 30.3.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 127. Ministerratssitzung, 30.3.1982</head>
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            <head>hs. Notiz (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Nahctrag TO 127. Ministerratssitzung, 30.3.1982</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Buchauer</surname><forename>Gerfried</forename></persName>
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               <persName type="label">Grossendorfer, Enno</persName>
               <persName><surname>Grossendorfer</surname><forename>Enno</forename></persName>
               <occupation>Stat. Zentralamt, ab 1981 Büro JS</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
               <persName><surname>Haiden</surname><forename>Günter</forename></persName>
               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Schmidt, Johann</persName>
               <persName><surname>Schmidt</surname><forename>Johann</forename></persName>
               <occupation>GF Austria-Ferngas</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Dallinger, Alfred</persName>
               <persName><surname>Dallinger</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Lacina, Ferdinand</persName>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
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               <persName type="label">Piller, Peter</persName>
               <persName><surname>Piller</surname><forename>Peter</forename></persName>
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               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName><surname>Pahr</surname><forename>Willibald</forename></persName>
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               <persName type="label">Mock, Alois</persName>
               <persName><surname>Mock</surname><forename>Alois</forename></persName>
               <occupation>Abg. z. NR, Klubobmann, ÖVP</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Knapp, Ilan</persName>
               <persName><surname>Knapp</surname><forename>Ilan</forename></persName>
               <occupation>Leiter Öst. Inst. f. Berufsbildungsforschung (ÖIBF)</occupation>
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               <persName type="label">Deutsch, Josef</persName>
               <persName><surname>Deutsch</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>BV Wien-Favoriten, Wr. SPÖ-GR-Abg., stv. LUGA-Vors., BRO
                  Ankerbrot</occupation>
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               <persName type="label">Freisinger, A</persName>
               <persName><surname>Freisinger</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Redakteurin</occupation>
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               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <occupation>Leiter Abt. Handelspol./Außenhandel BWK</occupation>
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               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
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