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            <title type="main">Montag, der 29. März 1982</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band64_1982-03-29</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_01">Montag, 29. März 1982<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_02">Die Energiesektion hat alle Interessensvertretungen, Ministerien,<lb/>
Länder zu einer Fernwärmesitzung eingeladen. Ich sollte eröffnen, ich<lb/>
verwies darauf, daß jetzt das Fernwärmegesetz im Parlament die<lb/>
größte Wahrscheinlichkeit hat durchzukommen, daß das Handelsministerium<lb/>
200 Gemeinden, die fernwärmeträchtig sind angeschrieben hat, damit<lb/>
diese uns die Daten liefern, ob und wie sie Fernwärme installieren<lb/>
würden und am wichtigsten, daß ich nicht glaube, daß das Finanzmini<lb break="no"/>sterium beträchtliche Budgetmittel für die Fernwärme bereitstellen<lb/>
kann. Gleichzeitig informierte ich die Korona, daß es verschiedene<lb/>
Überlegungen gibt um zu Geld für die Fernwärme zu kommen. Der Wiener<lb/>
Finanzstadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> einen einheitlichen Elektrizitätspreis in Öster<lb break="no"/>reich zu bestimmen und die Differenzbeträge für einen Fernwärmefonds<lb/>
abzuschöpfen, die Steirer die Idee einen Zuschlag auf die verhältnis<lb break="no"/>mäßig billige Fernwärme behördlich festzulegen, andere wieder ähnlich<lb/>
der seinerzeitigen Idee 1 Groschen auf jede KWh, den sogenannten<lb/>
Kohlengroschen für den Kohlenbergbau jetzt für die Fernwärme zu ver<lb break="no"/>langen, richtig ist, daß, wenn man großzügig ausbauen will, ähnlich dem<lb/>
Wasserwirtschaftsfonds eine ergiebige Finanzquelle erschlossen werden<lb/>
müßte. Zum Vergleich erwähnte ich, daß in Deutschland für 5 Jahre<lb/>
1,2 Mrd. DM zur Verfügung gestellt werden sollen. In der Grundsatzdis<lb break="no"/>kussion wurde einleitend von Vertretern der Fernwärmegesellschaften<lb/>
erwähnt, daß man wenigstens weitere steuerliche Erleichterungen für<lb/>
die Fernwärme vorsehen sollte und die Richtlinien für Zinsenzuschüsse<lb/>
und Kredite insbesondere auch ERP-Kredite speziell auf die Fernwärme<lb/>
ausgerichtet werden müßten. Über diese Vorschläge wird man mit dem<lb/>
Finanzminister zu verhandeln haben. Angeblich hat dann, allerdings<lb/>
war ich nicht mehr anwesend, der Vertreter der EVA <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> erklärt,<lb/>
wozu sitzen wir hier beisammen, wenn keine Finanzmittel zur Verfügung<lb/>
stehen. Die ganze Teilnehmerrunde hat nicht erkennen können, den<lb/>
Sinn einer solchen Zusammenkunft, wenn nicht eben Vater Staat ent<lb break="no"/>sprechende 100-Mio.-Beträge zuschießt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs>: Das Protokoll möchte ich dann gelegent<lb break="no"/>lich sehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_04">Beim Jour fixe mit der Handelskammer verwies ich darauf, daß nach<lb/>
Ostern der Staatsbesuch des Bundespräsidenten in Jugoslawien erfolgt.<lb/>
Der Handelsdelegierte <rs type="person" ref="#per__137430">Schmiermaul</rs> wird von <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> angewiesen sich<lb/>
sozusagen zu Besprechungen bereitzuhalten. Ich informierte die Han<lb break="no"/><pb n="64-0378" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-29_0378.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>delskammer, daß ich mit dem Handelskammerpräs. <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> aus Kärnten<lb/>
wegen der Grenzbeziehungen Gespräche geführt habe, die von der Han<lb break="no"/>delskammer vorgesehene Aufstockung des Messekontingentes 30 Mio. für<lb/>
Slowenien und jetzt neu 10 Mio. für Bosnien betrachte ich als einen<lb/>
wichtigen Schritt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_05">Ich ersuchte Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß er für den <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>-Besuch im Irak den<lb/>
Handelsdelegierten <rs type="person" ref="#per__1137752">Schmiedbauer</rs> informiert, daß dieser dem Innenmini<lb break="no"/>ster jederzeit zur Verfügung steht. Die Handelskammer hat außerdem<lb/>
entsprechende schriftliche Unterlagen für <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> ausgearbeitet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__131107">GROSSENDORFER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Diese Unterlagen beschaffen<lb/>
und gleichzeitig auch endlich die unsrigen fertigstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_07">Die Diskussion mit <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> über die Zweckmäßigkeit der Fernwärmesitzung,<lb/>
worüber ich ihm sofort berichtete, ergab, daß auch er auf dem Standpunkt<lb/>
steht, das Finanzministerium hat keine größeren Budgetmittel zur Ver<lb break="no"/>fügung. Steuerliche Erleichterungen dagegen sollte ich unbedingt beim<lb/>
Finanzminister durchsetzen.<lb/>
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Memorandum für <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ausarbeiten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_09"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilen meine Meinung, daß jetzt der Besuch des<lb/>
chilenischen Handelsministers wenn tatsächlich die vorgesehenen 27<lb/>
Panzer nach Argentinien geliefert werden, mehr als gefährdet ist. Die<lb/>
Chilenen haben es noch ertragen, daß man ihnen keine Panzer liefert,<lb/>
wenn eben auch die Argentinier, mit denen sie sich wegen einiger In<lb break="no"/>seln am Südzipfel Südamerikas fast im Krieg befinden auch nicht ge<lb break="no"/>liefert bekommen. Die zweite Tranche aber von 27 Panzern ist auf eine<lb/>
alte Option zurückzuführen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> spielte so, als wie wenn er<lb/>
jetzt gegen diese Panzerlieferungen wäre. Die einzige in dieser Runde<lb/>
die wirklich immer dagegen war und ist, ist Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>.<lb/>
Diese, ihre begründete Meinung hat sie dort auch entsprechend vertreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_10">Die Handelskammer nimmt zur Kenntnis, daß jetzt die Wirtschaftstreuhän<lb break="no"/>derberufsordnung beim letzten Unterausschuß nicht hat beschlossen wer<lb break="no"/>den können, weil eben noch gewisse Wünsche verhandelt werden müssen.<lb/>
Die Handelskammer erklärte dezidiert, sie mischt sich in Details nicht<lb/>
in eine Interessensvertretungsregelung ein, weil auch sie auf dem Stand<lb break="no"/>punkt steht, daß sie ihre eigene auch am liebsten selbst mit den be<lb break="no"/><pb n="64-0379" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-29_0379.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>teiligten Gruppen resp. Parteien lösen möchte. Vom Standpunkt der<lb/>
Handelskammer hat also SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> Pleinpouvoir und bei seiner schwieri<lb break="no"/>gen Verhandlungsrunde nach Ostern keinen Widerstand allerdings auch<lb/>
keine Hilfe zu erwarten. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> vertritt aber auch meine Meinung, es<lb/>
muß jetzt zu einem Abschluß kommen, damit noch vor Sommer dieses Ge<lb break="no"/>setz im Parlament beschlossen werden kann. Anderweitig glaubt auch er,<lb/>
daß in dieser Legislaturperiode sonst keine Lösung mehr zu erwarten<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Alle erwarten, daß vor Sommer noch<lb/>
das Gesetz im Nationalrat beschlossen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_12"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> informiert mich, daß jetzt das Kinder- und Jugendschutzgesetz<lb/>
unter Anrechnung der Schulzeit, also weitestgehend nach den Wünschen der<lb/>
Gewerkschaftsjugend, im Parlament vereinbart wurde und daher jetzt Ge<lb break="no"/>setz werden kann. Bezüglich meiner Frage, ob es nicht zweckmäßiger<lb/>
ist, eine Blockung des Berufsschulwesens herbeizuführen, das heißt auch<lb/>
in den Städten lehrgangsgeführte Berufsschulwochen einzuführen, wird<lb/>
er neuerdings mit seinen Leuten besprechen, die Entscheidung liegt<lb/>
aber letzten Endes bei den Landesschulbehörden d.h. also bei den Ländern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_13">Eine lange Diskussion ergibt sich dann über die Urlaubsverlängerung<lb/>
nach wie vor stehe ich auf dem Standpunkt, daß wenn die Handelskammer<lb/>
ernstlich auch mit der katholischen Kirche verhandelt, es möglich<lb/>
sein müßte, die für einen Betriebsablauf sehr ungünstigen Donnerstags<lb break="no"/>feiertage Fronleichnam und Mariä Empfängnis<add>kein Do-Feiertag</add> als staatliche Feiertage<lb/>
aufzugeben. Mariä Empfängnis war einmal gar kein Feiertag, wurde dann<lb/>
wieder eingeführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">Buchauer</rs><add>[hs. korrigiert, Anm.]</add>: Bitte diese Mariä-Empfängnis-Änderung genau <choice><choice><sic>er<lb break="no"/>heben</sic><corr>?</corr></choice></choice> lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_15">Die Handelskammer nahm zur Kenntnis, daß trotz des im Gesetz vorgese<lb break="no"/>henen Inkrafttretens des Artenschutzabkommens die Durchführungsveror<lb break="no"/>dnungen der Länder bis zu dem Apriltermin sicher nicht vorliegen wer<lb break="no"/>den, dies liegt aber an den Ländern, wie MR <rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs> in einer Akten<lb break="no"/>notiz eindeutig klarstellte, die ich auch der Handelskammer überließ.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_16">Ich informierte die Handelskammer, daß jetzt zwischen SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und<lb/>
Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__118736">Schüssel</rs> vom Wirtschaftsbund das Gesetz über Klein- und Mittel<lb break="no"/>betriebe, Handelskammer spricht immer vom Mittelstandsgesetz, endgültig<lb/>
<pb n="64-0380" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-29_0380.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>textiert wurde. Wichtig erscheint mir, daß jetzt die Regelung der<lb/>
zweimal während einer Legislaturperiode zu verfassenden Berichte<lb/>
einstimmig gefunden werden konnte. Ich schlage vor und die Handels<lb break="no"/>kammer hat dagegen gar nichts einzuwenden, daß diese Berichterstattung<lb/>
auch dann für die Integrationsberichte und für die Energieberichte,<lb/>
Mühlenberichte gelten soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte diese Überlegungen vorsichtig<lb/>
mit den betroffenen besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_18">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> berichtete über die Verhandlungen über die<lb/>
Grundpreisauszeichnung, wo sich eine Kompromißlösung abzeichnet, und<lb/>
die sehr schwierige Frage des Gesetzes über gefährliche Produkte. Im<lb/>
Bautenministerium wird jetzt über das Elektrotechnikgesetz ebenfalls<lb/>
verhandelt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ergänzte noch, daß bezüglich der Produkthaftung<lb/>
die Handelskammer mit Justizminister <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> vereinbart hat, auch hier<lb/>
einen entsprechenden Gesetzentwurf nach den EG Richtlinien auszuarbei<lb break="no"/>ten, weiters hat in Westeuropa eine solche Produkthaftungsregelung an<lb break="no"/>geregt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Was wissen wir davon.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_20"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilt mir mit, daß die Handelskammer nicht imstande ist für das<lb/>
COTAL-Büro notwendige finanzielle Zuschüsse zu gewähren, sie sieht<lb/>
keine Möglichkeit dies aus den Außenhandelsbeiträgen zu finanzieren,<lb/>
weil sie befürchtet, daß das COTAL-Büro in Wien hauptsächlich das Out<lb break="no"/>going-Geschäft betreiben wird. In diesem Fall erkläre ich, würde der<lb/>
Rechnungshof auch das Handelsministerium dann beanstanden, wenn diese<lb/>
Tatsache zutreffen sollte. Die Handelskammer wird sich dies noch ein<lb break="no"/>mal überlegen, ich habe anschließend sofort Dir. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> von der ÖFVW<lb/>
über diese Haltung informiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll die entsprechenden vorsichtigen<lb/>
Gespräche führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_22"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> versuchte mir klarzumachen, daß der Exportfonds, konkreter An<lb break="no"/>laß die Fa. Rauch, mit 20 %-igem Jahresumsatz Exportkreditgewährung<lb/>
d.h. richtlinienmäßig entschieden hat. Da inzwischen der Exportfonds<lb/>
von den 500.000 S für das gesamte Exportgeschäft 4,8 Mio. auf 1 Mio.<lb/>
S Exportkredit revidiert hat, erklärte ich ihm sofort, es handelt<lb/>
sich hier um eine prinzipielle Frage und nicht nur um diesen konkreter<lb/>
Fall. Die Regelung 80 % des Auftragsfakturenwertes, aber max. 20 % des<lb/>
<pb n="64-0381" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-29_0381.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Jahresexportumsatzes ist für einen Newcomer, d.h. für neue Exporteure<lb/>
unakzeptabel. Mir erscheint daher dringend notwendig, daß wir im Zuge<lb/>
der Verbesserung der Exportmöglichkeiten für Klein- und Mittelbetriebe<lb/>
auch dieses Problem besprechen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte nachdem AK, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> auch dazu Stellung<lb/>
genommen hat, Problem an SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_24">Die Handelskammer urgiert neuerdings, daß für die Kleinbetriebe Be<lb break="no"/>triebsmittel ebenfalls finanziert werden sollten. Die gemeinsame<lb/>
Handelskammer Landesregierungen und Handelsministerium vorgesehenen<lb/>
Kleinstkredite sollten dafür nicht herangezogen werden. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> plädiert<lb/>
dafür, daß die Bürges die ja jetzt einen besonderen Rückgang zu ver<lb break="no"/>zeichnen hat, entsprechende Richtlinienänderungen vornehmen sollte,<lb/>
damit auch Betriebsmittel direkt gegeben werden können. Die Handels<lb break="no"/>kammer hat dann noch das große Problem, daß auch die Handelsbetriebe<lb/>
solche Betriebsmittelkredite verlangen, jetzt schon beschweren sich<lb/>
die Handelsbetriebe, daß sie bei der Direktbeteiligung der neuen<lb/>
steuerlichen Möglichkeiten nicht berücksichtigt wurden, sondern diese<lb/>
Aktion sich nur auf die Industrie und Gewerbebranche bezieht. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
schlägt vor, man könnte ohne weiteres dem Handel auch entsprechende<lb/>
Betriebsmittelkreditzusagen machen, da die Mittel ja nur sehr beschränkt<lb/>
sein würden, müßte man eben zuerst mit einer zeitlichen Priorität die<lb/>
Kleingewerbebetriebe bevorzugen. Ich erkläre sofort, darin sehe ich<lb/>
keine Lösung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wir sollten bitte unsere konkreten<lb/>
Vorschläge wegen der Kleinstkredite formulieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_26">Beim Journalistenfrühstück berichtete SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> über die Reduzierung<lb/>
um 1/2 % bei den Bürges-Aktionen. Interessant war, daß in der Diskussion<lb/>
der Vertreter der Zeitung Die Wirtschaft meinte, dadurch würden jetzt<lb/>
die Kreditinstitute diese Aktionen wieder schlechter bedienen. In<lb/>
Wirklichkeit ist durch die hohen Zinssätze im ersten Quartal bei der<lb/>
Bürges mit einem fast 25 %-igen Rückgang der Anträge zu rechnen.<lb/>
Nicht das Nichtbedienen der Kreditinstitute sondern die zu hohen<lb/>
Zinsen sind der Grund, daß jetzt die Gewerbebetriebe mit den Investi<lb break="no"/>tionen sehr zurückhaltend sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_27">SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> berichtete über die Industrieförderungen für die Textilindustrie,<lb/>
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die Lederindustrie heute 38 % der Gesamtinvestitionen von uns gefördert,<lb/>
die Mindestgrenze ist für Textil 2 1/2 Mio., für die Lederindustrie<lb/>
1 1/2 Mio., für die Bekleidungsindustrie wurde sie von 1 Mio. auf 750.000<lb/>
die Untergrenze gesenkt und auch die Bau- und innerbetrieblichen Trans<lb break="no"/>portwege-Investitionen in die Richtlinien aufgenommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_28">Die Konjunkturerwartung der österreichischen Textilfertigwarenerzeuger<lb/>
für das zweite Halbjahr 82 berichtete <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>, ist nach wie vor stabil.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_29">SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> berichtet über die Fernwärmesitzung. Es wurden 2 Unteraus<lb break="no"/>schüsse beschlossen, einer für die Angebots und Nachfragesituation,<lb/>
ähnlich also unserer Fragebogen und der zweite über die Wirtschafts-<lb/>
und Finanzfragen. Wichtig ist nach wie vor, daß die regionalen Raumord<lb break="no"/>nungen von den Ländern die Fernwärmeversorgungsgebiete festlegen.<lb/>
Nur in diesen neuen Baugebieten könnten dann entsprechende Anschluß<lb break="no"/>zwänge schon beim Bau vorgesehen werden. Eine individuelle Anschluß<lb break="no"/>zwangfrage wird nämlich auch im Gesetzentwurf auf großen Widerstand<lb/>
stoßen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_30">Der griechische Vizeverteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__1137761">Petsos</rs>, eigentlich in Wirk<lb break="no"/>lichkeit der wichtigste Mann in der Bürokratie in dem Fall aber auch<lb/>
in der Regierung, weil ja der Premierminister gleichzeitig auch Ver<lb break="no"/>teidigungsminister ist, machte mir einen ganz kurzen Besuch nur. Er<lb/>
bestand darauf mit mir unter 4 Augen nur mit seinem Dolmetsch zu reden.<lb/>
Dort erklärte er mir unumwunden, Steyr-Daimler-Puch sein ein Privat<lb break="no"/>betrieb, deshalb sei der Industrieminister zuständig und verantwortlich,<lb/>
er wollte von mir dezidiert wissen, ob Steyr-Daimler-Puch die Unter<lb break="no"/>stützung des Handelsministeriums bezüglich des Ausbaus der Kooperation<lb/>
mit Griechenland, Staatsbetriebe resp. dem Verteidigungsministerium<lb/>
unterstehenden Betrieben hat. Der Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, mit<lb/>
dem er darüber schon sehr diskret verhandelt hat, hat ihm dies zuge<lb break="no"/>sichert. Selbstverständlich konnte auch ich ihm sofort erklären, daß<lb/>
wir SDP jedwede Unterstützung in der Kooperation geben, dies bezieht<lb/>
sich allerdings nicht nur auf militärischem Sektor insbesondere Panzer<lb/>
sondern auch auf zivilem Sektor.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_31">Bei der offiziellen Sitzung, die <rs type="person" ref="#per__1137761">Petsos</rs> gar nicht abhalten wollte,<lb/>
habe ich dann auch offiziell erklärt, daß die österreichische Bundes<lb break="no"/>regierung großes Interesse daran hat, den griechisch-österreichischen<lb/>
Außenhandel zu vergrößern. Insbesondere hoffe ich aber, daß es gelin<lb break="no"/><pb n="64-0383" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band64/64_1982-03-29_0383.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gen wird Kooperationsgeschäfte nicht nur für SDP und dort ganz beson<lb break="no"/>ders auf dem zivilen Sektor sondern auch noch mit anderen Firmen<lb/>
einzuleiten. Ich versprach <rs type="person" ref="#per__1137761">Petsos</rs> eine entsprechende Liste von Projek<lb break="no"/>ten noch in den nächsten Tagen, bevor er nach Griechenland zurückkehrt<lb/>
zu übermitteln. Die Bedeutung dieses Mannes ergibt sich schon daraus,<lb/>
daß er mit mindestens 20 Leuten, Fernsehen, Reporter der wichtigsten<lb/>
Zeitungen aus Griechenland erschienen ist, die mich nachher auch ent<lb break="no"/>sprechend interviewten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_32">Im Wiener Vorstand kam es wegen der Mietzinsregelung zu einer lang<lb break="no"/>wierigen Debatte. Der Wohnungsstadtrat <rs type="person" ref="#per__114540">Hatzl</rs> teilte mit, daß er aufgrund<lb/>
von gesetzlichen Auflagen, aber ich glaube noch viel mehr von Zusagen<lb/>
die er schon gemacht hat, sehr wohl den Mietern nicht nur den Mietzins,<lb/>
den Erhaltungsbeitrag, die Betriebskosten sondern wie auch sagt, den<lb/>
Mietzins Jahr für Jahr mitteilen muß. Dagegen hat ja niemand etwas<lb/>
einzuwenden. Die Mitglieder des Wiener Vorstandes zumindestens soweit<lb/>
sie sich zu Wort meldeten, hatten nur große Bedenken, daß der Salden<lb break="no"/>stand jetzt der letzten Jahre ebenfalls den Mietern jetzt ganz neu<lb/>
mitgeteilt wird. Da in den meisten Gemeindewohnungen mit Ausnahme der<lb/>
§-7-Regelungen die Hauptmietzinsreserve nicht nur aufgebraucht ist<lb/>
sondern eine negative Bilanz ergibt, die Gemeinde hat hier Milliar<lb break="no"/>denbeträge zugeschossen, würde bei einer solchen Saldenstandinforma<lb break="no"/>tion 100.000-e Mieter sich momentan als Schuldner an die Gemeinde<lb/>
betrachten, ältere Menschen denen man dies mühsamst erklären müßte<lb/>
hätten dann immer das Gefühl sie könnten über Nacht etliche 10.00O-e<lb/>
Schlillinge manche sogar 100.000-e S der Gemeinde zahlen müssen. Be<lb break="no"/>züglich der 20 % Investitionsanteil für den Hausherren für Investi<lb break="no"/>tionen zufällt, wird die Gemeinde nicht in die Hauptmietzinsreserve<lb/>
einbauen sondern rechnungsmäßig noch beim Erhaltungsaufwand belassen.<lb/>
Die endgültige Entscheidung muß nach 5 Jahren fallen, weil dann ent<lb break="no"/>weder der Erhaltungsaufwand aufgebraucht sein muß oder dieser Betrag<lb/>
den den Mieter verzinst zurückgezahlt werden müßte. Soweit wird es<lb/>
davon bin ich überzeugt, in der Praxis nie kommen, denn die Reparatu<lb break="no"/>ren werden sicherlich die ganzen Beträge verschlingen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_33">Im Wiener Vorstand aber dann vor allem im Ausschuß wurde von Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
die neue Wiener Landesobfrau <rs type="person" ref="#per__1137762">Seidl</rs> begrüßt. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
hat nicht nur zeitgerecht ihr Nationalratsmandat an eine Frau abge<lb break="no"/>treten sondern auch zeitgerecht jetzt die reibungslose Überführung<lb/>
ihrer Obmannfunktion bewerkstelligt. Alle waren über diese Lösung sehr<lb/>
froh. Ich habe das Gefühl auch <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> erleichtert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_34">Im Ausschuß gab es dann wegen der Friedensdemonstration am 15. Mai<lb/>
eine langwierige Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band64_1982-03-29_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte mach über die anderen Punkte insbeson<lb break="no"/>dere AKH, <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs>-Bericht, Rinter AG, <rs type="person" ref="#per__127030">Veleta</rs>-Bericht entsprechende<lb/>
Aufzeichnungen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>stv. Leiter Außenhandelsstelle Ostberlin [Vorname mglw.
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               <occupation>HK-Kammeramtsdir./Gen.Sekr.</occupation>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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